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GEBIET DER ERFINDUNG
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Die
vorliegende Erfindung betrifft neuartige Verwendungen für die Familie
der "Ble" Gene, zum Beispiel
Sh Ble, Tn5 Ble, und Sa Ble und die Familie der Proteine, welche
von diesen Genen exprimiert werden, die in der Lage sind, reversibel
an Antibiotika der Bleomycin Familie zu binden. Die Antibiotika
der Bleomycin Familie stellen DNA spaltende Glykopeptide dar und
schließen
Bleomycin, Phleomycin, Tallysomycin, Pepleomycin und Phleomycin
D1 ein. Die Erfindung betrifft auch neuartige Verwendungen dieser
Antibiotika. Insbesondere betrifft sie Fusionsproteine, welche ein
Ble Protein umfassen und Hilfsmittel, Verfahren und Produkte, welche
auf der Spezifität zwischen
dem Ble Protein und den Antibiotika der Bleomycin Familie beruhen.
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Wenn
diese Ble Gene zusammen mit anderen Proteinen als Fusionsproteine
exprimiert werden oder die Ble Genprodukte in einer anderen Weise
mit anderen Molekülen,
insbesondere Proteinen, fusioniert oder verknüpft werden, können sie
zum Beispiel verwendet werden, um das Fusionsprotein schwach oder
stark an eine Oberfläche,
wie einen Array, insbesondere einen Mikroarray, einen Objektträger oder eine
Mikrotiterplatte (wo im Allgemeinen eine starke Bindung gewünscht wird),
sowie zum Beispiel an Kügelchen
oder andere ähnliche
Formen, welche bei einer Affinitätsaufreinigung
bzw. Affinitätsreinigung
(wo im Allgemeinen eine schwache Bindung gewünscht wird) verwendet werden,
zu binden.
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Die
Erfindung betrifft aber nicht nur die Verwendung dieser Paarung
zum Binden von Molekülen an
Oberflächen,
insbesondere an dabei nicht im Wesentlichen für einen Array geeignete Oberflächen, sondern
auch die Verwendung eines Ble Fusionsproteins zusätzlich als
ein Faltungs- und Löslichkeitsmarker.
Sie betrifft auch die Verwendung von "markierten" Antibiotika aus der Bleomycin Familie,
welche aufgrund ihrer Spezifität
für die
Ble Proteine als Marker für
eine zelluläre
Lokalisation geeignet sind.
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HINTERGRUND DER ERFINDUNG
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Eine
Expression von Humanproteinen in heterologen Systemen, wie Bakterien,
Hefe, Insektenzellen oder Säugetierzellen
kann zur Herstellung von fehlerhaft gefalteten Proteinen führen, was
zur Bildung von unlöslichen
Aggregaten und/oder einer niedrigen Ausbeute der exprimierten Proteine
führt. Für die gesamte
funktionelle Proteomarbeit ist die Herstellung von richtig gefalteten
oder nativen Proteinen wesentlich, und ein Großteil der Arbeit wird häufig durchgeführt, um
die Expression von einzelnen Proteinen zu optimieren.
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Zwei
Gebiete in denen eine fehlerhafte Faltung und schlechte Löslichkeit
signifikant sein können,
werden unten dargestellt:
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Problematische Unlöslichkeit
von gentechnisch hergestellten Proteinen
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Die
Manipulation der Proteinfunktion durch Gentechnik stellt ein Hauptstudiengebiet
mit starken kommerziellen und akademischen Interessensvertretern
dar. Die gewünschten
Eigenschaften, welche bei solchen gentechnisch hergestellten Proteinen
gesucht werden, schließen
eine veränderte
Substratspezifität,
eine neue katalytische Funktion, eine verbesserte Bindungsspezifität und eine
verbesserte thermische oder pH-Wert-Toleranz ein. Die anfänglich in
das Protein eingeführten
Mutationen führen
jedoch häufig
zu einem Verlust einer löslichen
Expression, und kompensierende Mutationen, um die Löslichkeit
wiederherzustellen, sind gewöhnlich
unmöglich
vorherzusagen.
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Problematische Unlöslichkeit von Proteinen, die
rekombinant in heterologen Wirten exprimiert werden
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Ein
Exprimieren rekombinanter Proteine in Escherichia coli wird häufig, insbesondere
für eine Massenherstellung
von Protein (z.B. industrielle Enzyme, für die Röntgenkristallographie), aufgrund
der Einfachheit der Fermentation, der Abwesenheit einer heterogenen
posttranslationalen Modifikation, der Einfachheit der nachfolgenden
Verarbeitungsschritte und der hohen Materialausbeuten bevorzugt.
Ein häufig
auftretendes Problem, insbesondere bei eukaryotischen Proteinen,
ist jedoch, dass das rekombinan te Material unlöslich exprimiert wird und daher
inaktiv ist. Solche problematischen Proteine können löslich in komplizierteren Systemen
(z.B. Pichia pastoris, Baculovirus) exprimiert werden, aber die
geringeren Ausbeuten und das teurere Verfahren können zu einem kommerziell weniger
attraktiven Produkt führen.
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In
beiden dieser Fälle
weist ein Verfahren zum Erzeugen löslicher Formen eines unlöslichen Proteins
einen großen
Nutzen auf. Eine Zufallsmutagenese des Proteins, um eine Bibliothek
von Varianten zu erzeugen, gefolgt von einer Selektion oder einem
Screening auf eine lösliche
Expression stellt einen Ansatz dar. Dies wird häufig als "gerichtete Evolution" bezeichnet. Die Anforderungen eines
solchen Screenings liegen darin, dass viele variierende Klone parallel
untersucht werden können,
da die beteiligten Bibliotheken groß sind (häufig > 106 Mitglieder).
In einigen Fällen
kann die Aktivität
des Zielproteins direkt überprüft werden.
Dies tritt jedoch relativ selten auf und erfordert häufig, dass
jeder Klon in den Vertiefungen einer Mikrotiterplatte lysiert werden
muss, und häufig
weisen die Proteine keine nachweisbare Aktivität auf.
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Ein
effizienteres Verfahren liegt darin, das Protein mit einem zweiten "Reporter"-Protein mit einem
visuell nachweisbaren Phänotyp
zu fusionieren. Da die zwei Proteine physikalisch verknüpft sind,
ist die Löslichkeit
des Reporters (und daher die Anwesenheit des beobachtbaren Phänotyps)
abhängig von
der Löslichkeit
des anderen. Von verschiedenen solcher Reportersysteme wurde berichtet.
Vorzugsweise kann der Phänotyp
ohne Verfahrensschritte beobachtet werden (d.h. während die
Klone noch als Kolonien auf Agarplatten wachsen), was eine Analyse
mit hohem Durchsatz erlaubt.
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Eine
Expression rekombinanter Proteine in großem Maßstab für die Herstellung von Proteinarrays
stellt ein Gebiet der Proteomik dar, welches die funktionelle Beschreibung
von Proteinen in einer parallelen Weise umfasst. Für viele
Tausende von Proteinen ist es erforderlich, dass sie in einer löslichen und
gefalteten Weise exprimiert werden. Gewöhnlich werden Expressionsbibliotheken
verwendet, wobei Gene unter die Kontrolle eines Promotors gebracht werden,
und anschließend
eine Expression des Gens induziert wird. Der nächste Schritt liegt darin, zu
untersuchen, welche Klone gefaltetes rekombinantes Protein exprimieren.
Auf einer individuellen Grundlage wird dies gewöhnlich durch Fraktionieren von
Zelllysaten in lösliche
und unlösliche
Bestandteile durch Zentrifugieren und eine nachfolgende Analyse
der Fraktionen durch Gelelektrophorese erreicht. Dieser Ansatz ist
für einen
sehr kleinen Durchsatz, und ein Ausweiten auf die Menge, die zum
Screenen von Bibliotheken benötigt
wird, ist logistisch nicht machbar. Daher gibt es einen Bedarf für ein Verfahren,
um Expressionsbibliotheken auf Klone zu screenen, welche lösliche,
gefaltete Proteine herstellen, die anschließend für funktionelle Untersuchungen verwendet
werden können.
Eine Fusion der rekombinanten Proteine an ein Reporterprotein erlaubt
eine einfache Bestimmung ihrer Löslichkeit.
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Bevor
betrachtet wird, was bislang getan wurde, ist es nötig, die
wichtige Unterscheidung zwischen einem "Screening", in welchem alle Mitglieder einer Sammlung
mit einer Teilmenge untersucht werden, welche mit den gewünschten,
zu isolierenden Eigenschaften übereinstimmt,
und einer "Selektion", in welcher nur
die Mitglieder von Interesse beobachtbar sind, zu machen.
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Selektionen
sind leistungsfähiger
als Screenings, wenn sehr große
Anzahlen bearbeitet werden, da es praktische Beschränkungen
gibt, die mit der Handhabung und dem Analysieren großer Anzahlen von
Klonen verbunden sind. Gängige
Beispiele für Screenings,
welche in der Molekularbiologie verwendet werden, stellen Blau/Weiß-Selektion
und GFP-Fluoreszenz dar.
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Beschriebene
Löslichkeits-/Faltungsreporter,
welche zu einem farbbasierten (visuellen) Screening führen, verwenden β-Galactosidase
(Wigley, W.C., Stidham, R.D., Smith, N.M., Hunt, J.F. & Thomas, P.J.
Protein solubility and folding monitored in vivo by structural complementation
of a genetic marker protein. Nat. Biotechnol. 19, 131–135 (2001))
und grün
fluoreszierendes Protein (GFP) (Waldo, G.S., Standish, B.M., Berendzen,
J. & Terwilliger,
T.C. Rapid protein-folding assay using green fluorescent protein.
Nat. Biotechnol. 17, 691–695
(1999)).
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Eine
Optimierung der Proteinlöslichkeit durch
gerichtete Evolution zur Verwendung in strukturellen Untersuchungen
wurde ebenfalls unter Verwendung von GFP durchgeführt. (Pédelacq,
J.D. et al. Engineering soluble proteins for structural genomics.
Nat. Biotechnol. 20, 927-932 (2002)).
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In
der Literatur gibt es verschiedene Beispiele für das Ausnützen von Fusionsmarkern als
Indikatoren für
Proteinfaltung und -löslichkeit.
Das Prinzip, welches diesen Systemen zugrunde liegt, ist die Beobachtung,
dass Proteinfaltung und -löslichkeit
eng miteinander korreliert sind, da fehlgefaltetes Protein gewöhnlich unlösliche Aggregate
bildet oder durch die Wirtszelle stark proteolysiert wird. Es wird
daher angenommen, dass ein Protein, wenn es löslich in einer nicht proteolysierten
Form exprimiert wird, in seiner richtig gefalteten Form vorliegt.
Wenn eine Fusion zwischen einem Protein und einem anderen vorgenommen
wird, ist die Faltung und Löslichkeit
der einen Domäne
mit der des anderen verknüpft.
Dies ist in 1 gezeigt, welche das Prinzip
eines Faltungsmarkers zum Untersuchen der Löslichkeit des Gen X Expressionsprodukts
darstellt. Nur wenn das Proteinprodukt von Gen X löslich ist,
wird der Phänotyp
der Fusion offensichtlich. In diesem Fall führt die Fusion zu grün fluoreszierenden
Kolonien, welche eindeutig identifiziert werden können.
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Eine
Leben-oder-Tod Selektion auf Löslichkeit
und Faltung unter Verwendung von Chloramphenicolacetyltransferase
(CAT) wurde beschrieben (Maxwell, K.L., Mittermaier, A.K., Forman-Kay,
J.D. & Davidson,
A.R. A simple in vivo assay for increased protein solubility. Protein
Sci. 8, 1908–1911
(1999)).
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Von
Screening-Verfahren, welche die Erzeugung eines chimären Proteins
einbeziehen, welches eine Region eines instabilen Proteins umfasst,
die mit einer Region eines Markergenprodukts verknüpft ist, wurde
in der US Patentanmeldung
US
2003/0022151 berichtet.
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DEFINITIONEN
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So
wie hier definiert, stellen "Ble" Gene eine Familie
von Genen dar, welche Proteine exprimieren, die reversibel die Glykopeptid-Antibiotika
der Bleomycin Familie binden, und schließen Sh Ble, Tn5 Ble und Sa
Ble ein, sind aber nicht darauf beschränkt. Im Allgemeinen verleihen
diese Gene (oder genauer, die Genprodukte, welche von diesen Genen
kodiert werden) ihrem Wirt eine Resistenz gegen die Glykopeptid-Antibiotika
der Bleomycin Familie.
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Die "Antibiotika der Bleomycin
Familie" stellen
DNA spaltende Glykopeptide dar und schließen Bleomycin, Phleomycin,
Tallysomycin, Pepleomycin und Phleomycin D1 ein, sind aber nicht
darauf beschränkt.
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So
wie hier verwendet, schließt
der Begriff "Proteine" sowohl vollständige Proteine,
Polypeptide, als auch Untereinheiten oder Domänen davon ein.
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So
wie hier verwendet, bezeichnet ein "Fusionsprotein" ein Protein, welches einen "Marker" bzw. "Tag" am N- und/oder C-Terminus
umfasst, welcher an Mitglieder der Antibiotika der Bleomycin Familie bindet.
Das Fusionsprotein kann als ein Fusionsprotein aus einem Ble Gen
enthaltenden genetischen Konstrukt exprimiert werden oder kann entweder durch
ein Intein vermitteltes Spleißing
von zum Beispiel zwei getrennten Polypeptiden oder durch die chemische
Ligation von zwei solchen Peptiden gemäß im Stand der Technik bekannter
Verfahren gebildet werden.
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Der "Tag" wird anschließend als
ein signalgebender Bestandteil und/oder als Hilfsmittel verwendet,
um das Fusionsprotein weiter zu manipulieren. Er kann daher verwendet
werden, um das Fusionsprotein an eine Oberfläche oder an ein anderes Molekül zu binden,
so wie zum Beispiel ein visuelles Indikatormolekül, wie ein fluoreszierendes
Molekül, oder
um eine Eigenschaft des Fusionsproteins anzuzeigen, z.B. dass es
so gefaltet ist, dass es wahrscheinlich funktionsfähig ist.
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Die
relativen Begriffe "starker
Binder" und "schwacher Binder" und "hohe Dichte" und "niedrige Dichte" werden hier verwendet,
um funktionell zwischen Beispielen zu unter scheiden, in denen es
wünschenswert
ist, eine im Wesentlichen irreversible Bindung zu erreichen, und
der Situation, in welcher beabsichtigt wird, dass die Bindung rückgängig gemacht
werden wird, wie bei einer Affinitätsaufreinigung. Daher, weil
zum Beispiel das Sh Ble Protein ein Dimer ist, welches zwei Moleküle Bleomycin
kooperativ binden kann (die erste Affinität beträgt ~600 nM, während die
zweite Affinität
~100 nM beträgt),
ist es möglich,
die Bindungseigenschaften der Ble Proteine in einer selektiven Weise
zu verwenden. Wenn man zum Beispiel eine Oberfläche (z.B. ein Kügelchen) hat,
welche mit Bleomycin in niedriger Dichte beschichtet ist, dann würde man
erwarten, dass durchschnittlich ein Sh Ble Dimer von einem Bleomycin Molekül gebunden
werden würde.
Wenn man eine Oberfläche
(z.B. ein Kügelchen)
hat, welche mit Bleomycin in einer hohen Dichte beschichtet ist,
dann würde
man im Gegensatz dazu erwarten, dass durchschnittlich ein Sh Ble
Dimer von zwei Bleomycin Molekülen
gebunden werden würde
(jedes bindet eine der zwei Dimer-Untereinheiten), insbesondere wenn
die Bleomycin Moleküle
selber mit flexiblen Linkern (z.B. Polyethylenglykol (PEG)-Polymeren)
verbunden sind. Da in diesem letzten Fall die zwei Bleomycin Moleküle effektiv über die
Oberfläche
miteinander verknüpft
sind, wird die zweite Bindungsaffinität nun mehrere Größenordnungen
größer sein,
als wenn die zwei Moleküle
nicht miteinander verknüpft sind.
Mit anderen Worten, die Bindungsaffinität wird signifikant durch einen
Chelateffekt verstärkt.
Dieser Effekt kann zum Vorteil verwendet werden, da man bei zum
Beispiel einem Array (wo man eine im Wesentlichen irreversible Bindung
wünscht)
und einem reversiblen Fängersystem,
wie einem Kügelchen, verschiedene
Bindungsaffinitäten
wünschen
würde.
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Durch
Kontrollieren der Oberflächendichte des
Antibiotikums, wie Bleomycin, sollte es so möglich sein, einfach zu kontrollieren,
ob die Sh Ble Fusionen schwach oder stark an die Oberfläche binden. Ein
schwaches Binden würde
für Affinitätsaufreinigungen
angemessen sein, während
starkes Binden für
ein Immobilisieren in Arrays angemessen sein würde.
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Als
eine Alternative zum Immobilisieren der Bleomycin Moleküle auf einer
Oberfläche,
kann man sie kovalent mit zum Beispiel Amin-reaktiven fluoreszierenden
Farbstoffen, wie NHS-aktiviertem Fluorescein, Cy3, Cy5 und Rhodamin,
koppeln. Es sollte anschließend
möglich
sein, die fluoreszierenden Bleomycin Derivate in vollständige Zellen
(sowohl prokaryotische als auch eukaryotische Zellen) einzudiffundieren,
wobei die Derivate selektiv an Sh Ble Fusionsproteine binden würden. Auf
diese Weise kann der Sh Ble Tag als ein Marker der zellulären Lokalisation
verwendet werden (in derselben Weise, wie GFP zur Zeit verwendet
wird). Dies wird auch ermöglichen,
dass der Sh Ble Tag sowohl als selektierbarer Marker (d.h. Leben-oder-Tod)
als auch als screenbarer Marker (d.h. Fluoreszenz basiert) verwendet
werden kann.
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In
einem Aspekt der Erfindung nimmt der Träger die Form einer Sonde an,
welche in der Lage ist, als ein Ziel in einer Analyse mit einer
Laser-Desorptions/Ionisierungsmassenspektrometrie zu wirken, zum
Beispiel einer Matrix unterstützten
Laser-Desorption/Ionisierung
(MALDI für
engl.: matrix assisted laser desorption/ionisation). Die Sonde trägt die Analyten,
zum Beispiel Proteine, während
solcher Verfahren und interagiert mit der Repeller-Linse der ionenoptischen
Anordnung, welche in Laser-Desorptions-Ionisierungs-Time-Of-Flight
(TOF) Massenspektrometern des Standes der Technik gefunden wird,
sodass die Analyten in gasförmige
Ionen konvertiert werden, um eine Analyse zu erlauben. Zum Beispiel
können
die erfindungsgemäßen Sonden
von Trägern
für eine
MALDI-Analyse, wie sie im Stand der Technik bekannt sind, abgeleitet
werden, welche so behandelt werden, dass ein Protein Bindungsrest mit
hoher Affinität,
z.B. Phleomycin D1, auf der Sondenoberfläche anwesend ist, welcher die
Sh Ble Fusionsproteine für
eine nachfolgende Analyse bindet. Zum Beispiel können gängige Glas oder Gold MALDI-Träger verwendet
werden.
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So
wie hier definiert, ist ein "Mikroarray" ein Array, in dem
die Größe der einzelnen
Zielbereiche, d.h. die einzelnen Bereiche, welche durch einen Laser
untersucht werden, in der Größenordnung
von Mikrometern oder weniger liegt. Während sie am oberen Ende der
Skala, bei ungefähr
1000 Mikrometern Durchmesser, mit dem bloßen Auge sichtbar sein können, werden
die einzelnen Zielbereiche am unteren Ende der Skala nicht eindeutig
mit bloßem Auge
unterscheidbar sein.
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Die "Arrays" werden typischerweise
in Matrizes angeordnet, welche mehrere Zeilen und Spalten umfassen.
Die Anzahl der einzelnen Zielbereiche wird davon abhängen, was
gescreent werden soll, obwohl es im Allgemeinen wünschenswert
ist, eine hohe Dichte dieser einzelnen Bereiche auf der Sondenoberfläche zu haben,
da dies ein Screening mit hohem Durchsatz erleichtern wird. Typischerweise wird
eine Sonde mindestens 10, weiter bevorzugt mindestens 100, weiter
bevorzugt mindestens 1000 und so viele wie 10.000 oder mehr darauf
hergestellte Zielbereiche umfassen. (Typischerweise wird eine Sondenoberfläche eine
Fläche
von ungefähr
10.000 mm2 aufweisen – eine Bruker-Sonde weist eine
Fläche
von 10.292 mm2 auf, obwohl es kein Erfordernis gibt,
die Gesamtheit der Sonde zu verwenden, und der Mikroarray kann auf
eine oder mehrere Matrix/Matrizes darauf angewendet werden). Die
tatsächliche
Dichte in einer gegebenen Matrix wird von der Größe der einzelnen Zielbereiche
(welche typischerweise als Punkt gestempelt werden) und dem Abstand
zwischen den benachbarten Punkten abhängen. Daher werden die einzelnen
Zielbereiche typischerweise mit einer Dichte von mehr als 1 einzelnen
Zielbereich pro mm2 innerhalb irgendwelcher Matrizes
anwesend sein.
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"Linkermoleküle" stellen Moleküle dar,
welche so funktionieren, wie ihr Name andeutet. Sie stellen Moleküle dar,
welche funktionelle Gruppen umfassen, die es erlauben, dass Brücken zwischen
verschiedenen Molekülen
gebildet werden.
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ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
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Das
Proteinprodukt von zum Beispiel dem She Ble Gen kodiert ein Protein,
welches, wenn es von einer Zelle exprimiert wird, durch Binden an
das Antibiotikum und Absondern desselben eine Resistenz gegen Antibiotika
der Bleomycin Familie, einschließlich Phleomycin D1, verleiht.
(Gatignol, A., Durand, H. & Tiraby,
G. Bleomycin resistance conferred by a drug-binding protein. FEBS
Lett 230, 171–175.
(1988)).
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Diese
Antibiotika induzieren andernfalls einen DNA-Strangbruch. Wenn zum
Beispiel das Sh Ble Gen in einer Tandemanordnung mit einem zweiten
Gen von Interesse fusio niert wird, wobei ein Fusionsprotein kodiert
wird, verleiht die Expression des Fusionsproteins auch eine Resistenz
gegen Phleomycin D1. Wenn das Gen von Interesse ein unlösliches
Protein oder Proteinfragment kodiert, wird der Phleomycin D1-Resistenz
verleihende Phänotyp nicht
beobachtet, da das Fusionsprotein unlöslich ist und nicht in der
Lage ist, das Antibiotikum zu binden. Dies bildet die Grundlage
einer neuartigen Leben-oder-Tod Selektion für gefaltete, lösliche Proteine.
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Da
zum Beispiel das Sh Ble Protein Phleomycin D1 fest und kooperativ
bindet, haben die Erfinder zusätzlich
gezeigt, dass es als ein Affinitäts-Tag verwendet
werden kann, wenn eine Oberfläche
bereitgestellt wird, welche mit zum Beispiel Phleomycin D1 oder
einem Analogen derivatisiert ist.
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Weiterhin
sollte es zum Beispiel möglich sein,
durch Verknüpfen
eines visuellen Indikators mit dem Antibiotikum und durch Binden
des markierten Antibiotikums an das Fusionsprotein über den
Tag, das Ble Fusionsprotein als zum Beispiel einen Marker für eine zelluläre Lokalisation
zu verwenden.
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Gemäß einem
ersten Aspekt der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren zum
Immobilisieren eines Proteins an einer Oberfläche bereitgestellt, wobei das
Protein an die Oberfläche
als ein Ble Fusionsprotein bereitgestellt wird, und die Oberfläche eine Oberfläche ist,
die mit einem Antibiotikum aus der Bleomycin Familie derivatisiert
wurde.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform
wird das Ble Fusionsprotein als ein Expressions- und Faltungsmarker und als ein Affinitäts-Tag verwendet.
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Antibiotika
aus der Bleomycin Familie schließen Bleomycin, Phleomycin,
Tallysomycin, Pepleomycin und Phleomycin D1 ein, sind aber nicht
darauf beschränkt.
Bevorzugte Mitglieder schließen
Bleomycin A2, Bleomycin A5, Bleomycin A6, Bleomycin B2 und Phleomycin
D1 ein.
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Ein
Vorteil von Bleomycin A5 und A6 liegt darin, dass sie eine terminale
primäre
Amingruppe umfassen, welche verwendet werden kann, um das Protein
zum Beispiel an eine Amin-reaktive Oberfläche zu koppeln. Typische Gruppen,
die verwendet werden, um eine Amin-reaktive Oberfläche herzustellen, schließen: Aldehyde,
Epoxide, N-Hydroxysuccinamide
und Isothionate ein, sind aber nicht darauf beschränkt. Natürlich können andere
funktionelle Gruppen, welche auf den Antibiotika anwesend sind,
verwendet werden, um die Antibiotika an eine Oberfläche zu koppeln,
und dies wird dem Fachmann offensichtlich sein.
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In
einem bevorzugten Beispiel kann ein Koppeln durch Umsetzen der Amingruppe
mit einer Amin-reaktiven Oberfläche,
wie zum Beispiel einer NHS-aktivierten, Polyethylenglykol (PEG)
derivatisierten Oberfläche,
erreicht werden.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform
ist die Oberfläche
die Oberfläche
eines Arrays, insbesondere eines Mikroarrays und weiterhin insbesondere
eines MALDI-Arrays, obwohl es eine Mikrotiterplatte, ein Objektträger (wobei
die Oberfläche
die Oberfläche
einer Sonde darstellt) oder ein Kügelchen (wobei die Oberfläche die
eines Reinigungsmediums darstellt) sein könnte.
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Daher
wird gemäß einem
zweiten Aspekt der vorliegenden Erfindung eine Sonde bereitgestellt, welche
dadurch gekennzeichnet ist, dass sie eine Zieloberfläche aufweist,
die einen Array mit einer Vielzahl von einzelnen Zielbereichen umfasst,
die einen oder mehrere Analyt-Fängerrest/e
präsentieren, der/die
ein Antibiotikum aus der Bleomycin Familie umfasst/umfassen.
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Eine
solche Zieloberfläche
weist typischerweise eine Beschichtung in hoher Dichte mit dem Antibiotikum
auf, sodass der Zielanalyt mit einer hohen Affinität gefangen
wird, vorzugsweise weniger als 400 nM, weiter bevorzugt weniger
als 200 nM, weiterhin insbesondere noch weniger als 150 nM. In dem erwähnten besonderen
Beispiel weist das Sh Ble eine Affinität in der Größenordnung von 100 nM oder weniger
auf, wenn zwei Moleküle
Bleomycin gebunden werden.
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Gemäß einem
dritten Aspekt der vorliegenden Erfindung wird ein Reinigungsmedium
bereitgestellt, welches eine Zieloberfläche umfasst, die einen oder
mehrere Analyt-Fängerrest/e
präsentiert, der/die
ein Antibiotikum aus der Bleomycin Familie umfasst/umfassen.
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Eine
solche Zieloberfläche
weist typischerweise eine Beschichtung in niedriger Dichte mit dem Antibiotikum
auf, sodass der Zielanalyt mit einer niedrigen Affinität gefangen
wird, typischerweise in der Größenordnung
von größer als
400 nM, und weiter bevorzugt größer als
500 nM. In dem erwähnten
besonderen Beispiel weist das Sh Ble eine Affinität in der
Größenordnung
von 600 nM auf, wenn ein einzelnes Molekül Bleomycin gebunden wird.
Idealerweise würde
die Affinität
im μM Bereich
liegen, aber ausreichend, dass die Proteine gebunden werden.
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In
jedem Fall kann das Antibiotikum über einen flexiblen Linker,
wie einem aktivierten Polyethylenglykol (PEG) mit der Oberfläche verknüpft werden.
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Gemäß einem
vierten Aspekt der vorliegenden Erfindung wird ein Antibiotikum
aus der Bleomycin Familie bereitgestellt, welches dadurch gekennzeichnet
ist, dass es mit einem Marker markiert ist.
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Vorzugsweise
ist der Marker ein visueller Marker, wie zum Beispiel ein Fluoreszenzmarker.
Alternativ könnte
er mit einem radioaktiven Isotop markiert werden. Bevorzugte Fluoreszenzmarker
schließen
NHS-aktiviertes Fluorescein, Cy3, Cy5 und Rhodamin ein, sind aber
nicht darauf beschränkt.
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Ein
Werkzeug für
die Herstellung des Fusionsproteins ist ein Vektor, bestehend im
Wesentlichen aus einem Ble Gen strangabwärts einer Linker-DNA, welche
bei Verwendung ausgeschnitten wird und durch eine DNA ersetzt wird,
welche ein zu exprimierendes Protein, wie ein Ble Fusionsprotein, kodiert.
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In
einer Ausführungsform
wird der Ble Vektor als einer der Bestandteile eines Kits zur Herstellung eines
Arrays zusammen mit einer Oberfläche
bereitgestellt, die mit einem Antibiotikum aus der Bleomycin Familie
oder den Bestandteilen zur Herstellung einer solchen derivatisierten
Oberfläche
derivatisiert wurde.
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Gemäß einem
fünften
Aspekt der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren zum Herstellen
löslicher
Formen eines unlöslichen
Proteins bereitgestellt, umfassend:
- i) Herstellen
einer Bibliothek von Proteinvarianten und
- ii) Auswählen
von Kolonien hinsichtlich der Anwesenheit eines löslichen
Proteins durch Exprimieren des Proteins als ein Ble Fusionsprotein
und Auswählen
eines Antibiotikums aus der Bleomycin Familie,
- iii) Anziehen der ausgewählten
Kolonien in Flüssigkultur,
Lysieren und Stempeln eines Rohlysats auf eine Oberfläche, die
mit einem Antibiotikum aus der Bleomycin Familie derivatisiert ist.
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Vorzugsweise
umfasst das Verfahren weiterhin Waschen der markierten Oberfläche, um
nicht gebundene Materialien zu entfernen.
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Eine
frühere
Leben-oder-Tod Selektion, welche Chloramphenicolacetyltransferase
(CAT) verwendet, ist bekannt, aber aufgrund ihres engen Toxizitätsfensters,
d.h. die Konzentration des Antibiotikums, welche Zellen ohne CAT
tötet,
liegt nahe bei jener, welche ein Überleben der Zellen mit CAT
erlaubt, nicht sehr effektiv (Maxwell, K.L., Mittermaier, A.K., Forman-Kay,
J.D. & Davidson,
A.R. A simple in vivo assay for increased protein solubility. Protein
Sci. 8, 1908–1911
(1999)). Auch ermöglicht
es nachfolgend keine direkt nachgeschaltete Reinigung oder Immobilisierung
des exprimierten Proteins, da CAT das Antibiotikum enzymatisch zerstört und das
Produkt nicht mit signifikanter Affinität bindet.
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Gemäß einem
sechsten Aspekt der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren zum
Reinigen eines Sh Ble Fusionsproteins aus einem Rohextrakt bereitgestellt,
welches den Schritt seines Immobilisierens an einer Oberfläche über ein
Antibiotikum aus der Bleomycin Familie und gegebenenfalls das Freisetzen
von dort umfasst.
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Gemäß einem
siebten Aspekt der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren zum
Identifizieren der zellulären
Lokalisation eines Proteins bereitgestellt, umfassend
- i) Exprimieren des Proteins als ein Ble Fusionsprotein in einer
Zelle,
- ii) Einführen
eines markierten Antibiotikums aus der Bleomycin Familie in die
Zelle und Nachweisen des markierten Antibiotikums.
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Das
Verfahren kann qualitativ oder quantitativ sein, wobei das Verfahren
einen weiteren Schritt des Quantifizierens des markierten Antibiotikums umfasst.
Dies kann durch Messen der Intensität der Fluoreszenz durchgeführt werden,
wenn das markierte Antibiotikum Fluoreszenz markiert ist.
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KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
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Die
verschiedenen Aspekte der Erfindung werden weiterhin exemplarisch
nur durch Bezugnahme auf die folgenden Fig. und Beispiele beschrieben, in
welchen:
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1 ein
Schema darstellt, welches das Prinzip der Verwendung eines Faltungsmarkers
zum Untersuchen der Löslichkeit
eines "Gen X"-Expressionsprodukts
zeigt. Nur wenn das Proteinprodukt von Gen X löslich ist, wird der Phänotyp der
Fusion offensichtlich. In diesem Fall führt die Fusion zu grün fluoreszierenden
Kolonien, welche eindeutig identifiziert werden können,
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2 ein
Vektor gemäß einem
Aspekt der Erfindung ist, welcher ein Sh Ble Gen umfasst,
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3a und
b die Reinigung eines Sh Ble Fusionsproteins auf Bleomycin-Sepharose
darstellen,
- A) ist ein Coomassie gefärbtes Gel,
und
- B) ist ein Streptavidin-HRP sondierter Western Blot.
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Die
Spuren 1–6
wurden wie folgt beladen:
- 1) Lysat,
- 2) Bleomycin-Sepharose nach Inkubation mit Lysat,
- 3) ungebundenes Lysat nach Inkubation mit Bleomycin-Sepharose,
- 4) Bleomycin Elution,
- 5) Bleomycin-Sepharose nach Bleomycin Elution, und
- 6) ungebundenes Lysat nach Inkubation mit Bleomycin-Sepharose.
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4 die
Immobilisierung von Sh Ble Fusionsproteinen auf einer Bleomycin
derivatisierten Mikrotiterplatte darstellt. Lysate von zwei verschiedenen
Sh Ble Fusionsprotein Klonen wurden zu Vertiefungen einer Bleomycin
derivatisierten und einer Kontroll-Mikrotiterplatte in Anwesenheit und
Abwesenheit von konkurrierendem Bleomycin hinzugefügt,
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5 die
Reinigung von immobilisierten Sh Ble Fusionsproteinen auf Bleomycin
beschichteten Mikrovertiefungen darstellt (Sh Ble Fusionsprotein, welches
auf Bleomycin derivatisierten Mikrovertiefungen aus Lysaten gefangen
wurde, wurde auf einer SDS PAGE laufen gelassen. Ausgangs-Lysate
wurden zum Vergleich ebenfalls laufen gelassen. Ausgangs-Lysate
stellten eine 2-fache Verdünnungsreihe
dar, wobei Spur 1 unverdünntes
Lysat darstellt und Spur 7 eine 1 zu 64 Verdünnung darstellt.),
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6 die Geschwindigkeit der Immobilisierung
des Sh Ble Fusionsproteins auf Bleomycin derivatisierten Mikrovertiefungen
zeigt (Geklärte
Lysate des Sh Ble Fusionsprotein Klons 1 wurden für verschiedene
Zeiträume
in einer Bleomycin derivatisierten Mikrovertiefung inkubiert. A)
Silber gefärbte
SDS PAGE, welche die Menge des immobilisierten Fusionsproteins zeigt.
B) Die Banden wurden quantifiziert und gegen die Zeit aufgetragen.),
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7 die Retention des Sh Ble Fusionsproteins
auf Bleomycin derivatisierten Mikrovertiefungen darstellt (Sh Ble
Fusionsprotein Klon 1 wurde an Bleomycin derivatisierte Mikrovertiefungen
gebunden. Nach einem Waschen wurden die Vertiefungen für verschiedene
Zeiträume
in Puffer inkubiert.
- A) Coomassie gefärbte SDS
PAGE, welche die Menge des Fusionsproteins zeigt, welche immobilisiert
blieb.
- B) Die Banden wurden quantifiziert und gegen die Zeit aufgetragen.),
-
8 die Retention des Sh Ble Fusionsproteins
auf Bleomycin derivatisierten Mikrovertiefungen darstellt. (Sh Ble
Fusionsprotein Klon 1 wurde an Bleomycin derivatisierte Mikrovertiefungen
gebunden. Nach einem Waschen wurden die Vertiefungen für verschiedene
Zeiträume
in Puffer, welcher überschüssiges Bleomycin
enthielt, inkubiert. A) Coomassie gefärbte SDS PAGE, welche die Menge
des Fusionsproteins zeigt, welche immobilisiert blieb. B) Die Banden
wurden quantifiziert und gegen die Zeit aufgetragen.), und
-
9 die Immobilisierung von Sh Ble Fusionsprotein
auf einem Bleomycin derivatisierten Mikroarray-Objektträger darstellt.
(1 μl der
geklärten
Lysate des Sh Ble Fusionsprotein Klons 2 wurden auf einen Bleomycin
derivatisierten Mikroarray-Objektträger in Anwesenheit und Abwesenheit
von überschüssigem freien
Bleomycin aufgebracht. A) Nach Sondieren auf das Fusionsprotein
unter Verwendung eines Anti-Flag-Antikörpers und eines sekundären Cy3
markierten Anti-Maus-Antikörpers,
wurde der Cy3 Fluorophor visualisiert. B) Die Gesamtintensität der Fluoreszenz
der Probenpunkte wurde in einem Histogramm für Probenpunkt in Anwesenheit
und Abwesenheit von überschüssigem Bleomycin
aufgetragen.).
-
DETAILLIERTE BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
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1.0 Verwendung von Sh Ble als Affinitäts-Tag
-
Eine
cDNA-Bibliothek wurde in einen modifizierten E. coli Expressionsvektor
ligiert (vergleiche mit 2), sodass das Gen sowohl an
den N-, als auch an den C-Termini mit einem FLAG-Tag am N-Terminus
und einem Sh Ble, BCCP (biotinylierte Domäne von E. coli ACCB) und einem
Myc-Tag am C-Terminus markiert werden konnte.
-
Nach
einer Transformation in XL10 Gold wurden die Klone durch Anziehen
auf LB-Agar, welcher
50 μg/ml
Phleomycin D1 enthielt, selektiert.
-
Zwei
Phleomycin D1 resistente Klone wurden selektiert, in LB-Amp auf
eine OD600 von ungefähr 0,4 angezogen, wonach die
Klone mit 100 μg/ml IPTG
für 4 h
bei 30°C
induziert wurden. Die Zellen wurden durch Zentrifugieren gesammelt,
4000 g für 15
min bei 4°C,
und in Aliquots bei –20°C gelagert, um
für zukünftige Arbeiten
verwendet zu werden. Diese werden als "Klon 1" und "Klon 2" bezeichnet.
-
Frische
E. coli Lysate wurden vor jedem Experiment hergestellt.
-
Zu
jedem Aliquot der Zellen (aus 40 ml Induktionskultur) wurden 300 μl Lysepuffer
(200 mM Tris pH-Wert 8, 100 mM EDTA, 1 × Protease Inhibitorcocktail
(Roche), 10 mM Mercaptoethanol, 200 μg/ml Lysozym) hinzugefügt, und
die Zellen wurden resuspendiert. Nach 15 min Inkubation bei 4°C wurden
die Zellen mit 1,7 ml Puffer (1 × Protease Inhibitoren, 20
mM MgCl2, 50 μg/ml DNAse) verdünnt und bei
4°C für weitere
30 Minuten inkubiert. Geklärte
Lysate wurden nach Zentrifugieren bei 20.000 g für 10 min bei 4°C erhalten.
-
1.1 Derivatisieren von Sepharose mit Bleomycin
und seine Verwendung in einer Affinitätsaufreinigung
-
Bleomycin
A6 (2 mg/ml) wurde an eine Pharmacia 1 ml HiTrap NHS-aktivierte
Sepharose Säule gemäß den Anweisungen
des Herstellers gekoppelt.
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Nach
dem Koppeln wurde die Sepharose aus der Säule entfernt und für eine Aufreinigung
der Sh Ble Fusionsproteine in Chargen verwendet.
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Zu
6 μl Bleomycin-Sepharose
Aufschlämmung
(ungefähr
50% gequollene Kügelchen)
in PBS-Tween wurden 4 μl
Klon 1-Lysat (wie oben hergestellt) hinzugefügt und bei 4°C für 30 min
unter Schütteln
inkubiert. Nach kurzem Zentrifugieren wurde der Überstand entfernt, und die
Kügelchen
wurden dreimal in 10 μl
PBS-Tween gewaschen. In einer ähnlich
behandelten Charge Bleomycin-Sepharose wurde gebundenes Protein
durch Inkubieren der Kügelchen
in 10 μl
PBS-Tween, welches 300 μg/ml
Bleomycin A6 enthielt, bei 4°C
für 10
min unter Schütteln eluiert.
-
Die
Proben wurden anschließend
in SDS-Probenpuffer gekocht und auf zwei identische 10–20% Tris
Glycin SDS PAGE Platten geladen. Nach der Elektrophorese wurde ein
Gel mit Coomassie gefärbt
und das andere auf eine Nitrozellulosemembran gebracht und mit Streptavidin-HRP
sondiert, bevor die Banden unter Verwendung von DAB visualisiert
wurden (3).
-
Bezug
nehmend auf 3 kann eindeutig erkannt
werden, dass das Sh Ble Fusionsprotein sowohl auf dem Coomassie
gefärbten
Gel, als auch auf dem Western Blot an die Bleomycin-Sepharose gebunden
hat (3A und B, Spuren 2). Es kann auch erkannt werden,
dass die Sh Ble Fusionsprotein Bindung sehr schwach ist und nur
eine Bande auf dem Coomassie gefärbten
Gel erzeugt. Das Protein hat nicht nur gezeigt, dass es spezifisch
gebunden wird und signifikant aus dem Lysat des Fusionsproteins entfernt
wird, sondern auch, dass es spezifisch mit freiem Bleomycin eluiert
werden kann (3A und B, Spuren 4), was sowohl
einen Beleg für
die Spezifität
der Interaktion, als auch als ein Hilfsmittel für eine Elution bereitstellt.
Unter diesen Bedingungen wurde jedoch nur ein Teil des Sh Ble Fusionsproteins aus
der Bleomycin-Sepharose eluiert.
-
1.2 Derivatisieren von Mikrotiterplatten
mit Bleomycin
-
Mikrotiterstreifen
mit 8 Vertiefungen, die mit PEG mit einem Amin-reaktiven Terminus
beschichtet waren ("protein
immobilizer"-Platten)
wurden von Exiqon bezogen. Die Platten wurden gemäß dem Protokoll
des Herstellers wirksam mit Bleomycin A6 beschichtet. In Kürze, Bleomycin
A6 wurde in 100 mM KPO4-Puffer, pH-Wert
8, bei einer Konzentration von 1 mg/ml gelöst. 100 μl Bleomycin Lösung wurden zu
jeder Vertiefung hinzugefügt,
die Vertiefungen wurden verschlossen und bei 4°C für 18 h inkubiert. Danach wurde
die Bleomycin Lösung
aus den Vertiefungen entfernt, und die Vertiefungen wurden mit PBS-Tween
für 5 Minuten
dreimal gewaschen. Kontrollvertiefungen wurden wie oben mit dem
Weglassen von Bleomycin A6 hergestellt.
-
1.3 Verwendung von Bleomycin Oberflächen in
einer Affinitätsimmobilisierung
-
Zu
Bleomycin beschichteten und Kontrollvertiefungen wurden 50 μl zwei verschiedener
Sh Ble Fusionsprotein Klonlysate (Klon 1- und Klon 2-Lysate, die
wie oben hergestellt wurden) in der Anwesenheit und Abwesenheit
von 5 mg/ml Bleomycin hinzugefügt.
Die Lysate wurden in den Vertiefungen für 30 min bei Raumtemperatur
unter leichtem Schwenken inkubiert, wonach das Lysat aus den Vertiefungen abgesaugt
wurde, und die Vertiefungen dreimal für jeweils 5 Minuten mit PBS-Tween
gewaschen wurden.
-
Die
Proteine wurden durch das Hinzufügen von
50 μl SDS
Proben-Beladungspuffer von der Oberfläche eluiert, und die Vertiefungen
wurden auf einem Heizblock bei 100°C für 10 min erhitzt. 20 μl jeder Probe
wurden auf einer 10–20%
Tris Glycin SDS PAGE laufen gelassen. Das Gel wurde auf eine Nitrozelluosemembran
transferiert und unter Verwendung eines Streptavidin-HRP-Konjugats
sondiert. Der Blot wurde unter Verwendung von ECL (Amersham) visualisiert,
und die fotografische Aufnahme ist in 4 gezeigt.
-
Aus 4 wird
deutlich, dass beide Sh Ble Fusionsproteine nur auf Bleomycin derivatisierten
Mikrovertiefungen immobilisiert werden, und zusätzlich, dass dieser Interaktion durch
eine Präinkubation
der Lysate mit überschüssigem freien
Bleomycin entgegengetreten werden kann.
-
1.4 Analyse von auf Bleomycin derivatisierten
Mikrovertiefungen gereinigtem und immobilsiertem Sh Ble Fusionsprotein
-
50 μl geklärte Lysate
des Sh Ble Fusionsklons 1, welche wie oben hergestellt wurden, in
verschiedenen Verdünnungen,
wurden zu Bleomycin derivatisierten Mikrovertiefungen hinzugefügt. Nach einer
Inkubation für
40 Minuten bei Raumtemperatur wurden die Vertiefungen dreimal mit
PBS-Tween gewaschen. Das Protein wurde aus den Vertiefungen durch
Erhitzen auf einem Heizblock bei 100°C für 10 min in SDS Probenpuffer
eluiert, und 15 μl
wurden auf einer SDS PAGE mit entsprechenden Mengen des Ausgangs-Lysats
elektrophoresiert. Nach der Elektrophorese wurden die Gele unter
Verwendung eines Standardprotokolls für Silberfärbungen visualisiert.
-
Die
Ergebnisse sind in 5 dargestellt, welche die Reinigung
von immobilisierten Sh Ble Fusionsproteinen auf Bleomycin beschichteten
Mikrovertiefungen zeigt. Aus Lysaten auf Bleomycin derivatisierten
Mikrovertiefungen gefangenes Sh Ble Fusionsprotein wurde auf einer
SDS PAGE laufen gelassen. Ausgangs-Lysate wurden auch zum Vergleich
laufen gelassen. Die Ausgangs-Lysate stellten eine 2-fache Verdünnungsreihe
dar, wobei Spur 1 unverdünntes
Lysat darstellt und Spur 7 eine 64-fache Verdünnung darstellt.
-
5 zeigt,
dass es überwiegend
eine Hauptbande von gereinigtem vollständigen Sh Ble Fusionsprotein
gibt, welches auf Mikrovertiefungen gefangen wurde. Es ist möglich, dass
andere sichtbare kleinere Banden Proteolyseprodukte der Sh Ble Fusion
darstellen, wie durch einen Vergleich mit einem ähnlichen Experiment mit einem
Western Blot, der in 4 gezeigt ist, gezeigt wurde.
-
1.5 Geschwindigkeit des Bindens von Sh
Ble Fusionsprotein an Bleomycin derivatisierte Mikrovertiefungen
-
50 μl geklärtes Lysat
des Sh Ble Fusionsklons 1 wurden zu Bleomycin derivatisierten Mikrovertiefungen
hinzugefügt.
Nach 5, 10, 20, 30, 40, 50 und 60 Minuten Inkubation bei Raumtemperatur
wurden die Vertiefungen dreimal mit PBS-Tween gewaschen. Das Protein
wurde aus den Vertiefungen durch Erhitzen auf einem Heizblock bei
100°C für 10 min
in SDS-Probenpuffer eluiert, und 15 μl wurden auf einer SDS PAGE
elektrophoresiert. Nach der Elektrophorese wurden die Gele unter
Verwendung eines Standardprotokolls für Silberfärbungen visualisiert (6A).
Die Sh Ble Banden auf dem Gelbild wurden quantifiziert, und die
durchschnittliche Dichte wurde aufgetragen (6B). Diese
Daten zeigen, dass das meiste Protein nach ungefähr 40 Minuten Inkubation immobilisiert
ist.
-
1.6 Stabilität der Sh Ble Fusionsprotein-Interaktion mit
Bleomycin derivatisierten Mikrovertiefungen
-
50 μl geklärtes Lysat
des Sh Ble Fusionsklons 1 wurden zu Bleomycin derivatisierten Mikrovertiefungen
hinzugefügt.
Nach einer Inkubation für
1 h bei Raumtemperatur wurden die Vertiefungen dreimal mit PBS-Tween
gewaschen. Nach dem Waschen wurden die Vertiefungen mit PBS-Tween
aufgefüllt und
für die
gewünschte
Zeit inkubiert, um einen Zeitverlauf zu erzeugen. Dies wurde auch
mit einem zweiten Satz an Vertiefungen, welche nach dem Waschen
der Vertiefungen in 0,5 mM Bleomycin in PBS-Tween inkubiert wurden,
wiederholt. Nach diesen Zeitverläufen
wurde das Protein aus den Vertiefungen durch Erhitzen auf einem
Heizblock bei 100°C
für 10
min in SDS-Probenpuffer
eluiert, und 15 μl
wurden auf einer SDS PAGE mit entsprechenden Mengen des Ausgangs-Lysats
elektrophoresiert. Nach der Elektrophorese wurden die Gele unter
Verwendung einer Coomassie Färbung
visualisiert (7A & 8A).
-
Die
Sh Ble Fusionsproteinbanden auf dem Gelbild wurden quantifiziert,
und die durchschnittliche Dichte wurde aufgetragen (7B & 8B).
-
Immobilisiertes
Sh Ble Fusionsprotein blieb in sehr großem Umfang an der Bleomycin
derivatisierten Mikrovertiefung nach einer Inkubation für bis zu
24 h in PBS-Tween gebunden (7). Für den Einschluss
von überschüssigem freien
Bleomycin in den Puffer wurde erwartet, dass es die Geschwindigkeit
der Dissoziation des Fusionsproteins von der Mikrovertiefung erhöht, aber
selbst in der Anwesenheit von überschüssigem freien
Bleomycin (8) wurde ein geringer Verlust
von immobilisiertem Sh Ble Fusionsprotein beobachtet.
-
1.7 Verwendung von Sh Ble Fusion zur Immobilisierung
von Proteinen auf Mikroarrays
-
In
dieser Untersuchung wurden Exiqon Euray Objektträger verwendet und wiesen eine
Oberflächenbeschichtung
auf, welche im Wesentlichen jene darstellt, die bei den vorher verwendeten
Mikrotiterplatten Vertiefungen gefunden wurde, wo ein PEG-Molekül mit einem
Amin-reaktiven Terminus verwendet wurde, um die Objektträger zu beschichten.
Das Derivatisieren dieser Objektträger wurde wie bei den Mikrotiterplatten
Vertiefungen mit 400 μl 3
mg/ml Bleomycin A6 durchgeführt,
welches in einer Mikroskop Hybridisierungskammer für Objektträger auf
die Oberfläche
aufgebracht wurde.
-
Geklärte Lysate
des Sh Ble Fusionsprotein Klons 1 wurden 1 zu 2, 1 zu 4 und 1 zu
8 mit 100 mM KPO4-Puffer verdünnt. Die
Lysate wurden auf eine 384-Vertiefungsmikrotiterplatte
für einen
Mikroarray überführt. Mit
einem sechs mal sechs Muster der Lysate wurde ein Mikroarray auf
einem Objektträger, der
mit Bleomycin derivatisiert wurde, und auf einem, welcher ähnlich mit
Ethanolamin beschichtet wurde, durchgeführt. Der Mikroarray wurde unter
Verwendung eines Genetix Qarray Roboters, der mit 300 Mikrometer
festen Stiften ausgestattet war, durchgeführt. Die Mikroarrays wurden
in einer feuchten Kammer für
1 h bei Raumtemperatur inkubiert. Nach dem Waschen in PBS-Tween
wurden die Objektträger
mit einem Maus Anti-FLAG-Antikörper, gefolgt
von einem Cy3 markierten Anti-Maus IgG-Antikörper sondiert. Nach dem Trocknen
in einem Luftstrom aus Stickstoff wurden die Objektträger unter
Verwendung eines Affymetrix 428 Arrayscanners visualisiert, welcher
mit geeignetem Laser und Filter für den Nachweis des Cy3 Fluorophors
ausgestattet war (9A). Die Gesamtfluoreszenz der
Probenpunkte wurde quantifiziert, und Mittelwerte der identischen Probenpunkte
wurden ausgewählt
und aufgetragen (9B).
-
Die
Daten in 9 zeigen, dass ein Sh Ble Fusionsprotein
besonders auf einem Bleomycin derivatisierten Mikroskop Objektträger immobilisiert
wird. Dies weist darauf hin, dass Sh Ble für eine Verwendung als Affinitäts-Tag für die Immobilisierung
von Proteinen in einem Mikroarrayformat geeignet ist.