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Die
Erfindung betrifft ein Verfahren zum Nachweis und/oder zur Analyse
der Struktur von makromolekularen Komplexen und/oder Makromolekülen, umfassend
die Schritte (a) Aufreinigung oder Trennung der makromolekularen
Komplexe und/oder Makromoleküle
aus einer Probe, welche die makromolekularen Komplexe und/oder Makromoleküle enthält, durch
die Anwendung einer Trennkraft in einer porösen Matrix in eine erste Dimension
(X-Achse); (b) Transfer der makromolekularen Komplexe und/oder Makromoleküle, die
in Schritt (a) aufgereinigt oder getrennt wurden, durch Adsorptionskräfte in eine
zweite Dimension (Z-Achse) von der porösen Matrix auf einen Träger, wobei
der Träger
die Oberfläche
der porösen
Matrix berührt
und parallel zu der Oberfläche
der Matrix und parallel zu der Richtung der in Schritt (a) angewandten
Trennkraft ausgerichtet ist; (c) Immobilisierung der makromolekularen Komplexe
und/oder Makromoleküle
auf dem Träger nach
dem Transfer von Schritt (b); und (d) Untersuchung der Struktur
der makromolekularen Komplexe und/oder Makromoleküle auf dem
Träger
nach der Immobilisierung von Schritt (c).
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Die
Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zur Analyse, ob ein Individuum
an einer Krankheit leidet oder anfällig dafür ist, eine Krankheit zu entwickeln, wobei
die Krankheit korreliert mit dem Auftreten oder Fehlen von Proteinkomplexen
und/oder Viruskomplexen und/oder bakteriellen Komplexen und/oder Pilz-Komplexen
und/oder Prionen-ähnlichen
Komplexen, umfassend die Schritte (a) Feststellung des Auftretens
und gegebenenfalls der Struktur der Proteinkomplexe und/oder Viruskomplexe
und/oder bakteriellen Komplexe und/oder Pilz-Komplexe und/oder Prionen-ähnlichen
Komplexe (mit Prionen in Zusammenhang stehenden Komplexen) durch
(aa) Aufreinigung oder Trennung der Proteinkomplexe und/oder Viruskomplexe
und/oder bakteriellen Komplexe und/oder Pilz-Komplexe und/oder Prionen-ähnlichen Komplexe
aus einer Probe, die mutmaßlich
die Proteinkomplexe und/oder Viruskomplexe und/oder bakteriellen
Komplexe und/oder Pilz-Komplexe und/oder Prionen-ähnlichen
Komplexe enthält,
durch die Anwendung einer Trennkraft in eine erste Dimension (X-Achse)
in einer porösen
Matrix; (ab)Transfer der Proteinkomplexe und/oder Viruskomplexe
und/oder bakteriellen Komplexe und/oder Pilz-Komplexe und/oder Prionen-ähnlichen
Komplexe, die in Schritt (aa) aufgereinigt oder getrennt wurden,
durch Adsorptionskräfte
in eine zweite Dimension (Z-Achse) von der porösen Matrix auf einen Träger, wobei
der Träger
die Oberfläche
der porösen
Matrix berührt
und parallel zu der Oberfläche
der Matrix und parallel zu der Richtung der in Schritt (aa) angewandten
Trennkraft ausgerichtet ist; (ac) Immobilisierung der Proteinkomplexe
und/oder Viruskomplexe und/oder bakteriellen Komplexe und/oder Pilz-Komplexe
und/oder Prionen-ähnlichen
Komplexe auf dem Träger
nach dem Transfer in Schritt 2(ab); und (b) Korrelierung des Auftretens
oder Fehlens oder der Struktur der Proteinkomplexe und/oder Viruskomplexe
und/oder bakteriellen Komplexe und/oder Pilz-Komplexe und/oder Prionen-ähnlichen
Komplexe auf dem Träger
mit dem Leiden des Individuums an einer Krankheit oder der Anfälligkeit,
eine Krankheit zu entwickeln.
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Die
Erfindung betrifft ferner eine Vorrichtung zur Durchführung des
erfindungsgemäßen Verfahrens.
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Für viele
biochemische Bedürfnisse
ist es wünschenswert
in der Lage zu sein, für
die weitere Analyse bestimmte Moleküle aus einem Gemisch an Molekülen abzutrennen.
Dies schließt
beispielsweise die Aufreinigung von Proteinen oder anderen biologischen
Molekülen
aus Zellextrakten, die Aufreinigung von synthetisch hergestellten
Chemikalien von Kontaminationen oder die Auftrennung von chemischen Gemischen
ein. Des weiteren ist die Abtrennung von Molekülen für die Strukturanalyse und die
Identifizierung von Bestandteilen in einem Gemisch an Molekülen wichtig.
Insbesondere verlangt die wachsende Wissenschaft der Proteomics
die Identifizierung von Molekülen
und größeren Ansammlungen
interagierender Moleküle,
die makromolekulare Komplexe innerhalb des Proteoms einer Zelle
bilden, also der Gesamtheit an Proteinen, die von einer bestimmten
Zelle zu einem bestimmten Zeitpunkt hergestellt werden. Es gibt
daher einen Bedarf an allgemeinen Verfahren, die eine quantitative
Analyse eines großen Satzes
an Proteinen erlauben, die verschiedene Größen, Funktionen, Aktivitäten, Konformationen
und Löslichkeiten
aufweisen. Das Problem erscheint im Lichte der Erfordernisse für pharmakologische
Studien, bei denen Hunderte bis Tausende Proteine und makromolekulare
Komplexe parallel und in einem angemessenen experimentellen Zeitrahmen
analysiert werden müssen,
noch schwieriger zu lösen.
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Traditionell
wurde eine solche Trennung oder Aufreinigung durch verschiedene
Verfahren wie Fällung
und Dialysetechniken (Englard, S. et al. (1990); Pohl, T. (1990)),
chromatographische Verfahren (Hagel, L. (1989); Stellwagen, E. (1990);
Cutler, P. (1996)) und Gel-Elektrophorese (Rickwood, D., et al. (1990);
Harnes, B. D. (1998)) erreicht, die sich der Trennung von Molekülen auf
der Grundlage ihrer Mobilität
bedient, welche von ihrem Ladungs-/Masse-Verhältnis dominiert ist. Die Elektrophorese
wird weithin eingesetzt und üblicherweise
in einer porösen
Matrix durchgeführt,
wie einem Agarose- oder Polyacrylamidgel. Oft werden Moleküle durch
Anlegen eines elektrischen Feldes in einer ersten Dimension in Relation
zu ihrer Mobilität
aufgetrennt. Es ist auch möglich,
dann einen zweiten Trennungsschritt durchzuführen, wobei ein elektrisches
Feld angelegt wird, das sich in der Orientierung von dem elektrischen
Feld unterscheidet, das für
die Auftrennung in der ersten Dimension eingesetzt wurde, wodurch eine
zweidimensionale Gel-Elektrophorese
generiert wird. Gel-Elektrophorese ist somit eine Technik zur Auftrennung
von Gemischen an Molekülen
mit hoher Auflösung.
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Weitere
Analyseschritte umfassen die Lokalisierung und Identifizierung der
spezifischen Banden durch Färbeverfahren,
beispielsweise mit Coomassieblau, Silber, Ethidiumbromid oder mit
fluoreszierenden Stoffen, sowie die Bestimmung des Masse-/Ladungsverhältnisses
bzw. der Masse, wobei die Position der Banden mit einer Vergleichsmarkierung verglichen
wird, die parallel zur Probe verläuft. Ferner kann der auto-fluoreszierende
Effekt und die Lichtabsorption zur Lokalisierung und Identifizierung
der spezifischen Banden eingesetzt werden. Dieses Verfahren kann
mit nativen und denaturierten (SDS-)Gelen durchgeführt werden.
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Die
fraktionierten und gereinigten Moleküle werden routinemäßig durch
Massenspektrometrie oder verschiedene Blottingverfahren wie Southern-(Southern,
E. (1975)) und Northern-Blots und spezifische Untersuchung mit Antikörpern (Western
Blot) untersucht und charakterisiert. Voraussetzung für weitere
Untersuchungen, insbesondere strukturelle Untersuchungen, ist die
Extraktion oder Abtrennung der bereits fraktionierten Probe aus
der porösen
Matrix bzw. aus dem laufenden Gel. Das Herausschneiden der spezifischen
Banden mit einem Skalpell, das Blotten oder Herausschütteln der
Moleküle
aus dem Gel sind die häufig eingesetzten
Standardverfahren. Es gibt mehrere Blottingverfahren, einschließlich Diffusionstransfer,
Kapillartransfer, hitzebeschleunigtem Konvektionstransfer, Vakuum-Blottingtransfer
und Elektroelution (Jeno, P. et al. (1996)). Das für Proteine
am häufigsten
eingesetzte Transferverfahren ist Elektroelution oder elektrophoretischer
Transfer und zwar wegen der Schnelligkeit und Transfereffizienz.
Dieses Verfahren nutzt die elektrophoretische Mobilität von Proteinen,
um sie vom Gel auf eine Matrix zu verlagern. Der elektrophoretische
Transfer von Proteinen schließt
das direkte In-Kontakt-Bringen des Protein-enthaltenden Gels mit
einem Stück
Nitrozellulose oder einem anderen geeigneten Protein-bindenden Träger und
die Sandwichbildung davon zwischen zwei Elektroden ein, die in eine
leitende Lösung
eingetaucht sind. Nach dem Anlegen eines elektrischen Feldes bewegen
sich die Proteine aus dem Polyacrylamidgel heraus und auf die Oberfläche der
Membran, wo sie fest verankert werden. Der Großteil an Proteinausbeute ist
daher an die Membran gebunden und nur unter Schwierigkeiten in einer
Pufferlösung
wieder zu solubilisieren. All diese Techniken setzen ein festes
Trägermaterial
wie Zellulosepapier oder eine poröse Membran ein, wo die abgetrennte
Probe abgelagert wird.
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Eine
Technik, die dem elektrophoretischen Filterblottingverfahren im
Konzept ähnelt
und die Elektronenmikroskopie anzuwenden versucht, ist in Jett & Baer, 1993, beschrieben
und von einem früher von
Easom et al., 1989, beschriebenen Ansatz abgeleitet. In diesen Veröffentlichungen
wird ein Elektronenmikroskopiegitter als Träger eingesetzt, der für die Adsorption
der Moleküle
an seine Oberfläche
und die Untersuchung im Elektronenmikroskop geeignet ist. Dieses
Verfahren wird als „Schnappschuß-Blotting" beschrieben und
schließt
verschiedene experimentelle Schritte wie das vorherige Anfärben der
Moleküle
mit Ethidiumbromid oder YOYO-1 (Molecular Probe), das besondere
Gitterpräparationsverfahren oder
die Menge an Glycerin (5–10
Vol-%) ein, die vor der Beladung des Gels mit den Proben zugegeben werden
muss. Vor der Montage und dem Einführen in das Gel werden die
Gitter zur Verbesserung ihrer hydrophilen Eigenschaften behandelt
und in einen Spermidinpuffer getaucht, damit sie positiv geladen werden.
Das Elektrophoresegel wird aus dem Elektrophoreseapparat entfernt
und auf den Transilluminator gelegt, wodurch die Banden sichtbar
gemacht werden. Vertikale Einschnitte werden von Hand mit einem
Skalpell in die Mitte jeder zu untersuchenden Gelbande gesetzt,
das Gel dann in die Gelbox zurückgeführt und
5 Sekunden lang einer Elektrophorese unterworfen. In einem zweiten
Schritt wird das Gel wieder auf den Transilluminator gelegt und
die Gitter werden im rechten Winkel in Bezug auf die obere Oberfläche des
Gels in die Einschnitte eingesetzt, wobei die Kohlenstoffseite des
Gitters den negativen Polen gegenübersteht. Nach dem Einsetzen
der Gitter wird das Gel ein zweites Mal in die Gelbox überführt und
eine Elektrophorese findet 5 Sekunden bei 80 V statt. Sie verbleiben
anschließend
weitere 5 Minuten im Gel, wobei die Stromzufuhr abgeschaltet ist. Anschließend werden
die Gitter aus den Gel genommen, durch negative Färbung nach üblichen
Verfahren fixiert und anschließend
in einem Transmissions-Elektronenmikroskop weiter untersucht.
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Experimentell
werden all diese Schritte von Hand ausgeführt, sie sind arbeitsintensiv
und anfällig für Fehler
des Anwenders. Wenn die Gitter in die Gele eingesetzt werden, so
führt dies
zu wesentlichen Veränderungen
in den elektrophoretischen Eigenschaften der Auftrennungsmedien,
was zu einem Verlust an Auflösung
führt.
Das Verfahren ist ferner anfällig
für die
Denaturierung der Proteine durch Dehydrierung während der Transportvorgänge durch die
Luft und durch das Fixierungsverfahren an der Gitteroberfläche. Mögliche Verunreinigungen
der Probe resultieren daraus, dass Reste des trennenden Gels an
dem Gitter anhaften und chemische und physikalische Veränderungen
im Elektronenmikroskop durchmachen, wenn sie dem Elektronenstrahl ausgesetzt
werden. Diese Veränderungen
können beispielsweise
das Schmelzen, die Koagulierung und die Ladungseigenschaften der
zu analysierenden Proben beeinflussen. Dies führt zu einer verminderten Qualität der elektronenmikroskopischen
Aufnahmen und macht eine quantitative und strukturelle Analyse der
Proteine schwierig.
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Ein
automatisiertes Verfahren ist in der
WO 02/090966 (Michael et al., 2002)
beschrieben. Es beschreibt ein automatisiertes Hochdurchsatzsystem zur
Ausschneiden von (punktuellen) Proben aus einem Elektrophoresegel
umfassend eine Vorrichtung zum punktuellen Ausschneiden von Gel,
Einsatz von löchrigen
Kohlenstoff-Kupfer-Gittern für
die Elektronen-Kryomikroskopie, einen Computerkontrollierten Roboterarm,
ein Hantierungssystem für
Probenplatten, wobei ein Computer mit einer Scan- und digitalen Bildverarbeitungsvorrichtung
zur Identifizierung von durch eine Schneidevorrichtung auszuschneidenen und
nachfolgend in Platten mit vielen Vertiefungen zu übertragenden
Punkten (Flecken; „Spots") verbunden ist.
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Wie
diskutiert, weisen die vorstehend beschriebenen Techniken und Verfahren
größere Nachteile
hinsichtlich einer einfach zu handhabenden und zuverlässigen Erfassung
und strukturellen Analyse makromolekularer Komplexe auf, insbesondere
hinsichtlich der nachfolgenden Verwendung in Bildverarbeitungstechnologien.
Der Stand der Technik hat nicht einmal Verfahren beschrieben, die
leicht durchgeführt
werden können
und keine intensive Laborarbeit verlangen. Das der Erfindung zugrunde
liegende technische Problem war daher, derartige Verfahren bereit
zu stellen.
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Die
Lösung
dieses technischen Problems wird durch die Bereitstellung der in
den Ansprüchen gekennzeichneten
Ausführungsformen
erreicht.
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Somit
betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Nachweis und/oder zur Analyse
der Struktur von makromolekularen Komplexen und/oder Makromolekülen, umfassend
die Schritte (a) Aufreinigung oder Trennung der makromolekularen
Komplexe und/oder Makromoleküle
aus einer Probe, welche die makromolekularen Komplexe und/oder Makromoleküle enthält, durch
die Anwendung einer Trennkraft in einer porösen Matrix in eine erste Dimension
(X-Achse); (b) Transfer der makromolekularen Komplexe und/oder Makromoleküle, die
in Schritt (a) aufgereinigt oder getrennt wurden, durch Adsorptionskräfte in eine
zweite Dimension (Z-Achse) von der porösen Matrix auf einen Träger, wobei
der Träger
ein Elektronenmikroskopiegitter ist und die Oberfläche der
porösen
Matrix berührt
und parallel zu der Oberfläche
der Matrix und parallel zu der Richtung der in Schritt (a) angewandten
Trennkraft ausgerichtet ist; (c) Immobilisierung der makromolekularen
Komplexe und/oder Makromoleküle
auf dem Träger
nach dem Transfer von Schritt (b); und (d) Untersuchung der Struktur
der makromolekularen Komplexe und/oder Makromoleküle auf dem
Träger
nach der Immobilisierung von Schritt (c).
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Der
Begriff „wobei
der Träger
die Oberfläche der
porösen
Matrix berührt" bedeutet im Zusammenhang
mit der vorliegenden Erfindung, dass makromolekulare Komplexe sich
ohne einen Verlust an struktureller Information aus der porösen Matrix
heraus bewegen oder daraus diffundieren können und zwar zum Träger hin.
Dies wird üblicherweise
erreicht, wenn sich eine flüssige
Schicht zwischen der Oberfläche
der porösen
Matrix und der Oberfläche
des Trägers
bildet. Die flüssige
Schicht kann sich beispielsweise sofort nach dem Aufbringen des
Trägers auf
die Oberfläche
der porösen
Matrix bilden oder kann durch zusätzliches Aufbringen der Flüssigkeit hergestellt
werden.
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Der
Begriff „makromolekulare
Komplexe" bezeichnet
erfindungsgemäß jede aus
Untereinheiten aufgebaute Zusammensetzung. Die Untereinheit ist üblicherweise
die kleinste Einheit des makromolekularen Komplexes und ist die
Ursache für
die kennzeichnende Struktur oder Eigenschaft des makromolekularen
Komplexes. Die Untereinheit ist beispielsweise ein Proteinmonomer,
ein DNA- oder RNA-Makromolekül oder ein
anorganisches Makromolekül.
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Der
Begriff „poröse Matrix", wie in der vorliegenden
Erfindung verwendet, bezeichnet ein organisches oder anorganisches
Medium, das durch seine Durchlässigkeit
für andere
Stoffe gekennzeichnet ist.
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Der
Begriff „Trennkraft" bezeichnet im Zusammenhang
mit der vorliegenden Erfindung die Kraft, der ein makromolekularer
Komplex oder ein Makromolekül
aufgrund seiner Ladung in einem elektrischen Feld ausgesetzt ist.
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Der
Begriff „Adsorptionskraft" bezeichnet im Zusammenhang
mit der vorliegenden Erfindung die Kraft bzw. die Kräfte, die
die Ablagerung der makromolekularen Komplexe auf dem Träger bewirken. Diese
Kräfte
schließen
van-der-Waals-Kräfte,
kovalente Kräfte,
Wasserstoffbrückenbindungen,
Dipol-Dipol-Interaktionen, hydrophile und hydrophobe Wirkungen ein.
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Der
Begriff „Träger" schließt erfindungsgemäß alle Mittel
ein, die aus einem Substrat bestehen, das eine Adsorption der makromolekularen
Komplexe und/oder Makromoleküle
erlaubt und geeignete bildverarbeitende Eigenschaften beispielsweise
für die
Elektronenmikroskopie bereitstellt.
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Wie
vorstehend ausgeführt
und in anderen Worten löst
die Erfindung das genannte technische Problem durch ein äußerst verlässliches
und reproduzierbares Verfahren zum Nachweis und zur Analyse von
makromolekularen Komplexen, das einfach durchführbar ist. Wie insbesondere
vorstehend ausgeführt
wurde, stützen
sich Verfahren aus dem Stand der Technik auf Blotting-Verfahren,
bei denen makromolekulare Komplexe, vor allem Proteine und Proteinkomplexe,
von einer porösen
Matrix wie einem Gel auf Blotting-Membranen übertragen werden und zwar unter
Anwendung von Elektroelution oder elektrophoretischem Transfer,
wobei man sich die elektrophoretische Mobilität der Proteine zunutze macht. Nachdem
die makromolekularen Komplexe auf eine Blotting-Membran übertragen
worden sind, müssen sie
z. B. in einem Puffer gelöst
und nachfolgend auf einen für
die direkte Bildverarbeitung geeigneten Träger übertragen werden, beispielsweise
ein Gitter für die
Elektronenmikroskopie. Dieses Verfahren kann letztendlich zur Denaturierung
der Probe und/oder zum Verlust von Material führen. Überraschenderweise haben die
Erfinder gefunden, dass makromolekulare Komplexe bei einer Platzierung
des Trägers parallel
zur Oberfläche
der porösen
Matrix effizient und ohne signifikanten Verlust auf den Träger transferiert
werden. Nach der Immobilisierung können die makromolekularen Komplexe
direkt analysiert werden. Darüber
hinaus wird die native Struktur der makromolekularen Komplexe beibehalten
und das Verfahren ist äußerst zuverlässig und
reproduzierbar. Der vorstehend genannte Befund ist insbesondere deshalb überraschend,
weil für
den Transfer der aufgetrennten makromolekularen Komplexe von der
porösen
Matrix auf den Träger
keine elektrophoretischen Übertragungsschritte
oder Elutionsschritte notwendig sind. Wie erwähnt, werden die aufgetrennten
makromolekularen Komplexe im Stand der Technik aus der porösen Matrix
ausgeschnitten oder auf eine Blotting-Membran geblottet oder aus
der porösen
Matrix herausgeschüttelt,
bevor sie auf einen Träger übertragen,
fixiert und dann analysiert werden können. Das erfindungsgemäße Verfahren
kann wirksam ohne die vorstehend erläuterten Schritte durchgeführt werden,
wodurch die praktische Anwendung einfacher, schneller und auch billiger
wird. Wie auch vorstehend erläutert
wurde, war im Stand der Technik bekannt, dass man Gitter in einem
rechten Winkel relativ zur Oberfläche des Gels in vertikale Einschnitte
einführen
und Proteine nachfolgend auf die Gitter transferieren kann. Diese „Schnappschuss-Blotting"-Technik erfordert
die Vorbehandlung der Gitter mit einem Spermidinpuffer. Darüber hinaus
muss das Gel aus dem Elektrophorese-Apparat herausgenommen werden, damit
man die Banden sichtbar machen kann, in die dann die Einschnitte
gesetzt werden. Anschließend
wird das Gel in die Gelbox rücküberführt und
es wird für
5 Sekunden bei 80 V eine Elektrophorese durchgeführt, wodurch die Proteine auf
des Elektronenmikroskopiegitter übertragen
werden. Die Platzierung des Gitters in die Einschnitte im Gel und
die Durchführung
des Elektrophoreseschrittes vor der Fixierung führt zu vielen Nachteilen bei
der nachfolgenden Analyse der Struktur der Proteine in einem Transmissionselektronenmikroskop
und führt
zu einem Verlust an Auslösung und
möglichen
Verunreinigungen, die von Resten des Trenngels herrühren, die
an dem Gitter anhaften.
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Das
erfindungsgemäß am meisten
ermutigende Ergebnis war der Nachweis, dass die vorstehend genannten
Nachteile durch den unerwarteten Befund ausgeräumt werden konnten, dass ein
Träger wie
ein Elektronenmikroskopiegitter parallel zur Oberfläche einer
porösen
Matrix in Kontakt gebracht werden und der Transfer ohne Anwendung
irgendeines zusätzlichen
elektrophoretischen Transferschrittes erfolgen kann. Es ist insbesondere
unerwartet und überraschend,
das die Positionierung des Trägers,
wie erfindungsgemäß durchgeführt, d.
h. parallel zur Oberfläche
der porösen
Matrix und parallel zur Richtung der Trennkraft, zu hochwertigen
Darstellungen der Struktur der makromolekularen Komplexe führt.
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Experimentell
wird ein Träger,
wie beispielsweise ein kommerziell verfügbares Elektronenmikroskopiegitter
auf die Punkte der porösen
Matrix aufgebracht, in denen zuvor die makromolekularen Komplexe
durch Färbung
oder Autofluoreszenz identifiziert wurden. Diese Identifizierung
kann vom Anwender durch Anfertigung einer Bildverarbeitung des Gels
oder mit geeigneter Computersoftware erfolgen. Der Träger ist
parallel zu Oberfläche
der porösen
Matrix orientiert, wodurch ein enger Kontakt zwischen den Oberflächen des
Trägers
und der Matrix ermöglicht
wird. Gegebenenfalls kann ein Tropfen einer geeigneten Pufferlösung, üblicherweise
im pH-Bereich der aufgetrennten Moleküle zur Aufrechterhaltung der
nativen Bedingungen auf den Träger
aufgebracht werden und zwar zwischen die Oberflächen des Trägers und der Matrix. Die makromolekularen
Komplexe und/oder Makromoleküle
bewegen sich zur Oberfläche
des Trägers
hin, die von einer dünnen
Schicht oder einem dünnen
Film bedeckt ist, welche/r die Ablagerung der Moleküle ermöglicht und
gleichzeitig für den
Elektronenstrahl transparent ist. Ein übliches Material im Bereich
der Elektronenmikroskopie für die
genannte dünne
Schicht, das auch erfindungsgemäß eingesetzt
wird, ist eine dünne
Kohlenstoffschicht, die gegebenenfalls Löcher aufweist.
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Üblicherweise
wird der Träger
nach 30 bis 90 Sekunden von der Oberfläche der porösen Matrix entfernt. Um gegebenenfalls
die Ausbeute an auf der Oberfläche
des Trägers
abgelagerten Molekülen
zu erhöhen,
kann das Gel an seiner Oberfläche
aufgeraut werden, indem die Geloberfläche mit einer Pinzette oder
einem rasierklingenartigen Gerät
gelöchert
wird. Auf diese Weise wird eine größere Menge der innerhalb des
Gels befindlichen makromolekularen Komplexe gegenüber der
Trägeroberfläche exponiert
und kann adsorbiert werden. Eine andere Möglichkeit, die Menge an adsorbierenden
Molekülen
zu erhöhen,
liegt darin, zusätzlich
ein elektrisches Feld zwischen dem Träger und der porösen Matrix
anzulegen. Dadurch wird eine zusätzliche
elektrische Kraft eingesetzt, die zu einem erhöhten Transport zur und einer
erhöhten
Ablagerung der Moleküle
auf der Trägeroberfläche führt. Es
ist ferner möglich,
die Menge an an die Trägeroberfläche adsorbierenden
Molekülen
zu erhöhen,
indem die Oberfläche
mit chemischen Substanzen behandelt wird, die spezifische Bindungsdomänen für chemische
Komplexe bereitstellen. Dies kann beispielsweise durch Inkorporation von
hydrophoben oder hydrophilen, polaren oder nicht-polaren Gruppen
erreicht werden. So kann eine maßgeschneiderte Immobilisierung
von spezifischen Molekülen
und molekularen Anordnungen erhalten werden. Auch die Morphologie
der Trägeroberfläche kann
angepasst werden, um die Bindeeigenschaften zu verbessern (Eckerskorn,
Ch. et al., (1993)). Anstelle einer ununterbrochenen Folie kann
eine löchrige
Kohlenstofffolie auf die Trägeroberfläche aufgebracht
werden. In diesem Fall bedeckt die Pufferlösung mit den gelösten Molekülen gleichzeitig
das Gitter und die löchrigen
Bereiche in dem löchrigen
Kohlenstofffilm. Nach einem üblichen
Kryofixierungsverfahren bildet die Pufferlösung amorphes Eis in den Löchern der
löchrigen
Kohlenstofffolie, wodurch die Molekülstruktur immobilisiert wird.
Die native Struktur, insbesondere von makromolekularen Komplexen und
Proteinen wird hierdurch fast zur Gänze beibehalten. Dieses amorphe
Eis kann auch von einem Elektronenstrahl durchdrungen und für die Bildverarbeitung
von makromolekularen Komplexen eingesetzt werden. All diese Schritte
können
auf einfache Weise mit einem automatisierten System unter Verwendung
von Standardkomponenten durchgeführt werden,
wie einem Computer für
Kontrollzwecke, einem Mikrofluid-System, einer Robotervorrichtung
zur Handhabung der Träger
und einer Scanvorrichtung. Nach der Aufbereitung der makromolekularen
Komplexe auf dem Träger
kann die Fixierung oder Immobilisierung in einer automatisierten
Vorrichtung stattfinden. Für
die Lagerung in Eis eingebetteter Proben werden routinemäßig Standard-Flüssigstickstoff-Dewargefäße eingesetzt.
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Die
Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zur Analyse, ob ein Individuum
an einer Krankheit leidet oder dafür anfällig ist, eine Krankheit zu
entwickeln, wobei die Krankheit korreliert mit dem Auftreten oder Fehlen
von Proteinkomplexen und/oder Viruskomplexen und/oder bakteriellen
Komplexen und/oder Pilz-Komplexen und/oder Prionen-ähnlichen
Komplexen, umfassend die Schritte (a) Feststellung des Auftretens
und gegebenenfalls der Struktur der Proteinkomplexe und/oder Viruskomplexe
und/oder bakteriellen Komplexe und/oder Pilz-Komplexe und/oder Prionen-ähnlichen
Komplexe durch (aa) Aufreinigung oder Trennung der Proteinkomplexe
und/oder Viruskomplexe und/oder bakteriellen Komplexe und/oder Pilz-Komplexe
und/oder Prionen-ähnlichen
Komplexe aus einer Probe, die mutmaßlich die Proteinkomplexe und/oder
Viruskomplexe und/oder bakteriellen Komplexe und/oder Pilz-Komplexe
und/oder Prionen-ähnlichen
Komplexe enthält,
durch die Anwendung einer Trennkraft in einer porösen Matrix
in eine erste Dimension (X-Achse); (ab) Transfer der Proteinkomplexe
und/oder Viruskomplexe und/oder bakteriellen Komplexe und/oder Pilz-Komplexe
und/oder Prionen-ähnlichen
Komplexe, die in Schritt (aa) aufgereinigt oder getrennt wurden,
durch Adsorptionskräfte
in eine zweite Dimension (Z-Achse) von der porösen Matrix auf einen Träger, wobei
der Träger ein
Elektronenmikroskopiegitter ist und die Oberfläche der porösen Matrix berührt und
parallel zu der Oberfläche
der Matrix und parallel zu der Richtung der in Schritt (aa) angewandten
Trennkraft ausgerichtet ist; (ac) Immobilisierung der Proteinkomplexe und/oder
Viruskomplexe und/oder bakteriellen Komplexe und/oder Pilz-Komplexe
und/oder Prionen-ähnlichen
Komplexe auf dem Träger
nach dem Transfer in Schritt 2(ab); und (b) Korrelierung des Auftretens
oder Fehlens oder der Struktur der Proteinkomplexe und/oder Viruskomplexe
und/oder bakteriellen Komplexe und/oder Pilz-Komplexe und/oder Prionen-ähnlichen
Komplexe auf dem Träger
mit dem Leiden des Individuums an einer Krankheit oder der Anfälligkeit,
eine Krankheit zu entwickeln.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Verfahrens
ist das Individuum ein Mensch.
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Die
vorstehend genannten vorteilhaften erfindungsgemäßen Ausführungsformen sind von besonderem
Interesse. Das erfindungsgemäße Verfahren
kann auf die Analyse von Krankheiten angewendet werden, die mit
dem Vorhandensein oder Nicht-Vorhandensein
von Proteinkomplexen und/oder Viruskomplexen und/oder bakteriellen Komplexen
und/oder Pilz-Komplexen und/oder Prionen-ähnlichen Komplexen korrelieren.
Es ist daher möglich,
einen breiten Bereich an Krankheiten nachzuweisen und zu analysieren,
wie Krankheiten, die mit der Funktionsstörung der Proteinqualitätskontrolle
(Proteasome oder Chaperone) zusammenhängen oder neurodegenerative
Erkrankungen, die durch das Vorkommen von Proteinaggregaten gekennzeichnet
sind. Die Protein-, Virus-, bakteriellen, Pilz- und/oder Prion-Komplexe können aus
jeder menschlichen Körperflüssigkeit,
Blut, Urin, Stuhl und Speichel isoliert werden. Auf diese Weise
kann die Erfindung auch zum Screenen von Arzneimitteln in pharmakologischen
Studien eingesetzt werden.
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In
einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
betrifft die Erfindung ein Verfahren, weiterhin umfassend nach Schritt
1(a) oder Schritt 2(aa) und vor Schritt 1(b) oder Schritt 2(ab)
einen Schritt (a'), wobei
eine zweite Trennkraft in einer dritten Dimension (Y-Achse) auf
die makromolekularen Komplexe und/oder Makromoleküle, die
in Schritt 1(a) gereinigt oder abgetrennt wurden, oder die Proteinkomplexe und/oder
Viruskomplexe und/oder bakteriellen Komplexe und/oder Pilz-Komplexe
und/oder Prionen-ähnlichen
Komplexe, die in Schritt 2(aa) gereinigt oder abgetrennt wurden,
angewandt wird.
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In
einer stärker
bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung beschreibt der Vektor der zweiten Trennkraft in der
dritten Dimension einen Winkel zu dem Vektor der Trennkraft von
Schritt 1(a) oder Schritt 2(aa) im Bereich von 1 bis 180 Grad.
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Der
Begriff „Vektor" beschreibt im Zusammenhang
mit dieser Erfindung die Orientierung der eingesetzten Trennkraft.
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Es
ist bevorzugt, dass der Vektor einen Winkel von 90 Grad beschreibt.
Durch Einsatz einer zweiten Trennkraft ist es möglich, das Gemisch an Proteinen
und/oder makromolekularen Komplexen abhängig von ihrer Größe und Struktur
weiter aufzutrennen. Es ist daher möglich, eine fein abgestimmte Trennung
der komplexen makromolekularen Mischungen durchzuführen.
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In
einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Verfahrens
wird die Trennkraft durch ein elektrisches Feld oder durch Schwerkraft
erzeugt.
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In
einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung wird nach Schritt 1(a) oder Schritt 2(aa) und vor
Schritt 1(b) oder Schritt 2(ab) die poröse Matrix gefärbt und/oder
gescannt.
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Um
die interessierenden makromolekularen Komplexe zu identifizieren,
kann man die poröse
Matrix, insbesondere das Gel, vor dem Transfer auf den Träger färben. Das
Färbeverfahren
wird nach aus dem Stand der Technik bekannten Standardverfahren
durchgeführt,
wie Färbung
mit Ethidiumbromid oder Silberfärbung
(Wray W. et al. (1981); Merril, C. et al. (1981); Williams, L. R.
(2001)).
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In
einer anderen Ausführungsform
kann die poröse
Matrix auch ohne Färbeverfahren
gescannt werden, wobei die innewohnenden physikalischen Fluoreszenzeigenschaften
der Proteinprobe genutzt werden.
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Üblicherweise
wird im erfindungsgemäßen Verfahren
bevorzugt, wie in 1 dargestellt und in den Beispielen
1.2 und 1.3 beschrieben, dass das Färbeverfahren in den Teilen
des Gels ausgeführt wird,
die an die interessierenden Bereiche des Gels angrenzen, welche
die Banden mit den makromolekularen Komplexen enthalten.
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In
einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung ist die Oberfläche
der porösen Matrix
aufgeraut.
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Diese
vorteilhafte erfindungsgemäße Ausführungsform,
auch in Beispiel 1.4 dargestellt, ermöglicht einen wirksameren Transfer
der interessierenden Makromoleküle
auf den Träger.
Unter diesem Gesichtspunkt wird die poröse Matrix, insbesondere das
Gel, an den interessierenden Banden mit Pinzetten gelöchert, um
die Oberfläche
des Gels zu vergrößern. Somit
werden tiefere Lagen des Gels mit einer hohen Konzentration an Makromolekülen an der Oberfläche der
porösen
Matrix exponiert.
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In
einer weiteren Ausführungsform
der Erfindung ist der Träger,
der die Oberfläche
der porösen Matrix
berührt,
von einem Puffermedium umgeben.
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Wie
in Beispiel 1.6 dargelegt ist es möglich, einen Tropfen Laufpuffermedium
auf den Träger
zu tropfen, nachdem der Träger
auf der porösen
Matrix positioniert worden ist. Diese erfindungsgemäße Ausführungsform
ist besonders nützlich,
um eine diffusionsgetriebene Bewegung der Makromoleküle auf die
Trägeroberfläche zu ermöglichen.
Dies ist besonders wichtig, wenn die Feuchtigkeit in der die poröse Matrix
umgebenden Kammer oder in der porösen Matrix selbst nicht erlaubt,
dass sich eine Flüssigkeitsschicht
zwischen dem Träger
und der Oberfläche
der porösen
Matrix bildet.
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In
einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung wird der Transfer in Schritt 1(b) oder Schritt 2(ab)
durch die Anwendung eines elektrischen Feldes durchgeführt, wobei
der Vektor des elektrischen Feldes in die zweite Dimension (Z-Achse) ausgerichtet
ist.
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Die
Z-Achse ist vorzugsweise senkrecht zum Vektor der Trennkraft (X-Achse)
und zur Oberfläche des
Trägers
oder Gels ausgerichtet.
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Der
Transfer der interessierenden Makromoleküle auf den Träger kann
beschleunigt und der Ertrag der transferierten Probe kann erhöht werden,
indem zusätzlich
ein elektrisches Feld angelegt wird. Das Gel wird daher an ein leitendes
Material, d. h. eine Metallplatte angelegt und mit der Anode eines elektrischen
Kreises verbunden. Der Träger
wird mit der Kathode des Kreises verbunden. Auf diese Weise wird
ein elektrisches Feld ausgebildet, das in einer elektrischen Kraft
resultiert, die die makromolekularen Komplexe zum Träger hin
anzieht, wo sie adsorbiert werden. Im Gegensatz zum Konzept der
Elektroelution wird der Träger
als eine Elektrode eingesetzt sowie gleichzeitig als eine Ablagerungsoberfläche für die Probe.
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In
einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung ist die poröse
Matrix ein Gel oder eine Nanoverbundstruktur.
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Der
Begriff „Nanoverbundstruktur" bedeutet erfindungsgemäß ein physikalisches
Material, das Körnerbestandteile
von 1 bis 1000 nm Durchmesser oder Lagen oder Filamente im gleichen
Dickebereich aufweist.
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Die
porösen
Matrices, die erfindungsgemäß eingesetzt
werden können,
sind beispielsweise keramische Materialien, Metalle (z. B. Aluminium),
Plastik oder Zellulose.
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In
einer stärker
bevorzugten erfindungsgemäßen Ausführungsform
ist das Gel ein Polyacrylamidgel oder ein Agarosegel.
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Im
erfindungsgemäßen Verfahren
ist bevorzugt, dass ein Polyacrylamidgel eingesetzt wird, das einen
Standard in der elektrophoretischen Auftrennung darstellt und Trennmöglichkeiten
für einen
weiten Bereich an Proben bereitstellt.
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In
einer weiteren stärker
bevorzugten erfindungsgemäßen Ausführungsform
ist das Gel ein Gradientengel.
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In
einer besonders bevorzugten erfindungsgemäßen Ausführungsform liegt der Gradient
im Bereich von 0,01% (Gew./Vol.) bis 50% (Gew./Vol.), stärker bevorzugt
im Bereich von 0,5% (Gew./Vol.) bis 40% (Gew./Vol.) und noch stärker bevorzugt
in Bereich von 1% (Gew./Vol.) bis 8% (Gew./Vol.).
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In
einer stärker
bevorzugten erfindungsgemäßen Ausführungsform
ist das Elektronenmikroskopiegitter bedeckt ist mit einer elektronendurchlässigen Schicht
oder einer Folie mit Löchern.
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Der
Begriff „elektronendurchlässige Schicht" bezeichnet erfindungsgemäß einen
dünnen
Film (üblicherweise
3–30 nm),
der als Substratoberfläche
für die
Probe dient und gleichzeitig transparent für den Elektronenstrahl ist.
Um Ladungseffekte zu vermeiden, ist der Film leitend.
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Die
erfindungsgemäß eingesetzte
elektronendurchlässige
Schicht ist vorzugsweise eine Kohlenstofffolie. Die löchrige Folie
ist vorzugsweise eine löchrige
Kohlenstofffolie.
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In
einer anderen bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung sind die makromolekularen Komplexe ausgewählt aus
der Gruppe bestehend aus Proteinkomplexen, Viruspartikeln, Eubakterien,
Archaebakterien, organischen und anorganischen chemischen Verbindungen.
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In
einer bevorzugten erfindungsgemäßen Ausführungsform
sind die Proteinkomplexe natürliche
Proteinkomplexe.
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Jeder
einzelne Schritt, d. h. insbesondere die Auftrennung, der Transfer
und die Immobilisierung der makromolekularen Komplexe kann unter nicht-denaturierenden
Bedingungen durchgeführt werden.
Die native Struktur der Komplexe wird daher beibehalten.
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In
einer weiteren bevorzugten erfindungsgemäßen Ausführungsform ist die Immobilisierung
in Schritt 1(c) oder Schritt 2(ac) eine Kryofixierung. Kryofixierung
ist besonders vorteilhaft, da die makromolekularen Strukturen besser
beibehalten werden als beim Negativfärbungsprotokoll (Dubochet,
J. et al., (1982)).
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In
einer anderen bevorzugten erfindungsgemäßen Ausführungsform ist die Immobilisierung
in Schritt 1(c) oder Schritt 2(ac) eine negative Färbung mit
Salzen schwerer Atome.
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Salze
schwerer Atome, die erfindungsgemäß einsetzbar sind, schließen Uranylacetat
oder Uranylformiat oder Phosphorwolframat oder Ammoniummolybdat
ein. Erfindungsgemäß wird jedoch vorzugsweise
Uranylacetat eingesetzt, das im Bereich der Elektronenmikroskopie
weithin verwendet wird (Harris, J. R. et al. (1991)).
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In
einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung erfolgt die Untersuchung der Struktur der makromolekularen
Komplexe und/oder der Makromoleküle
in Schritt 1(d) oder die Untersuchung des Auftretens und gegebenenfalls
der Struktur der Proteinkomplexe und/oder Viruskomplexe und/oder
bakteriellen Komplexe und/oder Pilz-Komplexe und/oder Prionen-ähnlichen
Komplexe in Schritt 2(a) durch optische Mittel.
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Der
Begriff „optische
Mittel" umfasst
erfindungsgemäß alle Mittel
und Verfahren, die zur Bildverarbeitung der Makromoleküle eingesetzt
werden können.
Diese umfassen Elektronenmikroskopie, Lichtmikroskopie oder mikroskopische
Verfahren mit einer scannenden Sonde wie Rasterkraft-Mikroskopie
oder optische Raster- Nahfeldmikroskopie.
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Unter
einem anderen Gesichtspunkt des erfindungsgemäßen Verfahrens ist das optische
Mittel Elektronenmikroskopie oder Lichtmikroskopie.
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Für die Durchführung des
erfindungsgemäßen Verfahrens
ist die Elektronenmikroskopie für
die Bildverarbeitung der interessierenden Makromoleküle und makromolekularen
Komplexe besonders bevorzugt. Die Auflösung des Elektronenmikroskops
im Angström-
bis Nanometerbereich ist für
die Analyse eines großen
Bereiches von makromolekularen Komplexen in drei Dimensionen einsetzbar,
insbesondere auch von Proteinkomplexen und/oder Viruskomplexen und/oder
bakteriellen Komplexen und/oder Pilz-Komplexen und/oder Prionen-ähnlichen Komplexen, die mit
Krankheiten korreliert sind.
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Das
erfindungsgemäße Verfahren
kann auch durch den Einsatz von Lichtmikroskopietechniken für die Bildverarbeitung
durchgeführt
werden. Mit einem lichtdurchlässigen
Träger,
z. B. einem Objektträger aus
Glas, kann die Probe durch ein Standardlichtmikroskop untersucht
werden, wobei Strukturen im Bereich von einigen 100 nm bis hin zu
einigen Mikron aufgelöst
werden oder unter Verwendung von fortgeschrittenen Instrumenten
mit erstklassiger Auflösung („advanced
superresolution instruments"),
die Strukturen von mehreren 10 nm auflösen. Zusätzlich können Fluoreszenzmarkierungen
auf die Probe angewendet werden und das Bild in einem Standard-Fluoreszenzmikroskop
verarbeitet werden.
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In
einer bevorzugten erfindungsgemäßen Ausführungsform
ist das Verfahren ein Verfahren mit hohem Durchsatz.
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Die
Erfindung betrifft ferner eine Vorrichtung oder einen Roboter zum
Nachweis und/oder zur Analyse der Struktur von makromolekularen
Komplexen und/oder Makromolekülen,
wie erfindungsgemäß definiert,
oder für
die Analyse, ob eine Person an einer Krankheit leidet oder anfällig dafür ist, eine
Krankheit zu entwickeln, wie erfindungsgemäß definiert, wobei die Vorrichtung
oder der Roboter (a) eine Gelladevorrichtung, (b) einen Geltransporter,
(c) einen Netz-/Gitter-Blotting-Roboter mit einem Netz-/Gittergreifgerät, ein Positionierungssystem,
einen Gelscanner und gegebenenfalls ein Instrument, um Gele aufzurauen,
(d) eine Fixierungsvorrichtung, (e) eine Speichervorrichtung und
(f) eine Computersteuereinheit umfasst.
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Die
in der Beschreibung genannten Dokumente sind hiermit per Referenz
inkorporiert.
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Die
Figuren zeigen:
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1 zeigt
ein Diagramm einer Möglichkeit, die
Erfindung experimentell durchzuführen.
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2 veranschaulicht
eine mögliche
Anordnung des Elektronenmikroskopieträgers auf dem Trenngel, überdeckt
mit einem Tropfen Pufferlösung.
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3 zeigt
ein Foto eines nativen Elektrophoresegels, das in verschiedenen
Spuren mit zwei unterschiedlichen Proteinen P1 und P2 beladen wurde.
Das Protein P1 wurde auf die linke Hälfte der Gels geladen und das
Protein P2 auf die rechte Hälfte.
Die Flanken sind mit einem Marker beladen, der ein Molekulargewicht
im Bereich von 20 KDa bis 669 KDa umfasst. Die Bereiche A und C
sind gefärbt,
der Bereich B stellt den nicht gefärbten Bereich des Gels dar.
Die nach unten zeigenden Pfeile geben die Laufrichtung des Gels
in den verschiedenen Spuren an, der von links nach rechts weisende
Pfeil zeigt auf die Bande von Protein P1, der von rechts nach links
weisende Pfeil auf die Bande von Protein P2. Die schwarzen Kreise
sind die erfindungsgemäß auf die Oberfläche des
Gels aufgebrachten Gitter zum Blotten der Proteine P1 und P2 im
nicht gefärbten
Bereich B. Die Positionierung der Gitter ist an den Positionen von
P1 bzw. P2 orientiert, die sich angrenzend in den gefärbten Teilen
des Gels befinden.
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4 zeigt
elektronenmikroskopische Aufnahmen von zwei Beispielen biologischer
Makromoleküle
(Proteasom und AAA-ATPase VAT), die erfindungsgemäß aufgetrennt
und analysiert wurden. 4A zeigt eine
elektronenmikroskopische Aufnahme eines negativ gefärbten Proteasoms, 4B zeigt das gleiche Protein unter Kryofixierungsbedingungen,
eingebettet in glasartiges Eis unter Verwendung eines Gitters aus
einem Kohlenstofffilm mit Löchern
als Träger. 4C zeigt eine elektronenmikroskopische
Aufnahme eines negativ gefärbten VAT-Komplexes, 4D zeigt das gleiche Protein unter Kryofixierungsbedingungen,
eingebettet in glasartiges Eis unter Verwendung eines Gitters aus einem
Kohlenstofffilm mit Löchern.
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5 erläutert eine
mögliche
automatisierte Anordnung für
das erfindungsgemäße Verfahren,
die den Einsatz mehrerer Proben und Gitter ermöglicht.
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6 veranschaulicht
eine mögliche
Vorrichtung für
die Identifizierung der Lage des abgetrennten makromolekularen Komplexes
im Gel. Das Gitter wird dann erfindungsgemäß mit Hilfe des Computer-kontrollierten
xyz-Positionierungssystems auf die identifizierte Position aufgebracht.
-
Die
Beispiele erläutern
die Erfindung.
-
Beispiel 1
-
Beispiel
1 erläutert
eine mögliche
Art zur Ausführung
der Erfindung. Diese ist auch in 1 dargestellt.
-
1. Gel-Elektrophoreselauf unter nicht-denaturierenden
(nativen) Bedingungen
-
Eine
Elektrophorese der zu analysierenden makromolekularen Komplexe,
wie beispielsweise der in 4 dargestellten,
wird unter nicht-reduzierenden (nativen) Bedingungen unter Verwendung
eines Puffersystems durchgeführt,
das die native Proteinkonformation, Interaktion der Untereinheiten
und biologische Aktivität
beibehält
(Maurer, H. (1971); Laemmli, U. K. (1970)). Während der nativen Elektrophorese
werden Proteine gemäß ihrem
Ladung-zu-Masse-Verhältnis
aufgetrennt.
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Alle
Gel-Elektrophoreseschritte werden mit einer Ausrüstung durchgeführt, die
von Invitrogen (Carlsbad, USA) erhältlich ist. Ein Polyacrylamid-Trenngel
(NuPAGE Novex® Tris-Acetat-Gel,
Bereich 3–8%,
1 mm dick) läuft
in einer Minizelle (X-Cell SureLock) bei einer konstanten Spannung
von 150 V für
2,30 Stunden bei 18 mA/Gel (Start) bis 7 mA/Gel (Ende). Als Laufpuffer
wird 100 ml nativer 10 × Tris-Glycin-Laufpuffer mit 900
ml deionisiertem Wasser verwendet. In mehreren Spuren wird dieselbe Probe,
hier ein makromolekulares Protein, auf das Gel geladen, was die
weitere Identifizierung erlaubt (siehe nachfolgenden Schritt 3).
Um den Identifizierungsschritt (siehe 3) zu verbessern, wird eine
Spur mit einem Marker beladen (HMW Elektrophorese-Kalibrierungskit
17-0445, Amersham Pharmacia Biotech, Piscataway, USA), der vom Hersteller
hinsichtlich definierter Masse- /Ladungsverhältnisse
gut charakterisiert ist und spezifische Banden auf dem Gel ausbildet.
-
2. Gelfärbung
-
Für die Sichtbarmachung
der Proteinbanden wird das Gel in zwei Hälften geschnitten. Ein Teil
davon wird in einem feuchten Gewebe aufbewahrt und in einem Kühlschrank
bei 4°C
für die
weitere Verwendung gelagert. Der andere Teil wird mit Silber angefärbt, auf
der Grundlage der chemischen Reduktion von Silberionen zu metallischem
Silber auf einer Proteinbande, wobei der von Invitrogen (Carlsbad,
USA) erhältliche
SilverXpress® Silberfärbe-Kit
eingesetzt wird.
-
3. Identifizierung von Punkten (Flecken)
-
Ein
Beispiel für
die Identifizierung von Punkten (Flecken) auf dem Gel, die die gereinigten
oder abgetrennten molekularen Komplexe enthalten, ist in 3 dargestellt.
-
Um
interessierende Banden zu identifizieren, wird der gefärbte Teil
des Gels neben das nicht gefärbte
Gel positioniert und sorgfältig
an der Spitze bündig
ausgerichtet. Durch Extrapolieren der Positionen der gefärbten Banden
auf das nicht gefärbte
Gel werden die Bereiche von Interesse, bzw. die die Makromoleküle tragenden
Banden lokalisiert. Für
Vergleichs- und Orientierungszwecke kann mit der Markerspur, die
gut definierte Banden mit gut definierten Masse-Ladungsverhältnissen
zeigt, zusätzliche
Information eingeholt werden.
-
4. Gelaufrauen
-
Nach
der Identifizierung der Positionen der Banden kann man das Gel mit
einer Pinzette an den Stellen, wo sich die interessierenden Banden
befinden, löchern,
um die Oberfläche
an diesen Positionen zu erhöhen.
Dadurch wird die oberste Schicht des Gels aufgebrochen und tiefere
Gelschichten mit einer hohen Konzentration an Makromolekülen werden
an der Oberfläche
des Gels exponiert. Die Tiefe des Aufbrechens entspricht der Hälfte der
Gitterhöhe, üblicherweise
0,5 mm und die seitliche Länge entspricht
dem Durchmesser des Gitters, üblicherweise
3 mm.
-
5. Platzierung der Träger
-
Ein
Kupfergitter, das mit einem Kohlestofffilm (käuflich erwerbbar von Piano
GmbH, Wetzlar, Deutschland) bzw. mit einem löchrigen Kohlenstofffilm (käuflich erwerbbar
von Quantifoil Micro Tools GmbH, Jena, Deutschland oder von Pacific
GridTech, San Diego, USA) bedeckt ist, wird mit einer Pinzette zentral
auf spezifische, in Schritt 3 identifizierte Banden gelegt. Das
Gitter wird am Rand vorsichtig behandelt, um jede Zerstörung des
Kohlenstofffilms zu vermeiden und parallel zur Oberfläche des
Gels orientiert wie auch parallel zur Richtung der Trennkraft. 2 zeigt
schematisch, wie das Gitter auf dem Gel orientiert ist.
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6. Zugabe der Blotting-Flüssigkeit
-
Nach
der Positionierung der Gitter wird ein zusätzlicher Tropfen Pufferflüssigkeit
auf das Gitter gegeben, wodurch ein Diffusionsmedium zwischen dem
Gel und der Gitteroberfläche
bereitgestellt wird. Dementsprechend werden 10 μl Laufpufferlösung mit einer
Pipette auf das Gitter aufgetragen. Die Lösung umgibt das Gel und ermöglicht die
Bewegung der Makromoleküle
zur Kohlenstoffschicht auf der Gitteroberfläche. Dort werden die Proteine
adsorbiert. Die Inkubationszeit beträgt etwa 60 Sekunden.
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7. Einsammeln der Träger
-
Danach
wird das Gitter vorsichtig mit einer Pinzette entfernt.
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8. Immobilisierung durch Negativfärbung und
Einbetten in Eis
-
Die
Immobilisierung der makromolekularen Komplexe, wie der in 4 gezeigten,
auf dem Träger
für die
Elektronenmikroskopie wird mit zwei verschiedenen Techniken durchgeführt – Negativfärbung und
Kryofixierung (Harris, J. R. et al. (1991); Dubochet, J. et al.
(1982)). Für
die übliche
Negativfärbung
wird nach der Adsorption der makromolekularen Komplexe ein Waschschritt
mit zwei Tropfen deionisiertem Wasser und nachfolgend eine Kontrasterhöhung mit
zwei Tropfen Schwermetall durchgeführt. Durch Anwendung einer
zweiten Präparationstechnik – Kryofixierung – wird die
Probe schnell eingefroren. Nach Entfernung überschüssiger Flüssigkeit durch Blotten wird
eine dünne
Lösungsschicht auf
dem Gitter für
die Elektronenmikroskopie erhalten. Das Gitter wird dann in flüssiges Ethan
getaucht. Bei einer Einfrierrate von mehr als 105 K
s–1 wird
die wässrige
Lösung
direkt in eine glasartige Phase überführt, wobei
die Phase kristallinen Eises umgangen wird. Somit weist das gefrorene
Gitter eine dünne
wässrige
Schicht auf, in die Makromoleküle
in fast natürlich
gefrorener hydrierter Umgebung eingebettet sind. Nach dem Gefrierprozess
können
die Gitter lange Zeit bei Temperaturen flüssigen Stickstoffs aufbewahrt
werden. Diese strukturell konservierten gefroren-hydrierten Proben
werden dann in einem Elektronenmikroskop bei Temperaturen flüssigen Stickstoffs
oder flüssigen
Heliums zu Bildern verarbeitet.
-
Beispiel 2
-
Beispiel
2 in Verbindung mit den 5 und 6 erläutert eine
Möglichkeit,
wie das erfindungsgemäße Verfahren
in einem von einem Roboter kontrollierten automatisierten Prozess
eingesetzt werden kann.
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Roboterverfahren
-
Das
erfindungsgemäße Verfahren
kann in automatisierter Weise unter Verwendung eines Apparat eingesetzt
werden. Unter Verweis auf 5 ist eine
Gelladevorrichtung (1) mit einer Computersteuereinheit
(12) verbunden und transportiert auf Gelträgern (8)
lokalisierte Gele (2) in Serie zum Gitter-Blotting-Roboter (6).
Ein einzelnes, tatsächlich
prozessiertes Gel wird auf einen Gelscanner (9) innerhalb des
Gitter-Blotting-Roboters (6) platziert. Nachdem das Gel
in seine Position bewegt worden ist, wird es mit Hilfe eines Gelscanners
(9) abgetastet, der automatisch von der Computersteuerungseinheit
(12) gesteuert wird. Dieses Verfahren ist im Detail in 6 dargestellt,
wo die Scanvorrichtung (2) mit dem Kontrollcomputer (4)
verknüpft
ist und ein Bild der elektrophoretischen Matrix (1) liefert.
Die interessierenden Banden können
dadurch identifiziert und lokalisiert werden, dass man die Koordinaten
des Bildes vom Gel auf die Koordinaten des Positionierungssystems (3)
bzw. des Positionierungssystems (5) in 5 überträgt. Das
Positionierungssystem (5) wird verwendet, um das Werkzeug
zum Aufrauen des Gels (4b) über die Position der erfindungsgemäß untersuchten
Bande zu bewegen, das wie eine Pinzette ausgebildet ist. Das Gel
wird mit Hilfe des Werkzeugs zum Aufrauen des Gels (4b)
so aufgeraut, dass tiefere Lagen des Gels exponiert werden. Nachdem
das Werkzeug zum Aufrauen des Gels (4b) zurückgezogen
worden ist, bewegt das Positionierungssystem (5) das Gittergreifgerät (4) über die
Speichereinheit für
Gitter (7) und entnimmt ein Gitter. Danach wird das Gitter
durch das Positionierungssystem (5) computerkontrolliert
in die ausgewählte
Position auf dem Gel bzw. zur interessierenden Bande auf dem Gel
bewegt und vorsichtig parallel zur Oberfläche des Gels platziert, wie
im erfindungsgemäßen Verfahren
beschrieben. In einem nächsten
Schritt wird gegebenenfalls ein Tropfen Laufpufferlösung zu
dem auf dem Gel befindlichen Gitter gegeben, wobei eine Mikrofluid-Vorrichtung
(3) eingesetzt wird, die von dem Positionierungssystem
(5) gesteuert wird, das von der Computersteuerungseinheit
(12) kontrolliert wird. Nach einer Inkubationszeit von
60 Sekunden wird das Gitter von dem Gittergreifgerät aufgenommen, durch
das Positionierungssystem (5) bewegt und auf einen Gitterträger (11)
transferiert. Von dort aus wird das Gitter bzw. werden mehrere prozessierte
Gitter zu einer Fixierungsvorrichtung (13) übertragen,
wo das Gitter durch Negativfärbung
oder Kryofixierung der Probe weiter prozessiert wird. In einem nächsten Schritt
wird das fixierte Gitter für
die kurz- oder langzeitige Lagerung der Probe in eine Lagerungsvorrichtung
(14) hinein bewegt.
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