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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein verbessertes Verfahren zum Herstellen
von normalisierten und/oder subtrahierten cDNA's oder von cDNA-Bibliotheken.
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Die
vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Verbesserung
der Normalisierungs- und Subtraktionsschritte durch Entfernen unspezifisch
gebundener Hydride.
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Stand der
Technik
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Verfahren
zum Herstellen von cDNA-Bibliotheken sind in dem Stand der Technik
offenbart worden und sind gut bekannt. Beispielsweise sind diese
von Ederly I. et al. in Mol Cell Biol, 1995, 15: 3363–3371, von
Kato S. et al. in Gene, 1994, 150: 243–250 und von K. Maruyama et
al. in Gene, 1995, 138: 171–174
beschrieben worden.
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In
dem Stand der Technik beschreiben Carninci et al. in Genomics, 1996,
37: 327–336,
Carninci et al. in DNA Research, 1997, 4: 61–66 und Carninci und Hayashizaki
in Methods Enzymol, 1999, 303: 1–44 effiziente Verfahren zur
Herstellung von cDNA's.
Diese Verfahren, welche einen modifizierten "markierten Cap-Fänger" ("tapped
cap trapper") umfassen,
um nach dem Markieren der Cap-Struktur langsträngige, vollständig codierende
und/oder Volllängen-cDNA-Bibliotheken
zu selektieren, erlauben die Herstellung langer, vollständig codierender
und/oder von Volllängen-cDNA-Bibliotheken,
welche alle einer bestimmten codierenden Sequenz und ihre 3'- und 5'-untranslatierten
Bereiche (UTR's)
enthalten. Solche Bibliotheken sind insbesondere für Sequenzierprojekte
im großen
Maßstab
nützlich,
in denen die Gewinnung von langen, vollständig codierenden und/oder von
Volllängen-
(vollständig
codierenden/Volllängen)
Klonen aus verkürzten
Klonen (EST-Sequenzen) benötigt
wird.
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Allerdings
bringt die Herstellung von langen, vollständig codierenden/Volllängen-cDNA-Bibliotheken Probleme
mit sich. Die Herstellung von langen oder vollständig codierenden/Volllängen-cDNA
ist für
kurzsträngige
mRNA's effizienter
als für
langsträngige
mRNA's (Transkripte).
Des Weiteren ist das Klonieren und die Amplifikation für langsträngige cDNA's schwieriger als
für kurzsträngige cDNA's, welche ferner
Größenspannungen
einführen.
Der Einsatz von verkürzten
cDNA's zur Gewinnung
von zugehörigen
volllängigen
ist bei einer Menge im genomischen Maßstab unpraktikabel; allerdings
können
cDNA's in einer
Standardbibliothek entweder in deren langen, vollständig codierenden/Volllängen-Form oder in deren
verkürzten
Form kloniert sein, was folglich die Entdeckung wenigstens eines
EST für
jedes Gen unabhängig
von der Länge
begünstigt.
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Ein
anderes Problem betrifft die Natur zellulärer mRNA. mRNA kann auf Basis
der Expression in häufige
(oder reichliche), in mittlere und in seltene mRNA eingeteilt werden.
In einer typischen Zelle umfassen 5 bis 10 Arten an häufiger mRNA
wenigstens 20 Prozent der mRNA-Menge, umfassen 500 bis 2.000 Arten
an mittel exprimierter mRNA 40 bis 60 Prozent der mRNA-Menge und
umfassen 10.000 bis 20.000 Arten an selten exprimierter mRNA weniger
als 20 bis 40 Prozent der mRNA-Menge. Diese Durchschnittsverteilung
kann zwischen verschiedenen Gewebearten beträchtlich differieren und die
Anwesenheit zahlreicher hoch exprimierter Gene kann diese Verteilung
weiter verändern.
Das Sequenzieren von cDNA aus cDNA-Standardbibliotheken ist ineffektiv,
selten exprimierte Gene zu entdecken, weil die mittel und hoch exprimierte
cDNA letztlich im Überschuss
sequenziert wird.
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Sobald
die meisten mRNA's
der häufigen
und mittleren Häufigkeitsklassen
identifiziert worden sind, wird erwartet, dass die Redundanzgrade
60 übersteigen.
Folglich wurde die Verwendung eines Hybridisierungsnormalisierungsverfahrens
vorgeschlagen, um dieses Problem zu lösen. Das hinter der Normalisierung stehende
Prinzip ist es, die Häufigkeit
der häufigsten
Klone zu verringern, wohingegen die Häufigkeit der weniger häufigen cDNA's erhöht wird.
Verschiedene Verfahren der Normalisierung für die Herstellung von EST cDNA's werden von Soares
et al., 1994, Proc. Natl. Acad. Sci. 91: 9228–9232, der ein Normalisierungsverfahren
zur Herstellung von EST-Sequenzen offenbart hat, eingeführt. Dieses
Verfahren basiert auf der Reasoziierung von in amplifizierten Plasmidbibliotheken
klonierten Nukleinsäuren.
Allerdings sind amplifizierte Plasmidbibliotheken, welche einer
Normalisierung unterworfen worden sind, zur Herstellung von langsträngigen, vollständig codierenden/Volllängen cDNA's nicht geeignet.
Dies deshalb, weil mit Plasmidbibliotheken, bei denen kurzsträngige cDNA's effizient kloniert
werden, wobei die Klonierungseffizienz mit der Länge des Stranges abnimmt, eine
Klonierungsverzerrung verbunden ist. Tatsächlich muss die DNA bei Soares
et al., 1994, in ein Plasmid kloniert werden und dann zu Tester-Einzelstrang-DNA
umgewandelt werden. Die Ligation zu Plasmiden verringert die Stranglänge der
cDNA, welche gewonnen wird (d.h. es besteht eine Tendenz, dass lange Stränge von
cDNA verloren werden).
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Während einer
Bibliothekenamplifikation vor der Normalisierung differiert die
Leichtigkeit, mit der cDNA-Klone wachsen, des Weiteren abhängig von
der Plasmidlänge.
Daher besteht eine dahingehende Tendenz, dass langsträngige, vollständig codierende/Volllängen-Klone
nach einer Amplifikation der Bibliothek unterrepräsentiert
sind. In amplifizierten Plasmidbibliotheken wird die Gewinnung von
vollständig
codierenden/Volllängen-Klonen noch schwerer.
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In
anderer Literatur, wie beispielsweise Tanaka et al., 1996, Genomics,
35: 231–235,
werden Verfahren zur Herstellung von EST-Sequenzen offenbart, in
denen zunächst
mRNA an auf einer festen Matrix konjugiertem Oligo-dT angelagert
wird. Dieses Verfahren ist wegen dem mRNA-Abbau vor der cDNA Synthese nicht zum
Herstellen von normalisierten langsträngigen, vollständig codierenden/Volllängen cDNA's geeignet. Des Weiteren
ist die Hybridisierungsgeschwindigkeit von auf einer festen Phase
immobilisierten Nukleinsäuren langsamer
als die bei einer Lösungshybridisierung.
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Die
mit PCR und mit Normalisierungstechniken auf Basis fester Matrix
erzeugten Bibliotheken, welche in dem Stand der Technik bekannt
sind, weisen eine Sequenzredundanz auf, welche zu der von in EST-Projekten
eingesetzten, nicht normalisierten cDNA-Bibliotheken ähnlich ist.
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Ein
weiteres Problem besteht darin, dass es bei der Herstellung von
cDNA-Bibliotheken
oder -Enzyklopädien
(beispielsweise einer Säugetier-Volllängen-cDNA-Enzyklopädie) mit
dem Ziel des Sammelns wenigstens einer langsträngigen, vollständig codierenden/Volllängen-cDNA
für jedes
exprimierte Gen unabhängig von
der Gewebequelle nicht nur wünschenswert
ist, cDNA's zu entfernen,
welche in der Bibliothek häufig
vorliegen, sondern auch, cDNA's
zu entfernen, welche in vorherigen Bibliotheken bereits vorgekommen
sind, um so die Entdeckung von neuen langsträngigen, vollständig codierenden/Volllängen-cDNA's zu beschleunigen.
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Um
dieses Problem zu lösen,
sind Subtraktionshybridisierungsverfahren vorgeschlagen worden.
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Sagerstrom
et al., Annu. Rev. Biochem., 1997, 66: 751–83 gibt einen Überblick über die
in dem Stand der Technik bekannten Subtraktionsverfahren. Die Grundidee
der Subtraktion ist es, dass die Nukleinsäure, aus welcher man unterschiedlich
exprimierte Sequenzen (den Tracer oder Tester) isolieren will, mit
komplementärer
Nukleinsäure
(Driver) hybridisiert wird, von der man glaubt, dass diese keine
Zielsequenzen aufweist, und in welcher die Driver in viel höherer Konzentration
als die Tester vorliegen. Die Tester- und Driver-Nukleinsäurepopulationen
werden hybridisiert, wobei lediglich Sequenzen Hybride bilden, welche
gemeinsam in den beiden Populationen vorliegen. Nach der Hybridisierung
werden die Driver-Tester-Hybride und die nicht hybridisierten Driver
entfernt und die verbliebenen Nukleinsäuren können eingesetzt werden, um
eine Bibliothek herzustellen, welche reich an testerspezifischen
Klonen ist, oder, um Sonden herzustellen, welche eingesetzt werden
können,
um eine Bibliothek auf testerspezifische Klone zu screenen.
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Allerdings
sind mit den Subtraktionsverfahren ebenfalls einige Probleme verbunden,
welche für
die Normalisierung von mit auf PCR- und auf festen Matrizes basierenden
Technologien beschrieben worden sind. Diese sind für die Herstellung
von EST-Sequenzen geeignet, können
aber nicht eingesetzt werden, um langsträngige, vollständig codierende/Volllängen cDNA's herzustellen.
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Martin
et al., 2000, PNAS, Bd. 97, Nr. 8, S. 3789–3791 gibt eine Erklärung für Verfahren,
welche die Identifizierung exprimierter Gene einbeziehen, und vergleicht
die Vorzüge
von EST-Sequenzieren mit denen von Normalisierungs- und Subtraktionsverfahren.
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Bonaldo
et al., 1996, Genome Research, 6: 791–806 offenbart einen subtraktiven
Hybridisierungsansatz, welcher speziell angewendet wird, um die
Expression von Pools von bereits sequenzierten Klonen aus normalisierten
Bibliotheken, welche noch zu untersuchen sind, zu verringern.
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Diese
Normalisierungs- und Subtraktions-Technik (Bonaldo et al., 1996)
ist für
die Entdeckung von Genen in großem
Ausmaß bei
der EST-Forschung
einsetzbar, weist jedoch die bereits für den Stand der Technik angedeuteten
Nachteile auf (in amplifiziertes Plasmid klonierte cDNA, wie von
Soares et al., 1994 offenbart) und ist nicht für langsträngige und vollständig codierende/Volllängen cDNA-Inserts
geeignet.
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Insbesondere
variiert, wie zuvor ausgeführt,
während
der Amplifikation der Bibliothek vor den Normalisierungs- und Subtraktionsschritten
die Amplifikation von cDNA-Klonen abhängig von der Plasmidlänge, wobei
nach der Bulk-Amplifikation der Bibliothek lange Klone unterrepräsentiert
sind. Das heißt,
die relative Expression langstränger
cDNA-Klone nimmt ab, was derartiges Klonieren schwierig macht.
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Ein
weiteres Problem des von Bonaldo et al. offenbarten Normalisierungs- und Subtraktionsverfahrens ist,
dass sowohl die Normalisierungs- als auch die Subtraktionsschritte
eine Inkubation erfordern und ein Inkubationszeitraum insbesondere
das Aufbrechen von Plasmiden – größeren Plasmiden
(enthaltend langsträngige
cDNA's) verursacht.
Als eine Konsequenz der Normalisierungs- und Subtraktionsschritte
ist die Anzahl der resultierenden langen Klone sehr beschränkt oder
gleich null.
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Dies
bestätigt
ebenfalls die Ungeeignetheit dieses Verfahrens zur Herstellung von
normalisierten und subtrahierten langsträngigen, vollständig codierenden/Volllängen-cDNA's.
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Shibata
et al., 1998, Nippon Bunshi Scibutsu Gakkai Nenkai Program Kouen
Youshishuu, Bd. 1P-565, S. 322, schlagen vor, die Effizienz der
Gewinnung von Volllängen-cDNA
durch zufälliges
Sequenzieren und dann durch Auswählen
der Sequenzen unter Einsatz eines Verfahrens, welches die Subtraktions-
und Normalisierungsverfahren kombiniert, zu erhöhen, um cDNA-Bibliotheken mit
weniger häufigen
und weniger mittleren Sequenzen in den resultierenden Bibliotheken
zu erzeugen.
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Ein
mit den Normalisierungs- und/oder Subtraktionsverfahren verbundenes
Problem ist, dass sich aufgrund der komplementären Bindung von fehlerhaften
Sequenzen in diesen Schritten unspezifisch gebundene Tester/Driver-Hybride
bilden. Die Entfernung solcher Hybride würde zu der Entfernung von Tester
aus den Ziel-cDNA's
führen,
welche irrtümlich
als häufig
und/oder als bereits in anderen Bibliotheken sequenziert worden
zu sein betrachtet werden, welche aber in Realität nicht häufig sind und vorher nicht
sequenziert worden sind.
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Dementsprechend
ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die vielen Probleme
des Standes der Technik zu lösen,
und ein effizientes Verfahren zur Herstellung von normalisierten
und/oder subtrahierten langsträngigen
und vollständig
codierenden/Volllängen
cDNA-Bibliotheken
bereitzustellen.
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Zusammenfassung
der Erfindung
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Die
vorliegende Erfindung stellt ein Verfahren bereit, welches nicht
nur zur Normalisierung von cDNA geeignet ist, sondern ebenfalls
zum Subtrahieren von cDNA's
geeignet ist, welche bereits in anderen Bibliotheken erschienen
sind. Dementsprechend stellt die vorliegende Erfindung ein effizientes
Verfahren zur Herstellung von normalisierten und/oder subtrahierten
cDNA's, und zwar
vorzugsweise von langsträngiger und/oder
vollständig
codierender/Volllängen-cDNA
oder von cDNA-Bibliotheken, bereit. Basierend auf diesem Verfahren
werden die Probleme der auf PCR und fester Matrix basierenden Techniken
gelöst.
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Dementsprechend
betrifft eine Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung ein Verfahren zum Herstellen von normalisierter
und/oder subtrahierter cDNA.
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Dieses
Verfahren umfasst die folgenden Schritte:
- I)
Herstellen unklonierter Tester-cDNA, vorzugsweise einer Tester-cDNA,
welche nicht in Plasmid kloniert ist;
- II) Herstellen von Driver-Polynukleotiden zur Normalisierung
und/oder zur Subtraktion;
- III) Normalisieren und/oder Subtrahieren (ein, zwei oder mehr
Schritte), Entfernen der Tester/Driver-Hybride, welche durch die
Normalisierung und/oder die Subtraktion erhalten worden sind, und
Entfernen der nicht hybridisierten Driver-Polynukleotide sowie
- IV) Gewinnen der normalisierten und/oder subtrahierten cDNA.
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Die
Tester-DNA von Schritt I) ist vorzugsweise langsträngige, vollständig codierende/Volllängen-cDNA.
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Des
Weiteren kann das Verfahren gemäß der vorliegenden
Erfindung einen Schritt V) des Herstellens einer Zweitstrang-cDNA,
welche zu der normalisierten und/oder subtrahierten cDNA komplementär ist, sowie des
Klonierens der Doppelstrang-cDNA, welche gewonnen wird, umfassen.
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Gemäß einer
anderen Ausführungsform
betrifft die vorliegende Erfindung ein Verfahren zum Herstellen
von cDNA, vorzugsweise von langsträngiger, vollständig codierender/Volllängen cDNA,
wobei die Normalisierungs- und Subtraktions-Driver miteinander vermischt
werden, und wobei die Normalisierung und die Subtraktion in einem
einzigen Schritt (Normalisierung/Subtraktion) durchgeführt wird.
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Gemäß einer
bevorzugten Ausführungsform
wird ein Verfahren zum Verbessern der Normalisierung und/oder der
Subtraktion durch Entfernen von RNA (Driver), welche unspezifisch
an cDNA (Tester) gebunden ist, durch Behandeln des unspezifisch
bindenden RNA/DNA-Hybrids mit einem Enzym, welches Einzelstrangstellen
in Driver-RNA abtrennen kann, bereitgestellt. Dieses Enzym kann
eine Nuklease, insbesondere eine Ribonuklease sein, welche Einzelstrang-RNA
oder eine Mischung hiervon schneiden kann. Vorzugsweise kann RNase
I (auch als RNase 1 bezeichnet) eingesetzt werden.
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Diese
Behandlung erlaubt das Schneiden in RNA, welche als ein Ergebnis
unspezifischen Bindens teilweise einzelsträngig geworden ist, und folglich
das selektive Entfernen nicht spezifisch gebundener RNA/DNA-Hybride
in jeder Art von nicht spezifisch gebundenem RNA/DNA-Hybrid.
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Dementsprechend
wird ein Verfahren zum Herstellen einzelsträngiger und/oder doppelsträngiger cDNA
durch Behandeln nicht spezifisch gebundener RNA/DNA-Hybride mit
einem Enzym, welches Einzelstrang-RNA schneiden kann (Stellen in
RNA, welche teilweise einzelsträngig
geworden ist, schneiden kann), durch Entfernen der geschnittenen
RNA und durch Gewinnen der cDNA bereitgestellt.
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Die
durch jedes der Verfahren gemäß der vorliegenden
Erfindung hergestellte normalisierte und/oder subtrahierte cDNA
kann einzelsträngige
oder doppelsträngige
cDNA sein.
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Kurze Beschreibung
der Zeichnungen
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1 ist
ein Schema eines geeigneten Protokolls zur Herstellung normalisierter
und/oder subtrahierter cDNA. A) Ein allgemeines Schema zur Herstellung
einzelsträngiger
langsträngiger,
vollständig
codierender/Volllängen-cDNA;
B) Darstellung einer Population von unterschiedlichen Tester-cDNA's; C) normalisierende
Driver (zelluläre
mRNA) und subtrahierende Driver ("run-off" Transkripte); D) Hybridisierung; E)
seltene/neue cDNA's
werden zur Herstellung einer Zweitstrang-cDNA eingesetzt (normalisierte/subtrahierte
cDNA Bibliothek); F) häufige
cDNA's/unerwünschte cDNA's werden entfernt
und können
für die
Herstellung von Minibibliotheken eingesetzt werden, um Subtraktion
umzusetzen.
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2 zeigt
(auf der rechten Seite der Zeichnung) die Verwendung von RNase I,
welche unspezifisch an cDNA (Tester) gebundene RNA (Driver) erkennen
und schneiden kann. Mit diesem Verfahren werden neue und/oder seltene
cDNA's gewonnen.
Wie auf der linken Seite der Figur gezeigt, wird der neue und/oder
seltene Tester, welcher nicht spezifisch an den Driver gebunden
ist, durch Partikel eingefangen und entfernt, wenn keine RNase I
Behandlung durchgeführt
wird.
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3 zeigt
auf der rechten Seite ein Elektrophoresemuster von in einem einzigen
Schritt durchgeführter
Normalisierung/Subtraktion von Pankreas-cDNA verglichen mit einem
Lauf von Pankreas-cDNA, welche nicht normalisiert/subtrahiert worden
ist. Dieses Beispiel der Normalisierung/Subtraktion zeigt ein visuelles
Bild der Entfernung von sehr häufigen
Volllängen-cDNA's, welche in dem
Beispiel von cDNA, welche nicht normalisiert/subtrahiert worden
ist (angezeigt durch Pfeile), sichtbar sind.
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4 zeigt
die Ergebnisse einer Plaque-Hybridisierung von Kopien für die Gene
EF-1 alpha, Carbonylreduktase und Uteroglobin enthaltend eine Standardlängen (nicht
normalisiert und nicht subtrahiert)-cDNA Bibliothek (links) oder
eine normalisierte Längen
cDNA-Bibliothek (rechts). Auf der rechten Seite (normalisiert) zeigt
der Pfeil die Plaques an, welche gezählt worden sind. Die Anzahl
der Plaques (Klone), welche für
die normalisierte Bibliothek gezählt
worden sind, ist beträchtlich
niedriger als die für
die Standardbibliothek.
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5 zeigt
Ergebnisse, in denen die Erhöhung
in der Sequenzredundanz (oder die Abnahme in der Entdeckung neuer Gene)
in Standard cDNA-Bibliotheken (-000 Bibliotheken) stark ansteigt;
aber in normalisierten/subtrahierten Volllängen-cDNA-Bibliotheken (-100
Bibliotheken) ist der Anstieg in der Redundanz vergleichsweise gering.
Neue Gene (Prozent) sind innerhalb einer gegebenen cDNA-Bibliothek
als Einzelstücke (Prozent)
dargestellt.
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6 zeigt
eine Elektrophoreseverfahrenuntersuchung zum Evaluieren der Wirksamkeit
des Entfernens eines gefangenen Drivers/Testers unter Einsatz des
auf der vorliegenden Erfindung basierenden Subtraktionsverfahrens.
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Lediglich
ein Klon (cDNA) Tester wurde eingesetzt und dieser wurde mit einem
mit derselben cDNA hergestellten Driver subtrahiert.
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Die
Spuren 1 bis 3 zeigen subtrahierte cDNA, wenn eine Biotinylierung
auf Eis durchgeführt
wurde, und die Spuren 4 bis 6 zeigen subtrahierte cDNA, wenn eine
Biotinylierung bei Raumtemperatur (RT) durchgeführt wurde. Die Spuren 7 bis
9 enthalten Tester und Driver ohne Partikelbehandlung (daher nicht
entfernt) bei 100 Prozent, 10 Prozent bzw. 2 Prozent.
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Die
Spur 9 zeigt, dass eine Menge von 2 Prozent, selbst wenn gering,
immer noch sichtbar ist. In den Spuren 1 bis 6 ist kein Tester/Driver-Hybrid
sichtbar, was zeigt, dass die Subtraktion nahezu 100 Prozent betrug.
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Detaillierte
Beschreibung der Erfindung
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Gemäß einer
Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung wird ein effizientes Verfahren zur Herstellung
von normalisierter und/oder subtrahier ter cDNA oder von cDNA-Bibliotheken,
vorzugsweise von langen und/oder vollständig codierenden/Volllängen cDNA-Bibliotheken,
durch Herstellen unklonierter cDNA als Tester bereitgestellt. Die
unklonierte Tester-cDNA kann cDNA sein, welche nicht in Plasmid
kloniert worden ist.
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Dieses
Verfahren benötigt
keinen PCR-Klonierungsschritt und nicht die Bindung von Oligo-dT
an feste Matrix vor dem/den Normalisierungs- und/oder Subtraktions-Schritt(en) (ein,
zwei oder mehr Schritte). Als Ergebnis werden lange und/oder vollständig codierende/Volllängen-cDNA's gewonnen.
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Dementsprechend
kann das Verfahren gemäß der vorliegenden
Erfindung lediglich den Normalisierungsschritt, lediglich den Subtraktionsschritt,
sowohl den Normalisierungsschritt als auch den Subtraktionsschritt
in jeder Reihenfolge oder eine in einem einzigen Schritt durchgeführte Normalisierung
und Subtraktion umfassen.
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Diese
normalisierten und/oder subtrahierten cDNA's werden behandelt, um, wenn diese einzelsträngig sind,
einen komplementären
Zweitstrang zu synthetisieren, und werden schließlich kloniert.
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Dementsprechend
umfasst dieses Verfahren die folgenden Schritte:
- I)
Herstellen einer nicht klonierten cDNA (Tester);
- II) Herstellen von Polynukleotid (Driver) für die Normalisierung und/oder
die Subtraktion;
- III) Durchführen
des/der Normalisierungs- und/oder Subtraktionsschritte) (ein, zwei
oder mehr Schritte) und Entfernen der durch die Normalisierung und/oder
die Subtraktion gewon nenen Tester/Driver-Hybride und der nicht hybridisierten
Driver-Polynukleotide sowie
- IV) Gewinnen normalisierter und/oder subtrahierter cDNA (seltene
und/oder neue cDNA's),
wobei die Normalisierungsdriver aus demselben Gewebe erhaltene RNA
oder DNA sind oder aus Nukleinsäuren
desselben Ursprung wie die Tester-cDNA bestehen,
dadurch
gekennzeichnet, dass in dem Schritt (III) vor der Entfernung der
Tester-Driver-Hybride und der nicht hybridisierten Driver-Polynukleotide die
an einzelsträngige
Tester-cDNA gebundene Einzelstrang-RNA oder DNA-Driver in einer
nicht spezifischen Weise geschnitten werden und die resultierende
geschnittene einzelsträngige
Driver-RNA oder -DNA entfernt wird.
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Wenn
die Tester-cDNA einzelsträngig
ist, umfasst das Verfahren gemäß der vorliegenden
Erfindung des Weiteren einen Schritt V): Herstellen des cDNA-Zweitstranges
und Klonieren.
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Die
vorgenannten Schritte I) bis V) können, wenn zweckmäßig, mehrere
Male (zweimal, dreimal, etc.) wiederholt werden.
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Die
nicht klonierte Tester-cDNA von Schritt I) kann nicht in Plasmid
codierte cDNA sein. Die Tester-cDNA von Schritt I) kann ein reverses
Transkript von mRNA in der Form einer nicht klonierten cDNA sein.
Die nicht klonierte cDNA von Schritt I) ist vorzugsweise eine lange
und/oder eine vollständig
codierende/Volllängen Tester-cDNA.
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Für die Zwecke
der vorliegenden Erfindung wird der Begriff "Volllängen-cDNA" eingesetzt,
um 5'- und 3'-UTR-Sequenzen und
T-Primer Oligonukleotide (welche zu poly-A enthaltender mRNA komplementär sind) zu bezeichnen. "Vollständig codierende
cDNA" bedeutet eine
cDNA-Sequenz, welche wenigstens ein Startcodon sowie ein Stoppcodon
umfasst. Unter "langsträngiger cDNA" wird eine cDNA-Sequenz
verstanden, welche nahezu vollständig
codierend und/oder volllängig
ist, der aber an dem 3'-Ende
(korrespondierend zu dem 5'-Ende
von mRNA) oder an dem 5'-Ende
eine oder mehrere Basen fehlen, wenn ein cDNA-Strang komplementär zu cDNA,
welche komplementär
zu mRNA ist (das heißt,
cDNA mit derselben Richtung wie das Gen), betrachtet wird. Dieser
frühe Stopp
(vor dem Erreichen des 5'-Endes)
kann durch die Bildung einer Sekundärstruktur in der mRNA an der
Cap-Struktur verursacht sein, was die Synthese von cDNA verhindert.
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Die
Tester-cDNA gemäß der vorliegenden
Erfindung kann einzel- oder doppelsträngig sein. In dem Fall von
Doppelstrang wird diese gemäß der in
dem Stand der Technik bekannten Techniken, um eine Dissoziation
von Doppelstrang-cDNA in Einzelstrang zu ermöglichen, und in der Gegenwart
von Driver-RNA, um die Bildung von cDNA/RNA-Hybrid zu erlauben,
behandelt. Ein Beispiel dieser Technik umfasst das Vermischen der
Tester-Doppelstrang-cDNA
und der Driver-RNA in der Gegenwart von Formamid bei einer Konzentration von
mehr als 50 %, vorzugsweise 80 %, bei einer Temperatur von 40 °C bis 60 °C, vorzugsweise
50 °C, in einem
gewöhnlichen
Hybridisierungspuffer.
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Die
Tester-cDNA von Schritt I) kann durch jedes in dem Stand der Technik
zur cDNA Herstellung bekannte Verfahren hergestellt werden, vorzugsweise
durch jedes Verfahren zur Herstellung von langsträngigen und/oder
vollständig
codierenden und Volllängen-cDNA's. Beispiele sind
Ederly et al., Kato et al. sowie Maruyama et al. (die Oligofangmethode).
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Insbesondere
ist das Oligofangverfahren ein Verfahren, bei dem Phosphorsäureester
unvollständiger cDNA's ohne 5'-Cap's mit alkalischer
Phosphatase entfernt werden und dann alle cDNA's mit Tabaksäure-Pyrophosphatase (TAP), welche als Entcapenyzm
eingesetzt wird, behandelt werden, so dass lediglich Volllängen-cDNA's Phosphate aufweisen.
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Vorzugsweise
wird ein Verfahren eingesetzt, welches die von Carninci et al.,
1996, Genomics 37: 327–336
und die von Carninci und Hayashizaki, 1999, Methods Enzymol., 303:
1–44 beschriebene
Cap-Markierungstechnik verwendet.
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Ein
Beispiel dieses Verfahrens ist schematisch in dem Abschnitt A der 1 dargestellt.
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mRNA
wird aus Gewebe isoliert und RNA-DNA-Hybride werden ausgehend von
Primern, wie beispielsweise Oligo-dT oder zufälligen oder spezifischen Primeradaptern,
durch reverse Transkriptase unter Einsatz von mRNA als Matrize ("Template") hergestellt. Ein
Markierungsmolekül
wird dann chemisch an die Diolstruktur der 5'-Cap (7MeGpppN)-Stelle der das Hybrid bildenden mRNA
gebunden. Schließlich
werden RNA-DNA-Hybride, welche eine DNA korrespondierend zu langer,
vollständig
codierender/Volllängen-mRNA tragen, von
den Hybriden, welche Markierungsmoleküle tragen, durch Binden der
Markierungsmoleküle
abgetrennt.
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Markierungsmoleküle, welche
nach der Bildung der RNA-DNA-Hybride an den Cap gebunden sind, sind
insbesondere vorteilhaft, weil die Hybridstruktur von RNA-DNA die
chemische Hydrolyse von mRNA während
der für
das Markieren von mRNA's
mit Markierungsmolekülen
notwendigen Aldehydbildung aus der Diolstruktur vermeiden kann.
Als ein Ergebnis hiervon wird die Effizienz der vollständig codierenden/Volllängen cDNA-Synthese erhöht.
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Die
Markierungsmoleküle
können
beispielsweise durch eine ringöffnende
Oxidationsreaktion der 5'-Cap-Stellen-Diolstruktur
mit einem Oxidationsmittel, wie beispielsweise Natriumperiodat,
um ein Dialdehyd zu bilden, und nachfolgende Reaktion des Dialdehyds
mit einem ein Hydrazinende aufweisenden Markierungsmolekül an die
5'-Cap-Stelle gebunden
werden.
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Beispiele
für Markierungsmoleküle mit Hydrazinenden
sind Biotin, Avidin und Streptavidin sowie Digoxygeninmoleküle mit Hydrazinenden.
Ein Molekül,
welches eine Reaktionsspezifität
zeigt, wie Antigene und Antikörper,
kann ebenfalls als Markierungsmolekül eingesetzt werden. Das Markierungsmolekül, welches
als Anhängermolekül eingesetzt
wird, ist nicht spezifisch beschränkt.
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Dementsprechend
umfasst die zur Umsetzung der auf der vorliegenden Erfindung basierenden
Verfahren eingesetzte Herstellung von cDNA die Schritte:
- (1) Synthetisieren eines ersten Stranges von
cDNA durch reverse Transkriptase unter Bildung eines mRNA/cDNA-Hybrids,
- (2) chemisches Binden eines Markierungsmoleküls an die Diolstruktur der
5'-Cap (7MeGpppN)-Stelle
der das Hybrid bildenden mRNA,
- (3) Einfangen langer, vollständig
codierender und volllängiger
cDNA-Hybride sowie
- (4) Entfernen einzelsträngiger
mRNA durch Schneiden mit einem Enzym (vorzugsweise mit RNase H),
welches Einzelstrang-mRNA
schneiden kann, oder durch Einsatz einer Base (vorzugsweise von
NaOH).
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Ein
spezifischeres Beispiel eines Verfahrens zur Herstellung von cDNA
umfassend die Schritte (1) Synthetisieren von Erststrang-cDNA bis
(7) Synthetisieren von doppelsträngiger
vollständig
codierender/Volllängen-cDNA (mit beispielsweise
Biotin als Markierungsmolekül)
ist wie folgt:
- (1) Synthese von Erststrang-cDNA
(Synthese eines RNA-DNA-Hybrids),
- (2) Biotinylierung einer mRNA des RNA-DNA-Hybrids,
- (3) Ribonuklease I (RNase I)-Verdau,
- (4) Einfangen eines vollständig
codierenden/Volllängen
cDNA-Hybrids (mit
Avidin oder Streptavidin-Partikeln),
- (5) Entfernen von Hybrid-RNA (RNase H-Verdau),
- (6) Hinzufügen
eines G-Endes durch terminale Deoxynukleotidyltransferase sowie
- (7) Herstellung eines Zweitstranges (doppelsträngige vollständig codierende/Volllängen-cDNA),
welcher mit Oligo-C geprimt ist.
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Alternativ
dazu kann der Schritt (5) mit einer Base (vorzugsweise mit NaOH)
durchgeführt
werden. Die in Schritt (6) hergestellte cDNA kann für den Zweck
der vorliegenden Erfindung als Tester-cDNA eingesetzt werden. Nach
der Normalisierung und/oder der Subtraktion kann der Schritt (7)
durchgeführt
werden. Die durch das Verfahren von Schritt I) erhaltene cDNA besteht
aus mehreren Populationen von cDNA, nämlich häufiger (oder hoch exprimierter
oder Klasse I) cDNA, mittlerer (oder Klasse II) cDNA und seltener
cDNA (Klasse III), wie in dem Abschnitt B der 1 gezeigt
(mittlere und häufige
sind in Abschnitt B zusammen als häufig dargestellt). Einige dieser
cDNA's müssen so
betrachtet werden, dass diese kürzlich
in anderen Bibliotheken gesammelt worden sind, und diese sind in
dem Abschnitt B als zuvor gesammelte cDNA dargestellt. Die cDNA's, welche erhalten
worden sind, sind in dem Abschnitt B als "Tester" dargestellt.
-
In
dem Schritt II) werden "Driver" für die Normalisierung
und/oder die Subtraktion hergestellt.
-
Normalisierungs-Driver
sind RNA oder DNA, welche aus demselben Gewebe wie die Population und/oder
aus derselben Population, welche man beabsichtigt, zu entfernen,
erhalten werden.
-
Die
Normalisierugns-Driver können
beispielsweise zelluläre
mRNA's derselben
Bibliothek sein, das heißt
Teilmengen der anfänglich
zur Herstellung der cDNA-Bibliothek eingesetzten mRNA's (Ausgangsmaterial
mRNA). Normalisierungs-Driver können
ebenfalls aus derselben Bibliothek erhaltene cDNA sein, welche man
beabsichtigt, zu normalisieren. In diesem Fall müssen aus der cDNA-Bibliothek,
beispielsweise durch PCR, einzelsträngige cDNA's hergestellt werden.
-
Die
Subtraktions-Driver sind aus einem anderen Gewebe, von dem man beabsichtigt,
zu substrahieren, erhaltene RNA oder DNA oder RNA oder DNA, welche
aus demselben oder einem unterschiedlichen Stamm (System), von dem
man beabsichtigt, zu subtrahieren, erhalten worden ist, oder welche
aus demselben, zu einer anderen Population als der Population, welche
man eliminieren will, gehörenden
Gewebe erhalten worden ist.
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In
dem Subtraktionsschritt kann in vitro transkribierte RNA aus einer
DNA-Bibliothek, vorzugsweise Klone aus unterschiedlichen Gewebe
oder aus demselben, aber einer unterschiedlichen Population angehörenden Gewebe
und mit dem Cap-Einfangverfahren hergestellt, eingesetzt werden.
Allerdings können
für den Zweck
der vorliegenden Erfindung mit jedem in dem Stand der Technik bekannten
Verfahren, beispielsweise dem von Sagerstrom et al., 1997, Annu.
Rev. Biochem., 66: 751–83,
hergestellte Substraktions-Driver eingesetzt werden.
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Beispielsweise
können
die Subtraktions-Driver "run-off"-Transkripte aus
Minibibliotheken sein, welche exprimierte Gene, umgeordnete Klone
und in einigen Fällen
(aber nicht notwendigerweise) vorher sequenzierte cDNA's enthält.
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Subtraktions-"run-off"-Transkripte werden
durch RNA-Polymerase (beispielsweise T7, T3, SP6 oder K11 RNA-Polymerase)
aus DNA-Matrizen erhalten, welche geeignete Promotoren tragen, wie
beispielsweise eine DNA-Sequenz flankiert mit Promotoren, Plasmiden,
Phagen und Analoga hiervon. In dem Fall von Plasmiden können die
Substraktionstranskripte durch Amplifizieren der cDNA-Bibliothek
oder einer umgeordneten Bibliothek mit einer festen oder flüssigen Phase
hergestellt werden. Vorzugsweise können die Subtraktionstranskripte
durch Überführen von
aus Platten mit Vertiefungen (beispielsweise Platten mit 384 Vertiefungen bzw.
384- well Platten)
erhaltenen Kolonien auf LB+ Ampicillin-Agar-Platten, Wachsen derselben
bei einer Temperatur zwischen 30 °C
und 37 °C
und nachfolgendes Übernachtwachstum
sowie Sammeln der Kolonien für die
Verwendung bei der Plasmidherstellung in großem Maßstab hergestellt werden.
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DNA
kann ebenfalls für
Subtraktions-Driver eingesetzt werden. In diesem Fall kann aus,
aus unterschiedlichen Geweben oder aus demselben, aber zu einer
anderen DNA-Population gehörenden
Gewebe, erhaltenen Klonen isolierte Einzelstrang-DNA eingesetzt
werden.
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Minibibliotheken
sind ein Teil der Klone des Ausgangsgewebes oder anderer Gewebe
enthaltende Bibliotheken.
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Ein
schematisches Beispiel der Herstellung von Drivern für die Normalisierung
und/oder für
die Subtraktion ist in dem Abschnitt C der 1 dargestellt.
Allerdings umfassen die auf der vorliegenden Erfindung basierenden
Verfahren lediglich den Normalisierungsschritt, lediglich den Subtraktionsschritt,
die Normalisierungs- und Subtraktionsschritte in jeder beliebigen
Reihenfolge oder die Normalisierung/Subtraktion in einem einzigen
Schritt. Diese Driver können
mit einem Markierungsmolekül
verbunden sein. Dieses (erste) Markierungsmolekül kann jedes Molekül sein,
das an die Driver binden kann oder sich an die Driver anhängen kann, und
welches ferner an eine Matrix binden kann, was die Entfernung des
Drivers erlaubt. Das Markierungsmolekül kann auch ein zweites Markierungsmolekül binden,
welches dasselbe wie das erste Markierungsmolekül oder ein anderes Molekül sein kann,
wobei das zweite Markierungsmolekül sich an eine Matrix oder
an ein weiteres Markierungsmolekül
binden kann. Bevorzugte Markierungsmolekül sind Biotin, Avidin, Streptavidin,
Digoxygenin oder jeder Antikörper
hierfür,
vorzugsweise ein Antibiotin, ein Antiavidin, ein Antistreptavidin
oder ein Antidigoxygenin-Antikörper,
oder jeder Antigen-Antikörper
hiervon. Allerdings sind die Anhängermoleküle nicht
auf diese Substanzen beschränkt.
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Die
Schritte IIII) und IV) können
abhängig
davon, ob die Normalisierungs- und
die Subtraktionsschritte aufeinanderfolgend oder in einem einzelnen
Schritt durchgeführt
werden, in unterschiedlicher Reihenfolge ausgeführt werden.
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Gemäß einem
ersten Ansatz wird der Normalisierungsschritt (III) durch Vermischen
mit Normalisierungsdrivern gefolgt von der Entfernung der Hybride
und der Gewinnung der normalisierten Einzelstrang-cDNA's (Schritt IV) durchgeführt. Anschließend werden
diese Einzelstrang-cDNA's
mit subtraktiven Drivern vermischt (Schritt III), werden die Hybride
entfernt und werden die (normalisierten und) subtrahierten Einzelstrang-cDNA's gewonnen (Schritt
IV). Die Einzelstrang-cDNA's,
welche gewonnen werden, bestehen, wie in dem Abschnitt D der 1 beispielhaft
dargestellt, aus seltenen und neuen cDNA's. Die Normalisierungs- und die Subtraktionsschritte
können
auch in umgekehrter Reihenfolge durchgeführt werden.
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Gemäß einem
anderen Ansatz werden die in Schritt II) hergestellten Normalisierungsdriver
und die subtraktiven Driver miteinander vermischt, wobei in Schritt
III) ein einziger Normalisierungs-/Subtraktionsschritt durchgeführt wird.
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Die
Durchführung
der Normalisierung/Subtraktion in einem einzelnen Schritt bietet
den Vorteil, dass lediglich ein Inkubationsschritt (anstelle von
zwei) durchgeführt
wird. Das Durchführen
der Normalisierung und der Subtraktion in zwei unterschiedlichen
Schritten ist mit dem Problem verbunden, dass zwei Inkubationsschritte
durchgeführt
werden und bei jedem Inkubationsschritt die Tendenz besteht, dass
die Anzahl von langen und/oder vollständig codierenden/Volllängen-cDNA's verringert wird.
Folglich ist das Durchführen
eines einzelnen Inkubationsschrittes vorteilhaft.
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Allerdings
kann der Normalisierungs- und/oder der Subtraktionsschritt und kann
der einzelne Normalisierungs-/Subtraktionsschritt, falls erforderlich,
vor der endgültigen
Gewinnung der seltenen neuen cDNA's und der Synthese der Zweitstrang-cDNA
wiederholt werden.
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Die
vorliegende Erfindung offenbart ein Verfahren zur Herstellung von
normalisierter und subtrahierter cDNA umfassend die Schritte I)
Herstellen einer Tester-cDNA, welche gemäß einer ersten Ausführungsform der
vorliegenden Erfindung unkloniert sein kann, aber nicht darauf beschränkt ist,
II) Herstellen von Polynukleotid-Normalisierungsdriver und Polynukleotid-Subtraktionsdriver
(Normalisierungs/Subtraktions-Driver), III) Durchführen der
Normalisierung und der Subtraktion in einem einzigen Schritt durch
Vermischen des Testers und der Normalisierungs-/Subtraktionsdriver miteinander sowie
IV) Gewinnen der normalisierten und subtrahierten cDNA.
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Dieses
Verfahren schließt
den Schritt der Zugabe eines Enzyms ein, welches einzelsträngige Driver-RNA,
welche nicht spezifisch an Einzelstrang gebunden ist, schneiden
kann, beispielsweise unter Verwendung von RNase I und Entfernen
der geschnittenen einzelsträngigen
Driver-RNA. Dieser Schritt der Zugabe von RNase 1 oder anderem Enzym,
welches einsträngige
RNA schneiden kann, wird später
im Detail beschrieben.
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Die
Herstellung von Normalisierungs- und/oder subtraktiven Drivern,
der/die Hybridisierungsschritt(e) (ein oder mehrere) sowie die Entfernung
von "uninteressierenden
cDNA's", d.h. der bei den
Normalisierungs- und/oder
Subtraktionsschritten hergestellten Hybride und einzelne Driver
(Driver, welche keine Hybride bilden), können durch jede in dem Stand
der Technik bekannte Technik durchgeführt werden. Beispielsweise können diese
wie von Bonaldo et al. 1996 und von Sagerstrom et al. 1997, Annu.
Rev. Biochem., 66: 751–783 (gemäß Seite
765; ebenfalls Tabelle 1) durchgeführt werden.
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Als
ein spezifisches Beispiel kann die von Barr F.G. und Beverly S.
Emanuel, 1990, Analytical Biochemistry, 186: 369–373 oder von Hazel L. Sive
und Tom St. John, 1988, Nucleic Acids Research, Bd. 16, Nummer 22,
Seite 10.937 beschriebene Hybridisierungstechnik, welche photoaktiviertes
Biotin, Streptavidinbinden und organische Extraktion einbezieht,
eingesetzt werden.
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Allerdings
können
die in dem Stand der Technik bekannten Techniken, wie beispielsweise
die von Sagerstrom et al. 1997 beschriebene, eingesetzt werden.
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Nach
der Normalisierung und/oder der Subtraktion werden die Tester/Driver-Hybride
durch eines der in dem Stand der Technik bekannten Verfahren, wie
beispielsweise dem von Sagerstrom et al., 1997, Seite 765 beschriebenen,
entfernt. Beispielsweise kann dies durch die Zugabe einer Matrix,
wie beispielsweise von Partikeln, vorzugsweise von magnetischen
Partikeln oder von Agarosepartikeln, erfolgen. Die Partikeln werden vorzugsweise,
wie zuvor ausgeführt,
mit einem Markierungsmolekül
beschichtet oder diese binden an Markierungsmoleküle. Mit
Streptavidin beschichtete Partikel (im Allgemeinen als "Streptavidin-Partikel" bezeich net), sind
bevorzugt, wobei magnetische poröse
Streptavidin-Glaspartikel (MPG-Partikel; CPG Inc.) besonders bevorzugt
sind. Mit Avidin, Biotin, Digoxygenin, einem Antikörper oder
einem Antigen beschichtete oder daran gebundene Partikel können ebenfalls
eingesetzt werden. Der die Partikel beschichtende oder an die Partikel gebundene
Antikörper
(ein, zwei oder mehr Arten Partikel) kann ein Antikörper sein,
welcher allgemein Markierungsmoleküle erkennen kann, vorzugsweise
ein Antikörper,
welcher an die Driver gebundenen Antikörper erkennt, oder ein Antibiotin-Antikörper, ein
Antiavidin-Antikörper,
ein Antistreptavidin-Antikörper
oder ein Antidigoxygenin-Antikörper,
welcher an die Driver gebundenes Biotin, Avidin, Streptavidin oder
Digoxygenin erkennt.
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Ein
Beispiel von magnetischen Partikeln, welche mit Biotin als Markierungsmolekül beschichtet
sind oder daran gebunden sind und ein Tester/Driver-Hybrid-Partikelaggregat
bilden, ist in dem Abschnitt F der 1 dargestellt.
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Streptavidin
oder Avidin/Phenol kann anstelle von Magnetpartikeln eingesetzt
werden, um das Hybrid zu entfernen (Sive H.L. und St. John T., 1988,
Nucleic Acids Res., 16: 10937 und Sagerstrom et al., 1997).
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Es
ist auch möglich,
Hydroxyapatit (HAP) sowie nicht markierte RNA einzusetzen, um Tester/Driver-Hybride
zu entfernen. Ein Beispiel wird von Sagerstrom et al., Seite 765
und Tabelle 1 beschrieben.
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Wie
aus der Elektrophorese der 6 und aus
Beispiel 3 ersehen werden kann, erlaubt das auf der vorliegenden
Erfindung basierende Subtraktionsverfahren eine nahezu 100-prozentige
Entfernung der substrahierten Tester/Driver-Hybride.
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Die
cDNA der entfernten Tester/Driver-Hybride kann für die Herstellung von cDNA-Minibibliotheken eingesetzt
werden, welche, wie in dem Abschnitt F der 1 gezeigt,
für weitere
Subtraktionsschritte eingesetzt werden können.
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Die
normalisierten und subtrahierten cDNA's (seltene und neue cDNA's), welche in dem
Schritt IV) gewonnen werden, werden dann, wie schematisch in dem
Abschnitt E der 1 gezeigt, so behandelt, dass
cDNA-Zweitstränge synthetisiert
werden, werden einer Restriktionshydrolyse unterworfen, ligiert
und in Vektoren kloniert.
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Der
Vorteil des auf der vorliegenden Erfindung basierenden Verfahrens
ist, dass dieses in der subtrahierten/normalisierten Bibliothek
ein hohes Verhältnis
von langen, vollständig
codierenden/Volllängen-cDNA's aufrecht erhält. Des
Weiteren erhöht
die vorliegende Erfindung die Entdeckung neuer Gene verglichen mit
den Ergebnissen erhalten unter Einsatz von gemäß dem Stand der Technik hergestellten
Volllängen
cDNA-Standardbibliotheken.
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Das
heißt,
die in dem Verfahren der vorliegenden Erfindung normalisierte und/oder
subtrahierte cDNA (Tester-cDNA) ist eine unklonierte cDNA; vorzugsweise
eine cDNA, welche nicht in einem Plasmid kloniert ist. Vorzugsweise
ist der Tester gemäß der vorliegenden
Erfindung ein reverses Transkript von mRNA in der Form von unklonierter
cDNA. Diese cDNA ist vorzugsweise ein Einzelstrang. Folglich kann
das Problem der Klonierungsverzerrung gegenüber großen cDNA's in Plasmidbibliotheken aus dem Stand
der Technik und das durch die auf PCR und festen Matrices basierenden
Normalisierungstechniken in Bibliotheken erzeugte Problem vermieden
werden und der Vorteil der vermehrten Entdeckung von neuen Genen
wird erreicht.
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Wie
zuvor in dem den Stand der Technik betreffenden Abschnitt ausgeführt ist
das die Normalisierungs- und/oder Subtraktionsverfahren betreffende
Problem, dass sich während
diesen Schritten aufgrund des komplementären Bindens unvollkommener
Sequenzen nicht spezifische Tester/Driver-Hybride bilden. Beispielsweise
wird dies durch die Querreaktivität zwischen ähnlichen, aber nicht identischen
Sequenzen in Testern und Drivern verursacht. Die Entfernung solcher
Hybride beseitigt von den Tester-cDNA's diejenigen cDNA's, welche irrtümlich als häufig erachtet werden und/oder
als bereits in anderen Bibliotheken sequenziert worden zu sein erachtet
werden sowie andere wünschenswerte
Sequenzen. Dies stellt einen wesentlichen Nachteil von normalisierten/subtrahierten
Bibliotheken dar.
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Dieses
Problem ist schematisch in der 2 dargestellt.
Auf der linken Seite der 2 sind Normalisierungs- und/oder
subtraktive Driver (mRNA, obere Stränge) unspezifisch (dort liegt
ein Teil der mRNA vor, welcher nicht an die cDNA gebunden ist) an
cDNA's (untere Stränge) gebunden,
welche neu und/oder selten sind, von denen aber irrtümlich geglaubt
wird, dass diese häufig
sind und/oder kürzlich
gesammelt worden sind. Tester-cDNA's, welche an Driver gebunden sind, obgleich
unspezifisch, werden während
der Normalisierung und/oder der Subtraktion, wie in der 1 angezeigt,
entfernt. Folglich gehen diese, wenn die Tester-cDNA's neu und/oder seltene
cDNA's sind, verloren.
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Bei
dem Verfahren gemäß der vorliegenden
Erfindung werden die Driver bei einem solchen unspezifischen Binden,
wie beispielsweise auf der rechten Seite der 2 dargestellt,
welche unspezifisch an Tester-cDNA's gebunden sind, durch den Abbau von
RNA mit RNase I oder einigen ande ren, weiter unten beschriebenen
Enzymen entfernt und neue und/oder seltene cDNA wird gewonnen.
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Wie
in der 2 gezeigt stellt eine Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung ein Verfahren bereit, bei dem unspezifisch bindende RNA/DNA-Hybride durch ein
Enzym, welches einzelsträngige
RNA schneidet (ein Enzym mit der Fähigkeit, einzelsträngige Stellen
in nicht spezifisch an Tester-cDNA gebundener Driver-RNA zu schneiden),
verarbeitet (verdaut) werden, um nicht spezifisch an cDNA (Tester)
gebundene einzelsträngige
Stellen von RNA (Driver) zu verdauen. Anschließend werden Hybride mit RNA,
welche geschnitten worden sind, von den Tester-cDNA's entfernt (denaturiert),
um die geschnittene RNA aus dem System zu entfernen, wodurch Tester-cDNA's zurückgelassen
werden und die Effizienz der Normalisierung und der Subtraktion
erhöht
wird (das heißt,
der unerwünschten
Ausschluss des seltenen cDNA-Systems wird verringert).
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Für das Verfahren
zur Entfernung von RNA-Fragmenten von unspezifisch gebundenen RNA/DNA-Hybriden,
welche mit Enzymen, welche einzelsträngige RNA schneiden, behandelt
worden sind, besteht keine Beschränkung. Beispielsweise können die
Hybride, wie in der 2 gezeigt, bei einer geeigneten
Temperatur verarbeitet werden, um Hybride mit RNA, welche geschnitten
worden ist, von der Tester-cDNA zu entfernen, das heißt zu denaturieren,
und die von der Tester-cDNA befreite RNA kann unter Verwendung von
beispielsweise an die RNA gebundene Markierungen beseitigt werden.
Die Entfernung von Hybriden mit RNA, welche geschnitten worden ist,
von der Tester-cDNA beeinträchtigt
nicht spezifisch gebundene RNA/DNA-Hybride. Die Bedingungen zum
selektiven Denaturieren von Hybriden, welche geschnitten worden
sind, sowie die Stranglänge
des Hybridteils, welcher verkürzt
worden ist, werden entsprechend ausgewählt. Die Denaturierungsbedingungen
hängen
nicht nur von der Temperatur, sondern auch von dem pH-Wert des Systems
(der wässrigen,
die Hybride enthaltenden Lösung),
den Salzkonzentrationen und dergleichen ab. Die Denaturierung wird
beispielsweise durch Verarbeiten bei einer Temperatur von 25 °C bis 100 °C (das heißt bis zu
dem Siedepunkt), vorzugsweise zwischen 37 °C und 70 °C und besonders bevorzugt bei
einer Temperatur von 65 °C
durchgeführt.
Die Anwendung der vorgenannten Temperatur denaturiert Hybride von
teilweise geschnittener RNA, wobei die vorher in den Hybriden enthaltene
RNA von der cDNA dissoziiert, die dissoziierte RNA unter Verwendung
von an die RNA gebundenen Markierungen an Partikel gebunden wird
und die an die Partikel gebundenen RNA-Fragmente durch die herkömmlichen
Verfahren mit einem Magnet entfernt werden. Spezifisch gebundene
RNA/DNA-Hybride werden unter den zuvor genannten Denaturierungsbedingungen
instand gehalten und die in derselben Weise wie zuvor ausgeführt an die
RNA gebundenen Markierungen können
zum Binden an Partikel und zum Entfernen eingesetzt werden. Das
heißt,
es wird eine herkömmliche
Normalisierung und/oder Subtraktion durchgeführt.
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Eine
einzelstrangspezfische RNA-Endonuklease (Ribonuklease) kann als
das zuvor beschriebene Enzym, welches einzelsträngige RNA schneidet, verwendet
werden. Zur Verwendung geeignete Beispiele sind für Pyrimidin
(U und C) spezifische RNaseA, für
U spezifische RNase 4, für
G spezifische RNase T1, für
U spezifische RNase 2 oder RNase 3 sowie RNase I, welche jedes Ribonukleosid
abbauen kann (Hyone-Myong Eun, Kapitel "Nukleasen"; Sorrentino Salvatore und Libonati
Massimo, 1997, FEBS Letters, 404: 1–5; diese Autoren verwenden
arabische Zahlen, um die vorgenannten Ribonukleasen zu benennen;
allerdings werden diese Ribonukleasen in der Literatur auch mit
römischen
Nummern versehen). Alternativ dazu kann RNase T2 mit einer geringen
Basenspezifität
als das einzelsträngige RNA
schneidende Enzym eingesetzt werden (BioTechniques, 232, Bd. 12,
Nr. 2, 1992).
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Vorzugsweise
wird RNase I als das einzelsträngige
RNA schneidende Enzym eingesetzt. Es kann ebenfalls eine Mischung
der zuvor aufgeführten
Ribonukleasen eingesetzt werden. Hybride können durch die herkömmlichen
Verfahren der Wirkung einzelstrangspezifischer RNA-Endonukleasen
unterworfen werden. Beispielsweise können 0,01 bis 1 Einheit einer
einzelstrangspezifischen RNA-Endonuklease pro 1 μg Driver eingesetzt werden.
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Der
Schritt des Abbauens von Driver-mRNA, welche unspezifisch an Tester-cDNA's gebunden ist, kann
bei dem auf der vorliegenden Erfindung basierenden Normalisierungs-/Subtraktionsschritt,
nach dem Normalisierungs- und/oder Subtraktionsschritt oder nach
einem einzelnen Normalisierungs-/Subtraktionsschritt durchgeführt werden.
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Die
Tester-cDNA gemäß diesem
Verfahren kann klonierte oder unklonierte cDNA sein. Unklonierter Tester
kann beispielsweise eine cDNA sein, welche nicht in einem Plasmid
kloniert ist. Die Tester-cDNA ist vorzugsweise ein reverses Transkript
von mRNA in der Form von unklonierter cDNA.
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Die
Tester-cDNA ist vorzugsweise eine langsträngige, vollständig codierende
und/oder Volllängen-cDNA,
welche vorzugsweise gemäß dem zuvor
beschriebenen Cap-Markierungsverfahren hergestellt worden ist.
-
Dementsprechend
umfasst eine weitere Ausführungsform
des Verfahrens gemäß der vorliegenden
Erfindung insbesondere die Schritte:
- (a) Herstellen
von Tester-cDNA's,
- (b) Herstellen von Normalisierungs- und/oder Subtraktions-Driver-RNA,
- (c) Durchführen
der Normalisierung und/oder der Subtraktion in jeder beliebigen
Reihenfolge in zwei Schritten oder Durchführen der Normalisierung J Subtraktion
in einem einzelnen Schritt durch Vermischen der Normalisierungs-/Subtraktions-Driver-RNA's mit den Tester-cDNA's,
- (d) Zugabe eines Enzyms, welches Einzelstrangstellen auf Driver-RNA's, welche unspezifisch
an Tester-cDNA's
gebunden sind, schneiden kann,
- (e) Entfernen der geschnittenen Einzelstrang-Driver-RNA's aus Schritt d)
von den Tester und Entfernen der Tester/Driver-Hybride,
- (f) Gewinnen normalisierter und/oder subtrahierter cDNA's sowie
- (g) Herstellen von Zweitstrang-cDNA's und Klonieren der gewonnenen cDNA's.
-
Die
vorliegende Erfindung umfasst ferner ein Verfahren zum Herstellen
normalisierter und/oder subtrahierter cDNA, in dem ein Enzym, welches
einzelsträngige
Driver-RNA, welche unspezifisch an Tester-cDNA gebunden ist, abbauen
kann, zugefügt
wird und die abgebaute einzelsträngige
Driver-RNA entfernt wird. Bei diesem Verfahren werden Tester-cDNA
und einzelsträngige
Driver-RNA, welche unspezifisch an die Tester-cDNA ge bunden ist,
enthaltende Hybride der Wirkung eines Enzyms unterworfen, welches
einzelsträngige Driver-RNA
abbauen kann, und nach dem Abbau wird die abgebaute einzelsträngige Driver-RNA
aus dem die Hybride enthaltenden System entfernt.
-
Bei
diesem Verfahren wird in der gleichen Weise wie zuvor das zum Abbauen
einzelsträngiger
RNA befähigte
Enzym entweder aus der aus RNAse I, RNase A, RNase 4, RNase T1,
RNase T2, RNase 2 und RNase 3 bestehenden Gruppe ausgewählt oder
dieses ist eine Mischung hiervon, wobei RNase I bevorzugt ist. Ferner
kann die cDNA langsträngige,
vollständig
codierende und/oder Volllängen-DNA
sein.
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Das
Verfahren gemäß der vorliegenden
Erfindung kann eingesetzt werden, um eine, zwei oder mehr cDNA-Bibliotheken
herzustellen. Die vorliegende Erfindung umfasst ebenfalls durch
die Verfahren gemäß der vorliegenden
Erfindung erhaltene cDNA und cDNA-Bibliotheken.
-
Schließlich erlauben
die Verfahren gemäß der vorliegenden
Erfindung folgendes:
- (i) hocheffiziente Entfernung
von Driver-mRNA's,
- (ii) keine relevante Verringerung der cDNA-Größe nach
der Hybridisierung, welche die Häufigkeit
von langen, vollständig
codierenden/Volllängen-cDNA's beeinträchtigen
würde,
- (iii) Geeignetheit für
sowohl Normalisierung als auch Subtraktion,
- (iv) geringe Kreuzreaktivität
zwischen ähnlichen,
aber nicht identischen Sequenzen sowie
- (v) hochgradige Leistungsfähigkeit,
Reproduzierbarkeit und Einfachheit der Handhabung sowohl hinsichtlich
der Größe der hergestellten
Driver als auch hinsichtlich der Anzahl der Bibliotheken.
-
Die
Verfahren und Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung werden unter Bezugnahme auf die nachfolgenden
Beispiele weiter beschrieben.
-
Beispiel 1
-
Herstellung von RNA
-
Scheiben
von Gehirngewebe (0,5–1
g) (oder von anderen wie in Beispiel 2 beschriebenen Geweben) wurden
in 10 ml Lösung
D (Chomczynski, P. und Sacchi, N., 1987, Annal. Biochem., 162: 156–159) homogenisiert
und mit 1 ml 2 M Natriumacetat (pH 4,0) und derselben Menge einer
Mischung von Phenol/Chloroform (Volumenverhältnis 5:1) extrahiert. Nach
der Extraktion wurde zu der wässrigen
Phase dasselbe Volumen Isopropanol zugegeben, um RNA zu präzipitieren.
Diese Probe wurde für
eine Stunde auf Eis inkubiert und bei 4000 UpM für 15 Minuten unter Kühlen inkubiert,
um die Präzipitate
zu sammeln. Die Präzpitate
wurden mit 70 %-igem
Ethanol gewaschen und in 8 ml Wasser aufgelöst. Eine 2 ml-Menge von 5 M
NaCl und 16 ml einer wässrigen
Lösung
(pH 7,0) enthaltend 1 Prozent CTAB (Cetyltrimethylammoniumbromid),
4M Harnstoff und 50 mM Tris wurden zugegeben, um RNA zu präzipitieren,
und die Polysaccharide wurden entfernt (CTAB-Präzipitat). Nach einer Zentrifugation
bei 4000 UpM für
15 Minuten bei Raumtemperatur wurde die RNA, welche erhalten wurde,
in 4 ml 7 M Guanidin-HCl gelöst.
Dann wurde zu der Lösung
die doppelte Menge an Ethanol zugegeben und die Mischung wurde für eine Stunde
auf Eis inkubiert und bei 4000 UpM für 15 Minuten zentrifugiert.
Die resultierenden Präzipitate
wurden mit 70 %-igem Ethanol gewaschen und gesammelt. Die Präzipitate
wurden erneut in Wasser aufgelöst
und die Reinheit der RNA wurde durch Messen des OD-Verhältnisses
260/280 (> 1,8) und
230/260 (< 0,45)
bestimmt.
-
Synthese von
cDNA
-
Zwischen
5 und 10 μg
dieser RNA, 5 μg
eines ersten Stranges Primer enthaltend die BamHI und SstI Restriktionsstellen
(5'(-GA)5AGGATCCA AGAGCTC(T)16VN-3') (SEQ ID NO: 1)
und 11,2 μl
80-prozentiges Glycerin wurden zu einem Gesamtvolumen von 24 μl vermischt.
Die RNA-Primer-Mischung
wurde bei 65 °C für 10 Min.
denaturiert. Simultan dazu wurden 18,2 μl 5 X Erststrangsynthesepuffer,
9,1 μl 0,1
M DTT, 6,0 μl (jeweils)
von 10 mM dTTP, dGTP, dATP und 5-Methyl-dCTP (anstelle von dCTP),
29,6 μl
gesättigte
Trehalose (ungefähr
80 Prozent, niedriger Metallgehalt; Fluka Biochemika) sowie 10,0 μl Superscript
II reverse Transkriptase (200 U/μl)
zu einem Gesamtvolumen von 76 μl
vermischt. Eine 1,0 μl-Menge
[alpha-32P]dGTP
wurde in einem dritten Röhrchen
platziert. Die mRNA, das Glycerin und die Primer wurden auf Eis
mit der den Superscript II enthaltenden Lösung vermischt und eine Teilmenge
(20 Prozent) wurde schnell in das das [alpha-32P]dGTP
enthaltenen Röhrchen
zugefügt.
Eine Erststrang-cDNA-Synthese
wurde in einem Thermocycler mit einem beheizten Deckel (beispielsweise
MJ Research) gemäß dem nachfolgenden
Programm durchgeführt:
Schritt 1,45 °C
für 2 Min.;
Schritt 2, Gradientenanlagern: Abkühlen auf 35 °C über 1 Min.;
Schritt 3, Beenden des Anlagerns: 35 °C für 2 Min.; Schritt 4,50 °C für 5 Min.;
Schritt 5, Erhöhen
auf 60 °C
bei 0,1°C
pro Sekunde; Schritt 6,55 °C
für 2 Min.;
Schritt 7,60 °C
für 2 Min.;
Schritt 8, Zurückspringen
zu Schritt 6 und Wiederholen für
10 zusätzliche Zyklen.
Der Einbau der Radioaktivität
erlaubte eine Abschätzung
der Ausbeute an cDNA (Carninci und Hayashizaki, 1999). Die erhaltene
cDNA wurde mit Proteinase K behandelt, mit Phenol/Chloroform und
Chloroform extrahiert und in Ethanol unter Einsatz von Ammoniumacetat
als Salz präzipitiert
(Carninci und Hayashizaki, 1999).
-
Biotinylierung
von mRNA
-
Vor
der Biotinylierung wurde die Diolgruppe des Caps und das 3'-Ende der mRNA in
einem Endvolumen von 50 μl
aus suspendiertem mRNA-/Erststrang-cDNA-Hybrid,
66 mM Natriumacetat (pH 4,5) und 5 mM NaIO4 oxidiert.
Die Proben wurden im Dunklen für
45 Min. auf Eis inkubiert. Dann wurden die mRNA/cDNA-Hybride durch
Zugabe von 0,5 μl
10 %-igem SDS, 11 μl
5 M NaCl und 61 μl
Isopropanol präzipitiert.
Nach der Inkubation im Dunkeln für
45 Min. auf Eis oder bei –20 °C oder bei –80 °C für 30 Min.
wurden die Proben für 10
Min. bei 15.000 UpM zentrifugiert. Schließlich wurden die mRNA-/cDNA-Hybride
zweimal mit 70 prozentigem Ethanol gespült und in 50 μl Wasser
resuspendiert. Der Cap wurde dann in einem Endvolumen von 210 μl durch Zugabe
von 5 μl
1 M Natriumacetat (pH 6,1), 5 μl
10-prozentigem SDS und 150 μL
10 mM Biotinhydrazid Langarm (Vector Biosystem) biotinyliert.
-
Nach
einer Übernacht
(10 bis 16 Stunden)-Inkubation bei Raumtemperatur (22 °C bis 26 °C) wurden die
mRNA/cDNA-Hybride durch Zugabe von 75 μl 1 M Natriumacetat (pH 6,1),
5 μl 5 M
NaCl und 750 μl
absolutem Ethanol präzipitiert
und auf Eis für
1 Stunde oder bei –20 °C bis –80 °C für 30 Min.
inkubiert. Die mRNA-/cDNA-Hybride wurden durch Zentrifugation für 10 Min.
bei 15.000 UpM pelletiert und das Pellet wurde einmal mit 70 prozentigem
Ethanol und einmal mit 80 prozentigem Ethanol ge waschen. Die mRNA-/cDNA-Hybride
wurden in 70 μl
0,1X TE (1 mM Tris [pH 7,5], 0,1 mM EDTA) resuspendiert.
-
Einfangen
und Freisetzen von Volllängen-cDNA
-
Eine
500 μl Menge
MPG-Streptavidin-Partikel und 100 μg DNA-freie tRNA wurden vereint
und die Mischung wurde unter gelegentlichem Rühren für 30 Min. auf Eis inkubiert.
Die Partikel wurden unter Einsatz eines Magnetständers für 3 Minuten abgetrennt und
der Überstand
wurde entfernt. Die Partikel wurden dann dreimal mit 500 μl einer Wasch-/Bindungs-Lösung (2 M NaCl, 50 mM EDTA,
pH 8,0) gewaschen.
-
Zur
gleichen Zeit wurde 1 Einheit RNase I (Promega) pro μg Ausgangs-mRNA zu der mRNA/cDNA-Hybrid-Probe
in von dem Hersteller bereitgestelltem Puffer (Endvolumen 200 μl) zugefügt und die
Probe wurde für
15 Min. bei 37 °C
inkubiert. Um die Reaktion zu beenden, wurde die Probe auf Eis inkubiert
und 100 μg
tRNA und 100 μl
5 M NaCl wurden zugefügt.
Um die vollständig
codierenden/Volllängen-mRNA-/cDNA-Hybride
einzufangen, wurden die biotinylierte, RNase I behandelte mRNA-/cDNA
sowie die gewaschenen Partikel vereint und in 400 μl der Wasch-/Bindungslösung resuspendiert.
Nach dem Vermischen wurde das Röhrchen
für 30
Min. bei Raumtemperatur sanft rotiert. Die vollständig codierende/Volllängen-cDNA
verblieb auf den Partikeln und die verkürzten cDNA's taten dies nicht. Die Partikel wurden
auf einem Magnetrührer
aus dem Überstand
abgetrennt. Die Partikel wurden sanft gewaschen, um nicht spezifisch
absorbierte cDNA zu entfernen: zwei Waschschritte mit Wasch-/Bindungslösung; ein
Waschschritt mit 0,4 prozentigem SDS und 50 μg/ml tRNA; ein Waschschritt
mit 10 mM Tris-HCl (pH 7,5), 0,2 mM EDTA, 40 μg/ml tRNA; 10 mM NaCl und 20
prozentigem Glycerin sowie einmal mit 50 μg/ml tRNA in Wasser.
-
Die
cDNA wurde von den Partikeln durch Zugabe von 50 μl 50 mM NaOH
und 5 mM EDTA sowie durch Inkubieren für 10 Min. bei Raumtemperatur
unter gelegentlichem Vermischen freigesetzt. Die Partikel wurden dann
magnetisch entfernt und die extrahierte cDNA wurde auf Eis in ein
50 μl 1
M Tris-HCl, pH 7,5 enthaltendes Röhrchen transferiert. Der Auflösungszyklus
wurde einmal oder zweimal mit 50 μl
Teilmengen 50 mM NaOH und 5 mM EDTA wiederholt, bis der Hauptteil
der cDNA (80 bis 90 Prozent, wie durch Messen der Radioaktivität mit einem
mit der Hand gehaltenen Monitor gemessen) von den Partikeln wiedergewonnen
worden ist.
-
Um
Spuren von RNA zu entfernen, welche später mit der biotinylierten
Driver-RNA interferieren könnten,
wurden zu der wiedergewonnenen cDNA schnell 100 μl 1 M Tris-HCl, pH 7,0 und 1 μl RNase I
(10 U/μl) auf
Eis zugegeben; die Probe wurde dann bei 37 °C für 10 Min. inkubiert. Die cDNA
wurde mit Proteinase K behandelt, mit Phenol/Chloroform extrahiert
und zurückextrahiert.
Zwei bis drei μg
Glykogen wurden dann zugefügt
und die Probe wurde in einem silikonisierten Röhrchen aus Ethanol präzipitiert.
Alternativ dazu wurde die Probe durch eine Runde Ultrafiltration
mit einem Microcon 100 (Millipore) für 40 bis 60 Min. bei 2.000
UpM konzentriert. Nach der Präzipitation
aus Ethanol konnte die cDNA in 20 μl 0,1 X TE wieder aufgelöst werden. In
diesem Experiment wurde ein RNase H-Verdau nicht durchgeführt. Allerdings
wurde eine Hydrolyse mit NaOH durchgeführt, welche Doppelstränge gleichzeitig
hydrolysieren und denaturieren kann.
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CL-4B Spinnsäulenfiltration
von cDNA
-
Die
cDNA-Proben wurden mit CL-4B Chromatographie (Carninci und Hayashizaki,
1999) oder auf einer S-400 Spinnsäule (Amersham- Pharmacia) im Wesentlichen
wie von dem Hersteller beschrieben behandelt.
-
Oligo-dG Tailing
der Erstrang-cDNA
-
Die
cDNA-Probe, 5 μl
0X TdT-Puffer (2 M Kaliumcacodylat [pH 7,2], 10 mM MgCl2,
10 mM 2-Mercaptoethanol), 5 μl
50 μM dGTP,
5 μl 10
mM CoCl2 und 40 Einheiten terminale Deoxynukleotidyltransferase
wurden in einem Endvolumen von 50 μl vermischt. Die Proben wurden
bei 37 °C
für 30
Min. inkubiert. Am Ende wurde die Reaktion mit 20 mM EDTA beendet.
Die cDNA wurde mit Proteinase K behandelt, mit Phenol/Chloroform
extrahiert und in Ethanol präzipitiert.
Die Probe wurde letztlich in TE (10 mM Tris pH 7,5–8,0, EDTA
1 mM) wieder aufgelöst.
Nachdem die Schwanzlänge,
wie beschrieben (Carninci und Hayashizaki, 1999), überprüft wurde,
wurde die cDNA zum Gebrauch in verifizierenden Bibliotheken (siehe
unten) in eine Zweitstrangsynthese eingesetzt oder zum Gebrauch
bei der Normalisierung und/oder der Subtraktion als Tester-cDNA eingesetzt.
-
Normalisierungs-Driver
-
Teilmengen
von Ausgangs-mRNA enthaltenden Driver-mRNA's werden "Normalisierung oder Normalisierungs-Driver" genannt. Um die
Konzentration der Normalisierungs-Driver zu berechnen, wurde die
ribosomale/strukturelle RNA-Kontamination in der Ausgangs-mRNA durch
die Annahme, dass die Einbaugeschwindigkeit der Erststrangsynthese
die tatsächliche
mRNA-Konzentration reflektiert, folglich unter der Annahme einer
100-prozentigen Effizienz des Primens und der Verlängerung,
annähernd
berechnet. Unter der Annahme, dass das Verhältnis von mRNA umgerechnet
in Erststrang-cDNA zu der tatsächlichen
mRNA- Konzentration korrespondiert,
wurden weniger als Volllängen-cDNA's aus der Betrachtung
ausgeschlossen. Obwohl nicht die gesamte mRNA mit Primern versehen
ist, hat ein leichter Überschuss
von Normalisierungs-Driver
selten so einen dramatischen Effekt wie ein Mangel an Driver. Daher
wurde angenommen, dass die Menge an mRNA in der Probe dieselbe wie
die Menge an erzeugter Erststrang-cDNA war.
-
Subtraktions-Driver
-
Die
subtraktiven Driver bestanden aus großen Mengen von aus klonierten
Minibibliotheken und umgeordneten Bibliotheken, welche aus der nicht
redundanten RIKEN cDNA-Enzyklopädie
unter Einsatz von T7- und T3-RNA-Polymerasen
hergestellt worden sind, hergestellten "run-off"-Transkripten.
-
Die
Minibibliotheken enthielten ungefähr 1.000 bis 2.000 Klone cDNA
in der Probe, welche aus vorherigen, durch dieselben Verfahren wie
das in der vorliegenden Ausführungsform
beschriebene Experiment durchgeführten
Normalisierungsexperimenten stammten. Unter Einsatz des Standardprotokolls
wurden aus der eingefangenen Teilmenge (häufige cDNA-Fraktion) Minibibliotheken hergestellt,
was das Nebenprodukt der Normalisierungsexperimente war. Nach der
Normalisierung wurde die häufige
cDNA-Fraktion mit 50 mM NaOH/5 mM EDTA von den Partikeln entfernt.
Nach der Neutralisation wurde eine Zweitstrang-cDNA hergestellt.
Das Klonieren wurde in einer zu der zuvor beschriebenen (Carninci
und Hayashizaki, 1999) analogen Weise durchgeführt. Plamid wurde in Masse
ausgeschnitten und 1.000–2.000
Klone pro Minibibliothek wurden auf Agarose/Ampicillin amplifiziert.
Um Driver herzustellen, wurden 20.000 bis 50.000 Kolonien auf SOB
Agarose/Ampicillin (Sambrook et al., 1989, "Molecular Cloning: A Laboratory Manual" Cold Spring Harbor
Laboratory Press, Cold Spring Harbor, NY) ausplattiert (Plattengröße: 150
mm Durchmesser) und die Platten wurden über Nacht bei 37 °C inkubiert.
Die Bakterienzellen wurden von den Platten in der Gegenwart einer
Resuspendierungslösung
(Wizard DNA Extraction Kit; Promega) abgeschabt und nachfolgend
wurde dem Herstellerprotokoll gefolgt.
-
Herstellung
von nicht redundantem cDNA-Bibliothekdriver
-
Einzelne
Klone von in den vorherigen Experimenten, welche in der gleichen
Weise wie für
die vorliegende Ausführungsform
beschrieben durchgeführt
wurden, erhaltenen Volllängen-cDNA's wurden für die Subtraktion
umgeordnet. Die umgeordneten cDNA's wurden von 384-well Platten auf SOD-Agarose/Ampicillin-Platten
geschichtet. Plasmidextraktion, DNA-Verdau und RNA-Herstellung wurden in
der gleichen Weise wie für
die Minibibliotheken durchgeführt.
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Nachdem
die Bibliothek an der SstI-Stelle kloniert worden war, wurde das
extrahierte Plasmid an Mehrfachklonierungsstellen an dem 3'-Ende mit SstI behandelt
(in dem Fall von aus Leber und Lungen extrahierter mRNA wurde die
Minibibliothek mit XhoI an der Stelle des 3'-Endes kloniert und PvuI wurde eingesetzt). Unter
Einsatz von, abhängig
von der Karte des für
die Herstellung des Drivers eingesetzten Konstruktes, entweder T3-
oder T7-RNA-Polymerase (Life Technologies) wurde RNA synthetisiert,
um "sense run-off" RNA's herzustellen. T3-Polymerase
wurde für
die mit PvuI-geschnittenen
Minibibliotheken und T7-Polymerase wurde für die mit SstI-geschnittenen Minibibliotheken
eingesetzt. RNA wurde unter Einsatz von RNA-Polymerasen (Life Technologies)
gemäß den Herstellerangaben
hergestellt. Für
30 Min. wurde ein extensiver Verdau mit 1 bis 2 μl DNase I (RQ1, RNase-frei,
Promega) durchgeführt.
Dann wurde ein Proteinase K- Verdau
durchgeführt, gefolgt
von der Extraktion mit Phenol/Chloroform sowie Chloroform und cDNA
wurde präzipitiert.
-
Biotin-Markierung von
normalisierten/subtrahierten Driver-RNA's
-
Um
die Driver-RNA's
vor der Markierung weiter aufzureinigen, wurde das RNeasy Kit (QIAGEN)
gemäß den Herstellerangaben
eingesetzt. Anschließend
wurde das "Mirus
nucleic acid biotinylation kit" (Panvera)
in im Wesentlichen derselben Weise wie von dem Hersteller beschrieben
eingesetzt. Eine 10 μg
Menge der RNA-Mischung wurde durch eine Kombination mit 10 μl Label IT-Reagens
und 10 μl
Labelling-Puffer A bis zu einem Endvolumen von 100 μl markiert,
wobei den Angaben des Kitprotokolls gefolgt wurde. Die Reaktion
wurde für
1 Stunde bei 37 °C
inkubiert, wobei die biotinylierte RNA danach durch Zugabe von 1/20
des Volumens 5 M NaCl und von zwei Volumina 99 prozentigem Ethanol
präzipitiert
wurde. Nach der Standardethanolpräzipitation wurde das Pellet
einmal mit 80 prozentigem Ethanol gewaschen, in 20 μl "1X Mirus labelling
buffer A" resuspendiert
und bis zum Gebrauch bei –80 °C gelagert
(alternativ dazu kann die mRNA unter Einsatz des "psoralen-biotinylation
kit" (Ambion) gemäß den Herstellerangaben
markiert werden).
-
Normalisierung/Subtraktion
-
Die
Driver-RNA's und
cDNA wurden unter Einsatz von Proteinase K gefolgt von Phenol/Chloroform-Extraktion,
Chloroform-Extraktion und Ethanol-Präzipitation
deproteiniert. Die am Schwanz mit Oligo-dG versehene cDNA wurde
als Substrat eingesetzt, welches mit den Driver-RNA's und den Blockierungsoligonukleotiden
(Biotin-dG5 bis -dG30,
hier wurde Biotin-dG16 eingesetzt) vermischt wurde, um die in
dem subtrahierenden Driver vorliegende C-Ausdehnung zu hybridisieren,
und welches mit Oligo-dT- Primer
vermischt wurde, um die polyA-Sequenzen zu blockieren. Allerdings
kann jedes Oligonukleotid eingesetzt werden, welches zwischen Drivern
und cDNA's gemeinsame
Sequenzen blockieren kann.
-
Die
Hybridisierung wurde typischerweise bei RoT-Werten von 1 bis 500
(RoT ist in den Beispielen von Sagerstrom et al., 1997 definiert)
in einem Puffer enthaltend 80 Prozent Formamid (aus einer deionisierten Stammlösung), 250
mM NaCl, 25 mM HEPES (pH 7,5) und 5 mM EDTA durchgeführt. Die
Hybridisierung wurde bei 42 °C
in einem Trockenofen durchgeführt;
gleiche Volumina von so wenig wie 5 μl benötigen keine Überlagerung
mit Mineralöl.
Nach der Hybridisierung wurde die Probe durch Zugabe von 2,5 Volumina
absolutem Ethanol präzipitiert
und für
30 Minuten auf Eis inkubiert. Die Probe wurde dann für 10 Minuten
bei 15.000 UpM zentrifugiert und einmal mit 70 Prozent Ethanol gewaschen;
die cDNA (sowohl Einzelstrang-cDNA als auch mRNA/Einzelstrang-cDNA-Hybride)
wurde sorgfältig
in 10 μl
Wasser auf Eis resuspendiert.
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Behandlung
mit RNase I
-
Die
bei dem vorgenannten Schritt erhaltenen Tester/Driver-Hybride können mit
RNase I behandelt werden, um die nicht spezifisch an die Tester-cDNA gebundene mRNA-Normalisierungs-
und Subtraktionsdriver zu entfernen.
-
Nach
der Entfernung des Überstandes
von der Probe wurde das nach der Hybridisierung wie zuvor beschrieben
präzipitierte
Pellet in 45 μl
doppelt destilliertem Wasser oder in TE 0,1 X (1 mM Tris, 0,1 mM
EDTA, pH 7,5) auf Eis (um das nicht spezifische wiederholte Anlagern
zu minimieren) resuspendiert. Das Pellet wurde vor dem Durchführen des
nächsten
Schrittes vollständig
wieder aufgelöst.
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Eine
5 μl Menge
10 x RNase I Puffer (Promega) und 0,5 Einheiten RNase I wurden dann
pro 10 μg Driver-RNA
zugefügt.
-
Die
Mischung wurde bei 37 °C
für 10
Min. inkubiert, für
10 Min. auf 65 °C
erhitzt und auf Eis platziert (sofern notwendig können die
Proben mit Proteinase K, Phenol/Chloroform und Chloroform behandelt
werden und vor dem Verfahren mit den nächsten Schritt mit Ethanol
präzipitiert
werden).
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Entfernung
von Hybrid
-
Der
nächste
Schritt kann mit der normalisierten/subtrahierten Mischung durchgeführt werden,
gleichgültig,
ob diese mit RNase I wie in dem vorstehenden Schritt dargelegt behandelt
worden ist oder nicht.
-
Getrennt
voneinander wurden 50 μl
MPG-Streptavidin magnetische Partikel (CPG Inc.) für jeweils
1 μg biotinylierte
Driver-RNA hergestellt; es wurde festgestellt, dass eine 5 μl-Menge an
Partikeln mehr als 400 ng biotinylierten Driver binden kann. Zu
jeweils 50 μl
Partikeln wurden 10 μg
tRNA als Blockierungsreagenz zugefügt und die Partikel wurden
unter gelegentlichem Schütteln
bei Raumtemperatur für
10 bis 20 Min. oder für
30 bis 60 Min. auf Eis inkubiert. Ein Magnetständer wurde eingesetzt, um die
Partikel zu entfernen, welche dreimal mit einem großen Überschuss
1 M NaCl und 10 mM EDTA gewaschen wurden und in einem zu dem ursprünglichen
Volumen der Partikelsuspension äquivalenten
Volumen von 1 M NaCl und 10 mM EDTA resuspendiert wurden.
-
Die
blockierten Partikel wurden mit der wieder aufgelösten Tester/Driver-Mischung vermischt
und die gesamte Lösung
wurde bei Raumtemperatur für
15 Min. unter gelegentlichem sanften Vermischen inkubiert. Nach
dem Entfernen der Partikel unter Einsatz eines Magnetständers für 3 Min.
wurde der Überstand,
welcher die einzelsträngige
normalisierte/subtrahierte cDNA enthielt, wiedergewonnen. Die Partikel
wurden einmal mit einem überschüssigen Volumen
Bindungspuffer (1 M NaCl, 10 mM EDTA) gewaschen, um jegliche verbliebene
ssDNA zu gewinnen. Die Radioaktivität der markierten Proben wurde
vor und nach der Prozedur gemessen, um die Ausbeute an Normalisierung/Subtraktion
abzuschätzen.
-
Eine
Microcon 100 Ultrafiltration wurde wie von dem Hersteller (Millipore)
beschrieben durchgeführt, um
die cDNA-Lösung
auf ungefähr
50 μl zu
konzentrieren. Daran anschließend
wurde die cDNA durch das Standard-Isopropanolverfahren pelletiert. Das
Pellet wurde in 44 μl
0,1 × TE,
zu welchem 5 μl
RNase I-Puffer und 1 Einheit RNase I zugefügt wurden, um ein Volumen von
50 μl zu
ergeben, resuspendiert. Die Proben wurden dann für 20 Min. bei 37 °C inkubiert,
wonach 400 μl
0,2 %-iges SDS zugefügt
wurden, um die RNase I zu inaktivieren. Spuren von abgebauten RNA's, blockierende Oligonukleotide,
SDS und Puffer wurden durch Ultrafiltration mit einem Microcon 100-Filter
bei 2.000 UpM und 25 °C
entfernt, bis die Volumen auf weniger als 20 μl verringert wurden. Die Proben
wurden durch Zugabe von 400 μl
0,1X TE entsalzt und dann wie zuvor in insgesamt drei Waschschritten
zentrifugiert. Die cDNA wurde durch Invertieren des Filters in ein
neues Röhrchen
und durch Zentrifugieren bei 9.000 UpM für 1 Min. gesammelt.
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Synthese von
Zweitstrang-cDNA
-
Die
Zweitstrangsynthese und die Klonierungsschritte waren für die normalisierte/subtrahierte
cDNA, die Standardkontrollbiliotheken und die Minibibliotheken identisch.
In der gleichen Weise wie für
den Erststrang-cDNA-Primer
wurde ein XhoI enthaltender Primer, 5'-(GA)7TTCTCGAGTTAATTAAATTAATC13-3' (SEQ ID
NO: 2) hergestellt und durch Standardtechniken aufgereinigt.
-
Um
eine Zweitstrangreaktion herzustellen, wurde am Schwanz mit Oligo-dG versehene cDNA
mit 6 μl 100
ng/μl Zweitstrangprimeradapter,
6 μl EX-Taq Zweitstrangpuffer
(Takara) und 6 μl
an 2,5 mM (jeweils) dNTP's
vermischt. Die Reagenzien wurden mit dem Enzym bei 50 °C (gewöhnlich zwischen
45 °C und
ungefähr
80 °C) vereinigt,
um eine hohe Spezifität
des Primens ("Heißstart" ["hot start"] genannt) zu gewährleisten. Das
Primen wurde dann durch Zugabe von 3 μl 5 U/μl Ex Taq Polymerase (Takara)
bei 65 °C
in einem Thermocycler durchgeführt.
Nach dem Vermischen wurde die Anlagerungstemperatur mit einer Negativsteigung auf
45 °C für die XhoI-Primer
(35 °C für die SstI-Primer
in dem Fall von Leber- und Lungenbibliotheken von Beispiel 2) eingestellt.
Nach 10 Minuten bei der Anlagerungstemperatur wurde die Zweitstrang-cDNA
während einer
Inkubation bei 68 °C
für 20
Min. verlängert.
Der Anlagerungs-Verlängerungs-Zyklus wurde einmal
mehr wiederholt, gefolgt von einem abschließenden Verlängerungsschritt bei 72°C für 10 Min.
Bei Beginn des Heißstarts
wurde eine 5 μl-Teilmenge
mit 0,5 μl
[alpha32P]dGTP oder [alpha32P]dCTP
vermischt und eingebaut. Die markierte Teilmenge wurde am Ende der
Reaktion eingesetzt, um die cDNA zu messen und die Zweitstrangausbeute
zu berechnen (Carninci und Hayashizaki, 1999).
-
Klonieren
von cDNA
-
Die
Zweitstrang-cDNA wurde mit Proteinase K behandelt, mit Phenol/Chloroform
und Chloroform extrahiert und gemäß Standardverfahren mit Ethanol
präzipitiert.
Die cDNA wurde dann unter Verwendung von 25 U/μg von jeweils BamHI und XhoI
(oder SstI und XhoI für
Lungen- und Leberbibliotheken von Beispiel 2) geschnitten. Nach
der Restriktionshydrolyse wurde die cDNA mit Proteinase K behandelt,
mit Phenol/Chloroform extrahiert und auf einer CL-4B Spinnsäule (Pharmacia)
gereinigt. Nach der Ethanolpräzipitation
wurde die cDNA im Wesentlichen wie in der Literatur beschrieben
(Carninci und Hyashizaki, 1999) kloniert.
-
Eingesetzte
Methodik und Geräte
-
Die
Plaque-Hybridisierung wurde mit einem zufälligen Primer und markierten
spezifischen Sonden gemäß den Standardprotokollen
(Sambrook et al., 1989) durchgeführt.
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Eine
Alkalielektrophorese wurde wie in der Literatur beschrieben (Sambrook
et al., 1989) durchgeführt. Alle
Autoradiographiesignale wurden unter Einsatz des Bas 2000 Bildverarbeitungssystems
(Fuji) visuell angezeigt.
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Die
Bakterien wurden mit kommerziell erhältlichen Pickmaschinen (Q-bot
und Q-pix; Genetics, UK) gesammelt und auf 384-well Platten überführt.
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Duplikatplatten
wurden eingesetzt, um Plasmid-DNA herzustellen. Die Plasmid-DNA
von jeder der 384-well Platten wurde unterteilt und auf vier 96-well
Platten gewachsen. Nach Übernachtwachstum
wurden die Plasmide entweder manuell (Itoh e al., 1997, Nucleic
Acids Res 25: 1315–1316)
oder automatisch (Itoh et al., 1999, Genome Res. 9: 463–470) extrahiert.
-
Die
Sequenzen wurden typischerweise auf eine RISA-Sequenzeinheit (Shimadzu,
Japan) oder unter Einsatz des Perkin Elmer-Applied Biosystems ABI
377 in Einklang mit den Standardsequenzverfahren wie bei spielsweise
von Hillier et al., 1996, Genome Research, 6:807-828 beschrieben
durchgeführt.
Die Sequenzprimer waren die M13 Vorwärts- und Rückwärtsprimer (die zuvor beschriebenen
SEQ ID NO: 5 und SEQ ID NO: 6).
-
Beispiel 2
-
Lungen- und
Lebergewebe
-
cDNA-normalisierte/subtrahierte
Bibliotheken (und Minibibliotheken) wurden aus Lungen- und Lebergeweben
in der gleichen Weise wie in dem Beispiel 1 für Gehirngewebe beschrieben
hergestellt, mit der Ausnahme, dass ein Primer enthaltend eine XhoI-Stelle
(5'(GA)8ACTCGAG(T)16VN-3')
(SEQ ID NO: 4) und für
aus Leber- und Lungengeweben extrahierte mRNA ein eine SstI-Stelle
enthaltender Primer 5'-(GA)9GAGCTCACTAGTTTAATTAAATTAATC11-3' (SEQ ID NO: 3) eingesetzt
wurde. Die anderen Schritte waren dieselben wie die für das Gehirngewebe
beschriebenen.
-
Beispiel 3
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Effizienz der Entfernung
des Driver/Tester-Fangs
-
Herstellung einer RNA-Matrize
-
Es
wurde ein pBluescript-Plasmid enthaltend ein 5 kB-Fragment von "reeler"-cDNA (Hirotsune
et al., Nature Genetics, 1995, Mai, 10: (77–83)) eingesetzt.
-
RNA
wurde aus 2,5 μl
Template-Plasmid-DNA (an der NotI-Restriktionsstelle geschnitten) unter
Standardbedingungen in vitro transk ribiert: 20 μl Gibco-BRL 5 X Puffer, 5 μl rNTP's (jeweils 10 mM),
5 μl 0,1M
DTT und 20 Einheiten T7-RNA-Polymerase in einem Endvolumen von 100 μl. Die Reaktion
wurde durch Inkubation für
3 Stunden bei 37 °C
durchgeführt.
Es wurden auch 2 μl
alpha-32P-rUTP zu der Reaktion zugefügt, um die RNA
zu markieren.
-
Daran
anschließend
wurden 20 Einheiten RQ1-DNase (Promega) zugefügt, um Spurenmengen an Matrizen-DNA
(Plasmid) zu entfernen, und die erhaltene Probe wurde bei 37 °C für 15 Min.
inkubiert. Zu der Probe wurde NaCl in einer Endkonzentration von
250 mM zugefügt.
Die erhaltene Probe wurde einmal mit Phenol (äquilibriert mit Tris)/Chloroform
und einmal mit Chloroform deproteiniert. Zu der RNA wurden dann zwei
Volumina Ethanol zugefügt,
um die RNA zu präzipitieren.
Nach einer Zentrifugation für
20 Min. bei 15.000 UpM wurde die präzipitierte RNA von dem Überstand
abgetrennt. Das Präzipitat
wurde einmal mit 70 Prozent Ethanol gewaschen, gefolgt von einer
Zentrifugation. Das Pellet wurde dann in Wasser wieder aufgelöst.
-
Herstellung von cDNA (Tester)
-
cDNA
wurde aus Matrizen-RNA, wie in dem Handbuch von Superscript II (Gibco
BRL-Life Technology) spezifiziert, hergestellt mit der Ausnahme,
dass der Primer, welcher für
den Klon spezifisch war, SK-Primer (5'-CGCTCTAGAACTAGTGGATC-3') (SEQ ID NO: 7)
war, und dass alpha32-P-dGTP eingesetzt wurde, um den Erststrang
für die
spätere
Verfolgung zu markieren. Nach einer Phenol/Chloroform-Extraktion
und nach einer Ethanol-Präzipitation
gemäß dem Standardverfahren
wurde die cDNA mit einer Base (50 mM NaOH für 30 Min.) behandelt, um die
hydrolysierte, hybridisierte RNA zu entfernen, und mit 200 mM Tris
bei pH 7,00 neutralisiert. Eine Menge von 20 Einheiten RNase I wurde
zugefügt.
Am Ende wurde die DNA erneut mit Phenol/Chloroform extrahiert und
unter Standardbedingungen mit Ethanol präzipitiert.
-
Biotinylierung
von RNA
-
Die
RNA-Matrize wurde als Driver eingesetzt. Teilmengen von 500 ng RNA
wurden mit dem "biotin-psoralen
kit" (Ambion) auf
Eis (Proben 1 bis 3) oder bei Raumtemperatur (Proben 4 bis 6) für 30 Min.
(1, 4), 45 Min. (2, 5) und 60 Min. (3, 6) (siehe 6)
biotinyliert.
-
Nach
der Biotinylierung wurden 50 ng cDNA (6.000 CPM) und 10 μg RNA zu
150 ng biotinyliertem Driver (hergestellt unter den Bedingungen
1 bis 6, folglich unter Einsatz von 6 Röhrchen) zufügt (wobei 21.000 CPM gezählt wurden).
Nach einer Standard Phenol/Chloroform-Extraktion und nach einer
Ethanol-Präzipitation
wurden die Proben in 5 μl
Hybridisierungspuffer (80 Prozent Formamid, 250 mM NaCl, 25 mM Hepes
pH 7,5, 5 mM EDTA) wieder aufgelöst
und über
Nacht (14 Stunden) bei 42° inkubiert.
-
Nach
der Ethanol-Präzipitation
(in der gleichen Weise wie in den anderen Ausführungsformen durchgeführt) wurden
die Proben (6 Röhrchen)
dann mit Streptavidin/Magnetpartikeln (dem in Beispiel 1 beschriebenen
Subtraktionsschritt) vermischt. Der Überstand (ungebunden) wurde
dann mit Ethanol unter Standardbedingungen unter Zugabe von 4 μg Glykogen
präzipitiert,
um eine quantitative Präzipitation
zu gewährleisten, und
nach einer Resuspendierung auf einem Standard-RNA-/Formaldehyd-Minigel
(Spuren 1 bis 6) aufgetragen. Nach 1 Stunde Elektrophorese bei 60
V wurde das Gel getrocknet und mit einem Bas 2000 Bildverarbeitungsanalysiergerät (Fuji)
entwickelt. Dies zeigte die Effizienz der Entfernung von Driver
und Tester. Die Seite der (Spuren 7 bis 9) wurde für unbehandelte Probe
(mRNA/cDNA) entsprechend 10 Prozent und 2 Prozent der Ausgangszähler von
100 eingesetzt. Die Intensität
des Signals zeigte die Effizienz der Entfernung der Driver-/Tester-Mischung
an.
-
Beispiel 4
-
Evaluierungsmethoden
der vorliegenden Erfindung
-
Verringerung der Häufigkeit
häufiger
cDNA's
-
Mehrere
normalisierte/subtrahierte cDNA-Bibliotheken wurden aus Pankreasgewebe
in der gleichen Weise wie zuvor für Gehirngewebe beschrieben
unter Einsatz von Driver-RNA's
und Minibibliotheken abgeleitet aus den umgeordneten, nicht redundanten
gemäß den zuvor
beschriebenen Ausführungsformen
hergestellten cDNA's,
um unnötiges
Wiedersequenzieren von bereits anwesenden Klonen zu verringern,
hergestellt.
-
Die
Zweitstrang-cDNA aus einer Standardpankreas-cDNA-Bibliothek (ohne
Normalisierung/Subtraktion) wurde mit ihrem normalisierten/subtrahierten
Gegenstück
(3) verglichen. Die normalisierte/substrahierte
cDNA wurde in einem einzigen Normalisierungs-/Subtraktionsschritt hergestellt. Die
Normalisierung wurde bei RoT = 10 durchgeführt und die Subtraktion wurde
unter Einsatz eines Satzes von wie zuvor beschrieben bei RoT = 20
hergestellten Minibibliotheken durchgeführt (die Subtraktion kann bei
einem RoT-Wert von bis zu ungefähr
500 durchgeführt
werden), wobei jede 1.000 bis 2.000 redundante, meist häufige Klone aus
Leber-, Lungen-, Gehirn- oder Plazenta-Gewebe enthielt. Die Minibibliotheken
wurden durch Klonieren der hochexprimierten Fraktionen von vorher
hergestellten normalisierten cDNA-Bibliotheken erzeugt. Dann wurden
amplifizierte cDNA-Minibibliotheken eingesetzt, um die subtrahierenden
Driver (wie zuvor beschrieben) herzustellen. Der RoT der subtrahierenden
Driver glich einer Einheit für
alle 200 Klone (beispielsweise RoT = 5, wenn 1.000 Klone eingesetzt
wurden). Die Durchschnittslänge
der normalisierten, subtrahierten cDNA war größer als die der nicht normalisierten,
nicht substrahierten cDNA, was zeigt, dass lange cDNA's (welche langsamer
wandern) seltener exprimiert werden als die kürzesten cDNA's. Des Weiteren waren
zu den cDNA's von hochexprimierten
mRNA's korrespondierende
Banden aus der normalisierten-subtrahierten
Bibliothek nicht sichtbar.
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Die 3 zeigt
einen Elektrophoreselauf ohne Normalisierung/Subtraktion (Standard-cDNA).
Es sind einige wenige, hochintensive, aus häufigen RNA's abgeleitete Banden sichtbar. Im Unterschied
dazu waren diese Banden bei der normalisierten-subtrahierten cDNA
nicht mehr länger
sichtbar, was eine Abnahme in der cDNA zeigt. Ferner ist die relative
Intensität
der langen mRNA's
(> ~ 3 kB) entsprechenden
cDNA's in der normalisierten/subtrahierten
cDNA größer als
in den Standardbibliotheken.
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Ein
anderer Weg zum Nachweisen der Vorteile der Normalisierung/Substraktion
ist in der 4 dargestellt.
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Wie
zuvor beschrieben hergestellte Lungen-Erststrang-cDNA wurde als
Matrize eingesetzt. Die funktionell einer normalisierten cDNA-Bibliothek
entsprechenden Gene, welche bei einer Plaque-Hybridisierung häufig exprimiert
wurden, nahmen in der normalisierten Bibliothek ab. Als 10.000 Plaques
der normalisierten Lungenbibliothek untersucht wurden, nahm der
Verlängerungsfaktor
1-alpha von 90 Plaques in der Referenzbibliothek auf 10 in der normalisierten
Bibliothek ab. Carbonylreduktase verringerte sich von ungefähr 70 Plaques
auf 3. Und Uteroglobin wurde von ungefähr 510 Plaques auf 2 verringert.
Die Plaques wurden gezählt. Es
befanden sich mehr Plaques in den cDNA-Standard-Bibliotheken (ungefähr 10-mal
mehr in der Standardbibliothek als in der normalisierten Bibliothek).
Diese Ergebnisse zeigten, dass die Häufigkeit der häufig exprimierten
cDNA's in der normalisierten
Bibliothek viel geringer war als in der Kontrolle.
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Beispiel 5
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Erhöhen der
Häufigkeit
der Entdeckung von seltenen Genen
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Das
Sequenzieren einer Bibliothek in großem Maßstab ist der beste Weg, die
Konzentration an seltenen cDNA's
zu untersuchen. Eine Anzahl von Bibliotheken (Tabelle 1) wurde durch
das zuvor dargelegte Verfahren aus mehreren Mausgeweben hergestellt
und durch Überprüfen der
Durchschnittsgröße der cDNA-Inserts
(Insertgröße), der
Sequenzdurchläufe
(Seq.), der Cluster (Sp.), der Redundanz (Red.), des Erscheinens neuer
Klone (einzig) und der Anwesenheit von vollständig codierender/Volllängen-cDNA
basierend auf den Prozenten der Sequenzen mit dem ersten ATG-Codon
(Codierungsprozent) ausgewertet.
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Das
Bestimmen des Grades der Sequenzredundanz war die Endevaluierung
der Effizienz des Normalisierungs-/Subtraktions-Verfahrens. Aus
einer Teilmenge der Ausgangs-cDNA hergestellte Standardbibliotheken
(angedeutet durch die Bezugszeichen 22-000, 23-000, 26-000 und 31-000) sind zum Vergleich
gezeigt (Tabelle 1).
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In
einer erfolgreich normalisierten-subtrahierten cDNA-Bibliothek (Bibliothek
49-304 aus Maushodengewebe) war die Redundanz der 3'-Endsequenzen so gering wie 1,63 (berechnet
durch Teilen der Gesamtzahl der sequenzierten Klone, 8.900, durch
die Anzahl der unterschiedlichen Cluster, 5.444). Es wurde angenommen,
dass Redundanzen von weniger als 2,0 in mehr als 10.000 bis 15.000
3'-Endsequenzen
in erfolgreichen cDNA-Bibliotheken aus komplexen Geweben (beispielsweise
Hoden, Gehirn und Thymus) erwartet werden konnte.
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Normalisierte/subtrahierte
cDNA-Bibliotheken erleichtern die effiziente und erhöhte Gewinnung
unbekannter Gene. Beispielsweise erzeugten die Bibliotheken 22-100,
23-100, 26-100 und 31-100 höhere
Werte für
neue Daten pro Sequenzreaktion als die Standardbibliothekgegenstücke 22-000, 23-000, 25-000
und 31-000 (5).
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Das
Sequenzieren mehrerer cDNA's
aus mehreren Bibliotheken zeigte eine Verringerung in der Sequenzredundanz
in den normalisierten-subtrahierten
Bibliotheken verglichen mit den Standard-cDNA-Bibliotheken (5).
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In
der 5 entspricht 100 Prozent der Entdeckung eines
neuen Genes einem Redundanzwert von 1, 50 Prozent entsprechen einem
Redundanzwert von 2, 25 Prozent entsprechen einem Redudanzwert von
4 usw.
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Die
Normalisierung erhöht
verglichen mit Standardbibliotheken bei einem vorgegebenen Sequenzierungsaufwand
die Häufigkeit
der Entdeckung neuer Gene.
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Beispiel 6
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Vergleichsbeispiel
zu den Normalisierungs-Subtraktions-Verfahren der vorliegenden Erfindung
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Die
Wichtigkeit des Einsatzes eines unspezifisch an cDNA (Tester) gebundene
Einzelstrang-RNA (Driver) schneidenden Enzyms wurde überprüft. Dementsprechend
wurden durch das Normalisierungs-/Subtraktions-Verfahren gemäß der vorliegenden Erfindung
hergestellte Subbibliotheken mit, durch das Normalisierungs-/Subtraktions-Verfahren
und den Schritt des Entfernens unspezifischen Hybrids hergestellten
Subbibliotheken verglichen.
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Gemäß dem ersten
Teil von Beispiel 1 (durch den den Normalisierungs-/Subtraktionsschritt
einschließenden
Teil) hergestellte normalisierte/subtrahierte cDNA's wurden in zwei
Subtraktionsbibliotheken unterteilt. Die erste Subbibliothek wurde
einer Zweitstrang-cDNA-Synthese und Klonieren (ohne Entfernung unspezifisch gebundener
Hybride) unterworfen, wohingegen die zweite Bibliothek der wie in
Beispiel 1 beschriebenen RNase I Behandlung (Entfernung unspezifisch
gebundener Hybride) unterworfen wurde. Die hergestellten Mausgewebe
waren wie folgt: Medulla oblongata für Bibliothek 63, olfaktorisches
Gehirn für
Bibliothek 64, Dickdarm für
Bibliothek 90 und Blinddarm für
Bibliothek 91. Die Daten sind in der Tabelle 2 dargestellt.
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Die
Subbibliotheken 63-304-R, 64-304-R, 90-300-R, 90-304-R, 91-300-R
bezeichnen Subbibliotheken, welche nicht mit RNase I behandelt wurden.
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Die
Subbibliotheken 63-305-R, 64-305-R, 90-302-R, 90-306-R, 91-302-R
bezeichnen mit RNase I behandelte Subbibliotheken.
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Die
Kombinationen der zu derselben Bibliothek gehörenden Subbibliotheken sind:
63-304-R und 63-305-R, 64-304-R und 64-305-R, 90-300-R und 90-302-R,
90-304-R und 90-306-R sowie 91-300-R und 91-302-R.
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Die
Anzahl der Cluster für
jede Subbibliothek bezeichnet die Anzahl der verschiedenen Klone
(das heißt
Cluster), welche die Subbibliothek enthält. Jeder Cluster kann ein
oder mehr Klone mit derselben Sequenz enthalten (das heißt dieselbe
Sequenz tritt etliche Male auf).
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"Einzelne Klone" zeigen die Anzahl
der aus einem Subbibliothekscluster erhaltenen neue Klone an, welche
nicht zuvor sequenziert worden sind.
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Die "Prozentzahl einzelner
Klone" (beispielsweise
der Wert "8,4" für die Subbibliothek
63-304-R) bezeichnet die Anzahl einzelner entdeckter Klone (beispielsweise "252" für die Subbibliothek
63-304-R) geteilt durch die Anzahl der Cluster ("2987" für die Subbibliothek
63-304-R).
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Die
Daten der Tabelle 2 zeigen, dass alle Tests der Behandlung mit RNase
I zu hohen Prozentzahlen für
die einzelnen Klone führten
(beispielsweise 15,4 Prozent für
die Subbibliotheken 63-304-R und 63-305-R). Dies zeigt, dass eine
Anzahl von unentdeckten (einzelnen) Klonen, welche unspezifisch
an Driver-mRNA gebunden sind, durch die RNase I Behandlung aus Hybriden
freigesetzt, gewonnen und entdeckt worden sind.
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Die
Klonsequenzen wurden auf einer RISA-Sequenziereinheit (Shimadzu,
Japan) aufgetragen. Als Sequenzierungsprimer wurden M13-Vorwärts- und -Rückwärtsprimer
eingesetzt. Vorwärts:
M13 Oligo (5'-TGTAAAAC GACGGCCAGT-3') (SEQ ID NO: 5);
Rückwärts: 1233REV
Oligo (5'-AGCGGATAACAATTTCACACAGGA-3') (SEQ ID NO: 6).
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Die
Sequenzierung wurde gemäß einem
Standardsequenzprotokoll (Hillier et al., 1996, Genome Res., 6:
807–828)
durchgeführt.