-
Rifamycine
bilden eine wichtige Gruppe an makrocyclischen Antibiotika (Wehrli,
Topics in Current Chemstry (1971), 72, 21-49). Sie bestehen aus
einem Naphthochinonchromophor, das durch eine lange aliphatische
Brücke
gespannt ist. Rifamycine gehören
zur Klasse der Ansamycinantibiotika, die von mehreren Gram-positiven
Bodenbakterien der Actinomycetesgruppe und einigen wenigen Pflanzen
gebildet werden.
-
Ansamycine
sind durch einen flachen aromatischen Kern gekennzeichnet, der durch
eine lange aliphatische Brücke
gespannt ist, welche die gegenüberliegenden
Positionen des Kern verbindet. Es können zwei unterschiedliche
Gruppen von Ansamycinen durch die Struktur des aromatischen Kerns
unterschieden werden. Eine Gruppe besitzt einen naphthoquinoiden
Chromophor, wobei typische Vertreter Rifamycin, Streptovaricin,
Tolypomycin und Naphthomycin sind. Die zweite Gruppe, die einen
benzochinoiden Chromophor aufweist, ist durch Geldanamycin, Maytansine
und Ansamitocine gekennzeichnet (Ghisalba et al., Biotechnology of
Industrial Antibiotics, E.J. Vandamme, Herausgeber, Decker Inc.
New York (1984) 281-327). Im Gegensatz zu Antibiotika vom Makrolidtyp
enthalten die Ansamycine im aliphatischen Ringsystem keine Lactonbindung, sondern
eine Amidbindung, die die Verbindung an den Chromophor bildet.
-
Die
Auffindung der durch den Mikroorganismus Streptomyces mediterranei
(wie der Organismus zu der Zeit genannt wurde, siehe später) gebildeten
Rifamycine wurde das erste Mal 1959 beschrieben (Sensi et al., Farmaco
Ed. Sci. (1959) 14, 146-147). Die Extraktion mit Ethylacetat der
angesäuerten
Kulturen von Streptomyces mediterranei führt zur Isolierung eines Gemisches
aus antibiotisch wirksamen Komponenten, den Rifamycinen A, B, C,
D und E. Rifamycin B, die stabilste Komponente, wurde von den anderen
Komponenten abgetrennt und aufgrund der stark sauren Eigenschaften
und der leichten Salzbildung von den anderen Komponenten abgetrennt.
-
Rifamycin
B hat die Struktur der Formel (1)
-
Rifamycin
B ist die Hauptkomponente der Fermentation, wenn Barbiturat zum
Fermentationsmedium gegeben wird und/oder verbesserte Produktionsmutanten
von Streptomyces mediterranei verwendet werden.
-
Der
Rifamycinproduktionsstamm wurde ursprünglich als Streptomyces mediterranei
klassifiziert (Sensi et al., Farmaco Ed. Sci. (1959) 14, 146-147).
Eine Analyse der Zellwand von Streptomyces mediterranei durch Thiermann
et al. zeigte später,
dass dieser Stamm eine Zellwand aufweist, die für Nocar dia typisch ist und
der Stamm wurde als Nocardia mediterranei reklassifiziert (Thiemann
et al., Arch. Microbiol. (1969), 67, 147-151). Nocardia mediterranei
wurde erneut auf der Grundlage von neueren, akuraten morphologischen
und biochemischen Kriterien reklassifiziert. Auf der Grundlage der
exakten Zusammensetzung der Zellwand, dem Fehlen von Mycolsäure und
der Unempfindlichkeit gegenüber
Phagen von Nocardia und Rhodococcus wurde der Stamm der neuen Gattung
Amycolatopsis als Amycolatopsis mediterranei zugeordnet (Lechevalier
et al., Int. Syst. Bacteriol. (1986), 36, 29). Lab et al. (Crit.
Rev. Microbiol. (1995), 21, 19-30) haben Verfahren zur Verbesserung
der Rifamycinbildung durch Amycoplatopsis mediterranei zusammengefasst.
-
Rifamycine
haben eine starke antibiotische Aktivität hauptsächlich gegen Gram-positive
Bakterien, wie Mycobakterien, Neisseria und Staphylococci. Der bakterizide
Effekt von Rifamycinen leitet sich von der spezifischen Hemmung
der bakteriellen DNA-abhängigen
RNA Polymerase ab, die die RNA Biosynthese unterbricht (Wehrli und
Staehlin, Bacteriol. Rev. (1971), 35, 290-309). Das semisynthetische
Rifamycin B Derivat Rifampin (Rifampicin) wird klinisch breit als
Antibiotikum gegen den Erreger verwendet, der Tuberkulose verursacht,
nämlich
Mycobacterium tuberculosis.
-
Die
naphthochinoiden Ansamycine der Streptovaricin- und Tolypomycingruppe
zeigen, wie Rifamycin, einen antibakteriellen Effekt durch die Hemmung
der bakteriellen RNA Polymerase. Im Gegensatz dazu hat Naphthomycin
einen antibakteriellen Effekt ohne die Hemmung der bakteriellen
RNA Polymerase. Die Benzochinoidansamycine zeigen keine Hemmung
der bakteriellen RNA Polymerase und haben daher nur eine relativ schwache
antibakterielle Aktivität,
falls überhaupt.
Andererseits haben einige Vertreter dieser Substanzklasse eine Wirkung
auf eukaryontische Zellen. So wurden Antipilz-, Antiprotozoenund
Antitumoreigenschaften für Geldanamycin
beschrieben. Andererseits werden den Maytansinen antimitotische
(Antitubulin), antileukämische
und antitumorale Eigenschaften zugeschrieben. Einige Rifamycine
zeigen auch eine Antitumor- und Antivirusaktivität, aber nur in hohen Konzentrationen.
Der biologische Effekt scheint so unspezifisch zu sein.
-
Trotz
der großen
strukturellen Varietät
der Ansamycine scheint ihre Biosynthese durch einen metabolischen
Weg stattzufinden, der viele gemeinsame Elemente enthält (Ghisalba
et al. Biotechnology of Industrial Antibiotics, E. J. Vandamme,
Herausgeber, Decker Inc. New York (1984), 281-327). Der aromatische
Kern für alle
Ansamycine wird möglicherweise
ausgehend von 3-Amino-5-hydroxybenzoesäure aufgebaut. Ausgehend von
diesem Molekül,
das vermutlich als Coenzym A aktiviert wird, wird die gesamte aliphatische
Brücke
durch eine multifunktionale Polyketidsyntase synthetisiert. Die
Länge der
Brücke
und die Prozessierung der Ketogruppen, die anfänglich durch die Kondensationsschritte
gebildet werden, werden durch die Polyketidsynthase kontrolliert.
Um die vollständige
aliphatische Brücke
für Rifamycine
aufzubauen, sind 10 Kondensationsschritte, 2 mit Acetat und 8 mit
Propionat als Bausteine erforderlich. Die Sequenz dieser einzelnen
Kondensationsschritte wird ähnlich
durch die Polyketidsynthase bestimmt. Strukturvergleiche und Untersuchungen
mit dem Einbau von radioaktivem Acetat und Propionat haben gezeigt,
dass die Sequenz aus Acetat- und Propionateinbau für die verschiedenen
Ansamycine gemäß einem
Schema stattfindet, das in den ersten Kondensationsschritten identisch
oder sehr ähnlich
zu sein scheint. Daher zweigt die Synthese der verschiedenen Ansamycine
von einem gemeinsamen Syntheseschema der Ansamycinpolyketidsynthasen
(dem Rifamycinsyntheseschema) früher
oder später
gemäß ihrer
Strukturunterschiede von der Rifamycinstruktur in die Seitenäste der
Synthese ab (Ghisalba et al., Biotechnology of Industrial Antibiotics,
E. J. Vandamme, Dekker Inc. New York (1984), 281-327).
-
Aufgrund
der großen
strukturellen Vielzahl der Rifamycine und ihrem spezifischen und
interessanten biologischen Effekt besteht ein großes Interesse,
die genetische Basis ihrer Synthese zu verstehen, um die Möglichkeit
zu generieren, diese spezifisch zu beeinflussen. Dies ist insbesondere
erwünscht,
da, wie oben erklärt,
viele Gemeinsamkeiten zwischen der Synthese der Rifamycine und der
von anderen Ansamycinen bestehen. Diese Ähnlichkeit in der Biosynthese,
die sich möglicherweise
von einem gemeinsamen evolutorischen Ursprung dieses Biosynthesewegs
ableitet, hat naturgemäß eine genetische
Basis.
-
Die
genetische Basis der Biosynthese der Sekundärmetaboliten existiert im wesentlichen
in den Genen, die für
die einzelnen Biosynthesenzyme kodieren und in den regulatorischen
Elementen, die die Expression der Biosynthesegene kontrollieren.
Die Synthesegene der sekundären
Metaboliten der Actinomyceten wurden in allen untersuchten Systemen
als Cluster von benachbarten Genen gefunden. Die Größe solcher
antiobiotischer Gencluster erstreckt sich von etwa 10 Kilobasen
(kb) bis mehr als 100 kb. Die Cluster enthalten oft spezifische
Regulatorgene und Gene für
die Resistenz des Produktionsorganismus gegenüber dem eigenen Antibiotikum
(Chater, Ciba Found. Symp. (1992), 171, 144-162).
-
Die
hierin beschriebene Erfindung hat es nun durch die Identifizierung
und Klonierung von Genen der Rifamycinbiosynthese geschafft, die
genetische Basis zur Synthese von Rifamycinanaloga oder neuen Ansamycinen
durch genetische Verfahren zu schaffen, die Strukturelemente von
Rifamycin mit anderen Ansamycinen kombiniert. Dies schafft auch
die Basis zur Herstellung von neuen Substanzsammlungen auf der Basis
der Rifamycinbiosynthesegencluster durch kombinatorische Biosynthese.
-
Es
war in einem ersten Schritt möglich,
ein DNA Fragment aus dem Genom von A. mediterranei zu identifizieren
und zu klonieren, das eine Homologie mit bekannten Polyketidsynthasegenen
zeigt. Nach dem Erhalt der Sequenzinformation aus dem DNA Fragment,
die eine typische Sequenz für
Polyketidsynthasen bestätigt,
war es möglich,
eine Cosmidgenbank von A. mediterranei mit spezifischen DNA Sonden,
die sich von diesem Fragment ableiten, in einem Screeningprogramm
für weitere
DNA Fragmente zu screenen, die im Rifamycingencluster beteiligt
sind. Als Ergebnis wird das vollständige Rifamycinpolyketidsynthasegencluster identifiziert
und einer Sequenzbestimmung unterzogen (siehe SEQ ID Nr. 3). Das
Gencluster umfasst 6 offene Leserahmen, die hierin als ORF A, B,
C, D, E und F bezeichnet werden und die für die in SEQ ID Nr. 4 bis 9 gezeigten
Proteine und Polypeptide kodieren.
-
Das
auf diese Weise isolierte und charakterisierte Gencluster stellt
beispielsweise die Basis für
eine gezielte Optimierung der Produktion von Rifamycin, Ansamycinen
oder Analoga hiervon dar Beispiele für Techniken und mögliche Anwendungsgebiete,
die in diesem Zusammenhang erhältlich
sind, sind folgende:
- • Überexpression von einzelnen
Genen in Produktionsstämmen
mit Plasmidvektoren oder durch den Einbau in das Chromosom
- • Untersuchung
der Expression und Transkriptionsregulation des Genclusters während der
Fermentation mit verschiedenen Produktionsstämmen und die Optimierung hiervon
durch physiologische Parameter und geeignete Fermentationsbedingungen
- • Identifizieurng
der regulatorischen Gene und der DNA Bindungsstellen der entsprechenden
regulatorischen Proteine im Gencluster. Die Charakterisierung des
Effekts dieser regulatorischen Elemente bei der Produktion von Rifamycinen
oder Ansamycinen und deren Beeinflussung durch spezifische Mutation
dieser Gene oder der DNA Bindungsstellen
- • Duplikation
des kompletten Genclusters oder von Teilen hiervon in Produktionsstämmen Neben
diesen Anwendungen des Genclusters zur Verbesserung der Produktion
durch Fermentation, wie dies oben beschrieben ist, kann es ähnlich zur
biosynthetischen Herstellung von neuen Rifamycinanaloga oder neuen Ansamycinen
oder Ansamycin-ähnlichen
Verbindungen verwendet werden, worin die aliphatische Brücke nur
an einem Ende des aromatischen Kerns gebunden ist. Die folgenden
Möglichkeiten
kommen hierfür
in Betracht, wie beispielsweise:
- • Inaktivierung
der einzelnen Schritte der Biosynthese, beispielsweise durch Genzerstörung
- • Mutation
von einzelnen Schritten in der Biosynthese, beispielsweise durch
Genaustausch Verwendung des Clusters oder von Fragmenten hiervon
als DNA Sonde, um andere natürliche
Mikroorganismen zu isolieren, die einzelne Metaboliten produzieren,
die zu Rifamycin oder Ansamycinen ähnlich sind.
- • Austausch
von einzelnen Elementen in diesem Gencluster durch die von anderen
Genclustern.
- • Verwendung
von modifizierten Polyketidsynthasen zum Aufbau von Genbanken für verschiedene
Rifamycinanaloga oder Ansamycine, die dann auf ihre Aktivität getestet
werden (Jackie & Khosala,
Chemistry & Biology
(1995), 2, 355-362).
- • Konstruktion
von mutierten Actinomycetenstämmen,
aus denen das natürliche
Rifamycin- oder Ansamycinbiosynthesegencluster im Chromosom teilweise
oder vollständig
deletiert wurde und die so zur Expression von genetisch modifizierten
Genclustern verwendet werden können.
- • Austausch
von einzelnen Elementen innerhalb des Genclusters
-
Detaillierte Beschreibung
der Erfindung
-
Die
Erfindung betrifft ein DNA Fragment aus dem Genom von Amycolatopsis
mediterranei, das eine DNA Region umfasst, die direkt oder indirekt
im Gencluster beteiligt ist, das für die Rifamycinsynthese verantwortlich
ist, und die benachbarten DNA Regionen und funktionellen Bestandteile
oder Domänen
hiervon.
-
Die
erfindungsgemäßen DNA
Fragmente der Erfindung können
darüber
hinaus regulatorische Sequenzen umfassen, wie Promotoren, Repressor-
oder Aktivatorbindungsstellen, Repressor- oder Aktivatorgene, Terminatoren
oder Strukturgene. Ebenfalls sind ein Teil der Erfindung alle Kombinationen
dieser DNA Fragmente miteinander oder mit anderen DNA Fragmenten,
beispielsweise Kombinationen von Promotoren, Repressor- oder Aktivatorbindungsstellen
und/oder Repressor oder Aktivatorgenen aus einem Ansamycingencluster,
insbesondere aus dem Rifamycingencluster mit fremden Strukturgenen
oder Kombinationen von Strukturgenen aus dem Ansamycingencluster,
speziell dem Rifamycingencluster mit fremden Promotoren und Kombinationen
von Strukturgenen miteinander oder mit Genfragmenten, die für enzymatisch
aktive Domänen kodieren
und von verschiedenen Ansamycinbiosynthesesystemen stammen. Fremde
Strukturgene und fremde Genfragmente, die für enzymatisch aktive Domänen kodieren,
kodieren beispielsweise für
Proteine, die bei der Biosynthese von anderen Ansamycinen beteiligt
sind.
-
Ein
bevorzugtes DNA Fragment ist eines, das direkt oder indirekt im
Gencluster beteiligt ist, das für
die Rifamycinsynthese verantwortlich ist.
-
Das
Gencluster oder die DNA Region, die oben beschrieben sind, enthält beispielsweise
die Gene, welche für
die einzelnen Enzyme kodieren, die bei der Biosynthese von Ansamycinen
beteiligt sind, insbesondere von Rifamycin, und die regulatorischen
Elemente, die die Expression der Biosynthesegene kontrollieren. Die
Größe solcher
antibiotischen Gencluster erstreckt sich von etwa 10 Kilobasen (kb)
bis über
100 kb. Die Gencluster umfassen normalerweise spezifische regulatorische
Gene und Gene für
die Resistenz des Produktionsorganismus gegenüber seinem eigenen Antibiotikum.
Beispiele, was durch Enzyme oder enzymatisch aktive Domänen gemeint
ist, die bei dieser Biosynthese beteiligt sind, sind die, welche
zur Synthese der Ansamycine, wie Rifamycin ausgehend von 3-Amino-5-hydroxybenzoesäure erforderlich
sind, beispielsweise Polyketidsynthasen, Acyltransferasen, Dehydratasen,
Ketoreduktasen, Acylcarrierproteine oder Ketoacylsynthasen.
-
Daher
ist die vollständige
Sequenz des Genclusters, die in SEQ ID Nr. 3 gezeigt ist, wie auch
DNA Fragmente, die Sequenzteile enthalten, welche für eine Polyketidsynthase
oder eine enzymatisch aktive Domäne
hiervon kodieren, besonders bevorzugt. Beispiele für solche
bevorzugten DNA Fragmente sind beispielsweise jene, die für ein oder
mehrere Proteine und Polypeptide kodieren, die in den SEQ ID Nr.
4, 5, 6, 7, 8 und 9 gezeigt sind oder funktionelle Derivate hiervon,
die beispielsweise 15 oder mehr aufeinandertolgende Nukleotide umfassen.
Andere bevorzugte Ausführungsformen
umfassen DNA Regionen des Genclusters gemäß der Erfindung oder von Fragmenten
hiervon, wie jene, die in den hinterlegten Klonen pNE95, pRi44-2
und pNE112 vorkommen oder hiervon abgeleitet sind. Weitere bevorzugte
DNA Fragmente sind jene, die Sequenzteile umfassen, die Homologien
mit den Sequenzen zeigen, die in den Klonen pNE95, pRi44-2 und/oder pNE112
enthalten sind oder mit SEQ ID Nr. 1 und/oder 3 und können daher
als Hybridisierungssonde innerhalb einer genomischen Genbank von
Ansamycin-, insbesondere Rifamycin-bildendem Organismus verwendet werden,
um Bestandteile des entsprechenden Genclusters aufzufinden. Das
DNA Fragment kann darüberhinaus
beispielsweise ausschließlich
genomische DNA umfassen. Ein besonders bevorzugtes DNA Fragment
ist eines, das die in SEQ ID Nr. 1 oder 3 gezeigte Nukleotidsequenz
oder partielle Sequenzen hiervon umfasst, das aufgrund der Homologien
als Struktur- oder Funktionsäquivalent
zu dieser Sequenz oder der partiellen Sequenz hiervon betrachtet
werden kann und das daher zur Hybridisierung mit dieser Sequenz
fähig ist.
-
Die
erfindungsgemäßen DNA
Fragmente umfassen beispielsweise Sequenzteile, die Homologien mit dem
oben beschriebenen Enzymen, Enzymdomänen oder Fragmenten hiervon
aufweisen.
-
Der
Ausdruck Homologien und Struktur- und/oder Funktionsäquivalente
bezieht sich primär
auf DNA und Aminosäuresequenzen
mit wenigen oder minimalen Differenzen zwischen den relevanten Sequenzen. Diese
Unterschiede können
sehr unterschiedliche Ursachen haben. Dies kann beispielsweise Mutationen
oder Stamm-spezifische Unterschiede umfassen, die natürlich vorkommen
oder künstlich
induziert sind. Oder die aus der gegenüber der anfänglichen Sequenz beobachteten
Unterschiede stammen von einer gezielten Modifikation, die beispielsweise
während
einer chemischen Synthese eingeführt
werden kann.
-
Funktionale
Unterschiede können
als minimal betrachtet werden, falls beispielsweise die Nukleotidsequenz,
die für
ein Polypeptid oder eine Proteinsequenz kodiert, im wesentlichen
dieselben charakterstischen Eigenschaften aufweist, wie die anfängliche
Sequenz, ob in Bezug auf die enzymatische Aktivität, die immunologische
Reaktivität
oder im Fall einer Nukleotidsequenz, in Bezug auf die Genregulation.
-
Strukturunterschiede
können
als minimal betrachtet werden, solange eine signifikante Überlappung oder Ähnlichkeit
zwischen den verschiedenen Sequenzen besteht oder sie haben zumindest ähnliche
physikalische Eigenschaften. Die letzteren umfassen beispielsweise
die elektrophoretische Mobilität,
chromatographische Ähnlichkeiten,
Sedimentationskoeffizienten, spektrophotometrische Eigenschaften
usw.
-
Im
Fall der Nukleotidsequenzen sollte die Übereinstimmung mindestens 70
%, aber vorzugsweise 80 % und vor allem 90 % oder mehr betragen.
Im Fall der Aminosäuresequenz
sollten die entsprechenden Zahlen zumindest 50 %, aber vorzugsweise
60 % und vor allem 70 % sein. 90 % Übereinstimmung ist äußerst bevorzugt.
-
Die
Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zur Identifizierung, Isolierung
und Klonierung eines der oben beschriebenen DNA Fragmente. Ein bevorzugtes
Verfahren umfasst beispielsweise die folgenden Schritte:
- a) Aufbau einer genomischen Genbank,
- b) Screennen dieser Genbank mit Hilfe der erfindungsgemäßen DNA
Sequenzen, und
- c) Isolierung der als positiv identifizierten Klone.
-
Ein
allgemeines Verfahren zur Identifizierung von DNA Fragmenten, die
bei der Biosynthese von Ansamycinen beteiligt sind, umfasst beispielsweise
die folgenden Schritte:
- 1) Klonierung eines
DNA Fragments, das eine Homologie mit bekannten Polyketidsynthasegenen
zeigt
a) Das Vorkommen von DNA Fragmenten, die eine Homologie
mit den erfindungsgemäßen Polyketidsynthasegenen
aufweisen, wird in den zu untersuchenden Stämmen durch ein Southernexperiment
mit der chromosomalen DNA dieses Stamms detektiert. Die Größe solcher
homologer DNA Fragmente kann durch den Verdau der DNA mit einem
geeigneten Restriktionsenzym bestimmt werden.
b) Herstellung
einer Plasmidgenbank, die die oben verdauten chromosomalen Fragmente
umfasst. Normalerweise werden einzelne Klone dieser Genbank erneut
auf eine Homologie mit den Polyketidsynthasegenen gemäß der Erfindung
getestet. Die Klone mit rekombinanten Plasmiden, die Fragmente umfassen,
welche eine Homologie mit der Polyketidsonde aufweisen, werden dann
normalerweise auf der Grundlage dieser Homologie isoliert.
- 2) Analyse der klonierten Region
a) Restriktionsanalyse
der isolierten rekombinanten Plasmide und Überprüfung der Identität dieser
klonierten Fragmente miteinander.
b) Durch einen chromosomalen
Southern Blot mit DNA des ursprünglichen
Mikroorganismus und des isolierten DNA Fragments als Sonde kann
gezeigt werden, dass das klonierte Fragment ein ursprüngliches chromosomales
DNA Fragment aus dem ursprünglichen
Mikroorganismus ist.
c) Es ist als Option möglich, eine signifikante Homologie
des klonierten DNA Fragments mit einer chromosomalen DNA aus anderen
Ansamycinproduzenten zu zeigen (Streptovaricin, Tolypomycin, Geldanamycin, Ansamitocin).
Dies würde
bestätigen,
dass die klonierte DNA für
die Gencluster der Ansamycinbiosynthese und so auch der Rifamycinbiosynthese
typisch ist.
d) DNA Sequenzierung als internes Restriktionsfragment
und Demonstration durch vergleichende Sequenzanalyse, dass die klonierte
Region eine typische DNA Sequenz von Polyketidsynthasen ist, die
für die
Biosynthese von Polyketidantibiotika aus Actinomyceten kodiert.
- 3) Isolierung und Charakterisierung von benachbarten DNA Regionen
a)
Konstruktion einer Kosmidgenbank aus dem ursprünglichen Mikroorganismus und
Analyse hiervon auf Homologie mit den isolierten Fragmenten. Isolierung
von Cosmiden, die eine Homologie mit diesem Fragment aufweisen.
b)
Demonstration durch Restriktionsanalyse, dass die isolierten Cosmidklone
eine DNA Region des ursprünglichen
Mikkoorganismus umfassen, die mit dem ursprünglichen Fragment überlappt.
-
Wie
oben beschrieben, ist der erste Schritt bei der Isolierung der erfindungsgemäßen DNA
Fragmente normalerweise das Erstellen von genomischen Genbanken
aus dem Organismus von Interesse, der das erforderliche Ansamycin,
speziell Rifamycin synthetisiert.
-
Die
genomische DNA kann aus einem Wirtsorganismus auf verschiedenen
Wegen erhalten werden, beispielsweise durch Extraktion aus der Kernfraktion
und Reinigung der extrahierten DNA durch bekannte Verfahren.
-
Die
Fragmentierung, die zur Erstellung einer repräsentativen Genbank erforderlich
ist, der zu klonierenden genomischen DNA auf eine Größe, die
zur Insertion in einem Klonierungsvektor geeignet ist, kann entweder
durch mechanische Scherkräfte
oder sonstiges, vorzugsweise durch Schneiden mit geeigneten Restriktionsenzymen
stattfinden.
-
Geeignete
Klonierungsvektoren, die sich bereits in einer Routineverwendung
zur Herstellung von genomischen Genbanken befinden, sind beispielsweise
Cosmidvektoren, Plasmidvektoren oder Phagenvektoren.
-
Es
ist dann in einem Screeningprogramm möglich, geeignete Klone zu erhalten,
die die erforderlichen Gene oder Genfragmente aus den auf diese
Weise hergestellten Genbanken umfassen.
-
Eine
Möglichkeit
zur Identifizierung der erforderlichen DNA Region besteht beispielsweise
durch die Verwendung der oben beschriebenen Genbank zur Transformation
von Stämmen,
die aufgrund eines blockierten Synthesewegs nicht mehr zur Bildung
von Ansamycinen fähig
sind, und der Identifizierung der Klone, die nach der Transformation
erneut zur Bildung von Ansamycin fähig sind (Revertanden). Die
Vektoren, die zu Revertanden führen,
umfassen ein DNA Fragment, das für
eine Ansamycinsynthese erforderlich ist.
-
Eine
weitere Möglichkeit
zur Identifizierung der erforderlichen DNA Region basiert beispielsweise
auf der Verwendung von geeigneten Sondenmolekülen (DNA Sonde), die beispielsweise
wie oben beschrieben erhalten werden. Es sind verschiedene Standardverfahren
zur Identifizierung geeigneter Klone erhältlich, wie Differentialkoloniehybridisierung
oder Plaquehybridisierung.
-
Es
ist möglich,
als Sondenmolekül
ein vorher isoliertes DNA Fragment aus demselben oder einem strukturell
verwandten Gen oder Gencluster zu verwenden, das aufgrund der vorhandenen
Homologien zur Hybridisierung mit dem entsprechenden Sequenzabschnitt
innerhalb des erforderlichen Gens oder Genclusters fähig ist,
das identifiziert werden soll. Vorzugsweise wird als Sondenmolekül für die Zwecke
der vorliegenden Erfindung ein DNA Fragment verwendet, das aus einem
Gen oder einer DNA Sequenz erhältlich
ist, die bei der Synthese von Polyketiden beteiligt ist, wie Ansamycinen
oder Soraphenen.
-
Falls
die Nukleotidsequenz des zu isolierenden Gens oder zumindest Teile
dieser Sequenz bekannt sind, ist es in einer alternativen Ausführungsform
möglich,
aufgrund dieser Sequenzinformation eine entsprechend synthetisierte
DNA Sequenz für
die Hybridisierungen oder PCR Amplifikationen zu verwenden.
-
Um
die Detektierbarkeit des erforderlichen Gens oder Teile des erforderlichen
Gens zu erleichtern, kann eine der oben beschriebenen DNA Sondenmoleküle mit einer
geeigneten, leicht detektierbaren Gruppe markiert werden. Eine detektierbare
Gruppe meint für
die Zwecke der Erfindung jedes Material, das bestimmte, leicht detektierbare
physikalische oder chemische Eigenschaft aufweist.
-
An
dieser Stelle können
enzymatisch aktive Gruppen besonders erwähnt werden, wie Enzyme, Enzymsubstrate,
Coenzyme und Enzyminhibitoren, ferner fluoreszente und lumineszente
Mittel, Chromophore und Radioisotope, wie 3H, 35S, 32P, 125I und 14C. Die
leichte Detektierbarkeit dieser Marker basiert andererseits auf
ihren intrinsischen physikalischen Eigenschaften (beispielsweise
Fluoreszenzmarkern, Chromophoren, Radioisotopen) oder andererseits
auf ihren Reaktions- und Bindeeigenschaften (beispielsweise Enzyme,
Substrate, Coenzyme, Inhibitoren). Materialien dieser Typen werden
breit insbesondere in Immuntests verwendet und können in den meisten Fällen in
der vorliegenden Erfindung verwendet werden.
-
Allgemeine
Methoden, die sich auf die DNA Hybridisierung beziehen, sind beispielsweise
von T. Maniatis et al., Molecular Cloning, Cold Spring Harbor Laboratory
Press (1982) beschrieben.
-
Die
Klone innerhalb der vorher beschriebenen Genbanken, die zur Hybridisierung
mit einem Sondenmolekül
fähig sind
und die durch eine der oben erwähnten
Detektionsmethoden identifiziert werden können, können dann weiter analysiert
werden, um das Ausmaß und
die Art der kodierenden Sequenz im Detail zu bestimmen.
-
Ein
alternatives Verfahren zur Identifizierung klonierter Gene basiert
auf der Konstruktion einer Genbank, die aus Plasmid- oder Expressionsvektoren
besteht. Das heißt
in Analogie zu den vorher beschriebenen Verfahren, dass die genomische
DNA, die das erforderliche Gen enthält, anfänglich isoliert und dann in
einen geeigneten Plasmid- oder Expressionsvektor kloniert wird.
Die auf diese Weise hergestellten Genbanken können dann durch geeignete Verfahren
gecreent werden, beispielsweise durch die Verwendung von Komplementationsstudien
und die Klone, die das erforderliche Gen oder zumindest einen Teil
dieses Gens als Insert enthalten, können selektiert werden.
-
Daher
ist es mit Hilfe der oben beschriebenen Verfahren möglich, ein
Gen, mehrere Gene oder ein Gencluster zu isolieren, das für ein oder
mehrere bestimmte Genprodukte kodiert.
-
Für die weitere
Charakterisierung werden die DNA Sequenzen auf die oben beschriebene
Weise gereinigt und isoliert und einer Restriktionsanalyse und Sequenzanalyse
unterzogen.
-
Für die Sequenzanalyse
werden die vorher isolierten DNA Fragmente zuerst mittels geeigneter
Restriktionsenzyme fragmentiert und dann in geeignete Klonierungsvektoren
kloniert. Um Fehler bei der Sequenzierung zu vermeiden, ist es vorteilhaft,
beide DNA Stränge
vollständig
zu sequenzieren.
-
Es
sind verschiedene Alternativen zur Analyse des klonierten DNA Fragments
in Bezug auf dessen Funktion innerhalb der Ansamycinbiosynthese
erhältlich.
-
So
ist es beispielsweise möglich
in Komplementationsexperimenten mit defekten Mutanten nicht nur die
prinzipielle Beteiligung eines Gens oder Genfragments bei der Biosynthese
sekundärer
Metaboliten zu zeigen, sondern auch spezifisch den Syntheseschritt
zu verifizieren, in dem dieses DNA Fragment beteiligt ist.
-
In
einem alternativen Analyseverfahren wird die Evidenz auf genau die
entgegengesetzte Weise erhalten. Ein Transfer von Plasmiden, die
DNA Abschnitte enthalten, welche Homologien mit geeigneten Abschnitten
auf dem Genom enthalten, führt
zur Integration der homologen DNA Abschnitte über eine homologe Rekombination.
Wenn wie im vorliegenden Fall der homologe DNA Abschnitt eine Region
innerhalb eines offenen Leserahmens eines Genclusters ist, führt die
Plasmidintegration zu einer Inaktivierung des Gens durch eine sogenannte
Genzerstörung
und daher zu einer Unterbrechung der Produktion des sekundären Metaboliten.
Es wird derzeit angenommen, dass eine homologe Region, die zumindest
100 bp, aber vorzugsweise mehr als 1000 bp aufweist, ausreicht,
um das erforderliche Rekombinationsereignis herbeizuführen.
-
Jedoch
ist eine homologe Region bevorzugt, die sich über einen Bereich von 0,3 bis
4 kb, insbesondere über
einen Bereich von 1 bis 3 kb erstreckt.
-
Um
geeignete Plasmide herzustellen, die eine ausreichende Homologie
für die
Integration über
homologe Rekombination aufweisen, geht vorzugsweise ein Subklonierungsschritt
voraus, worin die vorher isolierte DNA verdaut wird und Fragmente
mit geeigneter Größe isoliert
und anschließend
in ein geeignetes Plasmid kloniert werden. Beispiele für geeignete
Plasmide sind die Plasmide, die allgemein für genetische Manipulationen
in Streptomyceten oder E. coli verwendet werden.
-
Es
ist im Prinzip möglich,
zur Herstellung und Vermehrung der vorher beschriebenen Konstrukte
alle herkömmlichen
Klonierungsvektoren, wie Plasmid- oder Bakteriophagenvektoren zu
verwenden, solange sie Replikations- und Kontrollsequenzen enthalten,
die von einer Spezies stammen, welche mit der Wirtszelle kompatibel
ist.
-
Der
Klonierungsvektor weist gewöhnlich
einen Replikationsursprung plus spezifische Gene auf, die zu phänotypischen
Selektionsmerkmalen in der transformierten Wirtszelle führen, insbesondere
Resistenzen gegenüber
Antibiotika. Die transformierten Vektoren können auf der Grundlage dieser
phänotypischen
Marker nach einer Transformation in eine Wirtszelle selektiert werden.
-
Selektierbare
phänotypische
Marker, die für
die Zwecke der Erfindung verwendet werden können, umfassen beispielsweise
ohne Beschränkung
des Gegenstands der Erfindung Resistenzen gegenüber Thiostrepton, Ampicillin,
Tetracyclin, Chloramphenicol, Hygromycin, G418, Kanamycin, Neomycin
und Bleomycin. Ein weiterer Selektionsmarker kann beispielsweise
eine Prototrophie insbesondere für
Aminosäuren
sein.
-
Hauptsächlich bevorzugt
für die
Zwecke der vorliegenden Erfindung sind Streptomyceten und E. coli Plasmide,
beispielsweise die Plasmide, die für die Zwecke der vorliegenden
Erfindung verwendet werden.
-
Wirtszellen,
die primär
für die
vorher beschriebene Klonierung für
die Zwecke der Erfindung geeignet sind, sind Prokaryonten, einschließlich bakterielle
Wirte, wie Streptomyceten, Actinomyceten, E. coli oder Pseudomonaden.
-
E.
coli Wirte sind besonderes bevorzugt, beispielsweise der E. coli
Stamm HB101 oder X-1 Blue MR® (Stratagene) oder Streptomyceten,
wie die plasmidfreien Stämme
von Streptomyces lividans TK23 und TK24.
-
Kompetente
Zellen des E. coli Stamms HB101 werden durch die Verfahren hergestellt,
die normalerweise zur Transformation von E. coli verwendet werden.
Die Transformationsmethode von Hopwood et al. (Genetic manipulation
of streptomyces, A laboratory manual. The John Innes Foundation,
Norwich (1985)) wird normalerweise für Streptomyces verwendet.
-
Nach
der Transformation und anschließenden
Inkubation auf einem geeigneten Medium werden die entstehenden Kolonien
einem Differentialscreening durch Plattieren auf Selektivmedien
unterzogen. Es ist dann möglich,
die geeignete Plasmid DNA aus diesen Kolonien zu isolieren, die
Plasmide mit hierin klonierten DNA Fragmenten umfassen.
-
Das
erfindungsgemäße DNA Fragment,
das eine DNA Region umfasst, die direkt oder indirekt bei der Biosynthese
von Ansamycin beteiligt ist und auf die vorher beschriebene Weise
aus dem Ansamycinbiosynthesegencluster erhalten werden kann, kann
auch als Ausgangsklon zur Identifizierung und Isolierung von anderen
benachbarten Regionen verwendet werden, die hiermit aus diesem Gencluster überlappen.
-
Dies
kann beispielsweise durch die Ausführung eines so genannten „Chromosomwalking" innerhalb einer
Genbank, die aus DNA Fragmenten mit gemeinsam überlappenden DNA Regionen besteht,
unter Verwendung des vorher isolierten DNA Fragments oder ähnlichem
insbesondere der an den 5' und
3' Enden liegenden
Sequenzen ausgeführt
werden. Die Verfahren für
ein Chromosomwalking sind dem Fachmann bekannt. Details finden sich
beispielsweise in den Publikationen von Smith et al. (Methods Enzymol.
(1987), 151, 461-489) und Wahl et al (Proc. Natl. Acad. Sci, USA
(1987), 84, 2160-2164).
-
Die
Voraussetzung für
das Chromosomwalking ist das Vorkommen von Klonen mit kohärenten DNA Fragmenten,
die so lange wie möglich
sind und gemeinsam innerhalb einer Genbank überlappen und ein geeigneter
Ausgangsklon, der ein Fragment umfasst, das in der Nähe liegt
oder dergleichen, vorzugsweise in der zu analysierenden Region.
Falls die exakte Lage des Ausgangsklons unbekannt ist, wird das
Walking vorzugsweise in beide Richtungen ausgeführt.
-
Der
eigentliche Walkingschritt beginnt durch die Verwendung des identifizierten
und isolierten Ausgangsklons als Sonde in einer der vorher beschriebenen
Hybridisierungsreaktionen, um benachbarte Klone zu detektieren,
die mit dem Ausgangsklon überlappende
Regionen aufweisen. Es ist durch Hybridisierungsanalyse möglich, festzustellen,
welches Fragment am weitesten über
die überlappende
Region hinausgeht. Dies wird dann als Ausgangsklon für den 2.
Walkingschritt verwendet, wobei ein Fragment etabliert wird, das
mit dem 2. Klon in dieselbe Richtung überlappt. Ein kontinuierliches
Fortfahren auf diese Weise auf dem Chromosom führt zu einer Sammlung aus überlappenden
DNA Klonen, die eine große
DNA Region abdecken. Diese kann dann, wo dies geeignet ist, nach
einem oder mehreren Subklonierungsschritten durch bekannte Verfahren
unter Bildung eines Fragments zusammenligiert werden, das Teile
oder dergleichen umfasst, vorzugsweise alle Bestandteile, die für eine Ansamycinbiosynthese
essentiell sind.
-
Die
Hybridisierungsreaktion zur Etablierung von Klonen mit marginal überlappenden
Regionen verwendet vorzugsweise nicht das sehr große und fast
vollständige
Fragment, sondern an dessen Stelle ein partielles Fragment aus der
linken oder rechten Randregion, die in einem Subklonierungsschritt
erhalten werden kann. Aufgrund der geringeren Größe des partiellen Fragments
führt die
Hybridisierungsreaktion zu weniger positiven Hybridisierungssignalen,
so dass der analytische Aufwand deutlich geringer ist, wie wenn
man das gesamte Fragment verwendet. Es ist ferner ratsam, das partielle
Fragment im Detail zu analysieren, um auszuschließen, dass
es größere Mengen
an repetitiven Sequenzen umfasst, die über das gesamte Genom verteilt
sein können
und dies so eine gezielte Abfolge von Walkingschritten stark überschreiten
würde.
-
Da
das Gencluster, das für
die Ansamycinbiosynthese verantwortlich ist, eine relativ große Region
des Genoms umfasst, kann es auch vorteilhaft sein, ein sogenanntes
Largestep-Walking oder Cosmidwalking auszuführen. Es ist in diesen Fällen unter
Verwendung von Cosmidvektoren, die die Klonieung von sehr großen DNA
Fragmenten erlauben, möglich,
eine sehr große
DNA Region abzudecken, die in einem einzigen Walkingschritt bis
zu 42 kb umfassen kann.
-
In
einer möglichen
Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung wird beispielsweise zur Konstruktion einer
Cosmidgenbank von Streptomycetes oder Actinomycetes die gesamte
DNA isoliert, wobei die Größe der DNA
Fragmente im Bereich von etwa 100 kb liegt, und anschließend partiell
mit geeigneten Restriktionsendonukleasen verdaut.
-
Die
verdaute DNA wird dann auf herkömmliche
Weise extrahiert, um die Endonuklease zu entfernen, die immer noch
vorhanden ist und gefällt
und schließlich
konzentriert. Das entstehende Fragmentkonzentrat wird dann gemäß der Größe der einzelnen
Fragmente fraktioniert, beispielsweise durch Dichtegradientenzentrifugation.
Nachdem die auf diese Weise erhaltenen Fragmente dialysiert wurden,
können
sie auf einem Agarosegel analysiert werden. Die Fraktionen, welche
Fragmente einer geeigneten Größe enthalten,
werden gepoolt und für
eine weitere Verarbeitung konzentriert. Die Fragmente, die als teilweise
für die
Zwecke der Erfindung geeignet betrachtet werden können, haben
eine Größe von 30
kb bis 42 kb, aber vorzugsweise 35 kb bis 40 kb.
-
Parallel
zur oben beschriebenen Fragmentierung oder später wird beispielsweise ein
geeigneter Cosmidvektor pWE15® (Stratagene) vollständig mit
einem geeigneten Restriktionsenzym, beispielsweise BamHI, für die anschließende Ligasereaktion
verdaut.
-
Die
Ligation der Cosmid DNA an die Streptomyces oder Actinomycetes Fragmente,
die gemäß ihrer Größe fraktioniert
wurden, kann mittels einer T4 DNA Ligase ausgeführt werden. Das auf diese Weise
erhältliche
Ligationsgemisch wird nach einer ausreichenden Inkubationszeit durch
allgemein bekannte Verfahren in λ Phagen
gepackt.
-
Die
entstehenden Phagenpartikel werden dann zur Infektion eines geeigneten
Wirtsstamms verwendet. Ein recA– E.
coli Stamm ist bevorzugt, wie E. coli/HB 101 oder X-1 Blue® (Stratagene).
Die Selektion von transfizierten Klonen und die Isolierung der Plasmid
DNA kann durch allgemein bekannte Verfahren ausgeführt werden.
-
Das
Screenen der Genbank auf DNA Fragmente, die bei der Ansamycinbiosynthese
beteiligt sind, wird beispielsweise mittels einer spezifischen Hybridisierungssonde
ausgeführt,
von der angenommen wird (beispielsweise auf der Grundlage der DNA
Sequenz oder DNA Homologie oder Komplementationstests oder Genzerstörung oder
der Funktion hiervon in anderen Organismen), dass sie DNA Regionen
aus dem Ansamycingencluster umfasst.
-
Ein
Plasmid, das ein zusätzliches
Fragment der erforderlichen Größe aufweist
oder auf der Grundlage von Hybridisierungen identifiziert wurde,
kann dann aus dem Gel auf die vorher beschriebene Weise isoliert werden.
Die Identität
dieses zusätzlichen
Fragments mit dem erforderlichen Fragment auf dem vorher selektierten
Cosmid kann dann durch Southerntransfer und Hybridisierung bestätigt werden.
-
Die
Funktionsanalyse der auf diese Weise isolierten DNA Fragmente kann
in einem Genzerstö rungsexperiment
ausgeführt
werden, wie dies oben beschrieben ist.
-
Eine
andere mögliche
Verwendung der erfindungsgemäßen DNA
Fragmente ist, Enzyme oder Domänen,
die bei der Ansamycin- und insbesondere Rifamycinbiosynthese beteiligt
sind, zu modifizieren oder zu inaktivieren, um Oligonukleotide zu
synthetisieren, die dann wiederum zur Auffindung von homologen Sequenzen
bei der PCR Amplifizierung verwendet werden können.
-
Neben
den erfindungsgemäßen DNA
Fragmenten als solche, wird auch ihre Verwendung vor allem zur Herstellung
von Rifamycin, Rifamycinanaloga oder Vorläufern hiervon und zur biosynthetischen
Produktion von neuen Ansamycinen oder Vorläufern hiervon beansprucht.
In diesem Zusammenhang enthalten sind jene Moleküle, bei denen die aliphatische
Brücke
nur an einem Ende des aromatischen Nukleus gebunden ist.
-
Die
erfindungsgemäßen DNA
Fragmente erlauben beispielsweise durch die Kombination von DNA Fragmenten
aus anderen Biosynthesewegen oder durch Inaktivierung oder Modifikation
hiervon die Biosynthese von neuen Hybridverbindungen, insbesondere
von neuen Ansamycin- oder Rifamycinanaloga. Die Schritte, die hierfür erforderlich
sind, sind im allgemeinen bekannt und beispielsweise beschrieben
in Hopwod, Current Opinion in Biotechnol. (1993), 4, 531-537.
-
Die
Erfindung betriff ferner die Verwendung der DNA Fragmente der Erfindung
zur Ausführung
der neuen Technologie der kombinatorischen Biosynthese zur biosynthetischen
Herstellung von Banken aus Polyketidsynthasen auf der Grundlage
der Rifamycin- und Ansamycinbiosynthesegene. Falls beispielsweise mehrere
Sätze an
Modifikationen hergestellt werden, ist es auf diese Weise auch möglich durch
Biosynthesen eine Bank aus Polyketiden, beispielsweise Ansamycin-
oder Rifamycinanaloga herzustellen, die dann nur auf die Aktivität der auf
diese Weise hergestellten Verbindungen getestet werden muss. Die
hierfür
erforderlichen Schritte sind im allgemeinen bekannt und beispielsweise
in Tsoi und Khosla, Chemistry & Biology
(1995), 2, 355-362 und WO 95 08 548 A beschrieben.
-
Neben
dem DNA Fragment als solches wird auch dessen Verwendung zur genetischen
Konstruktion von mutierten Actinomycetenstämmen beansprucht, aus denen
die natürlichen
Rifamycin- oder Ansamycinbiosynthesegencluster im Chromosom teilweise
oder vollständig
deletiert wurden und die so zur Expression von genetisch modifizierten
Ansamycin- oder Rifamycinbiosynthesegenclustern verwendet werden
können.
-
Die
Erfindung betrifft ferner einen Hybridvektor, der zumindest ein
erfindungsgemäßes DNA
Fragment umfasst, beispielsweise einen Promotor, eine Repressor-
oder Aktivatorbindungsstelle, ein Repressor- oder Aktivatorgen,
ein Strukturgen, einen Terminator oder einen funktionellen Teil
hiervon.
-
Der
Hybridvektor umfasst beispielsweise eine Expressionskassette, die
ein erfindungsgemäßes DNA Fragment
umfasst, das zur Expression von einem oder mehreren Proteinen fähig ist,
die bei der Ansamycinbiosynthese beteiligt sind, insbesondere in
der Rifamycinbiosynthese oder ein funktionelles Fragment hiervon. Die
Erfindung betrifft in ähnlicher
Weise einen Wirtsorganismus, der den oben beschriebenen Hybridvektor umfasst.
-
Geeignete
Vektoren, die den Ausgangspunkt der erfindungsgemäßen Hybridvektoren
darstellen, und geeignete Wirtsorganismen, wie Bakterien oder Hefezellen,
sind allgemein bekannt.
-
Der
Wirtsorganismus kann durch im allgemeinen herkömmliche Verfahren transformiert
werden, wie durch Protoplasten, Ca2+, Cs+, Polyethylenglycol, Elektroporation, Viren,
Lipidvesikel oder einer Partikelkanone. Die erfindungsgemäßen DNA
Fragmente können
dann sowohl als extrachromosomale Bestandteile im Wirtsorganismus
vorkommen als auch über
geeignete Sequenzabschnitte in das Chromosom des Wirtsorganismus
integriert werden.
-
Die
Erfindung betrifft auch Polyketidsynthasen, die die erfindungsgemäßen DNA
Fragmente umfassen, insbesondere die von Amycolatopsis mediterranei,
die direkt oder indirekt bei der Rifamycinsynthese beteiligt sind,
und funktionelle Bestandteile hiervon, beispielsweise enzymatisch
aktive Domänen.
-
Die
Erfindung betrifft ferner eine Hybridisierungssonde, die ein erfindungsgemäßes DNA
Fragment umfasst und die Verwendung hiervon, insbesondere zur Identifizierung
von DNA Fragmenten, die bei der Biosynthese von Ansamycinen beteiligt
sind.
-
Um
unzweifelhafte Signale bei der Hybridisierung zu erhalten, wird
die DNA an das Filter (beispielsweise hergestellt aus Nylon oder
Nitrocellulose) gebundene DNA bei 55-65°C in 0,2 × SSC (1 × SSC = 0,15 M Natriumchlorid,
15 mM Natriumcitrat) gewaschen.
-
Beispiele
-
Allgemein
-
Allgemeine
molekulargenetische Techniken, wie DNA Isolierung und Reinigung,
Restriktionsverdau von DNA, Agarosegelelektrophorese von DNA Ligation
von Restriktionsfragmenten, Kultivierung und Transformation von
E. coli und Plasmidisolierung aus E. coli werden ausgeführt, wie
dies in Maniatis et al., Molecular Cloning: A laboratory manual,
1. Ausgabe, Cold Spring Harbor Laboratory Press, Cold Spring Harbor
NY (1982) beschrieben ist.
-
Die
Kulturbedingungen und molekulargenetischen Techniken mit A. mediterranei
und anderen Actinomyceten werden ausgeführt, wie dies von Hopwood et
al. beschrieben ist (Genetic manipulation of streptomycetes a laboratory
manual, The John Innen Foundation, Norwich, 1985). Alle flüssigen Kulturen
von A. mediterranei und anderen Actinomyceten werden in Erlenmeyerkolben
bei 28°C
in einem Schüttler
bei 250 Upm ausgeführt.
-
Verwendete Medien:
-
- LB: Maniatis et al., Molecular Cloning: A laboratory manual,
1. Ausgabe, Cold Spring Harbor Laboratory Press, Cold Spring Harbor
NY (1982)
- NL: Schupp + Divers FEMS Microbiology Lett. 36, 159-162 (1986)
(NL 148 = NL148G ohne Glycin)
- R2YE: Hopwood et al. (Genetic manipulation of streptomyces a
laboratory manual. The John Innes Foundation, Norwich, 1985).
- TB: 12 g/l Bacto Trypton
24 g/l Bacto Hefeextrakt
4
ml/l Glycerin
-
Beispiel 1: Detektion
von chromosomalen DNA Fragmenten von A. mediterranei mit einer Homologie
zu Polyketidsynthasegenen anderer Bakterien
-
Um
eine genomische DNA als A. mediterranei zu erhalten, werden Zellen
des Stamms A. mediterranei WT3136 (=LBGA 3136, ETH Stammsammlung)
in NL 148 Medium für
48 Stunden kultiviert. 1 ml dieser Kultur wird dann in 50 ml NL
148 Medium (+2,5 g/l Glycin) in einem 200 ml Erlenmeyerkolben überführt und
die Kultur wird für
48 Stunden inkubiert. Die Zellen werden aus dem Medium durch Zentrifugation
bei 3000 × g
für 10 Minuten
entfernt und in 5 ml SET (75 mM NaCl, 25 mM EDTA, 20 mM Tris, pH
7,5) resuspendiert. Es wird eine hochmolekulare DNA durch das Verfahren
von Pospiech und Neumann (Trends in Genetics (1995), 11, 217-218)
extrahiert.
-
Um
einzelne Fragmente aus der isolierten A. mediterranei DNA, die eine
Homologie mit Polyketidsynthasegenen aufweisen, mittels Southern
Blot zu detektieren, wird eine radioaktive DNA Sonde aus einem bekannten
Polyketidsynthasegencluster hergestellt. Um dies auszuführen, wird
das PvuI Fragment mit einer Größe von 3,8
kb aus dem rekombinanten Plasmid p98/1 (Schupp et al., J. of Bacteriol.
(1995), 177, 3673-3679) isoliert, das eine DNA Region mit einer
Größe von etwa
32 kb aus der Polyketidsynthase für das Antibiotikum Soraphen
A umfasst. Es werden etwa 0,5 μg
des isolierten 3,8 kb PvuI DNA Fragments mit 32P-dCTP
durch das Nicktranslationssystem von Gibco/BRL (Basel) gemäß den Anleitungen
des Herstellers radioaktiv markiert.
-
Für den Southern
Blot werden etwa 2 μg
der genomischen DNA, die oben aus A. mediterranei isoliert wurde,
vollständig
mit dem Restriktionsenzym BglII (Boehringer Mannheim) verdaut und
die entstehenden Fragmente werden auf einem 0,8 % Agarosegel fraktioniert.
Ein Southern Blot mit diesem Agarosegel und der oben isolierten
DNA Sonde (3,8 kb PvuI Fragment) detektiert ein BglII geschnittenes
DNA Fragment mit einer Größe von etwa
13 kb aus der genomischen DNA von A. mediterranei, das eine Homologie
mit der verwendeten DNA Sonde aufweist. Es kann auf der Grundlage
dieser Homologie geschlossen werden, dass das detektierte DNA Fragment
aus A. mediterranei eine genetische Region ist, die für eine Polyketidsynthase
kodiert und so bei der Synthese eines Polyketidantibiotikums beteiligt
ist.
-
Beispiel 2: Herstellung
einer spezifischen rekombinanten Plasmidsammlung, die BglII verdaute
chromosomale Fragmente von A. mediterranei mit einer Größe von 12-16
kb umfasst
-
Der
E. coli Positivselektionsvektor pIJ4642 (Derivat von pIJ666, Kieser & Melton, Gene
(1988), 65, 83-91), der am John Innes Centre (Norwich, UK) entwickelt
wurde, wird zur Herstellung einer Plasmidgenbank verwendet. Dieses
Plasmid wird zuerst mit BamHI geschnitten und die zwei entstehenden
Fragmente werden auf einem Agarosegel fraktioniert. Das kleinere
der zwei Fragmente ist das Füllfragment
des Vektors und das größere ist
der Vektorteil, der bei einer Selbstligation nach der Deletion des
Füllfragments
aufgrund der flankierenden Terminationssequenzen ein perfektes Palindrom
bildet, was bedeutet, dass das Plasmid als solches nicht in E. coli
gehalten werden kann. Der Vektorteil mit einer Größe von 3,8
kb wird aus dem Agarosegel durch Elektroelution isoliert, wie dies
auf Seite 164-165 von Maniatis et al., Molecular Cloning: A laboratory
manual, 1. Ausgabe, Cold Spring Harbor Laboratory Press, Cold Spring
Harbor NY (1982) beschrieben ist.
-
Um
die mit BglII geschnittenen DNA Fragmente von A. mediterranei herzustellen,
wird die hochmolekulare, genomische DNA verwendet, die in Beispiel
1 hergestellt wurde. Etwa 10 μg
dieser DNA werden vollständig
mit dem Restriktionsenzym BglII verdaut und anschließend auf
einem 0,8 % Agarosegel fraktioniert. Die DNA Fragmente mit ein er
Größe von etwa
12-16 kb werden aus dem Gel ausgeschnitten und aus dem Gelblock
durch Elektroelution entfernt (siehe oben). Etwa 1 μg der auf
diese Weise isolierten BglII Fragmente wird an etwa 0,1 μg des oben
isolierten BamHI Teils des Vektors pIJ4642 ligiert. Das auf diese
Weise erhaltene Ligationsgemisch wird dann in den E. coli Stamm
HB 101 (Stratagene) transformiert. Es werden etwa 150 transformierte
Kolonien aus dem Transformationsgemisch auf LB Agar mit 30 μg pro ml
Chloramphenicol selektiert. Diese Kolonien enthalten rekombinante
Plasmide mit BglII-geschnittenen genomischen DNA Fragmenten von
A. mediterranei im Größenbereich
von 12 bis 16 kb.
-
Beispiel 3: Klonierung
und Charakterisierung der chromosomalen A. mediterranei DNA Fragmente
mit einer Homologie zu bakteriellen Polyketidsynthasegenen
-
150
der Plasmidklone, die in Beispiel 2 hergestellt wurden, werden durch
Koloniehybridisierung mittels eines Nitrocellulosefilters (Schleicher & Schuell) analysiert,
wie dies auf den Seiten 318-319 von Maniatis et al., Molecular Cloning:
A laboratory manual, 1. Ausgabe, Cold, Spring Harbor Laboratory
Press, Cold Spring Harbor NY (1982) beschrieben ist. Die verwendete
DNA Sonde ist das 3,8 kb PvuI Fragment von Plasmid p98/1, das mit 32P-dCTP radioaktiv markiert ist und in Beispiel
1 isoliert wurde. Die Plasmide werden aus 5 Plasmidklonen isoliert,
die ein Hybrisierungssignal zeigen und werden durch zwei Restriktionsverdaus
mit den Enzymen HindIII oder KpnI charakterisiert. HindIII schneidet
zweimal im Vektorteil der Klone, 0,3 kb rechts und links der BamHI
Spaltstelle, in die die A. mediterranei DNA integriert wurde. KpnI
schneidet nicht im pIJ4642 Vektorteil. Diese Restriktionsanalyse
zeigt, dass die untersuchten Klone sowohl identische HindIII Fragmente mit
etwa 14 und 3,1 kb und identische KpnI Fragmente mit einer Größe von etwa
11,4 kb und 5,7 kb aufweisen. Dies zeigt, dass diese Klone dasselbe
genomische BgIII Fragment von A. mediterranei umfassen und dass das
letzte eine Größe von etwa
13 kb aufweist. Es kann zusätzlich
aus dieser Restriktionsanalyse geschlossen werden, dass das klonierte
BglII Fragment keine interne HindIII Schnittstelle aufweist, sondern
2 KpnI Schnittstellen aufweist, die ein internes KpnI Fragment mit
einer Größe von 5,7
kb ergeben.
-
Die
Plasmid DNA der obigen 5 Klone mit identischen Restriktionsfragmenten
wird ferner durch einen Southern Blot charakterisiert. Für diesen
Zweck werden die Plasmide mit HindIII und KpnI geschnitten und die verwendete
DNA Sonde ist das mit 32P radioaktiv markierte
3,8 kb PvuI Fragment von Plasmid p98/1, das oben verwendet wird.
Dieses Experiment bestätigt,
dass die 5 Plasmide identische A. mediterranei DNA Fragmente enthalten
und dass diese eine signifikante Homologie mit der DNA Sonde aufweisen,
die für
bakterielle Polyketidsynthasegene charakteristisch ist. Zusätzlich zeigt
der Southern Blot, dass das interne KpnI Fragment mit einer Größe von 5,7
kb auch eine signifikante Homologie mit der verwendeten DNA Sonde
aufweist. Das pRi7-3 genannte Plasmid wird aus den 5 Plasmiden zur
weiteren Prozessierung ausgewählt.
-
Um
zu demonstrieren, dass das klonierte BglII Fragment mit einer Größe von etwa
13 kb von A. mediterranei ein ursprüngliches chromosomales DNA
Fragment ist, wird ein weiterer Southern Blot aus geführt. Chromosomale
DNA aus A. mediterranei, die mit BglII, KpnI oder BamHI geschnitten
wurde, wird in diesem Blot verwendet. Es werden zwei BamHI Fragmente,
die etwa 1,8 und 1,9 kb groß sind
und im 5,7 kb KpnI Fragment von pRi7-3 vorkommen, als radioaktiv
markierte Sonde verwendet. Dieses Experiment bestätigt, dass das
BglII DNA Fragment mit einer Größe von etwa
13 kb, das in das rekombinante Plasmid pRi7-3 kloniert wurde, ein
authentisches genomisches DNA Fragment von A. mediterranei ist.
Zusätzlich
bestätigt
dieses Experiment, dass das klonierte Fragment ein internes KpnI
Fragment mit einer Größe von 5,7
kb und zwei BamHI Fragment mit einer Größe von 1,8 und 1,9 kb umfasst
und dass diese DNA Fragmente ebenfalls authentische genomische DNA
Fragmente von A. mediterranei sind.
-
Beispiel 4: Demonstration
einer signifikanten Homologie mit dem klonierten genomischen 13
kb BglII Fragment von A. mediterranei mit chromosomaler DNA von
anderen Actinomyceten, die Ansamycine bilden
-
Es
findet eine Demonstration einer signifikanten Homologie zwischen
der klonierten chromosomalen DNA Region von A. mediterranei und
der chromosomalen DNA von anderen Ansamycin-bildenden Actinomyceten
durch ein Southern Blot Experiment statt. Es werden die folgenden
Ansamycin-bildenden Stämme
für diesen
Zweck verwendet (die durch diese Stämme gebildeten Ansamycine sind
in Klammern angegeben): Streptomyces spectabilis (Streptovaricine),
Streptomyces tolypophorus (Tolypomycine), Streptomyces hygroscopicus
(Geldanamycine), Nocardia species ATCC 31281 (Ansamitocine). Die
genomische DNA aus diesen Stämmen
wird wie in Beispiel 1 für
A. mediterranei beschrieben isoliert und mit dem Restriktionsenzym
KpnI verdaut und die auf diese Weise erhaltenen Restriktionsfragmente
werden auf einem Agarosegel für
den Southern Blot fraktioniert. Zwei BamHI Fragmente mit einer Größe von etwa
1,8 und 1,9 kb von A. mediterranei, die in Beispiel 3 verwendet
und aus dem Plasmid pRi7-3 isoliert wurden, werden als radioaktive
Sonde verwendet. Dieses Experiment zeigt, dass diese Ansamycinbildenden
Stämme
eine signifikante DNA Homologie mit der verwendeten DNA Sonde und
somit mit der klonierten chromosomalen Region von A. mediterranei
aufweisen. Es wird in diesem Zusammenhang beobachtet, dass die Homologie
im Fall von Ansamycinbildnern mit einem Naphthochinoidringsystem
(Streptovaricin, Tolypomycin) größer ist
als bei denen mit einem Benzochinoidringsystem (Geldanamycin, Ansamitocin).
Dieses Ergebnis legt nahe, dass die klonierte chromosomale DNA Region
von A. mediterranei für
Ansamycinbiosynthesecluster und speziell von Genclustern von Ansamycinen
mit Naphthochinoidringsystemen typisch ist, die den Ringsystemen
der Rifamycine entsprechen.
-
Beispiel 5: DNA Sequenzbestimmung
des KpnI Fragments mit einer Größe von 5,7
kb, das innerhalb des klonierten 13 kb BglII Fragments liegt
-
Zur
Sequenzierung wird das 5,7 kb KpnI Fragment aus dem Plasmid pRi7-3
(DSM 11114) (Maniatis et al. 1992) isoliert und in die KpnI Schnittstelle
des Vektors pBRKanf4 subkloniert, der für die DNA Sequenzierung geeignet
ist, was die Plasmide pTS004 und pTS005 ergibt. Der Vektor pBRKanf4
(abgeleitet von pBRKanf1, Bhat, Gene (1993) 134, 83-87) ist zur
Erführung
von sequenziellen Deletionen von Sau3A Fragmenten im klonierten
Insertfragment geeignet, da dieser Vektor selbst keine GATC Nukleotidsequenz
aufweist. Zusätzlich
werden die BamHI Fragmente mit einer Größe von 1,9 und 1,8 kb, die
im 5,7 kb KpnI Fragment vorkommen, in die BamHI Schnittstelle von
pBRKanf4 subkloniert, was jeweils zu den Plasmiden pTS006 und pTS007
und pTS008 und pTS009 führt.
-
Um
Subklone herzustellen, die sequenziell durch Sau3A Fragmente für die DNA
Sequenzierung verkürzt
sind, werden die Plasmide pTS004 bis pTS009 partiell mit Sau3A verdaut
und vollständig
mit XbaI oder HindIII (einer Schnittstelle in der Mehrfachklonierungsregion
des Vektors) verdaut. Die auf diese Weise erhaltene DNA (besteht
aus dem linearisierten Vektor mit inserierten DNA Fragmenten, die
um Sau3A Fragmente verkürzt
sind) wird an den Enden mittels Klenowpolymerase (Fragment der Polymerase
I, siehe Maniatis et al., Seiten 113-114) aufgefüllt, mit T4 DNA Ligase selbstligiert
und in E. coli DH5a transformiert. Die Plasmid DNA, die den Plasmiden
pTS004 bis pTS009 entspricht, aber DNA Regionen enthält, die
von einer Seite um Sau3A Fragmente verkürzt sind und aus den ursprünglich integrierten
Fragmenten von A. mediterranei abgeleitet sind, wird aus den auf
diese Weise erhaltenen einzeln transformierten Klonen isoliert.
-
Die
DNA Sequenzierung wird mit den auf diese Weise erhaltenen Plasmiden
und mit pTS004 bis pTS009 mittels des Reaktionskits von Perkin-Elmer/Applied
Biosystems mit Farbstoff-markierten Terminatorreagenzien (Kit Nr.
402122) und einem Universalprimer oder einem T7 Primer ausgeführt. Ein
Standardzyklussequenzierprotokoll mit einem Thermocycler (MJ Research
DNA Engine Thermocycler, Modell 225) wird verwendet und die Sequenzierungsreaktionen
werden durch das automatische DNA Sequenziergerät von Applied Biosystems (Modell
373 oder 377) gemäß den Anleitungen
des Herstellers analysiert. Um diese Ergebnisse zu analysieren werden
die folgenden Computerprogramme (Software) verwendet: Applied Biosystems
DNA Analysesoftware, Unix Solaris CDE Software, DNA Zusammensetzungs-
und Analysepaket GAP, das von R. Staden (Nucleic Acid Research (1995)
23, 1406-1410) und Blast (NCBI) lizensiert ist.
-
Die
oben beschriebenen Verfahren können
zur vollständigen
Sequenzierung beider DNA Stränge
des 5,7 kb KpnI Fragments von A. mediterranei Stamm Wt3136 verwendet
werden. Die DNA Sequenz des 5,7 kb Fragments mit einer Länge von
5676 Basenpaaren ist in SEQ ID Nr. 1 gezeigt.
-
Beispiel 6: Analyse der
Protein-kodierenden Regionen (Gene) auf dem 5,7 kb KpnI Fragment
von A. mediterranei
-
Die
Nukleotidsequenz des 5,7 kb KpnI Fragments wird mittels des Codonpreference
Computerprogramms (Genetics Computer Group, University of Wisconsin,
1994) analysiert. Diese Analyse zeigt, dass dieses Fragment über die
gesamte Länge
eine Protein-kodierende Region aufweist und so einen größeren Teil des
offenen Leserahmens (ORF) bildet. Die verwendeten Codons in diesem
ORF sind für
Gene von Streptomycetes und Actinomycetes typisch. Die Aminosäuresequenz,
die von der DNA Sequenz dieses ORF abgeleitet ist, ist in SEQ ID
Nr. 2 gezeigt.
-
Die
Polyketidsynthasen für
Makrolidantibiotika (wie Erythromycin, Rapamycin) sind sehr große multifunktionelle
Proteine, die mehrere enzymatisch aktive Domänen aufweisen, die jetzt gut
charakterisiert sind (Hopwood und Khosala, Ciba Foundation Symposium
(1992), 171, 88-112, Donadio und Katz, Gene (1992), 111, 51-60,
Schwecke et al., Proc. Natl. Acad. Sci. USA (1995) 92 (17), 7839-7843).
Der Vergleich der in SEQ ID Nr. 2 gezeigten Aminosäuresequenz
mit der sehr gut charakterisierten Erythromycinpolyketidsynthase
eryA ORF1 (Donadio, Science, (1991) 252, 675-679, DNA Sequenz Gen/EMBL
Hinterlegungsnummer M63676) ergibt die folgenden Ergebnisse:
- Die
Region von SEQ ID Nr. 2, Aminosäuren
2-325 ist zu 40 % identisch zu der Acyltransferasedomäne von Modul
2 des eryA Lokus von Saccharopolyspora erythraea.
- Die Region von SEQ ID Nr. 2, Aminosäuren 325-470 ist zu 43 % identisch
zu der Dehydratasedomäne
von Modul 4 des eryA Lokus von Saccharopolyspora erythraea.
- Die Region von SEQ ID Nr. 2, Aminosäuren 762-940 ist zu 48 % identisch
zu der Ketoreduktasedomäne
von Modul 2 des eryA Lokus von Saccharopolyspora erythraea.
- Die Region von SEQ ID Nr. 2, Aminosäuren 1024-1109 ist zu 57 %
identisch zu der Acyicarrierproteindomäne von Modul 2 des eryA Lokus
von Saccharopolyspora erythraea.
- Die Region von SEQ ID Nr. 2, Aminosäuren 1126-1584 ist zu 59 %
identisch zu der Ketoacylsynthasedomäne von Modul 2 des eryA Lokus
von Saccharopolyspora erythraea.
-
Die
sehr großen Ähnlichkeiten,
die in der Aminosäuresequenz
und der Größe und Zusammensetzungen
der enzymatischen Domänen
gefunden werden, legen nahe, dass die klonierte KpnI Region mit
einer Größe von 5,7
kb von A. mediterranei für
einen Teil einer Polyketidsynthase kodiert, die für Polyketide
des Makrolidtyps typisch ist.
-
Beispiel 7: Konstruktion
der Cosmidgenbank von A. mediterranei
-
Der
verwendete Cosmidvektor ist das Plasmid pWE15, das gekauft werden
kann (Stratagene, La Jolla, CA, USA). pWE15 wird vollständig mit
dem Enzym BamHI geschnitten (Maniatis et al., 1989) und mit Ethanol
gefällt.
Zur Ligation an die Cosmid DNA wird die chromosomale DNA aus A.
mediterranei wie in Beispiel 1 beschrieben isoliert und partiell
mit dem Restriktionsenzym Sau3A (Boehringer Mannheim) unter Bildung
von DNA Fragmenten verdaut, von denen die meisten eine Größe von 20
bis 40 kb aufweisen. Die auf diese Weise vorbehandelte DNA wird
nach Fragmentgröße durch
Zentrifugation (83 000 × g,
20°C) auf
einem 10 % bis 40 % Saccharosedichtegradienten für 18 Stunden fraktioniert.
Der Gradient wird in 0,5 ml Aliquots fraktioniert und dialysiert
und Proben mit 10 μl
werden auf einem 0,3 % Agarosegel mit einem DNA Größenstandard
analysiert. Fraktionen mit einer chromosomalen DNA mit einer Größe von 25-40
kb werden vereinigt, mit Ethanol gefällt und in einem kleinen Volumen
Wasser resuspendiert.
-
Die
Ligation der Cosmid DNA an die A. mediterranei Sau3A Fragmente,
die gemäß ihrer
Größe (siehe oben)
isoliert wurden, findet mit Hilfe einer T4 DNA Ligase statt. Etwa
3 μg jeder
der zwei DNA Ausgangsmaterialien werden in einem Reaktionsvolumen
von 20 μl
verwendet und die Ligation wird bei 12°C für 15 Stunden ausgeführt. 4 ml
dieses Ligationsgemisches werden in Lambdaphagen mittels des in
vitro Verpackungskits verpackt (gemäß den Angaben des Herstellers),
der von Stratagene (La Jolla, CA, USA) bezogen wird. Die entstehenden
Phagen werden durch Infektion in den E. coli Stamm X-1 BlueMR® (Stratagene)
eingeführt.
Die Titration dieses Phagenmaterials ergibt etwa 20 000 Phagenpartikel
pro ml, wobei eine Analyse von 12 Cosmidklonen zeigt, dass alle
Klone Plasmid DNA Insertionen mit einer Größe von 25 bis 40 kb enthalten.
-
Beispiel 8: Identifizierung,
Klonierung und Charakterisierung der chromosomalen A. mediterranei
DNA Region, die benachbart zum klonierten 5,7 kb KpnI Fragment liegt
-
Um
die chromosomale A. mediterranei DNA Region zu identifizieren und
zu klonieren, die benachbart zum oben in den Beispielen 3 und 5
beschriebenen 5,7 kb KpnI Fragment liegt, wird zuerst eine radioaktive DNA
Sonde aus diesem 5,7 kb KpnI Fragment hergestellt. Dies wird durch
radioaktive Markierung von etwa 0,5 μg des isolierten DNA Fragments
mit 32P-dCTP durch das Nicktranslationssystem
von Gibco/BRL (Basel) gemäß den Anleitungen
des Herstellers ausgeführt.
-
Die
Infektion von E. coli X-1 Blue MR (Stratagene) mit einem Aliquot
der in vitro verpackten Lambdaphagen (siehe Beispiel 7) führt zu mehr
als 2000 Klonen auf mehreren LB + Ampicillin (50 μg/ml) Platten.
Diese Klone werden durch Koloniehybridisierung auf Nitrocellulosefilter
(siehe Beispiel 3 bezüglich
des Verfahrens) getestet. Die verwendete DNA Sonde ist das 5,7 kb
KpnI DNA Fragment von A. mediterranei, die mit 32P-dCTP radioaktiv
markiert ist und oben hergestellt wurde.
-
Es
werden 5 Cosmidklone gefunden, die signifikantes Signal mit der
DNA Sonde zeigen. Die Plasmid DNA dieser Cosmide wird isoliert (Sambrook
et al., Molecular Cloning: A Laboratory Manual, Cold Spring Harbor
Laboratory Press, Cold Spring Harbor, NY, 1989), mit KpnI verdaut
und auf einem Agarosegel analysiert. Eine Analyse zeigt, dass alle
5 Plasmide eine integrierte chromosomale A. mediterranei DNA mit
einer Größe in der
Größenordnung
von etwa 25-35 kb aufweisen und alle das 5,7 kb KpnI Fragment enthalten.
-
Um
die chromosomale A. mediterranei DNA Region zu charakterisieren,
die benachbart zum klonierten KpnI Fragment liegt, wird die Plasmid
DNA eines der 5 Cosmidklone einer Restriktionsanalyse unterzogen. Das
ausgewählte
Plasmid des Cosmidklons hat die Nummer pNE112 und umfasst ebenfalls
das 13 kb BglII Fragment, das in Beispiel 3 beschrieben wurde.
-
Der
Verdau des Plasmids pNE112 mit den Restriktionsenzymen BamHI, BglII,
HindIII (einzeln und in Kombination) erlaubt die Erstellung einer
Restriktionskarte der klonierten Region von A. mediterranei und
dies erlaubt die Charakterisierung dieser etwa 26 kb großen Region
im Chromosom von A. mediterranei. Diese Region wird durch die folgenden
Restriktionsschnittstellen mit dem angegebenen Abstand in kb von
einem Ende charakterisiert: BamHI in Position 3,2 kb, HindIII in
Position 6,6 kb, BglII in Position 11,5 kb, BamHI in Position 16,6
kb, BamHI in Position 17,3 kb, BamHI in Position 21 kb und BglII
in Position 24 kb.
-
Beispiel 9: Bestimmung
der Sequenz der chromosomalen A. mediterranei DNA Region, die im
Plasmid pNE112 vorkommt und mit dem klonierten 5,7 kb KpnI Fragment überlappt
-
Die
Plasmid pNE112 DNA wird in die Fragmente mittels eines Aero-Mist
Verneblers (CIS-US Inc., Bedford, MA, USA) unter einem Stickstoffdruck
von 8-12 Pfund pro Quadratinch gespalten. Diese zufälligen DNA Fragmente
werden mit T4 DNA Polymerase, T4 DNA Kinase und E. coli DNA Polymerase
in Gegenwart der 4 dNTPs behandelt, um stumpfe Enden an den doppelsträngigen DNA
Fragmenten zu erzeugen (Sambrook et al., Molecular Cloning: A Laboratory
Manual, Cold Spring Harbor, Laboratory Press, Cold Sping Harbor,
NY, 1989). Die Fragmente werden dann in 0,8 % bei niedrigen Temperaturen
schmelzender Agarose (FMC Sea Plaque Agarose, Katalognummer 50113)
fraktioniert und es werden Fragmente mit einer Größe von 1,5-2
kb durch heiße
Phenolextraktion extrahiert (Sambrook et al., Molecular Cloning:
A Laboratory Manual, Cold Spring Harbor Laboratory Press, Cold Spring
Harbor, NY, 1989). Die auf diese Weise erhaltenen DNA Fragmente
werden dann mit Hilfe der T4 DNA Ligase an den Plasmidvektor pBRKanf4
(siehe Beispiel 5) oder pBlueScript KS+ (Stratagene, La Jolla, CA,
USA) ligiert, der jeweils mit stumpfen Enden durch einen geeigneten
Restriktionsverdau geschnitten wird (Smal für pBRKanf4 und EcoRV für pBlueScript
KS+) und an den Enden durch die Behandlung mit alkalischer Phosphatase
dephosphoryliert (Boehrunger Mannheim). Das Ligationsgemisch wird
dann in E. coli DH5a transformiert und die Zellen werden über Nacht
auf LB Agar mit dem geeigneten Antibiotikum (Kanamycin 40 μg/ml für pBRKanf4,
Ampicillin 100 μg/ml
für pBlueScript
KS+) inkubiert. Die gewachsenen Kolonien werden einzeln in 1,25
ml flüssiges
TB Medium mit Antibiotikum in Platten mit 96 Vertiefungen und Vertiefungen
mit einem Volumen von 2 ml überführt und
bei 37°C über Nacht
inkubiert. Die Matrizen DNA für
die Sequenzierung wird direkt aus diesen Kulturen durch alkalische
Lyse (Birnboim, Methods in Enzymology (1983) 100, 243-255) hergestellt.
Die DNA Sequenzierung findet mittels des Perkin Elmer/Applied Biosystems
Reaktionskits mit Farbstoff-markierten Terminatorreagenzien (Kit
Nr. 402122) und Universalprimern M13 mp 18/19 oder T3, T7 Primern
oder mit Primern statt, die hergestellt wurden, um an interne Sequenzen
zu binden. Ein Standardzyklusprotokoll mit 20 Zyklen wird mittels
eines Thermocyclers (MJ Research DNA Engine Thermocycler, Modell
225) verwendet. Die Sequenzierungsreaktionen werden mit Ethanol
gefällt,
in Formamidauftragspuffer resuspendiert und fraktioniert und analysiert
durch eine Elektrophorese unter Verwendung des automatischen Applied
Biosystems DNA Sequenziergeräts
(Modell 377) gemäß den Anleitungen
des Herstellers. Es werden Sequenzdateien mit Hilfe des Applied
Biosystems DNA Analyse Software Computerprogramms erstellt und auf
einen SUN UltraSpark Computer zur weiteren Analyse überführt. Die
folgenden Computerprogramme (Software) werden zur Analyse der Ergebnisse
verwendet: DNA Zusammensetzungs- und Analysepaket GAP (Genetics
Computer Group, University of Wisconsin, R. Staden, Cambridge University,
UK) und die vier Programme: Phred, Cross-Matched, Phrad und Consed
(P. Green, University of Washington, B. Ewing und D. Gordon, Washington
University in Saint Louis). Nachdem die ursprünglichen Sequenzen miteinander
unter Bildung von längeren
kohärenten
Sequenzen verbunden wurden (Contigs), werden die fehlenden DNA Abschnitte
spezifisch mit Hilfe von neuen Primern (Bindung an die sequenzierten
Abschnitte) oder durch längeres
Sequenzieren oder Sequenzieren des anderen Strangs sequenziert.
-
Es
ist möglich
mit dem oben beschriebenen Verfahren die gesamte chromosomale DNA
Region mit einer Größe von 26
kb aus A. mediterranei zu sequenzieren, die in pNE112 kloniert ist.
Die DNA Sequenz ist in SEQ ID Nr. 3 im Basenpaarabschnitt 27801-53789
gezeigt. Die DNA Sequenz des in Beispiel 5 beschriebenen 5,7 kb
KpnI Fragments kommt in pNE112 vor und ist in SEQ ID Nr. 3 in der
Basenpaarregion 43093 bis 48768 gezeigt.
-
Beispiel 10: Identifizierung
und Charakterisierung von Cosmidklonen mit chromosomalen DNA Fragmenten von
A. mediterranei, die mit einem Ende der 26 kb A. mediterranei Region
von pNE112 überlappen
-
Um
Cosmidklone zu identifizieren, die chromosomale DNA Fragmente von
A. mediterranei umfassen, die direkt vor der 26 kb Region von pNE112
liegen, wird das Plasmid pNE112 mit dem Restriktionsenzym BamHI
geschnitten und das entstehende BamHI Fragment mit einer Größe von 3,2
kb wird aus den anderen BamHI Fragmenten in einem Agarosegel abgetrennt
und aus dem Gel isoliert. Dieses BamHI Fragment liegt an einem Ende
der in pNE112 eingebauten A. mediterranei DNA (siehe Beispiel 8)
und kann so als DNA Sonde für
die Auffindung der erforderlichen Cosmidklone verwendet werden.
Etwa 0,5 μg
des isolierten 3,2 kb BamHI DNA Fragments werden mit 32P-dCTP
durch das Nicktranslationsystem aus Gibco/BRL (Basel) gemäß den Anleitungen
des Herstellers radioaktiv markiert.
-
Die
Cosmidgenbank von A. mediterranei, die in Beispiel 7 beschrieben
ist, wird dann durch Koloniehybridisierung (Verfahren von Beispiel
3) mittels der 3,2 kb DNA Sonde für Klone mit Überlappungen
verwendet. Zwei Cosmidklone mit einem starken Hybridisierungssignal
können
auf diese Weise identifiziert werden und ihnen werden die Nummern
pNE95 und pRi44-2 gegeben. Es ist durch Restriktionsanalyse und
Southern Blot möglich,
zu bestätigen,
dass die Plasmide pNE95 und pRi44-2 die chromosomalen DNA Fragmente
von A. mediterranei enthalten, die mit dem 3,2 kb BamHI Fragment
von pNE112 überlappen
und zusammen eine 35 kb große
chromosomale Region von A. mediterranei abdecken, die direkt an
das 26 kb A. mediterranei Fragment von pNE112 benachbart liegt,
die in pNE112 kloniert ist.
-
Beispiel 11: Restriktionsanalyse
der chromosomalen A. mediterranei DNA Region, die mit den Cosmidklonen pNE112,
pNE95 und pRi44-2 kloniert wurde
-
Die
chromosomale A. mediterranei DNA Region, die mit den Cosmidklonen
pNE112, pNE95 und pRi44-2 kloniert wurde, wird durch Ausführung einer
Restriktionsanalyse charakterisiert. Der Verdau der Plasmid DNA
der drei Cosmide mit den Restriktionsenzymen EcoRI, BglII und HindIII
(einzeln und in Kombination) liefert eine grobe Restriktionskarte
der klonierten Region von A. mediterranei. Es werden auf diese Weise überlappende
Fragmente der 3 Plasmide etabliert und durch Southern Blot bestätigt. Diese
chromosomale Region von A. mediterranei hat eine Größe von etwa
61 kb und wird durch die folgenden Restriktionsschnittstellen mit dem
angegebenen Abstand in kb von einem Ende charakterisiert: EcoRI
in Position 7,2 kb, HindIII in Position 21 kb, BglII in Position
31 kb, HindIII in Position 42 kb, BglII in Position 47 kb und BglII
in Position 59 kb. In dieser Region im A. mediterranei Chromosom
deckt das Plasmid pRi44-2 eine Region von Position 1 bis etwa 37
kb ab, das Plasmid pNE95 deckt eine Region etwa von Position 9 kb
bis 51 kb ab und das Plasmid pNE112 deckt eine Region etwa von Position
35 kb bis 61 kb ab.
-
Beispiel 12: Bestimmung
der Sequenz der chromosomalen A. mediterranei DNA Region, die in
Beispiel 11 beschrieben wurde, von der EcoRI Schnittstelle an der
Position 7,2 kb bis zum 61 kb Ende
-
Die
Bestimmung der DNA Sequenz der in Beispiel 11 beschriebenen chromosomalen
Region von A. mediterranei (EcoRI Schnittstelle an der Position
7,2 kb bis 51 kb) wird mit den Plasmiden pRi44-2 und pNE95 unter
Verwendung desselben Verfahrens ausgeführt, wie dies in Beispiel 9
beschrieben ist. Die Analyse der auf diese Weise erhaltenen DNA
Sequenz bestätigt
die grobe Restriktionskarte, die in Beispiel 11 beschrieben wurde,
und überlappt
mit den klonierten A. mediterranei Fragmenten in den Plasmiden pNE112,
pNE95 und pRi44-2.
-
Die
DNA Sequenz der chromosomalen A. mediterranei DNA Region, die in
Beispiel 11 beschrieben ist, von der EcoRI Schnittstelle an der
Position 7,2 kb bis zum Ende bei 61 kb ist in SEQ ID Nr. 3 beschrieben (Länge 53789
Basenpaare).
-
Beispiel 13: Analyse einer
ersten für
ein Protein kodierenden Region (ORFA) der klonierten in SEQ ID Nr.
3 gezeigten chromosomalen Region von A. mediterranei
-
Die
in SEQ ID Nr. 3 gezeigte Nukleotidsequenz wird mit dem Codenpräferenzcomputerprogramm
(Genetics Computer Group, University of Wisconsin, 1994) analysiert.
Diese Analyse zeigt, dass ein sehr großer offener Leserahmen (ORF
A), der für
ein Protein kodiert, im ersten Drittel der Sequenz vorkommt (Position 1825
bis 15543 einschließlich
des Stopcodons in SEQ ID Nr. 3). Die in ORF A verwendeten Codons
sind für Actinomycetengene
mit einem hohen G + C Gehalt typisch.
-
Ein
Vergleich der Aminosäuresequenz
von ORF A (SEQ ID Nr. 4, Größe 4572
Aminosäuren)
mit anderen Polyketidsynthasen und speziell mit der sehr gut charakterisierten
Polyketidsynthase von Saccharopolyspora erythraea (Donadio, Science,
(1991), 252, 675-679, DNA Sequenz Gen/EMBL Hinterlegungsnummer M63676)
ergibt die folgenden Ergebnisse:
- Die Region von ORF A, SEQ
ID Nr. 4, Aminosäuren
370 bis 451 ist zu 50 % identisch zur Acylcarrierproteindomäne von Modul
1 des eryA Lokus von Saccharospolyspora erythraea.
- Die Region von ORF A, SEQ ID Nr. 4, Aminosäuren 469 bis 889 ist zu 65
% identisch zur Ketoacylsynthasedomäne von Modul 1 des eryA Lokus
von Saccharospolyspora erythraea.
- Die Region von ORF A, SEQ ID Nr. 4, Aminosäuren 982 bis 1292 ist zu 54
% identisch zur Acyltransferasedomäne von Modul 1 des eryA Lokus
von Saccharospolyspora erythraea.
- Die Region von ORF A, SEQ ID Nr. 4, Aminosäuren 1324 bis 1442 ist zu 42
% identisch zur Dehydratasedomäne
von Modul 4 des eryA Lokus von Saccharospolyspora erythraea.
- Die Region von ORF A, SEQ ID Nr. 4, Aminosäuren 1664 bis 1840 ist zu 56
% identisch zur Ketoreduktasedomäne
von Modul 1 des eryA Lokus von Saccharospolyspora erythraea.
- Die Region von ORF A, SEQ ID Nr. 4, Aminosäuren 1929 bis 2000 ist zu 53
% identisch zur Acylcarrierproteindomäne von Modul 1 des eryA Lokus
von Saccharospolyspora erythraea.
- Die Region von ORF A, SEQ ID Nr. 4, Aminosäuren 2032 bis 2453 ist zu 64
% identisch zur Ketoacylsynthasedomäne von Modul 1 des eryA Lokus
von Saccharospolyspora erythraea.
- Die Region von ORF A, SEQ ID Nr. 4, Aminosäuren 2554 bis 2865 ist zu 37
% identisch zur Acyltransferasedomäne von Modul 1 des eryA Lokus
von Saccharospolyspora erythraea.
- Die Region von ORF A, SEQ ID Nr. 4, Aminosäuren 2918 bis 2991 ist zu 54
% identisch zur Acylcarrierproteindomäne von Modul 1 des eryA Lokus
von Saccharospolyspora erythraea.
- Die Region von ORF A, SEQ ID Nr. 4, Aminosäuren 3009 bis 3431 ist zu 65
% identisch zur Ketoacylsynthasedomäne von Modul 1 des eryA Lokus
von Saccharospolyspora erythraea.
- Die Region von ORF A, SEQ ID Nr. 4, Aminosäuren 3532 bis 3847 ist zu 53
% identisch zur Acyltransferasedomäne von Modul 1 des eryA Lokus
von Saccharospolyspora erythraea.
- Die Region von ORF A, SEQ ID Nr. 4, Aminosäuren 4142 bis 4307 ist zu 43
% identisch zur Ketoreduktasedomäne
von Modul 1 des eryA Lokus von Saccharospolyspora erythraea.
- Die Region von ORF A, SEQ ID Nr. 4, Aminosäuren 4405 bis 4490 ist zu 50
% identisch zur Acylcarrierproteindomäne von Modul 1 des eryA Lokus
von Saccharospolyspora erythraea.
-
Zusätzlich zu
diesen signifikanten Homologien mit der eryA Polyketidsynthase von
S. erythraea ist die Region von ORF A, SEQ ID Nr. 4, Aminosäuren 1 bis
356 zu 53 % identisch zur postulierten Starteinheitsaktivierungsdomäne der Rapamycinpolyketidsynthase
von Streptomyces hygroscopicus (Aparicio et al., GENE (1996), 169,
9-16).
-
Die
großen Ähnlichkeiten,
die in der Aminosäuresequenz
der enzymatischen Domänen
gefunden werden, legen unzweifelhaft nahe, dass die für das Protein
kodierende Region (ORF A) der chromosomalen Region von A. mediterranei,
die in SEQ ID Nr. 3 gezeigt ist, für eine typische modulate Polyketidsynthase
(Typ 1) kodiert. Diese sehr große
A. mediterranei Polyketidsynthase, die von ORF A kodiert wird, umfasst
drei komplette bioaktive Module, die jeweils für die Kondensation einer C2
Einheit im Makrolidring des Moleküls und die korrekte Modifikation
der anfänglich
gebildeten β-Ketogruppen
verantwortlich sind. Aufgrund der Homologie mit den Aktivierungsdomänen der
Rapamycinpolyketidsynthase umfasst das erste oben beschriebenen
Modul sehr wahrscheinlich eine enzymatische Domäne zur Aktivierung der aromatischen
Starteinheit der Rifamycinbiosynthese, nämlich 3-Amino-5-hydroxybenzoesäure (Ghisalba
et al., Biotechnology of Industrial Antibiotics, E.J. Vandamme,
Herausgeber, Decker Inc. New York, (1984) 281-327).
-
Beispiel 14: Analyse einer
zweiten für
Protein kodierenden Region (ORF B) der klonierten chromosomalen
Region von A. mediterranei, die in SEQ ID Nr. 3 gezeigt ist
-
Die
Nukleotidsequenz von SEQ ID Nr. 3 wird mittels des Codonpräferenzcomputerprogramms
(Genetics Computer Group, University of Wisconsin, 1994) analysiert.
Diese Analyse zeigt, dass ein weiterer großer offener Leserahmen (ORF
B), der für
ein Protein kodiert, in der mittleren Region der Sequenz vorkommt
(Position 15550 bis 30759 einschließlich des Stopcodons der SEQ
ID Nr. 3). Die in ORF B verwendeten Codons sind für Actinomycetengene
mit einem hohen G + C Gehalt typisch.
-
Ein
Vergleich der Aminosäuresequenz
von ORF B (SEQ ID Nr. 5, Länge
5069 Aminosäuren)
mit anderen Polyketidsynthasen und speziell mit der sehr gut charakterisierten
Polyketidsynthase von Saccharopolyspora erythraea (Donadio, Science
(1991), 252, 675-679, DNA Sequenz Gen/EMBL Hinterlegungsnummer M63676)
ergibt die folgenden Ergebnisse:
- Die Region ORF B, SEQ ID
Nr. 5, Aminosäuren
44 bis 468 ist zu 62 % identisch zur Ketoacylsynthasedomäne von Modul
1 des eryA Lokus von Saccharospolyspora erythraea.
- Die Region ORF B, SEQ ID Nr. 5, Aminosäuren 571 bis 889 ist zu 56
% identisch zur Acyltransferasedomäne von Modul 1 des eryA Lokus
von Saccharospolyspora erythraea.
- Die Region ORF B, SEQ ID Nr. 5, Aminosäuren 921 bis 1055 ist zu 47
% identisch zur Dehydratasedomäne von
Modul 4 des eryA Lokus von Saccharospolyspora erythraea.
- Die Region ORF B, SEQ ID Nr. 5, Aminosäuren 1353 bis 1525 ist zu 49
% identisch zur Ketoreduktasedomäne von
Modul 1 des eryA Lokus von Saccharospolyspora erythraea.
- Die Region ORF B, SEQ ID Nr. 5, Aminosäuren 1621 bis 1706 ist zu 53
% identisch zur Acylcarrierproteindomäne von Modul 1 des eryA Lokus
von Saccharospolyspora erythraea.
- Die Region ORF B, SEQ ID Nr. 5, Aminosäuren 1726 bis 2148 ist zu 62
% identisch zur Ketoacylsynthasedomäne von Modul 1 des eryA Lokus
von Saccharospolyspora erythraea.
- Die Region ORF B, SEQ ID Nr. 5, Aminosäuren 2251 bis 2560 ist zu 55
% identisch zur Acyltransferasedomäne von Modul 1 des eryA Lokus
von Saccharospolyspora erythraea.
- Die Region ORF B, SEQ ID Nr. 5, Aminosäuren 2961 bis 3132 ist zu 49
% identisch zur Ketoreduktasedomäne von
Modul 1 des eryA Lokus von Saccharospolyspora erythraea.
- Die Region ORF B, SEQ ID Nr. 5, Aminosäuren 3228 bis 3313 ist zu 52
% identisch zur Acylcarrierproteindomäne von Modul 1 des eryA Lokus
von Saccharospolyspora erythraea.
- Die Region ORF B, SEQ ID Nr. 5, Aminosäuren 3332 bis 3755 ist zu 63
% identisch zur Ketoacylsynthasedomäne von Modul 1 des eryA Lokus
von Saccharospolyspora erythraea.
- Die Region ORF B, SEQ ID Nr. 5, Aminosäuren 3857 bis 4173 ist zu 52
% identisch zur Acyltransferasedomäne von Modul 1 des eryA Lokus
von Saccharospolyspora erythraea.
- Die Region ORF B, SEQ ID Nr. 5, Aminosäuren 4664 bis 4799 ist zu 47
% identisch zur Ketoreduktasedomäne von
Modul 1 des eryA Lokus von Saccharospolyspora erythraea.
- Die Region ORF B, SEQ ID Nr. 5, Aminosäuren 4929 bis 5014 ist zu 52
% identisch zur Acylcarrierproteindomäne von Modul 1 des eryA Lokus
von Saccharospolyspora erythraea.
-
Beispiel 15: Analyse einer
dritten für
Protein kodierenden Region (ORF C) der klonierten chromosomalen
Region von A. mediterranei, die in SEQ ID Nr. 3 gezeigt ist
-
Die
Nukleotidsequenz in SEQ ID Nr. 3 wird mittels des Codonpräferenzcomputerprogramms
(Genetics Computer Group, University of Wisconsin, 1994) analysiert.
Diese Analyse zeigt, dass ein großer offener Leserahmen (ORF
C), der für
ein Protein kodiert, in der mittleren Region der Sequenz vorkommt
(Position 30895 bis 36060 einschließlich des in SEQ ID Nr. 3 verwendeten
Stopcodons). Die in ORF C verwendeten Codons sind für Actinomycetengene
mit einem hohen G + C Gehalt typisch.
-
Ein
Vergleich der Aminosäuresequenz
von ORF C (SEQ ID Nr. 6, Länge
1721 Aminosäuren)
mit anderen Polyketidsynthasen und insbesondere der sehr gut charakterisierten
Polyketidsynthase von Saccharopolyspora erythraea (Donadio, Science,
(1991) 252, 675-679, DNA Sequenz Gen/EMBL Hinterlegungsnummer M63676)
ergibt die folgenden Ergebnisse:
- Die Region von Ort C, SEQ
ID Nr. 6, Aminosäuren
1 bis 414 ist zu 63 % identisch zur Ketoacylsynthasedomäne von Modul
1 des eryA Lokus von Saccharopolyspora erythraea.
- Die Region von Orf C, SEQ ID Nr. 6, Aminosäuren 514 bis 828 ist zu 54
% identisch zur Acyltransferasedomäne von Modul 1 des eryA Lokus
von Saccharopolyspora erythraea.
- Die Region von Ort C, SEQ ID Nr. 6, Aminosäuren 1290 bis 1399 ist zu 49
% identisch zur Ketoreduktasedomäne
von Modul 1 des eryA Lokus von Saccharopolyspora erythraea.
- Die Region von Ort C, SEQ ID Nr. 6, Aminosäuren 1563 bis 1648 ist zu 55
% identisch zur Acylcarrierproteindomäne von Modul 1 des eryA Lokus
von Saccharopolyspora erythraea.
-
Beispiel 16: Analyse einer
vierten für
Protein kodierenden Region (ORF D) der klonierten chromosomalen
Region von A. mediterranei, die in SEQ ID Nr. 3 gezeigt ist
-
Die
Nukleotidsequenz in SEQ ID Nr. 3 wird mittels des Codonpräferenzcomputerprogramms
(Genetics Computer Group, University of Wiskonsin, 1994) analysiert.
Diese Analyse zeigt, dass ein großer offener Leserahmen (ORF
D), der für
ein Protein kodiert, in der mittleren Region der Sequenz vorkommt
(Position 36259 bis 41325 einschließlich des Stopcodons in SEQ
ID Nr. 3). Die in ORF D verwendeten Codons sind für Actinomycetengene
mit einem hohen G + C Gehalt typisch.
-
Ein
Vergleich der Aminosäuresequenz
von ORF D (SEQ ID Nr. 7, Länge
1688 Aminosäuren)
mit anderen Polyketidsynthasen und speziell mit der sehr gut charakterisierten
Polyketidsynthase von Saccharopolyspora erythraea (Donadio, Science,
(1991) 252, 675-679, DNA Sequenz Gene/EMBL Hinterlegungsnummer M63676)
ergibt die folgenden Ergebnisse:
- Die Region von Orf D, SEQ
ID Nr. 7, Aminosäuren
1 bis 418 ist zu 64 % identisch zur Ketoacylsynthasedomäne von Modul
1 des eryA Lokus von Saccharopolyspora erythraea.
- Die Region von Orf D, SEQ ID Nr. 7, Aminosäuren 524 bis 841 ist zu 54
% identisch zur Acyltransferasedomäne von Modul 1 des eryA Lokus
von Saccharopolyspora erythraea.
- Die Region von Orf D, SEQ ID Nr. 7, Aminosäuren 1260 bis 1432 ist zu 51
% identisch zur Ketoreduktasedomäne
von Modul 1 des eryA Lokus von Saccharopolyspora erythraea.
- Die Region von Ort D, SEQ ID Nr. 7, Aminosäuren 1523 bis 1608 ist zu 53
% identisch zur Acylcarrierproteindomäne von Modul 1 des eryA Lokus
von Saccharopolyspora erythraea.
-
Beispiel 17: Analyse einer
fünften
für Protein
kodierenden Region (ORF E) der klonierten chromosomalen Region von
A. mediterranei, die in SEQ ID Nr. 3 gezeigt ist
-
Die
Nukleotidsequenz in SEQ ID Nr. 3 wird mittels des Codonpräferenzcomputerprogramms
analysiert (Genetics Computer Group, Wisconsin, 1994). Diese Analyse
zeigt, dass ein großer
offener Leserahmen (ORF E), der für ein Protein kodiert, in der
hinteren Region der Sequenz vorkommt (Position 41373 bis 51614 einschließlich des
Stopcodons in SEQ ID Nr. 3). Die in ORF E verwendeten Codons sind
für Actinomycetengene mit
einem hohen G + C Gehalt typisch.
-
Ein
Vergleich der Aminosäuresequenz
von ORF E (SEQ ID Nr. 8, Länge
3413 Aminosäuren)
mit anderen Polyketidsynthasen und insbesondere der sehr gut charakterisierten
Polyketidsynthase von Saccharopolyspora erythraea (Donadio, Science
(1991), 252, 675-679, DNA Sequenz Gen/EMBL Hinterlegungsnummer M63676)
ergibt die folgenden Ergebnisse:
- Die Region von ORF E, SEQ
ID Nr. 8, Aminosäuren
31 bis 451 ist zu 64 % identisch zur Ketoacylsynthasedomäne von Modul
1 des eryA Lokus von Saccharopolyspora erythraea.
- Die Region von ORF E, SEQ ID Nr. 8, Aminosäuren 555 bis 874 ist zu 37
% identisch zur Acyltransferasedomäne von Modul 1 des eryA Lokus
von Saccharopolyspora erythraea.
- Die Region von ORF E, SEQ ID Nr. 8, Aminosäuren 907 bis 1036 ist zu 49
% identisch zur Dehydratasedomäne
von Modul 4 des eryA Lokus von Saccharopolyspora erythraea.
- Die Region von ORF E, SEQ ID Nr. 8, Aminosäuren 1336 bis 1500 ist zu 52
% identisch zur Ketoreduktasedomäne
von Modul 1 des eryA Lokus von Saccharopolyspora erythraea.
- Die Region von ORF E, SEQ ID Nr. 8, Aminosäuren 1598 bis 1683 ist zu 51
% identisch zur Acylcarrierproteindomäne von Modul 1 des eryA Lokus
von Saccharopolyspora erythraea.
- Die Region von ORF E, SEQ ID Nr. 8, Aminosäuren 1702 bis 2124 ist zu 62
% identisch zur Ketoacylsynthasedomäne von Modul 1 des eryA Lokus
von Saccharopolyspora erythraea.
- Die Region von ORF E, SEQ ID Nr. 8, Aminosäuren 2229 bis 2543 ist zu 53
% identisch zur Acyltransferasedomäne von Modul 1 des eryA Lokus
von Saccharopolyspora erythraea.
- Die Region von ORF E, SEQ ID Nr. 8, Aminosäuren 2573 bis 2700 ist zu 47
% identisch zur Dehydratasedomäne
von Modul 4 des eryA Lokus von Saccharopolyspora erythraea.
- Die Region von ORF E, SEQ ID Nr. 8, Aminosäuren 3054 bis 3227 ist zu 52
% identisch zur Ketoreduktasedomäne
von Modul 1 des eryA Lokus von Saccharopolyspora erythraea.
- Die Region von ORF E, SEQ ID Nr. 8, Aminosäuren 3324 bis 3405 ist zu 51
% identisch zur Acylcarrierproteindomäne von Modul 1 des eryA Lokus
von Saccharopolyspora erythraea.
-
Beispiel 18: Analyse einer
sechsten für
Protein kodierenden Region (ORF F) der klonierten chromosomalen Region
von A. mediterranei, die in SEQ ID Nr. 3 gezeigt ist
-
Die
Nukleotidsequenz in SEQ ID Nr. 3 wird mittels des Codonpräferenzcomputerprogramms
analysiert (Genetics Computer Group, University of Wisconsin, 1994).
Die Analyse zeigt, dass ein offener Leserahmen (ORF F), der für ein Protein
kodiert, in der hinteren Region der Sequenz vorkommt (Position 51713
bis 52393 einschließlich
des Stopcodons in SEQ ID Nr. 3). Die verwendeten Codons in ORF F
sind typisch für
Actinomycetengene mit einem hohen G + C Gehalt.
-
Ein
Vergleich der Aminosäuresequenz
von ORF F (SEQ ID Nr. 9, Länge
226 Aminosäuren)
mit Proteinen aus der EMBL Datenbank (Heidelberg) zeigt eine große Ähnlichkeit
mit der N-Hydroxyarylamin-O-acyltransferase von Salmonella typhimurium
(29 % Identität über eine
Region von 134 Aminosäuren).
Es besteht auch eine signifikante Homologie mit Arylaminacyltransferasen
aus anderen Organismen. Es kann aus diesen Übereinstimmungen geschlossen
werden, dass der ORF F, der in A. mediterranei in SEQ ID Nr. 3 gefunden wird,
für eine
Arylaminacyltransferase kodiert und es kann angenommen werden, dass
dieses Enzym für
die Anbindung der langkettigen Acylkette, die durch die Polyketidsynthase
gebildet wird, an die Aminogruppe des Ausgangsmoleküls 3-Amino-5-hydroxybenzoesäure verantwortlich
ist. Diese Reaktion würde
das Rifamycinringsystem korrekt nach der Vervollständigung
der Kondensationsschritte durch die Polyketidsynthase schließen.
-
Beispiel 19: Zusammenfassende
Evaluierung der Funktion der Proteine, die durch ORF A bis F in
SEQ ID Nr. 3 kodiert werden und ihre Rolle in der Biosynthese von
Rifamycin
-
Die
5 für Protein
kodierenden Regionen (ORF A bis E), die in den Beispielen 13 bis
17 der SEQ ID Nr. 3 beschrieben sind, umfassen Proteine mit einer
sehr großen Ähnlichkeit
(in der Aminosäuresequenz
und der Anordnung der enzymatischen Domänen) zu Polyketidsynthasen
für Polyketide
vom Makrolidtyp. Zusammengenommen umfassen diese 5 multifunktionellen
Enzyme 10 Polyketidsynthasemoleküle,
die für
einen Kondensationsschritt in der Polyketidsynthese verantwortlich
sind. Es sind ebenfalls 10 solcher Kondensationsschritte für die Rifamycinbiosynthese
erforderlich (Ghiselba et al., Biotechnology of Industrial Antibiotics,
E.J. Vandamme, Decker Inc. New York, (1984) 281-327). Die Prozessierung
der bestimmten Ketogruppen, die von den enzymatischen Domänen innerhalb
der Module erforderlich sind, entsprechen im wesentlichen der Aktivität, die für das Rifamycinmolekül erforderlich
ist, falls angenommen wird, dass die Polyketidsynthese „colinear" mit der Anordnung
der Module im Gencluster von A. mediterranei stattfindet (dies ist
der Fall für
andere Makrolidantibiotika, wie Erythromycin und Rapamycin). Es
kann hier angefügt
werden, dass es nicht sicher ist, ob die Transkription der 5 ORFs
zu 5 Proteinen führt,
wobei insbesondere ORF C und ORF D möglicherweise in ein größeres Protein
translatiert werden.
-
Eine
enzymatische Domäne,
die sehr wahrscheinlich für
die Aktivierung des Startmoleküls
3-Hydroxy-5-aminobenzoesäure der
Rifamycinbiosynthese ist, kann am N-Terminus des ORF A, dem Beginn
der Polyketidsynthase, gefunden werden. Direkt hinter dem beschriebenen
Rifamycinpolyketidsynthasegencluster liegt ein Gen (ORF F), das
sehr wahrscheinlich für
ein Protein kodiert, das den Ringschluss des Rifamycinmoleküls nach
der Vervollständigung
der Kondensationsschritte durch die Polyketidsynthase herbeiführt.
-
Es
kann auf der Grundlage dieser Feststellungen geschlossen werden,
dass die chromosomale Region von A. mediterranei, die in SEQ ID
Nr. 3 beschrieben ist, für
die zehn Kondensationsschritte verantwortlich ist, die für die Rifamycinpolyketidsynthese
erforderlich sind, einschließlich
der Aktivierung des Startmoleküls 3-Hydroxy-5-aminobenzoesäure und
dem abschließenden
Ringschluss.
-
Hinterlegte Mikroorganismen
-
Die
folgenden Mikroorganismen und Plasmide wurden bei der Deutschen
Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH (DSM), Mascheroder
Weg 1b, D-38124 Braunschweig gemäß den Anforderungen
des Budapester Vertrags hinterlegt.
Sequenzliste
-
- (1) Wenn Regel 6.4 (d) zutrifft, das Datum ist das Datum,
an dem der Status der internationalen Hinterlegung erhalten wurde
Formblatt DSMZ-BP/4 (eine Seite) 0196
-
-
- (1) Angabe des Originalhinterlegungsdatums oder falls eine
neue Hinterlegung oder ein Transfer durchgeführt wurde, das relevante jüngste Datum
(Datum der neuen Hinterlegung oder Datum des Transfers)
- (2) In den Fällen,
die sich auf Regel 10.2 (a) (ii) und (iii) beziehen, Angabe der
jüngsten
Lebensfähigkeitstests
- (3) Markierung mit einem Kreuz im zutreffenden Kästchen
- (4) Ausfüllen,
falls die Information angefordert wurde oder falls die Ergebnisse
des Tests negativ waren. Formblatt DSMZ-BP/9 (einzelne Seite) 0196
-
-
- (1) Wenn Regel 6.4 (d) zutrifft, das Datum ist das Datum,
an dem der Status der internationalen Hinterlegung erhalten wurde
Formblatt DSMZ-BP/4 (eine Seite) 0196
-
-
- (1) Angabe des Originalhinterlegungsdatums oder falls eine
neue Hinterlegung oder ein Transfer durchgeführt wurde, das relevante jüngste Datum
(Datum der neuen Hinterlegung oder Datum des Transfers)
- (2) In den Fällen,
die sich auf Regel 10.2 (a) (ii) und (iii) beziehen, Angabe der
jüngsten
Lebensfähigkeitstests
- (3) Markierung mit einem Kreuz im zutreffenden Kästchen
- (4) Ausfüllen,
falls die Information angefordert wurde oder falls die Ergebnisse
des Tests negativ waren. Formblatt DSMZ-BP/9 (einzelne Seite) 0196
-
-
- (1) Wenn Regel 6.4 (d) zutrifft, das Datum ist das Datum,
an dem der Status der internationalen Hinterlegung erhalten wurde
Formblatt DSMZ-BP/4 (eine Seite) 0196
-
-
- (1) Angabe des Originalhinterlegungsdatums oder falls eine
neue Hinterlegung oder ein Transfer durchgeführt wurde, das relevante jüngste Datum
(Datum der neuen Hinterlegung oder Datum des Transfers)
- (2) In den Fällen,
die sich auf Regel 10.2 (a) (ii) und (iii) beziehen, Angabe der
jüngsten
Lebensfähigkeitstests
- (3) Markierung mit einem Kreuz im zutreffenden Kästchen
- (4) Ausfüllen,
falls die Information angefordert wurde oder falls die Ergebnisse
des Tests negativ waren. Formblatt DSMZ-BP/9 (einzelne Seite) 0196
-
-
- (1) Wenn Regel 6.4 (d) zutrifft, das Datum ist das Datum,
an dem der Status der internationalen Hinterlegung erhalten wurde
Formblatt DSMZ-BP/4 (eine Seite) 0196
-
-
- (1) Angabe des Originalhinterlegungsdatums oder falls eine
neue Hinterlegung oder ein Transfer durchgeführt wurde, das relevante jüngste Datum
(Datum der neuen Hinterlegung oder Datum des Transfers)
- (2) In den Fällen,
die sich auf Regel 10.2 (a) (ii) und (iii) beziehen, Angabe der
jüngsten
Lebensfähigkeitstests
- (3) Markierung mit einem Kreuz im zutreffenden Kästchen
- (4) Ausfüllen,
falls die Information angefordert wurde oder falls die Ergebnisse
des Tests negativ waren. Formblatt DSMZ-BP/9 (einzelne Seite) 0196