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HINTERGRUND
DER ERFINDUNG
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Die
größte Menge
des Sauerstoffverbrauchs im Gewebe eines Tieres wird durch ein genau
ausgewogenes System gesteuert, in welchem die Geschwindigkeit des
Katabolismus der Nahrungsmittel in den Mitochondrien zum größten Teil
durch den Fluß von
Elektonen entlang der Elektronentransportkette geregelt ist. Gleichzeitiges
Pumpen der Protonen auswärts über die
mitochondriale innere Membran etabliert einen elektrochemischen
Protonengradienten oder eine protonentreibende Kraft (Δ p), welche
die ATP-Synthese durch einen Einwärtsfluß von Protonen durch die F1F0-ATP-Synthase
steuert. Somit sind Nahrungsmittelverbrennung, Elektronentransport,
Protonenfluß und
ATP-Umwandlung direkt miteinander gekoppelt. Jedoch wird ein Teil
des Δp als
Einwärtsprotonenfluß unabhängig von
der ATP-Synthase abgezweigt, ein Phänomen, das als "proton leak" oder "entkoppeln" bekannt ist. Nahrungsmittelverbrennung
und Elektronentransport/Auswärtsprotonenpumpen
steigen auf die Abzweigung von Δp
hin an; somit könnte
das immanente proton leak in den Mitochondrien für einen signifikanten Teil
der täglichen
Energieaufwendung Rechnung tragen (schätzungsweise zwischen 20 und
40 % des metabolischen Umsatzes im Gewebe) [Brand et al., Biochim.
Biophys. Acta, 1187:132–139
(1994); Rolfe et al., Am. J. Physiol., 276:C692–C699 (1999)].
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Das
erste Anzeichen, daß spezifische
Proteine dem proton leak in den Mitochondrien in Säugetieren zugrunde
liegen könnten,
ergab sich aus Studien des braunen adipösen Gewebes (BAT), eines spezialisierten Gewebes,
in welchem ein großer
Teil des mitochondrialen Sauerstoffverbrauchs von der ATP-Synthese
unter Bedingungen entkoppelt wird, in welchen die adaptionelle Thermogenese
getriggert wird (d. h. Kälteaussetzung
bei Nagetieren) [Nicholls und Locke, Physiol. Rev., 64:1–64 (1984)].
Das hitzebildende Nutzloscyclisieren des Protonenkreislaufs in den
Mitochondrien des BAT wurde als mit einem spezifischen Protein verbunden
angesehen, das Entkopplungsprotein (UCP, anschließend UCP1
genannt) genannt wird [Nicholls und Locke, supra; Ricquier et al.,
FASEB J., 5:2237–2242
(1991)]
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UCPs
wurden zunächst
in braunen Fettzellen von Winterschlaf-haltenden Tieren, so wie
Bären,
gefunden und beschrieben. Es wurde vermutet, daß UCPs solchen Winterschlaf-haltenden
Tieren und anderen Tieren, die an kaltes Wetter angepaßt sind,
helfen, um die Körpertemperaturen
bei kaltem Wetter in ihrem Kern dadurch beizubehalten, daß die metabolische
Geschwindigkeit des Körpers
im Ruhezustand erhöht
wird. Da Menschen relativ geringe Mengen braunes adipöses Gewebe
besitzen, wurde zunächst
vermutet, daß UCPs eine
weniger wichtige Rolle beim menschlichen Metabolismus spielen.
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Verschiedene
unterschiedliche menschliche Entkopplungsproteine wurden nun beschrieben
[siehe im allgemeinen Gura, Science, 280:1369–1370 (1998)]. Das menschliche
Entkopplungsprotein, das UCP1 genannt wird, wurde durch Nicholls
et al. identifiziert. Nicholls et al. zeigten, daß die innere
Membran von braunen Fettzellmitochondrien für Proteine sehr durchlässig war,
und die Forscher führten
die beobachtete Durchlässigkeit
auf ein Protein, genannt UCP1, in der mitochondrialen Membran zurück. Nicholls
et al. berichteten, daß das
UCP1 durch die Bildung einer solchen Permeabilität die Anzahl der ATPs reduziert,
die aus einer Nahrungsmittelquelle hergestellt werden können, und
somit die metabolische Geschwindigkeit erhöht und Hitze generiert [Nicholls
et al., Physiol. Rev., 64, 1–64
(1984)].
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Es
wurde später
herausgefunden, daß UCP1
tatsächlich
nur in braunem adipösem
Gewebe gebildet wird [Bouillaud et al., Proc. Natl. Acad. Sci.,
82:445–448
(1985); Jacobsson et al., J. Biol. Chem., 260:16250–16254 (1985)].
Genetische Kartierungsstudien haben gezeigt, daß das menschliche UCP1-Gen auf
Chromosom 4 angeordnet ist [Cassard et al., J. Cell. Biochem., 43:255–264 (1990)].
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Trotz
der Begrenzung von UCP1 auf BAT unter den meisten Bedingungen tritt
ein signifikanter proton leak in allen Geweben auf, in welchen er
gemessen wurde, was zu der Möglichkeit
führt,
daß UCPs
körperweit vorhanden
sind und die metabolische Geschwindigkeit im ganzen Tier beeinflussen.
Bis heute wurden vier putative UCP-Homologe identifiziert, mit homologspezifischen
Gewebeexpressionsmustern [siehe Adams. J. Nutr., 130:711-71 (2000)].
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Ein
anderes menschliches UCP, genannt UCPH oder UCP2, wurde ebenso beschrieben
[Gimeno et al., Diabetes, 46:900–906 (1997); Fleury et al.,
Nat. Genet., 15:269–272
(1997); Boss et al., FEBS Letters, 408:39–42 (1997); siehe ebenso Wolf
Nutr. Rev., 55:178–179
(1997)]. Fleury et al. lehren, daß das UCP2-Protein eine 59%ige
Aminosäureidentität zu UCP1
aufweist und daß UCP2
Regionen dem menschlichen Chromosoms 11 zugeschrieben werden kann,
welche mit Hyperinsulinämie
und Übergewicht
in Verbindung stehen [Fleury et al., supra]. Es wurde ebenso berichtet,
daß UCP2
in einer Vielzahl von adulten Geweben exprimiert wird, so wie Gehirn
und Muskel- und Fettzellen [Gimeno et al., supra, und Feury et al.,
supra].
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Ein
drittes humanes UCP, UCP3, wurde kürzlich durch Boss et al., supra;
Vidal-Puig et al., Biochem. Biophys. Res. Comm., 235:79–82 (1997);
Solanes et al., J. Biol. chem., 272:25433–25436 (1997); und Gong et
al., J. Biol. chem., 272:24129–24132
(1997)beschrieben. [Siehe ebenso Great Britain Patent Nr. 9716886]. Solanes
et al. berichtet, daß,
anders als UCP1 und UCP2, UCP3 vorzugsweise in menschlichen Skelettmuskeln
exprimiert wird und daß das
UCP3-Gen dem menschlichen Chromosom 11 zugeordnet werden kann, und zwar
benachbart zu dem UCP2-Gen
[Solanes et al., supra]. Gong et al. beschreiben, daß die UCP3-Expression
durch bekannte thermogene Stimuli gesteuert werden kann, so wie
Thyroidhormon, beta3-adrenergische Agonisten
und Leptin [Gong et al., supra].
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Um
ein putatives UCP zu charakterisieren, kann ein in vitro-Assay verwendet
werden, der das mitochondriale Membranpotential (Δψm)
mißt.
Die ektopische Expression von UCP-Homologen in Säugetierzellinien und in Hefe
führt zu
einem Abfall von Δψm,
was konsistent mit dem Entkoppeln unter diesen Bedingungen ist.
Als eine negative Kontrolle bei solchen Experimenten ist es bevorzugt,
ein Molekül
zu verwenden, das ein in Mitochondrien-angeordneter Träger ist,
der Verbindungen auf eine elektroneutrale Art und Weise austauscht.
Der humane 2-Oxoglutaratträger
(menschliches OGC) zeigt diese Charakteristiken auf. Weiterhin wurde
berichtet, daß die
Expression von humanem OGC in transformierten Hefen die mitochondriale
Funktion nicht beeinflußte
[Sanchis et al., J. Biol. Chem., 273(51):34611–34615 (1998)]
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J.
Bioenergetics and Biomembranes, Bd. 25, Nr. 5, Seiten 435–446, beschreibt
die Proteinüberfamilie des
mitochondrialen Transports.
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Biochemical
Journal, Bd. 344, Nr. 2, 01.12.1999, Seiten 313–321, beschreibt die Identifikation
von adipösen
gewebespezifischen mitochondrialen Entkopplungsproteinen und Faktoren,
die geweberelevante metabolische Prozesse negativ beeinflussen können.
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FEBS
letters, Bd. 449, Nrn. 2–3,
2.3.04.1999, Seiten 129–134,
beschreibt Studien, die demonstrieren, daß der mitochondriale Oxoglutaratträger keine
Entkopplungsaktivität
in einem Hefeexpressionssystem aufweist.
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J.
Bioenergetics and Biomembranes, Juni 1998, Bd. 30, Nr. 3, Seiten
277–284,
beschreibt die Analyse von der Verteilung von mitochondrialen Transportern
in dem humanen Gewebe auf dem mRNA-Niveau.
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KURZE ZUSAMMENFASSUNG
DER ERFINDUNG
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Es
wurde nun herausgefunden, daß OGC
die Charakteristika eines UCP aufweist, d. h. es verändert das
mitochondriale Membranpotential. Basierend auf den veröffentlichen
Berichten der Charakteristika von humanem OGC, die oben ausgeführt sind,
hätte man
nicht vorhersagen können,
daß die Überexpression
des Moleküls
in menschlichen Zellen eine Wirkung auf das mitochondriale Membranpotential
innerhalb dieser Zellen haben würde.
Trotzdem beeinflußt
die Überexpression
von humanem OGC das mitochondriale Membranpotential auf einem ähnlichem
Niveau wie bekannte UCPs. Somit hat humanes OGC überraschenderweise die Charakteristiken
eines UCP.
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DETAILLIERTE
BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
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Die
Erfindung ist in den Ansprüchen
definiert. In gewissen Ausführungsformen
wird eine Säugetierzelle
mit einer Zusammensetzung in Kontakt gebracht, die die Expression
oder Aktivität
von humanem OGC erhöht,
wobei die erhöhte
Expression von humanem OGC dadurch das mitochondriale Membranpotential
in der Zelle absenkt. Wenn die Säugetierzelle
in vivo kontaktiert wird, sind solche Zusammensetzungen bei der
Herstellung eines Medikaments zur Behandlung von metabolischen Zuständen, so
wie Übergewicht,
nützlich.
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In
anderen Ausführungsformen
wird eine Säugetierzelle
mit einer Zusammensetzung in Kontakt gebracht, die die Expression
oder Aktivität
von humanem OGC absenkt, wobei die abgesenkte Expression von humanem
OGC dadurch das mitochondriale Membranpotential in der Zelle erhöht. Wenn
die Säugetierzelle
in vivo kontaktiert wird, sind solche Zusammensetzungen bei der
Herstellung eines Medikaments zur Behandlung eines metabolischen
Zustands, so wie Kachexia, nützlich.
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Die
vorliegende Erfindung beinhaltet Assays zum Screenen von Verbindungen
oder Zusammensetzungen für
die Fähigkeit,
das mitochondriale Membranpotential zu verändern. Solche Verbindungen
oder Zusammensetzungen sind exzellente Kandidaten als Therapeutika
für metabolische
Zustände.
Solche Zusammensetzungen können
kleine Moleküle
beinhalten. Wenn die Zusammensetzung für eine Variante von humanem
OGC codiert, kann der Assay verwendet werden, um zu bestimmen, ob
die Variante die Fähigkeit,
mitochondriale Membranpotentiale zu verändern, verglichen mit nativem
humanem OGC, beibehält,
erhöht
oder absenkt. Außerdem
können
alternative native Formen miteinander verglichen werden.
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Ebenso
sind diagnostische Verwendungen und Kits zum Detektieren eines metabolischen
Zustands hierin beschrieben. In gewissen Ausführungsformen umfaßt die Verwendung
das Detektieren von humaner OGC-Expression oder eines Mangels an
humaner OGC-Expression in einer Zelle oder in einer Gewebeprobe. In
anderen Ausführungsformen
dient die Verwendung der Detektion einer Veränderung der Sequenz von humanem
OGC, was eine Veränderung
in der humanen OGC-Aktivität
oder eine Veränderung
in dem Genom bewirkt, was die Expression von humanem OGC beeinflußt.
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Eine
genauere Beschreibung dieser Ausführungsformen und anderer Ausführungsformen
ist hierunter gegeben. Weiterhin werden im Lichte der vorliegenden
Offenbarung zusätzliche
Ausführungsformen
dem Fachmann offensichtlich sein.
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I. Definitionen
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Die
Begriffe "humanes
OGC-Polypeptid", "humanes OGC-Protein" und "humanes OGC" umfassen, wenn sie
hierin verwendet werden, humanes QGC mit nativer Sequenz und humane
OGC-Varianten (welche hierin genauer definiert sind). Das humane
OGC kann aus einer Vielzahl von Quellen isoliert sein, so wie aus humanen
Gewebetypen oder aus einer anderen Quelle, oder kann durch rekombinante
und/oder synthetische Verfahren hergestellt werden.
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Ein "humanes OGC mit nativer
Sequenz" umfaßt ein Polypeptid
mit derselben Aminosäuresequenz wie
humanes OGC, das aus der Natur abgeleitet ist. Solches humanes OGC
mit nativer Sequenz kann aus der Natur isoliert werden oder kann
durch rekombinante und/oder synthetische Mittel produziert werden.
Der Begriff "humanes
OGC mit nativer Sequenz" umfaßt insbesondere
natürlich
auftretende trunkierte Formen oder Isoformen, natürlich auftretende
variierte Formen (z. B. alternativ gespleißte Formen) und natürlich auftretende
allele Varianten des humanen OGC. In einer Ausführungsform der Erfindung ist
das humane OGC mit nativer Sequenz eine reife oder Gesamtlängen-humane
native Sequenz. Verschiedene solche Sequenzen sind im Stand der
Technik bekannt und beinhalten diejenigen, für die die Nucleinsäuren mit
den GenBank-Zugangsnummern NM_003562 und AF070548 codieren. Es gibt
einen einzelnen Nucleotidunterschied zwischen NM_003562 und AF070548
(G nach A) bei Position 36 (relativ zu dem Start ATG), was in einer
Veränderung in
den entsprechenden Proteinen bei Position 12 resultiert (M nach
I).
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"Humane OGC-Variante" beinhaltet humanes
OGC mit wenigstens etwa 90 % Aminosäuresequenzidentität bezüglich der
Aminosäuresequenz
von nativem humanem OGC. Solche humanen OGC-Varianten beinhalten
beispielsweise humane OGC-Polypeptide, wobei ein oder mehrere Aminosäurereste
hinzugefügt
oder deletiert sind, und zwar an dem N- oder C-Terminus ebenso wie
innerhalb einer oder mehrerer interner Domänen. Normalerweise wird eine
humane OGC-Variante
eine wenigstens etwa 90%ige Aminosäuresequenzidentität aufweisen
und vorzugsweise wenigstens etwa eine 95%ige Sequenzidentität zu der
Aminosäuresequenz von
nativem humanem OGC.
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"Prozent (%) Aminosäuresequenzidentität" bezüglich der
humanen OGC-Sequenzen, die hierin identifiziert sind, ist definiert
als der Prozentsatz der Aminosäurereste
in der humanen OGC-Sequenz, die identisch zu den Aminosäureresten
in der Kandidatensequenz sind, nachdem die Sequenzen aneinandergelagert
sind und entsprechende Lücken,
wenn erforderlich, eingeführt
sind, um den maximalen Prozentsatz einer Sequenzidentität zu erreichen,
und ohne Berücksichtigung
irgendwelcher konservativer Substitutionen als Teil der Sequenzidentität. % Identität kann bestimmt
werden durch WU-BLAST-2, erhalten von [Altschul et al., Methods in
Enzymology, 266:460–480
(1996); http://blast.wustl/edu/blast/README.html]. WU-BLAST-2 verwendet
verschiedene Suchparameter, von denen die meisten auf voreingestellte
Werte eingestellt sind. Die anpaßbaren Parameter werden auf
die folgenden Werte eingestellt: overlap span = 1, overlap fraction
= 0,125, word threshold (T) = 11. Die HSP S- und HSP S2-Parameter
sind dynamische Werte und werden durch das Programm selbst etabliert,
abhängig
von der Zusammensetzung der entsprechenden Sequenz und der Zusammensetzung
der bestimmten Datenbank, mit welcher die Sequenz von Interesse
verglichen wird; jedoch können
diese Werte angepaßt
werden, um die Sensitivität
zu erhöhen.
Ein %iger Aminosäuresequenzidentitätswert wird
bestimmt durch die Anzahl von entsprechenden identischen Resten,
geteilt durch die Gesamtzahl der Reste der "längeren" Sequenz in der Region,
die verglichen wurde. Die "längere" Sequenz ist diejenige
mit den meisten tatsächlichen
Resten in der aneinandergelagerten Region (Lücken, die duch WU-Blast-2 eingeführt werden, um
die Alignment-Bewertung zu maximieren, werden ignoriert).
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Der
Begriff "Positive" im Kontext von Sequenzvergleich,
der ausgeführt
wird wie oben beschrieben, beinhaltet Reste in den verglichenen
Sequenzen, die nicht identisch sind, aber die ähnliche Eigenschaften haben (z.
B. als ein Ergebnis von konservativen Substitutionen). Der %-Wert
der Positiven wird bestimmt durch den Anteil der Reste, die einen
positiven Wert in der BLOSUM 62-Matrix erzielen, geteilt durch die
Gesamtanzahl der Reste in der längeren
Sequenz, wie oben definiert.
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Auf
eine ähnliche
Art und Weise ist die "Prozent
(%) Nucleinsäuresequenzidentität" definiert als der Prozentsatz
der Nucleotide in einer humanen OGC-Sequenz, die identisch zu den
Nucleotiden in den Kandidatensequenzen sind. Die Identitätswerte
können
durch das BLASTN-Modul von WU-BLAST-2 generiert werden, wobei WU-BLAST-2
auf voreingestellte Parameter eingestellt ist, wobei overlap span
und overlap fraction auf 1 bzw. 0,125 eingestellt sind.
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"Isoliert", wenn hierin verwendet,
um die verschiedenen Polypeptide, die hierin offenbart sind, zu
beschreiben, bedeutet, daß ein
Polypeptid von einem Bestandteil dessen natürlicher Umgebung identifiziert
und abgetrennt und/oder zurückgewonnen
wurde. Kontaminierende Bestandteile von dessen natürlicher
Herkunft sind Materialien, die typischerweise mit diagnostischen
oder therapeutischen Verwendungen des Polypeptids störend interagieren
würden,
und können
Enzyme, Hormone und andere proteinöse oder nichtproteinöse lösliche Stoffe
beinhalten. In bevorzugten Ausführungsformen
wird das Polypeptid (1) zu einem Grad aufgereinigt werden, der ausreicht,
um wenigstens 15 Reste des N-Terminus oder der internen Aminosäuresequenz
durch die Verwendung eines spinning cup-Sequenzierers zu erhalten,
oder (2) bis zur Homogenität
durch SDS-PAGE unter nichtreduzierenden oder reduzierenden Bedingungen
unter Verwendung von Coomassieblau oder vorzugsweise Silberfärbung. Isoliertes
Polypeptid beinhaltet Polypeptid in situ innerhalb rekombinanter
Zellen, da wenigstens ein Bestandteil der natürlichen Umgebung des humanen
OGC nicht vorhanden sein wird. Normalerweise wird isoliertes Polypeptid
durch wenigstens einen Aufreinigungsschritt hergestellt werden.
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Ein "isoliertes" Nucleinsäuremolekül, das für ein humanes
OGC-Polypeptid codiert, ist ein Nucleinsäuremolekül, das aus wenigstens einem
kontaminierenden Nucleinsäuremolekül, mit dem
es normalerweise in der natürlichen
Quelle der Nucleinsäure,
die für
humanes OGC codiert, assoziiert ist, identifiziert und abgetrennt
ist. Ein isoliertes humanes Nucleinsäuremolekül, das für OGC codiert, befindet sich
in einer anderen Form oder Umgebung als in der, in der es in der
Natur gefunden wird. Isolierte Nucleinsäuremoleküle sind daher von den Nucleinsäuremolekülen, die
für humanes
OGC codieren, verschieden, da sie in natürlichen Zellen existieren.
Jedoch beinhaltet ein isoliertes Nucleinsäuremolekül, das für ein humanes OGC-Polypeptid
codiert, Nucleinsäuremoleküle, die
für humanes
OGC codieren, die in Zellen enthalten sind, die normalerweise humanes
OGC exprimieren, wo beispielsweise das Nucleinsäuremolekül an einem chromosomalen Ort
angeordnet ist, der von dem natürlicher
Zellen verschieden ist.
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Der
Begriff "Kontrollsequenzen" betrifft DNA-Sequenzen, die für die Expression
einer operabel verbundenen codierenden Sequenz in einem bestimmten
Wirtsorganismus notwendig sind. Die Kontrollsequenzen, die für Prokaryonten
geeignet sind, beinhalten beispielsweise einen Promotor, optional
eine Operatorsequenz, und einen Ribosombindeort. Von eukaryotischen
Zellen ist bekannt, daß sie
Promotoren, Polyadenylierungssignal und Enhancer verwenden.
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Eine
Nucleinsäure
ist "operabel verbunden", wenn sie in einer
funktionalen Beziehung zu einer anderen Nucleinsäuresequenz angeordnet ist.
Beispielsweise ist DNA für
eine Vorsequenz oder für
eine Sekretionsleadersequenz operabel mit DNA für ein Polypeptid verbunden,
wenn es als ein Präprotein
exprimiert wird, das an der Sekretion des Polypeptids teilnimmt;
ein Promotor oder Enhancer ist operabel mit einer codierenden Sequenz
verbunden, wenn er die Transkription der Sequenz beeinflußt; oder
ein Ribosombindeort ist operabel mit einer codierenden Sequenz verbunden,
wenn er so angeordnet ist, daß er
die Translation vereinfacht. Im allgemeinen bedeutet "operabel verbunden", daß die verbundenen
DNA-Sequenzen kontinuierlich verbunden sind, und im Falle einer
Sekretionsleadersequenz kontinuierlich und in Lesephase. Jedoch
müssen
Enhancer nicht kontinuierlich sein. Das Verbinden wird erreicht
durch Ligation bei bequemen Restriktionsorten. Wenn solche Orte
nicht existieren, werden synthetische Oligonucleotidadaptoren oder
Linker verwendet, in Übereinstimmung
mit der konventionellen Praxis.
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Der
Begriff "Antikörper" ist in seinem breitesten
Sinne verwendet und umfaßt
insbesondere einzelne antihumane OGC-monoklonale Antikörper (einschließlich Agonisten,
Antagonisten und neutralisierende Antikörper) und anti-humane OGC-Antikörperzusammensetzungen
mit polyepitopischer Spezifität.
Der Begriff "monoklonale
Antikörper", wie hierin verwendet,
betrifft einen Antikörper,
der von einer Population aus im wesentlichen homogenen Antikörpern erhalten
wurde, d.h. die individuellen Antikörper, die die Population umfaßt, sind
identisch, außer
bezüglich
möglicher
natürlicherweise
auftretender Mutationen, die in geringen Mengen vorhanden sein können.
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"Stringenz" der Hybridisierungsumsetzungen
ist durch den Fachmann mit durchschnittlicher Begabung leicht bestimmbar
und ist im allgemeinen eine empirische Berechnung, abhängig von
Sondenlänge, Waschtemperatur
und Salzkonzentration. Im allgemeinen erfordern längere Sonden
höhere
Temperaturen für ein
sauberes Annealen, während
kürzere
Sonden niedrigere Temperaturen benötigen. Hybridisierung hängt im allgemeinen
von der Fähigkeit
denaturierter DNA ab, zu reannealen, wenn komplementäre Stränge in einer Umgebung
unterhalb deren Schmelztemperatur vorhanden sind. Je höher der
Grad der gewünschten
Homologie zwischen der Sonde und der hybridisierbaren Sequenz ist,
desto höher
ist die relative Temperatur, die verwendet werden kann. Als ein
Ergebnis folgt, daß höhere relative
Temperaturen dazu tendieren würden,
die Umsetzungsbedingungen stringenter zu machen, während niedrigere
Temperaturen dies weniger tun. Für
zusätzliche
Details und Erklärungen
der Stringenz von Hybridisierungsumsetzungen siehe Ausubel et al.,
Current Protocols in Molecular Biology, Wiley Interscience Publishers
(1995).
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"Stringente Bedingungen" oder "Bedingungen mit hoher
Stringenz", wie
hierin definiert, können
durch solche identifiziert werden, die: (1) niedrige ionische Stärke und
hohe Temperatur zum Waschen verwenden, beispielsweise 0,015 M Natriumchlorid/0,0015
M Natriumcitrat/0,1 % Natriumdodecylsulfat bei 50 °C; (2) während der
Hybridisierung ein Denaturierungsmittel verwenden, so wie Formamid,
beispielsweise 50 % (v/v) Formamid mit 0,1 % Bovinserumalbumin/0,1
% Ficoll/0,1 % Polyvinylpyrrolidon/50 mM Natriumphosphatpuffer bei
pH 6,5 mit 750 mM Natriumchlorid, 75 mM Natriumcitrat bei 42 °C; oder (3)
50 % Formamid, 5 × SSC
(0,75 M NaCl, 0,075 M Natriumcitrat), 50 mM Natriumphosphat (pH
6,8), 0,1 % Natriumpyrophosphat, 5 × Denhardt-Lösung, sonifizierte
Lachssperma-DNA (50 μg/ml),
0,1 % SDS und 10 % Dextransulfat bei 42 °C mit Waschungen bei 42 °C in 0,2 × SSC (Natriumchlorid/Natriumcitrat)
und 50 % Formamid bei 55 °C,
gefolgt durch eine Waschung mit hoher Stringenz bestehend aus 0,1 × SSC enthaltend
EDTA bei 55 °C,
verwenden.
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"Moderat stringente
Bedingungen" können identifiziert
werden wie beschrieben durch Sambrook et al., Molecular Cloniong:
A Laboratory Manual, New York: Cold Spring Harbor Press, 1989 und
beinhalten die Verwendung von Waschlösung und Hybridisierungsbedingungen
(z. B. Temperatur, Innenstärke
und % SDS), die weniger stringent sind als diejenigen, die oben
beschrieben sind. Ein Beispiel von moderat stringenten Bedingungen
ist Übernacht-Inkubierung
bei 37 °C
in einer Lösung
umfassend 20 % Formamid, 5 × SSC
(150 mM NaCl, 15 mM Trinatriumcitrat), 50 mM Natriumphosphat (pH
7,6), 5 × Denhardt-Lösung, 10
% Dextransulfat und 20 mg/ml denaturierte gescherte Lachssperma-DNA,
gefolgt durch Waschen der Filter in 1 × SSC bei etwa 37–50 °C. Der begabte
Fachmann wird erkennen, wie die Temperatur, die Ionenstärke usw.
wie erforderlich angepaßt
werden müssen,
um Faktoren wie Sondenlänge
und ähnliches
zu berücksichtigen.
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Der
Begriff "Epitop-getagged", wenn hierin verwendet,
meint ein chimeres Polypeptid, umfassend ein humanes OGC-Polypeptid, das mit
einem "tag-Polypeptid" verbunden ist. Das
tag-Polypeptid weist ausreichend Reste auf, um ein Epitop zur Verfügung zu
stellen, gegen das ein Antikörper
hergestellt werden kann, und ist trotzdem kurz genug, so daß es nicht
mit der Aktivität
des Polypeptids, mit dem es verbunden ist, interferiert. Das tag-Polypeptid
ist vorzugsweise außerdem
relativ einzigartig, so daß der
Antikörper
nicht wesentlich mit anderen Epitopen kreuzreagiert. Geeignete tag-Polypeptide
haben im allgemeinen wenigstens sechs Aminosäurereste und normalerweise
zwischen ungefähr
8 und 50 Aminosäurereste (vorzugsweise
zwischen ungefähr
10 und 20 Aminosäurereste).
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Wie
hierin verwendet, bezeichnet der Begriff "Immunoadhäsin" antikörperartige Moleküle, welche
die Bindespezifität
eines heterologen Proteins (ein "Adhäsin") mit den Effektorfunktionen
von Immunoglobulinkonstanten Domänen
kombiniert. Strukturell umfassen die Immunoadhäsine eine Fusion einer Aminosäuresequenz
mit der gewünschten
Bindespezifität,
welche von der Antigenerkennung und dem Bindeort eines Antikörpers verschieden
ist (d. h. ist "heterolog"), und einer konstanten
Immunoglobulindomänensequenz.
Der Adhäsinteil
eines Immunoadhäsinmoleküls ist typischerweise
eine kontinuierliche Aminosäuresequenz,
die wenigstens den Bindeort eines Rezeptors oder eines Liganden
umfaßt.
Die konstante Immunoglobulindomänensequenz
in dem Immunoadhäsin
kann aus irgendeinem Immunoglobulin erhalten werden, so wie IgG-1-, IgG-2-,
IgG-3- oder IgG-4-Subtypen,
IgA (einschließlich
IgA-1 und IgA-2) IgE, IgD oder IgM.
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"Aktiv" oder "Aktivität" für die Zwecke
hierin meint eine Form oder Formen von humanem OGC, welche die biologische
und/oder immunologische Aktivität
von nativem oder natürlich
auftretendem humanem OGC beibehalten. Eine bevorzugte Aktivität ist die
Fähigkeit,
das mitochondriale Membranpotential auf eine Art und Weise zu beeinflussen,
die in einer Hoch- und Herunterregulierung der metabolischen Rate
und/oder der Wärmeproduktion
resultiert. Eine solche Aktivität
beinhaltet die Bildung von Protonenlecks in der mitochondrialen Membran,
die in einem Anstieg des metabolischen Umsatzes resultiert.
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Der
Begriff "Antagonist" wird in seinem breitesten
Sinn verwendet und beinhaltet jegliches Molekül, das teilweise oder vollständig eine
biologische Aktivität
eines antiven humanen OGC-Polypeptids, das hierin offenbart ist,
blockiert, inhibiert oder neutralisiert. Auf eine ähnliche
Art und Weise wird der Begriff "Agonist" in seinem breitesten
Sinn verwendet und beinhaltet jegliches Molekül, das eine biologische Aktivität eines
hierin offenbarten nativen humanen OGC-Polypeptids mimt. Geeignete agonistische
oder antagonistische Moleküle beinhalten
insbesondere agonistische oder antagonistische Antikörper oder
Antikörperfragmente
oder Fragmente oder Aminosäuresequenzvarianten
von nativen humanen OGC-Polypeptiden.
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"Behandlung" betrifft sowohl
therapeutische Behandlung als auch prophylaktische oder vorbeugende Maßnahmen,
wobei das Ziel ist, den betreffenden pathologischen Zustand oder
Fehlzustand zu vermeiden oder zu verlangsamen (abzumildern). Diejenigen,
die einen Bedarf für
eine Behandlung haben, beinhalten diejenigen, die den Fehlzustand
bereits aufweisen, ebenso wie diejenigen, die dazu neigen, den Fehlzustand
zu haben, oder diejenigen, bei denen der Fehlzustand vermieden werden
soll.
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"Chronische" Verabreichung betrifft
die Verabreichung von einem Mittel oder von Mitteln auf eine kontinuierliche
Art und Weise, im Gegensatz zu einem akuten Modus, um so die initiale
therapeutische Wirkung (Aktivität)
für eine
ausgedehnte Zeitperiode beizubehalten. "Unterbrochene" Verabreichung ist eine Behandlung,
die nicht kontinuierlich ohne Unterbrechung ausgeführt wird,
sondern die eher eine cyclische Natur aufweist.
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"Säugetier" für
die Zwecke der Behandlung betrifft jegliches Tier, das als Säugetier
klassifiziert ist, einschließlich
Menschen, domestizierte und Farmtiere, und Zoo-, Sport- oder Haustiere,
so wie Hunde, Katzen, Kühe,
Pferde, Schafe, Schweine usw. Vorzugsweise ist das Säugetier
ein Mensch.
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Die
Verabreichung "in
Kombination mit" einem
oder mehreren therapeutischen Mitteln beinhaltet die simultane (gleichzeitige)
oder nacheinander abfolgende Verabreichung in irgendeiner Reihenfolge.
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"Metabolische Fehlzustände" sind Krankheiten,
Fehlzustände
oder Symptome, die mit dem metabolischen Umsatz und/oder der Wärmeproduktion
in Verbindung stehen. Beispiele solcher Fehlzustände beinhalten Übergewicht,
Kachexia, virale Infektionen, Krebse und bakterielle Infektionen.
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II. Zusammensetzungen
und Verfahren der Erfindung
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A. Verwendung für Humanes
OGC
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Wie
hierin offenbart, hat humanes OGC überraschenderweise eine Entkopplungsaktivität. UCPs
sind nützlich
zum Detektieren und Behandeln von metabolischen Fehlzuständen. Solche
und andere Verwendungen unter Verwendung von UCP-Zusammensetzungen
sind im Stand der Technik bekannt, z. B. siehe WO 00/04037.
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Nucleotidsequenzen
(oder deren Komplement), die für
humanes OGC codieren, haben verschiedene Anwendungen in der Technik
der Molekularbiologie, einschließlich Verwendungen als Hybridisierungssonden, beim
Chromosom- und Genmapping
und bei der Bildung von antisense-RNA und -DNA. Humane OGC-Nucleinsäure wird
ebenso für
die Herstellung von humanen OGC-Polypeptiden durch rekombinante
Techniken, wie hierin beschrieben, nützlich sein.
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Das
humane OGC-Gen mit nativer Gesamtlängensequenz oder Fragmente
davon können
unter anderem als Hybridisierungssonden für eine cDNA-Library verwendet
werden, um das humane OGC-Gen in seiner Gesamtlänge zu isolieren oder um andere
Gene zu isolieren (beispielsweise diejenigen, die für natürlich auftretende
Varianten des humanen OGC oder OGC von anderen Spezies codieren),
welche eine gewünschte Sequenzidentität zu der
nativen humanen OGC-Sequenz aufweisen. Optional beträgt die Länge der
Sonden etwa 20 bis etwa 80 Basen. Die Hybridisierungssonden können von
der Nucleotidsequenz der humanen OGC-codierenden Region oder von
genomischen Sequenzen, einschließlich Promotoren, Enhancerelementen
und Introns des humanen OGC mit nativer Sequenz, abgeleitet sein.
Beispielsweise wird ein Screeningverfahren das Isolieren der codierenden
Region des humanen OGC-Gens unter Verwendung der bekannten DNA-Sequenz umfassen,
um eine ausgewählte
Sonde von etwa 40 Basen zu synthetisieren. Hybridisierungssonden
können
durch eine Vielzahl von Markierungen markiert werden, einschließlich Radionucleotiden,
so wie 32P oder 35S,
oder enzymatischen Markern, so wie alkalischer Phosphatase, gekoppelt
an die Sonde über Avidin/Biotin-Kopplungssysteme.
Markierte Sonden mit einer Sequenz, die komplementär zu derjenigen
des humanen OGC-Gens der vorliegenden Erfindung ist, können verwendet
werden, um Libraries humaner cDNA, genomischer DNA und mRNA zu screenen,
um zu bestimmen, zu welchen Mitgliedern dieser Libraries die Sonde
hybridisiert. Hybridisierungstechniken sind im Stand der Technik
gut bekannt.
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Die
Sonden können
ebenso bei PCR-Techniken verwendet werden, um einen Sequenzpool
zur Identifizierung von eng verwandten humanen OGC-codierenden Sequenzen
zu bilden.
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Nucleotidsequenzen,
die für
ein humanes OGC codieren, können
ebenso verwendet werden, um Hybridisierungssonden zum Mappen des
Gens zu konstruieren, welches für
humanes OGC codiert, und für
die genetische Analyse von Individuen mit genetischen Fehlzuständen. Die
Nucleotidsequenzen, die hierin zur Verfügung gestellt werden, können auf
ein Chromosom und auf spezifische Bereiche eines Chromosoms unter Verwendung
von bekannten Techniken, so wie in situ-Hybridisierung, Verbindungsanalyse
gegen bekannte chromosomale Marker und Hybridisierungsscreening
mit Libraries, gemapped werden.
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Wenn
die codierenden Sequenzen für
humanes OGC für
ein Protein codieren, welches an ein anderes Protein bindet, kann
das humane OGC in Assays verwendet werden, um die anderen Proteine
oder Moleküle zu
identifizieren, die in die Bindeinteraktion involviert sind. Durch
solche Verfahren können
Inhibitoren der Bindeinteraktion identifiziert werden. Proteine,
die in solche Bindeinteraktionen involviert sind, können ebenso verwendet
werden, um nach Peptid- oder Kleinmolekülinhibitoren oder Agonisten
der Bindeinteraktion zu screenen. Screeningassays können entworfen
werden, um Leitstrukturen zu finden, die die biologische Aktivität eines
nativen humanen OGC oder eines Proteins, das mit humanem OGC interagiert,
mimt. Solche Screeningassays werden Assays beinhalten, die für high-throughput-Screening
von chemischen Libraries verwendbar sind, was sie insbesondere nützlich zum
Identifizieren von Kleinmolekülmedikamentenkandidaten
macht. Die erwähnten
Kleinmoleküle
beinhalten synthetische organische oder anorganische Verbindungen.
Die Assays können
in einer Vielzahl von Formaten ausgeführt werden, einschließlich Protein-Protein-Bindeassays, biochemischer
Screeningassays, Immunoassays und zellbasierter Assays, welche im
Stand der Technik gut bekannt sind.
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Nucleinsäuren, welche
für humanes
OGC oder für
dessen modifizierte Formen codieren, können ebenso verwendet werden,
um entweder transgene Tiere oder "knock out"-Tiere
zu generieren, welche wiederum bei der Entwicklung oder beim Screenen
von therapeutisch nützlichen
Reagenzien nützlich
sind. Ein transgenes Tier (z. B. eine Maus oder Ratte) ist ein Tier
mit Zellen, die ein Transgen enthalten, wobei das Transgen in das
Tier oder einen Vorfahr des Tieres in einem pränatalen, z. B. einem embryonalen
Stadium, eingeführt
wurde. Ein Transgen ist eine DNA, welche in das Genom einer Zelle
integriert wird, aus welcher sich ein transgenes Tier entwickelt.
In einer Ausführungsform
kann die cDNA, die für
humanes OGC codiert, verwendet werden, um genomische DNA zu klonieren,
die für
humanes OGC codiert, in Übereinstimmung
mit etablierten Techniken und den genomischen Sequenzen, die verwendet
werden, um transgene Tiere zu generieren, die Zellen enthalten,
welche DNA exprimieren, die für
humanes OGC codiert. Verfahren zum Generieren von transgenen Tieren,
insbesondere Tieren, so wie Mäusen
oder Ratten, sind im Stand der Technik konventionell geworden und
sind beispielsweise in den US-Patenten
Nr. 4,736,866 und 4,870,009 beschrieben.
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Typischerweise
sind bestimmte Zellen ein Ziel für
die Inkorporierung von einem humanem OGC-Transgen mit gewebespezifischen
Enhancern. Transgene Tiere, die eine Kopie eines Transgens enthalten,
das für
humanes OGC codiert, das in die Keimbahn des Tieres in einem embryonalen
Stadium eingeführt wurde,
können
verwendet werden, um die Wirkung von erhöhter Expression von DNA, die
für humanes
OGC codiert, zu untersuchen. Solche Tiere können als Testtiere für Reagenzien
verwendet werden, von denen gedacht wird, daß sie Schutz vor beispielsweise
pathologischen Zuständen
verleihen, die mit dessen Überexpression
oder Unterexpression in Verbindung stehen. In Übereinstimmung mit dieser Facette
der Erfindung wird ein Tier mit dem Reagens behandelt, und ein reduziertes
Auftreten des pathologischen Zustandes, verglichen mit nicht behandelten
Tieren, die das Transgen enthalten, würde eine potentielle therapeutische
Intervention für
den pathologischen Zustand anzeigen.
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Alternativ
können
nichthumane Homologe des OGC verwendet werden, um ein OGC "knock out"-Tier zu konstruieren,
welches ein defektes oder geändertes
Gen aufweist, das für
OGC codiert, als ein Ergebnis der homologen Rekombination zwischen
dem endogenen Gen, das für
OGC codiert, und veränderter
genomischer DNA, die für
OGC codiert, die in eine embryonale Zelle des Tieres eingeführt wurde.
Beispielsweise kann cDNA, die für
OGC codiert, verwendet werden, um genomische DNA zu klonieren, die
für OGC
codiert, in Übereinstimmung
mit etablierten Techniken. Ein Teil der genomischen DNA, die für OGC codiert,
kann deletiert oder durch ein anderes Gen ersetzt werden, so wie
ein Gen, das für
einen auswählbaren
Marker codiert, welcher verwendet werden kann, um die Integration
zu überwachen.
Typischerweise werden einige Kilobasen von nichtveränderter
flankierener DNA (sowohl am 5'-
als auch am 3'-Ende)
in den Vektor mit einbezogen [siehe z. B. Thomas und Capecchi, Cell,
51:503 (1987) für
eine Beschreibung von homologen Rekombinationsvektoren]. Der Vektor
wird in eine embryonale Stammzellinie (z. B. durch Elektroporation)
eingeführt,
und Zellen, in denen die eingeführte
DNA homolog mit der endogenen DNA rekombiniert wird, werden ausgewählt [siehe
z. B. Li et al., Cell, 69:915 (1992)]. Die ausgewählten Zellen
werden dann in eine Blastozyste eines Tieres (z. B. Maus oder Ratte)
injiziert, um Aggregationschimere zu bilden [siehe z. B. Bradley,
in Teratocarcinomas and Embryonic Stem Cells: A Practical Approach,
E.J. Robertson, Hrsg. (IRL, Oxford, 1987), S. 13–152]. Ein chimerer Embryo
kann dann in ein geeignetes pseudoschwangeres weibliches Fostertier
implantiert werden, und aus dem Embryo kann so ein "knock out"-Tier entwickelt
werden. Nachkommenschaft, die die homolog rekombinierte DNA in deren
Stammzellen enthält,
kann durch Standardtechniken identifiziert werden und kann verwendet
werden, um Tiere sich entwickeln zu lassen, in welchen alle Zellen
des Tieres die homolog rekombinierte DNA enthalten. Knockout-Tiere
können
beispielsweise hinsichtlich deren Fähigkeit, sich gegen gewisse pathologische
Zustände
zu wehren, und hinsichtlich der Entwicklung von pathologischen Zuständen aufgrund der
Abwesenheit des OGC-Polypeptids charakterisiert werden.
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Nucleinsäuren, die
für die
OGC-Polypeptide codieren, vorzugsweise humane OGC-Polypeptide, können ebenso
bei der Gentherapie verwendet werden. Bei Gentherapieanwendungen
werden Gene in Zellen eingeführt,
um eine in vivo-Snthese eines therapeutisch wirksamen genetischen
Produkts zu erreichen, beispielsweise für den Ersatz eines defekten
Gens. "Gentherapie" beinhaltet sowohl
konventionelle Gentherapie, wo ein anhaltender Effekt durch eine
einzelne Behandlung erzielt wird als auch die Verabreichung gentherapeutischer
Mittel, welche die einmalige oder wiederholte Verabreichung einer
therapeutisch wirksamen DNA oder mRNA beinhaltet. Antisense-RNAs
und -DNAs können
als therapeutische Mittel zum Blockieren der Expression von gewissen
Genen in vivo verwendet werden. Es wurde bereits gezeigt, daß kurze
antisense-Oligonucleotide in Zellen inkorporiert werden können, wo
sie als Inhibitoren agieren, trotz deren niedrigen intrazellulären Konzentrationen,
die durch deren begrenzte Aufnahme durch die Zellmembran bedingt
sind (Zamecnik et al., Proc. Natl. Acad. Sci. USA 83, 4143–4146 [1986]).
Die Oligonucleotide können
modifiziert werden, um deren Aufnahme zu verstärken, z. B. durch Ersetzen
von deren negativ geladenen Phosphodiestergruppen durch ungeladene
Gruppen.
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Es
gibt eine Vielzahl von Techniken, die zum Einführen von Nucleinsäuren in
lebensfähige
Zellen erhältlich
sind. Die Techniken variieren abhängig davon, ob die Nucleinsäure in kultivierte
Zellen in vitro oder in vivo in die Zellen des vorgesehenen Wirts
transferiert werden soll. Techniken, die für den Transfer von Nucleinsäure in Säugetierzellen
in vitro geeignet sind, beinhalten die Verwendung von Liposomen,
Elektroporation, Mikroinjektion, Zellfusion, DEAE-Dextran, das Calciumphosphatpräzipitationsverfahren
usw. Die gegenwärtig bevorzugten
in vivo-Gentransfertechniken beinhalten die Transfektion mit viralen
(typischerweise retroviralen) Vektoren und virale Beschichtungsprotein-Liposom-vermittelte
Transfektion (Dzau et al., Trends in Biotechnology 11, 205–210 [1993]).
Bei einigen Situationen ist es wünschenswert,
die Nucleinsäurequelle
mit einem Mittel zur Verfügung
zu stellen, das die Zielzelle anstrebt, so wie einem Antikörper, der
spezifisch für
ein Zelloberflächenmembranprotein
oder für
die Zielzelle ist, einem Liganden für einen Rezeptor auf der Zielzelle
usw. Wo Liposomen verwendet werden, können Proteine, die an ein Zelloberflächenmembranprotein
binden, das mit Endozytose assoziiert ist, zum Anvisieren und/oder
zum Vereinfachen der Aufnahme verwendet werden, z. B. Capsidproteine
oder Fragmente davon, die für
einen bestimmten Zelltyp tropisch sind, Antikörper für Proteine, welche beim Cyclisieren
eine Internalisierung unterlaufen, Proteine, die die intrazelluläre Anordnung
zum Ziel haben und die intrazelluläre Halbwertszeit erhöhen. Die
Technik der rezeptorvermittelten Endozytose ist beispielsweise beschrieben
durch Wu et al., J. Biol. Chem. 262, 4429–44432 (1987); und Wgner et
al., Proc. Natl. Acad. Sci. USA 87, 3410–3414 (1990). Für einen
Rückblick
auf das Genmarkieren und auf Gentherapieprotokolle siehe Anderson
et al., Science 256, 808–813
(1992).
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Es
wird vermutet, daß die
humane OGC-Gentherapie Anwendungen beispielsweise bei der therapeutischen
Verwendung für
metabolische Zustände
hat. Dies kann beispielsweise unter Verwendung von Techniken erreicht
werden, die oben beschrieben sind, und durch Einführen eines
viralen Vektors, der ein humanes OGC-Gen enthält, in gewisse Gewebe (wie
Muskel oder Fett), um den metabolischen Umsatz in diesen Zielgeweben
zu erhöhen
und dadurch den Energieverbrauch zu erhöhen.
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Im
allgemeinen werden therapeutische Verwendungen, die humanes OGC
verwenden, durch die Erfindung umfaßt. Nahrungsmittelverbrennung,
Elektronentransport, Protonenpumpen und O2-Verbrauch
(auf welche gemeinsam als metabolischer Umsatz Bezug genommen werden
kann) sind mit der ATP-Synthese verbunden. Es kann eine "Ineffizienz" in Säugetieren
geben, so daß ein
Teil des metabolischen Umsatzes (in einigen Fällen kann dieser größer als
20 sein) einem H+-"Leck" zurück in den
Matrixraum ohne ATP-Synthese zugeschrieben
werden kann.
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Wie
in den Beispielen hierin beschrieben, ist humanes OGC in die Katalyse
des H+-Lecks involviert und spielt dabei
eine Rolle bei der energetischen Ineffizienz in vivo. Dementsprechend
kann das Modulieren von humaner OGC-Aktivität oder von humanen OGC-Mengen
(Gegenwart oder Expression) in Säugetiergeweben
(insbesondere metabolisch wichtige Gewebe) gleichzeitig das H+-Leck, den metabolischen Umsatz und die
Wärmeproduktion
modulieren. Die Modulierung (entweder in einem Hochregulierungs-
oder in einem Herunterregulierungsmodus) des metabolischen Umsatzes
in einem Säugetier
hat eine Vielzahl von therapeutischen Anwendungen, einschließlich der
Behandlung von Übergewicht
und den Symptomen, die mit einem Schlaganfall, einem Trauma (so
wie einem Verbrennungstrauma), Sepsis und Infektion in Verbindung
stehen.
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Bei
der therapeutischen Verwendung für Übergewicht
werden Fachleute anerkennen, daß die
Modulierung des mitochondrialen Membranpotentials verwendet werden
kann, um den metabolischen Umsatz des Körpers zu erhöhen und
dabei die Fähigkeit
eines Individuums zu verstärken,
Gewicht zu verlieren. Screeningassays können ausgeführt werden, um Moleküle zu identifizieren,
welche die Expression oder Aktivität (so wie das Entkoppeln) von
humanem OGC hochregulieren können.
Moleküle,
die humane OGC-Aktivität
hochregulieren, senken dabei das mitochondriale Membranpotential
ab. Die so identifizierten Moleküle
können
verwendet werden, um den metabolischen Umsatz zu erhöhen und
um den Gewichtsverlust zu verstärken.
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Bei
der therapeutischen Verwendung für
Kachexia werden Fachleute anerkennen, daß die Modulierung des mitochondrialen
Membranpotentials verwendet werden kann, um den metabolischen Umsatz
des Körpers
abzusenken und dabei die Fähigkeit
eines Individuums zu verstärken,
Gewicht zuzulegen. Screeningassays können ausgeführt werden, um Moleküle zu identifizieren,
welche die Expression oder Aktivität (so wie das Entkoppeln) von
humanem OGC herunterregulieren können.
Moleküle,
die humane OGC-Aktivität
herunterregulieren, erhöhen
dabei das mitochondriale Membranpotential. Die so identifizierten
Moleküle
können dann
verwendet werden, um den metabolischen Umsatz abzusenken und um
die Gewichtszunahme zu verstärken.
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Humanes
OGC kann ebenso für
diagnostische Verwendungen verwendet werden. Beispielsweise kann
die Gegenwart oder die Abwesenheit von humaner OGC-Aktivität oder alternativ
die Über-
oder zu geringe Expression von humanem OGC in den Zellen eines Individuums
detektiert werden. Der begabte Praktiker kann die Information verwenden,
die aus solchen Detektionsassays resultiert, um bei der Vorhersage
von metabolischen Zuständen
oder von Risiko für
den Beginn von Übergewicht
zu assistieren. Wenn beispielsweise bestimmt wird, daß die humane
OGC-Aktivität in einem
Patienten unnormal hoch oder niedrig ist, könnten Therapien, so wie Hormontherapie
oder Gentherapie, verabreicht werden, um die humane OGC-Aktivität oder -Expression
zu einem cytologisch akzeptablen Stadium zurückzuführen.
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Dementsprechend
können
die humanen OGC-Moleküle,
die in dieser Anmeldung beschrieben sind, für die Diagnose nützlich sein.
Beispielsweise kann die Gegenwart oder Abwesenheit von humaner OGC-Aktivität oder alternativ
die Über-
oder zu geringe Expression in den Zellen eines Individuums oder
in Geweben unter Verwendung von Assays detektiert werden, die im
Stand der Technik bekannt sind, einschließlich derjenigen, die in den
Beispielen hierunter beschrieben sind. Die Erfindung stellt ein
Verfahren zum Detektieren der Expression von humanem OGC (oder desen
Isoformen) in einer Säugetierzelle
oder einer Gewebeprobe zur Verfügung,
die das In-Kontakt-Bringen einer Säugetierzelle oder einer Gewebeprobe
mit einer DNA-Sonde und das Analysieren der Expression von humanem
OGC mRNA-Transkript in der Probe umfaßt. Quantitative RT-PCR-Verfahren unter
Verwendung von DNA-Primern und Sonden, welche isoformspezifisch
sind, können ebenso
verwendet werden, um bei der Quantifizierung der mRNA-Häufigkeit spezifischer Isoformen
zu assistieren. Weiterhin können
DNA-Array-Technologien im Stand der Technik verwendet werden, um
die RNA-Häufigkeit
einer oder mehrerer Isoformen zu quantifizieren. Die Probe kann
verschiedene Säugetierzellen
oder -gewebe umfassen, einschließlich, aber nicht limitiert
auf Lebergewebe, weißes
adipöses
Gewebe und Skelettmuskel. Der begabte Fachmann kann die Information,
die aus solch einem Detektionsassay resultiert, verwenden, um bei
der Vorhersage von metabolischen Zuständen oder Beginn von Übergewicht
zu assistieren. Wenn beispielsweise bestimmt wird, daß die humanen
OGC-Expressions- (oder Häufigkeits-)
-Spiegel oder Verteilungsspiegel in einem Patienten unnormal hoch
oder niedrig sind, verglichen mit einer Kontrollsäugetierpopulation
mit entsprechendem Alter und normalem Körpergewicht (oder alternativ
mit einer Säugetierpopulation,
die als übergewichtig
diagnostiziert ist), kann eine Therapie, so wie Gentherapie, Nahrungsaufnahmekontrolle
usw., verwendet werden, um das Säugetier
zu behandeln.
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Die
Detektion von beeinträchtigter
humaner OGC-Expression
oder -funktion in dem Säugetier
kann ebenso verwendet werden, um beim Diagnostizieren oder bei der
therapeutischen Verwendung für
eine beeinträchtigte
neurale Aktivität
oder eine neurale Degenerierung zu assistieren. Es ist im Stand
der Technik bekannt, daß reaktive
Sauerstoffspezies einen zellulären
Schaden in verschiedenen Geweben verursachen können, insbesondere im Gehirngewebe,
und dort insbesondere in neuronalem Gehirngewebe. Ein Anstieg der Gegenwart
oder der Bildung von reaktiven Sauerstoffspezies wurde mit dem Down-Syndrom in Verbindung
gebracht, ebenso wie mit anderen neurodegenerativen Erkrankungen.
Es wird vermutet, daß humanes
OGC oder dessen Isoformen die Bildung von reaktiven Sauerstoffspezies
regulieren können
und eine schützende Rolle
spielen können.
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Dementsprechend
werden bei der therapeutischen Verwendung für die oben beschriebenen Zustände Fachleute
anerkennen, daß die
Modulation von humaner OGC-Expression oder -Aktivität verwendet
werden kann, um beispielsweise den metabolischen Umsatz des Körpers zu
erhöhen
und dadurch die Fähigkeit
eines Individuums für
den Gewichtsverlust zu erhöhen.
Screeningassays können
ausgeführt
werden, um Moleküle zu
identifizieren, welche die Expression oder Aktivität (so wie
das Entkoppeln) von humanem OGC hochregulieren können. Die so identifizierten
Moleküle
können
dann verwendet werden, um den metabolischen Umsatz zu erhöhen und
den Gewichtsverlust zu verstärken.
Die humanen OGC-Polypeptide sind bei Assays zum Identifizieren von
Leitstrukturen für
therapeutisch aktive Mittel nützlich,
die die Expression oder Aktivität
von humanem OGC modulieren. Kandidatenmoleküle oder Verbindungen können mit
Säugetierzellen
oder -geweben untersucht werden, um die Wirkung(en) der Kandidatenmoleküle oder
-verbindungen auf die humane OGC-Expression oder -Aktivität zu bestimmen.
Solche Screeningassays können
für high-throughput-Screening von chemischen
Libraries verwendet werden und sind insbesondere nützlich zum
Identifizieren von Kleinmolekülmedikamentenkandidaten.
Kleinmoleküle
beinhalten, sind aber nicht limitiert auf synthetische organische
oder anorganische Verbindungen. Die Assays können in einer Vielzahl von
Formaten ausgeführt
werden, einschließlich
Protein-Protein-Bindeassays, biochemischer Screeningassays, Immunoassays,
zellbasierter Assays usw. Solche Assayformate sind im Stand der
Technik bekannt.
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Dementsprechend
wird in einer Ausführungsform
ein Verfahren zum Ausführen
eines Screeningassays zur Verfügung
gestellt, um ein Molekül
zu identifizieren, welches entweder die Aktivität und/oder die Expression von
humanem OGC erhöht
oder hochreguliert, umfassend die Schritte des Exponierens einer
Säugetierzelle
oder -gewebeprobe, von der vermutet wird, daß sie humanes OGC umfaßt, gegenüber einem
Kandidatenmolekül
und anschließendes
Analysierens der Expression und/oder Aktivität von humanem OGC in dieser
Probe. Bei diesem Verfahren kann die Probe weiterhin hinsichtlich
des mitochondrialen Membranpotentials analysiert werden. Optional
ist humanes OGC ein natives Polypeptid oder irgendeine spezifische
Isoform von humanem OGC, das hierin identifiziert ist. Die Probe,
die analysiert wird, kann verschiedene Säugetierzellen oder -gewebe
umfassen, einschließlich,
aber nicht limitiert auf menschliches Gehirngewebe und adipöses Gewebe.
Der Screeningassay kann ein in vitro- oder ein in vivo-Assay sein.
Beispielhaft kann ein in vivo-Screeningassay in einem transgenen
Tier ausgeführt
werden, wobei ein Promotor für
ein humanes OGC-Gen mit einem Reportergen, so wie Luciferase oder
beta-Galactosidase, verbunden sein kann. Optional kann "knock in"-Technologie in dieser
Hinsicht verwendet werden, in welcher solch ein Reportergen 5' zu dem Promotor
inseriert wird (welcher wiederum mit einer genomischen Sequenz verbunden
ist, die für
humanes OGC codiert). Solche Techniken sind im Stand der Technik
bekannt. Das bei dem Screeningassay verwendete Kandidatenmolekül kann ein
Kleinmolekül
sein, umfassend eine synthetische organische oder anorganische Verbindung. Bei
einer alternativen Ausführungsform
wird der Screeningassay ausgeführt,
um ein Molekül
zu identifizieren, welches die Aktivität und/oder Expression von humanem
OGC absenkt oder herunterreguliert. Die Wirkung(en), die solche
Kandidatenmoleküle
auf die Expression und/oder Aktivität von humanem OGC haben können, können mit
einer Kontroll- oder Referenzprobe verglichen werden, so wie beispielsweise
die Expression oder Aktivität
von humanem OGC, die in einem ähnlichen
Säugetier
beobachtet wird.
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B. Pharmazeutische Zusammensetzungen
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Agonisten
oder Antagonisten von humanem OGC können in pharmazeutische Zusammensetzungen mit
einbezogen werden. Solche Zusammensetzungen umfassen typischerweise
die Agonisten oder Antagonisten und einen pharmazeutisch akzeptablen
Träger.
Ein "pharmazeutisch
akzeptabler Träger" beinhaltet jegliche
und alle Lösungsmittel,
Dispersionsmedien, Beschichtungen, antibakterielle und antifungale
Mittel, isotonische und absorptionsverzögernde Mittel und ähnliches,
die mit pharmazeutischer Verabreichung kompatibel sind (Gennaro,
2000). Bevorzugte Beispiele solcher Träger oder Verdünnungsmittel
beinhalten, aber sind nicht limitiert auf Wasser, Salzlösung, Finger-Lösungen,
Dextroselösung
und 5 % humanes Serumalbumin. Liposomen und nichtwäßrige Vehikel,
so wie fixierte Öle,
können
ebenso verwendet werden. Außer
wenn ein konventionelles Medium oder Mittel mit einer aktiven Verbindung
nicht kompatibel ist, ist die Verwendung dieser Zusammensetzungen
umfaßt.
Zusätzlich
zugesetzte aktive Verbindungen können
ebenso in die Zusammensetzungen mit einbezogen werden.
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1. Allgemeine Erwägungen
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Eine
pharmazeutische Zusammensetzung des Agonisten oder Antagonisten
wird so formuliert, daß sie
mit dessen vorgesehenem Weg der Verabreichung kompatibel ist, einschließlich intravenöser, intradermaler,
subkutaner, oraler (z. B. Inhalation), transdermaler (d. h.topisch),
transmukosaler und rektaler Verabreichung. Lösungen oder Suspensionen, die
für parenterale,
intradermale oder subkutane Anwendung verwendet werden, können beinhalten:
ein steriles Verdünnungsmittel,
so wie Wasser für
die Injektion, Salzlösung,
fixierte Öle,
Polyethylenglycole, Glycerin, Propylenglycol oder andere synthetische
Lösungsmittel;
antibakterielle Mittel, so wie Benzylalkohol oder Methylparaben;
Antioxidantien, so wie Ascorbinsäure
oder Natriumbisulfit; Chelatbildner, so wie Ethylendiamintetraessigsäure (EDTA);
Puffer, so wie Acetate, Citrate oder Phosphate, und Mittel zum Anpassen
der Tonizität,
so wie Natriumchlorid oder Dextrose. Der pH kann mit Säuren oder
Basen angepaßt
werden, so wie Chlorwasserstoffsäure
oder Natriumhydroxid. Die parenterale Präparation kann in Ampullen,
Einwegspritzen oder Phiolen für
mehrfache Dosen, hergestellt aus Glas oder Plastik, eingeschlossen
sein.
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2. Injizierbare
Formulierungen
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Pharmazeutische
Zusammensetzungen, die für
die Injektion geeignet sind, beinhalten sterile wäßrige Lösungen (wenn
wasserlöslich)
oder Dispersionen und sterile Pulver für die unvorbereitete Präparation
von sterilen injizierbaren Lösungen
oder Dispersionen. Für
die intravenöse
Verabreichung beinhalten geeignete Träger physiologische Salzlösung, bakteriostatisches
Wasser CREMOPHOR ELTM (BASF, Parsippany,
N.J.) oder phosphatgepufferte Salzlösung (PBS). In allen Fällen muß die Zusammensetzung
steril sein und sollte fluid sein, so daß sie unter Verwendung einer
Spritze verabreicht werden kann. Solche Zusammensetzungen sollten
während
der Herstellung und Lagerung stabil sein und müssen gegen die Kontamination
mit Mikroorganismen, so wie Bakterien und Pilzen, geschützt sein.
Der Träger
kann ein Lösungsmittel
oder ein Dispersionsmedium sein, enthaltend beispielsweise Wasser,
Ethanol, Polyol (so wie Glycerin, Propylenglycol und flüssiges Polyethylenglycol)
und geeignete Mischungen. Eine geeignete Fluidität kann beibehalten werden beispielsweise
unter Verwendung einer Beschichtung, so wie Lecithin, durch Erhalten
der erforderlichen Partikelgröße in dem
Fall einer Dispersion und durch Verwendung von oberflächenaktiven
Stoffen. Verschiedene antibakterielle oder antifungale Mittel, beispielsweise
Paraben, Chlorbutanol, Phenol, Ascorbinsäure und Thimerosal können Mikroorganismen
als Kontaminierung enthalten. Isotonische Mittel, beispielsweise
Zucker, Polyalkohole, so wie Manitol, Sorbitol und Natriumchlorid,
können
in die Zusammensetzung mit eingebracht werden. Zusammensetzungen,
die die Absorption verzögern
können,
beinhalten Mittel, so wie Aluminiummonostearat und Gelatine.
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Sterile
injizierbare Lösungen
können
durch das Miteinbeziehen der aktiven Verbindung in der erforderlichen
Menge in ein entsprechendes Lösungsmittel
mit einem Inhaltsstoff oder einer Kombination von Inhaltsstoffen,
wie erforderlich, hergestellt werden, gefolgt durch Sterilisierung.
Im allgemeinen werden Dispersionen hergestellt durch das Miteinbeziehen
der aktiven Verbindung in ein steriles Vehikel, das ein Grunddispersionsmedium
enthält
und die anderen erforderlichen Inhaltsstoffe. Verfahren für die Präparation
von sterilem Pulver für
die Präparation
von sterilen injizierbaren Lösungen
beinhalten Vakuumtrocknen und Gefriertrocknen, die ein Pulver ergeben,
das den aktiven Inhaltsstoff und jeglichen erwünschten Inhaltsstoff aus einer
sterilen Lösung
enthält.
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3. Orale Zusammensetzungen
-
Orale
Zusammensetzungen beinhalten im allgemeinen ein inertes Verdünnungsmittel
oder einen eßbaren
Träger.
Sie können
in Gelatinekapseln eingeschlossen oder in Tabletten komprimiert
sind. Für
den Zweck der oralen therapeutischen Verabreichung kann die aktive
Verbindung in Hilfsstoffe eingeschlossen und in der Form von Tabletten,
Pastillen oder Kapseln verwendet werden. Orale Zusammensetzungen
können
unter Verwendung eines fluiden Trägers für die Verwendung als eine Mundwaschung
hergestellt werden, wobei die Verbindung in dem fluiden Träger oral
angewendet wird. Pharmazeutisch kompatible Bindemittel und/oder Adjuvansmaterialien
können
mit eingeschlossen werden. Tabletten, Pillen, Kapseln, Pastillen
und ähnliches können jegliche
der folgenden Inhaltsstoffe oder Verbindungen einer ähnlichen
Natur enthalten: ein Bindemittel, so wie mikrokristalline Cellulose,
Tragantgummi oder Gelatine; einen Hilfsstoff, so wie Stärke oder
Lactose, ein Disintegrationsmittel, so wie Alginsäure, PRIMOGEL
oder Maisstärke;
ein Schmiermittel, so wie Magnesiumstearat oder STEROTES; ein Gleitmittel,
so wie kolloidales Siliciumdioxid; ein Süßungsmittel, so wie Sucrose
oder Saccharin; oder ein Geschmacksmittel, so wie Pfefferminz, Methylsalicylat
oder Orangengeschmack.
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4. Zusammensetzungen zur
Inhalation
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Für die Verabreichung
durch Inhalation werden die Verbindungen als ein Aerosolspray aus
einem Vernebler oder einem unter Druck stehenden Container übertragen,
der ein geeignetes Treibmittel enthält, z. B. ein Gas, so wie Kohlendioxid.
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5. Systemische
Verabreichung
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Eine
systemische Verabreichung kann ebenso transmukosal oder transdermal
erfolgen. Zur transmukosalen oder transdermalen Verabreichung werden
Durchdringungsmittel ausgewählt,
die die Zielbarriere(n) durchdringen können. Transmukosale Durchdringungsmittel
beinhalten Detergenzien, Gallensalze und Fusidinsäurederivate.
Nasensprays oder Zäpfchen
können
zur transmukosalen Verabreichung verwendet werden. Für die transdermale
Verabreichung werden die aktiven Verbindungen als Tinkturen, Salben,
Gele oder Cremes formuliert.
-
Die
Verbindungen können
ebenso in der Form von Zäpfchen
(z. B. mit einer Basis, so wie Kakaobutter oder anderen Glyceriden)
oder Retentionsklistiers für
die rektale Übertragung
hergestellt werden.
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6. Träger
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In
einer Ausführungsform
werden die aktiven Verbindungen mit Trägern hergestellt, die die Verbindung gegen
die schnelle Ausscheidung aus dem Körper schützen, so wie einer Formulierung
mit verzögerter
Freisetzung, einschließlich
Implantaten und mikroverkapselten Übertragungssystemen. Biologisch
abbaubare oder biokompatible Polymere können verwendet werden, so wie Ethylenvinylacetat,
Polyanhydride, Polyglycolsäure,
Collagen, Polyorthoester und Polymilchsäure. Solche Materialien können kommerziell
von ALZA Corporation (Mountain View, CA) und NOVA Pharmaceuticals,
Inc. (Lake Elsinore, CA) erhalten oder durch einen Fachmann hergestellt
werden. Liposomale Suspensionen können ebenso als pharmazeutisch
akzeptable Träger
verwendet werden. Diese können
gemäß Verfahren
hergestellt werden, die Fachleuten bekannt sind, so wie in (Eppstein
et al., US-Patent
Nr. 4,522,811, 1985).
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7. Einheitsdosierung
-
Orale
Formulierungen oder parenterale Zusammensetzungen in Einheitsdosierungsform
können
hergestellt werden, um die Verabreichung und die Einheitlichkeit
der Dosierungen zu vereinfachen. Die Einheitsdosierungsform bezeichnet
physikalisch diskrete Einheiten, die als einzelne Dosierungen für das Subjekt,
das behandelt werden soll, geeignet sind, enthaltend eine therapeutisch
wirksame Menge einer aktiven Verbindung in Verbindung mit dem erforderlichen
pharmazeutischen Träger.
Die Spezifizierung für
die Einheitsdosierungsformen der Erfindung werden durch die einzigartigen
Eigenschaften der aktiven Verbindung und den bestimmten erwünschten
therapeutischen Effekt und die inhärenten Limitierungen des Compoundierens
der aktiven Verbindung diktiert und hängen direkt davon ab.
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8. Gentherapiezusammensetzungen
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Die
Nucleinsäuremoleküle, die
für humanes
OGC codieren, können
in Vektoren inseriert werden und als Gentherapievektoren verwendet
werden. Gentherapievektoren können
an ein Subjekt durch beispielsweise intravenöse Injektion, lokale Verabreichung
(Nabel und Nabel, US-Patent Nr. 5,328,470, 1994) oder durch stereotaktische
Injektion (Chen et al., 1994) übergeben
werden. Die pharmazeutische Präparation
eines Gentherapievektors kann ein akzeptables Verdünnungsmittel
beinhalten oder kann eine Matrix mit langsamer Freisetzung umfassen,
in welche das Genübertragungsvehikel
eingebettet ist. Alternativ kann die pharmazeutische Präparation
eine oder mehrere Zellen enthalten, die das Genübertragungssystem produzieren,
wenn der vollständige
Genübertragungsvektor
intakt aus rekombinanten Zellen, z. B. retroviralen Vektoren, produziert werden
kann.
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9. Dosierung
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Die
pharmazeutische Zusammensetzung kann weiterhin andere therapeutisch
aktive Verbindungen wie hierin aufgeführt umfassen, welche normalerweise
bei der Behandlung von Zuständen
angewendet werden, die mit humanem OGC in Verbindung stehen.
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Bei
der Behandlung oder Vorbeugung von Zuständen, welche die humane OGC-Modulierung
erfordern, wird ein angemessenes Dosierungsniveau eines Agonisten
oder Antagonisten im allgemeinen etwa 0,01 bis 500 mg pro kg Körpergewicht
des Patienten pro Tag betragen, was als einzelne oder mehrere Dosierungen verabreicht
werden kann. Vorzugsweise wird das Dosierungsniveau etwa 0,1 bis
etwa 250 mg/kg pro Tag betragen; besonders bevorzugt etwa 0,5 bis
etwa 100 mg/kg pro Tag. Ein geeignetes Dosierungsniveau kann etwa
0,01 bis 250 mg/kg pro Tag, etwa 0,05 bis 100 mg/kg pro Tag oder
etwa 0,1 bis 50 mg/kg pro Tag betragen. Innerhalb dieses Bereichs
kann die Dosierung 0,05 bis 0,5, 0,5 bis 5 oder 5 bis 50 mg/kg pro
Tag betragen. Für
die orale Verabreichung werden die Zusammensetzungen vorzugsweise
in der Form von Tabletten zur Verfügung gestellt, die 1,0 bis
1000 Milligramm des aktiven Inhaltsstoffs, insbesondere 1,0, 5,0,
10,0, 15,0, 20,0, 25,0, 50,0, 75,0, 100,0, 150,0, 200,0, 250,0,
300,0, 400,0 500,0, 600,0, 750,0, 800,0, 900,0 und 1000,0 Milligramm
des aktiven Inhaltsstoffs für
die symptomatische Anpassung der Dosierung an den Patienten, der
behandelt werden soll, enthalten. Die Verbindungen können in
einem Rahmen von 1- bis 4-mal am Tag verabreicht werden, vorzugsweise
einmal oder zweimal pro Tag.
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Jedoch
können
das spezifische Dosierungsniveau und die Häufigkeit der Dosierung für jeden
bestimmten Patienten variiert werden und werden von einer Vielzahl
von Faktoren abhängen,
einschließlich
der Aktivität
der spezifischen Verbindung, die verwendet wird, der metabolischen
Stabilität
und Länge
der Wirkung der Verbindung, des Alters, des Körpergewichts, des allgemeinen
Gesundheitszustands, des Geschlechts, der Nahrungsaufnahme, der
Art und Weise und der Zeit der Verabreichung, der Geschwindigkeit
der Ausscheidung, der Medikamentenkombination, der Schwere des bestimmten
Zustands und des Wirts, der die Therapie unterläuft.
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10. Kits für pharmazeutische
Zusammensetzung
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Die
pharmazeutischen Zusammensetzungen können in einem Kit, einem Container,
einer Packung oder einem Dispenser gemeinsam mit Instruktionen für die Verabreichung
beinhaltet sein, um einen metabolischen Fehlzustand oder eine Erkrankung
zu behandeln. Wenn die Erfindung als Kit zur Verfügung gestellt
wird, können
die unterschiedlichen Bestandteile der Zusammensetzung in einzelne
Container verpackt sein und direkt vor der Verwendung miteinander
vermischt werden. Solch eine separate Verpackung der Bestandteile kann
eine Langzeitlagerung ohne den Verlust der Funktionen der aktiven
Bestandteile erlauben.
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Kits
können
Reagenzien in separaten Containern beinhalten, die die Ausführung eines
spezifischen Tests erleichtern, so wie eines diagnostischen Tests
oder einer Gewebetypisierung. Beispielsweise können humane OGC DNA-Templates und geeignete
Primer zur internen Kontrolle zur Verfügung gestellt werden.
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(a) Container oder Gefäße
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Die
Reagenzien, die in Kits beinhaltet sind, können in Containern jeglicher
Art zur Verfügung
gestellt werden, so daß die
Lebensdauer der unterschiedlichen Bestandteile konserviert wird
und nicht durch die Materialen des Containers adsorbiert oder geändert wird.
Beispielsweise können
versiegelte Glasampullen lyophilisiertes humanes OGC oder Puffer
enthalten, die unter einem neutralen nichtreagierenden Gas, so wie Stickstoff,
verpackt wurden. Ampullen können
aus jeglichem geeigneten Material bestehen, so wie Glas, organischen
Polymeren, so wie Polycarbonat, Polystyrol usw., Keramik, Metall
oder jeglichem anderen Material, das typischerweise verwendet wird,
um Reagenzien aufzunehmen. Andere Beispiele von geeigneten Containern
beinhalten einfache Flaschen, die aus ähnlichen Substanzen wie Ampullen
hergestellt werden können, und
Schutzhüllen,
die aus folienverkleidetem Innenleben, so wie Aluminium oder einer
Legierung, bestehen können.
Andere Container enthalten Teströhrchen,
Phiolen, Kolben, Flaschen, Spritzen oder ähnliches. Container können einen sterilen
Zugangsort haben, so wie eine Flasche, die einen Stopper aufweist,
der durch eine hypoderme Injektionsnadel durchstochen werden kann.
Andere Container können
zwei Bereiche aufweisen, die durch eine leicht entfernbare Membran
getrennt sind, was es nach deren Entfernung erlaubt, daß sich die Bestandteile
vermischen. Entfernbare Membranen können aus Glas, Plastik, Gummi
usw. hergestellt sein.
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(b) Bedienungsanleitungen
-
Kits
können
ebenso mit Bedienungsanleitungen zur Verfügung gestellt werden. Die Anleitungen
können
auf Papier oder auf einem anderen Substrat gedruckt sein und/oder
können
als elektronisch lesbares Medium zur Verfügung gestellt werden, so wie
eine Floppy disc, CD-ROM,
DVD-ROM, Zip disc, Videoband, Laserdisc, Audioband usw. Detaillierte
Instruktionen können
nicht physisch mit dem Kit in Verbindung stehen; statt dessen kann
ein Anwender auf eine Internet Website verwiesen werden, die durch
den Hersteller oder Verteiler des Kits angegeben ist, oder können als
elektronische Post zur Verfügung
gestellt werden.
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C. Gesamtlängenhumanes
OGC
-
In
gewissen Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung wird eine isolierte Nucleotidsequenz,
die für
ein Polypeptid codiert, auf das in der vorliegenden Erfindung als
humanes OGC Bezug genommen wird, verwendet. In bevorzugten Ausführungsformen
ist die Nucleotidsequenz die mit der GenBank-Zugangsnummer NM_003562
(Tabelle 1) und AF070548 (Tabelle 2), wobei die Nucleotidsequenz
von AF070548 am meisten bevorzugt ist. Aus Gründen der Einfachheit wird in
der vorliegenden Beschreibung auf das Protein, für das AF070548 codiert, ebenso
wie auf alle weiteren nativen Homologe und Varianten, die in der
vorangegangenen Definition von humanem OGC beinhaltet sind, als "humanes OGC" Bezug genommen,
unabhängig
von deren Herkunft oder deren Herstellungsart.
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D. Humane OGC-Varianten
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Zusätzlich zu
der gesamtlängennativen
Sequenz von humanen OGC-Polypeptiden, die hierin beschrieben sind,
wird in Erwägung
gezogen, daß humane
OGC-Varianten nützlich
sein können.
Humane OGC-Varianten können
durch Einführen
von entsprechenden Nucleotidveränderungen
in die DNA des humanen OGC und/oder durch die Synthese des gewünschten
humanen OGC-Polypeptids hergestellt werden. Fachleute werden anerkennen,
daß Aminosäureveränderungen
posttranslationale Prozesse des humanen OGC verändern können, so wie die Veränderung
der Anzahl oder Position der Glycosylierungsorte oder die Veränderung
der Membranankereigenschaften.
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Variationen
in der nativen Gesamtlängensequenz
von humanem OGC oder in verschiedenen Domänen des humanen OGC, das hierin
beschrieben ist, können
ausgeführt
werden beispielsweise unter Verwendung von irgendeiner der Techniken
und Richtlinien für
konservative und nichtkonservative Mutationen, die beispielsweise
in US-Patent Nr. 5,364,934 ausgeführt sind. Variationen können eine
Substitution, Deletion oder Insertion von einem oder mehrerer Codons
sein, die für
humanes OGC codieren, die in einer Veränderung der Aminosäuresequenz
des humanen OGC resultiert, verglichen mit der nativen Sequenz von
humanem OGC. Optional findet die Variation durch Substitution von
wenigstens einer Aminosäure
durch irgendeine andere Aminosäure
in einer oder mehreren der Domänen
des humanen OGC statt. Anleitung darin, zu bestimmen, welcher Aminosäurerest
inseriert, substituiert oder deletiert werden kann, ohne die gewünschte Aktivität negativ
zu beeinflussen, kann durch den Vergleich der Sequenz des humanen
OGC mit der von homologen bekannten Proteinmolekülen und durch Minimieren der
Anzahl von Aminosäuresequenzveränderungen,
die in Regionen mit hoher Homologie gemacht werden, gefunden werden.
Aminosäuresubstitutionen
können
das Ergebnis des Ersetzens einer Aminosäure mit einer anderen Aminosäure mit ähnlichen
strukturellen und/oder chemischen Eigenschaften sein, so wie der
Ersatz eines Leucins mit einem Serin, d. h. konservative Aminosäureaustausche.
Insertionen oder Deletionen können
optional im Bereich von 1 bis 5 Aminosäuren sein. Die erlaubten Variationen
können
dadurch bestimmt werden, daß systematisch
Insertionen, Deletionen oder Substitutionen. von Aminosäuren in
der Sequenz gemacht werden und, wenn gewünscht, durch Testen der resultierenden
Varianten hinsichtlich deren Aktivität in Assays, die im Stand der
Technik bekannt oder hierin beschrieben sind.
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Eine
Ausführungsform
der Erfindung ist auf humane OGC-Varianten gerichtet, welche Fragmente
des Gesamtlängen-humanen
OGC sind. Vorzugsweise behalten solche Fragmente eine gewünschte Aktivität oder Eigenschaft
des Gesamtlängen-humanen
OGC.
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Die
Variationen können
gemacht werden unter Verwendung von Verfahren, die im Stand der
Technik bekannt sind, so wie Oligonucleotid-vermittelte (site-directed) Mutagenese,
Alaninscanning und PCR-Mutagenese. Site-directed Mutagenese [Carter
et al., Nucl. Acids Res., 13:4331 (1986); Zoller et al., Nucl. Acids
Res., 10:6487 (1987)], Kassettenmutagenese [Wells et al., Gene,
34:315 (1985)], Restriktionsauswahlmutagenese [Wells et al., Philos.
Trans. R. Soc. London SerA, 317:415 (1986)] oder andere Techniken
können
mit der klonierten DNA ausgeführt
werden, um die DNA der humanen OGC-Variante zu produzieren.
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Die
Scanningaminosäureanalyse
kann ebenso verwendet werden, um eine oder mehrere Aminosäuren entlang
einer kontinuierlichen Sequenz zu identifizieren. Unter den bevorzugten
Scanningaminosäuren sind
relativ kleine, neutrale Aminosäuren.
Solche Aminosäuren
beinhalten Alanin, Glycin, Serin und Cystein. Alanin ist typischerweise
eine bevorzugte Scanningaminosäure
unter dieser Gruppe, da dies die Seitenkette hinter dem beta-Kohlenstoff eliminiert,
und es ist weniger wahrscheinlich, daß dies die Hauptkettenkonformation
der Variante verändert
[Cunningham und Wells, Science, 244:1081–1085 (1989)). Alanin ist ebenso
typischerweise bevorzugt, da es die häufigste Aminosäure ist.
Weiterhin wird sie häufig
sowohl in verdeckten als auch in exponierten Positionen gefunden
[Creighton, The Proteins, (W.H. Freeman & Co., N.Y.); Chothia, J. Mol. Biol.,
150:1 (1976)). Wenn die Alaninsubstitution keine adäquaten Mengen
von Varianten ergibt, kann eine isosterische Aminosäure verwendet
werden.
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E. Modifikationen von
humanem OGC
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Die
Verwendung von kovalenten Modifikationen von humanem OGC sind innerhalb
des Umfangs dieser Erfindung umfaßt. Eine Art der kovalenten
Modifikation beinhaltet das Umsetzen von Targetaminosäureresten
eines humanen OGC-Polypeptids mit einem organischen derivatisierenden
Mittel, das in der Lage ist, mit ausgewählten Seitenketten oder den
N- oder C-terminalen Resten des humanen OGC zu reagieren. Die Derivatisierung
mit bifunktionalen Mitteln ist beispielsweise nützlich zum Quervernetzen von
humanem OGC mit einer wasserunlöslichen
Trägermatrix
oder Oberfläche
für die
Verwendung bei dem Verfahren zum Aufreinigen von antihumanen OGC-Antikörpern und
umgekehrt. Gewöhnlich
verwendete Quervernetzungsmittel beinhalten beispielsweise 1,1-Bis(diazoacetyl)-2-phenylethan,
Glutaraldehyd, N-Hydroxysuccinimidester, beispielsweise Ester mit
4-Azidosalicylsäure,
homobifunktionale Imidoester, einschließlich Disuccinimidylestern, so
wie 3,3'-Dithiobis(succinimidylpropionat),
bifunktionale Maleimide, so wie Bis-N-maleimido-1,8-octan, und Mittel,
so wie Methyl-3-[(p-azidophenyl)dithio]propioimidat.
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Andere
Modifikationen beinhalten die Deamidierung von Glutaminyl- und Asparaginylresten
zu den entsprechenden Glutamyl- bzw. Aspartylresten, Hydroxylierung
von Prolin und Lysin, Phosphorylierung von Hydroxylgruppen von Seryl-
oder Threonylresten, Methylierung der α-Aminogruppen der Lysin-, Arginin- und Histidinseitenketten
[T.E. Creighton, Proteins: Structure and Molecular Properties, W.H.
Freeman & Co.,
San Francisco, S. 79–86
(1983)], Acetylierung des N-terminalen Amins und Amidierung von
jeglichen C-terminalen Carboxylgruppen.
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Ein
anderer Typ der kovalenten Modifikation der humanen OGC-Polypeptids,
das im Umfang dieser Erfindung umfaßt ist, umfaßt das Verändern des
nativen Glycosylierungsmusters des Polypeptids. "Verändern des
nativen Glycosylierungsmusters" ist
hierin für
Zwecke vorgesehen, um das Deletieren von einem oder mehreren Kohlenhydratresten,
die in humanem OGC mit nativer Sequenz gefunden werden (entweder
durch Entfernen des dem zugrundeliegenden Glycosylierungsorts oder
durch Deletieren der Glycosylierung durch chemische und/oder enzymatische
Mittel), und/oder das Hinzufügen
von einem oder mehreren Glycosylierungsorten, die in humanem OGC
mit nativer Sequenz nicht vorhanden sind, zu bezeichnen. Zusätzlich beinhaltet
der Ausdruck qualitative Veränderungen
der Glycosylierung des nativen Proteins, was eine Veränderung in
der Natur und in den Proportionen der verschiedenen Kohlenhydratreste,
die vorhanden sind.
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Die
Hinzufügung
von Glycosylierungsorten zu dem humanen OGC-Polypeptid kann durch
Verändern der
Aminosäuresequenz
erreicht werden. Die Veränderung
kann beispielsweise durch die Hinzufügung oder durch Substitution
von einem oder mehreren Serin- oder Threoninresten in humanes OGC
mit nativer Sequenz (für
O-verbundene Glycosylierungsorte)
erreicht werden. Die humane OGC-Aminosäuresequenz kann optional durch
Veränderungen
auf dem DNA-Niveau verändert
werden, insbesondere durch Mutieren der DNA, die für das humane
OGC-Polypeptid codiert, an vorher ausgewählten Basen, so daß die generierten
Codons in die gewünschten
Aminosäuren
translatiert werden.
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Ein
weiteres Mittel für
das Erhöhen
der Anzahl der Kohlenhydratreste auf dem humanen OGC-Polypeptid
ist durch chemisches oder enzymatisches Koppeln von Glycosiden an
das Polypeptid. Solche Verfahren sind im Stand der Technik beschrieben,
z. B. in WO 87/05330, publiziert am 11. September 1987, und in Aplin und
Wriston, CRC Crit. Rev. Biochem., S. 259–306 (1981).
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Das
Entfernen der Kohlenhydratreste, die an dem humanen OGC-Polypeptid
vorhanden sind, kann chemisch oder enzymatisch oder durch mutationale
Substitution von Codons erreicht werden, die für Aminosäurereste codieren, die als
Target für
die Glycosylierung dienen. Chemische Deglycosylierungstechniken
sind im Stand der Technik bekannt und beschrieben beispielsweise
durch Hakimuddin et al., Arch. Biochem. Biophys., 259:52 (1987)
und durch Edge et al., Anal. Biochem., 118:131 (1981). Die enzymatische
Spaltung von Kohlenhydratresten auf Polypeptiden kann durch die
Verwendung einer Vielzahl von Endo- und Exoglycosidasen erreicht
werden, wie beschrieben durch Thotakura et al., Meth. Enzymol.,
138:350 (1987).
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Eine
weitere Art der kovalenten Modifikation von humanem OGC umfaßt das Verbinden
des humanen OGC-Polypeptids
mit einem aus einer Vielzahl von nichtproteinösen Polymeren, z. B. Polyethylenglycol
(PEG), Polypropylenglycol oder Polyoxyalkylenen, in dieser Weise
ausgeführt
in US-Patent Nrn. 4,640,835; 4,496,689; 4,301,144; 4,670,417; 4,791,192
oder 4,179,337.
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Das
humane OGC kann ebenso so modifiziert werden, daß es ein chimeres Molekül bildet,
das humanes OGC umfaßt,
das mit einem anderen heterologen Polypeptid oder einer anderen
heterologen Aminosäuresequenz
fusioniert ist.
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In
einer Ausführungsform
umfaßt
solch ein chimeres Molekül
eine Fusion des humanen OGC mit einem tag-Polypeptid, welches ein Epitop zur Verfügung stellt,
an welches ein anti-tag-Antikörper
selektiv binden kann. Das Epitop-tag wird allgemein an dem Amino-
oder Carboxylterminus von humanem OGC angeordnet. Die Gegenwart
solcher Epitop-getaggten Formen des humanen OGC können unter
Verwendung eines Antikörpers
gegen das tag-Polypeptid
detektiert werden, Ebenso ermöglicht
das Vorsehen eines Epitop-tags, daß das humane OGC leicht durch
Affinitätsaufreinigung
unter Verwendung eines anti-tag-Antikörpers oder
eines anderen Typs einer Affinitätsmatrix,
die an das Epitop-tag bindet, aufgereinigt werden kann. Verschiedene tag-Polypeptide
und deren entsprechende Antikörper
sind im Stand der Technik gut bekannt. Beispiele beinhalten Polyhistidin
(poly-his)- oder Polyhistidinglycin (poly-his-gly)-tags; das flu
HA tag-Polypeptid und dessen Antikörper 12CA5 [Field et al., Mol.
Cell. Biol., 8:2159–2165
(1988)]; das c-myc-tag und die 8F9-, 3C7-, 6E10-, G4-, B7- und 9E10-Antikörper [Evan
et al., Molecular and Cellular Biology, 5:3610–3616 ([1985)]; und das Herpes
Simplex-Virus Glycoprotein D (gD)-tag und dessen Antikörper [Paborsky
et al., Protein Engineering, 3(6):547–553 (1990)]. Andere tag-Polypeptide
beinhalten das Flag-Peptid [Hopp et al., BioTechnology, 6:1204–1210 (1988)];
das KT3 Epitop-Peptid [Martin et al., Science, 255:192–194)];
ein α-Tubulin-Epitop-Peptid [Skinner
et al., J. Biol. Chem., 266:15163-15166 (1991)]; und das T7 Gen 10-Proteinpeptid-tag
[Lutz-Freyermuth
et al., Proc. Natl. Acad. Sci. USA, 87:6393-6397 (1990)].
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In
einer alternativen Ausführungsform
kann das chimere Molekül
eine Fusion des humanen OGC mit einem Immunoglobulin oder einer
bestimmten Region eines Immunoglobulins umfassen. Für eine bivalente Form
des chimeren Moleküls
(ebenso als "Immunoadhäsin" bezeichnet) könnte solch
eine Fusion mit der Fc-Region eines IgG-Moleküls stattfinden. Die Ig-Fusionen
beinhalten vorzugt die Substitution einer löslichen (Transmembrandomänendeletierten
oder inaktivierten) Form eines humanen OGC-Polypeptids anstelle von wenigstens
einer variablen Region innerhalb eines Ig-Moleküls. In einer besonders bevorzugten
Ausführungsform
beinhaltet die Immunoglobulinfusion die Hinge-, CH2- und CH3- oder
die Hinge-, CH1-, CH2- und CH3-Regionen eines IgG1-Moleküls. Für die Herstellung
von Immunoglobulinfusionen siehe auch US-Patent Nr. 5,428,130 vom
27. Juni 1995.
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Das
humane OGC kann ebenso auf eine Art und Weise modifiziert werden,
um ein chimeres Molekül zu
bilden, umfassend humanes OGC fusioniert an einen Leucinzipper.
Verschiedene Leucinzipperpolypeptide sind im Stand der Technik beschrieben.
Siehe z. B. Landschulz et al., Science, 240:1759 (1988); WO 94/10308;
Hoppe et al., FEBS Letters, 344:1991 (1994); Maniatis et al., Nature,
341:24 (1989). Fachleute werden anerkennen, daß der Leucinzipper entweder
mit dem 5'- oder
dem 3'-Ende des
humanen OGC-Moleküls fusioniert
sein kann.
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F. Herstellung von humanem
OGC
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Die
Beschreibung hierunter betrifft primär die Produktion von humanem
OGC durch das Kultivieren von Zellen, die mit einem Vektor, der
humane OGC-Nucleinsäure
enthält,
transformiert oder transfiziert worden sind. Es wird natürlich in
Erwägung
gezogen, daß alternative
Verfahren, welche im Stand der Technik gut bekannt sind, verwendet
werden können,
um humanes OGC herzustellen. Beispielsweise kann die humane OGC-Sequenz
oder Teile davon durch direkte Peptidsynthese unter Verwendung von
Festphasentechniken hergestellt werden [siehe z. B. Stewart et al.,
Solid-Phase Peptide Synthesis, W.H. Freeman Co., San Francisco,
CA (1969); Merrifield, J. Am. Chem. Soc., 85:2149–2154 (1963)].
Die Proteinsynthese in vitro kann ausgeführt werden unter Verwendung
von Verfahren per Hand oder durch Automatisierung. Die automatisierte
Synthese kann beispielsweise unter Verwendung eines Applied Biosystems
Peptide Synthesizer (Foster City, CA) unter Verwendung der Instruktionen
des Herstellers erreicht werden. Verschiedene Teile von humanem
OGC können
chemisch separat synthetisiert und unter Verwendung von chemischen
oder enzymatischen Verfahren kombiniert werden, um Gesamtlängen-humanes
OGC herzustellen.
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1. Isolieren von DNA,
die für
humanes OGC codiert
-
Vektoren,
die humanes OGC enthalten, sind kommerziell erhältlich (InCyte Pharmaceuticals;
Palo Alto, CA). Alternativ kann DNA, die für humanes OGC codiert, aus
einer cDNA-Library erhalten werden, die aus einem Gewebe hergestellt
wurde, von dem vermutet wird, daß es die humane OGC-mRNA enthält und es
auf einem detektierbaren Niveau exprimiert. Dementsprechend kann
humane OGC-DNA bequem aus einer cDNA-Library erhalten werden, die
aus humanem Gewebe hergestellt wurde. Das humane OGC-codierende Gen kann
ebenso aus einer genomischen Library oder durch Oligonucleotidsynthese
erhalten werden.
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Die
Libraries können
mit Sonden gescreent werden (so wie Antikörper auf humanes OGC oder Oligonucleotide
mit wenigstens 20–80
Basen), die dafür
entworfen wurden, das Gen von Interesse oder das Protein, für das das
Gen codiert, zu identifizieren. Das Screenen der cDNA oder der genomischen
Library mit der ausgewählten
Sonde kann unter Verwendung von Standardverfahren ausgeführt werden,
so wie beschrieben in Sambrook et al., Molecular Cloning: A Laboratory
Manual (New York: Cold Spring Harbor Laboratory Press, 1989). Ein
alternatives Mittel, um das Gen zu isolieren, das für humanes
OGC codiert, ist die Verwendung der PCR-Methodologie [Sambrook et
al., supra; Dieffenbach et al., PCR Primer: A Laboratory Manual
(Cold Spring Harbor Laboratory Press, 1995)].
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Verfahren
zum Screenen einer cDNA-Library sind im Stand der Technik gut bekannt.
Die Oligonucleotidsequenzen, die als Sonden ausgewählt wurden,
sollten eine ausreichende Länge
aufweisen und ausreichend unverwechselbar sein, so daß das Auftreten
falscher Positiver minimiert wird. Das Oligonucleotid ist vorzugsweise
markiert, so daß es
nach der Hybridisierung an die DNA in der gescreenten Library detektiert
werden kann. Verfahren des Markierens sind im Stand der Technik
gut bekannt und beinhalten die Verwendung von radioaktiven Markern
wie 32P-markiertem ATP, Biotinylierung oder
Enzymlabeling. Hybridisierungsumstände, einschließlich moderater
Stringenz und hoher Stringenz, werden durch Sambrook et al., supra,
zur Verfügung
gestellt und sind oben in Abschnitt I beschrieben.
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Sequenzen,
die durch solche Library-Screenverfahren identifiziert wurden, können verglichen
und mit anderen bekannten Sequenzen aneinandergelagert werden, die
in öffentlichen
Datenbanken deponiert und aus ihnen erhältlich sind, so wie der GenBank
oder anderen privaten Sequenzdatenbanken. Sequenzidentität (entweder
auf dem Aminosäure-
oder Nucleotidniveau) innerhalb definierter Bereiche des Moleküls oder über die
gesamte Sequenzlänge
kann durch Sequenzalignment unter Verwendung von Computersoftwareprogrammen
wie BLAST, BLAST2, ALIGN, DNAstar und INHERIT bestimmt werden, um
die Identität
oder die Positiven für
den Sequenzvergleich zu messen.
-
2. Auswahl
und Transformation von Wirtszellen
-
Wirtszellen
werden mit Expressions- oder Klonierungsvektoren, die hierin für die humane
OGC-Produktion beschrieben
sind, transfiziert oder transformiert und in einer konventionellen
Nahrungsmittellösung
kultiviert, die so modifiziert ist, daß sie zum Induzieren der Promotoren,
zur Auswahl der Transformanten oder zum Amplifizieren der Gene,
die für
die gewünschten
Sequenzen codieren, geeignet ist. Die Kulturbedingungen, so wie
Medium, Temperatur, pH und ähnliches
können
durch den begabten Fachmann ohne unangemessenes Herumexperimentieren
ausgewählt
werden. Im allgemeinen können
Prinzipien, Protokolle und praktische Techniken zum Maximieren der
Produktivität
von Zellkulturen in Mammalian Cell Biotechnology: a Practical Approach,
M. Butler, Hrsg. (IRL Press, 1991] und Sambrook et al., supra, gefunden
werden.
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Verfahren
für die
Transfektion sind dem durchschnittlich begabten Fachmann bekannt,
beispielsweise Calciumphosphat und Elektroporation. Abhängig von
der verwendeten Wirtszelle wird die Transformation unter Verwendung
von Standardtechniken ausgeführt,
die für
solche Zellen angemessen sind. Die Calciumbehandlung, die Calciumchlorid
verwendet, wie durch Sambrook et al, supra, beschrieben, oder Elektroporation
wird im allgemeinen für
Prokaryonten oder andere Zellen verwendet, die wesentliche Zellwandbarrieren
enthalten. Die Infektion mit Agrobacterium tumefaciens wird für die Transformation
von gewissen Pflanzenzellen verwendet, wie beschrieben durch Shaw
et al., Gene, 23:315 (1983) und WO 89/05859, publiziert am 29. Juni
1989. Für
Säugetierzellen
ohne solche Zellwände
kann das Calciumphosphatpräzipitierungsverfahren
von Graham und van der Eb, Virology, 52:456–457 (1978) verwendet werden.
Allgemeine Aspekte von Säugetierwirtszellsystemtransformationen
wurden in US-Patent Nr. 4,399,216 beschrieben. Transformationen
in Hefe werden typischerweise ausgeführt gemäß dem Verfahren von Van Solingen
et al., J. Bact., 130:946 (1977) und Hsiao et al., Proc. Natl. Acad.
Sci. (USA), 76:3829 (1979). Jedoch können auch andere Verfahren
zum Einführen
von DNA in Zellen, so wie durch Kern-Mikroinjektion, Elektroporation,
bakterielle Protoplastenfusion mit intakten Zellen oder Polykationen,
z. B. Polybren, Polyornithin, ebenso verwendet werden. Für verschiedene Techniken zum
Transformieren von Säugetierzellen
siehe Keown et al., Methods in Enzymology, 185:527–537 (1990)
und Mansour et al., Nature, 336:348–352 (1988).
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Geeignete
Wirtszellen zum Klonieren oder Exprimieren der DNA in den Vektoren
hierin beinhalten Prokaryontenzellen, Hefezellen oder höhere Eukaryotenzellen.
Geeignete Prokaryonten beinhalten, aber sind nicht limitiert auf
Eubacteria, so wie gramnegative oder grampositive Organismen, beispielsweise
Enterobacteriaceae, so wie E. coli. Verschiedene E. coli-Stämme sind öffentlich
erhältlich,
so wie der E. coli K12-Stamm MM294 (ATCC 31,446); E. coli X1776
(ATCC 31,537); E. coli-Stamm W3110 (ATCC 27,325) und K5 772 (ATCC
53,635).
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Zusätzlich zu
Prokaryonten sind eukaryotische Mikroben, so wie filamentöse Fungi
oder Hefen, geeignete Klonierungs- oder Expressionswirte für humane
OGC-codierende Vektoren.
Saccharomyces cerevisiae ist ein gewöhnlich verwendeter Wirtsorganismus
eines niederen Eukaryoten.
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Geeignete
Wirtszellen für
die Expression von glycosyliertem humanem OGC werden von multizellulären Organismen
abgeleitet. Beispiele von Zellen wirbelloser Organismen beinhalten
Insektenzellen, so wie Drosophila S2 und Spodoptera Sf9, ebenso
wie Pflanzenzellen. Beispiele von nützlichen Säugetierwirtszellen beinhalten
Chinesische Hamster-Eierstockzellen (CHO-Zellen) und COS-Zellen. Spezifischere
Beispiele beinhalten die Affennieren-CVl-Linie, transformiert durch
SV40 (COS-7, ATCC CRL 1651; die humane embryonale Nierenlinie (293
oder 293-Zellen, subkloniert für
das Wachstum in Suspensionskulturen, Graham et al., J. Gen Virol.,
36:59 (1977)); Chinesische Hamster-Eierstockzellen/-DHFR (CHO, Urlaub
und Chasin, Proc. Natl. Acad. Sci. USA, 77:4216 (1980)); Maus-Sertolizellen
(TM4, Mather, Biol. Reprod., 23:243–251 (1980)); humane Lungenzellen
(W138, ATCC CCL 75); humane Leberzellen (Hep G2, HB 8065), und Maus-Brusttumor (MMT 060562,
ATCC CCL51). Die Auswahl der angemessenen Wirtszelle liegt innerhalb
der Begabung des Durchschnittsfachmanns.
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3. Auswahl
und Verwendung eines replizierbaren Vektors
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Die
Nucleinsäure
(z. B. cDNA oder genomische DNA) die für humanes OGC codiert, kann
in einen replizierbaren Vektor zum Klonieren (Amplifizierung der
DNA) oder zur Expression inseriert werden. Verschiedene Vektoren
sind öffentlich
erhältlich.
Der Vektor kann beispielsweise in der Form eines Plasmids, eines Cosmids,
eines viralen Partikels oder einer Phage vorliegen. Die entsprechende
Nucleinsäuresequenz
kann in einen Vektor durch eine Vielfalt von Verfahren inseriert
werden. Im allgemeinen wird DNA in einen entsprechenden Restriktionsendonucleaseort
(oder Orte) unter Verwendung von Techniken, die im Stand der Technik bekannt
sind, inseriert. Vektorbestandteile beinhalten im allgemeinen eine
oder mehrere Signalsequenzen, einen Replikationsursprung, ein oder
mehrere Markergene, ein Enhancerelement, einen Promotor und eine Transkriptionsterminierungssequenz,
sind aber nicht limitiert hierauf. Die Konstruktion von geeigneten
Vektoren, enthaltend einen oder mehrere dieser Bestandteile, verwendet
Standardligierungstechniken, welche dem begabten Fachmann bekannt
sind.
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Das
humane OGC kann rekombinant nicht nur direkt produziert werden,
sondern ebenso als Fusionspolypeptid mit einem heterologen Polypeptid,
welches eine Signalsequenz oder ein anderes Polypeptid mit einem
spezifischen Spaltort an dem N-Terminus des reifen Proteins oder
Polypeptids sein kann. Im allgemeinen kann die Signalsequenz ein
Bestandteil des Vektors sein oder kann ein Teil der DNA sein, die
für humanes OGC
codiert, die in den Vektor inseriert wird. Die Signalsequenz kann
eine prokaryontische Signalsequenz sein, ausgewählt beispielsweise aus der
Gruppe, bestehend aus alkalischer Phosphatase, Penicillinase, lpp oder
hitzestabilen Enterotoxin II-Leadersequenzen. Für die Hefesekretion kann die
Signalsequenz z. B. die Hefeinvertase-Leadersequenz, α-Faktor-Leadersequenz (einschließlich Saccharomyces
und Kluyveromyces α-Faktor-Leadersequenzen,
wobei die letzteren in US-Patent Nr. 5,010,182 beschrieben sind)
oder Säurephosphatase-Leadersequenz,
die C. albicans Glucoamylase-Leadersequenz (
EP 362,179 , publiziert am 4. April
1990) oder das Signal, das in WO 90/13646, publiziert am 15. November
1990, beschrieben wurde, sein. Bei der Expression in Säugetierzellen
können
Säugetiersignalsequenzen
verwendet werden, um die Sekretion des Proteins zu steuern, so wie
Signalsequenzen aus sekretierten Polypeptiden von der gleichen Spezies
oder von verwandten Spezies, ebenso wie virale Sekretionsleadersequenzen.
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Sowohl
die Expressions- als auch Klonierungsvektoren enthalten eine Nucleinsäuresequenz,
die es dem Vektor ermöglicht,
sich in einer oder mehreren ausgewählten Wirtszellen zu replizieren.
Solche Sequenzen sind für
eine Vielzahl von Bakterien, Hefen und Viren gut bekannt. Der Ursprung
der Replikation von dem Plasmid pBR322 ist für die meisten gramnegativen
Bakterien geeignet, der 2 μm-Plasmidursprung
ist für
Hefe geeignet und verschiedene virale Ursprünge (SV40, Polyoma, Adenovirus,
VSV oder BPV) sind zum Klonieren von Vektoren in Säugetierzellen
nützlich.
-
Expressions-
und Klonierungsvektoren werden typischerweise ein Selektionsgen
enthalten, auch selektierbarer Marker genannt. Typische Selektionsgene
codieren für
Proteine, die (a) eine Resistenz gegenüber Antibiotika oder anderen
Toxinen verleihen, z. B. Ampicillin, Neomycin, Methotrexat oder
Tetracyclin, (b) auxotrophe Defizite komplementieren oder (c) kritische
Nahrungsstoffe zur Verfügung
stellen, die aus dem komplexen Medium nicht erhältlich sind, z. B. das Gen,
das für
D-Alaninracemase für
Bacilli codiert.
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Ein
Beispiel von geeigneten auswählbaren
Markern für
Säugetierzellen
sind diejenigen, die die Identifizierung von Zellen ermöglichen,
die kompetent dafür
sind, die humane OGC-codierende Nucleinsäure aufzunehmen, so wie DHFR
oder Thymidinkinase. Eine angemessene Wirtszelle, wenn Wildtyp-DHFR
verwendet wird, ist die CHO-Zellinie, der die DHFR-Aktivität fehlt,
hergestellt und propagiert wie beschrieben durch Urlaub et al.,
Proc. Natl. Acad. Sci. USA, 77:4216 (1980). Ein geeignetes Selektionsgen
für die
Verwendung bei Hefe ist das trp1-Gen, das in dem Hefeplasmid YRp7
vorhanden ist [Stinchcomb et al., Nature, 282:39 (1979); Kingsman
et al., Gene, 7:141 (1979); Tschemper et al., Gene, 10:157 (1980)].
Das trp1-Gen stellt
einen Selektionsmarker für
einen mutierten Stamm der Hefe zur Verfügung, dem die Fähigkeit
fehlt, in Tryptophan zu wachsen, beispielsweise ATCC Nr. 44076 oder
PEP4-1 [Jones, Genetics, 85:12 (1977)].
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Expressions-
und Klonierungsvektoren enthalten normalerweise einen Promotor,
der operabel mit der Nucleinsäuresequenz
verbunden ist, die für
das humane OGC codiert, um die mRNA-Synthese zu steuern. Promotoren,
die durch eine Vielzahl von potentiellen Wirtszellen erkannt werden,
sind gut bekannt. Promotoren, die für die Verwendung mit prokaryontischen
Wirten geeignet sind, beinhalten die β-Lactamase- und Lactose-Promotorsysteme
[Chang et al., Nature, 275:615 (1978); Goeddel et al., Nature, 281:544
(1979)], alkalische Phosphatase, ein Tryptophan (trp)-Promotorsystem
[Goeddel, Nucleic Acids Res., 8:4057 (1980);
EP 36,776 ] und Hybridpromotoren, so
wie den tac-Promotor [deBoer et al., Proc. Natl. Acad. Sci. USA,
80:21–25 (1983)].
Promotoren für
die Verwendung bei bakteriellen Systemen werden ebenso eine Shine-Dalgarno (S.D.)-Sequenz
enthalten, die operabel mit der DNA verbunden ist, die für humanes
OGC codiert.
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Beispiele
von geeigneten Promotorsequenzen für die Verwendung mit Hefen
beinhalten die Promotoren für
3-Phosphoglyceratkinase [Hitzeman et al., J. Biol. Chem., 255:2073
(1980)] oder andere glycolytische Enzyme [Hess et al., J. Adv. Enzyme
Reg., 7:149 (1968); Holland, Biochemistry, 17:4900 (1978)], so wie
Enolase, Glycerinaldehyd-3-phosphatdehydrogenase, Hexokinase, Pyruvatdecarboxylase,
Phosphofructokinase, Glucose-6-phosphatisomerase,
3-Phosphoglyceratmutase, Pyruvatkinase, Triosephosphatisomerase,
Phosphoglucoseisomerase und Glucokinase.
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Andere
Hefepromotoren, die induzierbare Promotoren sind mit dem zusätzlichen
Vorteil, daß die
Transkription durch Wachstumsbedingungen gesteuert ist, sind die
Promotorbereiche für
Alkoholdehydrogenase 2, Isocytochrom C, Säurephosphatase, degradative
Enzyme, die mit dem Stickstoffmetabolismus in Verbindung stehen,
Metallothionein, Glycerinaldehyd-3-phosphatdehydrogenase und Enzyme,
die für
die Maltose- und Galactoseverwendung verantwortlich sind. Geeignete
Vektoren und Promotoren für
die Verwendung bei der Hefeexpression sind weiter in
EP 73,657 beschrieben.
-
Humane
OGC-Transkription aus Vektoren in Säugetierwirtszellen wird beispielsweise
durch Promotoren gesteuert, die aus den Genomen von Viren, so wie
Polyomavirus, Fowlpoxvirus (UK 2,211,504, publiziert am 5. Juli
1989), Adenovirus (so wie Adenovirus 2), bovinem Papillomavirus,
Aviansarcomavirus, Cytomegalovirus, einem Retrovirus, Hepatitis-B-Virus
und Simian-Virus 40 (SV40), aus heterologen Säugetierpromotoren, z. B. dem
Actinpromotor oder einem Immunoglobulinpromotor, und aus Hitzeschockpromotoren
erhalten wurden, vorausgesetzt, daß solche Promotoren mit den
Wirtszellsystem kompatibel sind.
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Die
Transkription einer DNA, die für
das humane OGC codiert, durch höhere
Eukaryoten, kann durch das Einfügen
einer Enhancersequenz in den Vektor verstärkt werden. Enhancer sind cis-agierende
Elemente der DNA, normalerweise etwa von 10 bis 300 bp, die auf
einen Promotor wirken, um dessen Transkription zu erhöhen. Viele
Enhancersequenzen sind nun aus Säugetiergenen
bekannt (Globin, Elastase, Albumin, α-Fetoprotein und Insulin). Typischerweise
wird man jedoch einen Enhancer aus einem eukaryotischen Zellvirus verwenden.
Beispiele beinhalten den SV40-Enhancer auf der späten Seite
des Ursprungs der Replikation (bp 100–270), den Cytomegalovirus-Frühpromotor-Enhancer,
den Polyoma-Enhancer
auf der späten
Seite des Ursprungs der Replikation und Adenovirus-Enhancer. Der
Enhancer kann in den Vektor bei einer Position 5' oder 3' der humanen OGC-Sequenz gespleißt werden, ist jedoch vorzugsweise
an der 5'-Seite
des Promotors angeordnet.
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Expressionsvektoren,
die in eukaryotischen Wirtszellen (Hefe-, Fungi-, Insekten-, Pflanzen-,
Tier-, humane Zellen oder Zellen mit einem Zellkern aus anderen
multizellulären
Organismen) verwendet werden, werden ebenso Sequenzen enthalten,
die für
die Terminierung der Transkription und zum Stabilisieren der mRNA erforderlich
sind. Solche Sequenzen sind normalerweise aus untranslatierten Bereichen
eukaryotischer oder viraler DNAs oder cDNAs vom 5'-Ende und gelegentlich
vom 3'-Ende erhältlich.
Diese Bereiche enthalten Nucleotidsegmente, die als polyadenylierte
Fragmente in dem nichttranslatierten Bereich der mRNA, die für humanes
OGC codiert, transkribiert werden.
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Noch
weitere Verfahren, Vektoren und Wirtszellen, die für die Adaptation
an die Synthese von humanem OGC in rekombinanten Wirbeltierzellkulturen
geeignet sind, sind in Gething et al., Nature, 293:620–624 (1981);
Mantei et al., Nature, 281:40–46
(1979);
EP 117,060 ; und
EP 117,058 beschrieben.
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4. Detektieren der Genamplifikation/Expression
-
Die
Genamplifikation und/oder Expression kann in einer Probe direkt
gemessen werden, beispielsweise durch konventionelles Southern-Blotting,
Northern-Blotting, um die Transkription der mRNA zu quantifizieren
[Thomas, Proc. Natl. Acad. Sci. USA, 77:5201–5205 1980)], Dot-Blotting (DNA-Analyse)
oder durch in situ-Hybridisierung, unter Verwendung einer entsprechend
markierten Sonde, basierend auf den Sequenzen, die hierin zur Verfügung gestellt
werden. Alternativ können
Antikörper
verwendet werden, die spezifische Duplexe erkennen, einschließlich DNA-Duplexen,
RNA-Duplexen und DNA-RNA-Hybridduplexen oder DNA-Protein-Duplexen.
Die Antikörper
können
wiederum markiert sein und der Assay kann ausgeführt werden, wo der Duplex an
eine Oberfläche
gebunden ist, so daß nach
der Bildung des Duplexes auf der Oberfläche die Gegenwart eines Antikörpers, der
an den Duplex gebunden ist, detektiert werden kann.
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Die
Genexpression kann alternativ durch immunologische Verfahren gemessen
werden, so wie immunohistochemisches Färben von Zellen oder Gewebeabschnitten,
und durch einen Assay der Zellkultur- oder Körperfluide, um die Expression
des Genprodukts direkt zu quantifizieren. Antikörper, die für das immunohistochemische
Färben
und/oder den Assay der Probenfluide geeignet sind, können entweder
monoklonal oder polyklonal sein und können in jeglichem Säugetier
hergestellt werden. Bequemerweise können die Antikörper gegen
humane OGC-Polypeptide mit nativer Sequenz oder gegen ein synthetisches
Peptid oder gegen exogene Sequenzen, die mit humaner OGC-DNA fusioniert
sind und für
ein spezifisches Antikörperepitop
codieren, hergestellt werden.
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5. Aufreinigung
des Polypeptids
-
Formen
von humanem OGC können
aus Kulturmedium oder Wirtszellysaten zurückgewonnen werden. Wenn sie
membrangebunden sind, können
sie von der Membran unter Verwendung einer geeigneten Detergenzlösung (z.
B. Triton-X 100) oder durch enzymatische Spaltung freigesetzt werden.
Zellen, die bei der Expression von humanem OGC verwendet werden,
können
durch verschiedene physikalische oder chemische Mittel aufgebrochen
werden, so wie Gefrier-Tau-Zyklen, Sonifizierung, mechanischen Aufbruch
oder zellysierende Mittel.
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Es
kann gewünscht.
werden, humanes OGC aus rekombinanten Zellproteinen oder Polypeptiden
aufzureinigen. Die folgenden Verfahren sind beispielhaft für geeignete
Aufreinigungsverfahren: durch Fraktionierung auf einer Ionenaustauschsäule; Ethanolpräzipitation;
Umkehrphasen-HPLC; Chromatographie auf Siliciumdioxid oder auf einem
Kationenaustauschharz, so wie DEAE; Chromatofokussieren; SDS-PAGE;
Ammoniumsulfatpräzipitierung;
Gelfiltration unter Verwendung von beispielsweise Sephadex G-75;
Protein A-Sepharose-Säulen, um
Kontaminanten, so wie IgG, zu entfernen; und Metallchelat-bildende
Säulen,
um Epitopgetaggte Formen von humanem OGC zu binden. Verschiedene
Verfahren zur Proteinaufreinigung können verwendet werden, und
solche Verfahren sind im Stand der Technik bekannt und beispielsweise
beschrieben in Deutscher, Methods in Enzymology, 182 (1990); Scopes,
Protein Purification: Principles and Practice, Springer-Verlag,
New York (1982). Der Aufreinigungsschritt/die Aufreinigungsschritte
werden beispielsweise von der Natur des Herstellungsverfahrens,
das verwendet wird und dem besteimmten humanen OGC, das produziert
wird, abhängen.
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G. Anti-humane OGC-Antikörper
-
In
gewissen Ausführungsformen
können
anti-humane OGC-Antikörper verwendet
werden. Beispielhafte Antikörper
beinhalten polyklonale, monoklonale, humanisierte, bispezifische
und heterokonjugierte Antikörper.
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1. Polyklonale
Antikörper
-
Die
anti-humanen OGC-Antikörper
können
polyklonale Antikörper
umfassen. Verfahren zur Herstellung von polyklonalen Antikörpern sind
dem begabten Fachmann bekannt. Polyklonale Antikörper können in einem Säugetier
gezogen werden, beispielsweise durch eine oder mehrere Injektionen
eines immunisierenden Mittels und, wenn gewünscht, einer Adjuvans. Typischerweise
wird das Immunisierungsmittel und/oder die Adjuvans in das Säugetier
durch mehrfache subkutane oder intraperitoneale Injektionen injiziert.
Das Immunisierungsmittel kann das humane OGC-Polypeptid oder ein
Fusionsprotein davon enthalten. Es kann nützlich sein, das Immunisierungsmittel
an ein Protein zu konjugieren, von dem bekannt ist, daß es in
dem immunisierten Säugetier
immunogen wirkt. Beispiele solcher immunogenen Proteine beinhalten,
sind aber nicht limitiert auf keyhole limpet-Hämocyanin,
Serumalbumin, Bovinthyroglobulin und Sojabohnentrypsininhibitor.
Beispiele von Adjuvantien, welche verwendet werden können, beinhalten
Freund's vollständiges Adjuvans
und MPL-TDM-Adjuvans (Monophosphoryl Lipid A, synthetisches Trehalosedicorynomycolat).
Das Immunisierungsprotokoll kann durch den Fachmann ohne unangemessenes
Herumexperimentieren ausgewählt
werden.
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2. Monoklonale
Antikörper
-
Die
antihumanen OGC-Antikörper
können
alternativ monoklonale Antikörper
sein. Monoklonale Antikörper
können
durch Hybridomaverfahren hergestellt werden, so wie diejenigen,
die durch Kohler und Milstein, Nature, 256:495 (1975) beschrieben
wurden. Bei einem Hybridomaverfahren wird eine Maus, ein Hamster oder
ein anderes angemessenes Wirtstier typischerweise mit einem Immunisierungsmittel
immunisiert, um Lymphozyten herauszufordern, die Antikörper produzieren
oder in der Lage sind, solche Antikörper zu produzieren, die spezifisch
an das Immunisierungsmittel binden werden. Alternativ können die
Lymphozyten in vitro immunisiert werden.
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Das
Immunisierungsmittel wird typischerweise das humane OGC-Polypeptid
oder ein Fusionsprotein davon enthalten. Im allgemeinen werden entweder
periphere Blutlymphozyten ("PBLs") verwendet, wenn
Zellen humaner Herkunft gewünscht
werden, oder Milzzellen oder Lymphknotenzellen, wenn nichthumane
Säugetierquellen
erwünscht
sind. Die Lymphozyten werden dann mit einer immortalisierten Zellinie
unter Verwendung eines geeigneten Fusionsmittels, so wie Polyethylenglycol,
fusioniert, um eine Hybridomazelle zu bilden [Goding, Monoclonal
Antibodies: Principles and Practice, Academic Press (1986), S. 59–103]. Immortalisierte Zellinien
sind gewöhnlicherweise
transformierte Säugetierzellen,
insbesondere Myelomazellen von Nagetier-, Rinder- und humaner Herkunft.
Normalerweise werden Ratten- oder Maus-Myelomazellinien verwendet. Die Hybridomazellen
können
in einem geeigneten Kulturmedium kultiviert werden, das vorzugsweise
eine oder mehrere Substanzen enthält, die das Wachstum oder das Überleben
der nichtfusionierten immortalisierten Zellen hemmen. Beispielsweise,
wenn den parentalen Zellen das Enzym Hypoxanthinguaninphosphoribosyltransferase
(HGPRT oder HPRT) fehlt, wird das Kulturmedium für die Hybridoma typischerweise
Hypoxanthin, Aminopterin und Thymidin ("HAT-Medium") enthalten, wobei die Substanzen das
Wachstum von HGPRT-defizienten Zellen verhindern.
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Bevorzugte
immortalisierte Zellen sind diejenigen, die effizient fusionieren,
ein hohes Expressionsniveau des Antikörpers durch ausgewählte Antikörperproduzierende
Zellen stabil unterstützen
und gegenüber einem
Medium, so wie HAT-Medium, sensitiv sind. Bevorzugtere immortalisierte
Zellinien sind mausartige Myelomalinien, welche beispielsweise von
dem Salk Institute Cell Distribution Center, San Diego, California und der
American Type Culture Collection, Manassas, Virginia, erhalten werden
können.
Humane Myeloma- und Maus-humane Heteromyelomazellinien wurden ebenso
für die
Herstellung von humanen monoklonalen Antikörpern beschrieben [Kozbor,
J. Immunol., 133:3001 (1984); Brodeur et al., Monoclonal Antibody
Production Techniques and Applications, Marcel Dekker, Inc., New
York (1987), S. 51–63].
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Das
Kulturmedium, in welchem die Hybridomazellen kultiviert werden,
kann hinsichtlich der Gegenwart von monoklonalen Antikörpern, die
gegen humanes OGC gerichtet sind, durch einen Assay getestet werden.
Vorzugsweise wird die Bindespezifität von monoklonalen Antikörpern, die
durch Hybridomazellen produziert werden, durch Immunopräzipitation
oder durch einen in vitro-Bindeassay, so wie einen radioaktiven
Immunoassay (RIA) oder enzymverbundenen Immunoabsorbensassay (ELISA),
bestimmt. Solche Techniken und Assays sind im Stand der Technik
bekannt. Die Bindeaffinität
des monoklonalen Antikörpers
kann beispielsweise durch Scatchard-Analyse von Munson und Pollard,
Anal. Biochem., 107:220 (1980) bestimmt werden.
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Nachdem
die gewünschten
Hybridomazellen identifiziert wurden, können die Klone durch limitierende Verdünnungsverfahren
subkloniert werden und durch Standardverfahren wachsen gelassen
werden [Goding, supra]. Geeignete Kulturmedien für diesen Zweck beinhalten beispielsweise
Dulbeccos's Modified
Eagle's Medium und
RPMI-640 Medium. Alternativ können
die Hybridomazellen in vivo als Aszites in einem Säugetier wachsen
gelassen werden.
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Die
monoklonalen Antikörper,
die durch die Subklone ausgeschieden werden, können aus dem Kulturmedium oder dem
Aszitesfluid durch konventionelle Immunoglobulinaufreinigungsverfahren,
so wie beispielsweise Protein A-Sepharose, Hydroxylapatitchromatographie,
Gelelektrophorese, Dialyse oder Affinitätschromatographie, isoliert
oder aufgereinigt werden.
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Die
monoklonalen Antikörper
können
ebenso durch rekombinante DNA-Verfahren hergestellt werden, so wie
diejenigen, die in US-Patent Nr. 4,816,567 beschrieben sind. DNA,
die für
die monoklonalen Antikörper der
Erfindung codiert, kann leicht unter Verwendung von konventionellen
Verfahren isoliert und sequenziert werden (z. B. unter Verwendung
von Oligonucleotidsonden, die in der Lage sind, spezifisch an Gene
zu binden, die für
die schweren und leichten Ketten der murinen Antikörper codieren).
Die Hybridomazellen der Erfindung dienen als bevorzugte Quelle solcher
DNA. Sobald sie isoliert ist, kann die DNA in Expressionsvektoren
angeordnet werden, welche dann in Wirtszellen transfiziert werden,
so wie Affen-COS-Zellen, Chinesische Hamster-Eierstockzellen (CHO-Zellen)
oder Myelomazellen, die sonst kein Immunoglobulinprotein produzieren,
um die Synthese von monoklonalen Antikörpern in den rekombinanten
Wirtszellen zu erhalten. Die DNA kann beispielsweise ebenso durch
Substituieren der codierenden Sequenz für die humanen konstanten Schwer-
und Leichtkettendomänen
anstelle der homologen murinen Sequenzen (US-Patent Nr. 4,816,567;
Morrison et al., supra] oder durch kovalentes Verbinden der gesamten
codierenden Sequenz für
ein Nicht-Immunoglobulin-Polypeptid
oder eines Teils davon mit der Immunoglobulin-codierenden Sequenz
modifiziert werden. Solch ein Nicht-Immunoglobulin-Polypeptid kann
für die
konstanten Domänen
eines Antikörpers
der Erfindung substituiert werden oder kann für die variablen Domänen eines
ein-Antigen-Kombinierungsorts eines Antikörpers der Erfindung substituiert
werden, um einen chimeren bivalenten Antikörper zu erhalten.
-
Die
Antikörper
können
monovalente Antikörper
sein. Verfahren zum Herstellen von monovalenten Antikörpern sind
im Stand der Technik bekannt. Beispielsweise involviert ein Verfahren
die rekombinante Expression der Immunoglobulin-leichten Kette und
der modifizierten schweren Kette. Die schwere Kette ist im allgemeinen
an irgendeinem Punkt in der Fc-Region trunkiert, um so zu vermeiden,
daß sich
die schweren Ketten quervernetzen. Alternativ werden die relevanten
Cysteinreste mit anderen Aminosäureresten
substituiert oder deletiert, um so ein Quervernetzen zu vermeiden.
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In
vitro-Verfahren sind ebenso zum Herstellen von monovalenten Antikörpern geeignet.
Der Verdau von Antikörpern,
um Fragmente davon zu produzieren, insbesondere Fab-Fragmente, kann
unter Verwendung von Techniken erreicht werden, die routinegemäß im Stand
der Technik bekannt sind.
-
3. Humane
und humanisierte Antikörper
-
Die
anti-humanen OGC-Antikörper
der Erfindung können
weiterhin humanisierte Antikörper
oder humane Antikörper
umfassen. Humanisierte Formen von nicht-humanen (z. B. murinen)
Antikörpern
sind chimere Immunoglobuline, Immunoglobulinketten oder Fragmente
davon (so wie Fv, Fab, Fab',
Fab')2 oder
andere Antigen-bindende Subsequenzen von Antikörpern), welche eine minimale
Sequenz enthalten, die von nicht-humanem Immunoglobulin abgeleitet
ist. Humanisierte Antikörper
beinhalten humane Immunoglobuline (Empfängerantikörper), bei welchen Reste einer
komplementären
Bestimmungsregion (CDR) des Empfängers durch
Reste aus einer CDR von nicht-humanen Spezies (Donorartikörper), so
wie Maus, Ratte oder Kaninchen, die die gewünschte Spezifität, Affinität und Kapazität haben,
ersetzt werden. In einigen Fällen
werden Fv-Rahmenreste des humanen Immunoglobulins durch entsprechende
nicht-humane Peste ersetzt. Humanisierte Antikörper können ebenso Reste umfassen,
welche weder in dem Empfängerantikörper noch
in dem importierten CDR oder in Rahmensequenzen gefunden werden.
Im allgemeinen wird der humanisierte Antikörper im wesentlichen alle von
wenigstens einer und typischerweise von zwei variablen Domänen, in
welchen alle oder im wesentlichen alle der CDR-Regionen denjenigen
eines nicht-humanen Immunoglobulins entsprechen und alle oder im
wesentlicher. alle der FR-Regionen diejenigen einer humanen Immunoglobulinkonsenssequenz
sind, umfassen. Der humanisierte Antikörper wird optimalerweise ebenso
wenigstens einen Teil einer Immunoglobulin-konstanten Region- (Fc)
umfassen, typischerweise die eines humanen Immunoglobulins [Jones
et al., Nature, 321:522–525
(1986); Riechmann et al., Nature, 332:323–329 (1988); und Presta, Curr. Op.
Struct. Biol., 2:593–596
(1992)].
-
Verfahren
zum Humanisieren von nichthumanen Antikörpern sind im Stand der Technik
gut bekannt. Im allgemeinen hat ein humanisierter Antikörper eine
oder mehrere Aminosäuresequenzen,
die in ihn aus einer Quelle, die nichthuman ist, eingeführt wurden.
Diese nichthumanen Aminosäuresequenzen
werden oft "Import"-Reste genannt, welche
typischerweise einer "Import"-variablen Domäne entnommen
wurden. Die Humanisierung kann im wesentlichen folgend dem Verfahren
von Winter und Mitarbeitern ausgeführt werden [Jones et al., Nature,
321–525
(1986); Riechmann et al., Nature, 332:323–327 (1988); Verhoeyen et al.,
Science, 239:1534–1536
(1988)] durch Substituieren von Nagetier-CDRs oder CDR-Sequenzen für die entsprechenden Sequenzen
eines humanen Antikörpers.
Dementsprechend sind solche "humanisierten" Antikörper chimere Antikörper (US-Patent
Nr. 4,816,567), wobei im wesentlichen weniger als eine intakte humane
variable Domäne
durch die entsprechende Sequenz einer nichthumanen Spezies substituiert
worden ist. In der Praxis sind humanisierte Antikörper typischerweise
humane Antikörper,
bei welchen einige CDR-Reste und möglicherweise einige FR-Reste
durch Reste von analogen Orten in Nagetierantikörpern substituiert worden sind.
-
Humane
Antikörper
können
ebenso unter Verwendung verschiedener Techniken produziert werden, die
im Stand der Technik bekannt sind, einschließlich Phagendisplay-Libraries [Hoogenboom
und Winter, J. Mol. Biol., 227:381 (1991); Marks et al., J. Mol.
Biol., 222:581 (1991)]. Die Techniken von Cole et al. und Boerner
et al. sind ebenso für
die Herstellung von humanen monoklonalen Antikörpern erhältlich (Cole et al., Monoclonal
Antibodies and Cancer Therapy, Alan R. Liss, S. 77 (1985) und Boerner
et al., J. Immunol., 147(1):86–95
(1991)]. Auf ähnliche
Art und Weise können
humane Antikörper
durch Einführen
von humanen Immunoglobulinloci in transgene Tiere, z. B. Mäuse, bei
welchen die endogenen Immunoglobulingene teilweise oder vollständig inaktiviert
wurden, hergestellt werden. Nach der Challenge wird eine humane
Antikörperproduktion
beobachtet, welche stark dem ähnelt,
was in Menschen in jeglicher Hinsicht gesehen wird, einschließlich der
Genanordnung, des Aufbaus und des Antikörperrepertoires. Diese Herangehensweise
ist beispielsweise in den US-Patenten Nr. 5,545,807; 5,545,806;
5,569,825; 5,625,126; 5,633,425; 5,661,016 und in den folgenden
wissenschaftlichen Publikationen: Marks et al., Bio/Technology 10,
779–783
(1992); Lonberg et al., Nature 368:856–859 (1994); Morrison, Nature
368:812-13 (1994);
Fishwild et al., Nature Biotechnology 14:845- 51 (1996); Neuberger, Nature Biotechnology
14:826 (1996); Lonberg und Huszar, Intern. Rev. Immunol. 13:65–93 (1995)
beschrieben.
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4. Bispezifische
Antikörper
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Bispezifische
Antikörper
sind monoklonale, vorzugsweise humane oder humanisierte Antikörper, die Bindespezifitäten für wenigstens
zwei unterschiedliche Antigene haben. In dem vorliegenden Fall ist
eine der Bindespezifitäten
für humanes
OGC, und die andere ist für
jegliches andere Antigen und vorzugsweise für ein Zelloberflächenprotein
oder einen -rezeptor oder eine -rezeptoruntereinheit.
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Verfahren
zum Herstellen von bispezifischen Antikörpern sind im Stand der Technik
bekannt. Traditionell basiert die rekombinante Produktion von bispezifischen
Antikörpern
auf der Co-Expression von zwei Immunoglobulin-Schwerketten/Leichtkettenpaaren,
wo die zwei Schwerketten unterschiedliche Spezifitäten haben
[Milstein und Cuello, Nature, 305:537–539 (1983)]. Aufgrund der
zufälligen
Auswahl von Immunoglobulin-Schwer-
und Leichtketten produzieren diese Hybridoma (Quadroma) eine potentielle
Mischung aus zehn unterschiedlichen Antikörpermolekülen, von denen lediglich eines
die korrekte bispezifische Struktur hat. Die Aufreinigung des richtigen
Moleküls
wird normalerweise durch Affinitätschromatographieschritte
erreicht. Ähnliche
Verfahren sind in WO 93/08829, publiziert am 13. Mai 1993, und in
Traunecker et al., EMBO J., 10:3655–3659 (1991) offenbart.
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Variable
Antikörperdomänen mit
den gewünschten
Bindespezifitäten
(Antikörper-Antigen-Kombinierungsorte) können in
die Immunoglobulin-konstanten Domänensequenzen fusioniert werden.
Die Fusion findet vorzugsweise mit einer Immunoglobulin-Schwerketten-konstanten
Domäne
statt, umfassend wenigstens einen Teil der Hinge-, CH2- und CH3-Regionen.
Es ist bevorzugt, die erste Schwerketten-konstante Region (CH1),
die den Ort enthält,
der für
das Binden der leichten Kette erforderlich ist, in wenigstens einer
der Fusionen zu haben. DNAs, die die Immunoglobulin-Schwerketten-Fusionen
enthalten und, wenn gewünscht,
die Immunoglobulin-Leichtketten, werden in separate Expressionsvektoren
inseriert und werden in einen geeigneten Wirtsorganismus co-transfiziert.
Weitere Details über
das Herstellen von bispezifischen Antikörpern sind beispielsweise in
Suresh et al., Methods in Enzymology, 121:210 (1986) beschrieben.
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5. Heterokonjugatantikörper
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Heterokonjugatantikörper befinden
sich ebenso im Umfang der vorliegenden Erfindung. Heterokonjugatantikörper sind
aus zwei kovalent verbundenen Antikörpern zusammengesetzt. Solche
Antikörper
wurden beispielsweise dafür
vorgeschlagen, Immunsystemzellen auf nicht gewünschte Zellen hinzuweisen [US-Patent Nr.
4,676,980], und ebenso für
die Behandlung von HIV-Infektion [WO 91/00360; WO 92/200373;
EP 03089 ]. Es wird in Erwägung gezogen,
daß die
Antikörper
in vitro unter Verwendung von bekannten Verfahren in der synthetischen
Proteinchemie hergestellt werden können, einschließlich derjenigen,
die Quervernetzungsmittel beinhalten. Beispielsweise können Immunotoxine
unter Verwendung einer Disulfidaustauschreaktion oder durch Bilden
einer Thioetherbindung konstruiert werden. Beispiele von geeigneten
Reagenzien zu diesem Zweck beinhalten Iminothiolat und Methyl-4-mercaptobutyrimidat und
diejenigen, die beispielsweise in US-Patent Nr. 4,676,980 offenbart
sind.
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H. Verwendungen für anti-humane
OGC-Antikörper
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Die
anti-humanen OGC-Antikörper
der Erfindung haben verschiedene Verwendungszwecke. Beispielsweise
können
anti-humane OGC-Antikörper
in diagnostischen Assays für
humanes OGC verwendet werden, z. B. zum Detektieren seiner Expression
in spezifischen Zellen oder Geweben. Verschiedene diagnostische
Assaytechniken, die im Stand der Technik bekannt sind, können verwendet
werden, so wie kompetitive Bindeassays, direkte oder indirekte Sandwichassays
und Immunopräzipitierungsassays,
ausgeführt
in entweder heterogenen oder homogenen Phasen [Zola, Monoclonal
Antibodies: A Manual of Techniques, CRC Press, Inc. (1987), S. 147–158]. Die
Antikörper,
die bei den diagnostischen Assays verwendet werden, können mit einer
detektierbaren Einheit markiert werden. Die detektierbare Einheit
sollte in der Lage sein, entweder direkt oder indirekt ein detektierbares
Signal zu produzieren. Beispielsweise kann die detektierbare Einheit
ein radioaktives Isotop sein, so wie 3H, 14C, 32P, 35S oder 125I, eine
fluoreszente oder chemilumineszente Verbindung, so wie Fluoresceinisothiocyanat,
Rhodamin oder Luciferin, oder ein Enzym, so wie alkalische Phosphatase, beta-Galactosidase oder
Meerrettichperoxidase. Jegliches Verfahren, das im Stand der Technik
bekannt ist, um den Antikörper
an eine detektierbare Einheit zu binden, kann verwendet werden,
einschließlich
derjenigen Verfahren, die durch Hunter et al., Nature, 144:945 (1962);
David et al., Biochemistry, 13:1014 (1974); Pain et al., J. Immunol.
Meth., 40:219 (1981); und Nygren, J. Histochem. and Cytochem., 30:407
(1982) offenbart sind.
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Anti-humane
OGC-Antikörper
sind ebenso für
die Affinitätsaufreinigung
von humanem OGC aus rekombinanten Zellkulturen oder natürlichen
Quellen nützlich.
Bei diesem Verfahren werden Antikörper gegen humanes OGC auf
einem geeigneten Träger
immobilisiert, so wie Sephadex-Harz
oder Filterpapier, unter Verwendung von Verfahren, die im Stand
der Technik bekannt sind. Der immobilisierte Antikörper wird
dann mit einer Probe in Kontakt gebracht, die das humane OGC enthält, das
aufgereinigt werden soll, und danach wird der Träger mit einem geeigneten Lösungsmittel
gewaschen, der im wesentlichen sämtliches
Material in der Probe außer
dem humanen OGC entfernen wird, welches an den immobilisierten Antikörper gebunden
ist. Schließlich
wird der Träger
mit einem anderen geeigneten Lösungsmittel
gewaschen, das das humane OGC von dem Antikörper freisetzen wird.
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Die
folgenden Beispiele werden lediglich für illustrative Zwecke angeboten
und sind nicht dafür
vorgesehen, den Umfang der Erfindung in irgendeiner Art und Weise
einzuschränken.
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Beispiel 1
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Dieses
Beispiel beschreibt die überraschende
Fähigkeit
von humanem OGC, als ein Entkopplungsprotein zu wirken. Die Überexpression
von humanem OGC in 293-Zellen senkte Δψm in
den Zellen ebenso wirksam wie UCP3 ab. Somit kann humanes OGC den
Metabolismus durch Ändern
der Zellatmung beeinflussen.
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In
einem Experimentensatz, um zu bestimmen, ob ein putatives UCP, wenn
es überexprimiert
wird, Δψm absenken
konnte, wurde humanes OGC als negative Kontrolle ausgewählt. Diese
Herangehensweise war logisch basierend auf der elektroneutralen
Natur des 2-Oxoglutarat2–/Malat2–-Austausches,
der durch den Träger
katalysiert wird [siehe Indiveri et al., (1987) J. Biol. Chem. 262(33):15979–15983],
dessen klarer Anordnung in der mitochondrialen inneren Membran [Palmisano
et al., (1998) Biochem. J. 333:151–158] und dessen bekannter
fehlender Wirkung auf die mitochondriale Funktion in OGC-transformierten Hefen
[Sanchis et al., (1998) J. Biol. Chem. 273/51):34611–34615].
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Überraschenderweise
verminderte die Überexpression
von humanem OGC signifikant Δψm,
was eine vorher nichtbekannte Entkopplungsaktivität dieses
Proteins signalisierte. Tatsächlich
war OGC fast so wirkungsvoll wie UCP3 beim Verursachen eines Abfalls
in Δψm von
293-Zellen, wie
durch die Anzahl an Zellen, die einen abgesenkten Δψm aufzeigten,
eingeschätzt
wurde. Basierend auf solchen Resultaten konnte man die Möglichkeit
nicht ausschließen,
daß OGC
(und vielleicht andere Träger,
von denen gegenwärtig
nicht gedacht wird, daß sie
eine Entkopplungsaktivität
haben) das globale Protonenleck in Säugetieren beeinflussen könnte.
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Materialien und Verfahren,
die bei diesem Beispiel verwendet wurden
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Expressionskonstrukte
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Eine
Gesamtlängen-humane
2-Oxoglutarat-cDNA, kloniert in pINCY (Klon 2581467; pINCY-huOGC) wurde
von InCyte Pharmaceuticals (Palo Alto, CA, USA) erworben und in
pRK5E zu Expressionsanalysen subkloniert (pRK5E-huOGC). Verglichen
mit der publizierten Sequenz. [Iacobazzi, V., Palmieri, F., Runswick,
M.J. und Walker, I.E. (1992), DNA-Sequenz 3:79–88] (GenBank-Zugang NM 003562)
zeigt pRK5E-huOGC eine Differenz (G→A) bei Position 36 (relativ
zum Start-ATG) auf und codiert für
ein Protein mit einem einzelnen Aminosäurenunterschied (M12I). Jedoch
entspricht pRK5E-huOGC dem Klon 24408 in der öffentlichen Datenbank (GenBank-Zugang
AF070548). Weiterhin codiert pRK5E-huOGC für die häufigste Form von OGC in Menschen,
da die sorgfältige
Durchsicht von InCyte und öffentlichen
EST-Datenbanken ergibt, daß die pRK5E-huOGC-Proteinsequenz den
entsprechenden Bereichen der ESTs entsprechen, die von wenigstens 22
separaten humanen cDNA-Libraries abgeleitet sind (wohingegen die
publizierte Sequenz keinem der EST an Aminosäureposition 12 entsprach).
Die Konstruktion des pcDNA3-UCP3-Expressionsvektors
ist anderswo beschrieben [Mao, W., Yu, X.X., Zhong, A., Li, W.,
Brush, J., Sherwood, S.W., Adams, S.H. und Pan, G. (1999), FEBS
Letters 443:326-330].
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Mitochondriale
Membranpotentialmessungen
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Transfektionen
und Messungen von Δψm wurden
ausgeführt
unter Verwendung von Protokollen, die vorher beschrieben wurden
[Yu et al., FASEB J., Aug. 2000; 14(11):1611–8]. 293-Zellen wurden mit
pGreen Lantern-1 (green fluorescent protein, GFP; GIBCO BRL) gemeinsam
mit pRK7-Vektor alleine (Kontrolle) oder mit den Expressionsvektoren
enthaltend humanes OGC oder UCP3 (siehe oben) co-transfiziert. Ungefähr 24 h
danach wurden die behandlungsbezogenen Unterschiede bezüglich Δψm in
green-fluorescent protein (GFP)-positiven Zellen durch Aufzeichnen
von Veränderungen
der Fluoreszenzintensität
des Δψm-sensitiven Farbstoffs
TMRE (Tetramethylrhodaminethylester; Molecular Probes, Eugene, OR,
USA) bestimmt. Der Grad der Verringerung von Δψm wurde
durch die Verschiebung der relativen Anzahl der Zellen, die ein
abgesenktes Δψm aufzeigten, überprüft. Die
Transfektionsprotokolle, die hierin verwendet wurden, resultierten
in einer wenigstens 30-fachen Überexpression
jedes Gens, eingeschätzt
gemäß Realzeit
RT-PCR-Analyse der mRNA-Häufigkeit.