Technisches Gebiet
-
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Messung der in Gießöfen enthaltenen Menge flüssigen
Metalles.
Stand der Technik:
-
Aus einer Anzahl von Gründen ist es ein Wunsch, exakt zu wissen, wieviel Metall zu jeder Zeit in einem
Gießofen vor dem Beginn des Gießens, während des Gießprozesses und nach der Beendigung des Gießens
enthalten ist. Beim halbkontinuierlichen Gießen von Stangen und Barren aus Aluminium werden Gußöfen
verwendet, die 60 bis 80 Tonnen geschmolzenen Aluminiums enthalten können. Es ist wichtig, daß man vor
Beginn des Gießens die Menge des im Gußofen enthaltenen Aluminiums weiß, um sicherzustellen, daß die
Stangen oder Barren bis zur vorgesehenen Länge gegossen werden können. Weiters ist es wichtig, die Menge
des nach dem Gießen im Ofen verbliebenen Aluminiums zu wissen, da die verbleibende Menge an Metall
den Start für die nächste Lage des im Ofen hergestellten Aluminiums darstellt und man diese Metallmenge in
die Rechnung mit einbeziehen muß, um eine korrekte Zusammensetzung der Aluminiumlegierung während
der Herstellung der nächsten Lage im Ofen zu erhalten.
-
Es ist weiters bekannt, daß die tatsächlichen Volumen von Gießöfen sich während deren Verwendung
ändern, da einerseits die Auskleidungen der Öfen einer Abnutzung unterworfen sind, was zu einer
Vergrößerung des Volumens führt und daß andererseits sich Krätze und Schlacke an den Wänden ablagert,
was zu einer Verringerung des Volumens führt. Es können beispielsweise neue Gießöfen für Aluminium 60
Tonnen geschmolzenen Aluminiums aufnehmen, während sie nach zwei oder drei Jahren der Benutzung 70
Tonnen aufnehmen können.
-
Es ist bekannt, die in solchen Öfen enthaltene Metallmenge durch Wiegen festzustellen (siehe beispielsweise
DE-A 24 30 835), doch hat man festgestellt, daß es aus einer Reihe von Gründen schwierig und kostspielig
ist, für solche Öfen ein stabiles Wägesystem aufrecht zu erhalten. Die Ofenkonstruktion selbst kann 200 bis
300 Tonnen wiegen und ist wesentlichen thermischen und mechanischen Beanspruchungen während des
Betriebes ausgesetzt. Weiters ist es schwer, die Volumensänderungen im Ofen zufolge der Abnutzung der
Auskleidung zu berücksichtigen, da es dies notwendig macht, den Ofen vollständig zu entleeren, um den
leeren Ofen zu wiegen. Das Tarieren des Wägesystems macht ebenfalls das vollständige Entleeren des Ofens
notwendig. Auch die Kalibrierung des Wägesystems erfordert das vollständige Entleeren des Ofens und die
Zugabe bekannter Gewichte in den Ofen. Beide Maßnahmen unterbrechen den Betrieb des Gießofens.
Weiters kann das Gewichtssystem nur verwendet werden, um die Menge des Metalles im Ofen festzustellen
und kann nicht verwendet werden, um die Menge des Metalles in den Gießrinnen, Filtern etc. zwischen dem
Auslaß des Ofens und den Gußformen zu bestimmen. Schließlich kann ein Wägesystem nicht von sich aus
feststellen, wenn es nicht mehr kalibriert ist. Dies bedeutet, daß jedes Wägesystem regelmäßig überprüft und
kalibriert werden muß.
Offenbarung der Erfindung:
-
Es besteht daher ein Bedarf an einer verläßlichen Methode zur Berechnung der Menge des Metalles in einem
Gießofen, bei dem die Menge des Metalles im Gießofen und die Menge des Metalles in den Gießrinnen
zwischen dem Gießofen und den Gießformen jederzeit während des Gießprozesses berechnet werden kann
und wobei diese Methode die Abnutzung und andere Volumensänderungen des Gießofens berücksichtigt.
-
Es ist ein Ziel der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zur Bestimmung der Metallmenge in kippbaren
Gießöfen zu liefern, das darauf basiert, daß die Menge des Metalls bestimmt wird, die zu jeder gegebenen
Zeit während des Gießprozesses aus dem Ofen gegossen wurde.
-
Demgemäß betrifft die vorliegende Erfindung ein Verfahren zur Bestimmung der Menge des flüssigen
Metalles, das in kippbaren Gießöfen enthalten ist, wobei dieses Verfahren dadurch gekennzeichnet ist, daß
eine Referenzkurve für die Metallmenge im Ofen als Funktion des Ofenkippwinkels bei einem gegebenen
Referenzniveau des Metalles an der Ofenauslaßöffnung bestimmt und beibehalten wird und daß die Menge
des Metalls, das im Gießofen bei irgendeinem Ofenkippwinkel während des Gießprozeßes enthalten ist, aus
der Referenzkurve entnommen wird, nach einer Korrektur, die von der Abweichung des tatsächlichen
Metallniveaus vom Referenzniveau des Metalls abhängt.
-
Die Referenzkurve für die im Ofen befindliche Metallmenge als Funktion des Kippwinkels wird bevorzugt
durch Berechnung einer Kurve für die Metallmenge im Ofen, basierend auf der Ofengeometrie, erhalten,
wonach die Mengen des Metalles die während einer Vielzahl von Intervallen beim Übergang von einem
Kippwinkel zu einem größeren Kippwinkel aus dem Ofen gegossen werden, während ein konstantes
Metallniveau an der Auslaßöffnung des Ofens eingehalten wird, bestimmt werden und entsprechende
Neigungen zu einer exakten Kurve für die Metallmenge, die aus dem Ofen gegossen wird, als Funktion des
Kippwinkels berechnet wird, basierend auf der festgestellten Metallmenge, die aus dem Ofen während einer
Vielzahl von Intervallen beim Übergang von einem Kippwinkel zu einem größeren Kippwinkel bestimmt
wird, beladen des Ofens mit einer bekannten Metallmenge und Kippen des Ofens zu einem Kippwinkel, bei
dem das Metallniveau auf das Referenzniveau an der Ofenauslaßöffnung steigt, wodurch ein Punkt für eine
bekannte Metallmenge im Ofen für einen einzelnen Kippwinkel bestimmt wird und wobei die Referenzkurve
für die im Ofen befindliche Metallmenge als Funktion des Ofenkippwinkels durch den bestimmten Punkt der
Metallmenge im Ofen für den einzelnen Kippwinkel gelegt wird.
-
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform wird mehr als ein solcher exakter Punkt der Referenzkurve für
bekannte Metallmengen, die dem Ofen zugegeben werden, und auch die entsprechenden Kippwinkel, bei
denen das Metallniveau im Ofen während des Kippens auf das Referenzniveau steigt, bestimmt.
-
Bei der Bestimmung der Referenzkurve wird die Menge des jeweils zwischen einem Kippwinkel und einem
größeren Kippwinkel aus dem Ofen gegossenen Metalls als die in die Gießform oder Gießformen fließende
Menge bestimmt, während ein konstantes Metallniveau an der Auslaßöffnung des Ofens eingehalten wird.
Die Menge des in die Gießformen gefüllten Metalls wird, basierend auf der Anzahl der Gießformen, dem
Querschnitt der Gießformen, der Länge der zu gegebener Zeit gegossenen Stücke und der Dichte des
Metalles bestimmt. Diese Daten sind leicht zu erhalten und in Computern zu speichern:
-
Das Metallniveau an der Ofenauslaßöffnung und im Gießrinnensystem wird mit Hilfe eines oder mehrerer
Sensoren überwacht. Während des Gießprozesses wird die Menge des im Ofen bei einem gegebenen
Kippwinkel des Ofens enthaltenen Metalls von der Referenzkurve abgelesen unter der Maßgabe, daß das
tatsächliche Metallniveau dem Refernzniveau gleich ist. Wenn das tatsächlich festgestellte Metallniveau vom
Referenzniveau abweicht, wird die im Ofen befindliche Metallmenge folgendermaßen adjustiert: Wenn das
tatsächlich festgestellte Metallniveau höher ist als das Referenzniveau wird die vorgegebene Metallmenge im
Ofen durch Zugabe einer Korrektur, die der Menge des Metalles im Ofen, daß sich oberhalb des
Referenzniveaus befindet, entspricht, adjustiert. Die Metallmenge im Ofen zwischen dem Referenzniveau
und dem tatsächlich festgestellten Metallniveau kann, basierend auf der Ofengeometrie, dem Kippwinkel und
dem Abstand zwischen dem Referenzniveau und dem tatsächlich festgestellten Metallniveau berechnet
werden.
-
Wenn das tatsächlich festgestellte Metallniveau niedriger ist als das Referenzniveau, wird die obige
Korrektur durch Substraktion von der gemäß der Referenzkurve im Ofen befindlichen Metallmenge
vorgenommen.
-
Um die Referenzkurve zu überprüfen, wird bei jedem Gießen vom Ofen die Menge des aus dem Ofen
gegossenen Metalls für eine Vielzahl von Intervallen zwischen einem Kippwinkel zu einem größeren
Kippwinkel festgehalten und basierend auf diesen Registrierungen wird eine Kurve berechnet, die mit der
Referenzkurve verglichen wird. Die Kurve, die aus den registrierten, aus dem Ofen gegossenen
Metallmengen in Abhängigkeit vom Kippwinkel bestimmt wurde, wird mit Kurven verglichen, die
akzeptierte Abweichungen von der Referenzkurve darstellen. Wenn die berechneten Kurven für einen oder
mehrere aufeinanderfolgende Gießprozesse aus dem Gießofen im allgemeinen außerhalb der zugelassenen
Abweichungen der Referenzkurve liegen, werden die dafür verantwortlichen Gründe überprüft.
-
Wenn festgestellt wird, daß die Ursache eine unkorrekte Bestimmung des vom Ofen vergossenen Metalles
ist, wird die Referenzkurve nicht verändert. Wenn keine solche unkorrekten Werte vorliegen, wird eine neue
Referenzkurve für die im Ofen befindliche Metallmenge als Funktion des Kippwinkels geschaffen, basierend
auf einer Auswahl von Abschnitten von einer Anzahl der vorhergehenden Gießprozesse oder von einer
Anzahl von Abschnitten von einer Anzahl kommender Gießprozesse. Wenn die berechneten Kurven von
Gießprozeß zu Gießprozeß nur geringe Veränderung aufweisen, bevor die zulässigen Abweichungsgrenzen
überschritten wurden, wird es bevorzugt, die neue Referenzkurve für die im Ofen befindliche Metallmenge
als Funktion des Kippwinkels auf eine Anzahl der unmittelbar vorausgehenden Gießprozesse zu stützen, da
in diesem Fall die Ursache für die Veränderung eine langsame Veränderung des Ofenvolumens,
beispielsweise ein Resultat der Abnutzung der Auskleidung ist.
-
Wenn die berechneten Kurven für einen Gießprozeß stark von den berechneten Kurven vorhergehender
Gießprozesse abweicht, wird es bevorzugt, eine neue Referenzkurve für die im Ofen befindliche
Metallmenge in Abhängigkeit vom Kippwinkel des Ofens auf eine Anzahl kommender Gießprozesse zu
stützen, da in diesem Fall die Abweichung wahrscheinlich durch eine plötzliche Volumsänderung des Ofens,
beispielsweise verursacht durch das Ablösen größerer Teile der Ofenauskleidung verursacht wurde.
-
Auf diese Weise wird eine kontinuierliche Überprüfung der Referenzkurve erreicht und die Referenzkurve
kann jederzeit durch eine neue Referenzkurve ersetzt werden.
-
Durch das erfindungsgemäße Verfahren werden weitere Vorteile erreicht, da die im Ofen befindliche
Metallmenge und die im Gießrinnensystem zwischen der Auslaßöffnung des Ofens und den Gießformen
enthaltene Metallmenge jederzeit während des Gießprozesses bekannt sind. Beim Vertikalgießen einer
Vielzahl von Stangen oder Barren aus Aluminium oder Aluminiumlegierung, die auf eine vorbestimmte
Länge gegossen werden sollen, kann dies beispielsweise während des Gießprozesses verwendet werden,
wenn dabei festgestellt wird, daß die verbleibende Menge an Metall im Ofen und im Gießrinnensystem zu
klein ist, um das Gießen der Stangen oder Barren auf die vorbestimmte Länge zu ermöglichen, es können
dann die Gießformen für eine oder mehrere der Stangen oder Barren verschlossen werden, wodurch
sichergestellt wird, daß die vorbestimmte Länge für die verbleibenden Stangen oder Barren erreicht wird.
-
Am Ende des Gießprozesses ist die Menge des im Ofen verbliebenen Metalls bekannt und diese verbleibende
Metallmenge kann berücksichtigt werden, wenn die chemische Zusammensetzung der nächsten im Ofen
herzustellenden Metallcharge bestimmt wird.
-
Weiters können die verwendeten Referenzkurven gespeichert werden und können verwendet werden, um den
Ofenzustand zu überwachen, beispielsweise die Abnutzung der Auskleidung und den Aufbau von Schlacke
und Krätze. Da die Referenzkurven, die Metallmengen als Funktion der Kippwinkel angeben, kann man
durch Vergleichen der gespeicherten Referenzkurven angeben, in welchem Teil des Ofens die Abnutzung der
Auskleidung am raschesten fortschreitet und darauf basierend ist man in der Lage, die korrekte Zeit für die
Reparatur der Ofenauskleidung zu bestimmen.
-
Das erfindungsgemäße Verfahren hat den weiteren Vorteil, daß die Referenzkurve für die im Ofen
befindliche Metallmenge als Funktion des Kippwinkels jederzeit, basierend auf den gespeicherten Werten
vorhergehender Gießprozesse, kalibriert und adjustiert werden kann.
-
Während praktischer Versuche wurde festgestellt, daß bei Verwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens
die Möglichkeit besteht, eine Genauigkeit zu erreichen, die besser ist als ± 1000 kg bei einem Ofen, der 60
Tonnen flüssigen Metalls enthält und daß die Genauigkeit mit Erhöhung des Kippwinkels ansteigt.
-
Das erfindungsgemäße Verfahren kann leicht auf bestehende kippbare Gießöfen angewandt werden, da
üblicherweise Computer schon installiert sind, um solche Gießöfen zu überwachen und diese können
verwendet werden, um die notwendigen Daten zu erhalten und speichern.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen.:
-
Fig. 1 zeigt eine Draufsicht auf eine kippbare Gießform mit Waschsystem,
-
Fig. 2 zeigt einen vertikalen Schnitt entlang der Linie I-I der Fig. 1,
-
Fig. 3 zeigt eine berechnete Kurve für die in einem Gießofen befindliche Metallmenge als Funktion des
Kippwinkels des Ofens,
-
Fig. 4 zeigt eine Kurve A für die Menge des aus dem Ofen gegossenen Metalls als Funktion des
Kippwinkels und eine Referenzkurve B fit die Menge des im Ofen befindlichen Metalls als Funktion des
Kippwinkels und
-
Fig. 5 zeigt die Referenzkurve B mit Grenzwerten.
Detaillierte Beschreibung der bevorzugten Ausführungsform:
-
Die Fig. 1 und 2 zeigen einen Gießofen 1 für Aluminium. Der Ofen 1 ist kippbar und hat eine Auslaßöffnung
2. Wenn der Ofen gekippt wird, fließt Metall aus der Auslaßöffnung 2 und füllt eine erste Gießrinne 3, eine
Filtereinheit 4, eine zweite Gießrinne 5 und einen Verteiler 6 auf einem Gießtisch 7. Vom Verteiler 6 wird
das Metall einer Anzahl von Gießformen (nicht dargestellt) zum vertikalen Gießen von Stangen 8 zugeführt.
Während des Gießprozesses ruhen die unteren Enden der Stangen 8 auf einem vertikal-beweglichen Tisch 9,
der während des Gießprozesses mittels eines Hydraulikzylinders 10 abgesenkt wird. Der Tisch 9 ist auf
übliche Weise in einem Gußrahmen (nicht dargestellt) enthalten.
-
Während des Gießprozesses wird die Metallmenge in den ersten und zweiten Gießrinnen 3, 5 und im
Verteiler 6 so stabil wie möglich gehalten. Das Metallniveau wird durch Änderung des Kippwinkels des
Gießofens 1 gesteuert.
-
Das Metallniveau wird durch Sensoren 12 überwacht. In Fig. 2 sind zwei Sensoren 12 vorgesehen, doch kann
nur ein Sensor oder mehr als zwei Sensoren verwendet werden. Um eine Referenzkurve für die im Gießofen
1 befindliche Metallmenge als Funktion des Kippwinkels gemäß der vorliegenden Erfindung zu schaffen,
startet man mit einer berechneten Kurve für die im Gießofen befindliche Metallmenge als Funktion des
Kippwinkels des Gießofens 1. Eine solche berechnete Kurve ist in Fig. 3 dargestellt. Es ist nicht notwendig
für das erfindungsgemäße Verfahren, daß die berechnete Kurve, die die im Gießofen 1 befindliche
Metallmenge als Funktion des Kippwinkels zeigt, korrekt ist.
-
Zu Beginn des Gießprozesses wird der Gießofen 1 so gekippt, daß Metall aus der Auslaßöffnung 2 fließt und
die Gießrinnen 3, 4 und 6 und die Filtereinheit 5 bis zum Referenzniveau 11 füllt, worauf das Metall in die
Formen für die Stangen 8 fließen gelassen wird.
-
Um eine Verbindung zwischen dem Metallvolumen im Gießofen als Funktion des Kippwinkels des Ofens
herzustellen, wird folgende Prozedur befolgt:
-
Das in den Rinnen 3, 5 und 6 und den Filtereinheiten befindliche Metall wird für das Referenzmetallniveau
11 berechnet. Dies kann unter Verwendung der bekannten Geometrie der Rinnen und der Filtereinheit oder
durch andere Methoden erfolgen. Das Volumen des in den Stangen 8 vergossenen Metalls wird
kontinuierlich und basierend auf der Dichte des Metalls, des Querschnitts der Stangen 8, der Anzahl der
Stangen 8 und der Länge der Stangen 8 zu jeder Zeit während des Gießprozesses berechnet. Gleichzeitig
werden Abweichungen vom Metallreferenzniveau 11 im Rinnensystem durch die Sensoren 12 überwacht und
das aus dem Ofen vergossene Metallvolumen wird, wie oben beschrieben, korrigiert. Basierend auf den oben
genannten Daten kann das Volumen des aus dem Ofen vergossenen Metalls berechnet und jederzeit während
des Gießprozesses gespeichert werden. Dies erfolgt vorzugsweise unter Verwendung eines Computers, der
mit den notwendigen Daten versehen wird.
-
Die Menge des aus dem Ofen 1 vergossenen Metalls beim Übergang von einem Kippwinkel t(1) zu einem
größeren Kippwinkel t(2) wird bestimmt, basierend auf den für die beiden Kippwinkel gespeicherten Daten.
Eine Voraussetzung dafür ist, daß das Metallniveau im Rinnensystem konstant während des Übergangs vom
Winkel t(1) zum Kippwinkel t(2) bleibt. Wenn das Metallniveau während des Überganges vom Kippwinkel
t(1) zum Kippwinkel t(2) sich ändert, so muß man die Menge des aus dem Ofen vergossenen Metalls, wie
oben beschrieben, korrigieren.
-
Es wird angenommen, daß das Volumen des Metalls im Ofen 1 beim Kippwinkel t(1) auf der in Fig. 3
dargestellten Kurve liegt. Das Volumen des Metalles beim Kippwinkel t(2) wird dann in die Kurve in Fig. 3
gezeichnet. Die gerade Linie zwischen dem Punkt für das Volumen beim Kippwinkel t(1) und das Volumen
beim Kippwinkel t(2) repräsentiert dann die Neigung für das Intervall t(1) bis t(2) für die Volumenskurve
in Fig. 3. Die Bestimmung des aus dem Ofen vergossenen Volumens zwischen einem Kippwinkel und einem
größeren Kippwinkel wird für eine Vielzahl von Intervallen von Kippwinkeln während des Gießprozesses
durchgeführt und die Neigungen für eine reale Volumenskurve können so für eine Vielzahl von Intervallen
von Kippwinkeln bestimmt werden. In Fig. 3 ist aus Gründen der Vereinfachung nur für einige die
Bestimmung eingezeichnet. Wenn das Metallniveau vom Referenzniveau 11 abweicht, muß man die vom
Ofen vergossene Metallmenge, wie oben beschrieben, korrigieren. Die Bestimmung der Neigungen, wie oben
beschrieben, wird für eine Anzahl von Gießprozessen aus dem Gießofen 1 wiederholt, wodurch eine Anzahl
von Parallelen für die Neigungen in jedem Intervall erhalten wird.
-
Basierend auf den Neigungen, wie oben berechnet, wird eine reale Kurve für das aus dem Ofen vergossene
Metallvolumen als Funktion des Kippwinkels im Intervall der Neigungen, in denen der Metallfluß aus dem
Ofen festgehalten wurde, konstruiert. Eine solche Kurve A für das aus dem Ofen vergossene Metallvolumen
als Funktion des Kippwinkels des Ofens ist in Fig. 4 dargestellt.
-
Wie oben beschrieben, werden die Neigungen, die die Basis für die Konstruktion der Kurve A in Fig. 4 sind,
auf dem Volumen berechnet, das aus dem Gießofen 1 in den Intervallen von einem Kippwinkel zu einem
größeren Kippwinkel vergossen wird. Die Kurve A gibt daher keinen exakten Wert für das im Ofen
enthaltene Volumen bei einem gegebenen Kippwinkel. Um die Kurve A in Fig. 4 so zu adjustieren, daß sie
tatsächliche Volumen des im Ofen enthaltenen Metalls bei einem gegebenen Kippwinkel angibt, wird die
folgende Prozedur befolgt:
-
1. Der Ofen wird vollständig entleert.
-
2. Ein bekanntes Metallvolumen wird in den Ofen eingebracht.
-
3. Die Auslaßöffnung 2 des Gießofens 1 wird geschlossen und der Ofen wird zu dem Kippwinkel gekippt,
indem das Niveau des Metalls an der Auslaßöffnung 2 dem Metalkeferenzniveau entspricht.
-
Dieser Kippwinkel wird in die Kurve, wie dies der Punkt P in Fig. 4 zeigt, eingetragen. Die konstruierte
Kurve A wird sodann entlang der Volumensaxis der Kurve A in Fig. 4 verschoben, bis die Kurve den Punkt
P erreicht. Eine Referenzkurve B, die das Volumen des Metalls im Gießofen 1 als Funktion des Kippwinkels
des Ofens zeigt, wird dadurch erreicht.
-
Wie oben erwähnt, sind die Kurve A und damit auch die Referenzkurve B nur innerhalb des Bereiches der
Kippwinkel gültig, für die die Neigungen gemessen wurden. Die Referenzkurve B ist daher nicht für
komplett oder nahezu komplett gefüllte Öfen oder für nahezu leere Öfen gültig. Man kann jedoch die
Referenzkurve B sowohl für kleine Kippwinkel als auch für sehr große Kippwinkel bestimmen, indem man
die oben für die Bestimmung des Punktes P in Fig. 4 beschriebene Prozedur wiederholt. So kann man den
Ofen vollständig oder nahezu vollständig mit einer bekannten Metallmenge füllen und dann, mit
geschlossener Auslaßöffnung 2, den Ofen so kippen, daß man den Kippwinkel erreicht, bei dem das
Metallniveau im Ofen an der Auslaßöffnung 2 dem Referenzniveau 11 gleich ist und so den Startpunkt der
Referenzkurve B bestimmen. Auf die gleiche Weise kann man eine Charge mit bekanntem kleinen Volumen
des Metalles in den leeren Ofen füllen und den Kippwinkel bestimmen, bei dem diese bekannte Metallmenge
das Referenzniveau erreicht und so Punkte der Referenzkurve B bei sehr hohen Kippwinkeln bestimmen.
-
Wenn die Referenzkurve B bestimmt wurde, werden Kurven für Abweichgrenzen auf beiden Seiten der
Referenzkurve B eingezeichnet, wie dies die Kurven C und D in Fig. 5 zeigen.
-
Die Referenzkurve B kann nun verwendet werden, um die Menge des im Ofen befindlichen Metalles für
kommende Gießprozesse aus diesem Gießofen zu bestimmen, bis eine neue korrigierte Referenzkurve erstellt
wird.
-
Die Menge des im Ofen befindlichen Metalles wird aus der Referenzkurve B abgelesen. Wenn das
tatsächliche Niveau des Metalles vom Referenzniveau abweicht, muß die von der Referenzkurve B
abgelesene Metallmenge auf die folgende Weise adjustiert werden:
-
Wenn das tatsächlich festgestellte Metallniveau höher ist als das Referenzniveau wird die durch Ablesen der
Referenzkurve B erhaltene, im Ofen befindliche Metallmenge dadurch korrigiert, daß eine entsprechende
Korrekturmenge dazu addiert wird, die der Metallmenge im Ofen entspricht, die sich oberhalb des
Referenzniveaus 11 befindet. Die Menge des im Ofen befindlichen Metalles zwischen dem Referenzniveau
11 und dem festgestellten tatsächlichen Metallniveau kann in Kenntnis der Ofengeometrie, des Kippwinkels
und des Abstandes zwischen dem Referenzniveau und dem festgestellten tatsächlichen Metallniveau
berechnet werden.
-
Wenn das festgestellte tatsächliche Metallniveau niedriger ist als das Referenzniveau 11 wird die obige
Korrektur durchgeführt, indem von der mittels der Referenzkurve B festgestellten im Ofen befindlichen
Metallmenge einer Subtraktion durchgeführt wird.
-
Die Referenzkurve B wird bei jedem Gießen kontrolliert, indem das aus dem Ofen vergossene
Metallvolumen für eine Vielzahl von Intervallen von Kippwinkeln zwischen einem Kippwinkel und einem
größeren Kippwinkel auf die oben im Zusammenhang mit Erstellung der Referenzkurve B beschriebenen
Weg festgehalten wird. Diese Daten werden gespeichert und werden verwendet, um eine Kurve zu berechnen
für das im Gießofen befindliche Metall als eine Funktion der Kippwinkel. Diese Kurve wird mit der
Referenzkurve B verglichen und wenn die berechnete Kurve im allgemeinen zwischen den Kurven C und D
liegt, so wird die gleiche Referenzkurve B für den nächsten Gießprozeß verwendet. Auf diese Weise wird die
berechnete Kurve für das im Ofen befindliche Metallvolumen als Funktion des Kippwinkels mit der
Referenzkurve bei jedem Gießen verglichen. Die Menge des im Ofen verbleibenden Metalls ist somit
jederzeit während des Gießprozesses bekannt und so kann sichergestellt werden, daß die Stangen mit
vorbestimmter Länge erhalten werden können. Es ist weiters der Metallinhalt des Ofens nach dem Beendigen
des Gießens bekannt.
-
Wenn die berechnete Kurve für die Metallmenge als Funktion des Kippwinkels für ein oder mehrere
Gießprozesse aus dem Bereich, der durch die Kurven C und D in Fig. 5 definiert ist, fällt, wird zuerst
kontrolliert, ob die Berechnung des aus dem Ofen vergossenen Metalls korrekt ist. Wenn diese Kalkulation
korrekt ist, wird eine neue Referenzkurve auf die oben beschriebene Weise bestimmt.