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Die
vorliegende Erfindung betrifft insbesondere preisgünstige Infrarot-(IR)-Gasdetektion.
Eine Standardtechnologie in diesem Gebiet besteht aus einer thermischen
IR-Lichtquelle, einem Interferenz-Netzfilter, einer Probenkammer
und einem IR-Detektor. Der Netzfilter entspricht der charakteristischen
Absorptionswellenlänge
des zu detektierenden Gases, so dass nur Licht dieser spezifischen Wellenlänge auf
den Detektor einfällt.
Wenn ein zu detektierendes Gas in der Probenkammer vorhanden ist,
wird ein Teil des Lichtes von dem Gas absorbiert und das Detektorsignal
infolgedessen verringert. Um die durch Alterung, Feuchtigkeit oder
Schmutz bedingte Intensitätsveränderung
der Lichtquelle zu berücksichtigen,
wird ein Teil des ausgesendeten Lichts aus der Probenkamer heraus
auf einen Referenzdetektor geführt
(so genannte Zwei-Strahl- oder Referenz-Strahl-Technologie).
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Derartige
nicht-ablenkende-IR (NDIR) Gasdetektoren leiden an zwei Nachteilen.
Erstens haben thermische Lichtquellen einen hohen Energieverbrauch
und eine niedrige Lichteffizienz, was einen Batteriebetrieb erschwert
und Kühlmaßnahmen
voraussetzt. Zweitens hängt
die Mittenwellenlänge
von Interferenz-Netzfiltern von der Temperatur ab, so dass für unterschiedliche
Umgebungstemperaturen die Detektierung an unterschiedlichen Positionen
des Gasabsorptionsmaximums arbeitet, was wiederum die Kalibrierung
erschwert.
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Jüngste Entwicklungen
mit Oberflächenemittierenden
Lasern (VCSEL) haben einen Weg aufgezeigt, um preisgünstige Einzel-Gasdetektoren zu
verbessern. VCSEL-Wellenlängen
sind genau definiert und können über einige
Nanometer durch eine Änderung
des VCSEL-Ansteuerungsstroms
abgestimmt werden. Derartige VCSEL-Dioden sind inzwischen für den nahen
infraroten (NIR) Wellenlängenbereich von
1,3–2,05 μm verfügbar. Viele
der durch IR-Absorption detektierten Gase besitzen die ersten oder zweiten
Oberwellen ihrer Absorptionsmaxima in diesem Wellenlängenbereich.
Obwohl diese Oberwellen im Wesentlichen schwächer sind als das fundamentale
Maximum, ist die Gasdetektierung sehr empfindlich, da VCSELs typischerweise
eine etwa 1000 Mal höhere
Lichtintensität
als eine thermische Lichtquelle liefern. Ein bedeutender Vorteil
von VCSELs ist deren niedriger Energieverbrauch von eini gen Milliwatt
im Vergleich zu einigen Watt bei thermischen Lichtquellen.
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Ein
Hauptunterschied zwischen einer Standard-NDIR-Detektierung und auf VCSELs basierter Detektierung
ist, dass NDIR-Verfahren
eine niedrige Spektralauflösung
besitzen und daher Gas-Absorptionsmaxima
messen, die typischerweise einige 100 nm breit sind. Diese breiten
Absorptionsmaxima setzen sich eigentlich aus einer großen Anzahl
von sehr scharfen Absorptionslinien zusammen. VCSELs strahlen mit
einem sehr scharfen Wellenlängenmaximum,
das innerhalb weniger Nanometer moduliert werden kann. Aus diesem
Grund misst ein auf VCSEL basierter Gasdetektor eine einzige Absorptionslinie
anstelle eines breiten Absorptionsmaximums.
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Verschiedene
Autoren haben eine Gasdetektierung beschrieben, die mit einer VCSEL-Quelle aufgebaut
ist, wo die Wellenlänge
des VCSEL über die
Absorptionslinie des Gases hinweg abgetastet wird, wie es in 2 dargestellt
ist. Dieses Abtasten wird mit einer vorgegebenen Modulationsfrequenz
F durchgeführt.
Diese Modulation wird dadurch erzielt, dass ein geringer Wechselstrom
(typischerweise 100 μA)
mit der Frequenz F auf einen konstanten Strom über der Laserschwelle (einige
mA typischerweise) auferlegt wird. Als Messverfahren wird dieser "konstante Strom" langsam über den
gesamten Bereich des VCSEL gestrichen, um nachfolgende Absorptionslinien
zu detektieren. Mit derartigem Aufbau wird ein Netzfilter nicht
mehr benötigt,
was ein großer
Faktor zur Kostenminderung für
Produkte darstellt.
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Die
vorliegende Erfindung basiert auf einer Quelle, die durch einen
wellenlängen-modulierten VCSEL
gebildet wird und nutzt die Tatsache, dass die Modulation der Wellenlänge direkt
mit einer Modulation der Ausgangsintensität des VCSEL verknüpft ist. Die
Intensität
des Lichtes, welches das Volumen durchlaufen hat und auf den Detektor
einfällt,
zeigt deshalb eine erste Modulation, die auf die VCSEL-Intensität bezogen
ist, und eine zweite Modulation, die auf die Gasabsorption bezogen
ist, wenn die Wellenlänge über die
Gasabsorptionslinie abgetastet wird.
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Mit
einem Standard-IR-Detektor, welcher ein Signal liefert, das proportional
zur einfallenden Strahlung ist, besteht die Signalverarbeitung aus
dem Messen des Detektorsignals durch eine Lock-in-Technik auf der doppelten
Modulationsfrequenz (2F-Detektierung). Dadurch wird die DC-Signalkomponente,
die von dem über
den Modulationsbereich hinweg detektierten seitlich verschobenen Licht
herrührt,
unterdrückt.
Jedoch muss noch ein Referenzstrahl benutzt werden, um Information über die
Gesamt-Lichtintensität
des Ausgangs-Lichtstrahls, der von der Quelle bereitgestellt wird,
für einen
genauen Wert der Gaskonzentration zu erhalten. Dieser Referenzstrahl
wird gewöhnlich
von einem zweiten spezifischen Detektor detektiert. Somit verkompliziert
die Erzeugung und die Detektierung eines Strahls die Vorrichtung
und erhöht
ihre Produktionskosten.
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US 6 356 350 61 beschreibt
ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Demodulieren einer Vielzahl
von Frequenzkomponenten, die in einem Wellenlängenmodulationssystem von einem
Photodetektor ausgegeben werden und zum Bestimmen von Gestalten
der Absorptionslinien an Hand der demodulierten Daten. Das Verfahren
ermöglicht
Information über
die Gestalt der Absorberlinie und Linienbreite, Gasmessung über einen
Bereich von Gasdrücken, Temperaturen
und Konzentrationen. Dafür
sind wenigstens zwei geradzahlige Oberschwingungen oder eine Vielzahl
von Oberschwingungen der Wellenlängenfrequenz
F notwendig. Allgemein lehrt das Dokument aus dem Stand der Technik,
mehr demodulierte Frequenzkomponenten von geradzahligen Oberschwingungen
als ungeradzahlige Frequenzkomponenten zu verwenden. Das in
US 6 356 350 61 offenbarte
Verfahren ist nicht geeignet, eine Gasvorrichtung mit niedrigen
Herstellungskosten für
große Stückzahlen
bereitzustellen, die ein effizientes Messen der Gaskonzentration
oder des Vorhandenseins von Gas ermöglicht.
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Aufgabe
der vorliegenden Erfindung ist es, eine effiziente Vorrichtung oder
Detektor zur Gaskonzentrationsmessung mit geringen Kosten bereitzustellen.
Ziel der vorliegenden Erfindung ist insbesondere, die oben genannte
Aufgabe bezüglich
des Referenzstrahls zu lösen.
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Diese
Aufgabe wird gemäß den Merkmalen des
unabhängigen
Anspruchs 1 und Vorrichtungsanspruchs 2 gelöst. Weitere vorteilhafte Merkmale
werden in den jeweiligen Unteransprüchen beansprucht.
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Aufgrund
der Merkmale der Gasdetektorvorrichtung der Erfindung wird nur eine
einzige Sensoreinheit benötigt,
um einen genauen Gaskonzentrationswert zu bestimmen, der durch die
Verarbeitung des erzeugten elektronischen Signals geliefert wird, welches
proportional zur Ableitung des von der Sensoreinheit empfangenen
Lichtsignals ist, nachdem es durch eine Probe des definierten Gases
gelaufen ist.
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Weitere
besondere Merkmale und Vorteile der vorliegenden Erfindung werden
in Bezug auf die folgende Beschreibung und die beigefügten Zeichnungen,
die als nicht limitierende Ausführungsformen angegeben
sind, beschrieben, in denen:
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1 schematisch
eine Gasdetektorvorrichtung gemäß der vorliegenden
Erfindung zeigt;
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2 die
Wellenlängenmodulation
einer VCSEL-Quelle um eine Absorptionslinie zeigt, die verwendet
wird, um die Konzentration dieses Gases zu detektieren;
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3 die
Modulation der Lichtintensität
des Ausgangs-Lichtstrahls
zeigt, der von der VCSEL-Quelle bereitgestellt wird und die aus
der Wellenlängen-Modulation
von 2 resultiert;
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4 den
Graph eines resultierenden Lichtstrahls zeigt, der durch eine Gasprobe
gedrungen ist;
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5 ein
Graph eines Signals ist, das proportional zur zeitlichen Ableitung
des in 4 gezeigten Signals ist;
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6 und 7 jeweils
erste und zweite Modulations-Referenzsignale
bei Frequenzen F und 2F, zeigen, wobei F die Frequenz der Wellenlängenmodulation
in 2 ist;
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8 ein
erstes resultierendes Signal zeigt, das durch die Multiplikation
des Signals in 5 mit der ersten Modulationsreferenz
in 6 erzeugt wird;
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9 ein
zweites resultierendes Signal zeigt, das durch die Multiplikation
des Signals in 5 mit der zweiten Modulationsreferenz
in 7 erzeugt wird;
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10 und 11 Variationen
bei einem ersten Messsignal und bei einem zweiten Messsignal, das
durch eine Gasdetektorvorrichtung der vorliegenden Erfindung bereitgestellt
wird, in Abhängigkeit
von der Mittenwellenlänge
der Modulation der VCSEL-Quelle
bezüglich
einer Absorptionslinie zeigen;
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12 Variationen
bei dem zweiten Messsignal in Abhängigkeit von der Amplitude
der VCSEL-Modulation zeigt;
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13 eine
schematische Ansicht einer ersten Ausführungsform der Gasdetektorvorrichtung
gemäß der vorliegenden
Erfindung ist; und
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14 eine
schematische Ansicht einer zweiten Ausführungsform der Gasdetektorvorrichtung
gemäß der vorliegenden
Erfindung ist.
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Mit
Bezugnahme auf 1 bis 9 wird das
Verfahren zum Detektieren einer Gaskonzentration gemäß der vorliegenden
Erfindung beschrieben.
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Wie
in 1 schematisch gezeigt, umfasst die Gasdetektorvorrichtung
gemäß der Erfindung eine
Lichtquelle, die von einem VCSEL 2 gebildet wird, eine
Probenkammer oder Detektionsbereich 4, wo ein zu detektierendes
Gas eingeführt
werden kann, einen Lichtdetektor 6 und Verarbeitungsmittel 8,
welche zwei Messignale SMF und SM2F bereitstellen, die es ermöglichen,
dass eine Gaskonzentration definiert wird. Der VCSEL erzeugt einen
Ausgangs-Lichtstrahl So, der wellenlängen-moduliert
ist. Dieser Lichtstrahl verläuft
durch den Bereich 4. Aufgrund der Gasabsorption weist das
Ausgangs-Lichtsignal eine Intensitätsvariation auf, nachdem es durch
den Gasdetektionsbereich 4 verlaufen ist, und der Detektor 6 empfängt somit
ein resultierendes Lichtsignal SG. Der Detektor
stellt den Verarbeitungsmitteln 8 ein entsprechendes Detektionssignal
SD bereit.
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Wie
in 2 gezeigt ist, ist die VCSEL-Wellenlänge λ (Zentrum
des Lichtintensitätsmaximums 10)
innerhalb eines kleinen Bereiches um eine vorgegebene Gasabsorptionslinie 12 moduliert.
Diese Wellenlängen-Modulation
ist direkt an eine Amplituden-Modulation der Anfangslichtintensität gekoppelt, was
in 2 durch verschiedene Höhen der Intensitätsmaxima
angedeutet ist. 3 zeigt die Intensi tätsvariation
des Ausgangs-Lichtsignals S über
die Zeit, die aus einem abwechselnden Abtasten um die Gasabsorptionslinie
resultiert.
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Die
Intensitätsvariation
des resultierenden Lichtsignals SG, das
den Gasabsorptionsraum oder Bereich 4 verlässt, ist
in 4 gezeigt. Dieses Signal SG besitzt
daher zwei Beiträge:
- – Der
erste Beitrag rührt
von der Tatsache her, dass die Intensität des VCSEL mit seiner Wellenlänge (ungefähr linear)
variiert. Dieser Beitrag ist von der Gasabsorption unabhängig und
existiert selbst dann, wenn kein Gas vorhanden ist.
- – Der
zweite Beitrag rührt
von der Gasabsorption her, wenn die Wellenlänge über die Gasabsorptionslinie
abgetastet wird. Dieser Beitrag ist linear proportional zur vom
VCSEL ausgestrahlten Lichtintensität und ist abhängig von
der Gaskonzentration im Gasabsorptionsbereich.
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Um
diese beiden Beiträge
zu trennen, schlägt
das Messprinzip der vorliegenden Erfindung erst vor, die zeitliche
Ableitung des resultierenden Lichtsignals SG zu
bilden und dann das in 5 gezeigte zeitliche Ableitungssignal 18 mit
so genannten Lock-in-Verstärkern zu
verarbeiten, wie es hiernach im Einzelnen beschrieben werden wird.
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In
einem Lock-in-Verstärker
wird ein moduliertes Signal mit einem symmetrischen Rechtecksignal
("Modulationsreferenz"), das ein genau
definiertes Phasenverhältnis
mit dem modulierten Signal besitzt, multipliziert. Das resultierende
elektronische Signal wird dann über
eine Anzahl von Modulationsperioden integriert, um ein Messsignal
am Ausgang des Lock-in-Verstärkers
abzugeben.
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6 zeigt
ein erstes Modulations-Referenzsignal 20 bei der Frequenz
F, die der Frequenz des Abtastens durch die VCSEL-Quelle entspricht, das
heißt
der Frequenz der Intensitätsmodulation 22 des
Ausgangslichtsignals S0. Die 6 zeigt
auch die Phasenrelation zwischen dem Intensitäts-Modulationssignal 22 und
der ersten Modulationsreferenz 20, die von diesem Signal 22 erzeugt
wird. 7 zeigt ein zweites Modulationsreferenzsignal 24 beim doppelten
der Frequenz F. Die 7 zeigt auch die Phasenrelation
zwischen dem Intensitäts-Modulationssignal 22 und
der ersten Modulationsreferenz 24, die von diesem Signal 22 erzeugt
wird.
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Gemäß der Erfindung
wird die zeitliche Ableitung des resultierenden Lichtsignals SG entweder direkt durch die Verwendung eines
pyroelektrischen Sensors erzielt, der ein im Wesentlichen zur Veränderung
der Lichtintensität,
die von diesem pyroelektrischen Sensor empfangen wird, proportionales
Signal liefert, oder sie wird durch einen elektronischen Differenzierer
erzielt, in dem Fall, dass der eingesetzte Sensor ein Signal SD erzeugt, das im Wesentlichen proportional
zum einfallenden Lichtsignal SD ist (d.h. Photodiode,
Thermoelement, Bolometer).
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8 zeigt
die resultierende Kurve 26 der Multiplikation der zeitlichen
Ableitung des Intensitätssignals 18 (5)
mit dem ersten Modulations-Referenzsignal 20 bei der VCSEL-Modulationsfrequenz
F. Es ist offensichtlich, dass die nachfolgend positiven und negativen
Beiträge
von Gasabsorption sich auslöschen
in einer Integration über
die Zeit der resultierenden Kurve 26, so genannte F-Detektion.
Das Ergebnis einer solchen Zeitintegration ist ein erstes Messsignal
SMF, das von der Modulation der VCSEL-Intensität abhängig ist
und mit der Gesamt-VCSEL-Intensität in Beziehung steht, aber
das unabhängig
von der Anwesenheit eines Gases im Detektionsbereich ist.
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9 zeigt
die resultierende Kurve 28 der Multiplikation der zeitlichen
Ableitung des Intensitätssignals 18 (5)
mit dem ersten Modulations-Referenzsignal 24 bei der VCSEL-Modulationsfrequenz
F. Hier löscht
sich der Beitrag von der VCSEL-Intensitätsmodulation in einer zeitlichen
Integration der resultierenden Kurve 28 aus, so genannte
2F-Detektion, wogegen die individuellen Beiträge der Gasabsorption sich aufsummieren.
Das Ergebnis einer solchen Integration ist ein zweites Messsignal
SM2F, das von der Gasabsorption und somit
von der Gaskonzentration abhängig
ist. Die Integration löscht
den Beitrag aus, der von der Gasabsorption unabhängig ist.
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Das
zweite Messsignal SM2F ist tatsächlich im Wesentlichen
proportional zur Gesamt-Lichtintensität, die vom VCSEL kommt. Durch
Teilen dieses zweiten Messsignals SM2F durch
das erste Messsignal SMF, wird ein Wert
erhalten, der eine Funktion der Gaskonzentration ist, aber unabhängig von
der auf den Detektor einfallenden Lichtintensität ist.
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Ein
Gassensor gemäß der Erfindung,
der auf einem VCSEL und einem Zwei-Kanal-Lock-in-Verstärker basiert
ist, stellt daher Gasabsorptionssignal und VCSEL-Intensitätsreferenz
mit einem einzigen Detektor bereit, so dass der Bedarf nach einem
separaten physikalischen Referenzkanal, wie er bei konventionellen
NDIR-Sensoren verwendet wird, unterdrückt wird. Darüber hinaus
wird der Intensitäts-Referenzwert direkt
vom auf den Detektor einfallenden Licht erhalten, wohingegen ein
Zweistrahl-NDIR-Sensor eine solche Referenz von einem separaten
Strahl erhalten wird, der keine Information über Änderungen in dem Messstrahl
erhalten werden kann (d.h. Altern von optischen Komponenten oder durch
thermische Variationen bedingte Dejustierungen).
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Die
Analyse der Messsignale SMF und SM2F zeigt, dass das Phasenverhältnis zwischen
dem Intensitäts-Modulationssignal
des VCSEL und den Modulations-Referenzsignalen 20 und 24,
wie es in 6 und 7 beschrieben
ist, kritisch für
das Messprinzip ist. Eine Abweichung von diesem gegebenen Phasenverhältnis wird
in Beiträgen
des Gasabsorptionssignals (SM2F) zum Intensitäts-Referenzsignal
(SMF) und umgekehrt resultieren.
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Eine
extensivere Analyse der Signale zeigt, dass die oben beschriebene
Signalverarbeitung nicht von der Gestalt der VCSEL-AC-Modulation abhängig ist,
d.h. anstelle der in 3 beschriebenen dreieckigen
Modulation kann die Modulation auch sinusförmig, sägezahnförmig oder von anderer Gestalt
sein.
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VCSEL-Quellen
können
in einem breiten Frequenzbereich von einigen Hz bis einige MHz wellenlängen-moduliert
sein. Folglich kann ein Gassensor gemäß der vorliegenden Erfindung
gebaut werden, um An sprechzeiten von einigen Sekunden bis mehrere
Mikrosekunden zu erzeugen, die von der geforderten Spezifikation
abhängt.
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10 und 11 zeigen
den Einfluss der Position der VCSEL-Mittenwellenlänge (die
durch den VCSEL-DC-Strom eingestellt wird) in Bezug auf die Gasabsorptionslinienmitte
auf die zwei Messsignale. Die Kurven wurden erzielt durch lineares
Ansteigen lassen des VCSEL-DC-Stroms, während eine kleine AC-Modulation,
die einer Wellenlängen-Modulation
von 0,15 nm entspricht, angewandt wurde. Es ist offensichtlich,
dass das Messprinzip, wie es oben beschrieben wurde, nur gilt, wenn
die VCSEL-Wellenlänge
genau auf die Gasabsorptionslinie zentriert ist und die AC-Modulation
symmetrisch über
die Gasabsorptionslinie abtastet. Eine Abweichung von dieser Mittenposition
erzeugt ein verringertes Absorptionssignal sowie einen Fehler im
Referenzsignal. Jedoch verringert sich Letzterer mit geringer werdender
Gaskonzentration.
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Wie
in 12 gezeigt ist, hat die Amplitude der VCSEL-AC-Modulation einen
Einfluss auf beide erste und zweite Messsignale. Die Signalanalyse zeigt,
dass das Gasabsorptionssignal SM2F ein Maximum
für eine
Modulationsamplitude in der Größenordnung
der Breite der Gasabsorptionslinie (0,1–0,15 nm) besitzt. Der Fehler
des Intensitäts-Referenzsignals SMF verringert sich mit steigender Modulationsamplitude.
Folglich kann die Modulationsamplitude für eine gegebene Spezifikation
des Gassensors optimiert werden.
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Da
die Wellenlänge
eines VCSEL eine Funktion der Umgebungstemperatur ist, muss die
Mittenwellenlänge
des VCSEL auf der exakten Wellenlänge der Gasabsorptionslinie
festgehalten bleiben (siehe 10 und 11).
Dies kann dadurch erzielt werden, dass eine geschlossene Transparentzelle
in den Lichtpfad einbezogen wird, die das zu detektierende Gas enthält. Beim
Einschalten des Gassensors, steigt der VCSEL-DC-Strom langsam von
einem DC-Vorgabewert linear an, während mit der AC-Frequenz F
abgetastet wird, bis die Gasabsorptionslinie innerhalb des AC-Modulationsbereiches
zu liegen kommt. Von diesem Punkt an wird das Gasabsorptionssignal
ungleich Null sein und eine Rückkopplungsschleife
zur DC-Stromquelle wird dieses Signal an seinem Maximum halten,
das dem Festhalten der VCSEL-Mittenwellenlänge an der Gasabsorptionslinienmitte
entspricht. Weil jedoch die Wellenlängenvariation eines gegebenen
VCSEL begrenzt ist, ist es notwendig, die VCSEL-Quelle annähernd bei
einer vordefinierten Temperatur zu halten. Im Fall eines CO2-Detektors für Umgebungsluft kann die geschlossene
Zelle weggelassen werden, da die natürliche Konzentration von CO2 von 350–400 ppm ausreichend hoch ist
für den
beschriebenen Festlegungszweck.
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Die
Tatsache, dass das von dem VCSEL ausgestrahlte Licht hoch gebündelt ist,
ermöglicht
einen einfachen Entwurf für
einen Mehrfach-Gassensor ohne weitere Optik. In einer solchen Vorrichtung sind
mehrere VCSELs (jeder mit einer Wellenlänge, die einem anderen Gas
entspricht) in einem Laserkopf montiert, wobei der Detektor eine
Matrix von so vielen Lichtsensoren ist, wie der Laserkopf VCSELs enthält. Das
Montieren erfolgt in einer Weise, dass der Laserstrahl von jedem
VCSEL auf einen anderen Sensor zielt, was eine sehr kompakte Mehrfach-Gasdetektionsvorrichtung
für zwei,
drei oder mehr verschiedene Gase liefert.
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Was
die Laserquelle betrifft, kann ein Laser mit verteilter Rückkopplung
(DFBLaser) im Rahmen der vorliegenden Erfindung ausgewählt werden.
VCSELS und DFBLaser sind bevorzugte Laserquellen.
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13 zeigt
eine erste Ausführungsform
einer Gasdetektorvorrichtung gemäß der Erfindung. Diese
Vorrichtung umfasst einen Laserlicht ausstrahlenden Kopf 32,
in dem zwei VCSEL-Quellen 34 und 36 angeordnet
sind. Somit bildet diese Vorrichtung einen Detektor für zwei verschiedene
Gase, wobei beide Quellen jeweils ausgewählt werden, um gewählten Absorptionslinien
dieser beiden Gase zu entsprechen. Dieser Kopf 32 umfasst
weiter eine mit den zwei verschiedenen Gasen gefüllte geschlossene Zelle, um
den elektrischen Stromwert, der an jede Quelle 34 und 36 zu
liefern ist, genau zu bestimmen, so dass die Mittenwellenlänge des
bereitgestellten Lichtmaximums der Mitte der Absorptionslinie des
jeweiligen Gases entspricht, wie hier zuvor erklärt wurde. Schließlich umfasst
der Kopf 32 einen Temperatursensor 40, der elektrisch
mit Energieversorgungsmitteln 42 von Wärmemitteln 44 verbunden
ist, die im Bereich, wo die Quellen angeordnet sind, angebracht sind.
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Die
Gasdetektorvorrichtung besitzt eine Probenkammer oder Gasdetektionsbereich 46,
durch den die beiden Laserstrahlen 50 und 52,
die von den beiden Laserquellen bereitgestellt werden, hindurch treten.
Die beiden Laserstrahlen werden dann von zwei entsprechenden Lichtsensoren 54 und 56 empfangen,
die auf einer gemeinsamen Basis 58 angebracht sind. Bei
dieser ersten Ausführungsform
sind die beiden Sensoren von der Bauart, dass sie ein elektrisches
Detektionssignal bereitstellen, das im Wesentlichen proportional
zum auf den Sensor einfallenden Lichtsignal ist, wie ein Thermoelement
oder ein Bolometer oder vorzugsweise eine Photodiode. Gemäß der Erfindung
sind die beiden Sensoren 54 und 56 durch einen
elektronischen Selektor mit einem elektronischen Zeitdifferenzierer 64 verbunden. Dieser
Differenzierer stellt den Vorverstärkermitteln 66 somit
ein elektronisches Signal. bereit, das im Wesentlichen proportional
zur zeitlichen Ableitung des einfallenden Lichtsignals ist.
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Die
Gasdetektorvorrichtung umfasst weiter Versorgungssteuermittel 70,
die mit elektrischen Versorgungsmitteln 72 verbunden sind,
welche einen elektrischen Strom an die Quellen 34 und 36 über einen
elektronischen Selektor 74 liefert. Die Versorgungssteuermittel 70 besitzen
einen ersten Teil 76, um ein DC-Stromsignal zu definieren,
und einen zweiten Teil 78, um ein AC-Stromsignal zu definieren bei
einer gegebenen Referenzfrequenz F, die ein alternatives Abtasten
um die Gasabsorptionslinie erzeugt, wie zuvor erklärt wurde.
Die Verarbeitungsmittel der Vorrichtung umfassen auch erste Mittel 80,
um ein erstes Modulations-Referenzsignal bei der Referenzfrequenz
F zu erzeugen, und zweite Mittel 82, um ein zweites Modulations-Referenzsignal
bei dem doppelten der Referenzfrequenz F zu erzeugen. Gemäß dem zuvor
beschriebenen Verfahren der vorliegenden Erfindung werden diese
ersten und zweiten Modulations-Referenzsignale jeweils zwei Lock-in-Verstärkern 84 und 86 zugeführt, in
denen diese Referenzsignale jeweils mit dem Signal multipliziert
werden, das von dem Zeitderivator 64 diesen zwei Lock-in-Verstärkern durch
die Vorverstärkermittel
bereitgestellt wird, und dann über
mehrere Zeitperioden des ersten Modu lations-Referenzsignals integriert.
Der erste Lock-in-Verstärker 84 stellt
ein erstes Messsignal bereit, das unabhängig von der Gasabsorption
ist, wie zuvor erklärt
wurde. Der zweite Lock-in-Verstärker 86 stellt
ein zweites Messsignal bereit, das unabhängig von der Modulation des
Ausgangs-Lichtsignals, das von der jeweiligen Quelle erzeugt wird,
bezüglich
der Gasabsorption und somit der Gaskonzentration im Bereich 48 ist.
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In
einem vorbereitenden Schritt wird das zweite Messsignal verwendet,
um das DC-Stromsignal zu definieren, indem das Maximum dieses zweiten
Messsignals detektiert wird, wenn der DC-Strompegel linear variiert
wird. Es ist zu beachten, dass dieser vorbereitende Schritt vermieden
werden kann, wenn die Vorrichtung mit einer sehr genauen Temperatursteuerung
für die
Laserquelle ausgerüstet
ist.
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Schließlich wird
das zweite Messsignal durch das erste Messsignal in einer Verarbeitungseinheit 90 dividiert,
in welcher das Ergebnis dieser Division weiter verarbeitet wird,
um ein brauchbares Signal oder Information bezüglich der Anwesenheit eines
gegebenen Gases oder dessen Konzentration zu liefern.
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14 zeigt
eine zweite Ausführungsform einer
Gasdetektorvorrichtung gemäß der Erfindung. Die
in der ersten Ausführungsform
bereits beschriebenen Bezugszeichen werden hier nicht wieder beschrieben.
Diese zweite Ausführungsform
unterscheidet sich von der ersten darin, dass die zwei Lichtsensoren 94 und 96 von
einer spezifischen Bauart sind und direkt ein elektrisches Detektionssignal bereitstellen,
das im Wesentlichen proportional zur zeitlichen Ableitung des auf
diese Sensoren einfallenden Lichtsignals ist. Vorzugsweise sind
die Sensoren 94 und 96 pyroelektrische Sensoren.
Somit wird der elektronische Zeitdifferenzierer in dieser zweiten
Ausführungsform
nicht mehr benötigt.
Das elektrische Detektionssignal wird den beiden Lock-in-Verstärkern 84 und 86 durch
einen Vorverstärker 66 direkt
bereitgestellt.
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Bei
einer bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung sind sowohl Quelle als auch Lichtsensor auf derselben
Seite des Gasdetekti onsbereiches angeordnet, wobei eine reflektierende
Struktur an der gegenüberliegenden
Seite angebracht ist. Für
eine gegebene Länge
des Gasdetektionsbereiches ist der Lichtpfad durch die Gasprobe
zwei Mal so lang wie in den ersten und zweiten Ausführungsformen,
die in 13 und 14 gezeigt
werden. Ferner können die
Quelle, der Sensor und die elektronischen Elemente in/auf einem
gemeinsamen Trägermaterial
integriert werden, was sehr vorteilhaft und Kosten reduzierend ist.
Die reflektierende Struktur kann verwendet werden, um den Lichtstrahl
zu fokussieren, insbesondere wenn dessen numerische Apertur relativ
hoch ist.
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Bei
einer weiteren Ausführungsform
der Erfindung zur Detektion von zwei Gasen umfasst die Vorrichtung
zwei Laserquellen aber nur einen einzigen Lichtsensor, wobei die
beiden erzeugten Lichtstrahlen ausgerichtet sind, um auf diesen
Lichtsensor einzufallen. Wie bei der Ausführungsform von 13 und 14 ermöglicht Zeit-Multiplexen
in der Steuerung beider Quellen es, die Konzentration von zwei Gasen
zu messen. Somit werden die beiden Lichtstrahlen abwechselnd auf
den einzigen Lichtsensor gerichtet.
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Wenn
schließlich
die Absorptionslinien von verschiedenen Gasen ausreichend eng sind,
ist es möglich,
nur eine Laserquelle zum Detektieren dieser Gase zu verwenden.
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Der
Gasdetektor gemäß verschiedener Merkmale
der Erfindung hat die folgenden Vorteile:
- – Unterdrückung des
Referenzstrahls, die insbesondere für Mehrfachgas-Messungen wichtig
ist,
- – Kein
Einfluss des Leistungsverlustes von optischen Komponenten oder der
VCSEL-Intensität,
- – Niedriger
Energieverbrauch, der kabellose Vorrichtungen ermöglicht,
- – Niedrige
Wärmeabstrahlung,
somit keine Kühlungsprobleme,
- – Zeitliche
Auflösung
auf Mikrosekunden herabgesetzt,
- – Automatische
Detektion von VCSEL-Fehlfunktion,
- – Aktive
Temperaturkompensation,
- – Spektrales
Selbst-Festhalten,
- – Kompaktes
Design für
Mehrfachgas-Detektor,
- – Niedrige
Herstellungskosten für
hohe Stückzahlen,
da VCSELs, Detektor und Anzeigeelektronik sämtliche durch losweise Arbeitstechniken
hergestellt werden können.