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GEBIET DER ERFINDUNG
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Die
vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Verwendung von Sporoderm-gebrochenen,
Keimungs-aktivierten Ganoderma-Sporen (GASP) zur Herstellung eines
Medikaments zum Behandeln eines eine Rückenmarksverletzung aufweisenden
Säugers.
Die GASP sind beim Fördern
der Regenerierung der Axone und Verbessern des Überlebens der motorischen Neuronen
im Rückenmark
besonders wirksam. Die vorliegende Erfindung bezieht sich auch auf
die oben genannte Verwendung zum Fördern der Proliferation und/oder der
Differenzierung von Nervenstammzellen in einem Säuger, besonders nachdem der
Säuger
eine Rückenmarksverletzung
aufweist, durch Verabreichen der Sporoderm-gebrochenen, Keimungs-aktivierten
Ganoderma-Sporen (GASP) an den Säuger.
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HINTERGRUND DER ERFINDUNG
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Das
Rückenmark
koordiniert die Bewegung und Sinnesempfindung des Körpers zum
und vom Gehirn. Es ist ein komplexes Organ, das Nervenzellen (auch
bekannt als Neuronen) und Bindegewebszellen (auch bekannt als Neurogliazellen
oder Gliazellen) enthält.
Ein typisches Neuron besteht aus einem Zellkörper, der den Kern und das
umgebende Zytoplasma (Perikaryon) enthält; einigen kurzen, sternförmigen Fortsätzen (Dendriten);
und einem langen Fortsatz (das Axon), welcher in zweigartigen Ästen (Telodendronen)
endet und viele Verzweigungen (Collaterale) aufweist, die entlang
seines Verlaufs vorstehen. Das Axon bildet zusammen mit seiner Hülle oder
Umhüllung
die Nervenfaser. Die Neuroglia- oder Gliazellen bilden die stützende Struktur
des Nervengewebes. Es gibt drei Arten von Gliazellen, welche die
Astrozyten, die Oligodendrozyten und die Mikroglia sind. Die Astrozyten
und die Oligodendrozyten (im ganzen Makroglia) sind ektodermalen
Ursprungs. Diese Zellen übertreffen
die Neuronen im Gehirn und im Rückenmark
zahlenmäßig bei
weitem und erfüllen
viele wesentliche Aufgaben. Der Oligodendrozyt erzeugt die Myelinumhüllung, die
die Axone isoliert, und verbessert die Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit
der Nervensignalübertragung.
Astrozyten, lange sternförmige
Gliazellen, regulieren die Zusammensetzung des die Neuronen umgebenden
Fluids. Einige dieser Zellen bilden nach Verletzung auch Narbengewebe.
Mikroglia sind mesodermalen Ursprungs. Sie sind kleinere Zellen,
die als Reaktion auf Verletzung aktiviert werden und helfen, Abfallprodukte
aufzuräumen.
All diese Gliazellen produzieren Substanzen, die das Neuronenüberleben
unterstützen
und das Axonwachstum beeinflussen.
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Es
gibt mehrere Arten von Neuronen, die innerhalb des Rückenmarks
liegen und die die Rückenmarksfunktionen
ausführen.
Große
motorische Neuronen weisen lange Axone auf, die die Skelettmuskulatur im
Nacken, im Rumpf und in den Gliedmaßen kontrollieren. Sensorneuronen
(auch Dorsalwurzel-Ganglienzellen genannt) weisen Axone auf, welche
Informationen vom Körper
in das Rückenmark übertragen.
Spinale Interneuronen, welche vollständig innerhalb des Rückenmarks
liegen, helfen, sensorische Informationen einzubinden und erzeugen
koordinierte Signale, die Muskeln kontrollieren.
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Viele
Axone im Rückenmark
werden von Umhüllungen
aus einer isolierenden Substanz bedeckt, die Myelin genannt wird,
welche ihnen ein weißliches
Aussehen verleiht; deshalb wird der Bereich, in dem sie liegen, "weiße Substanz" genannt. Die Neuronen
selbst bilden mit ihren baumartigen Dendriten, die Signale von anderen
Neuronen empfangen, die "graue
Substanz". Diese
graue Substanz liegt in einem schmetterlingsförmigen Bereich im Zentrum des
Rückenmarks.
Das Rückenmark
ist wie das Gehirn von drei Membranen (Meningen) umschlossen: Die
Pia Mater, die Arachniodea und die Dura Mater. Das Rückenmark
wird außerdem von
Knochenringen umgeben, die Wirbel genannt werden.
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Das
Rückenmark
und das Gehirn bilden zusammen das zentrale Nervensystem (ZNS).
Im Gegensatz zu den Neuronen des peripheren Nervensystems (PNS),
welche Signale zu den Gliedmaßen,
dem Rumpf und anderen Teilen des Körpers übertragen, wird allgemein angenommen,
dass Neuronen des ZNS nach Verletzung nicht regenerieren (Walker,
New Eng. Jr. Med., (1991) 324: 1885–1887). Allerdings findet neueste
Forschung Stütze,
dass das verletzte Rückenmark
erfolgreich regeneriert werden kann, vorausgesetzt, dass die beschädigten Neuronen
in der Lage sein müssen,
die Verletzung zu überleben
oder ersetzt zu werden, und die Axone müssen in der Lage sein, wieder
zu wachsen und geeignete Ziele zu finden. Axone und ihre Ziele müssen dann
interagieren, um Synapsen, die spezialisierten Strukturen, die als
funktionelle Verbindungen zwischen den Neuronen fungieren, zu errichten.
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Das
Rückenmark
ist etwa 18 Inches lang und erstreckt sich vom Grund des Gehirns
hinunter zur Mitte des Rückens
bis zur Taille. Das Rückenmark
ist entlang seiner Länge
in Abschnitte aufgeteilt. Die Spinalnerven, die sich vom Rückenmark
zu anderen Teilen des Körpers
hin verzweigen, sind tiefere motorische Neuronen (LMNs). Einunddreißig Spinalnervenpaare
gehen bei jeder vertebralen Ebene ab und ein und kommunizieren mit
bestimmten Bereichen des Körpers.
Die Abschnitte des Nackens oder der Halsregion, die als C1 bis C8
bezeichnet werden, kontrollieren Signale zum Nacken, zu den Armen
und zu den Händen.
Die im Brust- oder oberen Rückenbereich
(T1 bis T12) leiten Signale zum Rumpf und einigen Teilen der Arme
weiter. Die in der oberen Lenden- oder mittleren Rückenregion, genau
unter den Rippen (L1 bis L5), kontrollieren Signale zu den Hüften und
den Beinen. Schließlich
liegen die Sakralabschnitte (S1 bis S5) genau unter den Lendenabschnitten
im mittleren Rücken
und kontrollieren Signale zur Leistengegend, den Zehen und einigen
Teilen der Beine. Die Auswirkungen von Rückenmarksverletzungen in verschiedenen
Abschnitten spiegelt diese Einteilung wieder.
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Die
Neuronen des Gehirns und des Rückenmarks
sprechen auf Signale anders an als die meisten anderen Zellen des
Körpers,
einschließlich
derer im peripheren Nervensystem (PNS). Das Gehirn und das Rückenmark
(d. h. das ZNS) werden innerhalb der knochigen Kavitäten abgegrenzt,
die sie schützen,
die sie aber auch verwundbar gegenüber durch Schwellen oder kräftige Verletzung
verursachte Komprimierungsschäden macht.
Zellen des ZNS haben eine sehr hohe Metabolisierungsgeschwindigkeit
und sind bezüglich
Energie auf Blutglukose angewiesen. Der "Sicherheitsfaktor", d. h. das Ausmaß, in dem der normale Blutfluß das für gesundes
Funktionieren notwendige Minimum übersteigt, ist im ZNS viel
geringer als in anderen Geweben. Aus diesen Gründen sind ZNS-Zellen gegenüber Verringerungen
im Blutfluß (Ischämie) besonders
verletzlich. Andere besondere Merkmale der ZNS sind die "Blut-Hirn-Schranke" und die "Blut-Rückenmark-Schranke". Diese Schranken,
die von Zellen gebildet werden, die die Blutgefäße in der ZNS umsäumen, schützen die
Neuronen durch Einschränken
des Eindringens von möglicherweise
gesundheitsschädlichen
Substanzen und Zellen des Immunsystems. Trauma kann diese Schranken
beeinträchtigen
und vielleicht zu weiteren Schäden
im Gehirn und Rückenmark
beitragen. Die Blut-Rückenmark-Schranke
verhindert auch den Eintritt einiger möglicherweise therapeutischen
Wirkstoffe. Letztendlich unterscheiden sich die Gliazellen und die
extrazelluläre
Matrix (das Material, das die Zellen umgibt) im Gehirn und Rückenmark von
denen in den peripheren Nerven. Jeder dieser Unterschiede zwischen
der PNS und dem ZNS trägt
zu deren unterschiedlichem Ansprechen gegenüber Verletzung bei.
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Obwohl
das Rückenmark
gut geschützt
ist, tritt Rückenmarksverletzung
aufgrund von Ursachen wie Trauma (z. B. Autounfall, Gewalt, Stürze, Sport)
und Krankheit (z. B. Polio, Spina Bifita, Friedreichs Ataxie) auf. In
den Vereinigten Staaten leben etwa 450.000 Leute mit Rückenmarksverletzung,
und es gibt jedes Jahr etwa 10.000 neue Fälle, wobei die meisten Männer im
Alter von zwischen 16 bis 30 einschließen. Die Rückenmarksverletzung kann in
vollständige
Verletzung (keine motorischen und sensorischen Funktionen unter
der Ebene der Verletzung) und unvollständige Verletzung (etwas Funktion
unter der primären
Ebene der Verletzung) eingeteilt werden. Die Genesung von einer
Rückenmarksverletzung
ist viel schwieriger, weil die Neuronen sehr spezialisiert sind
und nicht in der Lage sind, sich zu teilen und neue Zellen zu bilden.
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Üblicherweise
führen
Verletzungen des Rückenmarks
nicht zu einem Schnitt durch das Mark; stattdessen quetschen sie
die Axone. Forscher, die die aus Autopsien erhaltenen Rückenmärker untersuchten,
haben mehrere verschiedene Arten von Rückenmarksverletzungen ermittelt.
Die häufigsten
Arten von Rückenmarksverletzungen
sind Quetschungen (Quetschen des Rückenmarks) und Komprimierungsverletzungen
(verursacht durch Druck auf das Rückenmark). Andere Verletzungsarten
schlossen durch eine Kugel oder andere Gegenstände verursachte Risse und das
Zentralmark-Syndrom ein.
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Der
Schaden, der den Rückenmarksaxonen
innerhalb der ersten wenigen Stunden nach der Verletzung zustößt, ist
komplex und tritt stufenweise ein. Der normale Blutfluß wird unterbrochen, was
bei einigen der Gewebe des Rückenmarks
einen Sauerstoffmangel verursacht. Einbluten in den verletzten Bereich
führt zum
Schwellen, was die Rückenmarksaxone
weiter komprimieren und schädigen
kann. Die chemische Umgebung wird destruktiv, hauptsächlich aufgrund
der Freisetzung von hochreaktiven Molekülen, z. B. freien Radikalen.
Diese Moleküle
lösen Zellmembranen
auf, was das Töten
von Zellen, die ursprünglich
nicht verletzt wurden, einschließt. Makrophagen, die in die
Verletzungsstelle eindringen, um Fremdkörper aufzuräumen, können unverletztes Gewebe ebenfalls
beschädigen.
Nicht-neuronale Zellen, wie Astrozyten, können sich zu oft teilen, wobei
sie eine Narbe bilden, die das Nachwachsen der verletzten Nervenaxone
behindert.
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Die
frühen
Vorgänge,
die einer Rückenmarksverletzung
folgen, können
später
zu anderen Schadensarten führen.
Innerhalb von Wochen oder Monaten können sich an der Verletzungsstelle
Zysten bilden, welche sich mit zerebrospinalem Fluid füllen. Normalerweise
entwickelt sich um die Zysten herum Narbengewebe, das dauerhafte
Kavitäten
erzeugt, die sich ausdehnen können
und weiter Neuronen schädigen
können.
Auch Nervenzellaxone, die ursprünglich
nicht beschädigt
wurden, verlieren oft ihr Myelin. Im Zeitablauf können diese und
andere Vorgänge
zu mehr Gewebedegeneration und einem größeren Funktionsverlust beitragen.
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Wirksame
Arzneimitteltherapie für
Rückenmarksverletzung
wurde erst in den 1990ern Realität,
als Methylprednisolon, das erste Arzneimittel, das die Verbesserung
der Genesung von Rückenmarksverletzung zeigte,
von klinischen Studien zu Standardverwendungen vorrückte. Die
NASCIS II-Studie (National Acute Spinal cord Injury Study II), eine
multizentrische klinische Studie, die Methylprednisolon mit Placebo
und dem Arzneimittel Naloxon verglich, zeigte, dass innerhalb von
8 Stunden nach Verletzung verabreichtes Methylprednisolon die Genesung
in Menschen deutlich verbessert. Vollständig gelähmte Patienten, denen Methylprednisolon
verabreicht wurde, stellten etwa 20% ihrer verlorenen motorischen
Funktion wieder her, verglichen zu 8% Funktionswiederherstellung
bei unbehandelten Patienten. Teilweise gelähmte Patienten stellten im
Durchschnitt 75% ihrer Funktion wieder her, verglichen mit 59% bei
Leuten, die das Arzneimittel nicht erhielten. Patienten, die mehr
als 8 Stunden nach Verletzung mit Naxolon oder mit Methylprednisolon
behandelt wurden, verbesserten sich nicht signifikant mehr als Patienten,
denen ein Placebo verabreicht wurde (National Institutes of Health, "Spinal Cord Injury:
Emerging Concepts",
(1996) www.ninds.nih.gov/healt_and_medical/pubs). Die Ergebnisse
der klinischen Studie von Methylprednisolon revolutionierten die
Ansicht, dass es ein Fenster mit der Möglichkeit zum akuten Behandeln
von Rückenmarksverletzung
gibt.
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Heute
werden mehr Arzneimittel zur Behandlung von Rückenmarksverletzung getestet.
Zum Beispiel offenbart das
U.S.
Patent-Nr. 6,291,493 die Verwendung von Clomethiazol (5-(2-Chlorethyl)-4-methylthiazol) zum
Behandeln pathologischer Zustände,
die durch Komprimierung des Rückenmarks,
ob traumatisch hervorgerufen oder aufgrund von einer durch Tumore
verursachten Kompression, Blutung, infektiöse Prozesse oder spinale Stenose
verursacht werden.
U.S. Patent-Nr.
6,288,069 offenbart die Verwendung von 9-substituierten Hypoxanthin-Derivaten (wie N-4-Carboxyphenyl-3-(6-oxohydropurin-9-yl)propanamid),
um die Regenerierung oder das Überleben
eines motorischen Neurons eines Säugers oder eines sensorischen
Neurons eines Säugers
zu stimulieren.
U.S. Patent-Nr.
6,143,714 offenbart die Verwendung eines hepatozytischen
Wachstumsfaktors (HGF), um das Überleben,
das Wachstum und die Differenzierung motorischer Neuronen zu fördern.
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Erst
vor Kurzem wurden Befunde berichtet, dass Neuronen in bestimmten
Bereichen der adulten ZNS, z. B. im Riechkolben, wo Signale von
den Neuronen von dem Riechorgan das Gehirn und den gezähntes Gyrus
des Hippokampus erreichen, erneuert werden können. Da Neuronen nicht in
der Lage sind, sich zu teilen, wies der Zugang an neuen Neuronen
auf die Existenz unreifer Zellen hin, d. h. Vorläufer- oder Stammzellen, welche
Neuronen generieren können.
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Stammzellen
sind undifferenzierte Zellen, die zur Proliferation, Selbst-Erhaltung
und Produktion einer großen
Anzahl an differenzierten, funktionellen Nachkommen, die das Gewebe
nach Verletzung regenerieren, fähig
sind. Stammzellen, die aus der frühen embryonalen Blastula, d.
h. vor der Gastrulation, isoliert wurden, können Zellarten aller verschiedener
Abstammungen produzieren (Keller, Curr. Opin. Cell Biol., 7: 862–869 (1995)).
Allerdings spielen Stammzellen in Erwachsenen die Rolle des Ersetzens
der Zellen, welche durch natürlichen
Zelltod, Verletzung oder Krankheit verloren gingen. Diese Nervenstammzellen überlebten
und differenzierten in Neuronen und Neurogliazellen, wenn sie in
das Gehirn transplantiert wurden (Johansson et al., Cell (1999),
96(1): 25–34).
Es gibt im Rückenmark
auch eine bestimmte Anzahl an Nervenstammzellen. Sie sind proliferierende
Zellen im Ependym des spinalen Zentralkanals in adulten Säugern (Frisen
et al., J. Cell Biol. (1995), 131: 453–464; Yamamoto et al., Exp.
Neurol. (2001), 172: 115–127)).
Ein Verfahren zur Isolierung von Ependym-Nervenstammzellen wurde
kürzlich
in
U.S. Patent 6,541,247 beschrieben.
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Die
Existenz von Nervenstammzellen in der ZNS adulter Säuger wurde
als Erstes durch Kultivieren von Zellen aus dem adulten Rattengehirn
und -rückenmark
gezeigt. Unter bestimmten Kultur-Bedingungen kann
eine Population multipotenter Nervenstammzellen fortgepflanzt werden
(Reynolds et al., Science (1992) 255: 1707–1710). Unter diesen Bedingungen
proliferieren einzelne Zellen in vitro, und die Nachkommen bilden ein
Cluster aggregierte Zellen. Derartige Zellklone lösen sich
in vitro nach ein paar Tagen von der Petrischale ab. Die Zellen
machen mit der Proliferation weiter und bilden ein als Neurosphäre bezeichnetes,
charakteristisches, sphäroides
Zellaggregat dicht geclusterter Zellen, wobei alle von diesen von
einer einzigen Zelle stammen. Die meisten der Zellen in der Neurosphäre exprimieren
Nestin, ein Zwischenfilament, das in neuroepithelen Stammzellen
gefunden wird (Lendahl et al., Cell (1990), 60: 585–595), aber
sie exprimieren keine Marker, die für differenzierte Zellen typisch
sind. Diese undifferenzierten Zellen differenzieren schnell, wenn
sie auf einem adhäsiven
Substrat plattiert werden oder wenn Serum zum Kulturmedium zugegeben
wird. Es ist wichtig, dass ein Klon von Zellen, die von einer einzelnen
Zellen stammen, Neuronen, Astrozyten und Oligodendrozyten generieren
kann, was beweist, dass mindestens die ursprüngliche Zelle multipotent war
(Reynolds et al., Science, ebenda). Wenn ein Zellklon dissoziiert
wird, werden zudem viele der Zellen neue Cluster undifferenzierter
multipotenter Zellen bilden, was folglich das Kriterium dafür erfüllt, Stammzellen
zu sein.
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Die
Entwicklung der Säuger-ZNS
beginnt im Frühstadium
der fötalen
Entwicklung und setzt sich bis zum postnatalen Zeitabschnitt fort
(
U.S. Patent-Nr. 6,497,872 ).
Der erste Schritt bei der Nervenentwicklung ist die Zellgeburt,
welche die genaue temporale und räumliche Sequenz ist, in welcher Stammzellen
und Stammzellnachkommen (d. h. Tochterstammzellen und Vorläuferzellen)
proliferieren. Prolifierierende Zellen werden zu Neuroblasten, Glioblasten
und neuen Stammzellen führen.
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Der
zweite Schritt ist ein Zeitabschnitt der Zellart-Differenzierung und Migration, wenn
undifferenzierte Vorläuferzellen
sich in Neuroblasten und Glioblasten differenzieren, welche zu Neuronen
und Gliazellen führen und
zu ihren endgültigen
Positionen migrieren. Zellen, welche vom Neuralrohr stammen, führen zu
Neuronen und Glia der ZNS, während
von der Neuralleiste stammende Zellen zu den Zellen des peripheren
Nervensystems (PNS) führen.
Bestimmte Faktoren, die während
der Entwicklung anwesend sind, wie der Nerven-Wachstumsfaktor (NGF), fördern das
Wachstum von Nervenzellen. NGF wird von Zellen der Neuralleiste
abgesondert und stimuliert das Keimen und Wachsen der Nervenaxone.
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Die
dritte Stufe in der Entwicklung findet statt, wenn die Zellen spezifische
phänotypische
Beschaffenheiten, wie die Expression bestimmter Neurotransmitter,
erwerben. Zu diesem Zeitpunkt verlängern Neuronen auch Vorgänge, welche
in Bezug auf ihre Ziele Synapsen bilden. Primär werden Neuronen während des
fötalen
Zeitabschnitts generiert, während
Oligodendrozyten und Astrozyten während des frühen postnatalen
Zeitabschnitts generiert werden. Bis zum späten postnatalen Zeitabschnitt
weist die ZNS ihre vollständige
Anzahl an Nervenzellen auf.
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Der
letzte Schritt der ZNS-Entwicklung ist der selektive Zelltod, wobei
die Degeneration und der Tod spezifischer Zellen, Fasern und synaptischer
Verbindungen die komplexe Schaltung des Nervensystems "feinabstimmen". Dieses "Feinabstimmen" geht während des
ganzen Lebens des Wirts weiter. Später im Leben kann die selektive
Degenerierung aufgrund des Alterns, von Infektionen und anderen
unbekannten Ätiologien zu
neurodegenerativen Krankheiten führen.
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Es
gibt zunehmend Beweise, dass Nervensystemverletzungen Stammzellen
in der adulten ZNS beeinflussen könnten. Sowohl nach Rückenmarks-
als auch nach Gehirnverletzungen ist die Nestin-expression jeweils
in Zellen, die den Zentralkanal umsäumen und in der subventrikulären Zone
liegen, erhöht
(Frisen et al., J. Cell Biol., ebenda). Diese Zellen können von
Stammzellen stammen. Mit der Zeit werden Nestin-exprimierende Zellen
stufenweise weiter vom Zentralkanal und den lateralen Ventrikeln
entfernt angetroffen, und diese Zellen exprimieren astrozytische
Marker (Frisen et al., J. Cell Biol., ebenda). Diese Daten zeigen,
dass Stammzellen oder Vorläuferzellen,
die sich in der Nähe
des ventrikulären
Systems befinden, veranlaßt
werden, zu proliferieren, zu der Stelle der Verletzung zu migrieren
und zu Astrozyten zu differenzieren.
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Gegenwärtig sind
in der klinischen Praxis keine Verfahren verfügbar, um die Generierung neuer
Zellen im Nervensystem zu stimulieren. Die Transplantation von Zellen
von menschlichen Embryonen oder Tieren wurden mit einigen vielversprechenden
Ergebnissen getestet. Allerdings weisen diese Verfahren einige Probleme
auf – hauptsächlich ethische
und immunologische – was
es sehr unwahrscheinlich macht, dass sie in einer großen Anzahl
von Patienten verwendet werden werden. Dementsprechend ist die Entdeckung
eines Proliferations- und Differenzierungsfaktors bei Nervenstammzellen
in der adulten ZNS von Säugern
wichtig, und könnte
es ermöglichen,
Strategien zu entwickeln, um die Generierung neuer Neuronen- oder
Gliazellen zu stimulieren.
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Kürzlich offenbarten
Cheung et al., FEBS Lett. (2000), 486: 291–296, dass Ganoderma lucidum-Extrakt
unter Verwendung eines primären
neuronalen Zellsystems in vitro neuronale Differenzierung induziert
(d. h. PC12-Zellen). Die PC12-Zellen stammen von Ratten-Phäochromozytom-Zellen,
welche auf den Nerven-Wachstumsfaktor (NGF) ansprechen. Das von
Cheung et al. beschriebene Ganoderma lucidum-Extrakt wird aus den
Fruchtkörpern
der Ganoderma lucidum hergestellt.
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In
der in den nachfolgenden Abschnitten vorzustellenden Erfindung wird
eine neue Verwendung der Sporodem-gebrochenen, Keimungs-aktivierten
Ganoderma-Sporen (GASP) von Ganoderma lucidum zur Behandlung einer
Rückenmarksverletzung
unternommen. Die GASP wurden kürzlich
zur Verwendung beim Behandeln von Patienten mit Krebs, AIDS, Hepatitis,
Diabetes und kardiovaskulären
Krankheiten offenbart, und können
radikalische Oxidation und hepatotoxische Wirkungen verhindern oder
inhibieren. Siehe
U.S. Patent-Nr.
6,316,002 und 6,468,542. Im Gegensatz zu Methylprednisolon,
das Patienten innerhalb 8 Stunden nach Verletzung verabreicht werden
muß, um
wirksam zu sein, können
die GASP Menschen und Tieren zu einer viel späteren Zeit verabreicht werden,
während
sie immer noch eine deutliche Verbesserung erzielen. Ein weiterer
Nutzen der Verwendung der GASP ist, dass sie nicht-toxisch sind,
so dass den Patienten höhere
Dosen verordnet werden können.
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Darüber hinaus
wird eine neue Verwendung der GASP als eine wirksame, sichere und
geeignete Alternative zum Induzieren der Proliferation von Eigen-Nervenstammzellen
der verletzten ZNS und Migration zu dem verletzten Bereich und ferner
die Differenzierung in Neuronen zur Ersetzung beschädigter oder
verlorener Neuronen beschrieben.
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ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
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Die
vorliegende Erfindung stellt eine Verwendung gemäß Anspruch 1 bereit. Das Medikament
dient zur Behandlung einer Rückenmarksverletzung
durch Verabreichen einer wirksamen Menge an Keimungs-aktivierten
Ganoderma-Sporen (GASP) in einem Säuger, bevorzugt einem Menschen,
nach einer Rückenmarksverletzung.
Ganoderm (Ganoderma Lucidum Leyss ex Fr. Karst) ist ein vielporiger
Pilz. Er gehört
zur Klasse der Basidiomyzeten, der Familie Polypolaceae und der
Gattung Ganoderma. Die GASP sind Sporoderm-gebrochen. Die GASP werden
dem Säuger
bevorzugt oral innerhalb etwa eines Tages (nach) der Rückenmarksverletzung
verabreicht.
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Die
Ursachen der Rückenmarksverletzung
schließen
Komprimierung oder Trennung des Rückenmarks (wie Trennung der
ventralen Wurzel des Rückenmarks,
oder Trennung oder Quetschung des Ischiasnervs), Trauma (wie Verkehrsunfall,
Gewalt, Stürze,
Sport etc.) oder eine Krankheit (wie Polio, Spina Bifida oder Friedenreichs
Ataxie) ein. Zudem kann die Rückenmarksverletzung
aufgrund von Beschädigung
oder Tod von Neuronen innerhalb des verletzten Rückenmarks oder Quetschung von
Axonen innerhalb des verletzten Rückenmarks vorliegen.
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Die
GASP werden einem Säuger,
einschließlich
eines Menschen, bevorzugt oral in der Menge von etwa 0,5–15 g pro
kg Körpergewicht
pro Tag, am vorteilhaftesten etwa 8 g pro kg Körpergewicht pro Tag verabreicht.
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Durch
die Verwendung der vorliegenden Erfindung wird das Überleben
von Neuronen, besonders von motorischen Neuronen, nach einer Rückenmarksverletzung
durch Verabreichen einer wirksamen Menge der GASP an einen Säuger, bevorzugt
einen Menschen, dessen Rückenmark
verletzt wurde, verbessert. Die GASP sind Sporoderm-gebrochen. Es
ist bevorzugt, dass die GASP dem Säuger innerhalb 1 Tages (nach)
der Rückenmarksverletzung
verabreicht werden. Die wirksame Menge der GASP beträgt etwa
0,5–15
g pro kg Körpergewicht
pro Tag, bevorzugt 8 g pro kg Körpergewicht
pro Tag.
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In
einer anderen Ausführungsform
wird die oben genannte Verwendung zum Fördern der Axonregenerierung
nach einer Rückenmarksverletzung
bereitgestellt, was die Verabreichung, bevorzugt die orale Verabreichung
einer wirksamen Menge der GASP an einen Säuger, bevorzugt einen Menschen,
der eine Rückenmarksverletzung
aufweist, voraussetzt. Die GASP sind Sporoderm-gebrochen. Die GASP
werden bevorzugt oral an den Säuger
innerhalb 1 Tages nach der Rückenmarksverletzung
verabreicht. Die GASP werden bevorzugt in einer Menge von etwa 0,5–15 g pro
kg Körpergewicht
pro Tag, am vorteilhaftesten etwa 8 g pro kg Körpergewicht pro Tag an den
Säuger
verabreicht.
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In
einer noch weiteren Ausführungsform
wird die oben genannte Verwendung zum Fördern der Proliferation und/oder
Differenzierung von Nervenstammzellen in einem Säuger bereitgestellt. Das Verfahren
setzt die Verabreichung einer wirksamen Menge an Sporoderm-gebrochenen,
Keimungs-aktivierten Ganoderma-Sporen (GASP) in einem Säuger, bevorzugt
einem Menschen, voraus. Die GASP sind besonders wirksam beim Fördern der
Proliferation und/oder Differenzierung von Nervenstammzellen, nachdem
der Säuger
eine Rückenmarksverletzung
hat. Die Ursachen für
eine Rückenmarksverletzung
schließen
Kompression oder Trennung des Rückenmarks,
Trauma (wie Autounfall, Gewalt, Stürze, Sport etc.) oder eine
Krankheit (wie Polio, Spina Bifida oder Friedenreichs Ataxie) ein,
sind aber nicht darauf beschränkt.
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Darüber hinaus
kann die Rückenmarksverletzung
aufgrund der Beschädigung
oder des Todes von Neuronen innerhalb des verletzten Rückenmarks
oder aufgrund von Quetschung der Axone innerhalb des verletzten
Rückenmarks
vorliegen. Die GASP werden bevorzugt oral an einen Säuger, einschließlich eines
Menschen, in der Menge von etwa 0,5–15 g pro kg Körpergewicht
pro Tag, am vorteilhaftesten etwa 8 g pro kg Körpergewicht pro Tag, verabreicht.
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KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
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1 zeigt
die ventrale Wurzel mit abgeschnittener Stelle in der rechten Seite
der L3-, L4- und L5-Nerven des in den Beispielen 1 und 2 verwendeten
Tiermodells.
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2 zeigt
Bilder des Rückenmarks,
das 35 Tage, nachdem die rechte Seite der ventralen Wurzeln abgeschnitten
wurde, mit Neutralrot gefärbt
wurde. Überlebende
motorische Neuronen wurden rot gefärbt und erschienen in diesen
Bildern gegenüber
dem blauen Hintergrund als violette Flecken. Wie in der Kontrollgruppe
(A) gezeigt, war die Anzahl überlebender
motorischer Neuronen in der verletzten (rechten) Seite merklich geringer
als die in der unverletzten (linken) Seite. Wie in der GASP-Behandlungsgruppe
(B) gezeigt, war die Anzahl der überlebenden
motorischen Neuronen in den verletzten (rechts) und unverletzten
(links) Seiten statistisch nicht signifikant, was darauf hinweist,
dass die GASP beim Fördern
des Überlebens
lumbaler motorischer Neuronen nach einer Rückenmarksverletzung aufgrund
von Abschneiden der ventralen Wurzeln wirksam waren.
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3 zeigt
die Bilder der Nervengewebe, die zuerst mit Nikotinamidadenindinukleotidphosphat-Diaphorase
(NADPH-d) gefärbt
wurden und mit Neutralrot neu gefärbt wurden. Die Bilder (A)
und (B) sind Nervengewebe von Ratten in der Kontrollgruppe jeweils
14 und 35 Tage nach Abschneiden der ventralen Wurzel. Die Bilder
(C) und (D) sind Nervengewebe von Ratten in der GASP-Behandlungsgruppe,
jeweils 14 und 35 Tage nach dem Abschneiden der ventralen Wurzeln. Überlebende
motorische Neuronen wurden mit Neutralrot gefärbt. Die Pfeile in den Bildern
(A) und (C) sind auf Neuronen gerichtet, die bezüglich der neuronalen Stickoxid-Synthase
(nNOS) Aktivität
positiv waren und in einer violetten Farbe eingefärbt wurden.
Verglichen mit der Kontrollgruppe (A) gab es 14 Tage nach dem Abschneiden
der ventralen Wurzeln in den Nervengeweben der GASP-Behandlungsgruppe
(C) eine hohe Anzahl nNOS-positiver Neuronen, was darauf hinweist,
dass die GASP beim Fördern
des Überlebens
von motorischen Neuronen nach Rückenmarksverletzung
wirksam waren.
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4 zeigt
die Bilder von Nervengeweben (bei 100X Vergrößerung), die zuerst mit NADPH-d
gefärbt wurden
und dann mit Neutralrot neu gefärbt
wurden. Die Bilder (A) und (B) sind Nervengewebe von Ratten in den
Kontroll- und GASP-Behandlungsgruppen jeweils 14 Tage nach dem Abschneiden
der ventralen Wurzeln. Überlebende
motorische Neuronen wurden mit Neutralrot gefärbt. Die Pfeile in den Bildern
sind auf Neuronen gerichtet, die bezüglich der nNOS-Aktivität positiv
waren und in einer violetten Farbe eingefärbt wurden.
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5 zeigt
die abgeschnittene Stelle in der rechten Seite des Ischiasnervs
des in den Beispielen 3–6 verwendeten
Tiermodells.
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6 zeigt
die Bilder von L4-Rückenmarkabschnitten,
die mit einem zurückgehenden
Fluorogold-Tracer (FG) markiert wurden, nachdem die rechte Seite
des Ischiasnervs abgeschnitten wurde, gefolgt von wieder zusammengenähten Perineurium-Schichten.
Die Bilder (A) und (B) zeigen jeweils die unverletzten (linken)
und verletzten (rechten) Seiten der Kontrollgruppe. Die Bilder (C)
und (D) zeigen jeweils die unverletzten (linken) und verletzten
(rechten) Seiten der GASP-Behandlungsgruppe. Die Anzahl FG-markierter
Neuronen in den unverletzten Seiten beider Gruppen (siehe (A) und
(C)) wurde verglichen. Die FG-markierten Neuronen in der verletzten
Seite der Kontrollgruppe (B) schienen viel weniger als die der GASP-Behandlungsgruppe
(D) zu sein, was darauf hindeutet, dass die GASP beim Fördern der
Regenerierung der verletzten motorischen Neuronenaxone wirksam waren.
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7 zeigt
die Transduktions-Diagramme der Ischiasnerven an der unverletzten
Seite (A) und der verletzten Seite (C) der Kontrollgruppe, und der
unverletzten Seite (B) und der verletzten Seite (D) der GASP-Behandlungsgruppe,
nachdem die rechte Seite des Ischiasnervs abgeschnitten und wieder
zusammengenäht wurde.
Der Peak-zu-Peak-Wert und die elektrische Impuls-Transduktionsgeschwindigkeit
der elektrischen Impulse wurden bestimmt. Wenn Diagramm (C) und
(D) verglichen wurden, waren der Peak-zu-Peak-Wert und die Impuls-Transduktion
in Diagramm (D) höher
und schneller, was darauf hindeutet, dass die GASP-Behandlung die
elektrische Impuls-Transduktion im verletzten Ischiasnerv verbesserte.
Dies legt nahe, dass eine 6-wöchige
GASP-Behandlung beim Fördern
der Regeneration der Axone im verletzten Ischiasnerv wirksam war.
-
8 zeigt
die Hämatoxylin-
und Eosin- (H & E)
Färbungen
eines normalen Wadenmuskels (A); eines Wadenmuskels der Kontrollgruppe,
nachdem der Ischiasnerv für
6 Wochen abgetrennt war (B); und eines Wadenmuskels der GASP-Behandlungsgruppe, nachdem
der Ischiasnerv für
6 Wochen abgetrennt war (C). Normales Wadenmuskelgewebe zeigte,
wie in (A) gezeigt, ein regelmäßiges, glattes
und paralleles Muster. Der Wadenmuskel der Kontrollgruppe (B) zeigte
ausgeprägte
Unregelmäßigkeit,
während
der Wadenmuskel der GASP-Behandlungsgruppe (C) das meiste des normalen
Musters beibehielt. Dies deutet darauf hin, dass die GASP den Wadenmuskel
nach der Rückenmarksverletzung
erhalten.
-
9 zeigt
die Mallory-Färbungen
reparierter Ischiasnervengewebe in der Kontrollgruppe (A) und der GASP-Behandlungsgruppe
(B) nach dem Abschneiden des Ischiasnervs. Rote Farbe kennzeichnet
Nervenfaserregenerierung, die am häufigsten in den Nervengeweben
der GASP-Behandlungsgruppe
(B) und merklich geringer in dem der Kontrollgruppe (A) gesehen
wurde. Dies deutet darauf hin, dass die GASP beim Fördern der
Nervenfaserregeneration wirksam waren.
-
10 zeigt
die BrdU-fluoreszierende Immunohistochemie eines Querschnitts eines
normalen Ratten-Rückenmarks.
Der Pfeil (↑)
kennzeichnet die BrdU-positiven Zellen im Ependym des spinalen Zentralkanals
unter dem Fluoreszenzmikroskop bei 200facher Vergrößerung.
Das Ependym ist die umhüllende
Membran der Ventrikel des Gehirns und des Zentralkanals des Rückenmarks.
-
11 zeigt
die BrdU-fluoreszierende Immunohistochemie eines Querschnitts eines
Ratten-Rückenmarks
1 Tag nach einer Rückenmarksverletzung.
Der Pfeil (↑)
kennzeichnet die BrdU-positiven Zellen im Ependym des spinalen Zentralkanals
und die umliegenden Bereiche unter dem Fluoreszenzmikroskop bei 200facher
Vergrößerung.
-
12 zeigt
die Nestin-fluoreszierende Immunohistochemie eines Querschnitts
eines Ratten-Rückenmarks
1 Tag nach einer Rückenmarksverletzung.
Der Pfeil (↑)
kennzeichnet Nestin-positive Zellen im Ependym des spinalen Zentralkanals
und der umliegenden Bereiche unter dem Fluoreszenzmikroskop bei 200facher
Vergrößerung.
-
13 zeigt
die Nestin-fluoreszierende Immunohistochemie eines Querschnitts
eines Ratten-Rückenmarks
4 Wochen nach einer Rückenmarksverletzung.
Der Pfeil (↑)
kennzeichnet die Nestin-positiven Zellen in der verletzten weißen Substanz
der verletzten Behandlungsgruppe unter dem Fluoreszenzmikroskop
in 200facher Vergrößerung.
-
14A zeigt die doppelte, BrdU- und Nestin-fluoreszierende
Immunohistochemie eines Querschnitts von verletztem Rückenmark
4 Wochen nach Rückenmarksverletzung.
Der Pfeil (↑)
kennzeichnet die BrdU-positiven Zellen in der weißen Substanz
des verletzten Rückenmarks
der verletzten Behandlungsgruppe unter dem Fluoreszenzmikroskop
bei 200facher Vergrößerung.
-
14B zeigt die gleiche Ansicht wie in 14A. Der Pfeil (↑) zeigt unter dem Fluoreszenzmikroskop bei
200facher Vergrößerung,
dass einige der BrdU-positiven Zellen auch Nestin exprimieren.
-
15A zeigt eine doppelte, BrdU- und NF-fluoreszierende
Immunohistochemie eines Querschnitts von verletztem Rückenmark
4 Wochen nach spinaler Verletzung. Der Pfeil (↑) kennzeichnet die BrdU-positiven Zellen
in der spinalen weißen
Substanz der verletzten Behandlungsgruppe unter dem Fluoreszenzmikroskop bei
200facher Vergrößerung.
-
15B zeigt die gleiche Ansicht wie in 15A. Der Pfeil (↑) zeigt unter dem Fluoreszenzmikroskop bei
200facher Vergrößerung,
dass einige der BrdU-positiven Zellen auch NF exprimierten.
-
16A zeigt die doppelte, BrdU- und Oligodendrozytinfluoreszierende
Immunohistochemie eines Querschnitts von verletztem Rückenmark
4 Wochen nach spinaler Verletzung. Der Pfeil (↑) kennzeichnet die BrdU-positiven
Zellen in der spinalen weißen
Substanz der verletzten Behandlungsgruppe unter dem Fluoreszenzmikroskop
bei 200facher Vergrößerung.
-
16B zeigt die gleiche Ansicht wie in 16A. Der Pfeil (↑) zeigt unter dem Fluoreszenzmikroskop bei
200facher Vergrößerung,
dass einige der BrdU-positiven Zellen auch Oligodendrozytin exprimierten.
-
17A zeigt die doppelte, BrdU- und GFAP-fluoreszierende
Immunohistochemie eines Querschnitts von verletztem Rückenmark
4 Wochen nach spinaler Verletzung. Der Pfeil (↑) kennzeichnet die BrdU-positiven Zellen
in der spinalen weißen
Substanz der verletzten Behandlungsgruppe unter dem Fluoreszenzmikroskop bei
200facher Vergrößerung.
-
17B zeigt die gleiche Ansicht wie in 17A. Der Pfeil (↑) zeigt unter dem Fluoreszenzmikroskop bei
200facher Vergrößerung,
dass einige der BrdU-positiven Zellen auch GFAP exprimierten.
-
AUSFÜHRLICHE BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
-
Die
vorliegende Erfindung stellt ein Verfahren zur effektiven Behandlung
einer Rückenmarksverletzung
und ein Verfahren zum Fördern
der Proliferation und/oder Differenzierung von Nervenstammzellen
in einem Säuger,
besonders nach einer Rückenmarksverletzung,
bereit. Das Verfahren schließt
die Verabreichung einer wirksamen Menge Keimungs-aktivierten Ganoderma-Sporenpulvers
(GASP) an einen eine Rückenmarksverletzung
aufweisenden Säuger
ein.
-
Ganoderma
(Ganodernma Lucidum Leyss ex Fr. Karst) ist ein vielporiger Pilz,
der zu der Klasse Basidiomyzeten, der Familie Polypolaceae und der
Gattung Ganoderma gehört.
Ganodermasporen sind winzige und nebelartige Sporen von 5–8 μm Größe, die
extrem harte und widerstandsfähige
doppelschichtige äußere Sporenhäute aufweisen,
was es folglich schwierig macht, sie aufzubrechen. Die Sporen enthalten
hohe Konzentrationen von vielen biologisch wirksamen Substanzen,
die mehrfach ungesättigte
Fettsäuren,
Polysaccharide, Vitamine, Sterine, Spuren-Mineralien, Aminosäuren und
Triterpene einschließen,
aber nicht darauf beschränkt
sind. Die in der vorlegenden Erfindung verwendeten GASP sind Sporoderm-gebrochen
(d. h. die doppelschichtigen äußeren Sporenhäute der
Sporen werden gebrochen, so dass die biologisch wirksamen Substanzen
in den Sporen freigesetzt werden), welche durch das im
U.S. Patent-Nr. 6,316,002 (das "'002 Patent") Verfahren produziert werden. Durch
das einzigartige Sporen-Brechverfahren, das in dem '002 Patent beschrieben
wird, werden die biologisch wirksamen Substanzen in der GASP in
hohen Ausbeuten erhalten, und die funktionellen Aktivitäten der
biologisch wirksamen Substanzen werden erfolgreich bewahrt.
-
Im
Folgenden wird eine allgemeine Beschreibung des im '002 Patent verwendeten
Verfahrens, das zur Darstellung der GASP führt, gezeigt.
-
I. Einweichen, um Keimung zu induzieren:
-
Reife
und vollkommene Sporen von Ganoderma lucidum werden sorgfältig ausgewählt, um
einen Einweich-Vorgang auszuführen,
um Keimung zu induzieren. Die Sporen wurden in klarem oder destilliertem
Wasser, biologischer Salzlösung
oder anderen Nährlösungen,
die den Sporen von Ganoderma lucidum schnelles Keimen ermöglichen
könnten,
aufbewahrt. Beispiele von Nährlösungen schließen Kokosnußsaft oder
eine 1–5%
Malzextraktlösung,
0,5–25%
Extrakte von Ganoderma lucidum-Sporokarpen
oder Ganoderma lucidum-Capillitia, 0,1–5% Biotin enthaltende Kulturlösung, 0,1–3% einbasisches
Kaliumphosphat und Magnesiumsulfat enthaltende Kulturlösung ein.
Die Wahl der Lösung
würde von
der erforderlichen Einweichzeit, der Menge an zu verarbeitenden
Sporen und anderen derartigen Faktoren, wie Verfügbarkeit des Materials, abhängen. Es
könnten
eine oder mehrere der obigen Keimungslösungen verwendet werden, wobei
die zugegebene Menge das 0,1–5fache
des Gewichts der Sporen von Ganoderma lucidum beträgt. Die
Einweichzeit kann nach der Temperatur des Wassers festgelegt werden,
und üblicherweise
wurde das Einweichen für
30 min bis 8 h mit der Temperatur des Wassers bei 20–43°C durchgeführt. Bevorzugt
betrugen die Einweichzeiten 2–4 Stunden,
und die Temperatur des Wassers betrug 25–35°C.
-
II. Aktivierungskultur:
-
Die
Sporen von Ganoderma lucidum wurden aus der Einweichlösung entfernt
und überschüssiges Wasser
wurde entfernt, indem ihm erlaubt wurde, abzutropfen. Die Sporen
wurden dann bei einer konstanten Temperatur und Feuchtigkeit in
einen gut belüfteten Kultivierungsbehälter gelegt,
so dass die Sporen-Aktivierungskultur durchgeführt werden konnte. Die relative
Feuchtigkeit der Kultur wurde üblicherweise
auf 65–98% eingestellt,
die Kulturtemperatur wurde auf 18–48°C eingestellt und die Aktivierungszeit
dauerte von 30 min bis 24 h. Bevorzugt beträgt die Feuchtigkeit 85–97% und
die Temperatur beträgt
25–35°C. Unter
Verwendung des durch die vorliegende Erfindung bereitgestellten
Verfahrens erreichte die Aktivierung von Sporen von Ganoderma lucidum
eine Rate von mehr 95%. Während
der Aktivierung wurden die Zellwände
der Sporen von rotem Ganoderma lucidum deutlich aufgeweicht, so
dass es leichter war, die Zellwände
der Sporen zu durchdringen.
-
III. Behandlung der äußeren Sporenhäute:
-
Nach
dem Keimungsaktivierungsprozeß wurden
die Sporen durch Enzymolyse behandelt. Dieser Vorgang wurde bei
einer niedrigen Temperatur und unter Bedingungen unter Verwendung
von Chitinase, Cellulase oder anderen Enzymen, welche herkömmlicherweise
in der Industrie verwendet werden, durchgeführt, so dass die Enzymaktivität aufrecht
erhalten wurde. Der Vorgang war abgeschlossen, wenn die äußeren Sporenhäute ihre
Widerstandsfähigkeit
verloren hatten und brüchig
wurden. Alternativ wurden physikalische Behandlungen durchgeführt, um
die Zellwände
zu durchdringen, zum Beispiel Mikronisierung, Walzenpressen, Mahlen,
Hochdruck-Mikrostrombehandlung
und andere üblicherweise
in der Industrie verwendete mechanische Verfahren können mit
einer Durchdringungsrate von über
99% durchgeführt
werden.
-
IV. Trocknen oder Extrahieren:
-
Das
Trocknen wurde bei geringer Temperatur unter Verwendung von Standardverfahren,
die Gefriertrocknen oder Vakuumtrocknen etc. einschließen, welche üblicherweise
in der Industrie verwendet werden, durchgeführt. Die erhaltenen Produkte
wiesen einen Feuchtigkeitsgehalt von weniger als 4% auf. Nach dem Trocknen
wurden die biologisch wirksamen Substanzen mit Wasser oder Alkohol
oder durch Dünnfilm-Kondensation
extrahiert. Die extrahierten biologisch, wirksamen Substanzen könnten durch
Dialyse weiter gereinigt werden, um zu gewährleisten, dass die Endprodukte
keine Verunreinigungen enthalten.
-
V. Pharmazeutische Formulierungen der
biologisch wirksamen Substanzen:
-
Die
biologisch wirksamenwirksamen Substanzen können dann zu gereinigten Pulvern,
Extrakt-Pasten, Lösungen
zur Injektion und/oder für
oralen Gebrauch gemacht werden. Die Erfindung umfaßt auch
die Herstellung von pharmazeutischen Zubereitungen der Wirkstoffe
unter Verwendung von im Fachgebiet wohlbekannten Hilfsmitteln und
Verfahren zur Herstellung. Zudem können die biologisch wirksamen
Substanzen durch irgendein geeignetes Verfahren dosiert werden,
das Tabletten, Kapseln, Lösungen,
Zäpfchen,
Nasensprays, Parenteralien oder Injektionseinrichtungen einschließt. Die
Wahl des Verfahrens zur Verabreichung wird durch die klinische Lage
des Patienten bestimmt. Die biologisch wirksamen Substanzen der
vorliegenden Erfindung, die durch die beschriebenen Verfahren hergestellt
wurden, schließen
aktive Gene, Induzierer des biotisch möglichen Promotors, Induzierer
des multizellulären
Aktivators, Induzierer von Interferon, Lacton A, Ganoderma-Polysaccharid,
Ganodermasporen-Fettsäuren,
langkettige Alkyl-Kohlenwasserstoffe von Ganoderma Sporen, Ganoderma
Triterpene, Sterine, Hyperoxid-Dismutase, Viamin E, aktives Glykoprotein,
bestimmte Wachstumsfaktoren, Ganoderma-Säure A, Hyperoxid-Dismutase
(SOD), wirksame Glykoproteine, mehrfach aktive Enzyme und Wachstumsfaktoren
usw. ein. Diese biologisch wirksamen Substanzen tragen im Ganzen
zu den in den späteren
Abschnitten beschriebenen therapeutischen Verwendungen bei.
-
GASP
sind nicht-toxisch. Das bevorzugte Verfahren zur Verabreichung der
GASP ist das durch orale Aufnahme. Gegenwärtig werden die GASP von der
Food and Drug Administration (FDA) zugelassen, um als Diät-Zusatz
in Kapselform unter dem Namen Enhanvol® und
Holistol verwendet zu werden, die von der Enhan Technology Holdings
International Co., Ltd. in Hongkong verkauft werden. Jede GASP-Kapsel
enthält
0,3 g GASP. Die empfohlene Dosierung für GASP ist, wenn es als Diät-Zusatz
verwendet wird, 4 mal täglich
jedesmal 4 Kapseln. Dementsprechend beträgt die tägliche Dosis GASP als Diät-Zusatz
für einen
Erwachsenen mit 60 kg etwa 0,08 g/kg Körpergewicht pro Tag.
-
Es
wurde jedoch gezeigt, dass keine physiologischen und pathologischen
Auffälligkeiten
gefunden wurden, wenn an die Patienten und Tiere 8 g/kg/Tag GASP
verabreicht wurden. 0,5 g bis 15 g/kg/Tag GASP wurde an Tiere verabreicht
und zeigte signifikante Wirkungen bei Behandlung von Rückenmarksverletzungen. Es
ist allerdings verständlich,
dass die Dosis für
irgendeinen bestimmten Patienten von einer Reihe von Faktoren, die
Alter, Körpergewicht,
allgemeine Gesundheit, Geschlecht, Ernährungsgewohnheiten, Verabreichungszeit,
Darreichungsform, Ausscheidungsgeschwindigkeit, Arzneimittel-Kombination und die
Schwere der Krankheit einschließen,
abhängt.
Aus diesen Gründen
bleibt die Dosierung dem Ermessen des erfahrenen Klinikers überlassen.
-
Die
vorliegende Erfindung wird unter Verwendung eines Ratten-Modells durchgeführt. Nach
Metz et al., J. Neurotrauma (2000), 17(1): 1–17) können die funktionalen, elektrophysiologischen
und morphologischen Ergebnisparameter, die der Rückenmarksverletzung in Ratten
folgen, auf die im Menschen extrapoliert werden. Metz et al. sammelten
Daten von menschlichen Patienten mit chronischer Rückenmarksverletzung
und verglichen diese mit denen von Ratten mit Quetschungs-Rückenmarksverletzung, induziert
durch einen Gewichtssturz. Im Hinblick auf funktionelle, elektrophysiologische
und morphologische Ergebnisse deuten die Ergebnisse auf eine analoge
Beziehung zwischen Ratten und Menschen hin, was zeigt, dass Ratten
als ein adäquates
Tiermodell für
die Forschung an funktionellen und morphologischen Änderungen
nach Rückenmarksverletzung
und die Wirkungen neuer Behandlungsstrategien dienen können.
-
In
der vorliegenden Erfindung wurden fünf (5) Gewebe-Färbemittel
und fünf
(5) fluoreszierende neuronale Marker verwendet. Die fünf Gewebe-Färbemittel
sind Neutralrot (siehe z. B. 2, 3 und 4), Nikotinamidadenindinukleotidphosphat-Diaphorase
(NADPH-d) (siehe z. B. 3 und 4), Fluorogold
(siehe z. B. 6), Hämatoxylin und Eosin (siehe
z. B. 8) und Mallorys Färbemittel (siehe z. B. 9).
Die fünf
fluoreszierenden neuronalen Marker sind BrdU, Nestin, Neurofilament
(NF), Oligodendrozytin und gliales, fasriges Säureprotein (GFAP). Die fluoreszierenden
neuronalen Marker werden verwendet, um die Proliferation von Zellen
im Allgemeinen (basierend auf der Färbung von BrdU), die undifferenzierten
Nervenstammzellen (basierend auf der Färbung von Nestin), die neu
gebildeten Neuronen von Nervenstammzellen (basierend auf der Färbung von
NF), die neu gebildeten Oligodendrozyten von Nervenstammzellen (basierend
auf der Färbung
von Oligodendrozytin) und die neu gebildeten Astrozyten (basierend
auf der Färbung
von GFAP) zu untersuchen.
-
Die
folgenden Versuchspläne
sind veranschaulichend, aber schränken den Rahmen der vorliegenden Erfindung
nicht ein. Vernünftige
Variationen, wie sie der vernünftige
Fachmann ausführen
würde,
können
hierin gemacht werden, ohne vom Rahmen der vorliegenden Erfindung
abzuweichen.
-
Beispiel 1
-
Wirkungen von GASP auf das Überleben
lumbaler motorischer Neuronen
-
Tiermodell:
-
Es
wurden gesunde SD-Ratten, die vom Guangdong medizinischen Tierzentrum
geliefert wurden, mit Körpergewichten
von etwa 100 g ausgewählt.
-
Methode:
-
Die
SD-Ratten wurden in zwei Gruppen eingeteilt, d. h. in die GASP-Behandlungsgruppe
und in die Kontrollgruppe. In jeder Ratte wurde die rechte Seite
der ventralen Wurzeln an den L3, L4 und L5 Lumbalnerven abgeschnitten
(siehe 1). Die linke Seite der ventralen Wurzeln blieb
unversehrt, um als Vergleich verwendet zu werden.
-
GASP
(20 g) wurde bis zu einer Endkonzentration von 20% in 100 ml 0,5%
Natriumcarboxymethylcellulose aufgelöst. Nachdem die ventralen Wurzeln
für etwa
einen Tag abgeschnitten waren, wurde den Ratten in der GASP-Behandlungsgruppe
35 Tage zweimal täglich
etwa 2 ml GASP-Lösung
mittels Sondenfütterung gefüttert. Die
tägliche
GASP-Dosis betrug 8 g/kg/Tag. Den Ratten in der Kontrollgruppe wurde
35 Tage zweimal täglich
die gleiche Menge an 0,5% Natriumcarboxymethylcellulose gefüttert. Alle
Ratten wurden unter gleichen Bedingungen gehalten.
-
Am
Ende des Behandlungszeitraums wurden die Nervengewebe von beiden
Gruppen gesammelt. Abschnitte des Rückenmarks wurden unter Verwendung
von 4% Paraformaldehyd fixiert, in eine 30% Zuckerrohr in Phosphat-gepufferter
Salzlösung
(PBS) eingeweicht und in Scheiben mit 30 μm Dicke gefriergeschnitten. Jede
fünfte
Scheibe wurde ausgewählt
und eine Gesamtzahl von 10 Scheiben wurde mit Neutralrot gefärbt. Die überlebenden
Neuronen in den segmentierten Scheiben wurden rot gefärbt und
wurden gemäß der Verfahren
von Clarke und Oppenheim gezählt.
Für jede
Ratte wurden die überlebenden
motorischen Neuronen auf den zehn Nervenscheiben gemittelt.
-
Es
wurde eine statistische Analyse unter Verwendung des T-Tests durchgeführt.
-
Ergebnisse:
-
Die
Ergebnisse werden in Tabelle 1 und
2 gezeigt. Tabelle 1. Wirkungen der GASP auf das Überleben
motorischer Neuronen nach dem Abschneiden der lumbalen ventralen
Wurzeln
| | Kontrollgruppe
(n = 6) | GASP-Behandlungsgruppe
(n = 7) | P* |
| Anzahl
der überlebenden
motorischen Neuronen in der unverletzten (linken) Seite | 15,02 ± 0,86 | 15,45 ± 0,81 | >0,05 |
| Anzahl
der überlebenden
motorischen Neuronen in der verletzten (rechten) Seite | 6,43 ± 1,49 | 13,61 ± 0,74 | |
| P** | <0,01 | <0,01 | |
| %-Überleben
***in der verletzten (rechten) Seite | 56,88 ± 3,20 | 89,88 ± 2,24 | <0,01 |
- *
- der p-Wert bezeichnet
den Vergleich zwischen der Kontroll- und der GASP-Behandlungsgruppe
- **
- der p-Wert bezeichnet
den Vergleich zwischen der Anzahl an Neuronen in der unverletzten
(linken) Seite und der verletzten (rechten) Seite innerhalb derselben
Gruppe
- ***
- %-Überleben wurde als das Prozentverhältnis der
Anzahl an Neuronen in der verletzten (rechten Seite zu der in der
unverletzten (linken) Seite bestimmt.
-
Die
Ergebnisse zeigen, dass die Anzahl der überlebenden motorischen Neuronen
in den unverletzten Seiten in beiden Gruppen ähnlich waren. Nach dem Abschneiden
der L3, L4 und L5 Nerven war die Anzahl an überlebenden motorischen Neuronen
in der verletzten Seite ohne Behandlung allerdings signifikant geringer (6,43 ± 1,49)
als im Vergleich zur unverletzten Seite (15,02 ± 0,86) und der verletzten
Seite der GASP-Behandlungsgruppe (13,61 ± 0,74). Die %-Überlebensrate
der GASP-Behandlungsgruppe betrug 90%, was signifikant höher war
als die der Kontrollgruppe (57%). Ähnliche Befunde wurden bei
den Neutralrot-Färbungen
der Rückenmarksgewebe
(2) beobachtet.
-
Diese
Ergebnisse deuteten darauf hin, dass 35 Tage GASP-Behandlung bei 8
g/kg/Tag beim Fördern des Überlebens
lumbaler motorischer Neuronen mit bis zu 90% Überlebensrate in Ratten, nachdem
deren ventrale Wurzeln abgeschnitten wurden, wirksam war
-
Schlußfolgerung:
-
Es
wurde gezeigt, dass die GASP beim Fördern des Überlebens motorischer Neuronen
nach einer Nervenverletzung infolge von Durchtrennung wirksam waren.
-
Beispiel 2
-
Wirkungen von GASP auf das Überleben
lumbaler motorischer Neuronen
-
Die
Aktivität
der neuronalen Stickoxid-Synthase (nNOS) in den verletzten Neuronen
deutet das Überleben
der motorischen Neuronen an. Die histochemische Nikotinamidadenindinukleotidphosphat-Diaphorase (NADPH-d)-Reaktion
wird als ein geeigneter Marker für
die nNOS-Aktivität
erachtet. Daher kann die Messung der Aktivität von nNOS unter Verwendung
der NADPH-d-Färbeverfahren
verwendet werden, um das Überleben
der motorischen Neuronen zu ermitteln.
-
Methode:
-
Die
Tiermodelle wurden wie in Beispiel 1 oben beschrieben vorbereitet,
gruppiert und behandelt.
-
Nach
14 Behandlungstagen wurden 5 (fünf)
Ratten von jeder Gruppe getötet
und ihre jeweiligen Nervengewebe wurden gesammelt. Die in jeder
Gruppe verbleibenden Ratten wurden bis Tag 35 weiter mit ihrer täglichen
GASP- oder Natriumcarboxymethylcelluloselösungs-Dosis gefüttert. Diese
Ratten wurden dann getötet
und die Nervengewebe wurden gesammelt.
-
Abschnitte
der Rückenmarksgeweben
wurden unter Verwendung von 4% Paraformaldehyd fixiert, in einer
Phosphat-gepufferten Salzlösung
(PBS), die 30% Rohrzucker enthält,
eingeweicht, und zur Verwendung als Scheiben in 30 μm Dicke gefrier-geschnitten.
Die ausgewählten
Nervengewebeabschnitte wurden in einer NADPH-Lösung
inkubiert und für
1–3 Stunden
inkubiert, gewaschen und dann mit 1% Neutralrot wieder gefärbt.
-
Die
statistische Analyse der Behandlungs- und Kontrollgruppen wurde
unter Verwendung des T-Tests durchgeführt.
-
Ergebnisse:
-
Die
Ergebnisse der nNOS-Aktivität
in den Nervengeweben werden in Tabelle 2 und den
3 und
4 gezeigt. Tabelle 2. Auswirkungen der GASP auf das Überleben
der motorischen Neuronen 14 Tage nach dem Abschneiden der lumbalen
ventralen Wurzeln
| | Kontrollgruppe
(n = 5) | GASP-Behandlungsgruppe
(n = 5) | P* |
| Anzahl
der überlebenden
motorischen Neuronen in der unverletzten (linken) Seite | 13,69 ± 0,70 | 15,26 ± 0,30 | |
| Anzahl
an nNOS-positiven Neuronen in der verletzten (rechten) Seite | 1,41 ± 0,26 | 5,55 ± 0,60 | |
| %-nNOS-positiv
in der verletzten (rechten) Seite** | 10,36 ± 1,85 | 38,29 ± 4,37 | <0,01 |
- *
- der p-Wert bezeichnet
den Vergleich zwischen der Kontroll- und der GASP-Behandlungsgruppe
- **
- %-nNOS-positiv wurde
als das Prozentverhältnis
der Anzahl an nNOS-positiven Neuronen zu der der überlebenden
motorischen Neuronen in der verletzten (rechten) Seite der ventralen
Wurzeln bestimmt.
-
Wie
in Tabelle 2 und den 3 und 4 gezeigt,
war die Anzahl der überlebenden
motorischen Neuronen (in Rot gefärbt)
nach 14 Tagen nach dem Abschneiden der ventralen Wurzeln bei der
unverletzten Seite der Kontrollgruppe ähnlich zu der der GASP-Behandlungsgruppe.
Allerdings war die Anzahl an nNOS- positiven Neuronen (in Violett gefärbt) der
Kontrollgruppe merklich geringer als die der GASP-Behandlungsgruppe. Wie
in 3(B) und 3(D) gezeigt,
gab es in der GASP-Behandlungsgruppe (D) mehr überlebende motorische Neuronen
als die in der Kontrollgruppe (B). Die Ergebnisse deuten darauf
hin, dass die GASP positive Wirkungen beim Fördern des Überlebens der motorischen Neuronen,
nachdem die Nerven der ventralen Wurzeln abgeschnitten wurden, aufwiesen.
-
Schlußfolgerung:
-
Es
wurde gezeigt, dass die GASP beim Fördern des Überlebens der Neuronen nach
einer Rückenmarksnervenverletzung
infolge von Durchtrennung wirksam waren.
-
Beispiel 3
-
Wirkungen der GASP auf die Regenerierung
verletzter Axone
-
Tiermodell:
-
In
dieser Studie wurde ein Ratten-Ischiasnerv-Abschneide/Wiedernäh-Modell verwendet. Kurz gesagt wurde
ein Abschnitt der rechten Seite des Ischiasnervs des Versuchstiers
freigelegt und wie in 5 gezeigt abgeschnitten. Die
Epineuriumschichten der zwei offenen Enden des Ischiasnervs wurden
dann mikrochirurgisch zusammengenäht, um ein Tiermodell zu liefern,
das Schnitt/Quetschungs-Verletzungsarten nachahmt. Die linke Seite
des Ischiasnervs blieb unberührt,
um als Vergleich zur verletzten Seite verwendet zu werden.
-
Methode:
-
Die
Tiermodelle wurden wie in den Beispielen 1–2 oben vorbereitet und in
2 Gruppen aufgeteilt, die GASP-Behandlungs- und die Kontroll-Gruppen.
-
Die
GASP (20 g) wurde bis zu einer Endkonzentration von 20% in 100 ml
0,5% Natriumcarboxymethylcellulose aufgelöst. Den Ratten in der GASP-Behandlungsgruppe
wurden zweimal täglich
mittels Sondenfütterung
etwa 2 ml GASP-Lösung
gefüttert.
Die tägliche
GASP-Dosis betrug 8 g/kg/Tag. Den Ratten in der Kontrollgruppe wurde
zweimal täglich
die gleiche Menge an 0,5% Natriumcarboxymethylcellulose gefüttert. Alle
Ratten wurden unter den gleichen Bedingungen gehalten.
-
Fluorogold
(FG), ein zurückgehender
fluoreszierender Tracer, wurde verwendet, um die Regeneration der
Axone zu verfolgen. 2,5 μl
3% FG-Lösung
wurden unter Verwendung eines Mikroinjektors sowohl in die verletzten
(rechten) als auch in die unverletzten (linken) Seiten innerhalb
der Ischiasnerven injiziert. Bei der verletzten (rechten) Seite
wurde FG 5 mm distal zur Verletzungsstelle injiziert. Dann wurden
die L4 Rückenmärker aus
den Versuchsratten entfernt, gefriergeschnitten und unter dem Fluoreszenzmikroskop
untersucht. "FG%" wurde als das Prozentverhältnis der
Anzahl an FG-positiven Neuronen an der verletzten Seite gegenüber derjenigen
an der unverletzten Seite desselben Tiers berechnet.
-
Die
statistische Analyse wurde unter Verwendung des T-Tests ausgeführt.
-
Ergebnisse:
-
Die
Ergebnisse der Axonregenerationsstudien unter Verwendung von FG
sind in Tabelle 3 und in
6 gezeigt. Tabelle 3. Auswirkungen der GASP auf die
Regeneration der verletzten Axone
| FG-positive
Neuronen | Kontrollgruppe
(n = 5) | GASP-Behandlungsgruppe
(n = 5) | P* |
| unverletzte
(linken) Seite | 18,27 ± 0,97 | 16,99 ± 0,96 | >0,05 |
| verletzte
(rechten) Seite | 3,37 ± 0,38 | 9,75 ± 0,64 | |
| P** | <0,01 | <0,01 | <0,01 |
| FG%
*** | 17,89 ± 4,41 | 59,41 ± 3,47 | |
- *
- der p-Wert bezeichnet
den Vergleich zwischen der Kontroll- und der GASP-Behandlungsgruppe
- **
- der p-Wert bezeichnet
den Vergleich zwischen der Anzahl an Neuronen in der unverletzten
(linken) Seite und der verletzten (rechten) Seite innerhalb derselben
Gruppe
- ***
- FG% wurde als Prozentverhältnis der
Anzahl an FG-positiven Neuronen in der verletzten (rechten) Seite zu
der in der unverletzten (linken) Seite bestimmt.
-
FG
ist ein zurückgehender
fluoreszierender Tracer. Er wurde an der distalen Seite der Abschneide/Wiedernäh-Verletzung
injiziert, folglich war Detektion der FG-gelabelten Neuronen in
dem Rückenmarksbereich
ein Hinweis für
die Axonregeneration.
-
Wie
in Tabelle 3 und 6 gezeigt, war die Anzahl an
FG-gelabelten Neuronen in den unverletzten Stellen beider Gruppen ähnlich – im Gegensatz
zur Anzahl der FG-gelabelten Neuronen in den verletzten Seiten beider
Gruppen, die signifikant geringer war. Allerdings zeigten die FG-gelabelten
Neuronen in der verletzten Seite der GASP-Gruppe eine signifikant
größere Anzahl
als die in der verletzten Seite der Kontrollgruppe.
-
Basierend
auf dem Zählen
der FG-gelabelten Neuronen an den verletzten und den unverletzten
Seiten der Ischiasnerven kann die Regenerierungsrate (%) der Axone
durch Teilen der Anzahl der FG-gelabelten Neuronen an der verletzten
Seite des Ischiasnervs durch die Anzahl der FG-gelabelten Neuronen
an der unverletzten Seite des Ischiasnervs in demselben Tier bestimmt
werden. Gemäß dieser
Berechnung betrug die Regenerierungsrate der Axone bei der Kontrollgruppe
etwa 18% und bei der GASP-Behandlungsgruppe etwa 59%.
-
Schlußfolgerung:
-
Es
wurde gezeigt, dass die GASP beim Behandeln von Quetschungsverletzungen
des Rückenmarks, insbesondere
beim Fördern
der Regenerierung der Axone, wirksam waren.
-
Beispiel 4
-
Elektrophysiologische Wirkungen
der GASP auf die Regenerierung der verletzten Axone
-
Methode:
-
Die
Tiermodelle wurden wie in Beispiel 3 oben vorbereitet und behandelt.
-
Nach
sechs Wochen Behandlung mit oder ohne GASP wurden die Ratten anästhesiert
und die Ischias- und Suralnerven wurden freigelegt. Ein elektrischer
Stimulator wurde mesial zur reparierten Stelle befestigt und die
Aufzeichnungselektrode wurde an der distalen Seite angebracht. Nach
der elektrischen Stimulation wurde der sich entlang des Nervs bewegende
Impuls verfolgt und aufgezeichnet. Das gleiche Vorgehen wurde bei
der unverletzten Seite wiederholt. Die Transduktionsgeschwindigkeiten
der verletzten und unverletzten Ischiasnerven wurden bestimmt. Das
Verhältnis
der Transduktionsgeschwindigkeit der verletzten Seite zu der der
der unverletzten Seite wurde als Marker für die Axonregeneration verwendet.
Die Peak-zu-Peak-Werte
der elektrischen Impulse, die sich in den verletzten und unverletzten
Stellen entlang der Nerven bewegen, wurden bestimmt und als ein
Indikator für
die Axonregeneration verwendet.
-
Die
statistische Analyse wurde unter Verwendung des T-Tests durchgeführt.
-
Ergebnisse:
-
Die
Ergebnisse werden in Tabelle 4 und
7 gezeigt. Tabelle 4. Elektrophysiologische Auswirkungen
der GASP auf die Regenerierung der verletzten Axone
| Peak-zu-Peak-Wert[mV] | Kontrollgruppe
(n = 5) | GASP-Behandlungsgruppe
(n = 5) | P* |
| unverletzte
(linke) Seite | 14,44 ± 0,14 | 19,30 ± 0,15 | >0,05 |
| verletzte
(rechte) Seite | 0,74 ± 0,01 | 7,75 ± 0,09 | |
| P** | <0,01 | <0,01 | <0,01 |
| % | 5,13 ± 0,08 | 40,19 ± 0,51 | |
- *
- der p-Wert bezeichnet
den Vergleich zwischen der Kontroll- und der GASP-Behandlungsgruppe
- **
- der p-Wert bezeichnet
den Vergleich zwischen der Anzahl an Neuronen in der unverletzten
(linken) Seite und der verletzten (rechten) Seite innerhalb derselben
Gruppe
- ***
- "%" wurde
als das Prozentverhältnis
des in der verletzten (rechten) Seite gemessenen Peak-zu-Peak-Werts zu dem der
unverletzten (linken) Seite bestimmt.
-
Nachdem
der Ischiasnerv abgeschnitten wurde und seine äußeren Schichten zusammengenäht wurden,
war die Transduktion eines elektrischen Impulses entlang der Nerven über die
Stelle der Verletzung ein Hinweis für die Regeneration der Nervenaxone.
Wie in Tabelle 4 und 7(A) und (B) gezeigt, waren die Transduktionen der
elektrischen Impulse in den unverletzten Seiten beider Gruppen im
Hinblick auf die Peak-zu-Peak-Werte und die Transduktionsgeschwindigkeit ähnlich.
Allerdings hörte
die Transduktion einer elektrischen Stimulation in der verletzten
Seite der Kontrollgruppe fast vollständig auf (Tabelle 4, 7(C)). Im Vergleich dazu bewegte sich
etwa 40% der elektrischen Stimulation entlang des Ischiasnervs über die
Seite der Verletzung bei einer geringeren Geschwindigkeit an der
verletzten Seite der GASP-Behandlungsgruppe. Diese Ergebnisse deuteten
darauf hin, dass die GASP-Behandlung in Ratten bei 8 g/kg/Tag für 6 Wochen
zum Fördern
der Axonregenerierung, nachdem der Ischiasnerv abgeschnitten wurde
und die Außenschichten
wieder zusammengenäht
wurden, wirksam war.
-
Schlußfolgerung:
-
Es
wurde gezeigt, dass die GASP beim Fördern der Axonregenerierung
bei einer Rückenmarksverletzung
infolge von Quetschung wirksam waren.
-
Beispiel 5
-
Wirkungen der GASP auf die Regenerierung
der verletzten Axone
-
Methode:
-
Die
Tiermodelle wurden wie in Beispiel 3 oben beschrieben vorbereitet
und behandelt.
-
Nach
6 Wochen Behandlung mit oder ohne die GASP wurden die Wadenmuskeln
(Musculus peronaeus longus) sowohl von den verletzten als auch den
unverletzten Stellen jeder Ratte entfernt. Die isolierten Muskeln
wurden gewogen und protokolliert. Die Muskelatrophie der isolierten
Muskeln wurde bestimmt. Die isolierten Muskeln wurden dann mit Hämatoxylin
und Eosin (H&E
Farbe) zur Verwendung in histologischen Studien gefärbt .
-
Ergebnisse:
-
Es
wurde die markierte Muskelatrophie und die Gewichtsabnahme in den
Wadenmuskeln, die von der verletzten Seite der Kontrollgruppe isoliert
wurden, beobachtet. Wie in 8(A) gezeigt,
wies normales Wadenmuskelgewebe ein regelmäßiges, glattes und paralleles
Muster auf. Der Wadenmuskel der Kontrollgruppe (8(B))
wies merkliche Unregelmäßigkeit
auf, während
der Wadenmuskel der GASP-Behandlungsgruppe ( 8(C))
den größten Teil
des normalen Musters beibehielt. Dies legt nahe, dass die GASP die
Wirkungen des Erhaltens des Wadenmuskels nach der Nervenverletzung
aufwies.
-
Schlußfolgerung:
-
Es
wurde gezeigt, dass die GASP den Muskelerhalt nach einer Rückenmarks-Nervenverletzung
förderten.
-
Beispiel 6
-
Wirkungen der GASP auf die
Regeneration von Nervenfasern in den verletzten Axonen
-
Methode:
-
Die
Tiermodelle wurden wie in Beispiel 3 oben vorbereitet und behandelt.
-
Nach
6 Wochen Behandlung wurden die Ischiasnervenaxone sowohl von den
verletzten als auch von den unverletzten Seiten jeder Ratte entfernt.
Die isolierten Nervengewebe wurden fixiert, geschnitten und dann mit
Mallorys Farbe gefärbt.
-
Ergebnisse:
-
Wie
in 9 gezeigt, zeigt rote Farbe Nervenfaserregeneration
an, welche hauptsächlich
in dem Nervengewebe der GASP-Behandlungsgruppe
(9(B)) und merklich weniger in dem
der Kontrollgruppe (9(A)) gesehen
wurde. Dies deutet darauf hin, dass die GASP beim Fördern der
Nervenfaserregeneration in Ratten, nachdem der Ischiasnerv abgeschnitten
wurde, gefolgt vom Wieder-Nähen
der äußeren Schichten des
Ischiasnervs, wirksam war.
-
Schlußfolgerung:
-
Es
wurde gezeigt, dass die GASP beim Fördern der Nervenfaserregeneration
nach einer Nervenquetschungsverletzung wirksam waren.
-
Beispiel 7
-
Präparierung
des spinalen Halbschnitt-Tiermodells, BrdU-Injektion und GASP-Behandlung
-
Tier-Einteilung:
-
Sechsundzwanzig
(26) weibliche SD-Ratten (150–180
g) wurden vom Versuchstier-Zentrum der Sun Yat-sen Universität erworben.
Die Tiere wurden in drei Gruppen aufgeteilt: Die normale Kontrollgruppe
(2 Ratten), die verletzte Kontrollgruppe (12 Ratten: 2 Ratten in
der 1-Tagesgruppe, jeweils 5 Ratten in den 2-Wochen- und 4-Wochen-Gruppen)
und die verletzte Behandlungsgruppe (12 Ratten: 2 Ratten in der
1-Tagesgruppe, jeweils 5 Ratten in den den 2-Wochen- und 4-Wochen-Gruppen).
-
Vorbereitung des Tiermodells:
-
1%
Natriumpentobarbital (35–40
mg/kg) wurde intraperitoneal injiziert, um die Ratten in der verletzten Kontrollgruppe
und der verletzten Behandlungsgruppe zu anästhesieren. Die Haut auf dem
Rücken
der Ratten wurde an der Mittellinie aufgeschnitten. Der Thorax (T)
12 Spinalabschnitt wurde unter einem Operationsmikroskop freigelegt
und der Halbschnitt der rechten Seite des Rückenmarks wurde durchgeführt. Nach
der Operation wurde Penicillin intramuskulär injiziert.
-
BrdU-Injektion und -Behandlung:
-
Die
Tiere in allen drei Gruppen erhielten für 10 aufeinanderfolgende Tage
zweimal täglich
eine intraperitonale Injektion von BrdU (50 mg/kg). Nach der Rückenmarksverletzung
wurde den Tieren in der verletzten Behandlungsgruppe zweimal täglich eine
GASP-Lösung
von 8 g/kg/Tag über
den Magen verabreicht. Der verletzten Kontrollgruppe wurde eine
5%-Natriumcarboxycellulose-Lösung
(d. h. das Lösungsmittel
in der GASP-Lösung) über den
Magen verabreicht. Die GASP wurden von der Enhan Technology Holdings
International Co., Ltd. bereitgestellt. Herkömmlicherweise wird das Thymidin-Analogon
5-BrdU verwendet, um die DNA-Synthese und Zellproliferation zu untersuchen.
Es ist ein nichtradioaktives Molekül. Während der S-Phase (Synthese)
des Zellwachstums, wo der zelluläre
DNA-Gehalt sich zwischen den G1 und G2 Zellphasen verdoppelt, wird
BrdU in der DNA stöchiometrisch
durch Thymidin ersetzt. Eine Messung der aufgenommenen BrdU hängt mit
dem neuen DNA-Gehalt zusammen, d. h. mit dem Zustand oder der Position
der Zellen in der S-Phase. Folglich hängt die Detektion von BrdU-substituierter DNA
funktionell mit der Synthese von DNA während der S-Phase der Zellzyklen
zusammen.
-
Beispiel 8
-
Perfusion, Fixierung und Probennahme
-
Die
Tiere in den jeweiligen Gruppen wurden am 1. Tag, nach 2 Wochen
und nach 4 Wochen nach der Rückenmarksverletzung
durch eine intraperitonale Injektion von 1% Natriumpentobarbital
anästhesiert.
Der Brustkorb der anästhesierten
Tiere wurde geöffnet
und es wurde ein Katheter vom linken Ventrikel zur Aorta eingeführt. Zuerst
wurde das Tier schnell mit physiologischer Salzlösung durchströmt, dann
folgte die Perfusion mit 4% Paraformaldehyd in 0,1 M PBS (pH 7,4),
um das Gewebe der Tiere zu fixieren. Der T8-L1 Spinalabschnitt wurde
geerntet, in eine frische Fixierlösung gelegt und vier Stunden
fixiert und dann über
Nacht bei 4°C
in eine 30% Saccharose-Lösung gelegt.
Die T10, T11, T12, T13 und L1 Spinalabschnitte wurden fortlaufend
in Querschnitte in Scheiben von 30 μm Dicke gefrier-geschnitten.
-
Beispiel 9
-
Fluoreszenzimmunohistochemie
-
Die
Querschnittsschnitte der Rückenmärker wurden
zuerst dreimal mit 0,01 M PBS gespült, wobei das Spülen jedesmal
etwa 5 Minuten dauerte. Die Spinalschnitte wurden dann 30 Minuten
bei 37°C
in 2 N HCl, gefolgt von 0,1 M Natriumborat-Puffer (pH 8,3) für 15 Minuten
und 20,2% Triton X-100 Lösung
für 20
Minuten bei 37°C,
eingeweicht. Die Spinalschnitte wurden dann für 20 Minuten bei 37°C in normalem
Schafserum inkubiert.
-
Maus-anti-BRDU
Primärantikörper wurden
tropfenweise zugegeben, und die Spinalschnitte wurde weiter 2 Stunden
bei 37°C
inkubiert. Die Spinalschnitte wurden dreimal mit 0,01 M PBS gespült, wobei
das Spülen
jedesmal 5 Minuten dauerte. Dann wurde der byotinyllierte Sekundärantikörper tropfenweise
zugegeben, und die Spinalschnitte wurden 30 Minuten bei 37°C inkubiert.
Die Spinalschnitte wurden dreimal mit 0,01 M PBS gespült, wobei
das Spülen
jedesmal 5 Minuten dauerte. Die SABC-cys3 Fluoreszenzkomplex-Lösung wurde
tropfenweise zugegeben, und die Spinalschnitte wurden 30 Minuten
bei 37°C
inkubiert. Die Spinalschnitte wurden dreimal mit 0,01 M PBS gespült, wobei
das Spülen
jedesmal 5 Minuten dauerte. Als Negativ-Kontrolle wurde der Primärantikörper weggelassen
und durch PBS ersetzt. Der Rest der Vorgehensweisen waren die gleichen
wie oben beschrieben.
-
Nach
Abschluß des
BrdU-Färbens
wurden die Spinalschnitte jeder Ratte in 4 aufgeteilt, wobei jeder jeweils
mit den fluoreszierenden immunohistochmischen Farben Nestin (Nervenstammzellenmarker),
NF (Neuronenmarker), Oligodendrozytin (Oligodendrozyten-Marker)
und GFAP (Astrogliazellen-Marker) behandelt wird.
-
Die
Zahl der BrdU-positiven Zellen im Ependym des Zentralkanals der
quergeschnittenen Spinalschnitte wurde unter einem Fluoreszenzmikroskop
bei 10 × 20
Vergrößerung gezählt. Für jede Ratte
wurden zehn Spinalschnitte gezählt,
um die durchschnittliche Anzahl BrdU-positiver Zellen im Ependym
des Zentralkanals pro Spinalschnitt zu bestimmen. Die berechneten
Ergebnisse jeder Gruppe wurden als die durchschnittliche Anzahl
BrdU-positiver Zellen im Ependym des Zentralkanals ± Standardabweichung
ausgedrückt.
Der t-Test der durchschnittlichen Anzahl von zwei Proben wurde durchgeführt.
-
Ergebnisse der Beispiele 7–9:
-
1. Normales Ependym im Rückenmarkzentralkanal
-
In
den spinalen Querschnitten der Nacken- und Thoraxbereiche der normalen
Kontrollgruppe erschienen die ependymalen Zellen des Zentralkanals
als runder Umriß,
im lumbalen Bereich jedoch als ovaler Umriß. Zwecks Lokalisierung der
Proliferation der ependymalen Zellen wurden hauptsächlich BrdU-positive
Zellen im Ependym gezählt.
Dies war so, weil die meisten der BrdU-positiven Zellen am Ependym
lokalisiert waren (10). Nur wenige BrdU-positive
Zellen waren in der spinalen weißen Substanz und grauen Substanz
verteilt. Die Detektion der Nestin-Expression kann zur Bestimmung
der Zellauszahlen der neuronalen Stammzellen führen. Diese Ergebnisse deuten
darauf hin, dass sich nur eine geringe Anzahl an Nestin-positiven
Zellen im Ependym befinden.
-
2. Ependymzell-Proliferation und Nestin-Expression
im Rückenmarkzentralkanal
nach spinalem Halbschnitt
-
1
Tag nach der spinalen Verletzung verdickte sich die ependymale Zellschicht
des Zentralkanals. Nach spinalem Halbschnitt nahmen die BrdU-positiven
Zellen merklich zu (11), und in den verletzten Tieren
wurde eine größere Anzahl
BrdU-positiver Zellen als in den normalen Kontroll-Tieren beobachtet.
Währenddessen wurden
in der spinalen weißen
Substanz und grauen Substanz nach spinalem Halbschnitt mehr BrdU-positive Zellen
beobachtet als die in der normalen Kontrollgruppe gesehenen. Dieses
Phänomen
wurde auch in einigen spinalen Abschnitten nahe der verletzten Seite
beobachtet. Nach 2 Wochen nach der Rückenmarksverletzung war die
Anzahl BrdU-positiver Zellen im Ependym geringer als die am 1. Tag
nach spinaler Verletzung gesehenen, aber immer noch höher als die
der normalen Kontrollgruppe nach 2 Wochen. Währenddessen gab es mehr BrdU-positive
Zellen der Tiere in der verletzten Behandlungsgruppe als die in
der verletzten Kontrollgruppe. 4 Wochen nach der spinalen Verletzung
wurden im Ependym weniger BrdU-positive Zellen gesehen, aber deren
Anzahl war immer noch signifikant höher als die der normalen Kontrollgruppe.
Die Anzahl BrdU-positiver Zellen der verletzten Behandlungsgruppe
war höher
als die der verletzten Kontrollgruppe (Tabelle 1).
-
Folglich
wurden am 1. Tag, nach 2 Wochen und nach 4 Wochen nach der spinalen
Verletzung BrdU-positive Zellen im Ependym des Rückenmarkzentralkanals beobachtet.
Bei fortschreitender Zeit nahm die Anzahl BrdU-positiver Zellen
ab. Die BrdU-positiven Zellen existierten nicht nur im Ependym des
Zentralkanals, sondern auch in der spinalen weißen Substanz und der grauen
Substanz. Je näher
an der verletzten Stelle, desto mehr BrdU-positive Zellen gab es
im Ependym. Tabelle 5. Durchschnittliche Anzahl der
BrdU-positiven Zellen (x ± s)
im Ependym des Rückenmarkzentralkanals
4 Wochen nach spinalem Halbschnitt
| Gruppe | Anzahl
der Ratten | durchschnittliche
Anzahl BrdU-positiver Zellen |
| normale
Kontrolle | 2 | 18,17 ± 2,81 |
| verletzt/Kontrolle | 5 | 29,91 ± 3,68 |
| verletzt/Behandlung | 5 | 45,67 ± 3,62 |
- t-Test: Paarweiser Vergleich zwischen den
3 Gruppen, P < 0,05
-
Am
1. Tag nach dem spinalen Halbschnitt vermehrten sich die Nestin-positiven
Zellen im Ependym des Zentralkanals. Es gab auch Nestin-positive
Zellen in der spinalen weißen
Substanz und der grauen Substanz (12). Nach
2 Wochen und 4 Wochen nach der Rückenmarksverletzung
gab es nur eine geringe Anzahl Nestin-positiver Zellen im Ependym
des Zentralkanals, während
die meisten in der spinalen weißen
Substanz und in der grauen Substanz verteilt waren. In den spinalen
Abschnitten nahe der verletzten Stelle wies die weiße Substanz
ventral zum Halbschnitt der verletzten Stelle radiale Nestin-positive
Vorsprünge
auf. Auch Nestin-positive Zellkörper
und deren Vorsprünge
wurden in anderer weißer
Substanz gesehen (13).
-
Nach
2 Wochen und nach 4 Wochen nach der spinalen Verletzung verdickte
sich die ependymale Zellschicht des spinalen Zentralkanals der verletzten
Behandlungsgruppe, die mehr BrdU-positive Zellen als die der verletzten
Kontrollgruppe aufwies. Durch die Ergebnisse immunohistochemischer
Doppelfärbungen
mit BrdU und Nestin, BrdU und NF, BrdU und Oligodendrozytin und
BrdU und GFAP wurde herausgefunden, dass es im Ependym des Zentralkanals
keine positiven Zellen mit Doppelfärbungen gab. Allerdings gab
es in der spinalen weißen
Substanz der verletzten Behandlungsgruppe eine geringe Anzahl positiver
Zellen mit Doppelfärbungen
von BrdU und Nestin (14A und 14B), BrdU und NF (15A und 15B), BrdU und Oligondendrozytin (16A und 16B)
und BrdU und GFAP (17A und 17B).
-
Diskussion:
-
Die
obige Untersuchung bestätigte,
dass die ependymalen Zellen des Zentralkanals 1 Tag nach dem spinalen
Halbschnitt proliferierten, aber die Anzahl an proliferierten Zellen
mit fortschreitender Zeit abnahm. Je näher an der spinalen verletzten
Seite, desto mehr Proliferation der ependymalen Zellen gab es. Proliferierte Zellen
existierten nicht nur in den ependymalen Zellen des Zentralkanals,
sondern auch in der spinalen weißen Substanz und der grauen
Substanz. Währenddessen
exprimierten einige proliferierte Zellen Nestin, was darauf hinweist,
dass diese Zellen nicht in neuronale Stammzellen differenzierten.
Diese Befunde stimmten mit dem Bericht von Yammamoto et al., Exp.
Neurol., 2001; 172(1): 115–127) überein,
dass Nervenstammzellen nicht nur im Ependym des spinalen Zentralkanals
existierten, sondern auch in anderen Teilen des Rückenmarks.
Zudem war die Anzahl proliferierter Ependymalzellen des Zentralkanals
in Ratten der verletzten Behandlungsgruppe höher als die der verletzten
Kontrollgruppe, was darauf hindeutet, dass GASP die Wirkungen des
Förderns
der Zellproliferation der Ependymalzellen des Zentralkanals im verletzten
Rückenmark
aufweisen.
-
Die
Ergebnisse der vorliegenden Untersuchung bestätigten, dass eine kleine Anzahl
proliferierter Ependymalzellen nach der spinalen Verletzung in Nervenstammzellen,
nervenähnlichen
Zellen, Oligodendrozyten-ähnliche
Zellen und Astroglia-ähnliche
Zellen differenzieren, was möglicherweise
die Reparatur des verletzten Rückenmarks
einschloss.
-
Schlußfolgerung:
-
Die
GASP sind beim Fördern
der Proliferation und/oder Differenzierung von Nervenstammzellen
in Ratten, die eine spinale Rückenmarksverletzung
aufweisen, wirksam.
-
Während die
Erfindung durch Beispiele und im Hinblick auf die bevorzugten Ausführungsformen
beschrieben wurde, ist es verständlich,
dass die Erfindung nicht auf die offenbarten Ausführungsformen
begrenzt ist.