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DE60035365T2 - Granulate von arzneistoffsalzen mit hydrolisierter cellulose - Google Patents

Granulate von arzneistoffsalzen mit hydrolisierter cellulose Download PDF

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DE60035365T2
DE60035365T2 DE60035365T DE60035365T DE60035365T2 DE 60035365 T2 DE60035365 T2 DE 60035365T2 DE 60035365 T DE60035365 T DE 60035365T DE 60035365 T DE60035365 T DE 60035365T DE 60035365 T2 DE60035365 T2 DE 60035365T2
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DE
Germany
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ibuprofen
pharmaceutically active
slurry
active agent
hydrolyzed cellulose
Prior art date
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DE60035365T
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David F. Pennington ERKOBONI
Ronald S. Somerset VLADYKA
Christopher A. Chalfont SWERIDUK
Andrew J. New Egypt FAVARA
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RP Scherer Technologies LLC
Original Assignee
RP Scherer Technologies LLC
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Publication date
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    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
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    • A61K9/00Medicinal preparations characterised by special physical form
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    • A61K9/16Agglomerates; Granulates; Microbeadlets ; Microspheres; Pellets; Solid products obtained by spray drying, spray freeze drying, spray congealing,(multiple) emulsion solvent evaporation or extraction
    • A61K9/1605Excipients; Inactive ingredients
    • A61K9/1629Organic macromolecular compounds
    • A61K9/1652Polysaccharides, e.g. alginate, cellulose derivatives; Cyclodextrin
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    • A61K9/2004Excipients; Inactive ingredients
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Description

  • GEBIET DER ERFINDUNG
  • Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Methode für das Granulieren relativ wasserunlöslicher pharmazeutisch aktiver Mittel, die in der Lage sind, ein Salz zu bilden, auf granuläre Rezepturen derselben und auf pharmazeutische Tabletten, die aus derartigen granulären Rezepturen hergestellt sind. Noch spezifischer bezieht sich die Erfindung auf das Trocknen einer wässrigen Aufschlämmung von hydrolysierter Cellulose oder mikrokristalliner Cellulose und einem oder mehreren relativ wasserunlöslichen pharmazeutisch aktiven Mitteln, die mindestens teilweise zu wasserlöslicheren Salzen umgewandelt worden sind, um granuläre Rezepturen zur Verwendung bei der Herstellung pharmazeutischer Tabletten und zum Füllen von Kapseln zu bilden. Die erfindungsgemäßen Methoden und Zusammensetzungen sind für relativ wasserunlösliche, pharmazeutisch aktive Mittel, wie beispielsweise Salze von Ibuprofen, besonders nützlich, die nach dem trockenen Mischen mit Trägersubstanzen nicht ohne Weiteres zu Tabletten komprimierbar sind. Komprimierbare Zusammensetzungen, die Salze dieser relativ wasserunlöslichen, pharmazeutisch aktiven Mittel enthalten, besitzen stark erhöhte Auflösungsgeschwindigkeiten.
  • HINTERGRUND DER ERFINDUNG
  • Gewisse pharmazeutisch aktive Mittel stellen Herausforderungen bezüglich der Dosierung von Rezepturen. Ibuprofen ist beispielsweise aus einer trockenen Mischung von Trägersubstanzen, wie bisher im Stand der Technik durchgeführt, schwierig zu Tabletten zu komprimieren. Dieser Mangel an Komprimierbarkeit wurde durch eine Sprühtrocknungsgranuliertechnik, die in der US-Patentschrift Nr. 5858409 beschrieben ist, überwunden. Bei dem in diesem Patent beschriebenen Verfahren werden hydrolysierte Cellulose und das pharmazeutisch aktive Mittel in einer Aufschlämmung, wahlweise mit anderen Trägersubstanzen, gemischt. Diese Aufschlämmung wird dann unter Bildung einer granulären Zusammensetzung sprühgetrocknet, die vorteilhafterweise aus Granulat besteht, von dem 90 % größer als 50 Mikron und kleiner als etwa 500 Mikron sind. Die mittlere Körnchengröße liegt typischerweise im Bereich von etwa 150 bis 300 Mikron. Körnchen, die durch diese Methode hergestellt werden, sind relativ porös, freifließend, im Wesentlichen kugelförmig und ohne Weiteres zu pharmazeutischen Tabletten komprimierbar, die eine verbesserte Härte, reduzierte Bröckeligkeit und ausgezeichnete Lösungscharakteristiken aufweisen.
  • ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
  • Die vorliegende Erfindung bietet eine trockene granuläre Zusammensetzung umfassend hydrolysierte Cellulose in Mischung mit mindestens einem relativ wasserunlöslichen pharmazeutisch aktiven Mittel, das teilweise in seine wasserlöslichere Salzform Anspruch 1 gemäß umgewandelt worden ist. Die Zusammensetzung wird bevorzugt entweder durch Zusetzen einer Lösung, die die Salzform des pharmazeutisch aktiven Mittels enthält, zu einer Aufschlämmung von hydrolysierter Cellulose in einem wässrigen Lösungsmittel oder durch Zusetzen des pharmazeutisch aktiven Mittels zur Aufschlämmung und daraufhin mindestens teilweisem Umwandeln desselben zu seiner Salzform in situ durch Reagieren mit einer geeigneten Säure und/oder Base hergestellt.
  • Granuläre Zusammensetzungen können durch das Trocknungsverfahren hergestellt werden. Diese Zusammensetzungen enthalten 30 Gewichtsprozent bis 80 Gewichtsprozent des relativ wasserunlöslichen pharmazeutisch aktiven Mittels, das mindestens teilweise zu seinem wasserlöslicheren Salz umgewandelt worden ist, und 20 Gewichtsprozent bis 70 Gewichtsprozent hydrolysierte Cellulose. In einer anderen Ausgestaltung bietet die Erfindung pharmazeutische Tabletten, die durch Komprimieren der erfindungsgemäßen granulären Zusammensetzung hergestellt worden sind, die die unerwartet überlegene Auflösung des pharmazeutisch aktiven Mittels bietet.
  • Die Auflösung relativ unlöslicher pharmazeutisch aktiver Mittel, die zu einem Salz umgewandelt werden können, wird durch Umwandlung mindestens eines Teils des pharmazeutisch aktiven Mittels in seine wasserlöslichere Salzform signifikant verbessert.
  • KURZE BESCHREIBUNG DER FIGUREN
  • 1 zeigt einen Vergleich der Löslichkeit von unverarbeitetem Ibuprofen, freie Säure enthaltendem Ibuprofen, das mit hydrolysierter Cellulose sprühgetrocknet worden ist (FAI) und Ibuprofen, das mindestens teilweise zu Kaliumsalz umgewandelt und mit hydrolysierter Cellulose sprühgetrocknet worden ist (PI).
  • 2 zeigt die Lösungsprofile von freie Säure enthaltendem Ibuprofen, das mit hydrolysierter Cellulose sprühgetrocknet worden ist (FAI) und Ibuprofen, das mindestens teilweise zu Kaliumsalz umgewandelt und mit hydrolysierter Cellulose sprühgetrocknet worden ist (PI).
  • 3 zeigt die Lösungsprofile von freie Säure enthaltendem Ibuprofen, das mit hydrolysierter Cellulose sprühgetrocknet und zu Tabletten geformt worden ist (FAI) und Ibuprofen, das mindestens teilweise zu Kaliumsalz umgewandelt, mit hydrolysierter Cellulose sprühgetrocknet und bei niedrigem pH-Wert 60 Minuten lang vor Einstellen des pH-Werts auf > 6,0 zu Tabletten geformt worden ist.
  • GENAUE BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
  • Es ist entdeckt worden, dass gewisse Schwierigkeiten, auf die man typischerweise bei der Herstellung fester Dosierformen, die relativ wasserunlösliche pharmazeutisch aktive Mittel enthalten, trifft, durch Eingeben der freien Säure oder freien Base des pharmazeutisch aktiven Mittels in Lösung zusammen mit einer Verbindung, die ein Gegenion (z.B. eine Säure oder Base) bereitstellt, unter Bildung einer Lösung, die ein Salz des pharmazeutisch aktiven Mittels enthält, überwunden werden können. Als Alternative kann die freie Säure oder die freie Base des pharmazeutisch aktiven Mittels auf einmal mit allen den Bestandteilen der Dosierform, einschließlich der Verbindung, die das Gegenion liefert, zusammengemischt werden, wodurch die Umwandlung des relativ wasserunlöslichen pharmazeutisch aktiven Mittels in sein wasserlöslicheres Salz in situ gestattet wird. Wahlweise können die erfindungsgemäßen salzhaltigen Lösungen mit anderen Bestandteilen der Dosierform gemischt werden, bevor sie unter Bildung im allgemeinen poröser und kugelförmiger Körnchen getrocknet werden, die für das Komprimieren zu Tabletten geeignet sind.
  • Der Begriff „relativ wasserunlöslich", wie hier verwendet, betrifft Verbindungen und Zusammensetzungen, die entweder unlöslich oder praktisch unlöslich (es werden mehr als oder gleich 10.000 Teile Lösungsmittel pro 1 Teil Gelöstem benötigt), sehr gering löslich (es werden 1.000 bis 10.000 Teile Lösungsmittel pro 1 Teil Gelöstem benötigt), kaum löslich (es werden 100 bis 1.000 Teile Lösungsmittel pro 1 Teil Gelöstem benötigt) oder etwas löslich (es werden 30 bis 100 Teile Lösungsmittel pro 1 Teil Gelöstem benötigt) sind, wie im US-Arzneibuch, Remington: Pharmaceutical Science, 18. Ausgabe, Mack Publishing Co., definiert und in der Industrie von Fachleuten mit gewöhnlichem Fachwissen verwendet, gleichgültig in welcher Dosis.
  • „Umgewandelt", wie hier verwendet, betrifft die teilweise oder vollständige Umwandlung. Wenn man sich auf ein relativ wasserunlösliches, pharmazeutisch aktives Mittel bezieht, das zu seinem wasserlöslicheren Salz umgewandelt worden ist, so bedeutet das, dass mindestens eine gewisse Menge des relativ wasserunlöslichen pharmazeutisch aktiven Mittels zu dessen wasserlöslicherem Salz umgewandelt worden ist.
  • In seiner freien Säureform ist Ibuprofen relativ wasserunlöslich und weist einen Schmelzpunkt von etwa 70°C auf. Wird es jedoch in sein Kaliumsalz umgewandelt, so fallt der Schmelzpunkt von Ibuprofen auf etwa 50-55°C ab. Diese Reduzierung des Schmelzpunkts stellt ein Formulierungsproblem dar, da die Reibungskräfte, die während des Tablettierens von Ibuprofen erzeugt werden, typischerweise höher als der Schmelzpunkt des Ibuprofensalzes sind. So würde dies, wenn man Ibuprofensalze enthaltende Rezepturen auf herkömmliche Weise tablettieren würde, dies gewöhnlich zu einem Anhängen der Rezeptur an der Tablettiervorrichtung und zu Tabletten geringerer Qualität führen. Des Weiteren ist es, da das Ibuprofensalz hygroskopischer ist als die freie Säue, nicht praktisch, das Salz zu trocknen, um Tabletten auf herkömmliche Weise herzustellen.
  • Eine wässrige Aufschlämmung von hydrolysierter Cellulose kann angewendet werden, die in starkem Maße für die verbesserten Eigenschaften der granulären Rezepturen der US-Patentschrift Nr. 5858409 und für die daraus hergestellten verbesserten Tabletten verantwortlich ist. Die erfindu ngsgemäßen Zusammensetzungen weisen Lösungscharakteristiken auf, die direkt auf die Verwendung des Salzes der relativ wasserunlöslichen, pharmazeutisch aktiven Mittel in Kombination mit hydrolysierter Cellulose zurückzuführen sind. Ein Verfahren zum Herstellen einer granulären Zusammensetzung für das Füllen von Kapseln oder die Herstellung von tablettierten pharmazeutischen Dosierformen umfasst die Schritte des (a) innigen Mischen des pharmazeutisch aktiven Mittels, das entweder teilweise oder vollständig zu seinem Salz umgewandelt worden ist, mit einer glatten, gleichförmigen, wässrigen Aufschlämmung von hydrolysierter Cellulose unter Bildung einer glatten, gleichförmigen wässrigen Aufschlämmung umfassend hydrolysierte Cellulose und das pharmazeutisch aktive Mittel; und (b) Trocknen der so gebildeten Aufschlämmung bei einer Temperatur unterhalb der Verkohlungstemperatur der hydrolysierten Cellulose. Die Vorteile und Nutzen dieses Verfahren lassen sich am einfachsten dann erreichen, wenn das Sprühtrocknen als Trocknungsmethode ausgewählt wird, und die Bedingungen des Sprühtrocknens zum Herstellen von sprühgetrockneten Teilchen ausgewählt werden, die relativ porös und im Wesentlichen kugelförmig sind, wobei etwa 90 % der Teilchen größer als 50 Mikron und kleiner als 1000 Mikron sind und die mittlere Teilchengröße zwischen 150 Mikron und 500 Mikron liegt. Es ist ein weiterer Vorteil der vorliegenden Erfindung, zusätzliche Granulation- und Tablettierzusatzmittel (z.B. Trägersubstanzen), wie beispielsweise Bindemittel, Füllstoffe, Sprengstoffe, Fließhilfsmittel, das Anhängen verhindernde Mittel und/oder Tenside so in die Aufschlämmung einzuarbeiten, dass die dabei gebildeten Körnchen direkt zu Tabletten komprimiert werden können, wobei nichts Anderes als ein Gleitmittel zugesetzt wird.
  • Der Begriff „hydrolysierte Cellulose", wie in dieser Beschreibung und den Ansprüchen benutzt, bedeutet ein Cellulosematerial, das durch saure Hydrolyse von Cellulose hergestellt wird, und umfasst hydrolysierte Cellulose, die getrocknet worden ist (z.B. mikrokristalline Cellulose) sowie hydrolysierte Cellulose, die in mindestens teilweise hydratisierter Form gehalten worden ist. So kann in einigen Ausführungsformen die Zusammensetzung hydrolysierte Cellulose umfassen, die vorher unter Bildung von mikrokristalliner Cellulose getrocknet worden ist, oder in anderen Ausführungsformen kann die Zusammensetzung hydrolysierte Cellulose umfassen, die in einem hydratisierten Zustand gehalten worden ist. In bevorzugten Ausführungsformen umfasst die hydrolysierte Cellulose Hydratwasser in einer Menge von 30-90 %, typischerweise 50-80 % und noch bevorzugter 55-65 %. Obwohl es verschiedene Arten und Weisen des Durchführen der Hydrolyse von Cellulose gibt, umfasst eine typische Methode für die Herstellung von hydrolysierter Cellulose die Behandlung von ursprünglichem Cellulosematerial, beispielsweise von Holz derivierter Pülpe, mit einer anorganischen Säure, wie beispielsweise 2,5 N Salzsäurelösung für 15 Minuten bei der Siedetemperatur. Diese Behandlung hat die Wirkung des Reduzierens des Polymerisationsgrads (DP) auf ein relativ gleichbleibendes Niveau. Ein DP von 125 bedeutet, dass die Cellulosekette aus 125 Anhydroglucoseeinheiten besteht. Höhere DP-Werte stellen längere Kettenlängen bei Cellulose dar und geringere Werte stellen kürzere Kettenlängen dar. Die hydrolysierte Cellulose in den hier verwendeten Aufschlämmungen sollte mindestens 85 % des Materials mit einem DP von nicht weniger als 50 und nicht mehr als 550 aufweisen. Noch bevorzugter sollten 90 % dieses Materials einen DP innerhalb des Bereichs von 75 bis 500 aufweisen. Selbst noch bevorzugter sollten 95 % des Materials einen DP von 75 bis 450 aufweisen. Der nivellierte Durchschnitts-DP, das heißt der Durchschnitt der gesamten hydrolysierten Celluloseprobe, dem man sich bei einem spezifischen Typ Pülpe beständig nähert, sollte im Bereich von 200 bis 300 liegen. Die Quelle der Pülpe, die hydrolysiert wird, führt zu Variationen im Nivellier-DP. Hydrolysierte Cellulose, wie bei dieser Erfindung verwendet, ist eine bekannte Zusammensetzung, die noch in weiteren Einzelheiten als Nivellier-DP in den US-Patentschriften Nr. 2978446 und 3111513 beschrieben ist.
  • Beim oben beschriebenen Hydrolyseschritt werden Nichtcellulosekomponenten des Ausgangsmaterials sowie die faserige, amorphe Struktur der Cellulose auf wirksame Weise zerstört, wobei das oben beschriebene Kristallitmaterial zurückgelassen wird. Bisher bestand die gewöhnliche Verfahrensweise darin, dieses Material zu trocknen, nachdem es zum Entfernen der Säure und aller löslicher Rückstände aus der Hydrolyse mit Wasser gewaschen worden war. Eine allgemeine Trocknungsmethode ist das Sprühtrocknen. Das Sprühtrocknen ist die allgemein angewendete Methode für die Herstellung mikrokristalliner Cellulose, die auch vorteilhaft bei pharmazeutisch aktiven Mitteln verwendet werden kann, die mindestens teilweise zu einem Salz umgewandelt worden sind. Es hat sich gezeigt, dass das Sprühtrocknen der Kristallite vor dem Granulieren mit pharmazeutisch aktiven Mitteln die Celluloseteilchen dichter und weniger komprimierbar machen kann.
  • Die Verwendung hydrolysierter Cellulose, die nicht vorher getrocknet worden ist, führt zu einer verbesserten Komprimierbarkeit der granulären Zusammensetzung, nachdem sie getrocknet ist. Das Trocknen von Aufschlämmungen von hydrolysierter Cellulose und pharmazeutisch aktiven Mitteln, die teilweise oder vollständig zu ihren wasserlöslicheren Salzen umgewandelt worden sind (und wahlweise anderen Trägersubstanzen) bietet vorteilhafte Rezepturen.
  • Das Verfahren zum Herstellen der erfindungsgemäßen Granulate beginnt typischerweise mit einer Aufschlämmung von hydrolysierter Cellulose in Wasser. Der Begriff „Aufschlämmung", wie er hier verwendet wird, soll eine wässrige Suspension von hydrolysierten Celluloseteilchen bedeuten, die vorher nicht durch Anwendung von Hitze oder anderen Verdampfungsmöglichkeiten getrocknet worden sind, sowie eine wässrige Suspension von mikrokristalliner Cellulose, die mit einem wässrigen Lösungsmittel rekonstituiert worden ist. Es besteht dabei jedoch die Absicht, eine Aufschlämmung von hydrolysierter Cellulose einzuschließen, aus der eine signifikante Menge Wasser durch mechanische Mittel wie Filtrieren entfernt worden ist. Der Wassergehalt kann von 90 % auf 55-65 % reduziert werden, um ein geeignetes, entwässertes Ausgangsmaterial zur Verwendung bei der vorliegenden Erfindung herzustellen. Die Rekonstitution zur Verwendung bei diesem Verfahren lässt sich durch einfaches Zugeben von Wasser zum Material, gefolgt vom gründlichen Mischen erreichen. Bevorzugt enthält die rekonstituierte Aufschlämmung, die bei dem Verfahren als Ausgangsmaterial verwendet wird, 15 Gew.-% bis 25 Gew.-% Feststoffe. In gewissen Ausführungsformen wird es vorgezogen, eine Form von hydrolysierter Cellulose zu verwenden, die in mindestens teilweise hydratisierter Form gehalten worden ist.
  • Der Ausdruck „mindestens teilweise zu einem wasserlöslicheren Salz umgewandelt", wie in dieser Beschreibung angewendet, bedeutet, dass die Umwandlung zu einem Salz bis zu einem Punkt fortgeschritten ist, bei dem mindestens eine gewisse Menge des relativ wasserunlöslichen pharmazeutisch aktiven Mittels in wasserlöslicherer Form vorliegt.
  • Das pharmazeutisch aktive Mittel kann dieser Aufschlämmung hydrolysierter Cellulose zugegeben und die so gebildete Aufschlämmung gründlich gemischt werden. Je nach dem pharmazeutisch aktiven Mittel kann das pharmazeutisch aktive Mittel vor Zusetzen zur Aufschlämmung teilweise oder vollständig zu seinem wasserlöslicheren Salz umgewandelt werden; als Alternative kann die Umwandlung in der Aufschlämmung nach Abschluss des Zusetzen des pharmazeutisch aktiven Mittels stattfinden. Die Wahl der Arbeitsmethode kann durch die Handhabungscharakteristiken sowohl des pharmazeutisch aktiven Mittels als auch seiner Salzform beeinflusst werden. Ibuprofen erfordert keine vollständige Umwandlung zu seinem Kaliumsalz zur vollständigen Lösung des Ibuprofens in einer wässrigen Umgebung. Stattdessen reicht die Anwesenheit von 10 % bis 75 % des Salzes in einer wässrigen Umgebung aus, um das vollständige Lösen des sauren Ibuprofens zu verursachen. So kann es vorzuziehen sein, eine Lösung von Ibuprofen und seinem Kaliumsalz (3:1 bis 1:1) in Wasser herzustellen, bevor sie der Aufschlämmung zugesetzt wird. Das soll nicht heißen, dass Ibuprofen der Aufschlämmung nicht vor der Salzbildung zugegeben werden kann. In gewissen Ausführungsformen wird, wenn das pharmazeutisch aktive Mittel in Lösung mit der Verbindung, die das Gegenion (z.B. eine Saure oder eine Base) liefert, kombiniert wird, bevor beide der Aufschlämmung der hydrolysierten Cellulose zugesetzt werden, das dabei gebildete Salz bevorzugt nicht aus der Lösung ausgefällt. Die Salzlösung kann dann der wässrigen Aufschlämmung der hydrolysierten Cellulose und von irgendeiner anderen erwünschten Trägersubstanz zugegeben werden. Die so gebildete Aufschlämmung wird dann getrocknet. Als Alternative kann das pharmazeutisch aktive Mittel der wässrigen Aufschlämmung der hydrolysierten Cellulose gleichzeitig mit der Verbindung, die das Gegenion liefert, oder vor der Verbindung, die das Gegenion liefert, und irgendwelchen anderen erwünschten Trägersubstanzen zugesetzt werden. Bezüglich einiger pharmazeutisch aktiver Mittel ist es vorzuziehen, wenn das pharmazeutisch aktive Mittel in situ zu seiner Salzform umgewandelt wird, d.h. die Umwandlung zu Salz in Gegenwart einer wässrigen Aufschlämmung von hydrolysierter Cellulose stattfindet.
  • Das Verhältnis von pharmazeutisch aktivem Mittel zu den Cellulosefeststoffen in der Aufschlämmung ist dem Verhältnis dieser Komponenten in der fertigen granulären Rezeptur und schließlich in dem tablettierten pharmazeutischen Produkt direkt proportional. Wie unten angegeben, kann sich dies über einen umfangreichen Bereich erstrecken, indem das fertige Körnchen 1 bis 95 % des pharmazeutisch aktiven Mittels und 5 bis 99 % der Cellulosefeststoffe enthalten kann, wobei der Rest, liegt er vor, aus herkömmlichen Granulations- und Tablettierhilfsmitteln wie beispielsweise Bindemitteln, Füllstoffen, Sprengmitteln, Fließhilfsmitteln, das Anhängen verhindernden Mitteln, Tensiden, Gleitmitteln und/oder irgendwelchen anderen Trägersubstanzen, die in der Technik verwendet werden, bestehen kann.
  • Nötigenfalls wird ausreichend Wasser hinzugegeben, um eine Aufschlämmung bereitzustellen, die die maximale Menge an Feststoffen aufweist, die es erlaubt, dass die Aufschlämmung zu einem Trockner gepumpt wird. Das Maximieren des Feststoffgehalts minimiert die Energie, die für die Granulierung erforderlich ist, und hat auch eine vorteilhafte Wirkung auf die Teilchengröße und die Größenverteilung der so gebildeten Körnchen. Es ist auch vorteilhaft, die Aufschlämmung zu homogenisieren, um vor dem Trocknen eine glatte, homogene Suspension bereitzustellen.
  • Der Gehalt an Feststoffen der Arzneimittel enthaltenden Aufschlämmung liegt vorteilhafterweise zwischen 10 und 70 Gewichtsprozent, auf die Aufschlämmung bezogen, bevorzugt 20 bis 60 Gewichtsprozent, sogar noch bevorzugter 30 bis 60 Gewichtsprozent. Es ist allgemein anerkannt, dass die Viskosität einer Aufschlämmung vom Prozentsatz an Feststoffen in der Aufschlämmung abhängt und die Verwendung der wasserlöslicheren Salze nicht signifikant zur Viskosität der Aufschlämmung beiträgt. Deshalb ermöglicht die Verwendung wasserlöslicherer Salze von relativ wasserunlöslichen pharmazeutisch aktiven Mitteln die Verwendung eines höheren Gehalts an Feststoffen als möglich wäre, wenn das nicht umgewandelte, relativ wasserunlösliche pharmazeutisch aktive Mittel in der Aufschlämmung, wenn sie getrocknet wird, verwendet werden würde. Diese Erhöhung des Gehalts an Feststoffen stellt eine signifikante Verbesserung im Vergleich mit Verfahren dar, bei denen ein geringerer Gehalt an Feststoffen notwendigerweise bei einer gleichzeitigen Erhöhung des Wassers verwendet werden muss, das im Trocknungsschritt entfernt werden muss.
  • Die erfindungsgemäße, Arzneimittel enthaltende Aufschlämmung wird so getrocknet, dass Aufschlämmungen verschiedener Konzentrationen erhalten werden. Je nach der angewendeten Trocknungsmethode und der Entwässerungsrate enthält eine derartige Zusammensetzung mehr als 10-60 % Feststoffe, noch bevorzugter wird die Aufschlämmung so getrocknet, dass sie mehr als 60-95 % Feststoffe enthält, noch bevorzugter wird die Aufschlämmung so getrocknet, dass sie mehr als 97,5 % Feststoffe enthält.
  • Wie die mit dem Stand der Technik vertrauten Fachleute sich im Klaren sein werden, ist der spezifische Typ des angewendeten Trockners für den Erfolg dieses Vorgangs nicht kritisch. Das Trocknen kann in einem Sprühtrockner, beispielsweise einem Plattentrockner oder einem Turmtrockner, einem Wirbelbetttrockner durch Vakuumtrocknen, Gefriertrocknen oder durch Blitztrocknen erfolgen. Das Sprühtrocknen ist die bevorzugte Trocknungsmethode. Wird ein Plattensprühtrockner verwendet, so wird ein Trockner von großem Durchmesser, wie beispielsweise dem in Beispiel 1 angegebenen, bevorzugt, um zu vermeiden, dass kleinere, dichtere Körnchen hergestellt werden, die nützlich, jedoch nicht bevorzugt sind. Beim Sprühtrocknen wird man sich auch im Klaren darüber sein, dass die Zerstäubungsmethode für die Herstellung von Körnchen der richtigen Größe und Charakteristiken wichtig ist. In dieser Beziehung sind eventuell einige Versuche erforderlich, um das Verfahren für eine spezifische Mischung hydrolysierter Cellulose und des wasserlöslicheren Salzes eines relativ wasserunlöslichen pharmazeutisch aktiven Mittels zu optimieren.
  • Beim Sprühtrocknen besteht ein wichtiger Gesichtspunkt des Verfahrens aus dem Regulieren der Temperatur innerhalb des Sprühtrockners. Die Auslasstemperatur muss sorgfältig geregelt werden, um das Verkohlen der hydrolysierten Cellulose zu vermeiden. Durch Verwendung des Salzes eines pharmazeutisch aktiven Mittels kann jedoch die Notwendigkeit umgangen werden, dass die Temperatur auch unterhalb des Schmelzpunkts des pharmazeutisch aktiven Mittels liegen sollte, es sei denn, die Umwandlung zum Salz erfolgt teilweise, wodurch eine signifikante Menge von nicht umgewandeltem pharmazeutisch aktivem Mittel, wie in Beispiel 1 unten, zurückgelassen wird. Bei einer Auslasstemperatur von über 120°C wird die Cellulose verkohlt, wodurch es erforderlich ist, dass die Auslasstemperatur diese Temperatur nicht übersteigt. Geringere Temperaturen, selbst diejenigen unterhalb der Schmelztemperatur des unmodifizierten pharmazeutisch aktiven Mittels sind eventuell immer noch vorzuziehen und können für jedes pharmazeutisch aktive Mittel wie geeignet ausgewählt werden. Temperaturen innerhalb des Bereichs von 40°C bis 115°C sind vorteilhaft und bevorzugte Temperaturen liegen im Bereich von 40°C bis 105°C.
  • Das erfindungsgemäße sprühgetrocknete granuläre Produkt enthält normalerweise weniger als 10 Gew.-% Feuchtigkeit. Um granuläre Materialien mit dem bevorzugten Feuchtigkeitsgehalt von 5 % oder dem bevorzugtesten Feuchtigkeitsgehalt von 2,5 % oder weniger zu erhalten, kann es vorteilhaft sein, einen Wirbelbetttrockner mit dem Sprühtrockner hintereinander zu schalten. Dieser endgültige Schritt ändert die Körnchengröße nicht, entfernt jedoch zusätzliches Wasser von den Körnchen.
  • Erfindungsgemäß umfasst die so gebildete granuläre Zusammensetzung (a) 30 Gewichtsprozent bis 80 Gewichtsprozent eines Salzes des pharmazeutisch aktiven Mittels oder einer Mischung des pharmazeutisch aktiven Mittels und seines Salzes und (b) 20 Gewichtsprozent bis 70 Gewichtsprozent hydrolysierte Cellulose. Das optimale Verhältnis von pharmazeutisch aktivem Mittel zur hydrolysierten Cellulose kann durch Routineversuche erhalten werden. Obwohl die Umwandlung der relativ wasserunlöslichen pharmazeutisch aktiven Mittel zu Salzen, die in der erfindungsgemäßen granulären Rezeptur enthalten sind, die Handhabungscharakteristiken der pharmazeutisch aktiven Mittel signifikant verbessern kann, gibt es noch Restauswirkungen, die, wenn die Granulate zu Tabletten komprimiert werden, beispielsweise das Ankleben an das Werkzeug verursachen können, wodurch fehlerhafte Tabletten gebildet werden. In der Regel kann diesen Problemen ohne Weiteres und routinemäßig durch Ändern der Menge der hydrolysierten Cellulose im Granulat, wie beispielsweise durch Erhöhen der Menge an hydrolysierter Cellulose, entgegengewirkt werden.
  • In Ausnahmefällen reicht dies eventuell nicht aus, um diese Probleme zu überwinden. Obwohl das Granulat schon wahlweise Bestandteile, einschließlich Sprengmittel, Fließhilfsmittel, Tenside, Gleitmittel, Füllstoffe, Bindemittel und/oder das Anhängen verhindernde Mittel enthalten kann, wird es möglich sein, das Problem durch Mischen von mikrokristalliner Cellulose, Gleitmittel und zusätzlichem Sprengmittel, Fließhilfsmittel und Füllstoff mit den Körnchen vor Ausführen des Tablettieren zu überwinden.
  • Die Rezeptur für die erfindungsgemäßen Körnchen, die eine Mischung von Ibuprofen und seinem Kaliumsalz (im Verhältnis von 3:1 bis 1:1) enthält, enthält 30 Gew.-% bis 80 Gew.-% des pharmazeutisch aktiven Mittels und seiner Salze, 20 % bis 70 % hydrolysierte Cellulose und 1 % bis 10 % des Sprengmittels Croscarmellosenatrium, 0,5 % bis 5 % Fließhilfsmittel, nämlich kolloidales Siliciumdioxid, und 0,05 % bis 0,40 % Tensid, nämlich Natriumlaurylsulfat. Alle Prozentsätze beziehen sich auf das Gewicht der fertigen (d.h. trockenen) Körnchen.
  • Dieses Verfahren ist bei allen pharmazeutisch aktiven Mitteln, bevorzugt denjenigen, die in ihrem unmodifizierten Zustand relativ wasserunlöslich sind, anwendbar, wie dieser Begriff hier unter Bezugnahme auf das US-Arzneibuch benutzt und den mit dem Stand der Technik vertrauten Fachleuten bekannt ist. Dies umfasst saure, amphotere und basische pharmazeutisch aktive Mittel. In vielen Fällen sind pharmazeutisch aktive Mittel, die zu diesen Kategorien gehören, eventuell in ihrem nicht umgewandelten Zustand leichter zu handhaben und werden dann während des Granulationsvorgangs zum entsprechenden Salz entweder in wässriger Lösung von der hydrolysierten Celluloseaufschlämmung getrennt oder in situ (d.h. in Gegenwart der hydrolysierten Cellulose) umgewandelt. Umgekehrt kann es in einigen Situationen vorzuziehen sein, das Salz anstatt das nicht umgewandelte pharmazeutisch aktive Mittel zu handhaben. Dadurch ist dies ein sehr vielfältiges Verfahren, das zusätzlich zu den signifikant verbesserten Lösungscharakteristiken, die durch die Salze pharmazeutisch aktiver Mittel geboten werden, eine verbesserte Methode zum Verarbeiten schwierig zu handhabender pharmazeutisch aktiver Mittel bietet.
  • Zur Umwandlung zu einem wasserlöslicheren Salz weist ein saures pharmazeutisch aktives Mittel beispielsweise ein labiles Wasserstoffatom auf, das mit einer Base neutralisiert werden kann. Geeignete Basen umfassen, sind jedoch nicht darauf beschränkt, Natrium-, Kalium-, Ammonium-, quarternäre Ammonium-, Magnesium- und Calciumhydroxide. Die Kationen, die für die Salze der pharmazeutisch aktiven Mittel geeignet sind, sind auf diejenigen beschränkt, die wasserlöslichere Salze bilden und keine physiologischen Auswirkungen, wie Lithiumionen es tun würden, beitragen. Die Wahl des Kations kann bei verschiedenen pharmazeutisch aktiven Mitteln wegen der physikalischen Eigenschaften, die dem Salz durch das Kation verliehen werden, unterschiedlich sein.
  • Basische, pharmazeutisch aktive Mittel werden in ihr Salz durch teilweise oder vollständige Neutralisation (z.B. der darin vorliegenden Aminfunktionalität) mit einer anorganischen oder organischen Säure umgewandelt. Geeignete Säuren umfassen, sind jedoch nicht darauf beschränkt, Salzsäure, Schwefelsäure, Phosphorsäure, Zitronensäure, Apfelsäure, Gluconsäure, Fumarsäure, Glykolsäure und dergleichen.
  • Amphotere, pharmazeutisch aktive Mittel können durch Behandlung entweder mit einer Base oder einer Saure, wie den oben angegebenen, zu einem Salz umgewandelt werden. Die Wahl der Umwandlungsmethode zu einem Salz für ein spezifisches, amphoteres, pharmazeutisch aktives Mittel kann durch die Charakteristiken der anionischen und kationischen Salze dieses pharmazeutisch aktiven Mittels und des Weiteren durch die Wahl des Gegenions unter den zahlreichen, oben schon erwähnten Möglichkeiten, bestimmt werden.
  • Das erfindungsgemäße, Arzneimittel enthaltende granulierte Material kann zu Tabletten komprimiert oder zum Füllen von Kapseln verwendet werden.
  • Die folgenden Beispiele sind für die erfindungsgemäßen Methoden veranschaulichend, sollen sie jedoch nicht beschränken. Die mit dem Stand der Technik vertrauten Fachleute werden sich ohne Weiteres über die Vorteile des hier beschriebenen Verfahrens im Klaren sein und sich der Anwendungen bewusst sein, bei denen es eingesetzt werden kann. Alle Prozentsätze in den folgenden Beispielen sind auf das Gewicht bezogen, es sei denn, es wird etwas Anderes klar angegeben.
  • BEISPIEL 1
  • In einen großen, tragbaren Tankbehälter wurden 39,2 kg destilliertes Wasser hineingegeben, das mit einer LightninWZ-Mischvorrichtung gerührt wurde. Diesem Wasser wurden 29,6 kg hydrolysierter Cellulosenasskuchen hinzugegeben und die Mischung wurde nach Abschluss der Zugabe ungefähr 10 Minuten lang unter Bildung einer glatten Aufschlämmung gerührt, die 17 Gew.-% hydrolysierte Cellulosefeststoffe enthielt. Der pH-Wert dieser Aufschlämmung betrug 3,5. Eine Lösung von 30 Gramm Kaliumhydroxidkügelchen (87 %) in 100 Gramm destilliertem Wasser wurde zubereitet. Dieses Kaliumhydroxid wurde portionsweise der Aufschlämmung hydrolysierter Cellulose hinzugegeben und nach jeder Zugabe wurde der pH-Wert der Aufschlämmung gemessen. Insgesamt wurden 46,0 Gramm der Kaliumhydroxidlösung hinzugegeben, wodurch der pH-Wert auf 8,6 erhöht wurde. Als Nächstes wurden 400 Gramm kolloidales Siliciumdioxid (Cab-O-Sil® M-5) der Aufschlämmung unter fortgesetztem Rühren hinzugegeben. Nach Zugabe von 600 Gramm Croscarmellosenatrium zur Aufschlämmung wurde das Mischen etwa 10 Minuten lang fortgesetzt. Gleichzeitig wurde eine Lösung von 40 Gramm Natriumlaurylsulfat in 500 Gramm destilliertem Wasser in einem anderen Behälter hergestellt. Diese Lösung wurde dann der Aufschlämmung von hydrolysierter Cellulose unter 10 Minuten langem Mischen hinzugegeben. In einen Mischtank, der 26,0 kg destilliertes Wasser enthielt, wurden 3,74 kg Kaliumhydroxidkügelchen (87 %) langsam hineingegeben. Diese Lösung wurde noch weiter mit einer LightninWZ-Mischvorrichtung gerührt, die mit einem Hochenergieflügel ausgestattet war. Dann wurden 24,0 kg Ibuprofen hinzugegeben. Das Mischen wurde mindestens 15 Minuten lang, und bis das gesamte Ibuprofen sich gelöst hatte, fortgesetzt. Die Ibuprofenlösung wurde dann in den die Aufschlämmung von hydrolysierter Cellulose enthaltenden Tank gepumpt. Um den Tank, der die Ibuprofenlösung enthalten hatte, vollständig zu leeren, wurden 2,0 kg destilliertes Wasser zum Ausspülen des Tanks benutzt, und dieses Wasser wurde dann in die Aufschlämmung gepumpt. Die Aufschlämmung wurde 10 Minuten lang gerührt, bevor die LightninWZ-Mischvorrichtung durch eine Mischvorrichtung vom Greeco-Rotorstatortyp ersetzt wurde. Nach 10 weiteren Minuten des Mischen wurde die gesamte Aufschlämmung in einen mit einem Mantel versehenen Groen-Mischtank übertragen, wo sie 10 Minuten lang bei einer Einstellung von 3 unter Anwendung sowohl der Blattschaufel als auch der Laufmischschaufel gemischt wurde. Die Aufschlämmung wurde mit Hilfe eines Plattentrockners, der einen Durchmesser von etwa 5 Meter aufwies, bei einer Einlasstemperatur von 100°C und einer Anlasstemperatur von 48°C, sprühgetrocknet. Die Luftströmung betrug ungefähr 48,14 Kubikmeter/Minute (1700 Standardkubikfuß/Minute) und die Speiserate betrug 1,50 kg/Minute. Die Zeit, die zum Trocknen der gesamten Aufschlämmung erforderlich war, betrug 135 Minuten. Das am Trocknerauslass aufgefangene Material wog 25,2 kg und weitere 3,5 Gramm Produkt wurden vom Zyklon gewonnen, was insgesamt 28,7 Kilogramm Produkt mit einem Feuchtigkeitsgehalt von 1,92 % ergab. Die Teilchengrößenverteilung wurde mit Hilfe eines Stapels von Sieben bestimmt, wobei das obere Sieb die Öffnungen der größten Größe aufwies und jedes Sieb darunter Öffnungen kleinerer Größen als das nächsthöhere Sieb aufwies. Das Material, das auf jedem Sieb zurückgehalten wurde, wurde gewogen. Die Teilchengrößenverteilung wurde auf diese Weise mit folgendem Ergebnis bestimmt: >50 Maschen (>297 Mikron), 30,8 %; 50-60 Maschen (297-250 Mikron), 8,4 %; 60-80 Maschen (250-177 Mikron), 19,6 %; 80-100 Maschen (177-149 Mikron), 8,6 %; 100-120 Maschen (149-125 Mikron), 6,9 %; 120-170 Maschen (125-88 Mikron), 11,6 %; und <170 Maschen (<88 Mikron), 14,3 %. Die mittlere Teilchengröße fällt so zwischen 177 Mikron und 250 Mikron.
  • Ein Teil (49,25 Teile) dieses Produkts wurde in einer Doppelschalenmischvorrichtung mit 42,0 mikrokristalliner Cellulose Avicel® PH-101, 2,5 Teilen Croscarmellosenatrium (Ac-Di-Sol®), 5,0 Teilen kolloidalem Siliciumdioxid (Cab-O-Sil®), 1,0 Teilen Talkum und 0,25 Teilen Magnesiumstearat trocken gemischt. Diese Mischung wurde mit einer aus zwei Stationen bestehenden Stokes B-2-Presse, die mit einem Kantenabschrägwerkzeug von 0,5 Zoll ausgestattet war, tablettiert. Jede Tablette enthielt 131,95 mg Ibuprofen und wies eine anfängliche durchschnittliche Härte von 7,2 kp auf. Diese Tabletten wurden bezüglich der Auflösung des pharmazeutisch aktiven Mittels unter zwei Sätzen von Bedingungen geprüft und direkt mit handelsüblichen Advil® Liqui-gels® verglichen, die löslich gemachtes (teilweise Umwandlung zu Kaliumsalz) Ibuprofen (200 mg Ibuprofen/Kapsel, Whitehall Laboratories Inc.) umfassten. Beim ersten vergleichenden Test unter Anwendung eines USP-Apparats 2 (Schaufel) bei 50 UpM in 900 ml 0,05 M Phosphatpuffer bei einem pH-Wert von 7,2 hatte sich das Ibuprofen in den Versuchstabletten nach 5 Minuten zu 97 ± 1,5 % gelöst, während das handelsübliche Produkt 1 % des darin enthaltenen Ibuprofens freigesetzt hatte. Das handelsübliche Produkt brauchte 15 Minuten zum Freisetzen von 65 % des Ibuprofens und eine Stunde zum vollständigen Freisetzen des pharmazeutisch aktiven Mittels. Bei der zweiten Prüfmethode wurde die gleiche Vorrichtung verwendet, jedoch der Phosphatpuffer durch eine 0,1 N Salsäurelösung ersetzt. Unter diesen Bedingungen wurden 29 ± 0,6 % des Ibuprofens aus den erfindungsgemäßen Tabletten nach fünf Minuten freigesetzt, während 1 % des pharmazeutisch aktiven Mittels aus den handelsüblichen Liqui-gelen freigesetzt wurde. Nach einer Stunde betrugen diese Werte 39 ± 1,2 % bzw. 11 %. Nach Abschluss der Stunde wurde der pH-Wert der Lösung durch Zusatz von 5,3 M Natriumhydroxid auf mehr als 6,0 eingestellt. Die Auflösung, die fünf Minuten nach Einstellen des pH-Werts gemessen wurde, zeigte, dass 84 ± 10,1 % des Ibuprofens sich aus den Versuchstabletten gelöst hatten, jedoch 15 ± 4,2 % davon sich aus den Liqui-gelen gelöst hatten. Zwei zusätzliche Sätze von Ibuprofen enthaltenden Tabletten (die jeweils 200 mg des pharmazeutisch aktiven Mittels enthielten), wurden mit Hilfe der oben beschriebenen Methode hergestellt. Bei einem Satz Tabletten wurde die sprühgetrocknete Rezeptur aus Beispiel 1 verwendet und der andere Satz Tabletten wurde mit Hilfe der freien Ibuprofensäure, wie durch die Methode der US-Patentschrift 5858409 formuliert, hergestellt. Beide wurden in 0,5 M Phosphatpuffer bei einem pH-Wert von 7,2 und einem pH-Wert von 5,8 geprüft. Nach 5 Minuten bei einem pH-Wert von 7,2 hatten sich 95-97 % des Ibuprofens gelöst, was kaum einen Unterschied in der Lösungsrate zwischen beiden Tabletten anzeigt; jedoch hatten nach 5 Minuten bei einem pH-Wert von 5,8, der für den frühen pH-Wert im Darm repräsentativer ist, die erfindungsgemäßen Tabletten 82 % des pharmazeutisch aktiven Mittels freigesetzt, während 39 % der freien Säuren freigesetzt worden waren. Nach 30 Minuten hatten sich 97 % des pharmazeutisch aktiven Mittels in den erfindungsgemäßen Tabletten im Vergleich mit 85 % der freien Saure aus den Tabletten der Rezeptur des Stands der Technik gelöst.
  • BEISPIEL 2
  • Eine getrocknete Mischung von Kalium-Ibuprofen und Ibuprofen von 50/50 wurde für das Granulieren mit Trägersubstanzen für die darauffolgende Tablettenbildung hergestellt. 666,60 g Ibuprofen (BASF) wurden mit 100,42 g Kaliumhydroxidkügelchen (Baker) und 490,47 g entmineralisiertem Wasser kombiniert. Da die Kaliumhydroxidkügelchen etwa 10 % Wasser enthalten, liegen in Wirklichkeit etwa 90,89 g Kaliumhydroxid und 500 g entmineralisiertes Wasser vor. Eine LightninWZ-Mischvorrichtung wurde zum Mischen des Wassers und der Kaliumhydroxidkügelchen eingesetzt, bis das Kaliumhydroxid gelöst war. Das Ibuprofen wurde langsam hinzugegeben, bis das gesamte Ibuprofen sich gelöst hatte. Die Lösung wurde dann in einem Vakuumofen (Tischmodell VWR) 8 Tage lang bei 25 psi bei einer Temperatur von etwa 50°C getrocknet. Das getrocknete Kalium-Ibuprofen wurde von Hand durch ein Sieb von 30 Maschen gesiebt.
  • Pyrogenes Siliciumdioxid Cab-O-Sil® wurde von Hand durch ein Sieb von 30 Maschen gesiebt. Folgende Bestandteile wurden 10 Minuten lang mit der kleinsten geringsten PK-Vorrichtung trocken gemischt: Kalium-Ibuprofen (Kalium-Ibuprofen/Ibuprofen 50/50, getrocknet) (32,29 g), mikrokristalline Cellulose Avicel® PH-103 (55,42 g), Croscarmellose Ac-Di-Sol® (3,85 g), gesiebtes pyrogenes Siliciumdioxid Cab-O-Sil® (5,37 g) und Natriumlaurylsulfat (SLS) (0,07 g). Talkum (1,0 g) wurde durch ein Sieb von 30 Maschen von Hand gesiebt, in die PK-Mischvorrichtung hineingegeben und die Bestandteile wurden weitere 5 Minuten lang gemischt. Sterotex (gehärtetes Pflanzenöl) (2,0 g) wurden mit einem Sieb von 30 Maschen von Hand gesiebt und in die Mischvorrichtung hineingegeben. Die Rezeptur wurde dann weitere 5 Minuten lang gemischt. Die Rezeptur wurde in einen Plastikbeutel hineingegeben.
  • Die Mischung wurde mit Hilfe einer Stokes 512-Presse, die mit einem konkaven, runden Halbstandardwerkzeug ausgestattet war unter Anwendung von zwei Stationen tablettiert. Jede Tablette hatte ein Gewicht von 676,6 mg und eine Härte zwischen 4-12 kp.
  • Die Tabletten lamellierten bei allen geprüften Härteniveaus (4-12 kp), wobei eine starke Kantenabnutzung offensichtlich war. Die Tabletten verursachten eine Filmbedeckung der Stanzvorrichtungen und das Ankleben der Rezeptur im Mittelpunkt der oberen Stanzvorrichtungen war nach dem Komprimieren von etwa 100 g der Rezeptur offensichtlich. Das Zerfallen erfolgte im Bereich von 45 Sekunden bei 4 kp und im Bereich von 1,5 Minuten bei 12 kp.
  • BEISPIEL 3
  • Eine granuläre Zubereitung von Ibuprofen (die zumindest teilweise zu Kalium-Ibuprofen umgewandelt worden war) wurde mit hydrolysierter Cellulose sprühgetrocknet und PI genannt. Getrennt davon wurde Freisäure-Ibuprofen mit hydrolysierter Cellulose sprühgetrocknet und FAI genannt. Um die hydrolysierte Cellulose zu neutralisieren, wurde eine gewisse Menge Ammoniak der FAI-Mischung vor dem Trocknen hinzugegeben. Die Zugabe von Ammoniak verursacht keine wesentliche Bildung von Ibuprofensalz. Die Lösungsprofile der beiden Rezepturen wurden in 900 ml Phosphatpuffer (pH-Wert = 4,5) bei 50 UpM unter Anwendung der wie in Beispiel 1 beschriebenen Flügelmethode untersucht.
  • Wie in 2 gezeigt, hatten sich 55 % des Kalium-Ibuprofens nach 5 Minuten im Vergleich mit 12 % der freien Ibuprofensäure gehst. Nach 30 Minuten hatten sich 65 % des Kalium-Ibuprofens im Vergleich mit 32 % der freien Ibuprofensäure gelöst. Nach 60 Minuten hatten sich 67 % des Kalium-Ibuprofens im Vergleich mit 41 % der freien Ibuprofensäure gelöst.
  • BEISPIEL 4
  • Eine granuläre Zubereitung von Ibuprofen (die zumindest teilweise zu Kalium-Ibuprofen umgewandelt worden war) wurde mit hydrolysierter Cellulose sprühgetrocknet, zu Tabletten geformt, filmbeschichtet und PI genannt. Getrennt davon wurde Freisäure-Ibuprofen mit hydrolysierter Cellulose sprühgetrocknet, zu Tabletten geformt, filmbeschichtet und FAI genannt. Wie in Beispiel 3 wurde FAI durch Zusatz einer geringen Menge Ammoniak zum Neutralisieren der hydrolysierten Cellulosemischung hergestellt. Die Tabletten wurden einer Lösungsprofilanalyse in 900 ml 0,1 N HCl bei 50 UpM unter Anwendung der Flügelmethode, wie in Beispiel 1 beschrieben, unterworfen.
  • Wie in 3 gezeigt, hatten sich nach 5 Minuten bei niedrigem pH-Wert (unter der pKa von Ibuprofen) 25 % des Kalium-Ibuprofens im Vergleich mit 5 % der freien Ibuprofensäure gelöst. Nach 30 Minuten hatten sich 31 % des Kalium-Ibuprofens im Vergleich mit 18 % der freien Ibuprofensäure gelöst. Nach 60 Minuten wurde der pH-Wert der Lösung mit 5,3 M NaOH auf mehr als 6,0 eingestellt. Beim höheren pH-Wert löste sich der Rest jeder Tablette schnell auf. Die erhöhte Löslichkeit von Kalium-Ibuprofen bei niedrigem pH-Wert kann den Vorteil einer schnellen Aufnahme des Arzneimittels in den Kreislauf aufweisen, während man sich immer noch im sauren Umfeld des Magens befindet, im Vergleich mit freier Ibuprofensäure und herkömmlichen Ibuprofenzubereitungen.
  • Wie in 1 gezeigt, findet kein wesentliches Lösen von Ibuprofen in der unverarbeiteten freien Säureform oder der mit hydrolysierter Cellulose verarbeiteten freien Säureform statt, wenn der pH-Wert unter etwa 6,0 liegt. Bei einem pH-Wert von etwa 6,0 betrug die Löslichkeit der mit hydrolysierter Cellulose formulierten freien Säure 0,134 mg/ml im Vergleich mit der Löslichkeit des sprühgetrockneten Kalium-Ibuprofens, die 2,42 mg/ml betrug (18mal höhere Löslichkeit). Noch auffallender ist die Tatsache, dass bei geringem pH-Wert (weniger als etwa 2) die Löslichkeit des Kalium-Ibuprofens etwas höher ist als die Löslichkeit des unverarbeiteten Ibuprofens oder der mit hydrolysierter Cellulose sprühgetrockneten freien Ibuprofensäure bei einem pH-Wert von etwa 6,0.

Claims (4)

  1. Trockene granuläre Zusammensetzung umfassend hydrolysierte Cellulose in Mischung mit mindestens einem relativ wasserunlöslichen pharmazeutisch aktiven Mittel, das teilweise in seine wasserlöslichere Salzform umgewandelt worden ist, wobei das pharmazeutisch aktive Mittel und seine wasserlöslichere Form 30 % bis 80 % der Zusammensetzung umfasst und eine Mischung von Ibuprofen und dessen Kaliumsalz in einem Verhältnis von 3:1 bis 1:1 umfasst, wobei die hydrolysierte Cellulose 20 % bis 70 % der Zusammensetzung umfasst; wobei die Zusammensetzung zusätzlich 1 % bis 10 % Croscarmellose-Natrium, 0,5 % bis 5 % kolloidales Siliciumdioxid und 0,05 bis 0,4 % Natriumlaurylsulfat umfasst, wobei alle Prozentsätze auf das Gewicht des trockenen Granulats bezogen sind.
  2. Produkt nach Anspruch 1, das mehr als 97,5 Gew.-% Feststoffe umfasst.
  3. Produkt nach Anspruch 1, wobei das Granulat im Wesentlichen porös und im Wesentlichen kugelförmig ist.
  4. Komprimierte pharmazeutische Tablette umfassend das Produkt nach Anspruch 1.
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