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GEBIET DER
ERFINDUNG
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Die
Erfindung fällt
in das technische Gebiet der Herstellung eines Films auf Chitosan-Basis
und seiner Anwendungen in der pharmazeutischen, Nahrungsmittel-
und Biotechnologie-Industrie. Insbesondere schlägt die Erfindung ein neues
Verfahren zur Behandlung von Chitosan vor, welches die Gewinnung
von Chitosan-Filmen mit erhöhter
Zellhaftfähigkeit
ermöglicht,
und sie trägt
so zu wichtigen Anwendungen in Medizin, Pharmazie und Biotechnologie
bei, die bis heute nicht erreicht wurden.
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HINTERGRUND
DER ERFINDUNG
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Chitosan
ist ein Polymer von natürlichem
Ursprung, das durch teilweise Deacetylierung von Chitin erhalten
wird, eines Homopolymers von β-1,
4-2-Acetamid-D-glucosamin,
von denen letzteres das nach Zellulose am meisten vorkommende Polysaccharid
in der Natur ist.
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Sowohl
Chitin als auch Chitosan besitzen wichtige und tatsächliche
Anwendungen in der Nahrungsmittel-, pharmazeutischen und Biotechnologie-Industrie.
Dies kann man leicht ersehen, indem man sich einen Überblick über die
Patente verschafft, die in den vergangenen Jahren für deren
mögliche
Verwendungen angemeldet wurden, und indem man den grundsätzlich anwendungs-orientierten
Charakter eines internationalen Symposiums auf dem Gebiet beachtet
(Domard et al., Advances in Chitin Sciences, Vol. II, 7th ICCC
(Euchis 97), Jacques Andre Publisher (1998); Peter et al., Advances
in Chitin Sciences, Vol. IV (Euchis 99), Universität Potsdam
(2000)).
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Chitosan
zeigt einige Eigenschaften, die seine Verwendung für die medizinische/pharmazeutische
Industrie besonders geeignet machen. Einerseits ist es ein biologisch
verträgliches
und biologisch abbaubares Polymer (Lim et al., J. Biomed. Mater.
Res. (Appl. Biomater.) 43, 282-290 (1998); Muzzarelli et al., Biomaterials,
14(1), 39-43 (1993)), mit antimykotischen und antimikrobiellen Eigenschaften
(Sano et al., J. Dental Res., 66, 141-149 (1987); Ramos, V. Doctoral
Thesis, Univ. Nacional del Sur, Bahia Blanca, Argentina, (1999)),
welches eine große
Zahl verschiedener physikalischer Zustände annehmen kann, z.B. poröse Matrizen,
Gele, Hydrogele, Fasern, Filme, etc., in Abhängigkeit von dem Verfahren,
dem es unterzogen wurde.
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Andererseits
ist es ein Produkt, das eine große Zahl von Substanzen durch
Adsorption immobilisieren kann, und es bietet die Möglichkeit,
vorausgesetzt, dass eine große
Zahl von reaktiven Gruppen vorhanden ist, über verhältnismäßig einfache Reaktionen Substanzen
kovalent zu immobilisieren, welche eine gewünschte biologische Aktivität liefern
(bioaktive Substanzen), sowie jene seiner Derivatisierung mit verschiedenen funktionellen
Gruppen (WO 92/09635; Muzzarelli und Zattini, J. Biol. Macromol.
8, 137-143 (1986); und Muzzarelli et al. Carbohydr. Polymers 11,
307-320 (1989)).
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Die
angegebenen Zitate weisen auf einen enormen Bereich von Möglichkeiten
hin, den seine Verwendung auf dem Gebiet der Biotechnologie bietet,
mit einigen bedeutenden Anwendungen, die bereits entwickelt wurden,
wie z.B. seine Verwendung bei der Herstellung von medizinischen
Nahtmaterialien oder als Bestandteil eines Wundverbandes (
US 6,022,556 ), bei denen
manche der vorstehend erwähnten
Eigenschaften ausgenutzt werden.
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Der
in vivo-Abbau von Chitosan führt
zu Oligomeren von D-Glucosamin, deren nachfolgender Abbau die Gewinnung
von Produkten ermöglicht,
welche in den biosynthetischen Stoffwechselweg der Hyaluronsäure eintreten
können,
welche dieses Produkt zu einer geeigneten Wahl für die gesteuerte Wiederherstellung
von Knochen- und Knochenknorpelverletzungen macht. Seine positive
Wirkung auf die Behandlung dieser Art von Verletzung ist in der
Literatur offenbart.
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Bis
heute ist jedoch auf dem Gebiet der gesteuerten Gewebewiederherstellung,
insbesondere bei Knochen- und Knochenknorpel-Wunden, kein Produkt
auf Chitosan-Basis
oder Derivate desselben auf dem Markt.
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Der
Grund kann in einer fehlenden Eignung des Chitosans für eine homogene
Zellhaftung und Vermehrung auf einer dreidimensionalen Matrix dieser
Verbindung gefunden werden, eines der Merkmale, das die in der Gewebe-Technologie
verwendeten Matrizen besitzen sollten (Atala und Mooney, Synthetic
Biodegradable Polymer Scaffolds, Birkhäuser, Boston (1997)). Falls
man auf den biomedizinischen Anwendungen von Chitosan forscht, liegt
seine grundsätzliche
Verwendung, abgesehen von jenen eines Nahtmaterials und eines Bestandteils
von Wundverbänden,
die bereits erwähnt
wurden, in der Tat in seiner Verwendung als Füllmaterial, indem es vielleicht
als ein Bindemittel in Form eines Hydrogels wirkt oder als ein Mittel,
das verkapselte bioaktive Substanzen freisetzt.
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Lediglich
ein Patent wurde in der nordamerikanischen Patentdatenbank gefunden,
das aus den letzten 20 Jahren stammt, bei dem Chitosan als ein Träger für die gesteuerte
Regeneration verwendet wird, und in diesem Patent wird der zuvor
erwähnte
Nachteil dadurch überwunden,
dass die dreidimensionale Gaze des Chitosans mit einem Film aus
Poly-(Milchsäure-co-Glycol)
(polylacticcoglycol film) beschichtet wird (
US 5,830,493 ), so dass die Fähigkeit
zur Fixierung und Adsorption der betreffenden bioaktiven Substanzen,
die zuvor erwähnt
wurden, während
des Verfahrens verloren geht.
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Falls
andererseits die Film-bildenden Eigenschaften zu dieser Aktivierungsfähigkeit
mittels Adsorption oder durch Bindung von Verbindungen von biologischem
Interesse hinzukommen, würde
ein Material erhalten werden, das im Prinzip für die Beschichtung von Prothesen,
Implantaten und sogar dreidimensionalen Gazen anderer Polymere geeignet
sein würde,
welches in der Gewebe-Technologie verwendet werden kann, so dass die
durch dieses aktivierte Chitosan induzierte biologische Wirkung
genau in dem ausgewählten
Bereich des Organismus hervorgerufen werden würde.
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Eine
erneute Literatursuche zeigt das Fehlen in Bezug auf die Ausnutzung
dieser Film-bildenden Fähigkeit
auf diesem Gebiet; der einzig bemerkenswerte Umstand ist seine Verwendung
als ein Beschichtungsmaterial für
Dialysesysteme (
US 5,885,609 ),
wobei dieses Material so behandelt wird, dass seine mögliche Zellhaftung
reduziert wird.
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Es
existieren zwei wesentliche Nachteile für die Verwendung von Chitosan
in dem angegebenen Sinn. Einerseits kann das Stabilisationsverfahren,
das normalerweise für
Chitosan-Filme verwendet wird, die Struktur des zu beschichtenden
Trägers
in negativer Weise beeinflussen. In diesem Sinn sollte man berücksichtigen,
dass Chitosan normalerweise in saurem Medium löslich wird, und dass Chitosan-Filme,
die aus solchen Lösungen
gewonnen wurden, diesen sauren Charakter beibehalten, bei dem Chitosan
als Chitosan-Ion vorliegt. Ein auf diesem Weg gebildeter Film, überträgt bei Kontakt
mit Wasser oder gepufferten physiologischen Lösungen (z.B. Phosphatpuffer-Lösung (PBS)) einen sauren Charakter
auf diese Lösung,
und der Film verliert rasch seinen Zusammenhalt und zerfällt in einem
kurzen Zeitraum. Aufgrund dieses Phänomens ist es notwendig, ihn
zu stabilisieren, wobei das normalerweise verwendete Verfahren aus
dem Eintauchen von Chitosan in eine stark basische Lösung, normalerweise
NaOH, für
mindestens 1 Stunde, besteht. Dieser basische Charakter ist einer,
der manche der gewöhnlicherweise
in der Gewebe-Technologie verwendeten Träger beeinflussen kann, beispielsweise
Polymilchsäure
oder Polyglycolsäure.
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Der
zweite Nachteil, vielleicht der bedeutendste unter dem Gesichtspunkt
seiner praktischen Anwendung, liegt in der geringen Zellhaftung,
falls sie mit jener verglichen wird, die in einem Chitosan-Film
erhalten wird, der entsprechend den vorhandenen Protokollen gebildet
wurde, mit Bezug auf jene, die in den handelsüblichen Plastikwaren erzeugt
wurde, die für
diesen Zweck behandelt wurden. Darüber hinaus wird diese Eigenschaft
durch den Mangel an Homogenität
der Zellhaftung verschlechtert. Die Zellen vermehren sich lediglich
an bestimmten Stellen auf dem Film und verändern drastisch ihre morphologische
Gestalt, was wiederum eine erhebliche Veränderung im Stoffwechsel und
den besonderen Eigenschaften derselben in Bezug auf das beinhaltet,
was für
diese Zelllinien als normal angesehen wird.
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Darüberhinaus
macht somit das geringe Ausmaß und
der Mangel an Gleichförmigkeit
in der Zellhaftung die Verwendung als ein Beschichtungsmaterial
schwierig, sowohl für
die in der medizinisch-chirurgischen und der dentalen Praxis gewöhnlicherweise
verwendeten Prothesen, oder auch für Gazen von Biomaterialien, die
bereits in der Gewebe-Technologie verwendet werden, wie z.B. Poly-L-Milchsäure oder
Polyanhydride.
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ZUSAMMENFASSUNG
DER ERFINDUNG
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Die
Erfindung behandelt das Problem der Bereitstellung von Chitosan-Filmen,
die eine gute Zellhaftung und Vermehrung ermöglichen, und die zusätzlich durch
den Einbau von Substanzen mit biologischer Aktivität aktiviert
werden können,
was sie mit einer wichtigen Anwendung auf dem medizinisch-pharmazeutischen
Gebiet versehen würde.
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Die
durch die vorliegende Erfindung bereitgestellte Lösung beruht
auf der Tatsache, dass die Erfinder beobachtet haben, dass die Durchführung eines
Trocknungsschrittes bei einem zuvor stabilisierten und gewaschenen
Film auf Chitosan-Basis die Fähigkeit
zur Zellhaftung an diesem Film auf Chitosan-Basis, der dieser Trocknungsbehandlung
unterzogen wurden, in beträchtlicher
Weise erhöht.
Mittels dieser Behandlung ist es möglich, einen Film auf Chitosan-Basis
zu erhalten, der die Eigenschaften der Zellhaftung und der Vermehrung zeigt,
welche ähnlich
zu oder größer als
jene sind, die in handelsüblichen
Plastikwaren erhalten werden (z.B. Napfplatten), die für diesen
Zweck behandelt wurden, sowie Eigenschaften, die es ihnen erlauben,
Substanzen mit biologischer Aktivität, einschließlich Knochen-morphogenetischer
Proteine (bone morphogenetic proteins, BMP), sowohl durch Adsorption
als auch kovalent zu immobilisieren, und dabei ihre biologische
Aktivität
beizubehalten.
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Daher
stellt ein Verfahren für
die Herstellung eines Films auf Chitosan-Basis mit erhöhter Zellhaftfähigkeit
einen Gegenstand dieser Erfindung dar. Dieser Film stellt einen
weiteren Gegenstand dieser Erfindung dar.
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Ein
weiterer zusätzlicher
Gegenstand dieser Erfindung besteht in einem Verfahren zur Herstellung
eines Films auf Chitosan-Basis mit erhöhter Zellhaftfähigkeit,
der mit einer Substanz mit biologischer Aktivität biologisch aktiviert ist.
Der erhaltene Film stellt einen weiteren zusätzlichen Gegenstand dieser
Erfindung dar.
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Ein
weiterer zusätzlicher
Gegenstand dieser Erfindung besteht in einem ganz oder teilweise
beschichteten Produkt, das mit einem Film auf Chitosan-Basis beschichtet
ist, wie z.B. einem Implantat für
eine dentale oder traumatologische Verwendung.
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Ein
weiterer zusätzlicher
Gegenstand dieser Erfindung besteht in den Anwendungen dieser Filme
auf Chitosan-Basis, wie z.B. in der Verwendung dieses Films auf
Chitosan-Basis mit einer erhöhten
Zellhaftfähigkeit
als einem Vehikel für
den Transport und die Freisetzung von Substanzen mit biologischer
Aktivität,
oder in ihrer Verwendung bei der Ausarbeitung eines Films auf Basis
von biologisch aktiviertem Chitosan mit einer erhöhten Fähigkeit
zur Zellhaftung. Dieser Film auf Basis von biologisch aktiviertem
Chitosan kann wiederum in vielfachen Anwendungen verwendet werden,
wie z.B. bei der Induktion von biologischer Aktivität in einem Empfängerorganismus,
bei der Verstärkung
der Osteointegration von Implantaten für eine dentale oder traumatologische
Verwendung und/oder bei der Regeneration von Geweben, beispielsweise
Knochengewebe, neben anderen Anwendungen.
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KURZE BESCHREIBUNG
DER FIGUREN
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1 zeigt
eine Fotografie, die durch inverse optische Mikroskopie (100-fach)
einer Zellkultur C2C12 erhalten wurde, die in Näpfe überimpft wurde, welche Chitosan-Filme
enthielten, die mit NaOH stabilisiert und nicht der Aktivierungsbehandlung
für die
Zellhaftfähigkeit
entsprechend der Erfindung (Vergleichsbeispiel) unterzogen wurden,
wobei das rundliche Aussehen der Zellen beobachtet werden kann,
welches darauf hinweist, dass sie sich in Suspension befinden.
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2 zeigt
eine Fotografie, die durch inverse optische Mikroskopie (100-fach)
einer Zellkultur C2C12 erhalten wurde, die in Näpfe überimpft wurde, welche Chitosan-Filme
enthielten, die mit NaOH stabilisiert und nicht der Aktivierungsbehandlung
für die
Zellhaftfähigkeit
entsprechend der Erfindung (Vergleichsbeispiel) unterzogen wurden,
in einem späteren
Stadium als jenes in 1 gezeigte, nämlich nach
dem Wechsel des Kulturmediums mit dem als Folge auftretenden Dahinkriechen
(subsequent dragging) der Zellen, die nicht auf dem Film haften,
bei denen man Gruppierungen von Zellen in Form von Trauben sehen
kann, welche auf ein atypisches Wachstumsmuster hinweisen.
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3 ist
eine Fotografie, die durch inverse optische Mikroskopie (100-fach)
einer Zellkultur C2C12 erhalten wurde, die in Näpfe überimpft wurde, welche Chitosan-Filme
enthielten, die mit Glutaraldeyd und NaOH stabilisiert und nicht
der Aktivierungsbehandlung für
die Zellhaftfähigkeit
entsprechend der Erfindung (Vergleichsbeispiel) unterzogen wurden,
wobei man eine veränderte
Morphologie dieser Zellen aufgrund ihrer Haftung auf dem Film sehen
kann, welche auf ein anormales Wachstumsmuster hinweisen, sowie
auf eine Veränderung
ihrer Zellarchitektur.
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4 ist
eine Fotografie, die durch inverse optische Mikroskopie (100-fach)
einer Zellkultur C2C12 erhalten wurde, die in Näpfe überimpft wurde, welche Chitosan-Filme
enthielten, die mit NaOH stabilisiert und der Aktivierungsbehandlung
für die
Zellhaftfähigkeit
entsprechend der Erfindung (Beispiel 1) unterzogen wurden, bei denen
man sehen kann, dass die gesamte Oberfläche des Films vollständig mit
Zellen in Form einer Monoschicht bis zum Erreichen der Konfluenz
bedeckt ist.
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5 ist
eine Fotografie, die durch inverse optische Mikroskopie (100-fach)
einer Zellkultur C2C12 erhalten wurde, die in Näpfe überimpft wurde, welche Chitosan-Filme
enthielten, die mit NaOH stabilisiert und der Aktivierungsbehandlung
für die
Zellhaftfähigkeit
entsprechend der Erfindung (Beispiel 1) unterzogen wurden, in einem
früheren
Stadium im Vergleich zu dem in 4 gezeigtem,
bei dem man Teile des Films sehen kann, die noch nicht mit Zellen
beschichtet sind.
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6 ist
eine Fotografie, die durch inverse optische Mikroskopie (100-fach)
einer Zellkultur ROS 17/2.8 erhalten wurde, die in Näpfe überimpft
wurde, welche Chitosan-Filme enthielten, die mit NaOH stabilisiert
und der Aktivierungsbehandlung für
die Zellhaftfähigkeit
entsprechend der Erfindung (Beispiel 1) unterzogen wurden, wobei
man sehen kann, dass die gesamte Oberfläche des Films vollständig mit
Zellen in Form einer Monoschicht bis zur erreichten Konfluenz bedeckt
ist.
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7 ist
eine Fotografie (100-fach), die durch Scanning-Elektronenmikroskopie
(SEM) eines Fragments einer Titanschraube erhalten wurde, die bei
den Untersuchungen der Implantate in Versuchstieren verwendet wurde,
und die zuvor mit einem Chitosan-Film beschichtet wurde, wobei man
die Linien der mechanischen Bearbeitung der Schraube sehen kann.
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8 ist
eine Fotografie (100-fach), die durch Scanning-Elektronenmikroskopie
(SEM) eines Fragments einer Titanschraube erhalten wurde, die bei
den Untersuchungen der Implantate in Versuchstieren verwendet wurde,
die mit einem Chitosan-Film beschichtet wurde, der mit NaOH stabilisiert
und einer Aktivierungsbehandlung für die Zellhaftfähigkeit
unterzogen wurde, welche durch diese Erfindung bereitgestellt wird.
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9 ist
ein Balkendiagramm, welches den Gesamtproteingehalt der Zellkultur
veranschaulicht, der durch das Bradford-Verfahren bestimmt wurde,
mit Bezug auf die Kulturzeit (Tage), wobei der Absorptionswert in
jedem Fall auf den Proteingehalt der Zellkultur und indirekt auf
die Menge der Zellen hinweist, die auf dem Film haften; die unter
Verwendung einer herkömmlichen
Napfplatte (Kunststoff) als Referenz erhaltenen Werte wurden mit
den Werten verglichen, die unter Verwendung von Chitosan-Filmen erhalten wurden,
welche mit verschiedenen Behandlungen zur Stabilisierung stabilisiert
und nicht einer Aktivierungsbehandlung für die Zellhaftfähigkeit
unterzogen wurden, welche durch diese Erfindung bereitgestellt wird.
Behandlung 1: Stabilisierung mit Phosphatpuffer; Behandlung 2: Stabilisierung
mit NaOH; Behandlung 3: Stabilisierung mit Glutaraldehyd und NaOH;
und Behandlung 4: Stabilisierung mit Glutaraldehyd.
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10 ist
ein Balkendiagramm, welches den Gesamtproteingehalt der Zellkultur
veranschaulicht, der durch das Bradford-Verfahren bestimmt wurde,
mit Bezug auf die Kulturzeit (Tage), wobei der Absorptionswert in
jedem Fall auf den Proteingehalt der Zellkultur und indirekt auf
die Menge der Zellen hinweist, die auf dem Film haften; die unter
Verwendung einer herkömmlichen
Napfplatte (Kunststoff) als Referenz erhaltenen Werte wurden mit
den Werten verglichen, die unter Verwendung von Chitosan-Filmen erhalten wurden,
welche mit unterschiedlichen Behandlungen zur Stabilisierung stabilisiert
und nachfolgend der Aktivierungsbehandlung für die Zellhaftfähigkeit
unterzogen wurden, die durch diese Erfindung bereitgestellt wird.
Behandlung 1: Stabilisierung mit Phosphatpuffer; Behandlung 2: Stabilisierung
mit NaOH; Behandlung 3: Stabilisierung mit Glutaraldehyd und NaOH;
und Behandlung 4: Stabilisierung mit Glutaraldehyd.
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11 ist
ein Balkendiagramm, welches den Anteil an rhBMP-2 veranschaulicht,
das durch Chitosan-Filme absorbiert wird, welche mit NaOH stabilisiert
und der Aktivierungsbehandlung für
die Zellhaftfähigkeit
unterzogen wurden, welche durch diese Erfindung bereitgestellt wird,
im Vergleich zur Menge des zugegebenen Proteins.
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12 ist
ein Balkendiagramm, welches den Anteil an rhBMP-2 veranschaulicht,
das durch Chitosan-Filme absorbiert wird, die mit Glutaraldehyd
stabilisiert und der Aktivierungsbehandlung für die Zellhaftfähigkeit
unterzogen wurden, welche durch diese Erfindung bereitgestellt wird,
im Vergleich zur Menge des zugegebenen Proteins.
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13 ist
ein Balkendiagramm, welches die gesamte Aktivität der alkalischen Phosphatase/Proteins in
den Näpfen
an unterschiedlichen Tagen veranschaulicht; die erhaltenen Ergebnisse
zeigen, dass rhBMP-2, das an Chitosan-Filmen gebunden ist, welche
durch unterschiedliche Behandlungen stabilisiert und der Aktivierungsbehandlung
für die
Zellhaftfähigkeit
unterzogen wurden, welche durch diese Erfindung bereitgestellt wird,
aktiv bleibt; die erhaltenen Werte werden mit jenen verglichen,
die unter Verwendung einer herkömmlichen
Napfplatte (Kunststoff) als Referenz erhalten wurden.
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14 ist
ein Balkendiagramm, welches das Drehmoment oder das Kraftmoment
zeigt, das nötig
ist, um das zuvor in den flachen Teil des Schienbeins von Kaninchen
implantierte Implantat zu lösen,
das bei verschiedenen Zeiten verwendet wurde; die Ergebnisse, die
unter Verwendung von Titanschrauben erhalten wurden, die mit einem
Chitosan-Film beschichtet waren, der durch diese Erfindung bereitgestellt
wird, und der mit verschiedenen Behandlungen stabilisiert wurde
(NaOH: Behandlung 2; Glutaraldehyd und NaOH: Behandlung 3; und Glutaraldehyd:
Behandlung 4), und der der Aktivierungsbehandlung für die Zellhaftfähig keit
unterzogen wurde, die durch diese Erfindung bereitgestellt wird,
und der mit rhBMP-2 biologisch aktiviert war, wurden mit den Ergebnissen
verglichen, die mit den Kontrollen (nicht beschichtete Titanschrauben)
erhalten wurden. Darüber
hinaus wurden für
Vergleichszwecke die mit handelsüblichen
Schrauben Osseotite® und TiUnite® (Nobel Pharma)
erhaltenen Ergebnisse aufgenommen (die Daten stammen von Gottlob
et al., Applied Osteointegration Research, 2000, 1: 25-27).
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GENAUE BESCHREIBUNG
DER ERFINDUNG
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Die
vorliegende Erfindung betrifft, allgemein, die Herstellung von Filmen
auf Chitosan-Basis mit einer erhöhten
Zellhaftfähigkeit,
und die biologisch aktiviert werden kann, sowie auf die resultierenden
Filme und ihre Anwendungen.
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Im
Allgemeinen umfasst das Herstellungsverfahren für Filme auf Chitosan-Basis
mit einer erhöhten Zellhaftfähigkeit,
die durch diese Erfindung bereitgestellt werden, im Allgemeinen
die allgemeinen Schritte der Bildung des Films auf Chitosan-Basis,
seine Stabilisierung und Aktivierungsbehandlung für die Zellhaftfähigkeit
des stabilisierten Films. Andererseits kann die biologische Aktivierung
des Films auf Chitosan-Basis durchgeführt werden, sobald sich der
Film gebildet hat, oder alternativ, durch Einbau der Substanz mit
biologischer Aktivität
auf einer beliebigen Stufe in dem Herstellungsverfahren für den Film,
beispielsweise während
der Auflösung
der Chitosan-Lösung
oder während
der Stabilisierung des Films, in Abhängigkeit von der Stabilität und der
Natur der Substanzen mit biologischer Aktivität, die verwendet werden sollen,
sowie während
des Verfahrens, dem der Film in anderen Stufen unterzogen wurde.
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Insbesondere
liefert die Erfindung ein Verfahren für die Herstellung eines Films
auf Chitosan-Basis mit einer erhöhten
Zellhaftfähigkeit,
nachfolgend als das Verfahren der Erfindung bezeichnet, welches
umfasst:
- a) Auflösen von Chitosan, gegebenenfalls
zusammen mit einem biologisch abbaubaren Polymer, in einem Solubilisierungsmedium,
das eine wässrige
Lösung
von einer Säure
umfasst;
- b) Ausbringen der aus Stufe a) resultierenden Lösung auf
eine Oberfläche;
- c) Trocknen der auf die Oberfläche aufgebrachten Lösung, um
einen Film auf Chitosan-Basis zu erhalten;
- d) in Kontaktbringen des Films auf Chitosan-Basis mit einem
Stabilisierungsmittel, das aus i) einer wässrigen Lösung einer Base, (ii) einem
pH-Puffer gleich oder größer 5, (iii)
einem Verknüpfungsmittel
und (iv) Mischungen aus denselben ausgewählt ist;
- e) Waschen des stabilisierten Films auf Chitosan-Basis, der
in Stufe d) erhalten wurde; und
- f) Trocknen des stabilisierten Films auf Chitosan-Basis bei
einer Temperatur, die zwischen 15°C
und 80°C liegt,
in der Gegenwart eines Luftstroms.
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Der
Film auf Chitosan-Basis mit einer erhöhten Zellhaftfähigkeit,
erhältlich
durch das erfindungsgemäße Verfahren,
beinhaltet vollständig
oder teilweise Chitosan. Chitosan ist ein natürliches Polymer, das durch teilweise
Deacetylierung von Chitin erhalten wird. Chitin kann aus vielen
verschiedenen Quellen erhalten werden, beispielsweise aus Schalentieren,
Pilzen, etc. Der Ursprung des Chitins, das für die Gewinnung des Chitosans
verwendet wird, das in der vorliegenden Erfindung verwendet werden
soll, ist nicht von Bedeutung. In ähnlicher Weise ist es möglich, Modifikationen
des Chitosans auszuführen,
um verschiedene funktionelle Gruppen einzuführen, welche z.B. den biologischen
Abbau des Chitosans in vivo begünstigen,
die Knochenregeneration anregen, etc. Um diesen Umstand zu erläutern, können diese
funktionellen Gruppen Phosphon-Gruppen, Carboxymethyl-Gruppen, Methylpyrrolidon-Gruppen,
etc. umfassen. Im Allgemeinen kann eine beliebige Modifikation des
Chitosans durchgeführt
werden, vorausgesetzt, dass das Endprodukt seine Film-bildende Eigenschaft
behält.
In einer besonderen Ausführungsform
umfasst das in der vorliegenden Erfindung verwendete Chitosan ein
Chitosan, das mit einer oder mehreren funktionellen Gruppen derivatisiert wurde,
die unter Phosphan-Gruppen, Carboxymethyl-Gruppen, Methylpyrrolidon-Gruppen
und deren Mischungen ausgewählt
wurden.
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Chitosan,
das ein Polymer ist, welches durch teilweise Deacetylierung von
Chitin erhalten wird, zeigt einen sehr breiten Bereich von Molekulargewichten
und von Graden der Deacetylierung. Diese Parameter hängen von
den spezifischen Bedingungen ab, die in der basischen Hydrolyse
verwendet werden, welche mit dem Ausgangsmaterial (Chitin) durchgeführt wird,
sowie von dessen Ursprung. Somit ist es möglich, Chitosane zu erhalten,
deren durchschnittliches Molekulargewicht beispielsweise zwischen
150,000 und 2,000,000 und sogar mehr liegen, mit Graden der Deacetylierung,
die zwischen 65 % und 95 % oder sogar mehr liegen. Jedes dieser
Chitosane kann für
die Umsetzung der vorliegenden Erfindung in die Praxis verwendet
werden, obwohl jene Chitosane mit mittleren und geringen durchschnittlichen
Molekulargewichten bevorzugt werden, beispielsweise zwischen 200,000
und 500,000, und mit mittleren und hohen Graden der Deacetylierung,
beispielsweise zwischen 65 % und 95 %.
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Das
biologisch abbaubare Polymer, für
den Fall, dass es verwendet wird, kann ein beliebiges natürliches
oder synthetisches Polymer sein, vorausgesetzt, dass es in Wasser
oder in einem wässrigen
Säuremedium
löslich
und biologisch abbaubar ist. Erläuternde
Beispiele von biologisch abbaubaren Polymeren, welche in der vorliegenden
Erfindung verwendet werden können,
umfassen Polyglycolsäure,
Alginate, Carrageen, Collagen, etc., und deren Mischungen.
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Das
Solubilisierungsmedium für
Chitosan, gegebenenfalls zusammen mit dem biologisch abbaubaren Polymer,
ist ein Medium, welches eine wässrige
Lösung
einer organischen oder anorganischen Säure umfasst, mit einem pH gleich
oder kleiner als 3,5.
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Im
Allgemeinen kann eine beliebige Säure verwendet werden, in der
Chitosan, und falls anwendbar, das biologisch abbaubare Polymer,
löslich
sind. Um diesen Um stand zu erläutern,
kann diese Säure
Chlorwasserstoffsäure,
Essigsäure,
Zitronensäure,
Milchsäure, Äpfelsäure, etc.
sein. In einer besonderen Ausführungsform
ist das Solubilisierungsmedium eine wässrige Lösung von Essigsäure.
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Die
Konzentration des Chitosans in der sich ergebenden Lösung kann
innerhalb eines breiten Bereiches variieren, und sie kann Konzentrationen
von bis zu 5 % Chitosan erreichen (mit anderen Worten, höher als
jene, die normalerweise bei der Bildung von Chitosan-Filmen verwendet
werden).
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Die
Chitosan-Lösung,
gegebenenfalls zusammen mit dem biologisch abbaubaren Polymer, nachfolgend
die Lösung
auf Chitosan-Basis genannt, sollte eine Viskosität besitzen, die für die Anwendung
geeignet ist, für
die sie beabsichtigt ist. Diese Viskosität kann innerhalb eines breiten
Bereiches variieren, in Abhängigkeit
davon, ob diese Lösung
auf Chitosan-Basis auf eine flache Oberfläche oder auf eine komplexe
Oberfläche aufgebracht
werden soll, oder ob sie als ein Medium zur Beschichtung eines Artikels
durch Eintauchen verwendet werden soll, beispielsweise eine Schraube
von der Art, die in dentalen Implantaten verwendet wird.
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Die
Viskosität
der Lösung
auf Chitosan-Basis wird durch einige Faktoren bestimmt, die der
Lösung selbst
innewohnen. Einerseits wird sie durch die Konzentration des Chitosans,
andererseits durch das durchschnittliche Molekulargewicht des Chitosans,
das zur Herstellung dieser Lösung
verwendet wird, bestimmt und schließlich durch das verwendete
Solubilisierungsmedium.
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Im
Allgemeinen ist die Viskosität
nicht ein bestimmender Faktor in der praktischen Ausführungsform der
vorliegenden Erfindung, ausgenommen den Fall einer Bildung von Filmen
auf komplexen Oberflächen,
bei der dieser Parameter ausreichend hoch sein muss, um die Bildung
eines homogenen Films darauf während des
Verfahrens der Verdampfung des Lösungsmediums
zu ermöglichen.
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In
einigen praktischen Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung wurden 1 %ige Lösungen von Chitosan in 50 mM
Essigsäure
routinemäßig verwendet,
welche intrinsische Viskositäten
besaßen,
die in Abhängigkeit
von dem Molekulargewicht des verwendeten Chitosans von 17 g.dL–1 bis
4 g.dL–1 variierten.
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Sobald
die Lösung
auf Chitosan-Basis mit der geeigneten Viskosität hergestellt wurde, wird diese
Lösung
gleichförmig
mittels herkömmlicher
Verfahren aufgetragen oder verteilt, z.B. durch Sprühen, Eintauchen, Auftragen
mit einer Bürste,
etc. auf einer Oberfläche,
z.B. einer flachen oder komplexen Oberfläche, oder auf einer Oberfläche, die
mit einem Film auf Chitosan-Basis beschichtet werden soll, der durch
diese Erfindung bereitgestellt wird.
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Sobald
die Lösung
auf Chitoan-Basis auf dieser Oberfläche aufgetragen wurde, wird
eine Trocknung durchgeführt,
um das Lösungsmittel
zu entfernen, z.B. durch einfache Verdampfung, und ein Film auf
Chitosan-Basis wird auf dieser Oberfläche erhalten.
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Die
Trocknung kann durch jedes herkömmliche
Verfahren durchgeführt
werden. Im Allgemeinen kann sie bei einer Temperatur durchgeführt werden,
die zwischen der Raumtemperatur und einer Temperatur liegt, bei
der eine thermische Zersetzung des Chitosans nicht auftritt, beispielsweise
bei einer Temperatur, die zwischen 15°C und 80°C liegt, gegebenenfalls in Gegenwart
eines Luftstroms, für
einen geeigneten Zeitraum, solange man keine Gewichtsveränderung
beobachtet. Im Allgemeinen vermindert eine zunehmende Temperatur die
Dauer dieses Schrittes. Wenn die Filme auf Chitosan-Basis für Anwendungen
vorgesehen sind, die einen Bezug auf das Zellwachstum und die Vermehrung
besitzen, ist es nützlich,
in einem sterilen Raum oder in einer Kammer mit einem Luftstrom
von laminarem Fluss zu arbeiten, um einen nicht verunreinigten Film
zu erhalten. In einer besonderen Ausführungsform wird die Trocknung
des Films auf Chitosan-Basis in einem Luftstrom bei einer Temperatur
durchgeführt,
die zwischen 20°C
und 40°C
liegt. Bei den angegebenen Bedingungen kann der Trocknungsschritt
zwischen 12 und 24 Stunden dauern.
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Der
zuvor erhaltene Film auf Chitosan-Basis kann aufgrund seines stark
sauren Charakters nicht unmittelbar verwendet werden. Wie bereits
früher
darauf hingewiesen wurde, zersetzt sich dieser Film bei Kontakt
mit Wasser oder mit physiologisch gepufferten Lösungen, wie z.B. PBS, rasch.
Aufgrund dieses Umstandes ist es notwendig, den Film vor der Anwendung
zu stabilisieren.
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Um
den zuvor gebildeten Film auf Chitosan-Basis zu stabilisieren, wird
der Film mit einem Stabilisierungsmittel in Kontakt gebracht, welches
sein kann (a) ein Neutralisierungsmittel, wie z.B. eine wässrige Lösung einer
Base oder eines pH-Puffers mit einem pH-Wert von gleich oder größer als
5; (b) ein Vernetzungs-bildendes Mittel; oder (c) deren Mischungen.
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Das
Verfahren, welches normalerweise für die Stabilisierung der Chitosan-Filme
verwendet wird, besteht aus dem Eintauchen des Films (oder des Gegenstands
oder der Oberfläche,
die damit beschichtet ist) in eine stark basische Lösung, im
Allgemeinen 1 M NaOH für
mindestens 1 Stunde, bis zu einer Zeit von höchstens 24 Stunden. Jedoch
kann dieses Verfahren, wie es bereits erwähnt wurde, die Stabilität des Filmbeschichteten
Trägers
in negativer Weise beeinflussen. Die Wirkung der Behandlung führt ebenfalls,
und dies ist genau ihr Zweck, zu einer völligen Neutralisierung der
auf den Chitosan-Ionen vorhandenen Ladungen, und gibt somit zu einer
starken Verminderung in der Wechselwirkung zwischen dem Film und
dem Film-beschichteten Träger Anlass.
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Obwohl
es möglich
ist, das zuvor erwähnte
Stabilisierungsprotokoll zu verwenden, ist es in der vorliegenden
Erfindung vorzuziehen, weniger drastische Bedingungen bei der basischen
Behandlung zu verwenden, und somit sowohl die Konzentration der
verwendeten Base (NaOH) als auch die Zeit der Exposition dieser gegenüber zu vermindern.
In einer besonderen Ausführungsform
wird eine Eintauchzeit in eine wässrige
Lösung
von 0,5 M NaOH verwendet, die zwischen 30 und 40 Minuten liegt.
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In
alternativer Weise ist es möglich,
andere mildere Medien zu verwenden, wie z.B. solche, die durch Pufferlösungen mit
einem pH gleich oder größer als
5 bereitgestellt werden, z.B. Carbonat- oder Phosphat-Pufferlösungen,
um die Ladung des Chitosan-Films zu neutralisieren.
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Ein
anderer Weg zur Stabilisierung des gebildeten Films auf Chitosan-Basis
umfasst die Vernetzung zwischen den im Film vorhandenen Ketten des
Chitosans mittels der Verwendung von Vernetzungs-bildenden Mitteln,
wie z.B. bifunktionelle Reagenzien. In einer besonderen Ausführungsform
ist das verwendete Vernetzungsmittel Glutaraldehyd, obgleich dies
das gewöhnlicherweise
verwendete bifunktionale Reagenz ist. Glutaraldehyd kann mit einem
stark alkalischen Medium verwendet werden, wie z.B. jenem, das durch
NaOH bereitgestellt wird, oder in anderer Weise mit einem milderen
Medium, wie z.B. jenem, das durch den Carbonat- oder Phosphat-Puffer
bereitgestellt wird. In diesen Fällen
wird die Stabilisierung des Films mit der Vernetzung der Chitosan-Ketten
zur gleichen Zeit bewirkt wie die Neutralisierung seiner Ladungen.
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Für die Stabilisierung
der zuvor erhaltenen Filme auf Chitosan-Basis ist es in Übereinstimmung
mit dem Vorstehenden möglich,
in einer besonderen Ausführungsform
einen Phosphat-Puffer von einer Molarität zu verwenden, die zwischen
0,1 und 1 M liegt, vorzugsweise bei 0,25 M, bei einem pH-Wert nahe
der Neutralität.
Glutaraldehyd kann als ein Vernetzungs-bildendes Mittel verwendet
werden, bei Konzentrationen von bis zu 0,1 %, bevorzugt weniger
als 0,05 % und stärker
bevorzugt weniger als 0,025 % oder weniger. Kombinationen von beiden
stabilisierenden Wirkungen wurden ebenfalls verwendet, z.B. eine
gleichzeitige Behandlung mit NaOH und Glutaraldehyd in Konzentration
von 0,5 M bzw. 0,025 %. In einer anderen besonderen Ausführungsform
wurde ein Stabilisierungsmittel verwendet, das einen Puffer umfasst,
wie z.B. einen Phosphat-Puffer oder Carbonat-Puffer, und Glutaraldehyd.
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Die
Expositionszeit gegenüber
verschiedenen Mitteln ist verschieden, wobei die Exposition zwischen 30
und 45 Minuten bevorzugt wird, obwohl längere Zeiten möglich sind.
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Sobald
der Film auf Chitosan-Basis stabilisiert wurde, wird das für diesen
Zweck verwendete Stabilisierungsmittel entfernt, und es wird einige
male gewaschen, um die Rückstände des
verwendeten Stabilisierungsmittels zu beseitigen, mit einem ausreichenden
Volumen an PBS oder einem anderen Medium, das mit der biologischen
Verwendung, die für
diese Filme vorgeschlagen wird, verträglich ist.
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Der
auf diese Weise stabilisierte Film ist noch nicht imstande, eine
gleichförmige
und homogene Zellhaftung über
die gesamte Oberfläche
zu erbringen. Falls nach erfolgtem Waschen das Überimpfen der festgesetzten,
haftenden Zelllinien durchgeführt
wird, weisen die Untersuchungen der Menge der vorhandenen DNA darauf
hin, dass lediglich annähernd
ein Drittel der überimpften
Zellen an dem Film haften, entsprechend dem zuvor beschriebenen
Verfahren (1), wie es im Vergleichsbeispiel
gezeigt wurde. Diese Haftung ist nicht homogen, sondern sie tritt
stattdessen an bestimmten Stellen des Films auf, wobei ein großer Teil
seiner Oberfläche
ohne haftende Zellen vorliegt (2). Darüber hinaus
neigt die in diesen haftenden Zellen erzeugte Zellvermehrung nicht
dazu, eine Ausdehnung über
die gesamte Oberfläche
des Films zu erbringen, sondern sie ist vielmehr um den anfänglichen
Punkt der Haftung lokalisiert (2), verändert die
zelluläre
Cytoarchitektur, und die typische Morphologie der Fibroblasten dieser
Zelllinien ändert
sich (3). Diese Tatsache macht es unmöglich, diese
Filme auf Chitosan-Basis in der Praxis für eine gesteuerte Regeneration
des Gewebes zu verwenden.
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Die
vorstehend erwähnte
Zellhaftung ist sehr variabel, in Abhängigkeit vom Ursprung des Chitosans, des
für die
Herstellung des Chitosans verwendeten Verfahrens, des durchschnittlichen
Molekulargewichts des verwendeten Chitosans, der Zeit und der Bedingungen
der Lagerung des Chitosan-Films vor der Stabilisierung, etc. Es
gibt keine klare wechselseitige Beziehung zwischen den verschiedenen
erwähnten
Variablen und der homogenen Zellhaftung auf dem Film, so dass stark
variiende Ergebnisse erhalten werden, wie eingangs gesagt.
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Die
Tatsache, dass eine verlängerte
Lagerzeit (hin und wieder von Monaten) des Films auf Chitosan-Basis
die Zellhaftung in günstiger
Weise zu beeinflussen scheint, mit Bezug auf denselben gebildeten
und unmittelbar verwendeten Film (wobei der Einfluss des Molekulargewichts
des verwendeten Chitosans ausgeschlossen wird, die Gewichte der
Schichten sind ebenfalls die gleichen), scheint darauf hinzuweisen,
dass eine geringe strukturelle Veränderung hervorgerufen wird,
welche eine ausgeklügelte
Wirkung auf die Haftung besitzt.
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Nichtsdestotrotz
weist die zufällige
Natur dieser Erscheinung auf die Notwendigkeit hin, ein Verfahren zu
entwickeln, welches das Verhalten des Chitosan-Films in Bezug auf
die Fähigkeit
zur Zellhaftung und Vermehrung vereinheitlicht, so dass eine „Aktivierung" des Chitosans in
diesem Sinne entsteht. Mit diesem Ziel werden die folgenden Schritte
des Verfahrens der Erfindung ausgeführt, welche aus einer Aktivierungsbehandlung
für die
Zellhaftfähigkeit
des stabilisierten Films bestehen.
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Während der
Entwicklung der vorliegenden Erfindung wurde überraschenderweise gefunden,
dass die Ausführungsform,
bei der mindestens eine zweite Trocknung des bereits stabilisierten
Films auf Chitosan-Basis und ein Waschen bei den selben Bedingungen
wie bei jenen stattfindet, die bei dessen anfänglicher Bildung verwendet
wurden, das Verhalten des Chitosan-Films in Bezug auf die Zellhaftung
vereinheitlicht und, Zelldichten nach dem Überimpfen ergibt, die zu jenen ähnlich sind,
die durch dieselben Zellen in Flaschen von im Handel erhältlichen
Kulturen erbracht werden, wobei das Niveau der enzymatischen Aktivität (die auf
die Lebensfähigkeit
der Kultur hinweisen) und die Menge der DNA mit solchen äquivalent
ist, die später
von diesen erhalten wurden. Die Zellvermehrung ist homogen, und
die typische mikroskopische Zellmorphologie dieser überimpften
Linien bleibt erhalten.
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Die
zweite Trocknung wird durch ein beliebiges herkömmliches Verfahren bei einer
Temperatur ausgeführt,
die zwischen 15°C
und 80°C
liegt, in Gegenwart eines Luftstroms während eines geeigneten Zeitraums.
Die Trocknung wird durchgeführt,
bis es keine Gewichtsveränderung
gibt. In einer besonderen Ausführungsform
wird die Trocknung des Films auf Chitosan-Basis in einem Luftstrom
bei einer Temperatur durchgeführt,
die zwischen 20°C
und 40°C
liegt. Bei den angegebenen Bedingungen wird ein konstantes Gewicht üblicherweise
in 12-24 Stunden erreicht.
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Der
Film auf Chitosan-Basis, welcher durch das Verfahren der Erfindung
erhalten werden kann, besitzt eine erhöhte Zellhaftfähigkeit.
Die Fähigkeit
eines Films zur Zellhaftung kann durch verschiedene Untersuchungen
bestimmt werden. Um diesen Umstand zu erläutern, kann diese Fähigkeit
zur Zellhaftung durch Verwendung einer beliebigen haftenden Zelllinie
bestimmt werden, z.B. C2C12-Zellen, mittels des Untersuchungsverfahrens,
das als „Ethidium
Homodimer Versuch" bezeichnet
wird (siehe Beispiel 1, bei dem das Protokoll für dieses Verfahren beschrieben
ist), welches, kurz gesagt, die Kultivierung von C2C12-Zellen in
Näpfen,
die mit einem Film auf Chitosan-Basis
beschichtet sind, oder die unbeschichtet sind (Plastik), die Lyse
der Zellen, die Zugabe des Ethidium-Homodimers, die Inkubation und
das Ablesen der bei 645 nm emittierten Fluoreszenzintensität nach Anregung
bei 530 nm umfasst. Im Sinne dieser Beschreibung bezieht sich der
Ausdruck „Film
auf Chitosan-Basis mit erhöhter
Zellhaftfähigkeit" auf die Tatsache,
dass dieser Film auf Chitosan-Basis eine Zellhaftfähigkeit
besitzt, die größer ist
als jene, welche derselbe Film unter normalen Bedingungen besäße, d.h.,
ohne dass er zuvor irgendeiner besonderen Behandlung unterzogen
worden wäre,
um ihre Fähigkeit
zur Zellhaftung zu aktivieren. Um diesen Umstand zu erläutern, liefert
die Aktivierungsbehandlung für
die Zellhaftfähigkeit
dieser Erfindung einen Film auf Chitosan-Basis mit einer Zellhaftfähigkeit,
die durch diese Behandlung aktiviert wurde und die durch den Ethidium
Homodimer-Versuch bestimmt wurde, welche gleich der oder größer als
die Zunahme von mindestens 25 %, vorzugsweise von mindestens 50
% im Wert der Fähigkeit
zur Zellhaftung ist, die durch diesen Ethidium Homodimer-Versuch an einem
Chitosan-Film bestimmt wurde, der nicht dieser Aktivierungsbehandlung
für die
Zellhaftfähigkeit
unterzogen wurde.
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Der
Film auf Chitosan-Basis mit einer erhöhten Zellhaftfähigkeit,
welche durch das Verfahren der Erfindung erhalten werden kann, stellt
einen weiteren Gegenstand dieser Erfindung dar.
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Der
Film auf Chitosan-Basis mit einer Zellhaftfähigkeit kann verwendet werden,
um Zellen anhaften und wachsen zu lassen. Um dies auszuführen, kann
es nützlich
sein, Substanzen mit einer Fähigkeit
zur Anregung der Zellvermehrung auf diesem Film zu immobilisieren.
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Darüber hinaus
kann der Film auf Chitosan-Basis mit einer erhöhten Zellhaftfähigkeit
als ein Vehikel für
Substanzen mit biologischer Aktivität verwendet werden, so dass
er die Substanzen mit biologischer Aktivität fixieren oder immobilisieren
kann, und sie gegebenenfalls an den betreffenden Stellen freisetzen
kann.
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Daher
liefert die Erfindung einen biologisch aktivierten Chitosan-Film
mit einer erhöhten
Zellhaftfähigkeit,
welcher diesen Chitosan-Film, der entsprechend dem Verfahren der
Erfindung erhalten werden kann, und mindestens eine Substanz mit
biologischen Aktivität
umfasst.
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Als
eine Substanz mit biologischen Aktivität kann jede Substanz von natürlichem,
synthetischem oder rekombinantem Ursprung verwendet werden, die
fähig ist,
eine biologische Wirkung in einem Empfängerorganismus auszuüben, wie
z.B. dem menschlichen oder tierischen Körper. Um diesen Umstand zu
erläutern,
kann diese Substanz mit einer biologischen Aktivität ein Antibiotikum,
ein Hormon, ein Protein, etc. sein. In einer besonderen Ausführungsform
ist diese Substanz mit einer biologischen Aktivität ein Protein,
welches zu den Knochen-morphogenetischen Proteinen (bone morphogenetic
proteins, BMP) gehört,
wie z.B. einem humanen, natürlichen
oder rekombinanten BMP, oder einem Dimer oder Heterodimer derselben,
z.B. einem rekombinanten humanen BMP (rhBMP). In einer besonderen
Ausführungsform
wird dieses rhBMP ausgewählt
aus rhBMP-2, rhBMP-4, rhBMP-7, Dimeren oder Heterodimeren derselben,
und Mischungen derselben.
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Der
biologisch aktivierte Chitosan-Film mit einer erhöhten Zellhaftfähigkeit
kann durch ein Verfahren erhalten werden, welches das Kontaktieren
eines Chitosan-Films mit einer erhöhten Zellhaftfähigkeit,
der entsprechend dem Verfahren der Erfindung erhalten werden kann,
mit dieser Substanz mit biologischer Aktivität umfasst.
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In
alternativer Weise kann der biologisch aktivierte Chitosan-Film
mit einer erhöhten
Zellhaftfähigkeit mittels
eines Verfahrens erhalten werden, welches das Kontaktieren dieser
Substanz mit einer biologischen Aktivität entweder mit einer Chitosan-Lösung, gegebenenfalls
zusammen mit einem biologisch abbaubaren Polymer, in einem Solubilisierungsmedium,
das eine wässrige
Lösung
einer Säure
umfasst, in einem Schritt a) des Verfahrens der Erfindung, oder
auch in anderer Weise das Kontaktieren des Films auf Chitosan-Basis
mit dem Stabilisierungsmittel in Schritt d) des Verfahrens der Erfindung
umfasst.
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Die
Behandlung zur biologischen Aktivierung des stabilisierten, gewaschenen
und getrockneten Films auf Chitosan-Basis hat das Ziel, diesen Film
biologisch zu aktivieren, um die gewünschte biologische Aktivität im Empfängerorganismus
zu induzieren. Diese Induktion wird durch Fixierung dieser Substanz
mit biologischer Aktivität
mit dem Film auf Chitosan-Basis erreicht. Die Fixierung oder Immobilisierung
dieser Substanz mit biologischer Aktivität mit dem Film auf Chitosan-Basis
kann entweder durch direkte Adsorption dieser Substanz auf dem Film
erreicht werden, oder durch deren kovalente Immobilisierung auf
dem Film, beispielsweise durch Wechselwirkung der in Proteinen vorhandenen
reaktiven Gruppen mit Glutaraldeyd.
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Beispiel
2 beschreibt die Induktion der Aktivität der alkalischen Phosphatase
auf der Zelllinie C2C12, welche durch rhBMP-2 erbracht wurde, das
auf Chitosan-Filmen adsorbiert oder kovalent immobilisiert wurde. Diese
Induktion ist im Vergleich günstig
mit jener, die in dieser Zelllinie erhalten wurde, welche auf handelsübliches
Plastik überimpft
und mit derselben Dosis von rhBMP-2 in Lösung behandelt wurde, wobei
die Dosis im Kulturmedium während
der gesamten Zeit des Versuchs vorhanden war. Wie man in Beispiel
2 sehen kann (siehe Tabelle V), scheint es eine synergistische Wirkung
zwischen dem Chitosan und dem rhBMP-2 in Bezug auf seine biologische
Wirkung zu geben.
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Die
Erfindung liefert ebenfalls einen Artikel oder ein Produkt, das
mit einem Film auf Chitosan-Basis beschichtet ist, welches einen
Träger
und eine ganze oder teilweise Beschichtung dieses Trägers mit
einem Chitosan-Film mit einer erhöhten Zellhaftfähigkeit
umfasst, der gegebenenfalls biologisch aktiviert ist. In einer besonderen
Ausführungsform
ist dieser beschichtete Artikel oder das Produkt eine Prothese oder
ein medizinisch-chirurgisches Implantat, z.B. ein Implantat für eine dentale
oder traumatologische Verwendung, und dieser Film auf Chitosan-Basis
ist ein biologisch aktivierter Film auf Chitosan-Basis, der mindestens
ein BMP umfasst. In einer anderen bevorzugten Ausführungsform
wird dieser Träger
ausgewählt
unter Gazen und Matrizen von biologisch verträglichen und/oder biologisch
abbaubaren Polymeren, die in der Gewebe-Technologie verwendet werden.
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In
einem weiteren Gesichtspunkt betrifft die Erfindung die Verwendung
eines biologisch aktivierten Films auf Chitosan-Basis mit einer
erhöhten
Zellhaftfähigkeit,
der durch diese Erfindung bereitgestellt wird, bei der Induktion
einer biologischen Aktivität
in einem Empfängerorganismus,
bei der Verstärkung
der Osteointegration von Implantaten, die in, der Dentalchirurgie
oder in der traumatologischen Chirurgie ganz oder als Teil der Zone
des Empfängerorganismus', bei der man eine
Verbesserung wünscht,
und/oder bei der Regeneration des Knochengewebes verwendet werden.
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Insbesondere
betrifft die Erfindung die Verwendung eines biologisch aktivierten
Chitosan-Films mit einer erhöhten
Zellhaftfähigkeit,
welcher durch diese Erfindung bereitgestellt wird, bei der Ausarbeitung
eines Implantats für
eine dentale oder traumatologische Verwendung.
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Die
Erfindung betrifft darüber
hinaus Mittel zur Induktion einer biologischen Aktivität in einem
Empfängerorganismus,
wobei ein Träger
mit einem biologisch aktivierten Film auf Chitosan-Basis mit einer
erhöhten Zellhaftfähigkeit,
welcher durch die vorliegende Erfindung bereitgestellt wird, in
diesen Organismus implantiert werden soll, der dieser biologischen
Aktivität
bedarf.
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Die
Erfindung betrifft ferner Mittel zur Verbesserung der Osteointegration
von Implantaten für
eine dentale oder traumatologische Verwendung in einem Empfängerorganismus,
wobei ein Implantat, das mit einem biologisch aktivierten Film aus
Chitosan mit einer erhöhten
Zellhaftfähigkeit
beschichtet ist, und das durch diese Erfindung bereitgestellt wird,
in diesen Empfängerorganismus
implantiert werden soll, der einer Verbesserung der Osteointegration
dieses Implantats bedarf, wobei diese Substanz mit einer biologischen
Aktivität
ein BMP ist.
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Die
Erfindung betrifft ferner Mittel für die Regeneration des Knochengewebes
in einem Empfängerorganismus,
wobei eine Matrix zur Knochenerzeugung, die mit einem biologisch
aktivierten Film aus Chitosan mit einer erhöhten Zellhaftfähigkeit
beschichtet ist, welcher durch die folgende Erfindung bereitgestellt
wird, in einen Empfängerorganismus
eingesetzt werden soll, welcher der Regeneration des Knochengewebes
bedarf, wobei diese Substanz mit einer biologischen Aktivität ein BMP
ist.
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Als
ein Ergebnis dieser Beschreibung, wie es hier in Einzelheiten beschrieben
wurde, ist es möglich, zum
ersten mal auf dem uns betreffenden Gebiet des Standes der Technik
Filme auf Chitosan-Basis zu erhalten, die fähig sind, eine gute Zellhaftung
und Vermehrung zu ermöglichen,
und die darüber
hinaus durch Einbau von Substanzen mit einer biologischen Aktivität aktiviert
werden können.
Diese Filme auf Chitosan-Basis stellen einen biologisch verträglichen
und einen biologisch abbaubaren Film dar, welcher in perfekter Weise
an die Form des Gegenstands oder des Implantats angepasst werden
kann, das beschichtet werden soll, und an den Zellen aus dem Wirtsorganismus
anhaften können.
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In
dem Fall von dreidimensionalen porösen Matrizen, die häufig in
der Gewebe-Technologie
verwendet werden, erlaubt sie die Bildung eines Verbundmaterials,
das die mechanischen Eigenschaften des Trägers ausnutzt, und die es ermöglicht,
dass eine geeignete Porosität
für das
Eindringen und das Wachstum des umgebenden Gewebes beibehalten werden
kann, da das Chitosan die im Korpus der Matrix gebildeten Poren nicht
blockiert, da es in Form eines Films vorliegt. Gleichzeitig ermöglicht seine
Zellhaftfähigkeit
zusammen mit der biologischen Aktivierung, die in dem gesamten Material
sowohl auf der Außenfläche als
auch auf der Innenfläche
entsteht, dass die gewünschte
biologische Wirkung gleichzeitig überall in dem Korpus der Matrix entstehen
kann, und nicht aufgrund eines Eindringens nach innen. Das Aktivierungsmittel
ist vom ersten Augenblick verfügbar,
um seine Wirkung auf den gesamten Trägerkörper zu entfalten.
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Diese
besonderen Eigenschaften der neuen Filme auf Chitosan-Basis, die
durch diese Erfindung bereitgestellt werden, machen sie besonders
geeignet für
die Verbesserung der Osteointegration von Implantaten und Prothesen,
die gewöhnlich
in der medizinisch-chirurgischen Praxis verwendet werden, mittels
der Beschichtung dieser Materialien mit einem Film auf Chitosan-Basis
und seiner Aktivierung mittels des Einbaus von Faktoren, welche
das Knochenwachstum induzieren, wie z.B. BMPs von natürlichem
oder rekombinantem Ursprung, in dimerer oder heterodimerer Form.
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In ähnlicher
Weise sind die Filme auf Chitosan-Basis der vorliegenden Erfindung
ebenso besonders nützlich
für die
Wiederherstellung von Knochen- und Knochenknorpel-Wunden, welche
auf der Beschichtung von Gazen oder Stücken von biologisch verträglichen
und/oder biologisch abbaubaren Polymeren beruht, die gewöhnlich in
der Gewebe-Technologie verwendet werden, mittels der ganzen oder
teilweisen Beschichtung derselben mit einem Film auf Chitosan-Basis,
der durch diese Erfindung bereitgestellt wird, und die durch Einbau
von BMPs und/oder anderen Substanzen mit einer biologischen Aktivität aktiviert
werden.
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Die
folgenden Beispiele dienen zur Erläuterung der Erfindung und sollten
nicht so angesehen werden, als begrenzten sie deren Umfang.
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Vergleichsbeispiel: Wachstum
von Zelllinien auf nicht-aktivierten Chitosan-Filmen für die Zellhaftung
-
Eine
1 % Chitosan-Lösung
wird in 50 mM Essigsäure
hergestellt. Die Lösung
wird sterilisiert durch Filtration durch ein 0,22 μm Filter,
nachdem sie einer Vorfiltration durch ein 0,45 μm Filter unterzogen wurde.
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200 μl dieser
Lösung
werden in die Näpfe
einer 48-Napfplatte gegeben, wobei man einige davon frei lässt, um
sie als eine Kontrolle des im Handel erhältlichen Kunststoffs zu verwenden.
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Die
Platte wird in einem Luftstrom in einer Kammer mit einer laminaren
Strömung
während
einer Nacht bei einer Temperatur von 30°C getrocknet. Sobald sie trocken
ist, werden die Näpfe
dreimal mit 400 μl
von einigen der folgenden Stabilisierungsmittel für einen
Zeitraum von 30 bis 45 Minuten behandelt: (i) 0,5 M NaOH; 0,25 M
Phosphat; (ii) 0,025 % Glutaraldehyd; und (iii) einer Lösung von
0,5 M NaOH und 0,025 % Glutaraldehyd.
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Nachdem
der Behandlungszeitraum verstrichen ist, wird das Medium entfernt
und die Platten werden viermal mit 400 μl PBS gewaschen, so dass das
Medium 10 Minuten während
der Waschschritte mit dem Film in Kontakt bleibt.
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Schließlich wird
die PBS entfernt, und 200 μl
Zellkultur-Medium (DMEM mit hoher Glucosekonzentration, mit Penicillin/Streptomycin)
werden zugegeben, und die Näpfe
werden mit C2C12- oder ROS-Zellen mit einer Dichte von 10,000 Zellen/cm2 beimpft. Das Medium wird schließlich mit
weiteren 200 μl
Kulturmedium ergänzt,
und die Näpfe
werden bei 37°C
in einem CO2-Ofen inkubiert. Am nächsten Tag
wird das Medium entfernt und die einschlägigen Versuche werden mit den
verschiedenen Näpfen
durchgeführt.
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Nachdem
die entsprechenden Werte für
die Nullkontrolle für
jede Bedingung abgezogen wurden, werden die erhaltenen Ergebnisse
in den Tabellen I und II für
die Zelllinien C2C12 bzw. ROS dargestellt. Falls nicht anders angegeben,
zeigen die Werte in Klammern in allen Fällen das Prozentverhältnis zwischen
dem in jedem Fall erhaltenen Wert und dem entsprechenden Wert, der
mit einer herkömmlichen
Napfplatte (Kunststoff) erhalten wurde, welche als Referenz verwendet
wurde.
-
-
Die
Protokolle, denen zufolge die unterschiedlichen Versuche durchgeführt wurden,
sind die folgenden:
-
Calcein AM:
-
Das
Medium wird entfernt, und die Platten werden mit 200 μl PBS gewaschen.
Die PBS wird entfernt, und 100 μl
Calcein AM-Lösung
werden pro Napf zugegeben (erhalten aus der Mischung von 10 μl Stammlösung von
Calcein AM (4 mM) mit 10 ml PBS). Die Platte wird 1 Stunde bei Raumtemperatur
in Dunkelheit inkubiert, und die Intensität der Fluoreszenz, welche der
Anregung bei 490 nm folgt und bei 530 nm emittiert wird, wird abgelesen.
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Ethidium-Homodimer:
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Das
Calcein AM wird entfernt, und die Zellen werden durch Zugabe von
Methanol bei 70 % abgetötet. Nach
dem Zelltod wird das Methanol entfernt, und 100 μl Ethidium-Homodimer-Lösung werden
pro Napf zugegeben (erhalten aus der Zugabe von 20 μl Stammlösung des
Ethidium-Homodimers (2 mM) zu 10 ml PBS). Nach der Inkubation für 30 Minuten
wird die Intensität
der Fluoreszenz abgelesen, welche der Anregung bei 530 nm folgt
und bei 645 nm emittiert wird.
-
MTT:
-
40 μl (1/10 des
in dem Napf vorhandenen Volumens) einer Lösung, die durch die Rekonstitution
von 15 mg MTT in 3 ml PBS gebildet wurde, werden zu dem Kulturmedium
gegeben. Die Mischung wird für
2 Stunden bei 37°C
in einem CO2-Ofen inkubiert. Ein gleiches Volumen
der Solubilisierungslösung
(im wesentlichen Triton X-100 in Isopropanol) wird zu jedem Napf
nach diesen 2 Stunden zugegeben, und nach Auflösung der gebildeten Formazan-Kristalle
durch wiederholtes Pipettieren wird die optische Dichte (OD) bei
570 nm und bei 690 nm abgelesen, entsprechend dem Protokoll, das
durch den Lieferanten dieses Versuchs-Kits (Sigma Chemical Company)
bereitgestellt wird.
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Andererseits
zeigte die Beobachtung durch inverse optische Mikroskopie (Linse:
10-fach, und Binocular: 10-fach, insgesamt 100-fach) der Kulturzellen
von C2C12 und ROS, dass nur annähernd
ein Drittel der eingesetzten Zellen an dem gebildeten Film haften,
entsprechend dem beschriebenen Verfahren (1) und dass
die Haftung nicht homogen ist, sondern dass sie an bestimmten Stellen
des Films auftritt, wobei ein großer Teil der Oberfläche ohne
anhaftende Zellen vorliegt. Darüber
hinaus kann man auch sehen, dass die Zellvermehrung in diesen anhaftenden
Zellen nicht dazu neigt, zu einer Ausdehnung über den gesamten Film zu führen, sondern
vielmehr um den anfänglichen
Punkt des Haltens herum lokalisiert ist (2), sich
die Cytoarchitektur der Zellen verändert, und sich die typische
Morphologie der Fibroblasten dieser Zelllinien verändert (3).
Diese Tatsache macht die praktische Verwendung dieser Filme auf
Chitosan-Basis für
die Verwendung in der gesteuerten Regeneration des Gewebes unmöglich. Daher
ist der Chitosan-Film, der entsprechend dem in diesem Beispiel beschriebenen
Protokoll erhalten und stabilisiert wurde, nicht imstande, eine gleichförmige und
homogene Zellhaftung über
die gesamte Oberfläche
zu zeigen.
-
Beispiel 1: Wachstum der
Zelllinien auf aktivierten Chitosan-Filmen für die Zellhaftung
-
Man
folgt dem in dem Vergleichsbeispiel beschriebenen Verfahren.
-
Nach
dem Waschen mit PBS wird das Medium entfernt, und eine zweite Trocknung
des Films wird bei 30-35°C
in einem Luftstrom durchgeführt.
-
Sobald
er trocken ist, werden 200 μl
Kulturmedium (DMEM mit hoher Glucosekonzentration) zugegeben, die
Zellen werden mit derselben Dichte wie im Vergleichsbeispiel überimpft,
und die Näpfe
werden mit zusätzlichen
200 μl Medium
ergänzt.
Die Platten werden schließlich
in einem CO2-Ofen bei 37°C inkubiert. Am folgenden Tag
werden dieselben Analysen mit den Platten durchgeführt wie
jene, die im Vergleichsbeispiel beschrieben sind, wobei man den
bereits beschriebenen Protokollen folgt. Die erhaltenen Ergebnisse
für die
Zelllinien C2C12 bzw. ROS sind in den Tabellen III bzw. IV dargestellt.
-
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Beim
Vergleich der in den Tabellen III und IV gezeigten Werte mit jenen,
in den Tabellen I und II gezeigten kann man sehen, dass das Wachstum
der untersuchten Zelllinien auf den Chitosan-Filmen, die einer Aktivierungsbehandlung
für die
Zellhaftfä higkeit
unterzogen wurden (Beispiel 1), viel größer ist, als jenes, das auf
den Chitosan-Filmen
erhalten wurde, welche nicht dieser Aktiverungsbehandlung für die Zellhaftfähigkeit unterzogen
wurden (Vergleichsbeispiel).
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In ähnlicher
Weise zeigt die Beobachtung durch inverse optische Mikroskopie (100-fach)
der Zellkulturen von C2C12 und ROS auf Chitosan-Filmen, die verschiedenen
Behandlungen zur Stabilisierung und der Aktivierungsbehandlung für die Zellhaftfähigkeit
unterzogen wurden, dass die eingesetzten Zellen in ausreichendem
Maße auf
dem gebildeten Film haften, entsprechend dem beschriebenen Verfahren,
und dass das Zellwachstum in diesen anhaftenden Zellen dazu neigt,
zu ihrer Ausdehnung über
die gesamte Oberfläche
des Films zu führen,
wobei die Zellarchitektur sich nicht ändert (4-6).
Diese Tatsache macht die praktische Verwendung der Filme auf Chitosan-Basis
für die
gesteuerte Regeneration von Gewebe möglich. Daher ist der Chitosan-Film, der entsprechend
den in diesem Beispiel beschriebenen Protokoll erhalten, stabilisiert
und in Bezug auf seine Zellhaftfähigkeit
aktiviert wurde, imstande, eine gleichförmige und homogene Zellhaftung über die
gesamte Oberfläche
zu zeigen.
-
Beispiel 2
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Aktivierung von Chitosan-Filmen
durch rhBMP-2
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Eine
Lösung,
die durch 40 μl
rhBMP-2 (bei einer Konzentration von 1 mg/ml in 50 mM Essigsäure) gebildet
wird, wird auf Filme aufgetragen, die entsprechend dem in Beispiel
1 beschriebenen Protokoll hergestellt wurden, nach einer Trocknung
im Bereich von Sekunden. Dann folgte eine Verdünnung mit 160 μl PBS. Die Näpfe wurden
bei 4°C über Nacht
gehalten, und dann wurde am folgenden Tag das Medium mit dem Protein entfernt.
Die Näpfe
werden anschließend
mit C2C12 entsprechend den in dem Vergleichsbeispiel oder in Beispiel
1 beschriebenen Protokollen mit einer anfänglichen Zelldichte von 20,000
Zellen/cm2 beimpft.
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40 μl rhBMP-2
bei einer Konzentration von 1 mg/ml werden zu den Kontrollnäpfen aus
Plastik nach dem Beimpfen gegeben, während keine Zugabe von rhBMP-2
zu den Zellen erfolgt, die auf die Chitosan-Filme überimpft
wurden.
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Am
dritten Tag wird das Kulturmedium entfernt und durch ein gleiches
Volumen frischen Mediums ausgetauscht, und eine neue Zugabe von
rhBMP-2 wird bei den Kontrollzellen durchgeführt. Während des gesamten Versuches
erfolgt keine Zugabe von rhBMP-2 bei denjenigen Zellen, die auf
Chitosan-Filme überimpft
wurden, so dass die erzeugte Aktivierung durch das auf dem Film
adsorbierte rhBMP-2 vor dem Überimpfen
der Zellen erbracht werden muss.
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In
der Tabelle V sind die erhaltenen Ergebnisse für die durch rhBMP-2 induzierte
Aktivität
der alkalischen Phosphatase gesammelt.
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Das
Protokoll, dem durch Ausführen
dieses Versuches gefolgt wurde, lautet wie folgt. Das Kulturmedium
wird entfernt, und die Platten werden einmal mit 200 μl PBS gewaschen.
Das PBS wird entfernt und 100 μl
Lösung
für die
Zelllyse (Triton X-100 bei 0,1 %, 50 mM Tris HCl pH 6,8 und 10 mM
MgCl2) werden pro Napf zugegeben. Die Lösung wird
dreimal bei –80°C eingefroren
und wieder aufgetaut. Schließlich
werden 15 μl
dieser Lösung
für die
Lyse aus jedem Napf entfernt, und 150 μl einer 1:1 Lösung von
alkalischer Phosphatase und Substrat werden zugegeben (Sigma Chemical
Company), mit einem Vorwärmen
auf 37°C
und einer Herstellung unmittelbar vor der Verwendung. Die Lösung wird
10 Minuten bei 37°C
inkubiert, und die Reaktion wird nach 10 Minuten gestoppt, nach
denen die Zugabe von 150 μl
0,5 M NaOH pro Napf erfolgt. Schließlich wird die OD bei 405 nm
abgelesen.
-
-
Beispiel 3
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Beschichtung
einer Schraube für
ein Implantat
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Eine
Titanschraube (7) wird in eine Lösung von
1 % Chitosan in 50 mM Essigsäure
getaucht. Sie wird dann herausgenommen und in einem Luftstrom getrocknet,
wobei die Schraube in gleichmäßiger Drehung
gehalten wird, so dass sich der Film gleichförmig über die gesamte Oberfläche erstreckt
(8).
-
Sobald
sich der Film gebildet hat, wird er nach einem der in dem Beispiel
1 beschriebenen Verfahren behandelt und gemäß dem in Beispiel 2 beschriebenen
Verfahren aktiviert. Sie wird dann im proximalen Drittel der Innenseite
des flachen Teils des Schienbeins von Kaninchen einer Züchtung aus
Neuseeland implantiert, die 2,5 kg wogen, und die von der Abteilung
für Tierzucht
der Universidad Complutense of Madrid (UCM) geliefert wurden. Nach
drei Wochen wurden die Tiere getötet,
und man beobachtete, dass die Haftung fester ist als in den Kontrollen
(Titanschrauben ohne Beschichtung), und Kräfte zwischen 20 – 60 Newton
nötig sind,
um die Schrauben zu lösen.
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Beispiel 4
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Bestimmung des Gesamtproteingehalts
der Zellkultur
-
Dieser
Versuch wurde durchgeführt,
um den Gesamtproteingehalt der Zellkultur mittels des Bradford-Verfahrens
zu bestimmen, in Bezug auf die Kulturzeit (Tage). Bei diesem Versuch
ist der Wert der Absorption ein Hinweis auf den Proteingehalt der
Zellkultur und daher auf die Anzahl der Zellen, die auf dem Film
haften. Die Werte, welche unter Verwendung einer herkömmlichen
Napfplatte (Plastik) als Referenz erhalten wurden, werden mit den
Werten verglichen, die unter Verwendung von Chitosan-Filmen erhalten wurden,
welche mit verschiedenen Behandlungen zur Stabilisierung stabilisiert
und nicht einer Aktivierungsbehandlung für die Zellhaftfähigkeit
unterzogen wurden, welche durch diese Erfindung bereitgestellt wird
(Beispiel 4.1) und gegenüber
den Werten, die unter Verwendung von Chitosan-Filmen erhalten wurden,
welche mit verschiedenen Stabilisierungsbehandlungen stabilisiert
und einer Aktivierungsbehandlung für die Zellhaftfähigkeit
unterzogen wurden, die durch diese Erfindung bereitgestellt wird
(Beispiel 4.2).
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4.1 Chitosan-Filme ohne
Aktivierung der Zellhaftfähigkeit
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Um
diesen Versuch durchzuführen,
wurden 7 Platten mit 48 Näpfen
(Costar) wie nachfolgend beschrieben hergestellt. Jede Platte besaß einige
Näpfe,
die unterschiedliche Chitosan-Filme (1 cm2)
in dreifacher Anordnung enthielten, die durch das in Beispiel 1
beschriebene Verfahren erhalten wurden, und die mittels verschiedener
Behandlungen (Behandlung 1: Phosphat-Puffer; Behandlung 2: NaOH;
Behandlung 3: Glutaraldehyd und NaOH; und Behandlung 4: Glutaraldehyd)
stabilisiert und nicht einer Aktivierungsbehandlung der Zellhaftfähigkeit
unterzogen wurden. Näpfe
mit Film, jedoch ohne Zellen, Näpfe
ohne Film, Näpfe ohne
Zellen, und Näpfe
mit Zellen wurden als Kontrollen und Nullwerte verwendet.
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Anschließend wurden
200 μl Zellkulturmedium
(DMEM mit hoher Glucosekonzentration mit Penicillin/Streptomycin)
zu jedem Napf gegeben. Die Näpfe
wurden mit C2C12- oder ROS-Zellen mit einer Dichte von 10,000 Zellen/cm2 belegt. Jeder Napf wird mit weiteren 200 μl Kulturmedium
ergänzt
und bei 37°C
in einem CO2-Ofen für den feststehenden Zeitraum
inkubiert (1-7 Tage).
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Um
den Versuch zur Bestimmung des Gesamtproteins der Zellkultur nach
dem Bradford-Verfahren durchzuführen,
wurde dem folgenden Verfahren gefolgt. Am Tag des Versuchs wurde
in einem ersten Schritt das Kulturmedium entfernt und anschließend wurden
die Näpfe
mit 400 μl
PBS zweimal gewaschen, um Rückstände der
Proteine zu beseitigen, die in dem Medium hätten vorhanden sein können, und
die den Versuch hätten
stören
können.
200 μl Bradford-Reagenz
(BioRad) pro Napf wurden zusammen mit 800 μl destilliertem Wasser oder
milliQ zugegeben. Die Platten wurden 30 Minuten in der Dunkelheit
bei Raumtemperatur inkubiert, und die Absorption wurde bei 595 nm
abgelesen.
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Nachdem
die Werte für
die Nullwerte entsprechend einer jeden Bedingung abgezogen wurden,
werden die erhaltenen Ergebnisse in 9 gezeigt,
aus der die Zufälligkeit
der erhaltenen Werte ersehen werden kann, und wie erwartet beobachtet
man, dass die Zellen sich mit größerer Effizienz
an das Plastik geheftet haben als an die verschiedenen Chitosan-Filme,
bei denen die Zellhaftung nicht auftritt oder vom vierten Tag an nahezu
nicht auftritt (der mit dem Wechsel des Kulturmediums und der nachfolgenden
Entfernung der nicht-haftenden Zellen zusammenfällt), wie es durch die drastische
Abnahme in den Werten für
die Absorption gezeigt wird, die vom vierten Tag an gemessen werden.
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4.2 Chitosan-Filme mit
Aktivierung der Zellhaftfähigkeit
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Das
in Beispiel 4.1 beschriebene Verfahren wurde genau wiederholt, jedoch
wurden die in diesem Beispiel verwendeten Chitosan-Filme durch Chitosan-Filme
ersetzt, welche durch verschiedene Behandlungen (Behandlung 1: Phosphat-Puffer;
Behandlung 2: NaOH; Behandlung 3: Glutaraldehyd und NaOH; und Behandlung
4: Glutaraldehyd) stabilisiert und der Aktivierungsbehandlung für die Zellhaftfähigkeit
gemäß der Erfindung
unterzogen wurden, die in Beispiel 1 beschrieben ist.
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Nachdem
die Werte für
die Nullkontrollen entsprechend einer jeden Bedingung abgezogen
wurden, werden die erhaltenen Ergebnisse in 10 gezeigt,
aus der ersehen werden kann, dass die Zellen in diesem Fall sich
in einem Ausmaß an
die Chitosan- Filme
angeheftet haben, das ähnlich
dem oder sogar größer ist
als jenes für
Kunststoff, sogar nach dem vierten Tag.
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Beim
Vergleich der in den 9 und 10 gezeigten
Werte wird beobachtet, dass die Haftfähigkeit und das Wachstum der
untersuchten Zelllinien auf den Chitosan-Filmen, welche der Aktivierungsbehandlung für die Zellhaftfähigkeit
unterzogen wurden, sehr viel größer sind
als jene, die auf den Chitosan-Filmen erhalten wurden, welche nicht
dieser Aktivierungsbehandlung für
die Zellhaftfähigkeit
unterzogen wurden.
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Beispiel 5
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Adsorption von rhBMP-2
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Ein
geeignetes Volumen einer Lösung
von rhBMP-2 (bei einer Konzentration von 1 mg/ml in 50 mM Essigsäure) wird,
um die gewünschte
Menge des Proteins im Napf zu erhalten (5-400 μg von rhBMP-2), zu Filmen gegeben,
die entsprechend dem in Beispiel 1 beschriebenen Protokoll hergestellt
wurden, und in Abschnitten von 1 cm2 auf
die Näpfe
einer 48-Napf-Platte aufgetragen, und das Volumen wird bis zu 200 μl mit PBS
ergänzt,
wenn das Volumen der zu dem Napf gegebenen Proteinlösung weniger
als 200 μl
betrug. Anschließend
wurde die Platte bedeckt und in einer kalten Kammer bei 4°C über Nacht
gehalten. Am folgenden Tag wurde die Proteinlösung aus den Näpfen entfernt
(Überstand)
und der Gesamtproteingehalt in dem Überstand wird durch das Bradford-Verfahren
(Beispiel 4) bestimmt. Durch Berechnung der Unterschiede zwischen den
Werten, welche mit der Stammlösung
des Proteins erhalten wurden, wird die Menge des auf dem Chitosan-Film
adsorbierten Proteins erhalten.
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Die
Ergebnisse der Adsorption des rhBMP-2 durch Chitosan-Filme, welche
mit NaOH oder mit Glutaraldehyd stabilisiert wurden, und die der
Aktivierungsbehandlung für
die Zellhaftfähigkeit
unterzogen wurden, welche durch die vorliegende Erfindung bereitgestellt
wird, sind in den 11 bzw. 12 gezeigt,
wobei der Fehlerbalken dem Mittelwert einiger Experimente entspricht.
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Beispiel 6
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Aktivierung von Chitosan-Filmen
durch rhBMP-2 im Verlauf der Zeit
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Dieser
Versuch wurde durchgeführt,
um die Fähigkeit
der Aktivierung von Chitosan-Filmen mittels rhBMP-2 über den
Verlauf der Zeit zu bewerten. Um dies durchzuführen, werden 10 μg rhBMP-2
(aus einer Lösung
von rhBMP-2 bei einer Konzentration von 1 mg/ml in 50 mM Essigsäure) zu
den Filmen gegeben, welche entsprechend dem in Beispiel 1 beschriebenen
Protokoll hergestellt und in den Näpfen einer 48-Napfplatte aufgetragen
wurden. Die nicht mit einem Film beschichteten Näpfe wurden als Kontrollen verwendet.
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Die
Platten wurden bei 4°C über Nacht
gehalten, und am folgenden Tag wurde das Medium mit dem Protein
entfernt. Anschließend
wurde das Kulturmedium zugegeben, und die Beimpfung mit C2C12 wurde
entsprechend dem im Vergleichsbeispiel oder im Beispiel 1 beschriebenen
Protokollen durchgeführt,
mit einer anfänglichen
Zelldichte von 10,000 Zellen/cm2.
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Nach
dem Beimpfen wurden 10 μg
rhBMP-2 zu den Plastikkontrollnäpfen
gegeben, während
keine folgende Zugabe von rhBMP-2 zu denjenigen Zellen erfolgte,
die auf Chitosan-Filme überimpft
wurden.
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Am
vierten Tag wird das Kulturmedium entfernt und gegen ein gleiches
Volumen frischen Mediums ausgetauscht, und es erfolgt eine erneute
Zugabe von rhBMP-2 zu den Kontrollzellen. Während des gesamten Versuches
erfolgt keine Zugabe von irgendeinem rhBMP-2 zu den Zellen, die
auf Chitosan-Filme überimpft wurden,
so dass die erzeugte Aktivierung durch das auf dem Film adsorbierte
rhBMP-2 vor dem Überimpfen der
Zellen erbracht werden muss.
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13 zeigt
die Ergebnisse, die für
die Aktivität
der alkalischen Phosphatase (siehe das in Beispiel 2 beschriebene
Versuchsprotokoll) welche durch das gesamte rhBMP-2 in den Näpfen an
verschiedenen Tagen induziert wurde. Die erhaltenen Er gebnisse zeigen,
dass rhBMP-2, das an die Chitosan-Filme gebunden ist, welche durch
verschiedene Behandlungen stabilisiert wurden (Behandlung 1: Phosphat-Puffer;
Behandlung 2: NaOH; Behandlung 3: Glutaraldehyd und NaOH; und Behandlung
4: Glutaraldehyd) und die der Aktivierungsbehandlung für die Zellhaftfähigkeit
unterzogen wurden, die durch diese Erfindung bereitgestellt wird,
während des
betrachteten Zeitraums aktiv bleibt.
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Beispiel 7: Bestimmung
des notwendigen Drehmoments, um ein Implantat zu lockern
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Dem
in Beispiel 3 beschriebenen Verfahren zufolge werden Schrauben hergestellt,
die mit Chitosan-Filmen beschichtet sind, die durch verschiedene
Behandlungen stabilisiert wurden (Behandlung 2: NaOH, Behandlung
3: Glutaraldehyd und NaOH; und Behandlung 4: Glutaraldehyd). Sobald
die Filme sich auf den Schrauben gebildet haben, wird die Zellhaftfähigkeit
durch Adsorption von rhBMP-2 entsprechend dem in Beispiel 2 beschriebenen
Verfahren biologisch aktiviert. Unbeschichtete Titanschrauben wurden
als Kontrollen verwendet.
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Anschließend wurde
eine mit einem Chitosan-Film beschichtete Schraube in das proximale
Drittel der Innenseite des flachen Teils des Schienbeins von Kaninchen
einer Züchtung
aus Neuseeland implantiert, die 2,5 kg wogen, und die von der Abteilung
für Tierzucht
der Universidad Complutense of Madrid (UCM) geliefert wurden, und
die Kontrollschraube wurde in den flachen Teil des anderen Schienbeins
desselben Tieres implantiert. Die Implantation wurde unter Verwendung
herkömmlicher
Verfahren durchgeführt.
Die Tiere wurden ohne irgendeine Beschränkung ihrer Bewegungsfreiheit
gehalten, und nach der angegebenen Zeit (5-7 Wochen) wurden die
Tiere getötet,
um die Osteointegration des Implantats durch Bestimmung des notwendigen Drehmoments
zu bewerten, um die Schrauben zu lockern.
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Die
erhaltenen Ergebnisse sind in 14 gezeigt
und zeigen eine stabilere Haftung im Fall der mit einem Chitosan-Film
beschichteten Schrauben als in den Kontrol len (unbeschichtete Titanschrauben).
Zusätzlich
wurde der Wert des mit handelsüblichen
Schrauben Osseotite® und TiUnite® (Nobel
Pharma) (die Daten stammen von Gottlob et al., Applied Osteointegration
Research, 2000, 1:25-27) erhaltenen Drehmoments wurden zu Vergleichszwecken
angegeben.