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Erfindung
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Die
vorliegende Erfindung betrifft die therapeutische Verwendung eines
vaskulären
endothelialen Wachstumsfaktors, insbesondere zur Behandlung und
Prävention
der Intimahyperplasie von Blutgefässen und anderer Zustände, insbesondere
Bluthochdruck. Die Erfindung betrifft auch eine Vorrichtung, die
für die
Verabreichung des aktiven Wirkstoffes verwendet werden kann.
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Hintergrund der Erfindung
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Intimahyperplasie
ist die Zunahme der Zellzahl zwischen dem Endothel und der Lamina
elastica interna eines Blutgefässes,
insbesondere in der dortigen Endothelschicht (Intima) oder in einer
Arterie. Intimahyperplasie wird oft durch die Proliferation glatter
Muskelzellen in der Blutgefäßwand ausgelöst.
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Wenn
eine Intimahyperplasie auftritt, kann diese zu einer De-novo-Verdickung
der Endothelschicht oder der Gefäßwand, d.
h. Stenose, führen.
Dadurch kann das Blutgefäß verschlossen
werden.
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Ebenso
kann, wenn eine Verengung in einem Blutgefäß beseitigt worden ist, eine
postoperativ auftretende Intimahyperplasie dazu führen, daß sich die
Arterie erneut verschließt.
Dies ist als Restenose bekannt.
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Eine
Proliferation arterieller glatter Muskelzellen tritt gewöhnlich auf,
wenn ein Blutgefäß, z. B.
eine Arterie, während
eines chirurgischen Eingriffs verformt oder zerstört wird.
Zum Beispiel kann eine Intimahyperplasie zur De-novo-Stenose infolge
von Bypassgrafts führen,
in welchen eine Vene mit einer Arterie verbunden wird, und allgemein
infolge chirurgischer Anastomose. Zwei Beispiele von chirurgischen
Eingriffen, die zu Stenose führen
können,
sind koronare Bypassgrafts und femoro-popliteale arterielle Oberschenkel-Bypassgrafts.
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Ähnlich kann
Restenose infolge von Ballonangioplastie-Verfahren auftreten, die dazu verwendet
werden, Verengungen in Blutgefässen
zu beseitigen, beispielsweise Ballonangioplastie-Verfahren.
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Intimahyperplasie,
ob sie zu Stenose oder zu Restenose führt, bleibt ein Hauptproblem
nach unterschiedlichen chirurgischen Verfahren.
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Arteriosklerotische
kardiovaskuläre
Erkrankungen sind die häufigste
Todesursache in Europa und Nordamerika und verursachen eine hoch
signifikante Morbidität
infolge Verschluß des
Arterienlumens, den Blutfluß entweder
verhindernd oder hemmend, einer Plaque mit überlagerter Thrombose mit eventueller
distaler Embolisation, Schwächung
der Arterienwand, die zur aneurysmatischen Erweiterung und eventuell
zur Ruptur führen.
Abhängig
von Lokalisation und Krankheitsverlauf existieren mehrere Behandlungsmöglichkeiten,
mit dem arteriellen Bypassgraft als den geläufigsten chirurgischen Eingriff.
Für koronare
Arterienerkrankungen ist dieser in den Vereinigten Staaten zum geläufigsten
aller chirurgischen Verfahren geworden mit > 200,000 vorgenommenen Operationen jährlich seit
1990 und in Großbritannien
mit > 20,000 vorgenommenen
Operationen jährlich.
In der Aorta, Nierengefäßen, mesenterialen
und peripheren Gefäßen steigt
die Last chirurgischer Bypassverfahren mit Operationsraten in den
Vereinigten Staaten und Europa von 35–70 pro 100,000 Einwohner weiter
an. Zusammen beträgt
die Zahl der jährlich
vorgenommenen chirurgischen Bypassverfahren annähernd eine Million.
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In
den ersten 24 Monaten nach der Operation schlägt eine sehr signifikante Anzahl
arterieller Bypassgrafts fehl (verschließen). Zitierte Werte liegen
im Bereich von 20% bis 30%. Dies bedeutet, daß für alle jährlich in Großbritannien vorgenommenen
Herz- und peripheren arteriellen Bypassverfahren (in etwa 25,000
bis 30,000) davon ausgegangen werden kann, daß zwischen 6,000 und 7,000
innerhalb zwei Jahren fehlschlagen. Die Fehlschlagrate bei Wiederholungsverfahren
liegen sogar noch höher.
Die finanziellen Unkosten der Fehlschläge sind derart, daß in den
Vereinigten Staaten berechnet wurde, daß selbst eine geringe Abnahme
der Fehlschlagraten infolge koronarer Eingriffe von 33% auf 25%
bis zu 750 Millionen $ des Gesundheitshaushaltes einsparen könnte.
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Es
gibt drei Hauptgründe
dafür,
daß Grafts
in den fünf
Jahren nach der Operation fehlschlagen. Der erste tritt bekanntlich
früh, innerhalb
30 Tagen nach der Operation (< 5%),
auf und stellt die technischen Fehler dar (z. B. dürftige Anastomosetechnik).
Späteres
Fehlschlagen, nach 24 Monaten, ist hauptsächlich das Ergebnis eines Fortschreitens
des ursprünglichen
Arterioskleroseprozesses. Dennoch sind es die Grafts, die zwischen
einem und 24 Monaten verschließen,
die die meisten Fehlschläge
ausmachen (< 70%).
In diesen Fällen ist
es eine SMC-Intimahyperplasie, die für die schrittweise Verengung,
z. B. Stenose, des Arterienlumens verantwortlich ist und eventuell
einen kompletten Verschluß bewirkt.
Typischerweise ist die SMC-Intimahyperplasie um die distale arterielle
Anastomose und die native Gefäßwand gegenüber der
Anastomose lokalisiert. Es handelt sich somit um eine primäre Pathologie
an dieser Stelle und nicht um eine Restenose an der Stelle einer vorhergehenden
Intimahyperplasie, wie es infolge Angioplastie der Fall sein kann.
SMC-Intimahyperplasie kann an der proximaleren arteriellen Anastomose
und entlang dem Graft selbst auftreten.
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Restenose
nach Angioplastie kann zu noch höheren
Fehlschlagraten führen,
von 20 bis 50% in den ersten 6 Monaten nach der Angioplastie. Stenose
und Restenose stellen weiterhin beide bedeutende Probleme nach chirurgische
Eingriffen dar.
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Heutzutage
sind zahlreiche Methoden zur Behandlung und Prävention der Intimahyperplasie
getestet worden, aber keine war klinisch zufriedenstellend.
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Der
vaskuläre
endotheliale Wachstumsfaktors (VEGF) ist ein natürlich vorkommendes Protein.
Beim Menschen kommen mindestens vier Formen mit 121, 165, 189 und
206 Aminosäuren
vor. Die cDNA- und Aminosäuresequenzen
der vier Formen von humanem VEGF sind in Houck et al, Molecular
Endocrinology (1991) Vol 5, N° 12,
Seiten 1806–1814
gegeben. Eine genomische Teilsequenz ist auch gegeben. Die cDNA-Sequenz des
humanen VEGF ist auch in Leung et al, Science (1998) 246: 1306–1309, neben
der cDNA-Sequenz des Rinder-VEGF gegeben.
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Diese
vier Formen werden hier mit VEGF-121, VEGF-165, VEGF-189 und VEGF-206
bezeichnet. Es sollte verstanden werden, daß sich diese Numerierung jeweils
auf die Anzahl der Aminosäuren
des maturen Proteins bezieht. Das translatierte Protein umfaßt auch
eine Präsequenz
aus 26 Aminosäuren,
die naturgemäß während der
intrazellulären
Prozessierung abgespalten wird.
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VEGF
ist dafür
bekannt, in der Angiogenese eine Rolle zu spielen, wo es die Teilung
vaskulärer
endothelialer Zellen (EC) stimuliert, die endotheliale Permeabilität erhöht und als
ein endothelialer "Überlebensfaktor" in Retinagefäßen wirkt.
Beispielsweise kann VEGF in rekombinanter Form oder wenn von einem
Vektor exprimiert die Entwicklung neuer Blutgefässe induzieren, wenn es intraarteriell
in ischämische
Extremitäten
injiziert wird. Diese Eigenschaft hat zu seiner Verwendung bei der
Reparatur von Arterien geführt,
deren Endothele während
chirurgischer Eingriffe verletzt wurden. So haben Asahara et al.,
Circulation (1995) 91: 2793 nach Angioplastie, durch die das Endothel
der Arterie freigelegt wurde, mittels einer Kanüle VEGF in die Kopfschlagadern
von Ratten verabreicht; es wurde festgestellt, daß VEGF die
Reendothelisierung der Arterie stimuliert, die wiederum zur Unterdrückung von
Intimahyperplasie beizutragen schien.
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VEGF-Protein
und Gen werden in WO-A-9013649 offenbart, und ihre Verwendung zur
Behandlung von Verletzungen des vaskulären Epithels, diabetischer
Ulzera und Verletzungen von Blutgefässen wurden vorgeschlagen.
VEGF-Fragmente sind in WO-A-9102058
beschrieben sowie ihre Verwendung in der Angiogenese und Reendothelisierung
innerer Gefäßwände, z.
B. bei der Behandlung von Ulzera.
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GB-A-2298577
offenbart ein nicht-restriktives poröses Außenstent für arteriovenöse Bypassgraftverfahren.
Dieses Stent hat vorteilhafte Auswirkungen auf Lumengröße und auf
Media- und Intimaverdickung.
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WO-A-9423668
offenbart eine Vorrichtung für
die lokale Verabreichung eines Wirkstoffes in ein Blutgefäß, die ein
Reservoir umfaßt,
das zwischen zwei ihrer Elemente gebildet wird. Ihr Gebrauch erfordert
eine Implantation, d. h. Durchtrennen des Gefäßes und anschließendes Festmachen
der Vorrichtung an den Gefäßwänden. Die
Vorrichtung ist teilweise porös.
Das Reservoir ist in direktem Kontakt mit dem Blutfluß im Lumen.
Dies birgt das Risiko einer Infektion.
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US-A-3797485
offenbart eine Vorrichtung für
die Verabreichung eines Medikaments an die Adventitia eines Blutgefässes. Sie
ist mit permanenten Wänden
und transkutanen Sonden ausgestattet für die Verabreichung von Medikamenten
in flüssiger
Form. Ziel ist, daß das
Medikament an eine andere Stelle gelangen soll.
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Zusammenfassung
der Erfindung
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Ziel
der vorliegenden Erfindung ist es, alle oben beschriebenen Zustände zu behandeln
und/oder zu verhindern, sofern sie aus einer Intimahyperplasie hervorgehen. Überraschenderweise
wurden Eigenschaften von VEGF aufgezeigt, die darauf hindeuten,
daß er
in verschiedener Weise gegen Intimahyperplasie eingesetzt werden
kann.
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Eine
Manschette wurde außen
um eine Kaninchenarterie gelegt. Dieses Vorgehen verursacht gewöhnlich eine
Intimahyperplasie in der Kaninchenarterie, die zur Verdickung der
Arterienwand führt,
was mit der Stenose zu vergleichen ist, die in menschlichen Arterien
nach Bypaßoperationen
auftreten kann. Wenn die Manschette dazu verwendet wurde, DNA die
für VEGF
kodiert mittels eines Plasmid-/liposomalen Vektors an die Arterienwand
zu liefern, so wurde das VEGF-Gen in der Arterienwand einschließlich der
Endothelschicht überexprimiert.
Eine Intimahyperplasie wurde unterdrückt. Es wurde gezeigt, daß die Adventitiamanschette
für den
arteriellen Gentransfer mit allen getesteten Gentransfersystemen
geeignet ist.
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Dies
zeigt, daß VEGF
neben der Stimulierung der Reendothelisierung in Fällen, in
denen das Endothel verletzt ist, auch eine Intimahyperplasie zu
unterdrücken
vermag in Situationen, in denen eine Intimahyperplasie auftritt,
wenn das Endothel ganz oder weitgehend intakt ist. Er ist deshalb
nicht nur zur Unterdrückung
von Restenose nach Angioplastie, sondern auch zur Behandlung und
Prävention
von De-novo-Stenose
in anderen operativen Gegebenheiten potentiell geeignet. Somit gibt
es einen Gegensatz zwischen den neuen Erkenntnissen und früheren Erkenntnissen,
wonach gezeigt wurde, daß VEGF
die Neuentwicklung oder Heilung des Endothels stimuliert. Die neuen
Erkenntnisse scheinen auf einem anderen Wirkmechanismus des VEGF
zu beruhen.
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Die
neuen Erkenntnisse zeigen außerdem,
daß effektive
Wirkstoffe an die äußere Wand
von Blutgefäßen verabreicht
werden können,
um Intimahyperplasie zu behandeln. Dies hat mehrere Vorteile. Insbesondere
wird der therapeutische Wirkstoff nicht mit dem Blutstrom vom Ort
der Hyperplasie weggewaschen, wie es bei intraluminaler Verabreichung
der Fall ist. Ein Lieferreservoir kann um das Blutgefäß beibehalten
werden und es besteht kein Bedarf an irgendwelchen intraluminalen
Manipulationen, die das Endothel des Blutgefäßes verletzen (und selbst Intimahyperplasie
auslösen
können).
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Noch
insbesonderer macht es die vorliegende Erfindung möglich, daß Wirkstoffe
gegen SMC-Intimahyperplasie direkt an die Adventitia der Arterienwand
verabreicht werden können
(d. h. am nächsten
zu den Zellen im äußeren Medium).
Jeder verwendete Wirkstoff kann spezifisch an den Stellen verabreicht
werden, die am wahrscheinlichsten eine Verletzung durch Intimahyperplasie
entwickeln, da diese Stellen zum Zeitpunkt der Operation leicht
zugänglich
sind.
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VEGF
vermittelt seine bekannten Wirkungen über spezifische hochaffine
Tyrosinkinase-Rezeptoren flk-1/KDR und flt-1, die nur auf EC und
Monozyten exprimiert sind. Ohne an der Theorie festhalten zu wollen, wird
für wahrscheinlich
gehalten, daß die
Wirkungen des VEGF in der Unterdrückung von Hyperplasie auch durch
dieselben Rezeptoren vermittelt werden. Demgemäß erstreckt sich die Erfindung
auch auf die Verwendung anderer Agonisten der Rezeptoren, an die
VEGF bindet, oder auf andere Stoffe, die denselben Wirkmechanismus
haben, um Intimahyperplasie zu behandeln oder zu verhindern.
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Außerdem verleiht
die spezifische Lokalisation der VEGF-Rezeptoren VEGF im Vergleich zu vielen anderen
Wachstumsfaktoren und Zytokinen, die für die Behandlung einer Intimaverdickung
erwogen werden, einen Vorteil; die Wirkungen von VEGF sind spezifischer
für EC,
da in Abwesenheit von Monozyten hochaffine VEGF-Rezeptoren in der
Arterienwand nur auf EC exprimiert sind.
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Es
wurde zum Beispiel gezeigt, daß der
Mechanismus der Hemmung von Intimahyperplasie durch VEGF in Situationen,
in denen das Endothel ganz oder weitgehend unverletzt ist, zumindest
teilweise über
den Stickoxid (NO)-Pathway geschieht, da die Verabreichung des NO-Synthese-Inhibitors
L-NAME den Wirkungen des VEGF auf Intimahyperplasie in dem oben beschriebenen
Manschetten-Modell entgegenwirkt. VEGF stimuliert also die NO-Produktion.
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Es
ist auch möglich,
daß VEGF
andere biologische Wirkungen hat, die zur Hemmung von Intimahyperplasie
durch ihn beitragen. Insbesondere wurde gezeigt, daß die Überexpression
von VEGF die Produktion von Prostazyklin, die Aktivierung von cytosolischer
Phospholipase A und die Sekretion des von Willebrand Faktors durch
EC stimuliert. Es mag der Fall sein, daß die Stimulierung der NO-Produktion
durch VEGF und die Stimulierung der Prostazyklin-Produktion durch
ihn nacheinander vorgehen, um die Intimahyperplasie zu unterdrücken.
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Gemäß eines
Aspekts der vorliegenden Erfindung wird ein Wirkstoff der ein VEGF-Protein
ist, das die Fähigkeit
besitzt, die Proliferation von Endothelzellen in vitro und/oder
in vivo zu fördern,
das die Funktion von humanem VEGF hat, oder eine für das Protein
codierende Nukleinsäure
für die
Herstellung eines Medikamentes zur Behandlung oder Prävention
von Intimahyperplasie eines Blutgefässes, z. B. Stenose, bei der
das Endothel ganz oder weitgehend intakt ist, verwendet. Der Wirkstoff
kann in Form eines Implantats verabreicht werden.
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Gemäß eines
zweiten Aspekts der Erfindung wird ein Implantat zum therapeutischen
Gebrauch so ausgelegt, daß es
an oder in Nähe
der Stelle der zu behandelnden oder vorzubeugenden Hyperplasie plaziert wird,
wo das Endothel ganz oder weitgehend intakt ist, und enthält einen
Wirkstoff, wie er oben definiert ist. Das Implantat kann einen Träger umfassen,
welcher dazu ausgelegt ist, eine Abdichtung um die Stelle zu gewährleisten,
wobei der Wirkstoff in dem Träger
gehalten wird, so daß er
bei Verwendung in Kontakt mit der Adventitia des Blutgefässes kommt.
Derartige Vorrichtungen können
biologisch abbaubar sein und erfordern keine permanenten transkutanen
Zuführsonden.
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Beschreibung der Erfindung
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Wie
oben erwähnt
und in den Beispielen veranschaulicht sind verschiedene Wirkstoffe
für die
Verwendung in der Erfindung geeignet. Der Wirkstoff wird hier oft
als VEGF-Protein
oder Nukleinsäure
beschrieben und diese Verweise sowie Verweise auf VEGF selbst werden
als Beispiele angeführt.
Jede der oben beschriebenen Formen von VEGF kann im Sinne dieser
Erfindung verwendet werden.
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Verweise
auf diese Proteinsequenzen des VEGF müssen so verstanden werden,
daß sie
sich sowohl auf Sequenzen beziehen, die die Präsequenz beinhalten, als auch
auf Sequenzen, denen die Präsequenz fehlt.
VEGF-Proteine mit oder ohne der Präsequenz sind für die Ausführung der
Erfindung geeignet. Ähnlich beziehen
sich Verweise auf Nukleinsäure
(DNA und RNA)-Sequenzen
des VEGF sowohl auf Sequenzen, die für die Präsequenz kodieren, als auch
auf Sequenzen, die nicht für
die Präsequenz
kodieren.
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Es
sollte darauf hingewiesen werden, daß Houck et al., s. o., die
Sequenz von VEGF-165 mit der Aminosäure Asparagin (N oder Asn)
an Position 141 (115 in der Darstellung von Houck et al., die dem
maturen Protein entspricht) angeben. Houck et al. geben diese Aminosäure als
Lysin (K oder Lys) in VEGF-121, VEGF-189 und VEGF-206 an, und die
in Houck et al. angeführte
cDNA-Sequenz (von VEGF-206) unterstützt dies. Deshalb kann in der
Erfindung die Aminosäure
an Position 141 entweder Asparagin (N oder Asn) oder Lysin (K oder
Lys) sein. Jede Aminosäure
wird von dem zugehörigen
Triplet in den Nukleinsäuresequenzen aus
der Erfindung codiert (für
DNA können
diese Triplets AAA oder AAG für
Lysin und AAT oder AAC für
Asparagin sein). Dies gilt insbesondere für VEGF-165.
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Die
vier Formen werden von demselben Gen codiert aber durch alternatives
Splicing (Spleißen)
auf RNA-Niveau generiert. Es gibt somit eine lange Isoform von humanem
VEGF und drei bekannte gekürzte
Isoformen. VEGF-121 und VEGF-165 sind löslich und sind sezernierte
Isoformen. Ebenso ist die Präsequenz
aus 26 Aminosäuren
hydrophob und es wird angenommen, daß sie die Löslichkeit des Proteins vermindert. VEGF-Formen
ohne die Präsequenz
werden also bevorzugt, da angenommen wird, daß sie eine höhere Löslichkeit
haben. Alle VEGF-Formen sind für
die Ausführung
der Erfindung geeignet, wenngleich sezernierte Formen bevorzugt
werden. Für
die Ausführung
der Erfindung geeignete VEGF-Proteine können auch von anderen Spezies
stammen, wenngleich der humane VEGF bevorzugt wird. Zum Beispiel
wurden VEGF aus Maus, Kaninchen und Rind geklont und ihre Sequenzen
sind bekannt.
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Es
sei darauf verwiesen, daß VEGF-121,
165, 189 und 206 in der Fachliteratur auch mit VEGF-120, 164, 188
und 205 bezeichnet werden.
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VEGF-Proteine
und Nukleinsäuren
(DNA und RNA) sind geeignete Wirkstoffe für die Ausführung der Erfindung.
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Wenn
VEGF-Protein verwendet wird, wird das VEGF-Protein bevorzugt, das
die Aminosäuresequenz SEQ
ID No. 2 (VEGF-121), 4 (VEGF-165), 6 (VEGF-189) oder 8 (VEGF-206)
aufweist. Sezernierte Formen von VEGF werden bevorzugt und somit
werden VEGF-121 du VEGF-165 besonders bevorzugt.
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Bei
der Ausführung
der Erfindung wird es bevorzugt, VEGF-DNA zu verwenden, die VEGF-121, VEGF-165,
VEGF-189 oder VEGF-206
codiert, z. B. mit der Sequenz SEQ ID No. 1, 3, 5 oder 7. DNA-Sequenzen,
die sezernierten Formen von VEGF kodieren werden bevorzugt. Somit
werden die DNA-Sequenzen SEQ ID No. 1 und 3 besonders bevorzugt.
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Für die Ausführung der
Erfindung geeignete VEGF-DNA und Proteine sind jedoch nicht auf
diese bestimmten Sequenzen beschränkt. Vielmehr läßt die Erfindung
auch die Verwendung anderer nahe verwandter DNA- und Proteinsequenzen
zu.
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DNA-Sequenzen
aus der Erfindung können
mit der der SEQ ID No. 1, 3, 5 oder 7 auf vielerlei Weise verwandt
sein. Beispielsweise können
für die
Ausführung
der Erfindung geeignete DNA-Sequenzen degenerierte Sequenzen sein,
die dasselbe Protein codieren, das Protein der SEQ ID No. 2, 4,
6 oder 8.
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Alternativ
können
DNA-Sequenzen aus der Erfindung wesentlich homolog zu der der SEQ
ID No. 1, 3, 5 oder 7 sein und ein Protein codieren, das sich in
der Aminosäuresequenz
von dem der SEQ ID No. 2, 4, 6 oder 8 unterscheidet aber VEGF-Aktivität hat. Gewöhnlich haben
DNA-Sequenzen für
die Verwendung in der Erfindung mindestens 70%, mindestens 80%,
mindestens 90%, mindestens 95%, oder mindestens 99% Sequenzhomologie
zu der Sequenz der SEQ ID No. 1, 3, 5 oder 7.
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Ebenso
können
VEGF-DNA-Sequenzen für
die Verwendung in der Erfindung Fragmente von VEGF codieren, die
VEGF-Aktivität
beibehalten. Sequenzen von Interesse sind mindestens 15 Aminosäuren lang,
z. B. bis zu 40 oder mehr Aminosäuren.
Beispiele geeigneter Fragmente sind 20 Aminosäuren lang, z. B. die Sequenzen
1–20,
11–30,
21–40,
31–50,
41–60,
51–70,
61–80,
71–90,
81–100,
91–110,
101–120,
111–130, 121–140, 131–150, 141–160, 151–170, 161–180, 171–190, 181–200, 191–210 und
196–215
des aktiven als SEQ ID No. 6 dargestellten VEGF-Proteins.
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DNA-Sequenzen
für die
Verwendung in der Erfindung können
zum Beispiel genomische DNAs oder cDNAs sein, oder Hybride aus genomischer
DNA und cDNA, oder sie können
synthetisch oder halbsynthetisch sein. Sie können von einer beliebigen Spezies
stammen, wenngleich DNAs die den humanen VEGF codieren bevorzugt
werden. Sie können
einzelsträngig
oder doppelsträngig
sein. Genomische DNAs, welche die Proteine der SEQ ID No. 2, 4,
6 und 8 codieren werden besonders bevorzugt.
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DNA-Sequenzen
für die
Verwendung in der Erfindung können
sich von der in SEQ ID No. 1, 3, 5 oder 7 dargestellten Sequenz
durch die Deletion, Insertion oder Substitution eines oder mehrerer
Nukleotide unterscheiden, vorausgesetzt sie codieren ein Protein
das VEGF-Aktivität
aufweist. Sie können
ebenso in Bezug auf SEQ ID No. 1, 3, 5 oder 7 gekürzt sein
oder durch ein oder mehrere Nukleotide verlängert, vorausgesetzt sie codieren
ein Protein das VEGF-Aktivität
aufweist.
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RNA-Sequenzen
sind auch für
die Ausführung
der Erfindung geeignet. Die Erfindung läßt insbesondere die Verwendung
der den SEQ ID No. 1, 3, 5 oder 7 entsprechenden RNA-Sequenzen zu;
dies sind bevorzugte RNA-Sequenzen. Die Erfindung läßt auch
die Verwendung von RNA-Sequenzen zu, die mit diesen Sequenzen auf
eine der oben für
die DNA-Sequenzen beschriebenen Weisen mit diesen Sequenzen verwandt sind.
RNA-Sequenzen für
die Erfindung können
einzelsträngig
oder doppelsträngig
sein. RNAs aus der Erfindung können
von beliebiger Herkunft sein. Sie können beispielsweise von einer
beliebigen Spezies stammen, wenngleich RNAs bevorzugt werden, die
den humanen VEGF codieren, insbesondere den humanen VEGF mit der
in SEQ ID No. 2, 4, 6 oder 8 dargestellten Sequenz. Synthetische
DNAs können
ebenso wie halbsynthetische RNAs auch verwendet werden. Ferner kann
von Bakterienplasmiden in vivo oder in vitro transkribierte DNA
verwendet werden.
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Für den Fachmann
ist verständlich,
daß in
den für
die Ausführung
der Erfindung geeigneten Sequenzen, die T-Reste durch U ersetzt
werden.
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VEGF-Proteine
für die
Verwendung in der Erfindung werden von DNA- oder RNA-Sequenzen aus
der Erfindungen wie oben definiert codiert. Bevorzugte Proteine
aus der Erfindung sind die Proteine der SEQ ID No. 2, 4, 6 und 8,
wenngleich die Erfindung auch die Verwendung anderer Proteine mit
nahe verwandten Sequenzen zuläßt, die
sich von denen der SEQ ID No. 2, 4, 6 oder 8 unterscheiden aber
VEGF-Aktivität
aufweisen.
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Erfindungsgemäß ist VEGF-Aktivität, insofern
sich die Erfindung auf die Behandlung oder Prävention von Intimahyperplasie
bezieht, die Fähigkeit,
vollständig
oder teilweise eine Intimahyperplasie in einem Blutgefäß, insbesondere
einer Arterie, zu hemmen oder ihr vorzubeugen. Proteine die sich
in ihrer Sequenz leicht von natürlich vorkommendem
VEGF unterscheiden, wie oben beschrieben, behalten diese Eigenschaft
bei, wenngleich nicht unbedingt in gleichem Maße wie VEGF. Solche Proteine
können
ebenso eine stärkere VEGF-Aktivität ausüben als
der natürlich
vorkommende VEGF. Das gleiche trifft für Agonisten von VEGF, zum Beispiel
Peptide, Peptoide oder andere kleine Moleküle zu.
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Insofern
sich die Erfindung auf andere Eigenschaften von VEGF bezieht, ist
VEGF-Aktivität
die Fähigkeit
von von VEGF unterschiedlichen Molekülen, diese Eigenschaften nachzuvollziehen.
Insofern sich zum Beispiel die Erfindung auf die VEGF-Aktivität gegen
NO-gebundene Konditionen die NO-Produktion
zu stimulieren bezieht, schließt
VEGF-Aktivität
die Fähigkeit
ein, die NO-Produktion zu stimulieren. Insofern sich die Erfindung
auf die VEGF-Aktivität
gegen Prostazyklin-gebundene
Konditionen bezieht, schließt
VEGF-Aktivität die
Fähigkeit
ein, die Prostazyklinproduktion zu stimulieren. Für die Ausführung der
Erfindung geeignete VEGF-Proteine weisen gewöhnlich auch eine oder mehrere
der bereits aus dem Stand der Technik bekannten biologischen Eigenschaften
des VEGF auf, wie zum Beispiel die Fähigkeit, die Proliferation
arterieller EC in vitro und/oder in vivo zu stimulieren, oder die
Fähigkeit,
an die Rezeptoren zu binden, an die VEGF bindet und sie auf die
gleiche Weise wie VEGF zu aktivieren.
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Für die Ausführung der
Erfindung geeignete VEGF-Proteine können wesentlich homolog zu
dem VEGF der SEQ ID No. 2, 4, 6 oder 8 sein, gewöhnlich mindestens 70%, mindestens
80%, mindestens 90%, mindestens 95%, oder mindestens 99% homolog.
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Für die Ausführung der
Erfindung geeignete VEGF-Proteine können sich von der in SEQ ID
No. 2, 4, 6 oder 8 dargestellten Sequenz durch die Deletion, Insertion
oder Substitution einer oder mehrerer Aminosäuren unterscheiden, vorausgesetzt
sie weisen VEGF-Aktivität
auf. Sie können
ebenso in Bezug auf SEQ ID No. 2, 4, 6 oder 8 um eine oder mehrere
Aminosäuren
gekürzt
oder in Bezug auf SEQ ID No. 2, 4, 6 oder 8 durch eine oder mehrere
Aminosäuren
verlängert
sein, vorausgesetzt sie weisen VEGF-Aktivität auf. Hinsichtlich der Substitutionen
werden konservative Substitutionen bevorzugt. Gewöhnlich sind
konservative Substitutionen Substitutionen, in denen die substituierte
Aminosäure
der im natürlich
vorkommenden VEGF vorliegenden Aminosäure ähnlich ist, zum Beispiel hinsichtlich
Ladung und/oder Größe und/oder
Polarität
und/oder hydrophobe Eigenschaft. Ebenso haben konservative Substitutionen
gewöhnlich
wenig oder keine Wirkung auf die VEGF-Aktivität des Proteins.
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VEGF-Proteine
für die
Verwendung in der Erfindung, die sich in der Sequenz von natürlich vorkommendem
VEGF unterscheiden, können
so konstruiert werden, daß sie
sich in ihrer Aktivität
vom natürlich
vorkommenden VEGF unterscheiden. Sie können zum Beispiel so konstruiert
werden, daß sie
eine höhere VEGF-Aktivität aufweisen.
Derartige Vorgehensweisen werden gewöhnlich auf Nukleinsäure-Niveau
mittels rekombinanter, aus dem Stand der Technik bekannten Techniken
durchgeführt.
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Als
Alternative zur Verwendung eines VEGF-Proteins wie oben beschrieben,
ist es möglich,
einen Agonisten zu verwenden. Dies trifft auf alle hier beschriebenen
medizinischen Anwendungen, insbesondere die Behandlung von Arteriosklerose
zu.
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Allgemein
ist ein VEGF-Agonist ein Molekül,
das an einen Rezeptor bindet, an den VEGF bindet und das im wesentlichen
die gleichen Wirkungen hat, was zu VEGF-Aktivität, wie hier beschrieben, führt. Insbesondere
kann ein Agonist an die flk-1/KDR
oder flt-1-Rezeptoren binden. Agonisten aus der Erfindung werden also
sowohl als Agonisten von VEGF als auch von den Rezeptoren, an die
VEGF bindet bezeichnet.
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Ein
VEGF-Agonist kann eine beliebige chemische Struktur aufweisen. Zum
Beispiel kann ein VEGF-Agonist ein Peptid oder Polypeptid von beispielsweise
bis zu 10, bis zu 20, bis zu 50 oder bis zu 100 Aminosäuren sein.
Ein Agonist kann ebenso ein modifiziertes Peptid oder ein Peptoid
sein. Es kann jede beliebige geeignete Modifikation durchgeführt werden,
einschließlich
Glykosylierung, Sulfatierung, C-terminale Amidierung sowie Acetylierung,
z. B. N-terminale Acetylierung. Zudem, oder alternativ, können modifizierte Aminosäuren und/oder
L-Aminosäuren
vorliegen.
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Einige
bevorzugte Agonisten sind Fragmente von VEGF, die fakultativ gemäß obiger
Beschreibung modifiziert wurden und die VEGF-Aktivität aufweisen.
Ein besonders bevorzugtes agonistisches VEGF-Fragment besteht aus
den Aminosäuren
1 bis 20 (M ... H) der SEQ ID No. 4; dieses Peptid soll laut Ahmed
et al, Lab. Invest. (1997) 76: 779 ein Agonist des Flt-1-Rezeptors
in humanen Trophoblastzellen sein.
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Weitere
verwandte Agonisten können
auch von der N-terminalen
Region von VEGF abgeleitet sein. Peptidagonisten von VEGF können zum
Beispiel, in Bezug auf SEQ ID No. 4, den N-Terminus von VEGF (Aminosäure No.
1) enthalten und die Aminosäuresequenz
von VEGF bis hin zu einer Aminosäure
im Bereich 25 bis 30, 30 bis 40, 40 bis 50 oder 50 bis 100 aufweisen.
Bevorzugte Agonisten können
ebenso von der N-terminalen
Region von VEGF abgeleitet sein aber eine gekürzte Version des N-Terminus
enthalten. Zum Beispiel können
sie, statt an Aminosäure
No. 1 in SEQ ID No. 4 zu beginnen, an Aminosäure No. 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8,
9 oder 10 der SEQ ID No. 4 beginnen und die Aminosäuresequenz
von VEGF bis hin zu einer Aminosäure
im Bereich 25 bis 30, 30 bis 40, 40 bis 50 oder 50 bis 100 aufweisen.
-
Peptidagonisten
aus der Erfindung können
auch von anderen Bereichen der VEGF-Sequenz abgeleitet sein. Zum
Beispiel ist ein weiterer bevorzugter Peptidagonist ein Peptid,
das aus den Aminosäuren
145 bis 169 (R ... P) der VEGF-189-Sequenz aus SEQ ID No. 6 besteht.
-
Weitere
verwandte Agonisten können
auch von dieser Region des VEGF abgeleitet sein. Peptidagonisten
von VEGF können
zum Beispiel, in Bezug auf SEQ ID No. 6, die Aminosäuresequenz
von VEGF von einer Aminosäure
im Bereich von 135 bis 155 bis zu einer Aminosäure im Bereich von 160 bis
180 aufweisen. Zum Beispiel können
Peptidagonisten, die von dieser Region abgeleitet sind die Sequenz
von VEGF von einer Aminosäure
im Bereich von 135 bis 140, 140 bis 145 oder 145 bis 150 bis zu
einer Aminosäure
im Bereich von 160 bis 165, 165 bis 170 oder 170 bis 175 aufweisen.
-
Peptidfragmente
von VEGF gemäß obiger
Definition haben bevorzugt eine Gesamtlänge von 10 bis 20, 20 bis 25,
25 bis 30, 30 bis 40 oder 40 bis 50 Aminosäuren.
-
Weitere
bevorzugte Agonisten sind Fragmente des HIV Tat-Proteins. Das HIV Tat-Protein imitiert
die agonistischen Aktivitäten
von VEGF und kann die Angiogenese in Endothelzellen stimulieren
indem es über den
Flk-1/KDR-Rezeptor
wirkt; siehe Albini et al, Oncogene (1996) 12: 289–297, und
Nature Medicine (1996) 2 (12): 1321–1375. Es wurde gezeigt, daß Peptide,
die von der HIV-1 Tat-Sequenz abgeleitet sind, wie etwa die Aminosäuren 46–60 des
HIV-1 Tat-Proteins, das Wachstum und die Migration von Endothelzellen
stimulieren; siehe Albini et al, Oncogene (1996) 12: 289–297. Das
Peptid, das aus den Aminosäuren
41 bis 65 des HIV-1 Tat-Proteins besteht ist ein weiterer bevorzugter
Peptidagonist der Erfindung.
-
Agonisten
aus der Erfindung können
auch Aminosäuresequenzen
aufweisen, die sich von der des natürlich vorkommenden VEGF auf
eine der oben für
VEGF-Proteine beschriebenen Weisen unterscheiden, vorausgesetzt
ihre agonistischen Eigenschaften werden erhalten.
-
Handelt
es sich bei den Agonisten aus der Erfindung um Peptide, so können sie
in vivo von Nukleinsäuresequenzen
generiert werden, die sie codieren, um eine Behandlung gemäß der Erfindung
durchzuführen.
Agonisten-codierende Nukleinsäuren
können,
wie nachfolgend beschrieben, durch Gentherapie bereitgestellt werden.
-
Bei
Ausführung
der Erfindung können
VEGF, eine Nukleinsäure,
die VEGF codiert oder ein VEGF-Agonist oder eine Nukleinsäure, die
einen VEGF-Agonisten codiert einem Blutgefäß, bevorzugt einer Arterie,
in beliebiger geeigneter Form zugeführt werden. Nukleinsäuren können in "nackter" Form, ohne mit einem
Vektor assoziiert zu sein oder anhand eines Gentherapievektors zugeführt werden.
Es wird bevorzugt, sie anhand eines beliebigen geeigneten Gentherapievektors
zuzuführen.
Insbesondere können
virale und nicht-virale Vektoren verwendet werden.
-
Geeignete
virale Vektoren umfassen Adenoviren, Retroviren, pseudotypisierte
Retroviren, Herpesviren, Vacciniaviren und Baculoviren. Geeignete
nicht-virale Vektoren umfassen Oligonukleotide, Plasmide, Liposomen,
kationische Liposomen, pH-sensitive Liposomen, Liposomen-Protein-Komplexe,
Immunoliposomen, Liposomen-Protein-Polylysin-Derivate, Wasser-Öl-Emulsionen, Polyethylenimine
und Dendrimere. Bevorzugte Vektoren umfassen Moloney Murine Leukemia
Virus (MMLV)-abgeleitete
Retroviren, pseudotypisierte vesicular stomatitis virus protein-G
(VSV-G)-beinhaltende Retroviren, Adenoviren, Plasmide und Plasmid/Liposomen-Komplexe.
-
Wenn
angebracht können
zwei oder mehrere Vektortypen gemeinsam verwendet werden. Zum Beispiel
kann ein Plasmidvektor in Verbindung mit Liposomen verwendet werden.
Geeignete Liposomen umfassen beispielsweise die, die Dioleoylphosphatidylethanolamin
(DOPE), 3β-[N-(N',N'-Dimethylaminoethan)carbamoyl]cholesterol
(DC-Chol) oder das kationische Lipid N-[1-(2,3-dioleyloxy)propyl]-N,N,N-triethylammonium (DOTMA)
enthalten.
-
Virale
Vektoren aus der Erfindung sind bevorzugt unschädlich gemacht, z. B. replikationsdefizient.
Das heißt ihnen
fehlt ein oder mehrere funktionelle Gene, die für ihre Replikation erforderlich
sind, was ihre unkontrollierte Proliferation in vivo verhindert
und unerwünschte
Nebenwirkungen einer viralen Infektion vermeidet. Bevorzugt wird
das gesamte virale Genom entfernt mit Ausnahme der minimalen Genomelemente,
die für
die Verpackung des die VEGF-Nukleinsäure enthaltenden
viralen Genoms in die Virushülle
oder Capsid erforderlich sind. Zum Beispiel ist es wünschenswert,
das gesamte virale Genom mit Ausnahme der Long Terminal Repeats
(LTRs) und einem Verpackungssignal zu entfernen. Im Fall von Adenoviren
werden Deletionen gewöhnlich
in der E1-Region vorgenommen und fakultativ in einer oder mehreren
der E2, E3 und/oder E4-Regionen.
-
Viren
aus der Erfindung können
mittels jeder beliebigen Technik unschädlich gemacht werden. Zum Beispiel
können
genomische Deletionen die vollständige
Entfernung von Genen, die für
die Replikation erforderlich sind, oder nur eine teilweise Entfernung
umfassen. Eine vollständige
Entfernung wird bevorzugt. Im Allgemeinen werden bevorzugt Gene
deletiert, die für
die frühe
Transkription viraler Gene erforderlich sind.
-
Replikationskompetente
selbstlimitierende oder selbstzerstörende virale Vektoren können ebenso
verwendet werden.
-
Im
Allgemeinen wird die in der Erfindung verwendete VEGF-Nukleinsäure in einem
Expressionskonstrukt enthalten sein, das ihre Expression in vivo
gewährleistet
nachdem sie der Arterie zugeführt
wurden, bevorzugt durch einen Vektor, wie er oben definiert wurde.
Derartige Konstrukte umfassen gewöhnlich einen Promotor, der
in der Lage ist, die Expression der VEGF-Nukleinsäure zu steuern (und fakultativ
ein regulatorisches Promotorelement), ein Translationsstartcodon
und, funktionsfähig
mit dem Promotor verbunden, die VEGF-Nukleinsäure. Diese Komponenten sind
bevorzugt in 5'-3'-Richtung angeordnet.
-
Das
Konstrukt kann auch beliebige andere Komponenten umfassen. Zum Beispiel
kann das Konstrukt eine Nukleinsäure
umfassen, die eine Signalsequenz kodiert, die derart bezüglich der
VEGF-Nukleinsäure
positioniert ist, daß sie,
wenn sie umgeschrieben wird, das exprimierte VEGF-Protein in einen
gegebenen Zelltyp oder ein gegebenes Zellkompartiment lenken kann.
Jede beliebige derartige Signalsequenz wird gewöhnlich unmittelbar 3' oder unmittelbar
5' von der VEGF-Nukleinsäure positioniert
sein, so daß die
Signalsequenz und das VEGF-Protein
als ein einziges Fusionsprotein, mit der Signalsequenz am C- oder
N-Terminus, umgeschrieben werden.
-
Das
Konstrukt kann auch einen Enhancer enthalten, der den vom Promotor
erbrachten Expressionsgrad erhöht.
Jeder beliebige Enhancer, der die vom gewählten Promotor erbrachte Expression
erhöht
kann verwendet werden. Zum Beispiel kann im Fall des CMV early Promotors
der CMV early Enhancer verwendet werden.
-
Das
Konstrukt kann fakultativ einen Transkriptionsterminator 3' von der VEGF-Nukleinsäure enthalten. Es
kann jeder beliebige geeignete Transkriptionsterminator verwendet
werden.
-
Das
Konstrukt kann fakultativ ein Polyadenylierungssignal enthalten,
das funktionsfähig
mit dem 3'-Ende
der VEGF-Nukleinsäure verbunden
ist.
-
Das
Konstrukt kann fakultativ einen oder mehrere wählbare Markergene, z. B. für Antibiotikaresistenz, enthalten,
um die Selektion transformierter Zellen in Kultur zu erlauben. Zum
Beispiel können
Zellen nach Antibiotikaresistenz in Reihe selektioniert werden.
-
Das
Konstrukt kann fakultativ ein oder mehrere Introns oder andere nicht-codierende
Sequenzen, zum Beispiel 3' oder
5' der VEGF-Nukleinsäure, enthalten.
-
Es
kann ein beliebiger Promotor dazu verwendet werden, die Expression
der Nukleinsäure
aus der Erfindung zu kontrollieren. Allgemein wird es bevorzugt,
einen viralen Promotor oder einen Promotor, der für die Funktion
in der Spezies des zu behandelnden Subjekts angepaßt ist zu
verwenden. Im Fall eines menschlichen Subjekts wird es bevorzugt,
virale Promotoren, insbesondere Promotoren, die von Viren stammen,
die Menschen infizieren, oder Promotoren, die von menschlichen Genen
stammen zu verwenden. Fakultativ kann ein Promotor in Verbindung
mit einem beliebigen geeigneten Enhancer verwendet werden.
-
Wünschenswerterweise
wird ein "starker" Promotor verwendet,
d. h. ein Promotor, der hohe Expressionsniveaus des VEGF-Proteins
aus der Erfindung gewährleistet.
Promotoren, die eine Überexpression
des VEGF-Proteins erzielen sind wünschenswert. Bevorzugte Promotoren
umfassen den Cytomegalovirus (CMV)-Promotor, fakultativ in Verbindung
mit dem CMV-Enhancer; den humanen β-Actin-Promotor; den frühen Simian-Virus
40 (SV40)-Promotor; den Rous Sarcoma Virus (RSV)-Promotor; und den retroviralen long
terminal repeat (LTR)-Promotor.
-
Promotoren
und andere Konstruktkomponenten sind funktionsfähig mit der VEGF-Nukleinsäure verbunden.
Sie sind derart positioniert, daß sie ihre Wirkung auf die
Expression der VEGF-Nukleinsäure
ausüben können. Zum
Beispiel ist, im Fall eines Promotors, der Promotor derart bezüglich der
VEGF-Nukleinsäure positioniert,
daß er
die Expression der VEGF-Nukleinsäure steuern
kann. Wünschenswerterweise
sind Konstruktkomponenten derart positioniert, daß sie eine
maximale Wirkung auf die Expression ausüben können.
-
Die
in der Erfindung verwendeten VEGF-Nukleinsäuren oder Konstrukte können durch
ein beliebiges geeignetes, aus dem Stand der Technik bekanntem Mittel
in virale Genome integriert werden. Virale Genome können dann
durch ein beliebiges geeignetes Verfahren in Virushüllen oder
Capside verpackt werden. Insbesondere kann eine beliebige geeignete Verpackungszelllinie
dazu verwendet werden, virale Vektoren für die Verwendung in der Erfindung
herzustellen. Diese Verpackungszelllinien komplementieren die replikationsdefizienten
viralen Genome aus der Erfindung, da sie, typischerweise in ihre
Genome integriert, die Gene umfassen, die in dem replikationsdefizienten
Genom deletiert wurden. Die Verwendung von Verpackungszelllinien erlaubt
somit die Herstellung viraler Vektoren aus der Erfindung in Kultur.
Geeignete Verpackungszelllinien umfassen Derivate von PA317-Zellen, ψ-2-Zellen,
CRE-Zellen, CRIP-Zellen, E-82-GP-Zellen, Fliegenzellen, 293-Zellen
und 293GP-Zellen.
-
Im
Fall nicht-viraler Vektoren kann die Nukleinsäure durch ein beliebiges geeignetes,
aus dem Stand der Technik bekanntem Mittel in die nicht-viralen
Vektoren integriert werden.
-
Nach
Wunsch können
Vektoren, insbesondere virale Vektoren, so gewählt werden, daß die Integration der
Nukleinsäure
oder des Konstrukts in das Genom der Zellen des zu behandelnden
Subjekts erreicht wird, oder so, daß die Nukleinsäure oder
das Konstrukt frei im Cytoplasma gelassen wird. Integrative Vektoren
werden bevorzugt.
-
VEGF-Proteine
oder VEGF-Nukleinsäuren
für die
Verwendung in der Erfindung, die, wie oben beschrieben, bevorzugt
mit einem viralen oder nicht-viralen Vektor verbunden sind, können zur
Behandlung von Hyperplasie auf beliebige geeignete Weise Arterien
zugeführt
werden. Zum Beispiel können
VEGF oder eine VEGF-codierende Nukleinsäure der Außenwand des Blutgefässes, z.
B. Arterie, oder dem Blutgefäßendothel, z.
B. dem arteriellen Endothel, beispielsweise über das Lumen zugeführt werden.
Lokaler Gentransfer scheint gegenüber der Zuführung von rekombinantem VEGF-Protein
von Vorteil, da eingebrachte Komponenten vom Blutfluß und durch
die kurze Halbwertszeit schnell weggespült werden.
-
Einmal
bereitgestellt werden die VEGF-Nukleinsäuren aus der Erfindung exprimiert,
um VEGF-Proteine zu produzieren, die wiederum die Behandlung oder
Prävention
der Intimahyperplasie ausführen.
Die Expression kann in einem beliebigen Zelltyp oder beliebigen
Zelltypen der Blutgefäßwand, z.
B. der arteriellen, stattfinden.
-
Bevorzugt
erfolgt die Expression an einem Ort, von dem das exprimierte VEGF
in der Lage ist, zum Endothel des Blutgefässes, z. B. der Arterie, zugelangen.
Zum Beispiel kann die Expression in den glatten Muskelzellen und/oder
im Endothel erfolgen. Am bevorzugtesten findet die Expression zumindest
im Endothel des Blutgefässes,
z. B. Arterie, statt.
-
Zum
Beispiel können
VEGF-Protein oder Nukleinsäure
der äußeren Wand
des Blutgefässes,
z. B. Arterie, durch direkte Injektion in den Bereich um die Stelle
der zu behandelnden oder vorzubeugenden Hyperplasie, oder durch
Injektion in das Lumen des Blutgefässes, z. B. Arterie, zugeführt werden.
-
Bevorzugter
wird das VEGF-Protein oder die VEGF-Nukleinsäure mittels eines außerhalb
des Blutgefäß, z. B.
Arterie, plazierten Implantats in Nähe der Stelle der zu behandelnden
Hyperplasie gebracht. Ein derartiges Implantat enthält das VEGF-Protein
oder die VEGF-Nukleinsäure
oder den Vektor und stellt ein Reservoir des Wirkstoffes bereit.
Das VEGF-Protein oder die VEGF-Nukleinsäure (bevorzugt in Verbindung
mit einem Vektor) kann in das Implantat eingebracht werden, bevor
oder nachdem das Implantat in das zu behandelnde Subjekt eingebracht
wird. Beispielsweise kann das Implantat in die Umgebung des Blutgefässes eingesetzt
werden und das VEGF-Protein
oder die VEGF-Nukleinsäure
anschließend,
z. B. durch Injektion, in das Implantat eingebracht werden.
-
Das
Implantat ist bevorzugt in direktem Kontakt zum Blutgefäß, z. B.
Arterie, plaziert. Dies ist insbesondere dann bevorzugt, wenn retrovirale
Vektoren verwendet werden, um VEGF-Nukleinsäuren zuzuführen, da die physikalische
Verformung des Blutgefässes
die Proliferation von glatten Muskelzellen induzieren kann, was
die Effizienz eines Gentransfers durch retrovirale Vektoren erhöht. Diese
Proliferation wird, wie auch die durch die Intimahyperplasie selbst
induzierte Proliferation, durch die Zuführung des VEGF-Proteins oder
der VEGF-Nukleinsäure
behoben oder zumindest verbessert. Es wird ebenso bevorzugt, daß das Implantat
in Kontakt mit der Arterie steht, wenn andere Vektoren verwendet
werden, die eine erhöhte
Gentransfereffizienz aufweisen, wenn ihre Zielzellen proliferieren.
Zellproliferation kann zum Beispiel auch die Gentransfereffizienz mit
Plasmid/Liposomen-Komplexen erhöhen.
-
Derartige
Implantate können
in beliebiger geeigneter Form vorliegen. Das Implantat hat bevorzugt
die Form einer Manschette, welche die Arterie teilweise oder ganz,
bevorzugt ganz, an oder in Nähe
der Stelle der zu behandelnden oder vorzubeugenden Hyperplasie umgibt.
-
Extravaskulärer Gentransfer
vermeidet Verfahren, wie etwa Ballonkatheterisierung oder Hochdruckfluid
(bzw. High Pressure Fluid), die zur Verletzung oder Freilegung des
Endothels führen
können.
Die transfizierten Gene werden bevorzugt mittels eines Silastik-Implantats
oder eines biologisch abbaubaren Implantats zugeführt, bevorzugt
einer Manschette, die neben der äußeren Wand
des Blutgefässes
und bevorzugt um sie herum plaziert ist. Das Endothel erleidet wenig
oder keinen Schaden. Dies ist ein Hauptvorteil von dieser Form des
Gentransfers.
-
Werden
Vektoren erfindungsgemäß in einer
Manschette direkt auf die Adventitia-Oberfläche eines Blutgefässes aufgebracht,
wird enger Kontakt mit der Adventitia bewahrt. In Kaninchenarterien
führt eine
Manschette allein gewöhnlich
innerhalb 7–14
Tagen nach der Operation zur Bildung einer Neointima. Ebenso hält die Manschette
eine hohe Vektorkonzentration auf der Adventitia-Oberfläche aufrecht.
-
Implantate,
bevorzugt Manschetten, können
aus einem beliebigen geeigneten Material beschaffen sein. Silastik-Implantate, z. B.
Implantate, die Silikongummis umfassen sind eine bevorzugte Alternative.
Biologisch abbaubare Implantate werden am meisten bevorzugt. Es
kann ein beliebiges geeignetes biologisch abbaubares Material verwendet
werden.
-
Im
Implantat, z. B. Manschette, kann das VEGF-Protein oder die VEGF-Nukleinsäure in beliebiger
geeigneter Weise enthalten sein. Die Struktur des Implantats ist
bevorzugt so gewählt,
daß das
VEGF-Protein oder die VEGF-Nukleinsäure in direktem Kontakt mit
der Blutgefäßwand gehalten
wird. In einer Ausführungsart läßt die Struktur
des Implantats einen Raum zwischen der Blutgefäßwand und der Wand des Implantats
frei. Im Fall einer Manschette formt das Implantat einen hohlen
Behälter
um das Blutgefäß. In diesen
Raum können VEGF-Nukleinsäuren oder
VEGF-Proteine eingeführt
werden, so daß sie
in Kontakt mit der Blutgefäßwand stehen.
Bevorzugt stehen die Enden des Implantats in Kontakt mit der Blutgefäßwand, so
daß das
Entweichen der VEGF-Nukleinsäure
oder des VEGF-Proteins vermieden wird. Die Außenwand der Manschette ist
bevorzugt undurchlässig,
oder weitgehend undurchlässig,
für VEGF-Nukleinsäure oder
VEGF-Protein, so daß ihr Entweichen
in das umliegende Gewebe vermieden, oder zumindest eingeschränkt, und
ihre Zuführung
zum Blutgefäß gewährleistet
werden.
-
Fakultativ
kann der die VEGF-Nukleinsäure
oder das VEGF-Protein
enthaltende Raum durch eine oder mehrere Schichten aus einem für VEGF oder
VEGF-Nukleinsäure
durchlässigen
oder semipermeablen Material von der Blutgefäßwand getrennt sein. Dies kann
dann erwünscht
sein, wenn eine schrittweise Zuführung
beabsichtigt ist und die Rate, mit der VEGF-Protein oder VEGF-Nukleinsäure der
Blutgefäßwand zugeführt wird
begrenzt werden soll.
-
Fakultativ
kann das Implantat, z. B. Manschette, so ausgelegt sein, daß es als
eine osmotische Pumpe wirkt.
-
Fakultativ
kann das VEGF in einem, z. B. festen oder gelartigen, Medium in
der Manschette enthalten sein. Dies kann helfen, ein Entweichen
des VEGF-Proteins oder der VEGF- Nukleinsäure ins
Gewebe zu verhindern. In diesem Fall braucht die Außenwand
der Manschette nicht mit dem Blutgefäß am Ende des Implantats in
Kontakt stehen.
-
Alternativ
können
die VEGF-Nukleinsäure
oder das VEGF-Protein
die Oberfläche
des Implantats beschichten, das bei Verwendung in Kontakt mit dem
Blutgefäß steht.
Anderenfalls können
die VEGF-Nukleinsäure
oder das VEGF-Protein im gesamten Implantat verteilt sein.
-
Einige
Vorteile der derartigen Verwendung von Implantaten, insbesondere
Manschetten, sind (i) sie stellen ein Lieferreservoir bereit, das
eine fortwährende
Zulieferung erlaubt; (ii) es sind keine intraluminalen Manipulationen
erforderlich und das arterielle Endothel bleibt intakt; und (iii)
die Verformung durch das Implantat (z. B. Einschnürung im
Fall einer Manschette) kann die Effizienz des Gentransfers erhöhen, wie
oben beschrieben.
-
Eine
Vorrichtung der Erfindung umfaßt
im Allgemeinen einen Körper,
der wenigstens einen im wesentlichen undurchlässigen ersten Abschnitt des
Körpers
umfaßt,
der derart gestaltet ist, daß er
sich bei Verwendung entlang eines ersten Blutgefässes erstreckt und dies zumindest
teilweise umgibt, wobei der erste Abschnitt des Körpers in
Längsrichtung
beabstandete Dichtungsabschnitte umfaßt, die so ausgelegt sind,
daß sie bei
Verwendung zur Adventitia-Oberfläche
des ersten Blutgefässes
hin abdichten, und einen Zwischenabschnitt zwischen den Dichtungsabschnitten,
der dazu ausgelegt ist, bei Verwendung den wenigstens einen Wirkstoff
zu enthalten und der Adventitia-Oberfläche des ersten Blutgefässes zuzuführen.
-
Bevorzugte
Ausführungsformen
erfindungsgemäßer Vorrichtungen
werden nachfolgend anhand von Beispielen und in Bezug auf die angefügten Abbildungen
beschrieben, in welchen:
-
1 eine
schematische Längsschnittdarstellung
einer um ein Blutgefäß gelegenen
Vorrichtung aus der Erfindung ist;
-
2 eine
schematische Koronalschnittdarstellung desselben Ausführungsbeispiels
entlang der in 1 gezeigten Linie A-A ist;
-
3 eine
schematische perspektivische Darstellung eines zweiten Ausführungsbeispiels
einer um eine End-zu-End-Anastomose
positionierten Vorrichtung zeigt;
-
4 eine
Längsquerschnittdarstellung
in der vertikalen Ebene des Ausführungsbeispiels
aus 3 ist;
-
5 eine
der 4 ähnliche
Darstellung ist, die aber eine modifizierte Form dieses Ausführungsbeispiels
zeigt; mit einer alternativen Ausführung seiner Dichtungsabschnitte;
-
6 eine
schematische perspektivische Darstellung eines dritten Ausführungsbeispiels
einer um eine End-zu-End-Anastomose
positionierten Vorrichtung zeigt;
-
7 eine
Längsquerschnittdarstellung
in der vertikalen Ebene des Ausführungsbeispiels
aus 6 ist;
-
8 eine
schematische perspektivische Darstellung eines vierten Ausführungsbeispiels
einer um eine End-zu-End-Anastomose
positionierten Vorrichtung zeigt;
-
9 eine
Längsquerschnittdarstellung
in der vertikalen Ebene des Ausführungsbeispiels
aus 8 ist;
-
10 eine
schematische perspektivische Darstellung eines fünften Ausführungsbeispiels einer um eine
End-zu-End-Anastomose
positionierten Vorrichtung zeigt, die ein teilweise eingebettetes
Blutgefäß zeigt; und
-
11 eine
Längsquerschnittdarstellung
in der vertikalen Ebene des Ausführungsbeispiels
aus 10 ist.
-
Zur
Hintergrunderläuterung:
arterielle Bypassgrafts werden allgemein dazu verwendet, den Blutfluß zu Geweben
wiederherzustellen oder zu verbessern wenn die nativen Gefäße, gewöhnlich durch
Atheroma, verschlossen oder bedeutend stenosiert sind. Ob autologe
Venen oder Arterien, oder ein synthetisches Material wie etwa Dacron
oder PTFE verwendet werden, werden Grafts allgemein auf einen von
drei Wegen an die nativen Gefäße anastomosiert: "End-zu-End" (4); "End-zu-Seit" (7);
oder "Seit-zu-Seit" (9).
Von diesen Techniken sind die "End-zu-Seit" und "Seit-zu-Seit" sehr viel geläufiger als
die "End-zu-End". Die Richtung des
Blutflusses ist durch die Pfeile dargestellt.
-
Die 1 und 2 zeigen
Blut 1 innerhalb einer Gefäßwand 2, und eine
Adventitiamanschette, die einen durch eine Wand 4, z. B.
aus biologisch abbaubarem Material, definierten Hohlraum 3 einschließt. Eine Manschette 5 berührt die
Gefäßwand an
ihren Enden. Dieses Ausführungsbeispiel
kann auf die gleiche Art wie nachstehend für andere Ausführungsbeispiele
beschrieben verwendet werden.
-
Das
in den 3 und 4 dargestellte Ausführungsbeispiel
wird auf eine End-zu-End-Anastomose angewandt dargestellt. Die Vorrichtung
umfaßt
einen im Allgemeinen röhrenförmigen Körper 12,
der sich bei Verwendung entlang des Blutgefässes erstreckt und dieses umgibt,
das durch die End-zu-End-Anastomose eines Grafts 13 an
ein natives Blutgefäß 14 gebildet
wird.
-
Wie
aus 4 am deutlichsten ersichtlich, ist der Körper 12 der
Vorrichtung an seinen entgegengesetzten Enden mit Dichtungsabschnitten 15 versehen,
die über
die Länge
beabstandet sind. Wenn die Vorrichtung bei Verwendung über der
Stelle 16 der End-zu-End-Anastomose positioniert ist, dichten
diese Dichtungsabschnitte 15 zur Adventitia-Oberfläche des
Grafts 13 und des nativen Blutgefässes 14 hin ab. Die
Stärke
des Materials des Körpers 12 ist
an den Dichtungsabschnitten 15 größer als in einem Zwischenabschnitt 17.
Folglich, wenn die Dichtungsabschnitte 15 zu den Adventitia-Oberflächen des
Grafts 13 und des nativen Blutgefässes 14 hin abdichten,
wird zwischen dem Inneren des Körpers 12 der
Vorrichtung und den Adventitia-Oberflächen der eingeschlossenen Enden
des Grafts 13 und des Gefäßes 14 ein Raum gebildet.
Dieser Raum stellt ein abgedichtetes Reservoir 18 dar und
wird entlang der Anastomose 16 ausgerichtet gezeigt.
-
Dieses
Reservoir erlaubt es, eine pharmazeutische Formulierung, die einen
oder mehrere Wirkstoffe enthält,
an der Stelle der Anastomose 16 in Kontakt mit der Adventitia-Oberfläche des
Grafts 13 und des Gefäßes 14 zu
bringen. Liegt die Formulierung in Form einer Flüssigkeit oder eines Gels vor,
so kann sie zum Beispiel mit einer hypodermischen Nadel und Spritze
durch die Wand des Körpers 12 in
das abgedichtete Reservoir 18 injiziert werden. Die in
der Formulierung enthaltenen Wirkstoffe haben vorteilhafterweise
eine antiproliferative Wirkung, um der Intimahyperplasie glatter
Muskelzellen an der Stelle der Anastomose 16 und an sie
angrenzenden Bereichen entgegenzuwirken.
-
Die
pharmazeutische Formulierung braucht nicht in flüssiger oder gelartiger Form
vorzuliegen, sie kann beispielsweise eine flüssige Paste sein, die eine
zahnpastaähnliche
Konsistenz hat. Sie bleibt dann in Kontakt mit der pulsierenden,
das Gefäß einengenden
Adventitia-Oberfläche, der
sie ausgesetzt ist.
-
Um
die Vorrichtung über
die Stelle der Anastomose 16 zu positionieren, kann der
zylindrische Körper 12 axial über den
Graft 13 oder das Blutgefäß 14 geschoben werden,
bevor sie anastomosiert werden. Der Chirurg kann dann den Graft 13 und
das Gefäß 14 an
der Stelle der Anastomose 16 miteinander verbinden und
der Körper 12 kann
dann über
die Stelle der Anastomose 16 zurückgeschoben werden, so daß er die
in 4 gezeigte Position einnimmt, um die Abdichtung
der Dichtungsabschnitte 15 gegen die entsprechenden Adventitia-Oberflächen zu
ermöglichen.
-
Alternativ
kann der Körper 12 der
Vorrichtung, wie gezeigt, mit einem länglichen Schnitt 19 über seine gesamte
Länge versehen
sein. Auf diese Weise kann der Chirurg den Graft 13 und
das Gefäß 14 anastomosieren,
ohne die Vorrichtung 12 in den Körper des Patienten einzusetzen.
Wurde die Anastomose erfolgreich abgeschlossen, so kann der Chirurg
einen Körper 12 von
geeigneter Größe wählen und
ihn um den anastomosierten Graft und das Gefäß anzubringen, indem der flexible
Körper 12 entlang
dem Schlitz 19 geöffnet
und über
den anastomosierten Graft und das Gefäß 13, 14 geschoben
wird, und dann die entgegengesetzten Längskanten des Körpers am
Schlitz 19 miteinander verklebt werden, beispielsweise
durch Verwendung eines herkömmlichen "Gewebeklebers", wie etwa dem unter
dem Namen Tisseal verkauften Thrombinkleber oder einem Kleber auf
Basis von Cyanmethacrylat.
-
Um
die Wirkung der innerhalb des Reservoirs 18 enthaltenen
pharmazeutischen Formulierung zu verstärken und ein Entweichen seiner
Wirkstoffe in das umliegende Gewebe zu vermeiden, ist der Körper 12 für die Formulierung
im wesentlichen undurchlässig.
Das Material ist außerdem
vorteilhafterweise über
einen bestimmten Zeitverlauf biologisch abbaubar, zum Beispiel einen
Zeitraum von 1 bis 5 Tagen, in welchem die aktiven Wirkstoffe in
der Formulierung voraussichtlich aufgebraucht worden sind. Das Material
wird außerdem
so gewählt,
daß es
eine Reaktion des umliegenden Gewebes nicht zu stark begünstigt.
Beispiele geeigneter Materialien für den Körper umfassen Gelatine, Alginat
oder Kollagen. Diese Materialien erlauben auch eine Flexibilität des Körpers und
ermöglichen
die Herstellung der Vorrichtung durch Modellieren oder Giessen.
-
Das
Wandmaterial des Körpers 12 kann
vorteilhafterweise auch selbstdichtend sein, so daß, wenn
ein Einstich mit einer hypodermischen Nadel erforderlich ist, die
Integrität
des abgedichteten Reservoirs 18 bewahrt wird. Alternativ
oder zusätzlich
kann jede undichte Stelle in der Wand, die nach Entfernen der Nadel
entdeckt wird mit "Gewebekleber" oder ähnlichem
verschlossen werden.
-
Eine
Reihe unterschiedlich großer
Körper 12 kann
dafür bereitgestellt
werden, über
unterschiedlich große
Gefäße angepaßt zu werden.
Die Gefäße der unteren
Gliedmaßen
haben gewöhnlich
einen Außendurchmesser
von ungefähr
6–8 mm.
Herzkranzgefäße haben
gewöhnlich
einen Außendurchmesser
von ungefähr
3–5 mm.
Dementsprechend können
eine Reihe unterschiedlich großer
Körper
von ungefähr
3–10 mm Durchmesser
in sterilisierten Verpackungen für
den Chirurgen erhältlich
sein. Außerdem
kann die Größe des Körpers verändert werden,
um das Volumen des Reservoirs 18 zu beeinflussen. Eine
geeignete Größe für das Reservoir 18 ist
bis zu 10 ml, bevorzugt 2–5
ml.
-
Um
die Ausdehnung des Blutgefässes 13, 14 durch
pulsierenden Blutfluß aufzufangen,
können
vorteilhafterweise zumindest die Dichtungsabschnitte 15 so
gedehnt werden, daß die
Ausdehnung der Gefäßwände aufgefangen
wird. Es ist äußerst wünschenswert,
die Einengung der Gefäßwände durch
die Vorrichtung zu vermeiden und zugleich die Dichtungen intakt
zu halten.
-
5 stellt
unterschiedliche Dichtungsabschnitte dar. Die Stärke des Materials des Körpers 12 entlang
dem Körper
ist konstant, und der Zwischenabschnitt 17 ist im Verhältnis zum
Innendurchmesser des Körpers 12 an
den Dichtungsabschnitten 15 angeschwollen. Beide Dichtungsabschnitte 15 sind
mit Enden ausgebildet, die sich in Längsrichtung erstrecken, so
daß sie
beispielsweise über
eine Länge "X", von ungefähr 8–15 mm, in axialer Richtung
die jeweiligen Adventitia-Oberflächen
des Grafts 13 und des Gefäßes 14 kontaktieren.
Diese langen Enden für
die Dichtungsabschnitte 15 können so ausgelegt werden, daß sie wie "Klappenventile" funktionieren, um
das Reservoir 18 abdichten zu helfen, wenngleich eindeutig
kein Fluß durch
das Klappenventil erwünscht
ist. Alternativ können
die Enden nach innen gefaltet sein (nicht gezeigt), um die Dicke des
Körpers
an seinen Enden zu verdoppeln, so daß Dichtungsabschnitte gebildet
werden, deren Stärke
größer ist
als die des Zwischenabschnitts, ähnlich
wie in 4 gezeigt. Um flüssigkeitsdichte Dichtungen
zu bilden oder bilden zu helfen kann der Chirurg die Dichtungsabschnitte 15 an
den Adventitia-Oberflächen festkleben,
beispielsweise indem er einen Klebstoff vom oben erwähnten Typ,
zum Beispiel einen "Gewebekleber", verwendet. Dies
muß jedoch
nicht erforderlich sein. Ist zum Beispiel die Größe des Körpers 12 an den Dichtungsabschnitten 15 so
gewählt,
daß sie
dem Umfang der Gefäße 13, 14 entspricht,
ist es nicht erforderlich, einen Klebstoff zu verwenden. Der Chirurg
kann sich statt dessen auf den radialen Eingriff zwischen dem Innendurchmesser
des Körpers 12 an
den Dichtungsabschnitten 15 und dem Durchmesser der Adventitia-Oberflächen stützen. Dies
ist insbesondere der Fall für
das Ausführungsbeispiel
der mit langen Enden versehenen Dichtungsabschnitte aus 5.
Die Dichtungsabschnitte sollten jedoch nicht so dicht am Gefäß sein,
daß sie dieses
einengen.
-
Die 6 und 7 veranschaulichen
ein Ausführungsbeispiel
der Vorrichtung, die in Verbindung mit einer End-zu-Seit-Anastomose
verwendet wird. Diese Bilder zeigen einen Körper 20 mit einem
ersten Abschnitt 21 und einem zweiten Abschnitt 22,
der in einem Winkel von weniger als 90° daraus abzweigt, so daß ein Y-förmiger Körper gebildet
wird. Es ist einsichtig, daß der
erste und zweite Abschnitt 21, 22 des Körpers miteinander
in anderen Verzweigungswinkeln von über und einschließlich 90° verzweigt
sein können,
wobei in letzterem Fall der Körper
T-förmig
ist. Der Chirurg kann vorteilhafterweise über eine Reihe unterschiedlich
großer
und unterschiedlich geformter Körper
verfügen,
aus denen er die für
Aufbau und Größe der anastomosierten
Gefäße bestgeeignete
Anordnung wählen
kann. Der erste Abschnitt 21 des Körpers kann beispielsweise ungefähr eine
Länge von
1–10 cm
aufweisen; der zweite Abschnitt 22 des Körpers kann
1–5 cm
lang sein.
-
Der
erste Abschnitt 21 des Körpers ist im Allgemeinen röhrenförmig und
umgibt in der Darstellung ein natives Blutgefäß 23. Der zweite Abschnitt 22 des
Körpers
ist auch im Allgemeinen röhrenförmig und
umgibt in der Darstellung ein Graft 24, das auf End-zu-Seit-Art
an der Anastomosestelle 29 an das native Blutgefäß 23 anastomosiert
ist. Wie aus 7 ersichtlich sind die entgegengesetzten
Enden des ersten Abschnitten 21 des Körpers mit Dichtungsabschnitten 25 versehen
und das äußere Ende
des zweiten Abschnittes 22 des Körpers ist mit einem Dichtungsabschnitt 26 versehen.
Wie in dem vorherigen Ausführungsbeispiel
können
diese Dichtungsabschnitte 25, 26 vorteilhafterweise
unter Verwendung eines "Gewebeklebers" an die jeweiligen
Adventitia-Oberflächen
des Blutgefässes 23 und
des Grafts 24 geklebt werden.
-
7 zeigt
ein abgedichtetes Reservoir 27, das zwischen dem Inneren
des ersten Abschnittes 21 des Körpers und der Adventitia-Oberfläche des
Blutgefässes 23 ausgebildet
ist. Das Reservoir 27 erstreckt sich ins Innere des zweiten
Abschnittes 22 des Körpers.
Dieses abgedichtete Reservoir 27 ist somit nach der Anastomosestelle 29 ausgerichtet.
In das Reservoir 27 kann vorteilhafterweise unter Verwendung
einer hypodermischen Nadel und Spritze eine flüssige pharmazeutische Formulierung
injiziert werden, die aktive Wirkstoffe enthält.
-
Um
die Anpassung der Vorrichtung an das Gefäß 23 und den Graft 24 zu
erleichtern, kann der Körper 20 der
Vorrichtung dem Chirurgen in einer sterilen Verpackung bereitgestellt
werden, die zwei symmetrische Hälften
beinhaltet, die geschlitz und symmetrisch zum in 7 dargestellten
Abschnitt sind. In so einem Fall ist es erforderlich, daß der Chirurg
die beiden identischen Körperhälften zusammenfügt, nachdem
er den Graft 24 an das Gefäß 23 anastomosiert
hat, und die gegenüberliegenden
Kanten der identischen Hälften,
beispielsweise wie vorhergehend beschrieben durch Verwendung eines
Klebers, miteinander verklebt.
-
Alternativ
kann nur der erste Abschnitt 21 des Körpers mit einem Längsschlitz 28 versehen
sein, wie in 6 gezeigt. In diesem Fall kann
der Chirurg den zweiten Abschnitt 22 des Körpers über das
Ende des Grafts 24 schieben. Der Chirurg kann dann das
freie Ende des Grafts 24 an das Blutgefäß 23 anastomosieren und
dann den zweiten Abschnitt 22 des Körpers an dem Graft 24 herunter
zurückschieben,
um die Anastomosestelle 29 zu überdecken, wobei er den Schlitz 28 dazu
verwendet, das Blutgefäß 23 in
die Mitte des ersten Abschnittes 21 des Körpers einzuführen, so
daß es
von diesem umgeben wird. Der Chirurg kann dann die gegenüberliegenden
Längskanten
des ersten Abschnittes 21 des Körpers am Schlitz 28 miteinander
verkleben, so daß darin
das abgedichtete Reservoir 27 gebildet wird.
-
Es
ist einsichtig, daß für die Abschnitte 21 und 22 des
Körpers
andere Konfigurationen verwendet werden können. Beispielsweise können der
erste und zweite Abschnitt 21 und 22 des Körpers jeweils
einzeln bereitgestellt werden und erst in situ im Patienten aneinander
befestigt werden, um das abgedichtete Reservoir 27 zu bilden.
-
Die 8 und 9 veranschaulichen
ein Ausführungsbeispiel
einer für
die Verwendung im Fall einer Seit-zu-Seit-Anastomose geeigneten
Vorrichtung. Der Körper 30 der
Vorrichtung umfaßt
in der Darstellung einen ersten Abschnitt 31, von dem ein
zweiter und dritter Abschnitt 32, 33 abzweigen.
Durch die Verzweigung entsteht ein im Allgemeinen X-förmiger Körper, wie
in 8 gezeigt.
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Alle
drei Abschnitte 31, 32, 33 des Körpers sind
im Allgemeinen röhrenförmig. Die
Vorrichtung ist im Allgemeinen ähnlich
der in den 6 und 7 gezeigten,
mit Ausnahme des zusätzlichen
dritten Abschnittes 33 des Körpers.
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Der
erste Abschnitt 31 des Körpers umgibt das verschlossene
native Blutgefäß 24 und
ist durch Dichtungsabschnitte 35 an dessen Adventitia-Oberfläche befestigt.
Der zweite und dritte Abschnitt 32, 33 des Körpers umgeben
den Graft 36 und sind an jeweiligen Dichtungsabschnitten 37, 38 an
der Adventitia-Oberfläche des
Grafts befestigt. Wie in 9 am deutlichsten ersichtlich,
ist die Auswirkung der Dichtungsabschnitte 35, 37, 38 die,
ein abgedichtetes Reservoir 39 zwischen dem Inneren des
Körpers 30 und
den Adventitia-Oberflächen
der eingeschlossenen Gefäße zu bilden,
welches zumindest teilweise mit einer pharmazeutischen Formulierung
auf die oben beschriebene Weise gefüllt werden kann.
-
Um
die Anpassung der in den 8 und 9 gezeigten
Vorrichtung zu erleichtern, wird die Vorrichtung dem Chirurgen vorteilhafterweise
in wenigstens zwei Teilen bereitgestellt. Beispielsweise kann der
erste Abschnitt 31 des Körpers getrennt von einer zweiten,
einen zweiten und dritten Abschnitt 32, 33 des
Körpers umfassenden
Komponente, bereitgestellt werden. Durch das Versehen der Abschnitte
des Körpers
mit Längsschlitzen
(nicht gezeigt) können
die Abschnitte des Körpers
so angepaßt
werden, daß sie
die Gefäße 34 und den
Graft 36 umgeben und können
dann entlang diesen Längsschlitzen
und miteinander entlang einer Kontaktlinie verklebt werden um das
abgedichtete Reservoir 39 um die Anastomosestelle 40 zu
bilden.
-
Die 10 und 11 zeigen
eine Abwandlung der in den 8 und 9 gezeigten
Vorrichtung (und verwenden für
gemeinsame Teile die gleichen Bezugsziffern). Eine besonders geeignete
Verwendung der Vorrichtung der vorliegenden Erfindung ist die in
der Bypassgraft-Chirurgie an Herzkranzgefässen. In einer derartigen Situation
kann das erste Blutgefäß 34,
wie gezeigt, eine Koronararterie sein, die teilweise in die Herzwand 50 eingebettet
ist. Eine Vorrichtung der in den 8 und 9 gezeigten
Form könnte
nicht an eine teilweise eingebettete Koronararterie 34 angepaßt werden,
da der erste Abschnitt des Körpers
sich nicht vollständig
um die Arterie 34 ausdehnen könnte. Dementsprechend beschreibt
der erste Abschnitt 51 des Körpers 31 in den Ausführungsbeispielen
der 10 und 11, wenn
er im Querschnitt quer zu seiner Längsachse gezeigt wird, nicht
einen vollständigen
Kreis; statt dessen ist er im Allgemeinen bogenförmig. In dem dargestellten
Ausführungsbeispiel
beschreibt er einen Bogen von annähernd 180°. Dies ermöglicht das Anpassen des ersten
Abschnittes 51 des Körpers
allein über
den freiliegenden Abschnitt der teilweise eingebetteten Koronararterie 34,
so daß diese
nur teilweise umgeben wird. In dieser Anordnung werden die sich
in Längsrichtung
erstreckenden Enden 41 des ersten Abschnittes 51 des
Körpers
vom Chirurgen entweder an die Adventitiawand der Koronararterie 34 oder,
wie gezeigt, an die Oberfläche
der Herzwand 50 geklebt, beispielsweise durch Verwendung
von Gewebekleber.
-
Die
Vorrichtung der 10 und 11 ist
auch für
andere chirurgische Verfahren geeignet, bei denen das erste Blutgefäß eine Arterie
ist, die teilweise in eine Wand des von ihm versorgten Organs eingebettet
ist. Solche Organe umfassen Gehirn, Blase und Uterus.
-
Selbst
wenn sich die dargestellten Ausführungsbeispiele
auf die Verwendung der Vorrichtung zur Zuführung von Wirkstoffen an Blutgefässe an Anastomosestellen
sowie an daran angrenzende Stellen konzentriert haben, so beschränkt sich
die Erfindung nicht auf derartige Verwendungen. Die Vorrichtung
kann beispielsweise allgemeiner dazu verwendet werden, Wirkstoffe
der Adventitia-Oberfläche
von nicht-anastomosierten Blutgefässen zuzuführen. Zum Beispiel kann, im
Anschluß an
eine Ballonangioplastie, eine Vorrichtung der in den 3 bis 5 gezeigten
Form um das Äußere einer
Arterie im Bereich der Ballonangioplastiestelle plaziert werden,
um dorthin einen oder mehrere Wirkstoffe über die Adventitia-Oberfläche der
Arterie zuzuführen.
-
In
den oben beschriebenen Ausführungsbeispielen
werden die abgedichteten Reservoirs in Form eines radialen Raumes
oder einer Aussparung zwischen der Adventitia-Oberfläche des
Blutgefässes
und dem Inneren zumindest des ersten Abschnittes des Körpers dargestellt,
wobei dieser Raum bei Verwendung zumindest teilweise mit einer pharmazeutischen
Formulierung gefüllt
ist. Ein derartiger Raum ist jedoch nicht unerläßlich. Zum Beispiel kann, in
einem abgewandelten Ausführungsbeispiel,
der Körper
eine im Allgemeinen undurchlässige
flexible Außenschicht
und eine flexible Innenschicht aufweisen, die mit der Formulierung
beschichtet ist und so ausgelegt ist, daß sie bei Verwendung in Kontakt
mit der Adventitia-Oberfläche
steht.
-
Die
Außenschicht
kann zum Beispiel aus festem Kollagen und die Innerschicht aus dazu
quervernetztem schwammähnlichen
Kollagen zusammengesetzt sein, wobei die schwammähnliche Schicht mit der pharmazeutischen
Formulierung beschichtet sein kann, die den zuzuführenden
Wirkstoff enthaltet. In einer derartigen Situation kann die Vorrichtung
dem Chirurgen zur Anpassung bereits mit der Formulierung beschichtet bereitgestellt
werden oder sie kann nach Anpassung mit der Formulierung befeuchtet
werden, beispielsweise indem sie wie vorhergehend beschrieben injiziert
wird.
-
Alternativ
kann der Wirkstoff auf eine Innenfläche des Körpers aufgetragen werden, die
bei Verwendung gerade mit dem Blutgefäß in Kontakt steht.
-
Wünschenswerterweise
sollte der Körper
der Vorrichtung fest genug sein, um Drehkräften zu widerstehen. Zu diesem
Zweck kann der Körper
zum Beispiel aus einer Innenschicht, z. B. einem Kollagenfilm, oder aus
Längs-,
Quer- oder spiralförmigen
Lamellen geformt sein. Es können
Lamellen bereitgestellt werden, die das Reservoir in Fächer unterteilen
und zusätzliche
Stabilität
verleihen.
-
Die
Proteine oder Nukleinsäuren
können
zur Behandlung oder Prävention
von Intimahyperplasie infolge jedweder klinischer Umstände verwendet
werden. Zum Beispiel ist es möglich,
eine Intimahyperplasie zu behandeln, die infolge jedweder Art klinischen
Eingriffes entstanden ist, einschließlich Angioplastie, zum Beispiel
Ballonangioplastie; Bypaßchirurgie,
wie etwa koronare Bypaßchirurgie,
bei der eine Vene an eine Arterie anastomosiert wird; andere Anastomoseverfahren,
zum Beispiel Anastomose in den Beinen; und Endarteriektomie, zum
Beispiel Endarteriektomie der Halsschlagader. Es ist auch möglich, Intimahyperplasie
in Verbindung mit arterieller Schädigung zu behandeln, zum Beispiel
Bluthochdruck der Lungenarterien. Die Erfindung läßt die Behandlung
von Intimahyperplasie in jedweder Art von Blutgefäß zu, z.
B. in einer Arterie oder Vene, bevorzugt einer Arterie.
-
Gemäß der Erfindung
ist es möglich,
eine festgestellte Intimahyperplasie zu behandeln oder zu verbessern
oder dem Auftreten einer Intimahyperplasie vorzubeugen. Ebenso ist
es möglich,
die Wahrscheinlichkeit des Auftretens einer Intimahyperplasie zu
verringern, oder den Grad einer festgestellten Intimahyperplasie oder
einer potentiell auftretenden Intimahyperplasie zu verringern. Die
Behandlung gemäß der Erfindung
kann vor, während
oder nach einem chirurgischen Eingriff erfolgen, zum Beispiel um
die Wahrscheinlichkeit des Auftretens einer Hyperplasie nach dem
Eingriff zu verringern.
-
Vorzugsweise
werden die VEGF-Nukleinsäure
oder das VEGF-Protein
in der Absicht verabreicht, einer De-novo-Stenose vorzubeugen oder
sie zu behandeln. Sie können
jedoch auch verwendet werden, um eine Restenose zu behandeln oder
ihr vorzubeugen.
-
Die
Proteine oder Nukleinsäuren
aus der Erfindung werden bevorzugt in Form einer pharmazeutischen
Formulierung verabreicht, die einen pharmazeutisch verträglichen
Träger
umfaßt.
Es kann eine beliebige geeignete pharmazeutische Formulierung verwendet
werden.
-
Zum
Beispiel können
geeignete Formulierungen wäßrige und
nicht-wäßrige sterile
Injektionslösungen einschließen, die
Antioxidantien, Puffer, Bakteriostatika, bakterizide Antibiotika
und gelöste
Stoffe enthalten können,
welche die Formulierung isotonisch mit dem Blut des beabsichtigten
Empfängers
machen; und wäßrige und
nicht-wäßrige sterile
Suspensionen, die Stellmittel und Verdickungsmittel einschließen können. Die Formulierungen
können
in Unit-Dose oder in Multi-Dose Verpackungen, zum Beispiel versiegelten
Ampullen und Phiolen, dargereicht werden und können in gefrorener oder gefriergetrockneter
(lyophilisierter) Form gelagert werden, und erfordern allein die
Zugabe des sterilen flüssigen
Trägers,
zum Beispiel Wasser für
die Injektion, unmittelbar vor Gebrauch.
-
Es
sollte klar sein, daß Formulierungen
dieser Erfindung, neben den oben ausdrücklich erwähnten Inhaltsstoffen, auch
andere, aus dem Stand der Technik schon bekannte Wirkstoffe umfassen
können,
jeweils mit Bezug zur betrachteten Formulierung. Von den möglichen
Formulierungen werden sterile pyrogenfreie wäßrige und nicht-wäßrige Lösungen bevorzugt.
-
Die
Proteine, Nukleinsäuren
und Vektoren können
in beliebiger geeigneter Dosierung und mittels eines beliebigen
geeigneten Dosierungsbereichs verabreicht werden. Der Fachmann versteht,
daß die
Dosierung und der Bereich so angepaßt werden können, daß eine optimale Behandlung
der zu behandelnden gegebenen Bedingung, abhängig von zahlreichen Faktoren,
gewährleistet
wird. Einige dieser Faktoren können das
Alter, das Geschlecht und der klinische Zustand des zu behandelnden
Subjekts sein.
-
Für die Zuführung nackter
VEGF-codierender Nukleinsäuren
oder von Konstrukten, die derartige Nukleinsäuren enthalten sind typische
Dosierungen von 0.1 bis 5000 μg,
zum Beispiel 50–2000 μg, wie etwa 50–100 μg, 100–500 μg oder 500–2000 μg pro Dosis.
Für die
Zuführung
von VEGF-Protein schließen geeignete
Dosierungen Dosen von 1 bis 1000 μg,
zum Beispiel von 1 bis 10 μg,
von 10 bis 100 μg,
von 100 bis 500 μg
oder von 500 bis 1000 μg
ein.
-
Die
für die
Zuführung
von VEGF-Nukleinsäuren
mittels viraler oder nicht-viraler Vektoren verwendete Dosierung
ist von vielen Faktoren abhängig,
einschließlich
der Effizienz mit der die Vektoren VEGF-Nukleinsäuren an Zellen liefern, und
der Effizienz mit der die VEGF-Nukleinsäuren in den Zellen exprimiert
werden.
-
Zum
Beispiel können
virale Vektoren in Dosen von 104 bis 1014 cfu oder pfu/ml, zum Beispiel 104 bis 106, 106 bis 108, 108 bis 1010, 1010 bis 1012, oder
1012 bis 1014 cfu
oder pfu/ml zugeführt
werden. Dosen im Bereich von 105 bis 109 cfu oder pfu/ml werden bevorzugt. Die Bezeichnung
pfu(plaque-forming unit) wird auf bestimmte Viren, Adenoviren inbegriffen,
angewandt und entspricht der Infektiosität einer Viruslösung, und
wird durch die Infektion einer geeigneten Zellkultur und die Messung,
im Allgemeinen nach 48 Stunden, der Anzahl an Plaques der infizierten
Zellen bestimmt. Die Bezeichnung cfu (colony-forming unit) wird
auf andere Viren, Retroviren inbegriffen, angewandt und durch im
Stand der Technik bekannte Mittel, im Allgemeinen nach einer 14-tägigen Inkubation
mit einem selektierbaren Marker bestimmt. Die Techniken zur Bestimmung
der cfu-oder pfu-Titer einer Viruslösung sind im Stand der Technik
bekannt.
-
Für Retroviren
werden Dosierungen im Bereich von 105 bis
106 cfu/ml besonders bevorzugt. Für pseudotypisierte
Retroviren werden Dosierungen im Bereich von 107 cfu/ml
besonders bevorzugt. Für
Adenoviren werden Dosierungen im Bereich von 109 pfu/ml
besonders bevorzugt.
-
Ebenso
können
solche Dosen für
die schrittweise Zuführung
in Implantaten der Erfindung enthalten sein.
-
VEGF-Nukleinsäuren in
Verbindung mit nicht-viralen Vektoren können auch in beliebiger geeigneter Dosierung, mittels
eines beliebigen Verabreichungsmittels wie oben beschrieben zugeführt werden,
oder schrittweise durch ein Implantat. Geeignete Dosen sind typischerweise
0.1 bis 1000 μg
Nukleinsäure,
zum Beispiel 1 bis 100 μg,
100 bis 500 μg
oder 500 bis 1000 μg,
1000 bis 2000 μg,
2000 bis 3000 μg
oder 3000 bis 5000 μg.
Bevorzugte Dosen liegen im Bereich von 5 bis 50 μg, zum Beispiel 10 bis 20 μg.
-
Die
Dosierungsschemen variieren außerdem
in Abhängigkeit
von beispielsweise dem Verabreichungsweg und der Art und Beschaffenheit
des Behältnisses.
Es sind jedoch Single-Dosen und Multi-Dosen vorgesehen, die sich über Tage,
Wochen oder Monate erstrecken. Außerdem kann die Zuführung von VEGF-Proteinen und Nukleinsäuren, wie
oben erläutert,
mittels eines Implantats erfolgen, das um ein Blutgefäß, bevorzugt
eine Arterie angepaßt
werden kann; das Implantat hat vorzugsweise Manschettenform. Ein
derartiges Implantat wird eine schrittweise Zuführung bewirken. Die Zuführung kann
beispielsweise über
Stunden, Tage, Wochen oder Monate erfolgen.
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Proteine
und Nukleinsäuren
der Erfindung können
in beliebiger Verabreichungsform verabreicht werden, zum Beispiel
durch topische, kutane, parenterale, intramuskuläre, subkutane oder transdermale
Verabreichung, oder durch direkte Injektion in den Blutstrom, direkte
Injektion in oder um die Arterienwand oder durch direkte Applikation
auf die Schleimhäute.
Die Verabreichung erfolgt bevorzugt mittels eines Implantats, wie
oben beschrieben.
-
Die
Proteine, Nukleinsäuren
und Vektoren der Erfindung können
zur Behandlung von Intimahyperplasie in einem beliebigen Säugetier
verwendet werden. Die Behandlung von menschlichen Patienten wird
bevorzugt.
-
Die
Implantate der Erfindung, insbesondere Implantate in Manschettenform,
wie oben beschrieben, können
auch dazu verwendet werden, andere Wirkstoffe als VEGF Blutgefässen, z.
B. Arterien, zuzuführen. Ein
beliebiger Wirkstoff kann auf diesem Weg zugeführt werden, um ein beliebiges
erwünschtes
therapeutisches Ziel zu erreichen.
-
Es
wurde beobachtet, daß Plasmid/Liposomen-Komplexe,
MMLV-Retroviren,
VSV-G Retroviren und Adenoviren zur Expression in mit Manschetten
eingefaßten
Arterien führen.
Die Gentransfereffizienz war mit Adenoviren am höchsten, und pseudotypisierte
VSV-G-Retroviren erzielten ebenfalls eine relativ hohe Transfektionseffizienz.
Der Nutzen von replikationsdefizienten VSV-G-Retroviren im arteriellen
Gentransfer wurde zuvor noch nicht gezeigt. Eine Expression wurde
in einigen Endothelzellen der Adenovirus-infizierten Arterien gesehen.
Da ein Vordringen von der Adventitia zur Intima erfolgt war, heben
diese Ergebnisse die generelle Möglichkeit
hervor, die Endothelfunktion bei menschlichen Erkrankungen durch
extraluminalen Gentransfer unter der Verwendung anderer Gene als
VEGF zu verändern.
Dies kann auch bei der Expression diffusionsfähiger oder sezernierter Genprodukte
in der Adventitia und im Außenmedium
von Nutzen sein, die dann an anderer Stelle in der Arterienwand
wirken. Vorzugsweise bewirkt eine derartige Zuführung die Behandlung einer Intimahyperplasie,
wie oben definiert, sie kann jedoch auch weitere oder alternative
therapeutische Ziele verfolgen.
-
Vorzugsweise
liegen die therapeutischen Wirkstoffe in Form einer Nukleinsäure vor,
die ein pharmazeutisch aktives Polypeptid oder Protein codiert.
Bevorzugter ist diese Nukleinsäure,
wie oben definiert, in einem Konstrukt enthalten. Noch bevorzugter
wird die Nukleinsäure
oder das Konstrukt der Arterie, wie oben definiert, mittels eines
Vektors, zum Beispiel mittels eines viralen oder nicht-viralen Vektors,
zugeführt.
-
Extraarterieller
Gentransfer kann also für
die Zuführung
von genetischem Material in die Wand von Blutgefässen, bevorzugt Arterien, verwendet
werden. Aus den Bespielen ist ersichtlich, daß Veränderungen der medialen glatten
Muskelzellen (SMC) und selbst Endothelveränderungen von der Adventitiaseite
erreicht werden können,
was die Entwicklung neuer Methoden zur Behandlung der Erkrankung
von Blutgefässen,
z. B. arterieller Blutgefässe,
erlaubt.
-
Die
folgenden Beispiele veranschaulichen die Erfindung. Es werden folgende
Abkürzungen
verwendet:
| BSA – | Bovines
Serumalbumin |
| DMEM – | Dulbeccos
modifiziertes Eagles Medium |
| FCS – | Fetales
Kälberserum |
| HUVEC – | humane
umbilikale venöse
Endothelzellen |
| IgG – | Immunglobulin
G |
| MAP
kinase – | Mitogenaktivierte
Proteinkinase |
| mAk – | monoklonaler
Antikörper |
| PBS – | Phosphat-gepufferte
Kochsalzlösung |
| PGI2 – | Prostazyklin |
| cPLA2 – | cytosolische
Phospholipase A2 |
| PIGF – | Plazenta-Wachstumsfaktor |
| SDS
PAGE – | Sodiumdodecylsulfat-Polyacrylamidgelelektrophorese |
| VEGF – | vascular
endothelial growth factor |
| vWF – | von
Willebrand Faktor |
| VSMC – | glatte
Gefäßmuskelzellen
(= vascular smooth muscle cells) |
-
Beispiel 1
-
Die
Wirkung von Endothelzell (EC)-spezifischem VEGF-Gentransfer auf
eine Intimaverdickung wurde untersucht, indem eine um Halsschlagadern
eingesetzte Silikonmanschette verwendet wurde, die sowohl als der
Gegenstand fungiert, der das Wachstum der intimalen glatten Muskelzellen
bewirkt, als auch als ein Reservoir für Gen und Vektor. Das Modell
bewahrte die Integrität
der EC und erlaubte einen direkten extravaskulären Gentransfer ohne jegliche
intravaskuläre
Manipulation.
-
Beispiel 1.1
-
Gentransfer:
Eine Intimaverdickung wurde in den Halsschlagadern von zweiunddreißig New
Zealand White Kaninchen durch Einsetzen, unter Vollnarkose, einer
inerten Silikonmanschette um die Arterien induziert (Booth et al,
Atherosclerosis (1989) 76: 257–268).
Fünf Tage
nach Einsetzen der Manschette wurde der Gentransfer durch vorsichtiges Öffnen der
Manschette unter Narkose und Injektion von 500 μl Plasmid/Liposomen-Komplexe
in die Manschette (d. h. auf die Adventitia-Oberfläche der
Arterie) vorgenommen. In keinem der Versuchsschritte waren intravaskuläre Manipulationen
erforderlich.
-
Plasmid/Liposomen-Komplexe:
25 μg pCMVS-VEGF-164
Plasmid, das cDNA von Maus-VEGF enthält (Breier et al., Development
(1992) 114: 521–532;
Nukleotide 1–583)
wurde mit 25 μl
Lipofektin (BRL) complexiert und mit Ringer-Lösung auf 500 μl verdünnt. Die
Komplexe wurden vor dem Gentransfer mindestens 15 min bei Raumtemperatur
belassen. Es wurde zuvor bestimmt, daß Plasmid/Lipofektin-Komplexe
in einer Konzentration, wie sie in der vorliegenden Studie verwendet
wird, für
Aortenendothelzellen des Kaninchens in vitro nicht toxisch sind.
Kontrollarterien wurden mit einem ähnlichen Plasmid/Liposomen-Komplex transfiziert,
der ein E. coli lacZ cDNA-Expressionsplasmid
(Kalnins et al, siehe oben) (Nukleotide 1–3100) enthält. Die für die Studie verwendeten Plasmide
wurden aus E. coli-Kulturen (DH5α)
mittels Qiagen Mega Säulen
isoliert und durch drei Phenol/Chloroform-Extraktionen und eine
Ethanolpräzipitation
gereinigt (Ausubel et al, eds. Current Protocols in Molecular Biology.
New York, NY: Greene Publishing Associates and John Wiley & Sons (1991) 4.2.3–4.2.4),
auf 1 μg/μl gebracht
und daraufhin untersucht, daß sie
frei von mikrobiologischen oder Endotoxinkontaminationen sind (Limulus-Assay,
Detektionsgrenze 0.2 ng). Die Tiere wurden 3 (n = 8), 7 (n = 12)
und 14 (n = 12) Tage nach dem Gentransfer geopfert; die Arterien
wurden vorsichtig entnommen und in drei gleiche Abschnitte geteilt:
das proximale Drittel wurde 15 min in 4% Paraformaldehyd/PBS immersionsfixiert
und in OCT-Compound
(Miles Scientific) (Ylä-Herttuala
et al: J. Clin. Invest. (1995) 95: 2692–2698) eingebettet. Das mittlere
Drittel wurde wie oben 4 Stunden fixiert, 48 Stunden in 15% Saccharose
gewaschen und in Paraffin eingebettet. Das distale Drittel wurde
direkt in OCT-Compound eingebettet und in flüssigem Stickstoff eingefroren.
Das distale Drittel von vier Arterien wurde für die Isolierung der mRNA und
RT-PCR verwendet (siehe unten). Zehn zufällig gewählte Abschnitte des Mittelstücks wurden
für die
Bestimmung des Verhältnisses
Intima/Media-Dicke (Ylä-Herttuala
et al (1986) 6; 230–236)
durch zwei unabhängige
Beobachter ohne Wissen der Herkunft der Proben verwendet. Die Mittelwerte
der zwei unabhängigen
Messungen wurden zur Berechnung der Ergebnisse verwendet (Mittel ± SD).
Unterschiede in den Verhältnissen
Intima/Media-Dicke zwischen den beiden Gruppen wurden mittels ANOVA
analysiert, gefolgt von einem modifizierten t-Test (* p < 0.05).
-
RT-PCR:
Die 7 Tage nach dem Gentransfer entnommenen distalen Abschnitte
der VEGF (n = 2) und lacZ (n = 2) transfizierten Arterien wurden
für die
Isolierung der mRNA verwendet (Micro-Fast Track, Invitrogen) und wurden unter
Verwendung von AMVL Reverser Transkriptase (5U pro Reaktion, Boehringer)
und Random Hexamer-Primern (cDNA cycle Kit, Invitrogen) wie beschrieben
(Hiltunen et al: Circulation (1995) 92: 3297–3303) in einzelsträngige cDNA
revers transkribiert. Eine PCR mit 35 Zyklen wurde mit Taq Polymerase (Boehringer)
und mit für
das transfizierte pCMV5-VEGF-164-Konstrukt spezifischen Primern
(5'-Primer: SEQ ID
No. 9; 3'-Primer
SEQ: ID No. 10; Parameter der PCR-Zyklen: 1 min 90°C, 1 min
60°C; 1
min 72°C,
ausgenommen dem letzten Reaktionszyklus 5 min) vorgenommen. Ein
amplifiziertes Fragment mit einer erwarteten Länge (547 nt) war in den VEGF-transfizierten
Arterien zu sehen. DNA-Molekulargewichtsmarker
(1 kb-Leiter, BRL) werden auf beiden Seiten des Gels gezeigt.
-
Es
wurden Mikrographien genommen, welche die Eigenschaften der Halsschlagadern
der Kaninchen 7 Tage nach VEGF- oder lacZ-Gentransfer zeigen. Immunfärbungen
der transfizierten Arterien zeigten: Die Kontrollarterie, die mit
lacZ-Plasmid/Liposomen transfiziert wurde (SMC-spezifischer MAk
HHF-35, 1 : 500 Verdünnung,
Enzo Diagnostics) zeigte eine typische Intimaverdickung. Die mit
VEGF-Plasmid/Liposomen transfizierte Arterie (SMC-spezifischer MAk
HHF-35) zeigte nur eine begrenzte Intimaverdickung; In allen untersuchten
Gefäßabschnitten
lag Endothel vor (Serienschnitt zu A, EC-spezifischer MAk CD31, 1 : 50 Verdünnung, DAKO);
Es war kein Anzeichen einer Inflammation in VEGF- und lacZ-transfizierten
Arterien zu erkennen (Makrophagen-spezifische MAk RAM-11, 1 : 500
Verdünnung,
DAKO); 14 Tage nach dem Gentransfer war eine Neovaskularisation
in der Adventitia der VEGF-transfizierten Arterien zu sehen (Hämatoxylin-Eosin-Färbung).
-
Das
Avidin-Biotin Meerrettich-Peroxidase-Verfahren (Vector Elite, Vector
Labs) wurde für
die Immunfärbungen
verwendet (Ylä-Herttuala
et al, PNAS (1990) 87: 6959–6963).
Kontrollen für
die Immunfärbungen umfaßten Inkubationen
mit irrelevanten klassen- und speziesangepaßten Immunglobulinen und Inkubationen, bei
denen die primären
Antikörper
ausgelassen wurden. In situ-Hybridisierungen wurden unter Verwendung einer
anti-sense VEGF-Riboprobe (583 nt) vorgenommen, die aus pBluescript
SK-Plasmid (Stratagene) wie beschrieben (Ylä-Herttuala et al (1990), siehe oben)
synthetisiert wurde. In Paraffin eingebettete Schnitte werden mit
Proteinase K vorbehandelt, acetyliert und unter Verwendung von 35-S-UTP
(DuPont, NEN)-markierten Riboproben (6 × 106 cpm/ml)
bei 52°C
16 Stunden hybridisiert. Nach der Hybridisierung wurde abschließend mit
0.1 × SSC
bei 60°C
30 min gewaschen. Die Signalerkennung geschah mittels Autoradiographie
(Eastman-Kodak NAB-2).
Kontrollhybridisierungen mit einer nicht-hybridisierten sense-Riboprobe (Ylä-Herttuala
et al (1990), siehe oben) ergaben negative Ergebnisse. Die Schnitte
wurden mit Hämatoxylin
gegengefärbt.
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Beispiel 1.2
-
Der
Gentransfer wurde wie in Beispiel 1.1 beschrieben vorgenommen. Den
Kaninchen wurde einen Tag vor dem VEGF (n = 5) oder lacZ (n = 5)
Gentransfer beginnend L-NAME (70 mg/kg/Tag) mit dem Trinkwasser
verabreicht. Die Tiere wurden 7 Tage nach dem Gentransfer geopfert
und wie oben beschrieben hinsichtlich dem Verhältnis Intima/Media-Dicke und
der Histologie analysiert (Ylä-Herttuala
et al, Arteriosclerosis (1986) 6: 230–236; Ylä-Herttuala et al (1990), siehe
oben). Der Unterschied in der Intimaverdickung war aufgehoben.
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Beispiel 1.3
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Konfluente
Kulturen von HUVEC wurden zweimal mit serumfreiem Medium gewaschen
und mit diesem Medium entweder 15 min mit den angegebenen Konzentrationen
an rekombinantem humanen VEGF oder die angegebenen Zeiten mit 10
ng/ml VEGF inkubiert. In einigen Versuchen wurden die Zellen 1 Stunde mit
100 μM L-NAME
vorbehandelt und dann 10 min entweder mit oder ohne 10 ng/ml VEGF
behandelt. Das Medium wurde entfernt und die Zellen schnell bei
4°C durch
Zugabe von 10 mM Tris/HCl (pH 7.6), 5 mM EDTA, 50 mM NaCl, 30 mM
Natriumpyrophosphat, 50 mM NaF, 0.1 mM Na3VO4, 1 mM PMSF und 1% Triton X-100 (Lysepuffer)
lysiert. Die Lysate wurden durch Zentrifugation 10 min bei 15000 × g geklärt, und
Immunpräzipitationen
wurden durch Inkubation der geklärten
Lysate mit PY20 Anti-Phosphotyrosin mAk für 2 Stunden bei 40°C vorgenommen.
Die Immunpräzipitate
wurden gewonnen, indem die Lysate eine weiter Stunde mit Protein A-Agarose
inkubiert wurden. Die Immunpräzipitate
wurden dreimal mit Lysepuffer gewaschen und die Proteine dann mit
2 × SDS-PAGE
Probenpuffer extrahiert. Nach der SDS-PAGE wurden die immunpräzipitierten
Proteine auf Membranen übertragen
und dann mit PY20 mAk immungeblottet. Dies zeigt, daß VEGF die
Phosphorylation eines 205 kDa Hauptproteins induziert, das dem VEGF-Rezeptor
entspricht (hauptsächliche
tyrosinphosphorylierte Proteine an 100, 125, 145, 190 und 205).
L-NAME hebt die Antwort auf VEGF auf.
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Rekombinantes
VEGF wurde in einer Konzentration von 25 ng/ml für Zeiten bis zu 2 Stunden (die
Nitritproduktion wurde vom Intimaniveau von c. 16 μM erhöht und bei
1.8–2 μM gehalten)
oder in den angegebenen Konzentrationen von 0, 2.5, 25 ng/ml für 10 min
zugegeben. Die Wirkung von einer Vorbehandlung (1 Stunde) mit L-NAME
(100 μM)
auf die VEGF-Antwort
wurde nach Zugabe von 25 ng/ml VEGF für 10 min gemessen. Die Nitritproduktion
wurde mittels einem kapillaren Detektionsverfahren (Leone et al,
in Methods in Nitric Oxide Research, Feelisch und Stanler, eds.
John Wiley & Sons,
New York (1996) 499–508)
bestimmt. Das Niveau erhöhte
sich auf c. 19 und c. 2.1 μM
in Gegenwart von VEGF; es wurde durch Zugabe von L-NAME auf das
Kontrollniveau (c. 17 μM)
reduziert.
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Ergebnisse:
Es wurde gezeigt, daß im
Vergleich zu lacZ-transfizierten
Arterien, VEGF-Gentransfer die Intimaverdickung eine Woche nach
der Operation deutlich reduzierte (Intima/Media-Verhältnis 0.3
vs 1.1, < 0.05).
Die Wirkung war nach zwei Wochen geschwächt, was wahrscheinlich darauf
zurückzuführen ist,
daß der Gentransfer über Plasmid/Liposomen
typischerweise nur eine zeitweise Expression des transfizierten
Gens bewirkt, mit einer maximalen Proteinexpression zwischen 2 und
3 Tagen nach dem Gentransfer (Nabel et al, Ann. Rev. Physiol. (1994)
56: 741–761).
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Die
immunhistochemische Analyse der Arterien zeigte, daß die Intimaverdickung
fast ausschließlich aus
SMC bestand. In allen untersuchten Abschnitten lag eine Endothelschicht
vor. Keine Nebenwirkungen noch Inflammation wurden in den transfizierten
Arterien aufgezeigt.
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Die
Expression des transfizierten VEGF wurde durch RT-PCR mit für das Transgen
spezifischen Primern und durch in situ-Hybridisierung bestätigt. Die Expression von VEGF
und lacZ erfolgte größtenteils
in der Adventitia und im Außenmedium
in Fibroblasten und SMCs. Eine Neovaskularisation der Adventitia
war 14 Tage nach dem Gentransfer in drei der VEGF-transfizierten Arterien
zu sehen. Keine Neovaskularisation war in lacZ-transfizierten Arterien
zu sehen.
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Es
wurde gezeigt, daß der
lacZ-Plasmid/Liposomen-Gentransfer
mittels dem Manschettenmodell zu einem lokalen Gentransfer in 0.05%
der arteriellen Zellen führt.
Trotz der geringen Gentransfereffizienz führt die in der Manschette produzierte
sezernierte Form von VEGF zu biologischen Wirkungen in der lokalen
arteriellen Mikroumgebung, wie durch das Vorliegen von Neovaskularisation
in drei VEGF-transfizierten
Arterien 14 Tage nach dem Gentransfer gezeigt. Wie bei akuter Hypoxie
wird angenommen, daß das
sezernierte VEGF die EC durch Diffusion erreicht und an VEGF-Rezeptoren
auf EC bindet.
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Es
wurde die Hypothese aufgestellt, daß die inhibitorischen Wirkungen
von VEGF auf die Intimaverdickung entweder auf eine(n) direkt oder
indirekt VEGF-induzierten EC-abstammenden
Faktor oder Aktivität
zurückzuführen seien,
der (die) seinerseits (ihrerseits) die SMC-Proliferation inhibieren
kann. Insbesondere wurde die Hypothese aufgestellt, daß die Wirkungen
von VEGF auf die Intimaverdickung über den NO-pathway vermittelt werden. Diese Hypothese
wurde in einer Untergruppe New Zealand White Kaninchen (n = 8) getestet,
indem den Tieren während
der Gentransferversuche NO-Synthaseinhibitor L-NAME verabreicht
wird. Es wurde gezeigt, daß L-NAME den Unterschied
in der Intimaverdickung zwischen VEGF- und lacZ-transfizierten Arterien aufhebt.
Die Hauptzielzellen für
VEGF in der Arterienwand sind EC. Die einzigen anderen Zelltypen, die
VEGF-Rezeptoren besitzen, sind Monozyten, wie aber aus Immunzytochemie
mit spezifischen Antikörpern geschlossen
werden konnte, liegen unter diesen Bedingungen keine Monozyten in
den mit Manschetten versehenen Halsschlagadern vor.
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Diese
Ergebnisse (die Fähigkeiten
zur unterschiedlichen Intimaverdickung) waren mit der VEGF-induzierten
Inhibition der Intimaverdickung durch die Stimulierung der NO-Produktion
vereinbar. Es wurde somit untersucht, ob VEGF die NO-Produktion in EC-Kulturen
direkt stimulieren kann. VEGF induziert im Konzentrationsbereich
1–25 ng/ml
die Tyrosinphosphorylation eines 205 kDa Hauptproteins, das dem
VEGF-Rezeptor entspricht.
Die Zugabe von VEGF zu humanen umbilikalen venösen Endothelzellen (HUVEC)
in Kultur bewirkte, wie durch Messung des Nitritniveaus überwacht,
einen zeit- und konzentrationsabhängigen Anstieg der NO-Produktion.
Die Wirkung von VEGF auf die NO-Produktion war bereits 30 Sekunden
nach der Zugabe von VEGF zu sehen, erreichte ein Maximum nach 5
min und hielt bis zu 2 Stunden an. Die halbmaximale Wirkung von
VEGF wurde bei 5 ng/ml erreicht. Die VEGF-induzierte Phosphorylation
und NO-Produktion wurden in Gegenwart von 100 μM L-NAME vollständig aufgehoben.
Wahrscheinlich stimuliert der VEGF-Gentransfer die NO-Produktion
in EC in den transfizierten Arterien und schränkt die SMC-Proliferation zumindest
teilweise über
einen NO-vermittelten Mechanismus ein. Diese Schlüsse stimmen
mit den früheren
Beobachtungen überein,
daß die
Transfektion von Arterien mit der cDNA der endothelialen NO-Synthase
die Intimaverdickung verringert (Von der Leyon et al, PNAS (1995)
92: 1137–1141).
-
Callow
et al (siehe oben) und Asahara et al (siehe oben) kamen zu dem Ergebnis,
daß die
Verabreichung von VEGF-Protein die EC-Proliferation in freigelegten
Arterien stimuliert, aber die aktuellen Mechanismen, die bei der
Inhibition der Intimaverdickung mitwirken, wurden nicht untersucht.
In der mit Manschette versehenen Halsschlagader ist die Intimaverdickung
in Gegenwart eines anatomisch intakten Endothels stimuliert. Deshalb
ist es unwahrscheinlich, daß die
inhibitorische Wirkung von arteriellem VEGF-Gentransfer auf die
hier berichtete Intimaverdickung auf eine VEGF-stimulierte Reendothelisierung
zurückzuführen ist.
Gemäß diesen
Ergebnissen kann VEGF die NO-Produktion in HUVEC direkt stimulieren,
so daß dies
ein Mechanismus ist, durch den VEGF die Intimaverdickung inhibieren
kann. VEGF kann auch die Produktion anderer Faktoren stimulieren,
welche die SMC-Proliferation
negativ regulieren können,
einschließlich
TGF-β oder
Prostazyklin.
-
Beispiel 2
-
Unter
Verwendung von Plasmid/Liposomen-Komplexen für den Gentransfer, werden Moloney
Murine Leukemia Virus (MMLV)-abgeleitete
Retroviren, pseudotypisierte vesicular stomatitis virus protein-G (VSV-G)-beinhaltende
Retroviren und Adenoviren mit einer an die Adventita angelegten
Silastik-Manschette in die Halsschlagader von Kaninchen verabreicht.
Die Manschette wird deshalb verwendet, weil 1) sie ein Reservoir
für den
Gentransfer bietet; 2) keine intraluminalen Manipulationen vorgenommen
werden und das Endothel durchwegs anatomisch intakt bleibt; und
3) das Einsetzen der Manschette die Proliferation der arteriellen
glatten Muskelzellen (SMC) induziert und die Effizienz des retroviralen
Gentransfers erhöht,
wo eine Proliferation der Zielzellen erfordert ist.
-
Gentransfer:
Es werden New Zealand White Kaninchen (1.8–2.5 kg) verwendet. Das Narkotikum
war Fentanyl-Fluanison (0.3 ml/kg)/Midazolam (1 mg/kg) (Ylä-Herttuala
et al, J. Clin. Invest. (1995) 95: 2692–2698). Eine mediale Inzision
in den Hals legt die linke Halsschlagader frei. Eine biologisch
inerte 2 cm Silastikmanschette (MediGene Oy, Kuopio, Finnland) wurde
so um die Halsschlagader positioniert, daß sie die Adventitia an jedem
Ende leicht berührt
(Booth et al, siehe oben). Der Gentransfer wurde 4–5 Tage
nach dem Eingriff zum Einsetzen der Manschette vorgenommen. Für den Gentransfer
wurden die Tiere erneut betäubt. Die
Manschette, die operativ frei gelegt worden ist, wurde vorsichtig
geöffnet
und mit 500 μl
der Gentransferlösung
(siehe unten) gefüllt.
Die Inzision wurde verschlossen und die Arterien später auf
die Gentransfereffizienz hin untersucht.
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Histologische
Untersuchung: Die mit Manschetten versehen Arterien wurden vorsichtig
entnommen und in drei gleiche Abschnitte geteilt: das proximale
Drittel wurde 15 min in 4% Paraformaldehyd/PBS (pH 7.4) immersionsfixiert
und dann in OCT-Compound (Miles Scientific, USA) eingebettet. Das
mittlere Drittel wurde 4 Stunden in 4% Paraformaldehyd/PBS (pH 7.4)
immersionsfixiert, 48 Stunden in 15% Saccharose (pH 7.4) gewaschen
und in Paraffin eingebettet. Das distale Drittel wurde in OCT-Compound
eingebettet und zu Gefrierschnitten verarbeitet. Zehn zufällig gewählte Abschnitte
wurden mit X-Gal
12 Stunden auf β-Galaktosidaseaktivität gefärbt und
zur Bestimmung der Gentransfereffizienz verwendet (Nabel et al,
Science (1990) 249: 1285–1288;
Ylä-Herttuala
et al (1995), siehe oben). Die Gentransfereffizienz wurde als der
prozentuale Anteil der β-Galaktosidase-enthaltenden
Zellen als Anteil der Gesamtzahl der Zellkerne in 20 zufällig gewählten 100X
Feldern berechnet. Zufällig
gewählte
Schnitte jeden dritten Abschnittes der mit Manschetten versehenen Arterien
wurden für
Immunzytochemie und Analyse der Zelltypen und/oder der Verhältnisse
Intima/Media-Dicke verwendet (Booth et al, siehe oben).
-
Die
Zelltypen wurden unter Verwendung der folgenden Antikörper identifiziert:
SMC : HHF-35 mAk (1 : 500 Verdünnung;
Enzo Diagnostics, USA), α-Actin
mAk (1 : 1000 Verdünnung;
Sigma Chemical Co.); Makrophagen : RAM-11 mAk (1 : 1000 Verdünnung; Dako,
USA), Anti-CD68 mAk (1 : 250 Verdünnung; Dako); Endothelzellen
Anti-CD31 mAk (1 : 50 Verdünnung;
Dako); Polymorphonukleäre
Leukozyten Anti-CD45 mAk (1 : 100 Verdünnung; Dako); und Anti-Kaninchen
T-Zellen: MCA 805 mAk (1 : 1000 Verdünnung; Dako). Das Avidin-Biotin
Meerrettich-Peroxidase-Verfahren
wurde für
die Signaldetektion verwendet (Vector laboratories) (Ylä-Herttuala
et al (1995), siehe oben). Nach der Immunfärbung wurden die Gewebeschnitte
mit Hämatoxylin gegengefärbt.
-
Bestimmung
des Proliferationsindex: Der Proliferationsindex in den mit Manschetten
versehenen Arterien wurde durch 5-bromo-2'-deoxyuridine(BrdU)-Markierung bestimmt
(Soma et al, Arterioscler. Thromb. (1993) 13: 571–578). New
Zealand White Kaninchen (n = 12) wird 3 Stunden vor ihrer Opferung
BrdU (40 mg/kg Körpergewicht)
injiziert. Die Halsschlagadern werden über Nacht in 70% Ethanol fixiert
und in Paraffin eingebettet. Serienschnitte (20 Schnitte pro Tier)
wurden nach Propidiumiodidfärbung
der Zellkerne mit FITC-markiertem Anti-Maus IgG (Dako) zur Detektion
des BrdU gefärbt.
Der Labelling-Index wurde als der prozentuale Anteil der BrdU-positiven
Zellkerne berechnet. Die kontralateralen Halsschlagadern wurden
scheinoperiert und als Kontrollen verwendet.
-
Plasmid/Liposomen:
pCMV-β-Galaktosidase
(lacZ)-Expressionsplasmid (Promega) wurde mit Lipofektinreagenz
(BRL) wie folgt komplexiert 25 μg
Plasmid wurden langsam mit 25 μl
Lipofektinreagenz vermischt und mit Ringer-Lösung auf 500 μl verdünnt. In
der Plasmid/Lipofektin-Lösung
waren keine Niederschläge
zu sehen. Die Mischung wurde mindestens 15 min bei Raumtemperatur
stehen gelassen und innerhalb zwei Stunden für den Gentransfer verwendet.
Plasmidpräparationen
wurden auf die Abwesenheit einer Lipopolysaccharidkontamination
hin kontrolliert (Limulus Assay, Sigma Chemical Co.).
-
Retroviren:
LacZ-enthaltende pLZRNL MMLV Retroviren (Ylä-Herttuala et al (1995), siehe oben; Miyanohara
et al, PNAS (1988) 85: 6538–6542)
oder LacZ VSV-G pseudotypisierte Retroviren (Yee et al, PNAS (1994)
91: 9564–9568)
wurden für
die Studien verwendet. In beiden wird die Expression von lacZ durch die
5'LTR gesteuert.
Replikationsdefiziente LZRNL amphotrope Retroviren wurden in PA317-Zellen
verpackt und mit einem Titer von 5 × 105 cfu/ml
wie beschrieben verwendet (Ylä-Herttuala et al (1995),
siehe oben). Replikationsdefiziente VSV-G pseudotypisierte Retroviren
wurden in 293 GP-Zellen mittels transienter Transfektion hergestellt
(Yee et al, siehe oben). Pseudotypisierte Retroviren wurden mittels
Ultrazentrifugation konzentriert und mit einem Titer von 1 × 107 cfu/ml verwendet. Vor Gebrauch wurden die
retroviralen Präparationen auf
die Abwesenheit jeglicher bakterieller Kontaminationen oder Helferviren
hin kontrolliert (Yee et al, siehe oben).
-
Adenovirale
Vektoren: Replikationsdefiziente E1-deletierte Adenoviren wurden
für die
Studien verwendet (Gosh-Choudhury et al, Gene (1986) 50: 161–171; Simari
et al, J. Clin. Invest. (1996) 98: 225–235). Kern-gerichtete β-Galaktosidase
unter einem β-Actin-Promotor
und einem CMV-Enhancer wurde mittels homologer Rekombination in
den E1-deletierten Bereich des adenoviralen Genoms kloniert (Gosh-Choudhury
et al, siehe oben; Simari et al, siehe oben). Replikationsdefiziente
Adenoviren wurden in 293-Zellen hergestellt und mittels Ultrazentrifugation
konzentriert. Titer von 1 × 109 cfu/ml wurden für die Gentransferversuche verwendet.
Die adenoviralen Präparationen
wurden auf die Abwesenheit von Helferviren oder bakteriellen Kontaminationen
hin analysiert (Gosh-Choudhury et al, siehe oben).
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Ergebnisse:
Die Adventitia-Manschette führte
zu einer neointimalen Hyperplasie 7–14 Tage nach der Operation.
Das Endothel blieb über
die Dauer der Studien hinweg anatomisch intakt. Die BrdU-Markierung
ließ einen
Peak des Proliferationsindex von 23% 3 Tage nach der Operation erkennen.
Die Neointima bestand ausschließlich
aus SMC. Plasmid/Liposomen-Komplexe führten zu einem detektierbaren
Gentransfer in die Adventitia und das Außenmedium, mit einer Effizienz
von unter 0.01%. Nicht transfizierte oder Liposomen-behandelte mit Manschetten
versehene Arterien zeigten keine Färbung für β-Galaktosidase-Aktivität.
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Der
adventitielle retrovirale Gentransfer war weniger wirksam ohne die
Manschette, wahrscheinlich deshalb, weil retroviraler Gentransfer
nur in proliferierenden Zellen erfolgt. Die Gentransfereffizienz
mit replikationsdefizienten MMLV-Retroviren war gering (unter 0.01%).
Die Gentransfereffizienz mit VSV-G pseudotypisierten Retroviren
war 0.1%. Bei der Verwendung von MMLV- und VSV-G-Retroviren war
in der Adventitia und im Außenmedium
eine β-Galaktosidase-Färbung zu
sehen.
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Replikationsdefiziente
Adenoviren ergaben einen wirksamen Gentransfer mit einer in der
Adventitia und im Außenmedium
detektierten β-Galaktosidase-Färbung. Interessanterweise
war auch in einigen Endothelzellen und in einigen Intimazellen eine
Färbung
zu sehen. Da das lacZ-Adenoviruskonstrukt ein Kernlokalisierungssignal
für β-Galaktosidase
enthielt, war eine intensive X-gal-Färbung in den Zellkernen der
transfizierten Zellen lokalisiert. Die Gentransfereffizienz war,
aus der Gesamtzahl der gefärbten
Zellkerne in den analysierten Schnitten geschätzt, ungefähr 10%. Einige inflammatorische
Zellen waren in VSV-G-Retrovirus- und Adenovirustransfizierten Arterien
zu sehen. Keine inflammatorischen Zellen waren in den Plasmid/Liposomentransfizierten
Arterien zu sehen.
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In
diesem Beispiel erfolgte der Transfer des β-Galaktosidase (lacZ)-Markergens in die
Adventitia und Außenmembran
mit allen Gentransfersystemen. Adenoviren übertrugen das Gen für β-Galaktosidase
auch an einige Endothelzellen. Nach fünf Tagen erbrachten adenovirale
Vektoren die höchste
Gentransfereffizienz mit einer β-Galaktosidase-Aktivität für bis zu
10% der Zellen. Pseudotypisierte VSV-G-Retroviren waren auch wirksam, indem
sie den Gentransfer in 0.1% der Zellen in der Adventita und Außenmembran
erzielten. Plasmid/Liposomen-Komplexe und MMLV-Retroviren infizierten < 0.01% der Zellen.
Mit keinem der Gentransfersysteme waren Nebenreaktionen im Gewebe
zu sehen.
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Replikationsdefiziente
Adenoviren, VSV-G pseudotypisierte Retroviren und Plasmid/Liposomen-Komplexe
können
somit für
den Gentransfer zur Arterienwand mittels des Manschettenverfahrens
verwendet werden. Wirkungen auf mediale SMC und selbst das Endothel
können
von der adventitiellen Seite her erreicht werden.
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