Gebiet der Erfindung
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Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein
Verfahren zur Formung einer glasfaserverstärkten
Kunststofftafel nach dem Oberbegriff von Anspruch 1, z.B. wie in
der US-A-4 610 835 offenbart und bezieht sich
insbesondere auf ein Verfahren der Erzeugung einer
glasfasermattenverstärkten Kunststofftafel, ohne den Faserinhalt
als einen Oberflächendefekt auf der Oberfläche der
Tafel zu zeigen.
Hintergrund der Erfindung
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Glasfaserverstärkte Kunststoffe sind in der
Automobilindustrie in jüngeren Jahren weit verwendet worden.
Diese Kunststoffe umfassen eine plattenformende
Zusammensetzung, glasfaserverstärkte reaktionsspritzgießbare
Materialien und verschiedene andere glasfaserverstärkte
Kunststoffe. Die Vorteile von Leichtgewicht, hoher
Stärke, Rostbeständigkeit und relativ niedriger Kosten
machen diese Materialien ideal für viele
Automobilaußenkarosserietafelanwendungen.
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Von diesen Materialien ist das verstärkte
reaktionsspritzgießbare Material (RRIM) von besonderem Interesse
für die Automobilindustrie, weil es ökonomisch mit
einer Werkzeuganordnung relativ niedriger Kosten
verarbeitet werden kann. RRIM-Materialien, die mit
Glasfasermatten gefüllt sind, haben die Steifheit und die
Maßbeständigkeit in großem Maß erhöht und sind daher
insbesondere für viele
Automobilaußenkarosserietafelanwendungen geeignet. Die
Verarbeitung von derartigen glasfasermattenverstärkten
RIM ist relativ einfach. Das Verfahren bezieht das
Plazieren einer Glasfasermatte in einem Formhohlraum und
das Einspritzen des RIM-Materials in die geschlossene
Form hinein ein, so daß das RIM-Material durch die
Glasfasermatte durchtränkt ist. Ein abgeschlossenes
Kunststoffteil kann entfernt werden, nachdem es in der
Form gehärtet ist.
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Ein typisches RIM-Material, das in diesem Verfahren
verwendet wird, ist ein Material auf Polyurethan-Basis,
das aus zwei Komponenten, einem Isocyanat und einem
Polyol erzeugt wird. Der Druck in der Form eines
derartigen Materialsystems, das in einem RIM-Verfahren
verwendet wird, ist typischerweise weniger als 344,7 kPa
(50 psi). Als eine Folge kann eine Werkzeuganordnung
geringer Kosten mit niedriger klemmender Kraft für das
Verfahren verwendet werden.
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Die Maßstabilität des glasfasermattenverstärkten
RIM-Materials wird in großem Maße über jene eines
RIM-Materials verbessert, das mit gemahlenem Glas verstärkt ist.
Als eine Tatsache ist die Maßstabilität von
glasfasermattenverstärktem RIM selbst jener von Aluminium
überlegen. Diese überlegene Maßstabilität wird erreicht,
während andere traditionalle Nutzen von RRIM, z.B.
Steifheit, Stärke und Einfachheit der Verarbeitung
beibehalten werden.
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In dem Verarbeiten von glasfaserverstärkten
RIM-Materialien wurde ein neues Problem entdeckt. Dies wird im
allgemeinen ein "Faserauslesedefekt" genannt, der in der
Oberflächenschicht eines glasfasermattenverstärkten
RIM-Teils beobachtet wird. Es ist ein insbesondere
ernsthaftes Problem, wenn Tafeln für äußere
Automobilkarosserieanwendungen verwendet werden, wo ästhetische
Qualität von primärer Bedeutung ist.
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Das "Faserauslese-Defekt"-Problem ist in großem Maße
durch die Gegenwart von Glasfaser in der
Oberflächenschicht einer Kunststofftafel verursacht. Wenn eine
Tafel in einer Form unter Kompression angeordnet wird,
ist das Harzmaterial, das zwischen der Tafeloberfläche
und einer Glasfaser in der Oberflächenschicht der Tafel
angeordnet ist, unter höherem Druck als Harzmaterial
ist, das weg von einer Glasfaser angeordnet ist. Als
eine Folge wird, wenn das Teil aus der Form entfernt
wird, das ausgehärtete Material, das einer Glasfaser
benachbart angeordnet ist, sich mehr ausdehnen als das
einer Glasfaser nicht benachbarte Harzmaterial. Dies
hat eine Tafel mit einer Oberfläche zur Folge, die
hervorstehende Konturen von Glasfasern zeigt, welche
unmittelbar unterhalb der Oberfläche der Tafel angeordnet
sind, im allgemeinen bekannt als das
"Faserauslese-Phänomen" oder als der "Faserauslese-Defekt".
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Zahlreiche Bemühungen sind unternommen worden, um den
Faserauslese-Defekt zu korrigieren, der in den
glasfaserverstärkten Kunststofftafeln beobachtet wird.
Diese Bemühungen schließen die Erfindung ein, die in
der US-A-4 610 835 offenbart ist. In jener Anmeldung
hat der Erfinder gezeigt, daß die Aufbringung einer
oberen Überzugsschicht in einem sekundären Formprozeß
das Faserauslesen verbergen könnte, wenn Druck vor dem
Ende der Formungszyklus entlastet würde. Dieses
Verfahren erfordert jedoch eine empfindliche Prozeßsteuerung,
welche in einem Massenproduktionsverfahren nicht
durchführbar sein kann.
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Es ist daher ein Ziel der vorliegenden Erfindung, ein
Verfahren der Erzeugung von glasfasermattenverstärkten
RIM-Tafeln ohne den Faserauslese-Defekt zu schaffen,
welches ohne weiteres an ein Massenproduktionsverfahren
anpaßbar ist.
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Es ist ein weiteres Ziel der vorliegenden Erfindung ein
Verfahren der Herstellung von
glasfasermattenverstärkten RIM-Tafeln ohne den Faserauslese-Defekt zu
schaffen, so daß jene Tafeln ohne weiteres verziert werden
können, um eine vorverzierte Oberfläche für
Automobilaußenkarosserietafelanwendungen zu erzeugen.
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Es ist ein weiteres Ziel der vorliegenden Erfindung,
ein Verfahren der Herstellung von
glasfasermattenverstärkten RIM-Tafeln ohne den Faserauslese-Defekt zu
schaffen, indem die Verwendung von zumindest einer
Schicht eines flexiblen Blattmaterials in der
Formapparatur benachbart der geformten Tafel eingegliedert
wird.
Zusammenfassung der Erfindung
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Ein Verfahren der Kompressionsformung einer
glasfasermattenverstärkten Kunststofftafel nach der vorliegenden
Erfindung ist durch die Merkmale nach Anspruch 1
gekennzeichnet.
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Es ist entdeckt worden, daß einer der Faktoren, der für
die Bildung des Faserauslese-Defekts verantwortlich
ist, ungleichmäßige Spannungszustände in der
Oberflächenschicht der Tafel in den Bereichen der einer
Glasfaser benachbarten Harzmaterialien ist. Die
vorliegende Erfindung umfaßt eine neuartige Technik, in
welcher zumindest eine Schicht eines flexiblen
Blattmaterials in der Formapparatur während des
Formungsverfahrens verwendet wird, welche unmittelbar benachbart
der Nichterscheinungsoberfläche der geformten Tafel
angeordnet ist.
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In Übereinstimmung mit einer bevorzugten Anwendung der
vorliegenden Erfindung kann ein Verfahren der Erzeugung
glasfasermattenverstärkter Kunststofftafeln ohne den
Faserauslese-Defekt durch die folgenden operativen
Schritte ausgeführt werden.
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Zuerst wird ein Satz angeglichener Metall formen
vorbereitet, von welchen zumindest eine der zwei sich
gegenüberliegenden inneren Formoberflächen die
Erscheinungsoberfläche ist, die auf einer geformten Tafel zu
reproduzieren ist. Diese Erscheinungsoberfläche ist das
Spiegelbild der abgeschlossenen Oberfläche auf einer
geformten Tafel. Zumindest eine Schicht eines flexiblen
Blattmaterials wird auf der Formoberfläche angeordnet, was
die Nichterscheinungsseite der Tafeloberfläche erzeugt.
Eine oder mehrere Schichten von Glasfasermatten werden
dann in der Form angeordnet. Nachdem die zwei Hälften
der Form zusammengeschlossen werden, wird ein polymeres
Harz in den Formhohlraum eingespritzt. Eine
hinreichende Zeit wird für das Harz bewilligt,
auszuhärten, bevor die Form geöffnet wird. Eine
glasfasermattenverstärkte Kunststofftafel mit einer glatten
Erscheinungsoberfläche wird so erzeugt.
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Das flexible Blattmaterial dient der wichtigen
Funktion, die Spannungen zu vermindern, die auf den
Glasfasern durch den Klemmdruck der Form aufgebracht
werden.
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In einer weiteren Ausführung der Erfindung wird/werden
eine zusätzliche Schicht oder zusätzliche Schichten von
Glasfaserschleiern auf der Oberfläche der
Glasfasermatten benachbart der Erscheinungsoberfläche der
geformten Tafel angeordnet, um den Abstand der Glasfasern von
der Erscheinungsoberfläche zu steuern. Diese
zusätzliche Schicht oder diese zusätzlichen Schichten von
Glasfaserschleiern verbessern die Glattheit der
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Erscheinungsoberfläche der RIM-Tafel weiter, so daß
eine sog. "Klasse A Oberfläche" in der
Automobilindustrie direkt aus dem Formungsprozeß erhalten wird.
Eine "Klasse A Oberfläche" bedeutet im allgemeinen eine
Oberfläche, die direkt ohne irgendwelche weiteren
Nachbearbeitungsschritte lackiert werden kann und dann als
eine äußere Oberfläche eines Automobils verwendet
werden kann.
Beschreibung der Zeichnungen
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Andere Ziele, Merkmale und Vorteile der vorliegenden
Erfindung werden auf die Betrachtung der Beschreibung und
der angehängten Zeichnungen offensichtlich werden, in
welchen:
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Fig. 1 eine vergrößerte Querschnittsansicht
einer schematischen Darstellung von
Glasfasern ist, die in einer
Glasfasermatte zwischen zwei Formoberflächen und
einer Schicht eines Glasschleiers
enthalten sind,
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Fig. 2 eine vergrößerte Querschnittsansicht
einer schematischen Darstellung von
Glasfasern ist, die in einer
Glasfasermatte zwischen zwei Formoberflächen,
einer Schicht des Glasfaserschleiers
und einer Schicht eines flexiblen
Blattmaterials beinhaltet sind,
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Fig. 3 eine schematische Darstellung einer
Laborform ist, die in der vorliegenden
Erfindung verwendet wird,
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Fig. 4 Profilometerablesungen aus den
Oberflächen von RIM-Tafeln zeigt, die mit
Glasfasermatten verstärkt sind; (a) geformt
ohne die flexible Blattschicht; (b)
geformt mit der flexiblen Blattschicht.
Beschreibung des bevorzugten und alternativen
Ausführungsbeispiels
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Die vorliegende Erfindung ist ein einzigartiges
Verfahren, welches die Herstellung von
glasfasermattenverstärkten Kunststofftafeln ohne den Faserauslese-Defekt
ermöglicht. Die Technik zieht die Verwendung einer
zusätzlichen Schicht eines flexiblen Blattmaterials
zwischen den zwei inneren Formoberflächen benachbart der
Formoberfläche ein, welche verwendet wird, um die
Nichterscheinungsseite der geformten Tafel zu bilden. Ein
Polyurethan-RIM-Material wird dann in die Form hinein
eingespritzt, und zwar entweder durch einen Zentraleinguß
oder durch einen Seiteneinguß, nachdem Glasfasermatten
zuerst in dem Formhohlraum angeordnet werden.
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Eine bemerkbarere Verbesserung wird erreicht, wenn eine
oder mehrere Schichten von Glasfaserschleiern auf der
Oberseite der Glasfasermatte in der Erscheinungsseite
der RIM-Tafel verwendet werden. Dieses Verfahren wird
im Detail in dem alternativen Ausführungsbeispiel der
vorliegenden Erfindung beschrieben. Diese Verbesserung
durch die Verwendung von Glasfaserschleiern kann in
großem Maß der Tatsache zugeschrieben werden, daß die
Glasfasermatten weiter weg von der
Erscheinungsoberfläche der RIM-Tafel gehalten werden.
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Anfänglich auf Fig. 1 Bezug nehmend, worin eine
vergrößerte Querschnittsansicht einer schematischen
Darstellung von Glasfasern 10, die zwischen zwei Formgliedern
12 und 14 und einer Schicht von Glasschleier 16
enthalten
sind, gezeigt ist. Diese schematische Darstellung
ist zur Veranschaulichung gezeichnet und daher sind die
relativen Dicken der verschiedenen Materialien nicht
maßstabsgetreu gezeichnet. Es ist zu bemerken, daß die
Verwendung der Schicht von Glasschleier 16 fakultativ
und in der vorliegenden Erfindung nicht wesentlich ist.
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Der Zweck, Schichten von Glasfaserschleiern zu
verwenden, ist, den Abstand der Glasfasern 10, die in den
Glasfasermatten 20 enthalten sind, von der
Erscheinungsoberfläche 18 der RIM-Tafel zu steuern. Der
Glasschleier ist aus zerstückelten Glasfasern
zusammengesetzt, typischerweise 1 bis 10 cm lang, welche auf
zufällige Weise orientiert sind. Abhängig von dem Typus
des Glasschleiers variiert die Größe der Fasern und die
Anzahl der Fasern pro Bündel. In der vorliegenden
Erfindung waren die Glasschleier, die verwendet wurden, der
Typus mit 1 bis 5 Elementarfäden pro Bündel und die
Fasern haben zwischen 2 bis 5 cm Länge.
Polyesterschleier sind auch verwendet worden, um den gleichen Zweck zu
erreichen.
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Ein Glasschleier feiner Textur, der verwendet worden
ist, ist kommerziell von der International Paper
Company, USA (Grad 80000110), welcher aus 75 % 12,7 mm (0,5
Inch) Glas-Elementarfäden und 25 % 25,4 mm (1 Inch)
Glas-Elementarfäden zusammengesetzt ist. Ein
äquivalentes Material ist ein Feintexturpolyesterschleier, der
kommerziell von der Dexter Corporation USA erhältlich
ist (Grad 9384).
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Die verstärkenden Glasfasermatten wurden von der
Owens-Corning Fiberglas Company, USA (Grad 8610) und
PPG, USA (Azdel (R.T.M.) Glasmatten) geliefert.
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Wie in Fig. 1 gezeigt, wurde die Dicke der Glasschleier
gemessen und genug Schichten wurden verwendet, um einen
0,6 mm Abstand zwischen der verstärkenden
Glasfasermatte 20 und der Erscheinungsoberfläche 18 der
RIM-Tafel vorzusehen. Jedoch tritt trotz der Verwendung
der Glasschleier Faserauslesen noch auf der
Erscheinungsoberfläche der Tafel auf. Der Erfinder
schloß, daß der Grund für diesen Defekt ist, daß der
Klammerdruck in einer Form von einer Seite des
Hohlraumes zu der anderen durch die Glasfasern übertragen
wird, die in den Matten enthalten sind. Aufgrund der
Natur der Glasfasern gibt es Bereiche von hoher
Spannung, welche als Tragpfeiler wirken und primär die
klemmende Last über den Hohlraum tragen. Dies sind die
Bereiche, die den maximalen Faserauslese-Defekt auf der
geformten Tafeloberfläche zeigen.
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Um diesen Faserauslese-Defekt zu minimieren und zu
eliminieren, wird eine dünne Schicht eines flexiblen
Blattmaterials auf der Nichterscheinungsseite der RIM-Tafel
verwendet. Dies ist in Fig. 2 gezeigt. Eine dünne
Schicht eines flexiblen Blattmaterials 22 wird auf der
Nichterscheinungsseite der RIM-Tafel zwischen der
inneren Formoberfläche 24 und den Glasfasermatten 20
verwendet. Wie in Fig. 2 gesehen, sind, wegen der flexiblen
Blattschicht, die lokal gespannten Fasern nun entspannt
und erzeugen daher sehr kleine, falls überhaupt,
Vorsprünge auf der Erscheinungsoberfläche der RIM-Tafel.
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Um die vorliegende Erfindung zu demonstrieren, wird ein
Verfahren der glasfasermattenverstärkten
Reaktionsspritzgußformung verwendet. Dies ist in Fig. 3 und 3A
gezeigt. Zuerst wird eine Form gebaut, wobei zwei
Metallplatten 30 und 32 und eine mit einer öffnung
versehene Füllstückplatte 34 verwendet werden. Die
Metallplatten, die als ein oberes Formglied 30 bzw. ein
unteres Formglied 32 dienen, haben Löcher in den vier Ecken
(nicht gezeigt) für den Zweck, die zwei Platten mit
Bolzen zusammenzuverschrauben. Eine zentrale
Einspritzdurchgangsöffnung 36 ist in der oberen Platte 30
vorgesehen, um das Einspritzen von Polyurethanharz in den
Formhohlraum hinein zu ermöglichen, der durch die
öffnung in der Füllstückplatte 34 gebildet wird. Das
Verfahren zentralen Eingußes wird hier aus
Beguemlichkeit gewählt, um die Erfindung zu demonstrieren. Das
Verfahren der Verwendung des Seiteneingußes ist auch
versucht worden und schafft gleichermaßen exzellente
Resultate im Erzeugen glatter Tafeln.
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Eine Schicht eines flexiblen Blattmaterials 38 wird auf
der Oberflächenscheibe 30 auf die Füllstückplatte 34
weisend mit einem zentralen Loch darin gelegt, das mit
der zentralen Einspritzdurchgangsöffnung 36 in der
oberen Metallplatte durch die Verwendung einer
geflanschten Metalldurchführung 40 ausgerichtet ist. Dies
ist vergrößert in Fig. 3A gezeigt.
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Nachdem eine oder mehrere Schichten von Glasfasermatten
innerhalb der öffnung der Füllstückplatte 34 angeordnet
sind, wird die Form geschlossen, und zwar mit an den
vier Ecken festgezogenen Bolzen, und in einer Presse
angeordnet, um auf 66ºC (150ºF) erhitzt zu werden.
Nachdem die Form die gewünschte Temperatur erreicht hat,
wird die Presse geöffnet und ein Polyurethanharz wird
in die heiße Form durch den zentralen Einguß
eingespritzt. Dem Polyurethanharz wird in der Presse für
eine Minute erlaubt auszuhärten und dann wird die Form
geöffnet und das geformte Teil wird entfernt. Die
flexible Blattschicht könnte auf der Form bleiben oder in
das geformte Teil integriert werden. Das geformte Teil
zeigte keinen Faserauslese-Defekt. In dieser
Labordemonstration wurde der Formdruck durch das Anziehen
der Bolzen angelegt und die Presse wurde nur verwendet,
um die Form zu erhitzen und nicht, um den Druck zu
liefern.
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In alternativer Weise können eine oder mehrere
Schichten von feinen und groben Glasschleiern auf der
Oberseite der Glasfasermatten benachbart der
Erscheinungsseite der RIM-Tafel vor dem Schließen der Formen
plaziert werden. RIM-Tafeln mit weiter verbesserter
Oberflächenglattheit können durch die Verwendung dieser
zusätzlichen Glasfaserschleier erhalten werden.
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Das verwendete Polyurethanharz war ein
Zweikomponentensystem eines Diphenylmethandiisocyanats und eines
Polyetherpolyols. Das verwendete Isocyanat wurde von
Dow Chemical Company, USA als Isonate (R.T.M.) 181 mit
einem Äquivalenzgewicht von 183,3 geliefert. Das
verwendete Polyol wurde von Union Carbide Company, USA als
Niax (R.T.M.) 1134 mit einem Äquivalenzgewicht von
1516,2 geliefert. Auch verwendet wurde ein
Kettenverlängerer, z.B. Ethylenglycol, das von Fisher Scientific,
USA als Grad AR geliefert wurde und ein Katalysator von
Zinnalkylmercaptid, der kommerziell als Formrez
(R.T.M.) UL-29 von Witco Company, USA erhältlich ist,
um die Verarbeitungscharakteristiken des verwendeten
Polyurethanharzsystems zu verbessern.
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Eine Beispielformulierung des verwendeten
Polyurethanharzsystems ist in Tabelle gezeigt.
TABELLE 1
Formulierung für das Polyurethan-Harz
KOMPONENTE
Gewichtsprozent
Isocyanat (Diphenylmethandiisocyanat)
Polyol (Polyether tetrol)
Kettenverlängerer (Ethylenglykol)
Katalysator (Formrez (R.T.M.) UL-29)
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Die verwendeten flexiblen Blattmaterialien waren
Schaumgummimaterialien mit geschlossenen Zellen von
Epichlorhydrin und Neopren. Die physikalischen
Eigenschaften einer Probe verwendeten Neoprenmaterials sind
in Tabelle 2 gezeigt. Es ist gefunden worden, daß eine
Dicke des flexiblen Blattmaterials von über 0,254 mm
(0, 01 Inch) am besten für das Verfahren der
vorliegenden Erfindung geeignet ist.
TABELLE 2
Eigenschaften des flexiblen Blattmaterials
Name: Neopren (G-207-N) von RUBATEX Co., USA
Härteprüfgerät-Härte
(Shore-Skala "00"):
Physikalischer Zustand:
Dichte:
Dehnfestigkeit:
Kompressionsablenkung:
ein expandiertes Polymer mit
geschlossenen Zellen
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Indem mit vielen verschiedenen Typen flexiblen
Blattmaterials experimentiert wurde, ist es entdeckt worden,
daß eine große Vielzahl von Materialien in dem
Verfahren der Erfindung verwendet werden kann, um
gleichermaßen befriedigende Ergebnisse zu erzeugen. Diese
Materialien schließen Schaumgummi, Kunststoffschäume und
Filzmaterialien ein. Es ist gefunden worden, daß
bessere Resultate erhalten wurden, wenn die
Härteprüfgerätablesungen der Materialien nicht größer als 60 auf
einer ASTM E-2240 Shore "A" Skala und die
Kompressionsablenkung im Bereich von 6,89 bis 344,74 kPa (1 bis 50
psi) waren, wie durch ASTM D-1056 bestimmt.
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Anstatt der Injektionsformung des Polyurethanmaterials
durch einen Zentraleinguß ist der Prozeß durch ein
Verfahren ähnlich einem Handauflegeverfahren demonstriert
worden. Ein Gelüberzug wird zuerst vorbereitet, indem
die Harzformulierung, die in Tabelle 1 gezeigt ist,
verwendet wird, gefüllt mit ungefähr 30 Gewichtsprozent
Kalziumkarbonat. Eine Dicke von ungefähr 0,5 mm dieses
Gelüberzugs wird dann auf die untere Scheibe der Form
aufgebracht, welche eine glatte Oberfläche hat. Diesem
Gelüberzug wird dann ermöglicht, partiell bei 66ºC
(150ºF) für 5 Minuten auszuhärten. Um einen
Handauflegeprozeß zu simulieren, werden vier Lagen von
Glasfasermatten dann mit flüssigem Harz befeuchtet und auf die
Oberseite des Gelüberzugs handgelegt. Die obere
Formplatte mit der flexiblen Blattschicht wird dann auf die
Glasfasermatten aufgelegt und von Hand gedrückt, um den
Überschuß-Harz auszuquetschen. Die Formanordnung wird
dann in einer Presse, die auf 66ºC (150ºF) geheizt
wird, für 5 Minuten angeordnet, um die abschließende
Aushärtung zu erzielen. Nach dem Aushärten wird eine
RIM-Tafel mit einer glatten Oberfläche erhalten, welche
keinen Faserauslese-Defekt zeigte.
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Es sollte bemerkt werden, daß, während die Verwendung
von Polyurethanharz in den obigen Ausführungsbeispielen
demonstriert worden ist, andere Polymermaterialien auch
versucht worden sind, die gleichermaßen gut in der
vorliegenden Erfindung arbeiteten. Zum Beispiel sind
andere Polymermaterialien, die verwendet worden sind,
ein Polyisocyanurat, das von Dow Chemical Company, USA
als Spectrim (R.T.M.) MM373 geliefert wurde, ein
Polycarbonat, das auch von Dow Chemical Company, USA als
Spectrim (R.T.M.) MM310 geliefert wurde, und ein
dazwischendringendes netzwerkartiges Polymer auf
Styrolbasis, das von Ashland Company, USA als Aropol (R.T.M.)
50437 geliefert wird. Alle drei Materialien haben,
falls in der vorliegenden Erfindung verwendet,
Kunststofftafeln mit glatten Erscheinungsoberflächen
erzeugt. Es gibt Grund zu glauben, daß jede Art von
Polymermaterial, das in einem Reaktionsspritzgußtypus des
Verfahrens auf geeignete Weise verwendet werden kann,
in der vorliegenden Erfindung erfolgreich verwendet
werden kann.
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Während die vorliegende Erfindung in einem bevorzugten
Ausführungsbeispiel und einem alternativen
Ausführungsbeispiel ohne und mit der Verwendung von zusätzlichen
Glasschleierschichten demonstriert worden ist, ist es
einzuschätzen, daß ein Fachmann ohne weiteres die
Offenbarungen dieser Ausführungsbeispiele auf andere
Variationen der offenbarten Technik anpassen kann, wobei das
gleiche Prinzip angewendet wird, ohne von dein Bereich
der Ansprüche abzuweichen.