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Die
Erfindung bezieht sich auf ein Eiersatzproduktkonzentrat und auf
ein flüssiges
Eiersatzprodukt bzw. ein Flüssigeiersatzprodukt,
das einen niedrigen Cholesteringehalt hat.
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Ei
ist ein vielseitiges Nahrungsmittel und eine vielseitige Nahrungsmittelkomponente.
Allerdings verursacht sein Cholesteringehalt Probleme. Außerdem gibt
es gesundheitliche Bedenken in Anbetracht seines Gehalts an gesättigten
Fettsäuren
und der Gefahr einer Salmonellen-Kontamination. Um solche Bedenken entgegenzuwirken,
wurden viele Zusammensetzungen vorgeschlagen, die Eier ersetzen.
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US 4 103 038 offenbart eine
Eiersatzproduktzusammensetzung, die auf der Ultrafiltration von
Molkeprotein, Fetten und Emulgator basiert.
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US 4 120 986 beschreibt
die Herstellung eines Materials mit hohem Proteingehalt, das 25
bis 55 % Protein, 5 bis 15 % Fett und 25 bis 50 % Kohlenhydrat enthält, das
dann weiter mit Emulgator, Lecithin, vorgelatinierter Stärke und
Gummi verarbeitet wird, um ein Eiersatzprodukt bereitzustellen.
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US 4 296 134 beschreibt
eine Flüssigeimischung,
die weniger als 1,25 Gew.-% Fett enthält und die 60 bis 96 Gew.-Teile
Eiweiß,
0 bis 18 Gew.-Teile Wasser, 2 bis 10,5 Gew.-Teile Proteinersatzmittel und geringe Mengen
an Stabilisator, Aromamittel und Färbemittel umfasst.
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US 4 360 537 offenbart die
Herstellung eines Lipoproteinemulsionssystems, das auf Sojaisolat
basiert, das verwendet werden kann, um Eigelb in verschiedenen Nahrungsmittelprodukten
zu ersetzen. Bei der Herstellung sind hohe Mengen an löslichen
Kohlehydraten enthalten.
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Weitere
Eiersatzmaterialien werden auch in
WO
86/05362 und in
GB 1
533 084 offenbart.
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US 5 725 899 beschreibt
die Herstellung einer Zusammensetzung aus Sojamehl und Sojaöl, die bei Rekonstitution
in Wasser ein milchartiges Proteingetränk bildet.
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JP 53 032 161 beschreibt
ein Verfahren zur Herstellung einer cholesterinfreien Eizusammensetzung, die
70 bis 95,5 Gew.-% Eiweiß,
0,005 bis 0,3 Gew.-% Xanthangummi, 0,04 bis 0,2 Gew.-% Carboxymethylcellulose,
0,04 bis 0,2 Gew.-% Guargummi, 3 bis 8 Gew.-% fettfreie Milchfeststoffe, 9 bis 13
Gew.-% Pflanzenöl und
0,25 bis 0,35 Gew.-% Lecithin enthält.
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Trotz
der intensiven Anstrengungen waren die Eiersatzprodukte nicht so
erfolgreich wie erwartet. Ein Problem, das bleibt, liegt insbesondere
in der Verwendung, da die rheologischen Eigenschaften wesentlich
von denen der Eier abweichen. Ein Koch, der ein Eiersatzprodukt
verwendet, zum Beispiel um Rührei
oder Omelettes zuzubereiten, erwartet, dass die Flüssigeiersatzproduktzusammensetzung
ziemlich dünn
ist und über
einen längeren
Zeitraum vor dem Kochen so bleibt. Es wird erwartet, dass während des
Kochens eine Koagulation auftritt. Das hergestellte Produkt sollte,
wenn es serviert und gegessen wird, eine Konsistenz haben, die als ähnlich der
des entsprechenden Produkts, das aus Voll-Eiern hergestellt ist, wahrgenommen
wird.
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Andere
Probleme entstehen, da die Zubereitung eines vorgeschlagenen Eiersatzprodukts
oft eine komplizierte Verarbeitung erfordert, die manchmal eine
teuere Ausrüstung
und/oder die Verwendung von Ingredienzien, die nicht leicht verfügbar sind
oder teuer sind, verlangt. Es gibt auch Probleme mit Fremdgeschmack
von bestimmten Ingredienzien oder Verarbeitungsschritten.
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Wir
haben nun ein Eiersatzprodukt gefunden, das verbesserte rheologische
Eigenschaften hat. Es ist aus leicht verfügbaren Materialien einfach
herzustellen.
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Überraschenderweise
haben wir festgestellt, dass unser Eiersatzprodukt in einem konsumierbaren Produkt
resultiert, das seine Frische länger
als das vergleichbare Produkt, das aus echten Eiern hergestellt
ist, beibehalten kann. Beispielsweise können Omelettes oder Rühreier aus
echten Eiern hart werden und ein verschlechtertes Mundgefühl haben,
wenn sie zum Beispiel einige Stunden vor dem Verzehr gehalten werden. Wir
haben festgestellt, dass zum Beispiel Omelettes und Rühreier,
die mit unserem Eiersatzprodukt hergestellt sind, über längere Zeit
gute Mundgefühlseigenschaften
beibehalten können.
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Die
vorliegende Erfindung stellt ein Eiersatzproduktkonzentrat bereit,
das 40 bis 85 Gew.-%
Protein, 10 bis 50 Gew.-% Pflanzenöl, 0,5 bis 15 Gew.-% Kohlenhydrat
und weniger als 0,5 Gew.-% Cholesterin umfasst, wobei das Protein
Sojaprotein, Milchprotein und gegebenenfalls Eiweißprotein
umfasst, wobei wenigstens 50 Gew.-% des Proteins Sojaprotein ist
und wobei der PDI wenigstens 60 % ist.
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Das
Eiersatzproduktkonzentrat ist eine Zusammensetzung, die in Wasser
dispergiert werden kann, um ein flüssiges Eiersatzprodukt bzw.
ein Flüssigriersatzprodukt
bereitzustellen, das verwendet werden kann, um zum Beispiel Rühreier oder
Omelettes herzustellen. Es kann auch in anderen Rezepten eingesetzt
werden, um Voll-Eier oder Eigelb zu ersetzen, zum Beispiel um Mayonnaise,
Kuchen oder Eiercreme herzustellen.
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Das
Eiersatzproduktkonzentrat kann, muss aber nicht, Eiweißprotein
enthalten. Bei der Herstellung des flüssigen Eiersatzprodukts mit
dem vorliegenden Konzentrat kann zum Beispiel Eiweiß, frisch
oder gefroren, eingearbeitet werden. Die vorliegende Erfindung betrifft
insbesondere den Ersatz von Voll-Eiern. Wenn daher bei der Herstellung
des flüssigen
Eiersatzprodukts Eiweiß eingeschlossen
sein muss, braucht das Eiersatzproduktkonzentrat kein Eiweißprotein
zu enthalten. Wenn allerdings bei der Herstellung des flüssigen Eiersatzprodukts
kein Eiweiß enthalten
ist, dann muss vorzugsweise das Eiersatzproduktkonzentrat eingesetzt werden,
das Eiweißprotein
enthält.
Das Vorliegen von Eiweißprotein
in dem flüssigen
Eiersatzprodukt trägt dazu
bei, die gewünschten
rheologischen Eigenschaften zu erhalten.
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Entsprechend
stellt die vorliegende Erfindung auch ein flüssiges Eiersatzprodukt bereit,
das 16 bis 28 Gew.-% des vorliegenden Eiersatzproduktkonzentrats,
45 bis 82 Gew.-% Wasser und gegebenenfalls Eiweiß umfasst, wobei der Feuchtigkeitsgehalt
des flüssigen
Eiersatzprodukts 75 bis 84 Gew.-% ist, und das flüssige Eiersatzprodukt
bzw. das Flüssigeiersatzprodukt
Eiweißprotein
umfasst. Wenn Eiweiß bei
der Herstellung des flüssigen
Eiersatzprodukts eingearbeitet wird, dann wird es vorzugsweise in
einer Menge von 20 bis 40 Gew.-%, bevorzugter von 25 bis 35 Gew.-%,
des flüssigen
Eiersatzprodukts eingesetzt.
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Vorzugsweise
enthält
das Eiersatzproduktkonzentrat Eiweißprotein. Das flüssige Eiersatzprodukt
wird vorzugsweise unter Verwendung eines Eiersatzproduktkonzentrats
hergestellt, das Eiweißprotein
enthält,
und kein Eiweiß zusätzlich zu
dem Eiweißprotein
im Eiersatzproduktkonzentrat enthält. In einem solchen Fall ist die
Menge an Wasser, die in dem flüssigen
Eiersatzprodukt enthalten ist, vorzugsweise 70 bis 82 Gew.-%, und die
Menge an Eiersatzproduktkonzentrat ist 18 bis 30 Gew.-%.
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Die
Menge und die Zusammensetzung an Protein ist ein Schlüsselaspekt
der vorliegenden Erfindung. Um gute rheologische Eigenschaften zu
erhalten, sollte der Gesamtproteingehalt relativ hoch sein, das
Protein sollte Sojaprotein und Milchprotein umfassen, wobei wenigstens
die Hälfte
des Proteins Sojaprotein ist. Der flüssige Eiersatzstoff sollte
auch Eiweißprotein
einschließen.
Wenn das Eiersatzstoffkonzentrat kein Eiweißprotein enthält, dann
sind wenigstens 60 Gew.-%, bevorzugter 80 bis 98 Gew.-%, des Proteins
Sojaprotein.
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Die
Proteinmaterialien, die verwendet werden, um das Protein für das Eiersatzproduktkonzentrat
bereitzustellen, sollten Protein enthalten, das das meiste seiner
Funktionalität
beibehalten hat. Wir haben festgestellt, dass dies in der Praxis
mit dem PDI (Protein-Dispergierbarkeits-Index), gemessen bei 20°C, in Korrelation
steht. Der PDI sollte wenigstens 60 % sein. Vorzugsweise ist er
wenigstens 65 %, bevorzugter wenigstens 70 %. Der PDI kann nach
dem Verfahren AOCS Ba 10-65 (99) bei 20°C gemessen werden.
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Wenn
der PDI der einzelnen Proteinmaterialien, die in das Eiersatzproduktkonzentrat
eingeschlossen werden sollen, bekannt ist, dann kann der PDI des
Proteins in der Eiersatzproduktzusammensetzung üblicherweise geschätzt werden,
indem der Durchschnitt auf der Basis der Mengen der Materialien,
die in der Zusammensetzung enthalten sein sollten, berechnet wird.
Vorzugsweise ist der PDI jedes der Proteinmaterialien, die in der
Zusammensetzung enthalten sein sollten, wenigstens 50 %, vorzugsweise
wenigstens 60 %.
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Das
Material, das zum Bereitstellen des Sojaproteins in der Zusammensetzung
verwendet wird, ist vorzugsweise Sojakonzentrat oder Sojaisolat,
wobei Sojaisolat bevorzugt ist. Solche Sojaproteinmaterialien haben
typischerweise einen Proteingehalt von etwa 80 Gew.-% oder mehr. Beispiele
für geeignete
Sojaproteinmaterialien sind Pro Fam 974, Pro Fam 892 und Pro Fam
891, die von ADM, Niederlande, verfügbar sind, und Newpro TS, das
von Lucas Meyer bv, Niederlande, erhältlich ist. Der Sojaproteingehalt
des Eiersatzproduktkonzentrats ist vorzugsweise 25 bis 55 Gew.-%,
bevorzugter 30 bis 50 Gew.-%.
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Das
Milchprotein im Konzentrat ist vorzugsweise meist Molkeprotein.
Bevorzugter sind 70 bis 100 Gew.-% des Milchproteins Molkeprotein.
Molkeprotein kann im Konzentrat durch Verwendung von Molkeproteinkonzentrat-
oder -isolatpulver beispielsweise bereitgestellt werden. Beispielsweise
können
Molkeproteinkonzentratpulver, das durch partielle Entfernung von
Lactose durch Kristallisation hergestellt wird, und Molkeproteinisolat,
das durch Ultrafiltration von Molke hergestellt wird, geeigneterweise
bei der Herstellung des Eiersatzproduktkonzentrats verwendet werden.
Fraktioniertes Molkeprotein, z.B. eine beta-Lactoglobulin-reiche Fraktion, kann
anstelle von oder in Kombination mit üblicheren Milchproteinmaterialien
verwendet werden. Alternativ oder in Kombination mit einer Molkeproteinquelle
kann zum Beispiel Magermilchpulver eingesetzt werden. Beispiele
für geeignete
Milchproteinmaterialien sind Proxime WPC35, ein Molkeproteinkonzentrat
von Borculodomo, Niederlande, Lacprodan 80 und Lacprodan 70 von
Danmark Protein, Dänemark,
geliefert von MD Foods, Niederlande, und Ultra Whey 99, ein Molkeproteinisolat
von Lithos Food BV, Niederlande. Der Milchproteingehalt des Eiersatzproduktkonzentrats
ist vorzugsweise 0,5 bis 6 Gew.-%, bevorzugter 1,0 bis 3,0 Gew.-%.
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Das
Milchproteinmaterial, das zur Bereitstellung des Milchproteins in
der Zusammensetzung verwendet wird, kann geeigneterweise einen Proteingehalt
von etwa 30 Gew.-% bis etwa 90 Gew.-% haben. Solche Materialien
enthalten üblicherweise
eine beträchtliche
Menge an Lactose, z.B. 5 bis 60 Gew.-%. Die Verwendung von Lactose
in moderaten Mengen in dem Konzentrat kann helfen zu verhindern,
dass die Viskosität
des flüssigen
Eiersatzprodukts zu hoch wird. Wenn es irgendwie bevorzugt ist,
keine Lactose zu verwenden oder dies bei niedrigem Gehalt zu halten,
dann kann ein ähnlicher
Beitrag zur Viskositätskontrolle
unter Verwendung anderer Zucker, z.B. Glucose, Fructose, Saccharose
oder Stärkehydrolysaten
mit einem hohen Dextrose-Äquivalent,
erreicht werden.
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Das
Material, das verwendet wird, um Eiweißprotein in der Zusammensetzung
bereitzustellen, ist vorzugsweise Eiweißpulver. Eiweißpulver
hat typischerweise einen Proteingehalt von etwa 75 Gew.-% oder mehr. Ein
Beispiel für
ein geeignetes Eiweißpulver
ist getrocknetes Eiweißpulver
von Nive, Niederlande. Eiweißpulver
kann etwas Kohlenhydrat enthalten. Es kann zum Beispiel etwa 5 %
Glucose enthalten. Die Menge an Eiweißprotein in dem Eiersatzproduktkonzentrat
ist vorzugsweise 5 bis 20 Gew.-%, bevorzugter 8 bis 17 Gew.-%.
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Der
Proteingehalt des Eiersatzproduktkonzentrats sollte 40 bis 85 Gew.-%
sein. Vorzugsweise ist er 45 bis 70 Gew.-%, bevorzugter 52 bis 63
Gew.-%. Das Gewichtsverhältnis
von Sojaprotein zu Milchprotein in dem Eiersatzproduktkonzentrat
und in dem flüssigen
Eiersatzprodukt liegt vorzugsweise zwischen 7:1 und 40:1, bevorzugter
zwischen 10:1 und 30:1. Das Gewichtsverhältnis des Eiweißproteins
zu dem Milchprotein in dem Eiersatzproduktkonzentrat und in dem
flüssigen
Eiersatzprodukt liegt vorzugsweise zwischen 2:1 und 10:1, bevorzugter
zwischen 4:1 und 8:1. Diese Präferenzen
finden insbesondere Anwendung, wenn das Milchprotein in großem Umfang
Molkeprotein, bevorzugter 70 bis 100 Gew.-% Molkeprotein, ist, speziell
wenn 100 Gew.-% des Milchproteins Molkeprotein ist.
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Die
Menge an Proteinen und der Typ der Proteine haben einen wesentlichen
Einfluss auf die rheologischen Eigenschaften. Das flüssige Eiersatzprodukt
sollte eine relativ niedrige Viskosität haben. Wenn der Koch es für wenige
Stunden vor der weiteren Verwendung stehen lässt, d.h. vor dem Kochen bei
der Herstellung von Rühreiern
oder Omelettes während
der Frühstückszubereitung
in einem Hotel oder einem Krankenhaus, sollte die Viskosität nicht
zu sehr zunehmen, und das Ersatzprodukt sollte nicht in wesentlichem
Ausmaß gelieren.
Wenn die Viskosität
ansteigt und eine gewisse Gelierung beim Stehen lassen erfolgt,
sollte die Struktur zerstört
werden und das Material zu einer leichten Gießbarkeit wieder hergestellt
werden, z.B. durch Schlagen mit einer Gabel. Ein niedriger PDI des
Proteins verursacht wahrscheinlich eine hohe Viskosität des flüssigen Eiersatzprodukts,
die beim Stehen lassen noch weiter zunehmen wird. Typischerweise
resultieren höhere Proteingehalte
in einer höheren
Viskosität.
In ähnlicher
Weise wird die Viskosität,
wenn Milchprotein aus Magermilchpulver verwendet wird, typischerweise
höher sein
als wenn Protein als das Milchprotein verwendet wird.
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Allerdings
sollte das flüssige
Eiersatzprodukt auch nicht zu dünn
sein. Beispielsweise sollte es beim Kochen, wenn Rühreier herzustellen
sind, sich nicht wie ein dünner
Pfannkuchenteig verhalten, da dies das resultierende Endprodukt
nachteilig beeinträchtigen
würde.
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Die
Kombination von Proteinen, die verwendet wird, beeinflusst ebenfalls
die Strukturentwicklung während
einer weiteren Zubereitung des Produkts, das gegessen werden soll,
sowie die Textur des resultierenden Nahrungsmittelprodukts. Für Rühreier oder
Omelettes ist zum Beispiel die Festigkeit des gekochten Produkts typischerweise
bei höheren
Proteingehalten höher
und auch wenn Milchprotein, einschließlich Kasein, zum Beispiel
aus Magermilchpulver, anstelle von Molkeprotein, verwendet wird.
Durch die Proteinzusammensetzung werden auch die organoleptischen
Eigenschaften beeinflusst. Wenn der Eiweißproteingehalt hoch ist, ist das
Produkt gummiartiger. Die Verwendung von Sojaprotein und speziell
die Kombination von Sojaprotein und Molkeprotein führt zu Koagulaten
mit kürzerer,
weniger elastischer Textur, d.h. ähnlicher der Textur, die mit Voll-Eiern
erhalten wird. Vorzugsweise sind 60 bis 90 Gew.-%, bevorzugter 70
bis 80 Gew.-%, des Protein des Eiersatzproduktkonzentrats und des
flüssigen
Eiersatzprodukts Sojaprotein.
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In
einer besonders bevorzugten Ausführungsform
umfasst das Eiersatzproduktkonzentrat 30 bis 50 Gew.-% Sojaprotein,
1 bis 3 Gew.-% Molkeprotein und 8 bis 17 Gew.-% Eiweißprotein.
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Das
Eiersatzproduktkonzentrat sollte außerdem 10 bis 50 Gew.-% Pflanzenöl enthalten.
Vorzugsweise ist der Ölgehalt
20 bis 40 Gew.-%, speziell 25 bis 35 Gew.-%. Fett oder Öl aus Fisch
oder anderer tierischer Herkunft ist vorzugsweise nicht bewusst
enthalten, obgleich geringe Mengen an Tierfett, die zum Beispiel
aus der Milchproteinquelle stammen, toleriert werden können. Die
Verwendung von Tierfett oder -öl
kann eine Erhöhung
des Cholesteringehalts des Produkts bewirken und kann "Off-Flavor" verursachen, was
von der Herkunft des Fetts oder des Öls abhängt. Das Pflanzenöl, das in
dem Eiersatzproduktkonzentrat verwendet wird, ist bei Umgebungstemperatur
vorzugsweise flüssig,
obgleich einige Feststoffe toleriert werden können. Der Gehalt an festem
Fett des Pflanzenöls
ist bei 35°C
vorzugsweise weniger als 6 Gew.-%, bevorzugter ist er 0 bis 3 Gew.-%.
Bei 5°C
ist der Festfettgehalt des flüssigen Öls vorzugsweise
weniger als 30 %, bevorzugter ist er 0 bis 10 Gew.-%. Am bevorzugtesten
ist der Festfettgehalt bei 5°C
0 bis 2 Gew.-%. Der Festfettgehalt kann geeigneterweise durch NMR
als der N-Wert gemessen werden. Bevorzugte Typen an Pflanzenöl sind Sonnenblumenöl, Erdnußöl, Olivenöl, Safloröl, Sojabohnenöl, Rapssamenöl mit geringem
Erucasäuregehalt,
Maisöl, Baumwollsamenöl und Kombinationen
aus zwei oder mehreren davon. Solche Öle haben niedrige Gehalte an gesättigten
Fettsäuren.
Sonnenblumenöl
ist in der vorliegenden Zusammenset zung besonders bevorzugt. Palmöl und fraktioniertes
Palmolein können
anstelle der oben genannten öle
oder in Kombination mit einem oder mehreren davon als das Pflanzenöl in dem
Eiersatzproduktkonzentrat eingesetzt werden.
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Das
Vorliegen des Pflanzenöls
in dem Eiersatzproduktkonzentrat und in dem flüssigen Eiersatzprodukt beeinflusst
die rheologischen Eigenschaften des flüssigen Eiersatzprodukts und
des Endprodukts, das verzehrfertig ist. Spezielle Maßnahmen
während
der Herstellung des Eiersatzproduktkonzentrats oder des flüssigen Eiersatzprodukts,
die in einer sehr feinen Dispersion von Öltröpfchen in dem flüssigen Eiersatzprodukt
resultieren, werden vorzugsweise vermieden. Eine Dispersion aus
feinen Tröpfchen
kann die Viskosität des
flüssigen
Eiersatzprodukts erhöhen
und kann das Mundgefühl
des zu konsumierenden Nahrungsmittelprodukts nachteilig beeinflussen.
In dem flüssigen
Eiersatzprodukt ist der volumengewichtete mittlere Durchmesser der Öltröpfchen vorzugsweise
1 bis 50 μm,
bevorzugter 2 bis 30 μm.
Der volumengewichtete mittlere Durchmesser (D4.3) kann mit einem
Coulter Counter Multisizer II, Coulter Electronics Ltd., Luton,
GB, gemessen werden. Der Kohlenhydratgehalt des Eiersatzproduktkonzentrats
sollte 0,5 bis 15 Gew.-%, vorzugsweise 1 bis 10 Gew.-%, bevorzugter
1 bis 7 Gew.-%, sein. Einige Kohlenhydrate können durch die Proteinmaterialien bereitgestellt
werden, die verwendet werden, um das Konzentrat zu bilden. Das Milchproteinmaterial
kann Lactose enthalten. Das Sojaproteinmaterial kann einige Oligo-
und/oder Polysaccharide enthalten. Einige Kohlenhydrate können bewusst
eingeschlossen werden, um die Textur des Produkts zu optimieren,
z.B. Gummen oder Stärke.
Lösliche
Kohlenhydrate, speziell Zucker, können einen Beitrag leisten,
um zu verhindern, dass das flüssige
Eiersatzprodukt zu dick wird. Bei hohem Zuckergehalt kann allerdings
die Viskosität
zu niedrig werden. Eine geringe Menge an reduzierendem Zucker kann
zu einer Bräunung
des Produkts beim Braten beitragen, wenn es zum Beispiel für Omelettes
verwendet werden soll. Hohe Mengen an Kohlenhydraten, z.B. Stärken und
Gummen und andere Polysaccharide, werden bewirken, dass das flüssige Eiersatzprodukt
zu viskos ist, und beim Stehen vor der Zubereitung des fertigen
Nahrungsmittelprodukts viskoser wird. Hohe Mengen an Kohlenhydraten
können
auch den Geschmack und die Textur des Endprodukts nachteilig beeinflussen.
Die Menge an löslichen
Kohlenhydraten, speziell Zuckern, im Eiersatzproduktkonzentrat beträgt vorzugsweise
0,5 bis 8 Gew.-%, bevorzugter 1 bis 5 Gew.-%. Die Menge an Oligo-
und Polysacchariden in dem Eiersatzproduktkonzentrat beträgt vorzugsweise
0 bis 6 Gew.-%, bevorzugter 0,1 bis 1 Gew.-%. Die Menge an verdickenden Polysacchariden,
z.B. Stärken
und Gum men wie Xanthangummi und Guargummi, im Eiersatzproduktkonzentrat
ist vorzugsweise weniger als 1 Gew.-%, bevorzugter weniger als 0,5
Gew.-%.
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Das
Endnahrungsmittelprodukt, das mit der Eiersatzproduktzusammensetzung
hergestellt wurde, sollte im Vergleich zu dem entsprechenden Produkt,
das mit Ei oder Eigelb hergestellt wird, eine beachtlich reduzierten
Cholesteringehalt haben. Der Cholesteringehalt von Eiern, ausgedrückt unter
Bezug auf die Trockensubstanz, ist typischerweise etwa 2 Gew.-%. Der Cholesteringehalt
des Eiersatzproduktkonzentrats sollte weniger als 0,5 Gew.-% sein.
Vorzugsweise ist er weniger als 0,1 Gew.-%, bevorzugter weniger
als 0,05 Gew.-%. Ein niedriger Cholesteringehalt wird in einfacher
Weise erreicht, indem die Einarbeitung von Materialien mit hohen
Cholesteringehalten, zum Beispiel Eigelbpulver und Milchfett, vermieden
wird. Das vorliegende Konzentrat kann außerdem zu einer Diät beitragen,
die dazu bestimmt ist, hohe Blutcholesterinlevel zu vermeiden, und
zwar durch die Vermeidung von hohen Mengen an gesättigten
Fettsäuren
und durch das Vorliegen von Sojaprotein.
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In
einer besonders bevorzugten Ausführungsform
umfasst das flüssige
Eiersatzprodukt wenigstens 6,25 g Sojaprotein pro Portion. Eine
Portion wird geeigneterweise als 70 g des flüssigen Eiersatzprodukts oder weniger
gewählt.
Vorzugsweise wird sie als 60 g gewählt. Ausgedrückt unter
Bezug auf das Eiersatzproduktkonzentrat kann eine Portion geeigneterweise
als etwa 15 g oder 16 g gewählt
werden. Es wird angenommen, dass, wenn eine Portion 6,25 g oder
mehr Sojaprotein enthält,
eine solche Portion aktiv den Blutcholesterinspiegel senkt. Dementsprechend
ist es besonders bevorzugt, dass das Eiersatzproduktkonzentrat wenigstens 41
Gew.-% Sojaprotein, insbesondere wenigstens 42 Gew.-% Sojaprotein
enthält.
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In
einer anderen bevorzugten Ausführungsform
wird das günstige
Cholesterinprofil des Eiersatzproduktkonzentrats durch die Einarbeitung
von Phytosterol oder -stanol oder einer Kombination davon weiter
gefestigt. Es ist besonders bevorzugt, dass solche Sterole und/oder
Stanole in Form von Estern enthalten sind. Vorzugsweise ist der
Gehalt an Phytosterolestern, -stanolestern oder einer Kombination
davon 10 bis 50 Gew.-% der Menge an Pflanzenöl in der Zusammensetzung. Geeignete
Ester zur Verwendung in der vorliegenden Zusammensetzung und ihre
Herstellung sind in Prog. Lipid Res. 22, (1983), 161-188, Eur. J. Clin.
Nutr. 52, (1998), 334-343, und Eur. J. Clin. Nutr. 54, (2000), 715-725, beschrieben.
Wenn Sterol- und/oder Stanolestern in dem erfindungsgemäßen Konzentrat
enthalten sind, sollte ihre Menge als Pflanzenöl zum Zwecke der Bestimmung
des Pflanzenölgehalts
des Eiersatzproduktkonzentrats gezählt werden.
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Das
Eiersatzproduktkonzentrat enthält
vorzugsweise eine kleine Menge an Emulgator. Ein besonders bevorzugter
Emulgator ist Pflanzenlecithin, insbesondere Sojalecithin und Sonnenblumenlecithin.
Im Allgemeinen können
verfügbare
Lecithin-Materialien verwendet werden, zum Beispiel Materialien,
die 30 bis 45 Gew.-% Öl
und 50 bis 65 Gew.-% Phosphatide enthalten. Die Menge an Emulgator
ist vorzugsweise 0,05 bis 4 Gew.-%. Bevorzugter enthält das Eiersatzproduktkonzentrat
Lecithin in einer Menge von 0,05 bis 3 Gew.-%, speziell 0,1 bis
1 Gew.-%, wobei 0,15 bis 0,3 Gew.-% besonders bevorzugt sind. Es
können
auch andere Emulgatoren als solche oder in Kombination mit Lecithin
verwendet werden. Vorzugsweise hat der verwendete Emulgator einen HLB-Wert
von wenigstens 8. Beispiele für
Emulgatoren, die in Kombination mit Lecithin oder anstelle davon verwendet
werden können,
sind Lysolecithin, z.B. Max Emul 322 von Central Soya, Fort Wayne,
USA, Phosphatidylcholin-reiche Fraktionen von Lecithinen, z.B. Leci-Choline
von Lucas Meyer bv, Niederlande, Polysorbate, z.B. Tween 60, Diacetylweinsäureester,
z.B. Admul Datem 1935 von Quest International, Niederlande, und
Kombinationen von zwei oder mehreren davon. Ein bevorzugter Emulgator,
der in Kombination mit Lecithin zu verwenden ist, ist Polysorbat
Tween 60. Es wird vorzugsweise in einer Menge bis zu 0,5 Gew.-%,
insbesondere 0,1 bis 0,3 Gew.-%, verwendet. Der Emulgator trägt zur Leichtigkeit
der Herstellung des flüssigen Ersatzstoffprodukts
und seiner Stabilität
bei. Lecithin erleichtert insbesondere auch den Erhalt der erwünschten
Dicke des flüssigen
Eiersatzprodukts. Bei geringerem Lecithin-Gehalt wird das flüssige Eiersatzprodukt
dicker. Allerdings können
hohe Emulgatorgehalte den Geschmack und das Mundgefühl des fertigen
Nahrungsmittelprodukts beeinträchtigen.
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Das
Eiersatzproduktkonzentrat kann zusätzliche Nebenkomponenten wie
zum Beispiel Färbemittel, Aromaformulierungen,
Gewürze,
Salz, Lebensmittelsäuren,
Konservierungsstoffe und dergleichen enthalten. Die kombinierte
Menge an anderen Nebenkomponenten als den oben genannten wie Emulgatoren
und Kohlenhydrat übersteigt
vorzugsweise 5 Gew.-% nicht, ist bevorzugter 0,3 bis 3 Gew.-%, speziell
0,5 bis 2 Gew.-%. Materialien wie zum Beispiel Glycin, Vitamin C
und Tocopherole können
zum Beispiel die Oxidations stabilität des Konzentrats verbessern
und sie können
vorteilhafterweise in geringen Mengen enthalten sein.
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Das
Eiersatzproduktkonzentrat kann leicht hergestellt werden. Beliebige
Pulvermaterialien, die in dem Eiersatzproduktkonzentrat enthalten
sein sollen, können
trocken gemischt werden. Ölige
Materialien, zum Beispiel Lecithin und Sterolester, wenn sie verwendet
werden, können
in dem Pflanzenöl
dispergiert werden. Wenn das zu verwendende Pflanzenöl Feststoffe
bei Umgebungstemperatur enthält,
wird geeigneterweise erhitzt, um es zu schmelzen. Die so erhaltene Ölphase kann
auf die Pulvermischung gesprüht
werden. Das Mischen wird fortgesetzt, bis eine gute Verteilung des Öls erhalten
ist. Das resultierende Konzentrat kann ein Pulver oder eine Paste
sein, was von den Mengen und Typen der verwendeten Materialien abhängt.
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Ein
Gemisch von Materialien zur Herstellung des Eiersatzproduktkonzentrats
kann vorteilhafterweise durch Passage durch eine Walzenmühle behandelt
werden. Eine derartige Behandlung verringert die Partikelgröße der Proteinpulver
und erhöht
die Oberfläche,
die Öl
bindet. Sie kann die anschließende
Herstellung des flüssigen
Eiersatzprodukts erleichtern.
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Um
eine gute Lagerungsstabilität
des Eiersatzproduktkonzentrats zu erhalten, wird vorzugsweise sichergestellt,
dass der Feuchtigkeitsgehalt des Konzentrats 7 Gew.-% nicht übersteigt.
Bevorzugter ist der Feuchtigkeitsgehalt weniger als 5 Gew.-%. Dies
kann in einfacher Weise erreicht werden, indem in das Konzentrat
einzuschließende
Materialien so gewählt
werden, dass sie einen ausreichend niedrigen Feuchtigkeitsgehalt
haben, und adäquate
Verpackungsmaterialien und Lagerungsbedingungen der Materialien
vor Produktion und für
das hergestellte Konzentrat, nachdem es produziert wurde, gewählt werden.
Die meiste Feuchtigkeit in dem Konzentrat stammt wahrscheinlich
aus den verwendeten Proteinmaterialien. Vorzugsweise haben die für das erfindungsgemäße Konzentrat
gewählten
Proteinmaterialien einen Feuchtigkeitsgehalt von weniger als 9 Gew.-%,
speziell weniger als 7 Gew.-%. Durch eine geeignete Auswahl von
Ausgangsmaterialien und hygienischen Arbeitspraktiken kann leicht
sichergestellt werden, dass das Konzentrat gute mikrobiologische Eigenschaften
hat und insbesondere frei von einer Salmonellenkontamination ist.
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Das
flüssige
Eiersatzprodukt kann in einfacher Weise hergestellt werden, indem
das Eiersatzproduktkonzentrat, Wasser und gegebenenfalls Eiweiß in den
oben beschriebenen Verhältnissen,
zum Beispiel in einer Lebensmittelbearbeitungsvorrichtung oder mit
einem Handmischer, wie sie üblicherweise
in Küchen
verfügbar
sind, oder mit einer anderen Mischvorrichtung, die am Ort der Herstellung
verfügbar
ist, gemischt werden. Zur Herstellung in einer industriellen Anlage
kann das Konzentrat gegebenenfalls mit Eiweiß in Wasser dispergiert werden,
wodurch das flüssige
Eiersatzprodukt bzw. das Flüssig-Eiersatzprodukt
bereitgestellt wird, wobei zum Beispiel ein Rührtank oder eine Kolloidmühle verwendet
werden. Das so erhaltene flüssige
Eiersatzprodukt kann anstelle von Voll-Eiern entsprechend dem Rezept
der Wahl für
die Herstellung des fertigen Nahrungsmittelprodukts eingesetzt werden.
Zum Beispiel kann es als solches oder mit etwas Gewürz versetzt verwendet
werden, um eine Alternative für
gebackene Eier herzustellen. Milch und Gewürze können enthalten sein, um Rühreier oder
Omelettes herzustellen. Für
Omelettes können
zum Beispiel Pilze oder Schinkenstücke oder geriebener Käse eingeschlossen
werden. Das flüssige
Eiersatzprodukt kann als solches anstelle von Eiern verwendet werden,
um zum Beispiel ein Mayonnaise-artiges Dressing herzustellen. Es
kann auch verwendet werden, um gebackene Produkte, zum Beispiel
Kuchen, Muffins und dergleichen herzustellen.
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Die
optimale Wassermenge, die mit dem Eiersatzproduktkonzentrat und
gegebenenfalls dem Eiweiß zu
verwenden ist, hängt
von einem gewissen Grad von der genauen Zusammensetzung des Eiersatzproduktkonzentrats,
wie es oben beschrieben ist, ab. Diese kann in einfacher Weise bestimmt
werden, indem zuerst eine relativ geringe Wassermenge verwendet
wird. Wenn das flüssige
Eiersatzprodukt da noch dicker als erwünscht ist, kann etwas mehr
Wasser eingemischt werden.
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Die
Viskosität
des flüssigen
Eiersatzprodukts ist vorzugsweise 300 bis 20 000 mPas, bevorzugter
400 bis 8 000 mPas, speziell 500 bis 5 000 mPas bei 20°C und 0,15
s–1.
Die Viskosität
des flüssigen
Eiersatzprodukts bleibt vorzugsweise für einen Zeitraum von wenigstens
einer Stunde, bevorzugter wenigstens 2 Stunden, nach Herstellung
des flüssigen
Eiersatzprodukts aus der Eiersatzproduktzusammensetzung, wenn diese bei
einer Temperatur von 20°C
gehalten wird, innerhalb dieser Grenzen. Um reproduzierbare Messungen
bei der Viskosität
zu erhalten, sollte die Einarbeitung von Luft in das flüssige Eiersatzprodukt
vorzugsweise vermieden werden. Daher kann in jedem Fall das flüssige Eiersatzpro dukt
geeigneterweise aus dem Eiersatzproduktkonzentrat, Wasser und gegebenenfalls
Eiweiß hergestellt
werden, wobei ein Vakuummischer, zum Beispiel ein Stephan-Mischer,
während
5 Minuten bei 900 Upm unter Verwendung seiner Vakuumfunktion verwendet
wird. Die Viskosität
kann geeigneterweise unter Verwendung eines Brookfield-Viskometers
(Modell DV-II+) gemessen werden, wobei die T-D-Spindel mit 10 Upm
verwendet wird.
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Der
pH des flüssigen
Eiersatzprodukts ist vorzugsweise 6,0 bis 7,5, bevorzugter 6,2 bis
7,0, am bevorzugtesten 6,4 bis 6,8. Bei hohem pH wird die Viskosität des flüssigen Eiersatzprodukts
zu hoch. Ein etwas niedrigerer pH kann auch vorteilhaft sein, da
er die Temperatur erhöht,
bei der die Proteine koagulieren, zum Beispiel bei Herstellung von
Rühreiern,
und er bringt sie näher
zu der Temperatur, bei der eine Koagulation auftritt, wenn Eier
verwendet werden. Ein zu niedrigerer pH kann allerdings eine Denaturierung
der Proteine verursachen, die vorzugsweise vermieden wird. In Abhängigkeit
von der Zusammensetzung des Eiersatzproduktkonzentrats kann der
pH des flüssigen
Eiersatzprodukts, das daraus hergestellt ist, angepasst werden,
wenn dies erwünscht
ist, indem geringe Menge saurer oder alkalischer Komponenten in
das Eiersatzproduktkonzentrat eingeschlossen werden. Um den pH zu
senken, können
Nahrungsmittelsäuren,
zum Beispiel Milchsäure, Phosphorsäure, Citronensäure, Ascorbinsäure oder
Fumarsäure
oder eine Kombination von zwei oder mehr derartiger Säuren, verwendet
werden. Der pH kann zum Beispiel mit Trinatriumphosphat, Dinatriumorthophosphat,
Natriumcarbonat oder -bicarbonat oder einem anderen alkalischen
Agens mit Nahrungsmittelqualität,
erhöht
werden. Allerdings ist es bevorzugt, dass der pH unter 7 ist, und
die Verwendung von solchen Alkalimaterialien wird vorzugsweise verwendet.
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Durch
diese Beschreibung hindurch sind alle Teile, Prozentangaben und
Verhältnisse
auf das Gewicht bezogen, wenn nichts anderes angegeben ist.
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Der
Ausdruck "umfassend" soll für keines
der nachfolgend angegebenen Elemente beschränkend sein, sondern stattdessen
nicht spezifizierte Elemente von größerer oder geringerer funktioneller
Bedeutung einschließen.
Mit anderen Worten, die aufgelisteten Schritte, Elemente oder Optionen
müssen
nicht erschöpfend
sein. Wenn immer die Worte "einschließend" oder "aufweisend" verwendet werden,
sollen diese Ausdrücke
mit "umfassend", wie es oben definiert
ist, äquivalent
sein.
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Beispiel 1
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Eine
Eiersatzproduktzusammensetzung wurde aus den in Tabelle 1 aufgelisteten
Ingredienzien hergestellt. Tabelle 1
| Phase | Ingrediens | Menge
(Gew.-Teile) |
| Ölphase | Sonnenblumenöl
Polysorbat
Tween 60
Lecithin (Bolec ZT)
Tocopherol-Mischung (70 %
pph)
Färbemittel | 7,56
0,04
0,04
0,002
p.m. |
| Wässrige Phase | Sojaproteinisolat
(Pro Fam 974)
Eiweißpulver
Molkeproteinkonzentrat
Xanthangummi
Citronensäure
Ascorbinsäure
Glycin
Salz
Aromastoff | 9,15
3,63
1.38
0,026
0,005
0,008
0,005
0,15
p.m. |
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Tween
60 wurde von Quest International, Niederlande, erhalten. Bolec ZT
ist eine transparente Sojabohnenlecithinpaste mit einem Phosphatid-Gehalt
von 63,5 Gew.-% von Unimills, Niederlande. Pro Fam 974 ist ein Sojaproteinisolat
(Proteingehalt 90 Gew.-%, PDI 75 % bei 20°C) von ADM, Niederlande. Das
verwendete Eiweißpulver
war getrocknetes Eiweißpulver,
das nicht schlagbar ist, von Nive, Niederlande, (Proteingehalt 81
Gew.-%, PDI 100
%). Das Molkeproteinkonzentrat war Proxime WPC35 von Borculodomo,
Niederlande, (Proteingehalt 35 Gew.-%, PDI 100 %).
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Die
Ingredienzien jeder der Phasen wurden gemischt und die zwei Gemische
wurden dann kombiniert und für
5 Minuten in einem Hobart-Mischer gemischt. Das resultierende Eiersatzproduktkonzentrat
war eine trockene Paste.
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Das
resultierende Eiersatzproduktkonzentrat hatte einen Feuchtigkeitsgehalt
von 5 Gew.-%. Es
hatte einen Kohlenhydratgehalt von 6 Gew.-% und einen Proteingehalt
von 53 Gew.-%. Der Cholesteringehalt war weniger als 0,001 Gew.-%.
Der PDI war etwa 82 %.
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22
Gew.-Teile des Eiersatzproduktkonzentrats wurden mit 78 Gew.-Teilen
Wasser in einem Stephan-Mischer bei 900 Upm gemischt. Das flüssige Eiersatzprodukt
hatte eine Viskosität
von etwa 600 mPas bei 0,15 s–1 und 20°C. Die Viskosität hatte
sich nach 24 Stunden Lagerung kaum erhöht. Die Flüssigkeit wurde verwendet, um
Omelettes in üblicher
Weise herzustellen. Zur Herstellung der Omelettes wurden etwa 60
g flüssiges
Eiersatzprodukt verwendet, die in eine vorerhitzte Pfanne gegossen
wurden, die etwa 3 ml Öl
enthielt. Es wurden gute Omelettes erhalten.
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Beispiel 2
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Beispiel
1 wurde wiederholt, mit der Ausnahme, dass 11,333 Gew.-Teile des
Sojaproteinisolats, 1,557 Gew.-Teile des Molkeproteinkonzentrats
und 7,2 Gew.-Teile des Sonnenblumenöls verwendet wurden, um das Eiersatzproduktkonzentrat
herzustellen. Das resultierende flüssige Eiersatzprodukt enthielt
6,25 g Sojaprotein pro 60 g Portion. Die Viskosität war etwa
2800 mPas bei 0,15 s–1 und 20°C. Nach 24
Stunden hatte sie sich auf etwa 4 000 mPas erhöht. Es wurde beurteilt, dass
die Viskosität
etwas höher
als optimal war. Das resultierende Omelett war auch nicht so gut
wie das von Beispiel 1, aber noch sehr akzeptabel.
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Beispiele 3 und 4
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Beispiele
1 und 2 wurden wiederholt, mit der Ausnahme, dass kein Polysorbat
verwendet wurde, und dass die Ölmenge
auf 7,6 Gew.-Teile bzw. 7,24 Gew.-Teile angepasst wurde. Es wurden
gute Resultate, ähnlich
denen der Beispiele 1 und 2, erhalten. Proben der Omelettes wurden über Nacht
zusammen mit einem Omelett-Referenzbeispiel, das aus echten Eiern
hergestellt worden war, gehalten. Am nächsten Tag war die Omelett-Probe aus
echten Eiern sehr hart und unangenehm zu essen. Die Proben der Beispiele
3 und 4 hatten ihre Textur und ihr Mundgefühl viel besser beibehalten.
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Vergleichsbeispiele A und B
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Beispiel
1 wurde wiederholt, mit der Ausnahme, dass für Beispiel A 5,01 Gew.-Teile
Molkeproteinkonzentrat und kein Eiweißpulver verwendet wurden. Für Beispiel
B wurden 5,01 Gew.-Teile Eiweißpulver
verwendet, und es wurde kein Molkeproteinkonzentrat verwendet. Die
Viskosität
jedes der flüssigen
Eiersatzprodukte war akzeptabel, obgleich die Zusammensetzung von
Beispiel B mehr als eine Verdoppelung der Viskosität während 24
Stunden Lagerung zeigte. Die Zusammensetzung von Beispiel A blieb
während
der versuchten Herstellung des Omeletts flüssig. Die Zusammensetzung von
Beispiel B koagulierte während
des Kochens, allerdings war die Textur sehr krümelig, was eher an Rührei als
an ein Omelett erinnert. Das Mundgefühl war eher gummiartig. Während der
versuchten Herstellung des Omeletts war keine Bräunung aufgetreten.
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Vergleichsbeispiel C
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4
Gew.-Teile des Eiersatzproduktkonzentrats von Beispiel 1 wurden
mit 1 Gew.-Teile Maltodextrin (Paselli MD20 von Avebe, Niederlande)
in einem Hobart-Mischer gemischt. Das resultierende Eiersatzproduktkonzentrat
hatte einen Kohlenhydratgehalt von 25 Gew.-%. Das flüssige Eiersatzprodukt
wurde hergestellt, indem 22 Gew.-Teile des Eiersatzproduktkonzentrats
mit 78 Gew.-Teilen in einem Stephan-Mischer wie vorher gemischt
wurden. Die Viskosität
des resultierenden flüssigen
Eiersatzprodukts war mit 200 mPas bei 0,15 s–1 und 20°C eher niedrig.
Nach Lagerung während
24 Stunden nahm die Viskosität
um einen Faktor von 5 bis etwa 1 000 mPas zu. Beim Versuch, die
Omelettes herzustellen, gelierte die Zusammensetzung nicht in geeigneter Weise.
Sie ergab keine Ei-artige Struktur und hatte ein Karamell-artiges
Aussehen.
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Beispiel 5
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Beispiel
1 wurde wiederholt, mit der Ausnahme, dass die Mengen von Tabelle
2 für das
Eiersatzproduktkonzentrat verwendet wurden. Tabelle 2
| Phase | Ingrediens | Menge
(Gew.-Teile) |
| Ölphase | Sonnenblumenöl
Polysorbat
Tween 60
Lecithin (Bolec ZT)
Färbemittel (30 % Carotin in Öl)
Tocopherol-Mischung
(70 % tph) | 10,449
0,054
0,054
0,0062
0,003 |
| Wässrige Phase | Sojaproteinisolat
(Pro Fam 974)
Eiweißpulver
Molkeproteinkonzentrat
Xanthangummi
Citronensäure
Ascorbinsäure
Glycin
Salz
Aromastoff | 10,6
3,6
1,8
0,03
0,006
0,009
0,006
0,15
p.m. |
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Um
das flüssige
Eiersatzprodukt herzustellen, wurde 1 Gew.-Teil des Eiersatzproduktkonzentrats
mit 3 Gew.-Teilen Wasser gemischt. Die Viskosität des flüssigen Eiersatzprodukts war
etwas hoch, aber ansonsten wurden gute Resultate erzielt.
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Beispiel 6
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Beispiel
5 wurde wiederholt, mit der Ausnahme, dass anstelle von Molkeproteinkonzentrat
Magermilchpulver (Proteingehalt 36 Gew.-%, PDI 95 %) verwendet wurde.
Das resultierende Eiersatzproduktkonzentrat hatte einen Kohlenhydratgehalt
von etwa 7 Gew.-%. Das flüssige
Eiersatzprodukt hatte eine etwas höhere Viskosität als das
Produkt von Beispiel 3, allerdings wurde das Produkt insgesamt als
akzeptabel beurteilt.
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Beispiele 7 bis 9 und Vergleichsbeispiel
D
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Eine Ölphasenzusammensetzung
wurde aus den folgenden Materialien hergestellt:
| Sonnenblumenöl | 98,98
Gew.-Teile |
| Lecithin
(Bolex ZT) | 0,57
Gew.-Teile |
| Färbemittel
(3 % Carotin) | 0,42
Gew.-Teile |
| Tocopherol-Mischung | 0,03
Gew.-Teile |
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Eine
Pulverphasenzusammensetzung wurde aus den folgenden Materialien
hergestellt:
| Sojaproteinisolat
(Pro Fam 974) | 67,8
Gew.-Teile |
| Eiweißpulver | 21,7
Gew.-Teile |
| Molkeproteinkonzentrat | 9,3
Gew.-Teile |
| Xanthangummi | 0,16
Gew.-Teile |
| Citronensäure | 0,03
Gew-.Teile |
| Ascorbinsäure | 0,05
Gew.-Teile |
| Glycin | 0,03
Gew.-Teile |
| Salz | 0,90
Gew.-Teile |
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Die
verwendeten Materialien waren dieselben, wie sie für Beispiel
1 beschrieben wurden. Eiersatzproduktkonzentrate wurden aus der Ölphasenzusammensetzung
und der Pulverphasenzusammensetzung, wie sie in Beispiel 1 beschrieben
ist, hergestellt, wobei die relativen Mengen, wie sie in Tabelle
3 gezeigt sind, verwendet wurden. Die resultierenden Eiersatzproduktkonzentrate
wurden verwendet, um flüssige
Eiersatzprodukte, wie sie in Beispiel 1 beschrieben sind, herzustellen,
wobei die in Tabelle 3 gezeigten relativen Wassermengen verwendet
wurden.
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Tabelle
3 zeigt auch den Ölgehalt
der Eiersatzproduktkonzentrate. Die Menge und die Zusammensetzung
des Proteins waren für
die 4 resultierenden flüssigen
Eiersatzprodukte konstant. Tabelle 3
| | Beispiel
7 | Beispiel
8 | Beispiel
9 | Vergl.
Beispiel D |
| Ölphasenzusammensetzung
Pulverphasenzusammensetzung | 6
Gew.-Teile
14 Gew.-Teile | 4
Gew.-Teile
14 Gew.-Teile | 2
Gew.-Teile
14 Gew.-Teile | 1
Gew.-Teil
14 Gew.-Teile |
| Wasser | 80
Gew.-Teile | 82
Gew.-Teile | 84
Gew.-Teile | 85
Gew.-Teile |
| Ölgehalt
im Eiersatzproduktkonzentrat | 30
Gew.-% | 22,3
Gew.-% | 12,6
Gew.-% | 6,7
Gew.-% |
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Omelettes
wurden aus den flüssigen
Eiersatzprodukten hergestellt. Das Omelett von Beispiel 9 und speziell
von Vergleichsbeispiel D klebte an der Pfanne und ihre Textur und
ihr Mundgefühl
waren nicht gut. Das Omelett von Beispiel D war nicht akzeptabel,
das von Beispiel 9 war nur grenzwertig akzeptabel. Die Omelettes der
Beispiele 7 und 8 waren viel besser, das von Beispiel 7 wird als
das bessere angesehen.
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Vergleichsbeispiel E
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Ein
Eiersatzproduktkonzentrat wurde aus den folgenden Materialien hergestellt:
| Sonnenblumenöl | 2,13
Gew-Teile |
| Lecithin | 0,03
Gew.-Teile |
| Färbemittel | 0,02
Gew.-Teile |
| Sojamehl | 15,41
Gew.-Teile |
| Eiweißpulver | 2,85
Gew.-Teile |
| Molkeproteinkonzentrat | 1,22
Gew.-Teile |
| Xanthangummi | 0,02
Gew.-Teile |
| Ascorbinsäure | 0,01
Gew.-Teile |
| Salz | 0,12
Gew.-Teile |
| Ei-Aroma | 0,18
Gew.-Teile |
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Das
verwendete Sojamehl war entfettetes Sojamehl 200/70 – Cargill,
von Cargill, Minneapolis, USA. Es enthielt 9 % Feuchtigkeit und,
ausgedrückt
als Trockenmasse, 52 Gew.-% Protein, 46 Gew.-% Kohlenhydrate (einschließlich 17
Gew.-% Fasern, ausgedrückt
unter Bezugnahme auf die Trockensubstanz des Sojamehls), 1 Gew.-%
Fett und 1 Gew.-% Mineralstoffe. Ansonsten waren die verwendeten
Materialien und Verfahren dieselben wie die in Beispiel 1. Der Kohlenhydratgehalt
des Eiersatzproduktkonzentrats überstieg
20 Gew.-%.
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Es
wurden Anstrengungen unternommen, um ein Omelett mit dieser Zusammensetzung
herzustellen, allerdings waren die Resultate nicht akzeptabel. Die
Zusammensetzung klebte schlecht an der Pfanne, die Textur war Teig-/Brot-artig
und der Geschmack war sehr schlecht.