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HINTERGRUND DER ERFINDUNG
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Mitochondrien
spielen eine zentrale Rolle bei der Vermittlung der Apoptose in
einer Vielzahl von apoptotischen Modellen (Kroemer et al., Immunol.
Today 18: 44–51
(1997); Zamzami et al., J. Exp. Med. 183: 1533–44 (1996); Zamzami et al.,
J. Exp. Med. 182: 367–77
(1995)). Zellen, die induziert wurden die Apoptose zu durchlaufen,
zeigen eine zeitige Störung
des mitochondrialen Transmembranpotentials (ΔΨm),
welches anderen Änderungen
der Apoptose, beispielsweise der nuklearen Fragmentation und der
Freisetzung von Phosphatidylserin an der äußeren Plasmamembran, vorausgeht.
In einem zellfreien wiederhergestellten System induzieren isolierte
Mitochondrien oder freigegebene mitochondriale Produkte die nukleare
Apoptose (Liu et al.; Cell 86: 147–57 (1996); Newmeyer et al.,
Cell 79: 353–64
(1994)).
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Frühere Experimente
wiesen darauf hin, dass in den präapoptotischen ΔΨm Verlusten
die Öffnung
der mitochondrialen permeablen Transitions(PT)-Poren involviert
ist, welche hochleitfähige
Kanäle
an der inneren mitochondrialen Membran sind und den mitochondrialen
Megakanälen
entsprechen, die mittels elektrophysiologischer Untersuchungen gefunden
wurden (Kroemer et al., supra; Zamzami et al., (1996) supra; Bernardi et
al., Biochim. et Biophys. Acta 1275: 5–9 (1996); Zoratti et al.,
Biochim. et Biophys. Acta 1241: 139–76 (1995); Petit et al., FEBS
Letters 396: 7–13
(1996)). In der Tat ist die Induktion der PT ausreichend, um das
volle Spektrum der mit der Apoptose verbundenen Änderungen hervorzurufen. Umgekehrt
tun Mittel, welche vor der Öffnung
der PT-Poren schützen,
beispielsweise bongkrekische Säure,
die Apoptose mildern (Kroemer et al., Immunol. Today 18: 44–51 (1997);
Zamzami et al., J. Exp. Med. 183: 1533–44 (1996); Zamzami et al.,
FEBS Letters 384: 53–57
(1996)).
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Die
Mitglieder der evolutionär
konservierten Bcl-2-Familie
sind wichtige Regulatoren des apoptotischen Zelltodes und -überlebens.
Die Proteine Bcl-2, Bcl-XL, Bcl-w, A1 und
Mcl-1 sind Todesantagonisten, während
Bax, Bak, Bad, Bcl-xs, Bid und Bik Todesagonisten sind (Kroemer
et al., Nature Med. 6: 614–20 (1997)).
Die Proteine der Bcl-2-Familie
finden sich überwiegend
in der äußeren mitochondrialen
Membran, werden aber auch in der Kernmembran und dem endoplasmatischen
Retikulum gefunden (Kroemer et al., supra).
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Unter
den Proteinen der Bcl-2-Familie finden sich verschiedene konservierte
Aminosäuremotive, BH1–BH4. Die
proapoptotischen Mitglieder der Familie Bax und Bad weisen eine
BH3-Domäne
auf, welche ausreichend ist, um den Zelltod zu induzieren (Chittenden
et al., EMBO J. 14: 5589–96
(1995); Hunter et al., J. Biol. Chem. 271: 8521–24 (1996)). Interessanterweise
ist die BH3-Domäne
in den antiapoptotischen Proteinen Bcl-2 und Bcl-xL konserviert.
Kürzlich
wurde berichtet, dass die Spaltung von Bcl-xL und
Bcl-2 in der Loop-Domäne
die N-terminale BH4-Domäne
entfernt und Bcl-xL und Bcl-2 in ein potentes
pro-tödliches
Molekül
umwandelt (Cheng et al., Science 278: 1966–68 (1997); Clem et al., Proc.
Nat. Acad. Sci. USA 95: 554–59 (1998)).
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Kernmagnetische
Resonanzstrukturanalyse eines Komplexes von Bcl-xL und
einem Peptid mit 16 Resten, umfassend die Bak BH3-Domäne, zeigte,
dass die BH3-Peptide in einer amphipatischen alpha-helikalen Konfiguration
an die hydrophobe Tasche, gebildet durch die BH1-, BH2- und BH3-Domänen des
Bcl-xL, mit hoher Affinität binden
(Sattler et al., Science 275: 983–86 (1997)). Es wird angenommen,
dass das Leucin in Position 1 der BH3-Kerndomäne und die Asparaginsaure in
Position 6 die kritischen Reste für beides, die Heterodimerisierung
und die Induktion der Apoptose, sind. Weiterer Beleg für diese
Schlussfolgerung ist, dass eine Vielzahl an „BH3 nur" Todespromotoren identifiziert wurden,
welche keine Ähnlichkeit
zu Bcl-2 über
ihre BH3-Domänenhomologie
hinaus aufweisen (Kelekar et al, Trends Cell Biol. 8: 324–30 (1998)).
Dies schließt Bik,
Bim, Hrk, Bad, Blk und Bid ein, welche nicht homodimerisieren können, sich
jedoch auf die Bindung an antiapoptotische Proteine wie beispielsweise
Bcl-2 stützen
können,
um den Zelltod zu induzieren.
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Die
genauen Mechanismen, durch die Bcl-2 vor der Apoptose schützt, bleiben
schwer zu fassen. In Anbetracht der Bedeutung der Mitochondrien
bei der Apoptose und der mitochondrialen Lokalisation von Bcl-2 scheint
es, dass ein Hauptschauplatz, wo Bcl-2 die apoptotischen Signale
unterbricht, auf dem Niveau der Mitochondrien liegt. Es wurde gezeigt,
dass Bcl-2 die Apoptose unterdrückt,
indem es vor der mitochondrialen Permeabilitätstransition schützt und ΔΨm stabilisiert
(Zamzami et al., J. Exp. Med. 183: 1533–44 (1996)). In Abwesenheit
von Bcl-2 werden apoptogenesische Faktoren wie Cytochrom c und der
apoptoseinduzierende Faktor (AIF) in Antwort auf apoptotische Auslöser von
den Mitochondrien freigesetzt (Susin et al., J. Exp. Med. 184: 1331–41 (1996);
Kluck et al., Science 275: 1132–36
(1997)). Diese Freisetzung ihrerseits führt zu einer sequentiellen
Kaspaseaktivierung und resultiert in Kern- und Membranänderungen,
die mit der Apoptose verbunden sind.
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Die
Mitglieder der Bcl-2-Familie entfalten eine bestimmte gewebespezifische
Expression. In der Leber von erwachsenen Menschen ist die Bcl-2-Expression
auf die Gallengangzellen beschränkt
(Charlotte et al., Am. J. Pathol. 144: 460–65 (1994)) und fehlt sowohl
in normalen als auch malignen Hepatocyten. Im Unterschied dazu kann
die Expression von Bcl-xL RNA und Protein
in erwachsenen im Ruhezustand befindlichen Hepatocyten detektiert
werden und diese erhöht
sich um das vier- bis fünffache
während
der G1-Phase von sich regenerierenden Hepatocyten (Tzung et al.,
Am. J. Pathol. 150: 1985–95
(1997)). Eine erhöhte
Bcl-xL-Expression
wurde ebenfalls in Hepatoma-Zelllinien, wie zum Beispiel HepG2,
beobachtet.
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Es
wird angenommen, dass einige Krankheiten in Zusammenhang mit der
Herunterregulierung der Apoptose in den betroffenen Zellen in Zusammenhang
stehen. So können
zum Beispiel Neoplasien, zumindest teilweise, aus einem apoptoseresistenten
Status resultieren, bei dem die Zellproliferationssignale in unangemessener
Weise die Zelltodessignale übertreffen.
Des weiteren parasitieren einige DNA-Viren, beispielsweise der Epstein-Barr-Virus,
der afrikanische Schweinefiebervirus und der Adenovirus, die Wirtszellenmaschinerie dazu,
ihre eigene Replikation zu betreiben, während zur selben Zeit die Apoptose
dahingehend beeinflusst wird, dass der Zelltod unterdrückt wird,
was der Zielzelle erlaubt, den Virus zu reproduzieren. Darüber hinaus können eine
Vielzahl von Krankheiten, beispielsweise lymphoproliferative Krankheiten,
Krebs (einschließlich arzneimittelresistenter
Krebs), Arthritis, Entzündungen,
Autoimmunkrankheiten und Ähnliches,
das Ergebnis einer Herunterregulierung der Zelltodessignale sein.
Bei solchen Krankheiten wäre
es wünschenswert,
den apoptotischen Mechanismus zu unterstützen.
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Die
meisten derzeit zur Verfügung
stehenden krebschemotherapeutischen Mittel zielen auf die zelluläre DNA ab
und induzieren die Apoptose in Tumorzellen (Fisher et al, Cell 78:
539–42
(1994)). Als wichtige Art der Arzneimittelresistenz zeichnet sich
eine sich verringernde Sensitivität in Bezug auf die Apoptoseinduktion
ab. Im besonderen verleiht die Überexpression
von Bcl-2 und Bcl-xL eine Resistenz in Bezug
auf eine Vielzahl chemotherapeutischer Mittel, einschließlich der
alkylierenden Mittel, antimetabolischen Mittel, Topoisomerase-Inhibitoren,
Inhibitoren für
Microtubulie und antikrebs antibiotische Mittel, und kann einen
Mechanismus klinischer Chemoresistenz in verschiedenen Tumoren erzeugen
(Minn et al., Blood 86: 1903–10
(1995); Decaudin et al., Cancer Res. 57: 62–67 (1997)).
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Weder
Bcl-2 noch Bcl-xL schützt jedoch die Zellen vor jeglichem
apoptotischen Induktionsmittel. So stellt beispielsweise die Überexpression
von Bcl-2 nur geringen Schutz gegen den Thy-1-induzierten Thymocytentod
und die Fas-induzierte Apoptose bereit (Hueber et al., J. Exp. Med.
179: 785–96
(1994); Memon et al., J. Immunol. 15: 4644–52 (1995)). Auf dem mitochondrialen
Niveau unterdrückt
die Bcl-2-Überexpression in
der äußeren mitochondrialen
Membran die PT-Poreninduktion durch t-Butylhydroperoxid, Protonophore
und Atractyloside, jedoch nicht durch Kalziumione, Diamide oder
Kaspase 1 (Zamzami et al., J. Exp. Med. 183: 1533–44 (1996);
Susin et al., J. Exp. Med. 186: 25–37 (1997)). Somit kann eine
Klasse der mitochondrial-aktiven Mittel direkt die mitochondriale
Apoptosemaschinerie beeinflussen, während sie den Ort der Bcl-2-Funktion
und den Schutz, der durch die Bcl-2-Familienmitglieder offeriert
wird, umgeht. Ein Mittel dieses Typs könnte potentiell nützlich sein,
um die Mehrfacharzneimittelresistenz, die durch Bcl-2 oder Bel-XL verliehen wird, zu überwinden und wird dringend
im Stand der Technik benötigt.
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Die
Antimycine bilden eine andere Klasse der mitochondrial aktiven Mittel.
Die Antimycine umfassen üblicherweise
einen N-Formylaminsalicylatrest, der an ein Dilactonring mittels
einer Amidbindung gebunden ist. Die Antimycine unterscheiden sich
in den hydrophobischen R-Gruppen, die an den Dilactonring gegenüber der
Amidbindung befestigt sind (siehe z.B., Rieske, Pharm. Ther. 11:
415–20
(1980)). So hat beispielsweise Antimycin A1 eine
Hexylgruppe in Position 2 des Dilactonringes, während Antimycin A3 eine
Butylgruppe in dieser Position aufweist. Es wurde umfangreiche Literatur über das
Verhältnis
der Strukturaktivität
der Antimycine in Bezug auf die Unterdrückung von Cytochrom bc1 publiziert (Miyoshi et al., Biochim. Biophys.
Acta 1229: 149–54
(1995); Tokutake et al., Biochim. Biophys. Acta 1142: 262–68 (1993);
Tokutake et al., Biochim. Biophys. Acta 1185: 271–78 (1994)).
Die publizierte Struktur des Cytochrom bc1-Komplexes
mit gebundenem Antimycin A1 machte deutlich,
dass das Antimycin A1 eine Position an dem
Qi-Ubiquinon Bindungsite
des Cytochroms b besetzt (Xia et al., Proc. Nat. Adac. Sci. USA
94: 11399–404
(1997)). Die Antimycine unterdrücken üblicherweise
die mitochondriale Atmung, was darauf hinweist, dass die Unterschiede
in den hydrophoben R-Gruppen an dem Dilactonring nicht kritisch
für die
Cytochrom b-Bindung sind. Mutagnese und Strukturaktivitätsuntersuchungen
des Antimycin A zeigten, dass die Cytochrom bc1-inhibitorische
Aktivität
stark von dem N-Formylaminsalicylsäurerest
abhängig
ist (Tokutake et al., (1994), supra). Sowohl die Methylierung der
phenolischen Hydroxylgruppe als auch die Modifikation der N-Formylamingruppe
reduziert signifikant die Fähigkeit
des Antimycins A, an Cytochrom bc1 zu binden
und dies zu inhibieren. Die Methylierung des phenolischen Hydroxyls mindert
die inhibitorische Aktivität
um 2,5 logs. Die Substitution der Formylamingruppe durch Acetylamin
und Propylamingruppen an der 3-Position reduziert die Cytochrom
bc1-Aktivität entsprechend um 1,2 und 2,4
logs. Somit wird der N-Formylaminsalicylatrest
im Allgemeinen als wichtig für
die Bindung der Antimycine an Cytochrom b betrachtet.
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Für die beiden
Antimycine A1 und A3 wurde
kürzlich
entdeckt, dass sie die Aktivität
der antiapoptotischen Proteine der Bcl-2-Familienmitglieder Bcl-2
oder Bel-XL inhibieren. Somit sind diese
Moleküle
potentiell geeignete Verbindungen für das medizinische Fach und
Patienten, welche an proliferativen Krankheiten und anderen Krankheiten
leiden, bei denen die Apoptose in unangepasster Weise reguliert
ist. Die Antimycine sind jedoch toxisch, da sie ebenfalls die mitochondriale
Atmung inhibieren. Es besteht somit ein entscheidender Bedarf an
Derivaten der Antimycine, die effektiv Apoptose in Zellen, bei denen
die Apoptose unangemessen reguliert ist, induzieren, während sie
gleichzeitig eine reduzierte Inhibierung der mitochondrialen Atmung
aufweisen.
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ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
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Die
vorliegende Erfindung ist in den Ansprüchen definiert und basiert
auf der überraschenden
Entdeckung, dass die Antimycine die Aktivität der Proteine der antiapoptotischen
Bcl-2-Familienmitglieder, beispielsweise Bcl-2 oder Bcl-xL, inhibieren können. Die Erfindung basiert
des Weiteren auf der Entdeckung, dass die mitochondriale Atmungsinhibierungsaktivität der Antimycine
von der Inhibierung der Proteine der Bcl-2-Familienmitglieder separiert
werden kann.
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Die
vorliegende Erfindung stellt die Verwendung von Mitteln, umfassend
Derivate der Antimycine, welche die Apoptose durch Bindung an ein
Protein der Bcl-2-Familienmitglieder
modulieren, bereit, für
die Herstellung eines Medikaments wie in Anspruch 1 definiert. Die
Mittel zeigen eine reduzierte Bindung an Cytochrom B (oder den Cytochrom
bc1-Komplex, der nachfolgend als „Cytochrom
B" bezeichnet wird)
im Vergleich zu nicht-derivatisierten Antimycinen. In einer Ausführungsform
induziert das Mittel vorzugsweise die Apoptose in Zellen, welche
ein Protein der antiapoptotischen Bcl-2-Familienmitglieder überexprimieren.
In einer anderen Ausführungsform
ist das Mittel im Wesentlichen für
die Zellen nicht toxisch, die das Protein der antiapoptotischen
Bcl-Familienmitglieder nicht überexprimieren.
Das Mittel inhibiert üblicherweise
die Aktivität
eines Proteins der antiapoptotischen Bcl-2-Familienmitglieder durch die Bindung
an die hydrophobe Tasche, die durch die BH1-, BH2- und BH3-Domänen des
Proteins gebildet wird.
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Die
Mittel umfassen Derivate eines Antimycins oder eines Teils davon,
beispielsweise die chemische Modifikati on des Dilactonrestes (das
heißt
des 4,9-dioxo-1,5-dioxanan-7-yl
Esterrestes). In einer bevorzugten Ausführungsform umfassen die Antimycinderivate
mindestens zwei chemische Modifikationen. Die Modifikation verringert
die Affinität
des Antimycinderivates in Bezug auf Cytochrom B und erhöht die Affinität des Antimycinderivates
in Bezug auf ein Protein der Bcl-2-Familienmitglieder.
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In
einem weiteren Aspekt stellt die Erfindung die Verwendung von pharmazeutischen
Zusammensetzungen bereit, die das Mittel für die Behandlung eines Subjektes
umfassen, bei denen eine Zelle ein Protein der antiapoptotischen
Bcl-2-Familienmitglieder überexprimiert.
Solche Zusammensetzungen sind nützlich
für die
Behandlung von Krankheiten, die mit Apoptose in Verbindung stehen,
wie in Anspruch definiert.
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KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
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1 stellt
ein allgemeines Schema für
die chemische Synthese des Antimycin A3 und
für die
Synthesen von Derivaten von Antimycinen dar.
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BESCHREIBUNG VON SPEZIFISCHEN
AUSFÜHRUNGSFORMEN
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Vor
der genaueren Schilderung der Erfindung im Detail ist es für ein weiteres
Verständnis
der Erfindung hilfreich, zunächst
später
hier verwendete bestimmte Begriffe näher zu definieren.
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Definitionen:
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Der
Begriff „Apoptose" bezieht sich auf
ein reguliertes Netzwerk biochemischer Ereignisse, welche zu einer
selektiven Form des Zellselbstmordes führen, und ist durch leicht
erkennbare morphologische und biochemikalische Phänomene charakterisiert,
beispielsweise die Fragmentierung der Deoxiribonukleinsäure (DNA),
die Kondensation des Chromatins, welche mit der Nukleaseaktivität verbunden
sein kann oder auch nicht, der Chromosomenmigration, der Margination
der Zellkerne, der Bildung von Apoptosekörpern, dem mitochondrialen
Anschwellen, der Aufweitung der mitochondrialen Christae, der Öffnung der
mitochondrialen Permeabilitätstransitionsporen
und/oder dem Verlust des mitochondrialen Protonengradienten.
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Der
Begriff „Antimycine" bezieht sich auf
die Antimycine A
0(a–d), A
1,
A
2, A
3, A
4, A
5, A
6,
Kitamycin A und B, Urauchimycin B, Deisovalerylblastomycin und Dehexyl-Deisovaleryloxyantimycin
A. Die Antimycine werden üblicherweise
durch die folgende Formel I dargestellt und weisen die absolute
Konfiguration [2R, 3R, 4S, 7S, 8R] auf:
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Die
Gruppen an den Positionen R1 und R2 weichen wie folgt voneinander
ab: Tabelle 1
| Name | R1 | R2 |
| Antimycin
A0(a) | Hexyl | Hexansäure |
| Antimycin
A0(b) | Butyl | Heptansäure |
| Antimycin
A0(c) | Octyl | Buttersäure |
| Antimycin
A0(d) | Heptyl | Isovalerinsäure |
| Antimycin
A1 | Hexyl | Isovalerinsäure |
| Antimycin
A2 | Hexyl | Buttersäure |
| Antimycin
A3 | Butyl | Isovalerinsäure |
| Antimycin
A4 | Butyl | Buttersäure |
| Antimycin
A5 | Ethyl | Isovalerinsäure |
| Antimycin
A6 | Ethyl | Buttersäure |
| Kitamycin
A | Hexyl | Hydroxyl |
| Kitamycin
B | Isohexyl | Hydroxyl |
| Urauchimycin
B | Isohexyl | Hydroxyl |
| Deisovalerylblastomycin | Butyl | Hydroxyl |
| Dehexyl-Deisovalerylblastomycin | Wasserstoff | Wasserstoff |
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Der
Begriff „Derivat
des Antimycins" bezieht
sich auf eine chemische Modifikation eines Antimycins, durch welche
ein oder mehrere Atome eines Antimycins entfernt oder substituiert
oder neue Atome hinzugefügt
wurden. Ein „Derivat
des Antimycins" schließt des weiteren
Teile eines Antimycins, genauso wie dessen chemische Modifikationen,
und chirale Varianten eines Antimycins ein.
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Der
Begriff „Mittel" wird hier verwendet,
um einen chemischen Stoff, eine Mischung chemischer Stoffe, Salze und
deren Solvate und Ähnliches
zu bezeichnen, welche in der Lage sind, die biologische Aktivität eines Proteins
der Bcl-2-Familienmitglieder zu modulieren. Ein Mittel umfasst üblicherweise
ein Derivat des Antimycins.
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Der
Begriff die Apoptose „vorzugsweise
induzierend" bezieht
sich auf eine mindestens fünffach
stärkere
Stimulierung der Apoptose bei einer gegebenen Konzentration eines
Mittels in Zellen, welche ein Protein der Bcl-2-Familienmitglieder überexprimiert, im Vergleich
zu Zellen, welche ein Protein der Bcl-2-Familienmitglieder nicht überexprimieren
(z.B. ein fünffach
größeren LD50 oder IC50).
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Der
Begriff „im
Wesentlichen nicht toxisch" bezieht
sich auf ein Mittel, welches die Apoptose in mindestens 50% der
Zellen, welche ein Protein der Bcl-2-Familienmitglieder überexprimieren, induziert,
jedoch nicht die Apoptose in mehr als 5% induziert, weiter vorzugsweise
weniger als 1% der Zellen, welche ein Protein der Bcl-2-Familienmitglieder
nicht überexprimieren.
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Der
Begriff „Protein(e)
der Bcl-2-Familienmitglieder" bezieht
sich auf eine evolutionär
konservierte Familie von Proteinen, die dadurch charakterisiert
ist, dass sie eine oder mehrere Aminosäurehomologiedomänen, BH1,
BH2, BH3 und/oder BH4, aufweist. Die Proteine der Bcl-2-Familienmitglieder
schließen
Bcl-2, Bcl-xL, Bcl-w, A1, Mcl-1, Bax, Bak,
Bad, Bcl-xs und Bid ein. Die „Proteine
der Bcl-2-Familienmitglieder" schließen des
Weiteren solche Proteine oder deren biologisch aktive Fragmente
ein, welche mindestens 70% Ähnlichkeit
in der Aminosäuresequenz
zu einem Protein der Bcl-2-Familienmitglieder aufweisen.
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Der
Begriff „Protein
der antiapoptotischen Bcl-2-Familienmitglieder" bezieht sich auf
Bcl-2, Bcl-xL, Bcl-w, A1, Mcl-1 und andere
Proteine, die dadurch charakterisiert sind, dass sie eine oder mehrere
Aminosäurehomologiedomänen, BH1,
BH2, BH3 und/oder BH4 aufweisen, und welche das Überleben der Zelle durch die
Minderung oder Inhibierung der Apoptose unterstützen. Die „Proteine der antiapoptotischen Bcl-2-Familienmitglieder" schließen des
Weiteren solche Proteine oder deren biologisch aktive Fragmente
ein, welche mindestens eine 70% Ähnlichkeit
in der Aminosäuresequenz
zu einem antiapoptotischen Protein der Bcl-2-Familienmitglieder aufweisen.
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Der
Begriff „biologisch
aktiv" oder „biologische
Aktivität" bezieht sich auf
die Fähigkeit
eines Moleküls, die
Apoptose zu modulieren, beispielsweise durch Bindung an ein Protein
der Bcl-2-Familienmitglieder. Ein biologisch aktives Molekül kann die
Apoptose durch die Verursachung einer Änderung in dem mitochondrialen Protonengradienten,
durch Verursachung der Änderung
in mitochondrialen Schwellen oder Änderung der morphologischen
Eigenschaften der Mitochondrien durch Beeinflussung der Freisetzung
eines Reportermoleküls, wie
beispielsweise Rhodamin 123 oder Calcein, durch ein von Mitochondrien
oder Vesikeln umfasstes porenbildendes Protein der antiapoptotischen
Bcl-2-Familienmitglieder oder durch Verursachung irgendeiner anderen
morphologischen Veränderung,
die mit der Apoptose verbunden ist, modulieren.
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Derivate
des Antimycins können
durch chemische Modifikation eines Antimycins nach üblichen
chemischen Methoden hergestellt werden. So kann beispielsweise die
Hydroxylgruppe an dem Salicylatrest des Antimycins A3 unter
Ver wendung eines primären
Alkylhalides oder Diazomethanes modifiziert werden, um ein 2-Alkoxyetherantimycinderivat
(z.B. 2-Methoxyetherantimycin A3) zu bilden.
Ein Antimycin kann ebenfalls durch Acetylierung modifiziert werden.
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Alternativ
können
Antimycinderivate mittels de novo („total") chemischer Synthese hergestellt werden. Beispielsweise
haben sich Shimano et al. (Tetrahedron 54: 12745–74 (1998) ein total synthetisches
Verfahren für
die betreffenden antifungalen Dilactone UK-2A und UK-3A ausgedacht.
Diese totale Synthese kann für
die Herstellung von Antimycinderivaten verwendet werden. Entsprechend
dieses Verfahrens kann Antimycin A3 geformt
werden, umfassend die drei strukturellen Einheiten: N-Formyl-3-aminosalicylsäure, L-Threonin
und den Dilactonrest (siehe die entsprechenden Formeln III–V).
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Antimycin
A3 kann durch die Verbindung dieser strukturellen
Einheiten synthetisiert werden. Derivate eines oder mehrerer dieser
strukturellen Einheiten können
chemisch verbunden werden, um Antimycinderivate zu bilden.
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Bibliotheken
von Antimycinderivaten können
ebenfalls durch rationales Design hergestellt werden (siehe hauptsächlich Cho
et al., Pac. Symp. Biocompat. 305–16 (1998); Sun et al., J.
Comput. Aided Mol. Des. 12: 597–604
(1998)). Beispielsweise können
Bibliotheken an Antimycinderivaten durch Synthesen kombinatorischer
chemischer Bibliotheken hergestellt werden (siehe hauptsächlich DeWitt
et al., Proc. Nat. Acad. Sci. USA 90: 6909–13 (1993); internationale
Patentpublikation
WO 94/08051 ;
Baum, Chem. & Eng.
Newes, 72: 20–25
(1994); Burbaum etal., Proc. Nat. Acad. SCT. USA 92: 6027–31 (1995);
Baum etal., J. Am. Chem. Soc. 117: 5588–89 (1995); Nestler et al.,
J. Org. Chem. 59: 4723–24
(1994); Borehardt et al., J. Am. Chem. Soc. 116: 373–74 (1994);
Ohlmeyer et al., Proc. Nat. Acad. Sci. USA 90: 10922–26 (1993);
und Longman, Windhover's
In Vivo The Business & Medicine
Report 12: 23–31
(1994)).
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Die
folgenden Artikel beschreiben Verfahren für die Selektion von Startermolekülen und/oder
Kriterien für
deren Auswahl: Martin et al., J. Med. Chem. 38: 1431–36 (1995);
Domine et al., J. Med. Chem. 37: 973–80 (1994); Abraham et al.,
J. Pharm. Sci. 83: 1085–100
(1994).
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Eine "kombinatorische Bibliothek" ist eine Kollektion
von Stoffen, bei denen die in der Kollektion enthaltenen Stoffe
aus einer oder mehreren Arten von Untereinheiten bestehen. Die Untereinheiten
können
aus natürlichen
oder nicht natürlichen
Resten ausgewählt
sein, einschließlich der
Diene, der Benzenzusammensetzungen, der Cycloalkane, der Lactone,
der Dilactone, der Aminosäuren,
der Alkane und Ähnlichem.
Die Stoffe der kombinatorischen Bibliothek unterscheiden sich auf
die eine oder mehrere Arten in Bezug auf die Anzahl, die Anordnung,
die Art oder die Arten der Modifikationen, die eine oder mehrere
der Untereinheiten, die in den Stoffen vorliegen, erhalten haben.
Alternativ kann sich eine kombinatorische Bibliothek auf eine Kollektion
von „Kernmolekülen" beziehen, welche
sich in Bezug auf die Anzahl, die Art oder Position der R-Gruppen
unterscheiden, welche sie aufweisen, und/oder der Identität der Moleküle, die
das Kernmolekül
bilden. Die Kollektion der Stoffe wird auf systematische Art hergestellt.
Jegliches Verfahren der systematischen Herstellung einer Kollektion
von Stoffen, die sich voneinander in einem oder mehreren der oben
genannten Wege unterscheiden, ist eine kombinatorische Bibliothek.
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Eine
kombinatorische Bibliothek kann auf einer festen Unterlage aus einem
oder mehreren Festphasenbindungsharzstartmaterialien synthetisiert
werden. Die Bibliothek kann fünf
(5) oder mehr, vorzugsweise zehn (10) oder mehr organische Moleküle, die
sich voneinander unterscheiden, enthalten (das heißt fünf (5) verschiedene
Moleküle
und nicht fünf
(5) Kopien des gleichen Moleküls).
Jedes dieser verschiedenen Moleküle
(verschiedene Basisstrukturen und/oder verschiedene Substitutenten)
liegen in einer solchen Menge vor, dass ihre Anwesenheit durch irgendein
Mittel bestimmt werden kann (z.B. kann es isoliert, analysiert,
mit einem Bindungspartner oder einer geeigneten Probe festgestellt
werden). Die tatsächlichen
Mengen jedes benötigten Moleküls, so dass
seine Anwesenheit festgestellt werden kann, können durch die tatsächlich verwendeten
Ver fahren variieren und sich mit Fortschreiten der Technologien
für die
Isolierung, Detektion und Analyse ändern. Wenn die Moleküle in im
Wesentlichen gleichen molaren Mengen vorliegen, so kann eine Menge
von 100 Picomol oder mehr festgestellt werden. Bevorzugte Bibliotheken
umfassen im Wesentlichen gleiche molare Mengen von jedem der gewünschten
Reaktionsprodukte und schließen
nicht relativ große
oder kleine Mengen jeglicher gegebener Moleküle ein, so dass die Anwesenheit
solcher Moleküle
in jeglichem Assay dominiert oder vollständig unterdrückt ist.
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Kombinatorische
Bibliotheken werden im Allgemeinen durch Derivatisierung einer Startverbindung
auf einer Festphasenunterlage (z.B. ein Kügelchen) hergestellt. Üblicherweise
ist an der Festphase ein kommerziell erhältliches Harz, beispielsweise
ein Rink- oder Merrifield-Harz befestigt. Nach der Befestigung der
Startverbindung werden die Substituenten an der Startverbindung
befestigt. Beispielsweise kann eine Benzenverbindung an eine Unterlage
mittels eines Rink-Harzes gebunden werden. Der Benzenring reagiert
gleichzeitig mit einem Amid, beispielsweise einem N-Formylamin, N-Acetylamin,
N-Propionylamin und Ähnlichem.
Alternativ kann die Startzusammensetzung den Dilactonrest, oder
eine Vorstufe davon, aufweisen. Die Substituenten werden zu der
Startzusammensetzung hinzugefügt
und können
durch die Bereitstellung einer Mischung von Reaktionsmitteln, welche
die Substituenten enthalten, variieren. Beispiele für geeignete
Substituenten schließen
die nachfolgenden ein, ohne auf diese beschränkt zu sein:
- (1)
Kohlenwasserstoffsubstituenten, das heißt aliphatische (z.B. Alkyl
oder Alkenyl), alicyclische (z.B. Cycloalkyl, Cycloalkenyl) Substituenten,
aromatische, aliphatische und alicyclische substituierte aromatische Kerne
und Ähnliches,
genauso wie cyclische Substituenten;
- (2) substituierte Kohlenwasserstoffsubstituenten, das heißt solche
Substituenten, die nicht Kohlenwasserstoffradikale, welche nicht
den überwiegenden
Kohlenwasserstoffsubstituenten ändern,
enthalten; den Fachleuten des Standes der Technik sind solche Radikale
bekannt (z.B. Halo (insbesondere Chlor und Fluor), Alkoxy, Mercapto,
Alkylmercapto, Nitro, Nitroso, Sulfoxy und Ähnliches);
- (3) Heterosubstituenten, das heißt Substituenten, welche, obwohl
sie überwiegend
Hydrocarbylcharakter haben, weitere Atome, die nicht Kohlenstoffatome
sind, enthalten. Geeignete Heteroatome sind den Fachleuten des Standes
der Technik bekannt und schließen
beispielsweise Schwefel, Sauerstoff, Stickstoff und solche Substituenten
wie Pyridyl, Furanyl, Thiophenyl, Imidazolyl und Ähnliches
ein. Heteroatome, und typischerweise nicht mehr als eins, liegen
für jedes
Kohlenstoffatom in dem kohlenwasserstoffbasierten Substituenten
vor. Alternativ können
keine solcher Radikale oder Heteroatome in dem kohlenwasserstoffbasierten
Substituenten vorliegen und es ist somit ein reiner Kohlenwasserstoff.
-
In
einer Ausführungsform
wird eine kombinatorische Bibliothek von Antimycinderivaten hergestellt. Zum
Beispiel kann das Ausgangsmaterial ein Vorgänger des Dilactonrestes sein.
Eine kombinatorische Bibliothek der Dilactone wird unter Verwendung
der Shimano-Synthese (infra) synthetisiert, indem die in jedem Schritt
der Synthese hinzugefügten
Substituenten variiert werden. Wahlweise können nach der Lactonisierung die
Threonin- und Salicylsäurereste
oder deren Derivate der Bibliothek zugefügt werden.
-
-
Die
Mittel der vorliegenden Erfindung sind nützlich für die Behandlung von Zellen,
in denen die Zelltodsignale herunterreguliert sind und die betroffene
Zelle einen unangemessenen verminderten Hang zum Zelltod aufweist,
welches hier bezeichnet wird als sich in einem „verringerten apoptotischen
Stadium" befindend.
Die Erfindung stellt des weiteren Medikamente für die Verabreichung an ein
Subjekt in einer therapeutisch effektiven Menge eines Mittels bereit,
um eine mit Apoptose in Verbindung stehende Krankheit zu behandeln,
wobei es gewünscht
ist, dass die Apoptose in bestimmten Zelltypen, z.B. virusinfizierten
Zellen oder autoantikörperexprimierenden
Zellen, induziert wird. Üblicherweise
werden die Mittel vor der Verabreichung im Wesentlichen gereinigt.
Das Subjekt kann ein Tier sein, einschließlich Kühe, Schweine, Pferde, Hühner, Katzen,
Hunde und Ähnliches
ohne auf diese beschränkt
zu sein, und ist typischerweise ein Säugetier und in einer besonderen
Ausführungsform
der Mensch. In einer anderen spezifischen Ausführungsform ist ein nicht menschliches
Säugetier
das Subjekt.
-
Verschiedene
Verabreichungssysteme sind bekannt und können zur Verabreichung des
Mittels verwendet werden, wie z.B. die Verkapselung in Liposomen,
Micropartikeln, Microkapseln, rekombinante Zellen, die in der Lage
sind, das Mittel zu exprimieren, rezeptorvermittelte Endocytose
(sie he z.B. Wu und Wu, J. Biol. Che. 262: 4429–32 (1987)) und Ähnliches.
Die Mittel, die als therapeutische oder pharmazeutische Zusammensetzung
verabreicht werden, werden mittels jeglicher geeigneter Verabreichungsart,
die dem Fachmann bekannt ist, verabreicht, einschließlich beispielsweise
der intravenösen,
subcutanen, intramuskulären,
intradermalen, transdermalen, intrathekalen, intracerebralen, intraperitonealen,
epiduralen und oralen Verbreichung. Die Verabreichung kann entweder
sehr schnell, wie durch eine Injektion, oder über einen Zeitraum, wie durch
eine langsame Infusion, oder Verabreichung von sich langsam freisetzenden
Formulierungen erfolgen. Für
die Behandlung von Geweben in dem zentralen Nervensystem kann die
Verbreichung durch eine Injektion oder Infusion in die zerebrospinale
Flüssigkeit
(CSF) erfolgen. Wenn es vorgesehen ist, dass das Mittel an Zellen
des zentralen Nervensystems verabreicht wird, kann die Verabreichung
mit einem oder mehreren anderen Komponenten erfolgen, die in der
Lage sind, die Penetration des Mittels durch die Blut-Hirn-Barriere
zu unterstützen.
Des Weiteren kann es gewünscht
sein, das Mittel in das Zielgewebe mittels jeglicher geeigneter
Art, einschließlich
der intravenösen
und intrathekalen Injektion, einzuführen. Ebenfalls kann die pulmonale
Verabreichung verwendet werden, beispielsweise unter Verwendung
eines Inhalators oder Zerstäubers
und der Formulierung des Mittels mit einem Zerstäubungsmittel.
-
Die
pharmazeutischen Zusammensetzungen können ebenfalls oral oder in
jeglicher oralakzeptablen Dosierungsform verabreicht werden, einschließlich Kapseln,
Tabletten, Kapletten, Pastillen, wässrigen Suspensionen oder Lösungen,
ohne auf diese beschränkt
zu sein. Im Falle von Tabletten für die orale Verwendung können Trägerstoffe,
wie sie übli cherweise
verwendet werden, einschließlich
Lactose und Maisstärke,
verwendet werden. Üblicherweise
werden auch Gleitmittel, wie z.B. Magnesiumstearat, hinzugefügt. Für die orale
Verabreichung in Kapselform schließen geeignete Verdünnungsmittel
Lactose und getrocknete Maisstärke
ein. Wenn wässrige
Suspensionen erforderlich sind, kann das Mittel mit emulgierenden
und suspendierenden Hilfsmitteln kombiniert werden. Wenn erwünscht, können ebenfalls
verschiedene Süßmittel,
Aromastoffe oder Farbstoffe verwendet werden.
-
In
einer spezifischen Ausführungsform
kann es gewünscht
sein, das Mittel lokal in ein zu behandelndes Gebiet oder Bereich
zu verabreichen; diese Verabreichung kann beispielsweise erreicht
werden, ohne darauf beschränkt
zu sein, durch eine lokale Infusion während einer Operation, topischen
Anwendung (z.B. in Verbindung mit einem Wundverband nach dem chirurgischen
Eingriff), durch Injektion mittels eines Katheters, mittels eines
Zäpfchens
oder mittels eines Implantats, wobei das Implantat aus einem porösen, nicht
porösen
oder gelatineartigen Material, einschließlich Membranen, wie beispielsweise
silastische Membrane oder Fasern, besteht. In einer Ausführungsform
kann die Verabreichung durch direkte Injektion an den Ort (oder
früheren Ort)
eines malignen Tumors oder neoplastischen oder präneoplastischen
Gewebes erfolgen.
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In
einer anderen Ausführungsform
kann das Mittel in einem Vesikel, insbesondere einem Liposom verabreicht
werden (siehe z.B. Langer, Science 249: 1527–33 (1990); Treat et al., In
Liposomes in the Therapy of Infectious Disease and Cancer, Lopez-Berestein
und Fidler (eds.), Liss, New York, Seiten 353–65 (1989); Lopez-Berestein,
supra, Seiten 317–27).
-
In
einer noch anderen Ausführungsform
kann das Mittel in einem kontrollierten Abgabesystem verabreicht
werden. In einer Ausführungsform
kann eine Pumpe verwendet werden (siehe z.B. Langer, supra; Sefton,
CRC Crit. Ref. Biomed. Eng. 14: 201 (1987); Buchwald et al., Surgery
88: 507 (1980); Saudek et al., N. Engl. J. Med. 321: 574 (1989)).
In einer anderen Ausführungsform
kann polymeres Material verwendet werden (siehe z.B. Medical Applications
of Controlled Release, Langer und Wise (eds.), CRC Pres., Boca Raton,
Florida (1974); Controlled Drug Bioavailability. Drug Product Design
and Performance, Smolen und Ball (eds.), Wiley, New York (1984);
Ranger und Peppas, J. Macromol. Sci. Rev. Macromol. Chem. 23: 61
(1983); siehe ebenfalls Levy et al., Science 228: 190 (1985); During
et al., Ann. Neurol. 25: 351 (1989); Howard et al., J. Neurosurg.
71: 105 (1989)). In noch einer anderen Ausführungsform kann ein kontrolliertes
Abgabesystem in Nähe
des therapeutischen Ziels angeordnet werden, wodurch nur ein Teil
der systemischen Dosis erforderlich ist (siehe z.B. Goodson, Medical
Applications of Controlled Release, supra, Vol. 2, Seiten 115–138 (1984)). Weitere
kontrolliert abgebende Systeme werden beispielsweise in dem Übersichtsartikel
von Langer diskutiert (Science 249: 1527–33 (1990)).
-
Die
vorliegende Erfindung stellt ebenfalls die Verwendung pharmazeutischer
Zusammensetzungen bereit. Solche Zusammensetzungen umfassen einen
therapeutisch effektiven Anteil eines Mittels und einen pharmazeutisch
akzeptablen Träger.
Der Begriff „pharmazeutisch
akzeptabel" bedeutet,
freigegeben durch eine Regulationsbehörde der föderalen o der Staatsregierung
oder gelistet in dem US-Arzneibuch oder einem anderen im Allgemeinen
anerkannten Arzneibuch zur Verwendung bei Tieren, und insbesondere
bei Menschen. Der Begriff „Träger" bezieht sich auf
ein Verdünnungsmittel,
Hilfsstoff (Adjuvant), Bindemittel, Stabilisator oder Vehikel, mit
dem das Mittel für
die Verabreichung formuliert ist. Pharmazeutische Träger können sterile Flüssigkeiten,
wie z.B. Wasser und öle,
einschließlich
solcher aus Petroleum, tierischen, pflanzlichen oder synthetischen
Ursprungs, wie z.B. Erdnussöl,
Sojabohnenöl,
Mineralöl,
Sesamöl
und Ähnliches,
sein. Wasser ist ein typischer Träger, wenn die pharmazeutische
Zusammensetzung intravenös
verabreicht wird. Ebenfalls können
Salzlösungen
und wässrige
Dextrose und Glycerollösungen
als flüssige
Träger,
insbesondere für
injizierbare Lösungen,
verwendet werden. Geeignete pharmazeutische Bindemittel schließen Stärke, Glukose, Lactose,
Sukrose, Gelatine, Malz, Reis, Mehl, Kreide, Kieselsäuregel,
Natriumstearat, Glycerolmonostearat, Kalk, Natriumchlorid, getrocknete
entrahmte Milch, Glycerol, Propylenglycol, Wasser, Ethanol und Ähnliches ein.
Die Zusammensetzungen können
auf Wunsch ebenfalls minimale Anteile an Netzmitteln oder emulgierenden
Mitteln, oder pH-Puffermittel
enthalten. Die pharmazeutischen Zusammensetzungen können in
der Form von Lösungen,
Suspensionen, Emulsionen, Tabletten, Pillen, Kapseln, Pudern, Formulierungen,
die über
einen längeren
Zeitraum freigegeben werden, und Ähnlichem vorliegen. Die Zusammensetzung
kann als Zäpfchen mit
traditionellen Bindemitteln und Trägern wie z.B. Triglyceriden,
formuliert sein.
-
Orale
Formulierungen können
Standardträger
einschließen,
wie z.B. pharmazeutische Sorten von Mannitol, Lactose, Stärke, Magnesiumstearat,
Natriumsaccharin, Cellu lose, Magnesiumkarbonat und Ähnliches.
Beispiele für
geeignete pharmazeutische Träger
sind beispielsweise in Remington's
Pharmaceutical Sciences von E.W. Martin beschrieben. Solche Zusammensetzungen
enthalten einen therapeutisch wirksamen Anteil eines Mittels, üblicherweise
in gereinigter Form, zusammen mit einer geeigneten Menge eines Trägers, um
eine geeignete Formulierung zur Verabreichung an das Subjekt bereitzustellen.
Die Formulierung sollte zu der Verabreichungsart passen.
-
In
einer Ausführungsform
ist das Mittel in Übereinstimmung
mit den Routineverfahren als eine pharmazeutische Zusammensetzung
formuliert, die für
die intravenöse
Verabreichung an menschliche Organismen angepasst ist. Üblicherweise
sind Zusammensetzungen für
die intravenöse
Verabreichung Lösungen
in sterilem isotonischem wässrigem
Puffer. Wo es notwendig ist, kann die Zusammensetzung ein Lösungsmittel
und ein lokales Anästhetikum
enthalten, um den Schmerz an dem Injektionsort zu mildern. Üblicherweise
werden die Inhaltsstoffe entweder separat, oder zusammengemischt
in einer Einheitsdosisform verabreicht. Beispielsweise als ein gefriergetrocknetes
Pulver oder wasserfreies Konzentrat in einem hermetisch verschlossenen Container,
z.B. als eine Ampulle oder Portionspackung, die die Menge des aktiven
Mittels anzeigt. Wenn die Zusammensetzung durch eine Infusion verabreicht
werden soll, so kann es in Infusionsflaschen abgegeben werden, welche
eine sterile pharmazeutische Stufe von Wasser oder Saline enthalten.
Wo die Zusammensetzung durch Injektion verabreicht werden soll,
kann eine Ampulle mit sterilem Wasser für die Injektion oder Saline
bereitgestellt werden, so dass die Inhaltsstoffe vor der Verabreichung
gemischt werden können.
-
Die
Mittel können
neutral oder als Salzform formuliert sein. Pharmazeutisch akzeptable
Salze schließen
solche ein, die mit freien Aminogruppen gebildet werden, wie solche,
die von Hydrochlor-, Phosphor-, Essig-, Oxal-, Tartarsäure und Ähnlichem
abgeleitet sind, und solche, die mit freien Carboxylgruppen gebildet werden,
wie solche, die von Natrium, Kalium, Ammonium, Kalzium, Eisenhydroxiden,
Isopropylaminen, Triethylaminen, 2-Ethylaminoethanol, Histidin,
Procain und Ähnlichem
abgeleitet sind.
-
Die
Menge des Mittels, welches mit dem Träger kombiniert wird, um eine
Einzeldosisform zu produzieren, variiert in Abhängigkeit von der Art des Mittels
und der Zusammensetzung der Dosisform. Es sollte jedoch verständlich sein,
dass eine spezifische Dosis und ein spezifisches Behandlungsregime
für jeden
einzelnen Patienten oder jegliches einzelne Krankheitsstadium von
einer Vielzahl von Faktoren abhängig
ist, einschließlich
dem Alter, dem Körpergewicht,
dem allgemeinen Gesundheitsstatus, dem Geschlecht, der Ernährung, der
Verabreichungszeit, der Ausscheidungsrate, der Arzneimittelkombination,
der Einschätzung
durch den behandelnden Arzt und dem Grad der speziell zu behandelnden
Krankheit. Die Menge des aktiven Mittels hängt ebenfalls von der spezifischen
Aktivität
des Mittels und der Frage ab, ob das Mittel mit irgendeinem anderen
therapeutischen oder prophylaktischen Inhaltsstoff zusammen verabreicht
wird. Dosierungsstufen zwischen etwa 0,001 und etwa 100 mg/kg Körpergewicht
pro Tag, typischerweise zwischen etwa 0,1 und etwa 10 mg/kg Körpergewicht
pro Tag des aktiven Mittels sind sinnvoll.
-
Das
Medikament kann in der Form einer pharmazeutischen Packung oder
eines Kits vorliegen, die bzw. der ein oder mehrere Container, gefüllt mit
einem oder mehreren der Inhaltsstoffe der pharmazeutischen Zusammensetzungen
der Erfindung gefüllt
ist bzw. sind. Optional kann diesem/diesen Container/Containern eine
Notiz beigefügt
sein, in einer Form, die durch eine staatliche Behörde, die
die Herstellung, die Verwendung oder den Verkauf von pharmazeutischen
oder biologischen Produkten reguliert, vorgeschrieben ist, wobei
die Notiz die Zulassung, die Verwendung oder den Verkauf für die Verabreichung
am Menschen durch die Agentur wiedergibt.
-
Die
nachfolgend zur Verfügung
gestellten Beispiele dienen lediglich der Illustration verschiedener
Aspekte der Erfindung und sind nicht für die Erfindung in irgendeiner
Weise beschränkend
auszulegen.
-
BEISPIEL 1
-
Untersuchungen
der zellulären
Atmung, der ATP-Niveaus
und der reaktiven Sauerstoffspezien in Antimycin-A- behandelten Zelllinien
wiesen im starken Maße
darauf hin, dass die beobachteten Unterschiede in der Zellüberlebensrate
nicht durch bekannte Effekte von Antimycin A in Bezug auf den mitochondrialen
Elektronentransfer oder die oxidativen Phosporelierung erklärt werden
können.
Um endgültig
die Frage zu klären, welche
Aktivitäten
des Antimycin A in den selektiven Zelltod von Zellen involviert
sind, welche Bcl-XL überexprimieren, wurde das Struktur-Aktivitäts-Verhältnis von
Antimycin A3 als Inhibitor der Bcl-xL Porenaktivität untersucht.
-
In
diesem Beispiel wurden zwei Derivate des Antimycin A
3 hergestellt,
Antimycin A
3 Methylether (2- Methoxyetherantimycin
A
3) und Phenacyletherantimycin A
3 (Vergleichsbeispiel). Die Struktur von
Antimycin A
3 wurde oben gezeigt (Formel
(I), wo R
1 eine Butylgruppe ist). (Siehe
ebenfalls van Tamelen et al., J. Am. Chem. Soc. 83: 1639 (1961)).
Antimycin A
3 Methylether hat die folgende
Formel (VI) und eine absolute Konfiguration von [2R, 3R, 4S, 7S,
8R]:
-
Antimycin
A3 Methylether wurde direkt aus Antimycin
A3 auf folgende Art und Weise hergestellt:
In Kürze,
Antimycin A3 (14,0 mg) wurde in Ethylether
gelöst
und ein Strom von Diazomethan durch das Reaktionsgemisch geleitet
bis die gelbe Farbe erhalten blieb. Das Reaktionsgemisch wurde mit
Essigsäure
behandelt bis es farblos wurde. Die Mischung wurde unter verringertem
Druck eingetrocknet und in Siliciumgel chromatografiert und ergab
14,3 mg Antimycin A3 Methylether. Das erhaltene
Produkt wurde mittels kernmagnetischer Resonanz, Infrarotspektroskopie
und Massenspektroskopie charakterisiert.
-
Das
Phenacyletherderivat des Antimycin A3 wurde
wie folgt hergestellt: Eine Lösung
von Antimycin A3 (5,7 mg, 10,95 mmol) in
trockenem Acetonitril wurde mit Phenacylbromid (4,4 mg, 21,9 mmol)
und pulverförmigem
Kaliumcarbonat (6,0 mg, 43,8 mmol) behandelt. Die Mischung wurde
bei Raumtemperatur über
einen Zeitraum von 18 Stunden gemischt. Das Reaktionsgemisch wurde
direkt auf eine Siliciumgelchromatografiesäule aufgetragen. Das Produkt
wurde mit 20% Ethylacetat/Hexan eluiert und ergab 5,4 mg (78%) des
Produktes als farbloses Öl.
Das erhaltene Produkt wurde mittels kernmagnetischer Resonanz, Infrarotspektroskopie
und Massenspektroskopie charakterisiert.
-
BEISPIEL 2
-
Das
in Beispiel 1 hergestellte Antimycin A3 Methyletherderivat
wurde auf seine Wirkung auf dem Apoptosesignalweg in Zellen, die
Bcl-xL überexprimieren,
untersucht. Für
das Methyletherderivat wurde vorher gezeigt, dass es als Inhibitor
des Cytochrom bc1 inaktiv ist (siehe z.B. Miyoshi et al., Biochim.
Biophys. Acta 1229: 149–54
(1995); Takotake et al., Biochim. Biophys Acta 1185: 271–78 (1994)).
Der Methylether hat ebenfalls einen vernachlässigbaren Effekt auf die zelluläre O2-Konsumption im Vergleich zu der originalen
Antimycin A3 Zusammensetzung. TABX2S (die
Bcl-xL überexprimieren),
TAMH.neo (Kontrolle) und TABX1A (Antisens) Zelllinien wurden mit
2-Methoxyantimycin A3 behandelt. Diese Zelllinien
zeigten als Bild eine bevorzugte Cytotoxizität bei Zellen, die Bcl-xL überexprimieren,
jedoch nicht bei den Kontrollzellen. Dieses Bild war dem der Antimycin
A3 Behandlung von diesen Zelllinien ähnlich,
was darauf hinweist, dass die Wirkung dieses Antimycinderivats auf
die zelluläre
Atmung separat von der auf die Apoptose ist.
-
Um
diese Ergebnisse zu betätigen,
wurden ebenfalls Assays mit mitochondrialen Fraktionen jeder der verwendeten Zelllinien
unter Verwendung der mitochondrialen Probe JC-1 durchgeführt. Die
Mitochondrien der Zellen die Bel-XL überexprimieren
(TABX2S Zellen) waren nach der Zugabe des 2-Methoxyderivats in einer Konzentration
von 2 μg/ml
stark depolarisiert. Wie für
die Ausgangszusammensetzung Antimycin A3 beobachtet,
wurden die Mitochondrien mit normalen Bcl-xL-Expressionsniveau
durch das 2-Methoxyanalog nicht beeinflusst.
-
Letztendlich
konnte für
das 2-Methoxyantimycin A3 Derivat die Bindung
an rekombinantes Bcl-2 gezeigt werden. Das 2-Methoxyantimycin A3 Derivat ist wegen dem zusätzlichen
elektrophilen Substituenten an dem Benzenring nicht fluoreszierend.
Somit kann die Bindung des 2-Methoxyantimycin A3 an
das Bcl-2 Protein in einem Konkurrenzbindungsassay durch Überwachung
der Fluoreszenz des Antimycin A3 gemessen
werden. Für
diese Experimente wurde Antimycin A3 (2 μM) und entweder
2-Methoxyetherantimycin A3 oder Phenacyletherantimycin
A3 (2 μM)
gleichzeitig dem Bcl-2 Polypeptid (3 μM) hinzugefügt und die Einstellung eines Gleichgewichts
für 7,5
Minuten bei 22,5°C
erlaubt, bevor die Intensität
der Fluoreszenz des Antimycin A3 gemessen
wurde. Die Fluoreszenz eines vorgebundenen Antimycin A3 rekombinanten
Bcl-2 Komplexes verringerte sich exponential mit der Zugabe des
2-Methoxyantimycin A3, was darauf hinweist,
dass ein Wettbewerb in Bezug auf den Antimycin A3 Bindungssite
am Bcl-2 stattfindet. Als eine weitere Kontrolle für die Bindungsspezifizität wurde
die Wirkung des Phenacyletherderivats des Antimycin A3 ebenfalls
untersucht. Obwohl von ähnlicher
Hydrophobizität,
so verdrängte
das Phenacyletherderivat nicht das Antimycin A3 vom
Bcl-2. Diese Ergebnisse weisen stark darauf hin, dass die zelluläre und mito chondriale
Sensitivität
in Bezug auf Antimycin A3 in Bcl-xL expressierenden Zelllinien das Ergebnis
der direkten Bindung von Antimycin A3 an
das Bcl-XL Protein ist. Des Weiteren inhibierte
das 2-Methoxyetherantimycin A3 Derivat die
Bcl-xL Porenbildung in einem Liposomenpermeabilitätsassay
nahezu genauso gut wie Antimycin A3.
-
Die
Ergebnisse zeigen, dass die Antimycine zwei strukturelle unterschiedliche
Proteinbindungsaktivitäten
haben, eine für
die Bindung an das Cytochrom bc1, und die
andere für
die Bindung an die Proteine der Bcl-2 Familienmitglieder, und dass
diese Aktivitäten
voneinander getrennt sind.
-
BEISPIEL 3
-
Die
totale Synthese des Antimycin A3 wird im
wesentlichen wie von Shimano für
die in Zusammenhang stehenden Dilactone UK-2A und UK-3A (Shimano,
Tetrahedron 54: 12745–74
1998) beschrieben, durchgeführt.
In Kürze,
Antimycin A3 besteht aus drei strukturellen
Einheiten: einer N-Formyl-3-aminosalicylsäure, L-Threonin
und 2-Butyl-3,4-dihydroxypentansäure. Von
diesen drei strukturellen Komponenten sind N-formyl-3-aminosalicylsäure und
L-Threonin kommerziell erhältlich.
Die Dihydroxypentansäure
wird in einer vier-Schritt-Reaktionsfolge, beginnend mit Caproylchlorid,
hergestellt. Bezugnehmend auf 1 wird Caproylchlorid
mit dem Evans Valin-abgeleitetes Oxazolidinon, (R)-4-Isopropyloxazolidin-2-on
und n-ButylLi (Schritt a) reagieren gelassen. Das erhaltene Adduct
(2) wird durch Aldolkondensation mit einem chiralen Aldehyd, abgeleitet
von (S)-(-)-Milschsäure (3)
in Anwesenheit von Dibutyl-BOTf und Triethylamin reagieren gelassen (Schritt
b). Die 4- Hydroxylgruppe
des erhaltenen Adducts (4) wird als ein t-Butyldimethylsilylether (unter Verwendung
von TBS Chlorid und DIEA) geschützt,
gefolgt von einer Peroxid-vermittelten Hydrolyse (unter Verwendung
von Wasserstoffperoxid und Lithiumhydroxid) des chiralen Hilfszusatzes,
um die unterschiedlich geschützte
dihydroxypentanoische Säure
(5) zu ergeben (Schritte c und d). Der unterschiedliche Schutz der
beiden sekundären
Alkohole erlaubt die Inkorporation von verschiedenen Carboxylsäuren in
Position 3 des Lactons. Die Carboxylsäure ist an den N-FMOC-L-Threoninbenzylether
mit BOP-Chlorid und DMAP gekoppelt (Schritt e). Die Entfernung der
beiden benzylschützenden
Gruppen mit H2 und Pd/O führt zu der
Dilactonsecosäure
(6) (Schritt f). Die Lactonisierung findet unter Verwendung einer
BOP-Cl vermittelten Ester-bildenden Reaktion mit DMAP statt (Schritt
g). Diethylamin wird verwendet, um die FMOC schützenden Gruppen zu entfernen,
um das Dilacton (7) zu erhalten (Schritt h). Unter Verwendung üblicher
Carbodiimidchemie wird die Nformyl-3-aminosalicylsäure an das
Dilacton gekoppelt (Schritt i). Im Einzelnen wird das Dilacton mit
der Nformyl-3-aminosalicylsäure
unter Verwendung von EDCl und HOBT kombiniert, gefolgt von einer
Behandlung mit TRAF. Für
die abschließende
Ausarbeitung der derivatisierten Antimycin A3 Struktur
werden die silylschützenden
Gruppen Fluorid-vermittelt entfernt und das gewünschte Säurechlorid (z.B. Isovalerylchlorid
und DIEA) angekoppelt (Schritte j und k).
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BEISPIEL 4
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Für die Herstellung
von Derivaten des Antimycin A3, die in dem
Isovaleratrest (das heißt
R2) des Dilactons modifiziert sind, wurde
die totale Synthese des Antimycin A3 (wie
in Beispiel 3 beschrieben) mit den folgenden Modifikationen durchgeführt: Nach
der Dilactonisierung wurde das Isovalerylchlorid durch ein anderes Acylchlorid,
wie z.B. ein Acetylchlorid, Butyrylchlorid und Ähnliches, substituiert.
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BEISPIEL 5
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Für die Herstellung
von Derivaten des Antimycin A3, bei denen
die Butylgruppe (das heißt
R1) an dem Dilacton durch eine andere R-Gruppe
substituiert ist, wurde die totale Synthese des Antimycin A3 (wie in Beispiel 3 beschrieben) mit den
folgenden Modifikationen durchgeführt: Das Caproylchlorid von
Schritt 1 wurde durch ein anderes Acylchlorid, wie z.B. Propionylchlorid
oder ein anderes lineares oder verzweigtes Acylchlorid, substituiert.
-
-