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Technischer
Bereich
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Die
vorliegende Erfindung betrifft neue Hämopoietinrezeptor-Proteine
und Gene, die sie codieren, sowie Verfahren zur Herstellung und
Verwendung derselben.
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Hintergrund
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Eine
große
Anzahl an Cytokinen sind als humorale Faktoren, die die Vermehrung/Differenzierung
verschiedener Zellen regulieren oder die die Erhaltung, Aktivierung
und den Tod differenzierter reifer Zellen regulieren, bekannt. Es
gibt spezifische Rezeptoren für
diese Cytokine, die basierend auf ihren strukturellen Ähnlichkeiten
in mehrere Familien kategorisiert werden (Hilton D. J., in „Guidebook
to Cytokines and Their Rezeptors",
herausgegeben von Nicola N. A. (A Sambrook & Tooze Publication bei der Oxford
University Press), 1994, S. 8–16).
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Auf
der anderen Seite ist die Homologie der Primärstruktur bei den Cytokinen
im Vergleich zu den Ähnlichkeiten
ihrer Rezeptoren relativ gering. Es wurde keine signifikante Aminosäure-Homologie
beobachtet, nicht einmal bei den Angehörigen der Cytokine, die zur
selben Rezeptorfamilie gehören.
Dies erklärt
die funktionelle Spezifität
der jeweiligen Cytokine ebenso wie Ähnlichkeiten unter den zellulären Reaktionen,
die durch jedes Cytokin induziert wurden.
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Repräsentative
Beispiele der vorstehend erwähnten
Rezeptorfamilien sind die Tyrosin-Kinase-Rezeptorfamilie, die Hämopoietin-Rezeptorfamilie,
die Tumor-Nekrose-Faktor
(TNF)-Rezeptorfamilie und die transformierender Wachstumsfaktor
(TGF)-Rezeptorfamilie. Von verschiedenen Signaltransduktionswegen
wurde berichtet, dass sie bei jeder dieser Familien beteiligt sind.
Unter diesen Rezeptorfamilien werden insbesondere viele Rezeptoren
der Hämopoietin-Rezeptorfamilie in
Blutzellen und Immunzellen exprimiert. Hilton et al. (WO 97/12037)
zeigt die Nucleotid- und Aminosäuresequenz
des Hämopoietin-Rezeptors
NR2. Gemäß WO 97/12037
wurde an zwei NR2-mRNA-Arten des Menschen beobachtet, das sie in
einer Reihe von voll entwickelten Geweben in geringer Menge und
in fötalen
Geweben wie der Lunge und der Leber in höheren Mengen exprimiert wurden.
Willsin et al. (WO 97/15663) zeigt die Nucleotid- und Aminosäuresequenz
des Hämopoietin-Rezeptors
NR4. Willson et al. offenbaren, dass zwei murine NR4-mRNA-Arten in den
meisten Geweben nachgewiesen wurden, im Skelettmuskel jedoch nicht
nachweisbar waren. Sie offenbaren weiterhin, dass lösliches
IL-13Rα (NR4)
IL-13 binden kann.
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Liganden
der Hämopoietin-Rezeptorfamilie,
Cytokine, werden oft hämatopoetische
Faktoren oder Interleukine genannt. Einige dieser hämatopoetischen
Faktoren oder Interleukine liegen im Blut vor und es wird angenommen,
dass sie bei der systemischen humoralen Regulierung von hämatopoetischen
oder Immunfunktionen beteiligt sind.
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Dies
steht der Annahme entgegen, dass Cytokine, die zu anderen Familien
gehören,
häufig
nur bei der topischen Regulierung beteiligt sind. Einige dieser
Hämopoietine
können
als hormonähnliche
Faktoren verwendet werden, und repräsentative Peptidhormone wie
das Wachstumshormon Prolactin oder Leptin-Rezeptoren gehören auch zur Hämopoietin-Rezeptorfamilie.
Auf Grund dieser hormonähnlichen
systemischen regulatorischen Merkmale wird angenommen, dass die
Verabreichung dieser Hämopoietine
bei der Behandlung verschiedener Krankheiten angewendet werden kann.
Bei der großen
Zahl an bekannten Cytokinen umfassen die, die gegenwärtig klinisch
verwendet werden, Erythropoietin, G-CSF, GM-CSF und IL-2. Kombiniert
mit IL-11, LIF und IL-12, die zur Zeit für klinische Prüfungen in
Betracht gezogen werden, und den vorstehend erwähnten Peptidhormonen wie dem
Wachstumshormon und Prolactin kann in Betracht gezogen werden, dass es
durch die Suche nach neuen Cytokinen unter den vorstehend erwähnten verschiedenen
Rezeptor-Überfamilien,
die an Hämopoietin-Rezeptoren binden,
möglich
ist, ein Cytokin zu finden, das mit einer höheren Wirksamkeit klinisch
angewendet werden kann.
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Wie
vorstehend erwähnt,
haben Cytokinrezeptoren unter den Familienangehörigen strukturelle Ähnlichkeiten.
Unter Verwendung dieser Ähnlichkeiten
zielen viele Untersuchungen darauf ab, neue Rezeptoren zu finden.
Insbesondere wurden viele Rezeptoren der Tyrosinkinase-Rezeptorfamilie
unter Verwendung ihrer hoch konservierten Sequenz an der katalytischen
Stelle bereits cloniert (Matthews W. et al., Cell, 1991, 65 (7) S
1143–52).
Im Vergleich dazu haben Hämopoietin-Rezeptoren
keine Tyrosinkinase-ähnliche
Enzym-Aktivitäts-Domäne in ihren
cytoplasmatischen Regionen, und es ist bekannt, dass ihre Signaltransduktionen
durch Verbindungen mit anderen Tyrosinkinase-Proteinen, die frei
im Cytoplasma vorliegen, vermittelt werden. Obwohl die Stellen auf
den Rezeptoren, die an diese cytoplasmatischen Tyrosin-Kinasen,
die JAK-Kinasegruppe genannt werden, binden, innerhalb der Familienangehörigen konserviert
sind, ist die Homologie nicht sehr hoch (Murakami M. et al., Proc.
Natl. Acad. Sci. USA, 1991, 88, S 11349–11353). Tatsächlich liegt
die Sequenz, die diese Hämopoietin-Rezeptoren
am besten charakterisiert, in der extrazellulären Region vor. Insbesondere ist
ein Motiv aus fünf
Aminosäuren,
Trp-Ser-Xaa-Trp-Ser (worin „Xaa" eine willkürliche Aminosäure ist),
in beinahe allen Hämopoietin-Rezeptoren
konserviert. Somit können
neue Rezeptoren durch das Suchen neuer Familienangehöriger unter
Verwendung dieser Motiv-Sequenz erhalten werden. In der Tat führten diese
Ansätze bereits
zur Identifizierung des IL-11-Rezeptors (Robb, L. et al., J. Biol.
Chem., 1996, 271 (23) 13754–13761), des
Leptin-Rezeptors (Gainsford T. et al., Proc. Natl. Acad. Sci. USA,
1996, 93 (25) S. 14564–8)
und des IL-13-Rezeptors (Hilton D. J. et al., Proc. Natl. Acad.
Sci. USA, 1996, 93 (1) S 497–501).
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Offenbarung der Erfindung
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Die
vorliegende Erfindung stellt neue Hämopoietin-Rezeptorproteine
und DNA, die diese Proteine codiert, zur Verfügung. Die vorliegende Erfindung
stellt ebenfalls einen Vektor zur Verfügung, in den die DNA inseriert
wurde, eine Tranformante, die den Vektor beherbergt, und ein Verfahren
zur Herstellung rekombinanter Proteine unter Verwendung der Transformante.
Die vorliegende Erfindung stellt ebenfalls Verfahren zum Durchmustern
nach Verbindungen, die an das Protein binden, zur Verfügung.
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Ursprünglich versuchten
die Erfinder unter Verwendung von Oligonucleotiden, die das Trp-Ser-Xaa-Trp-Ser-Motiv
(WS-Motiv) codieren, als Sonde durch das Plaque-Hybridisierungsverfahren,
das RT-PCR-Verfahren usw. einen neuen Rezeptor zu finden. Es war
jedoch extrem schwierig, streng nur jene auszuwählen, an die unter den üblichen
Hybridisierungsbedingungen alle 15 Nucleotide, die das Motiv codieren, vollständig hybridisieren
würden,
da das Oligonucleotid „tggag(t/c)nnntggag(t/c)" (worin „n" ein willkürliches Nucleotid
ist), das das Motiv codiert, kurz war und nur 15 Basenpaare hatte.
Des Weiteren wurden, da der G/C- Gehalt
des Oligonucleotids hoch war, höhere
Anelierungs-Temperaturbedingungen als üblich benötigt, um streng jene Sequenzen
auszuwählen,
in denen alle 15 Nucleotide vollständig mit dem Oligonucleotid
hybridisierten. Deshalb war die Durchführung der Durchmusterung unter
normalen Hybridisierungs-Versuchsbedingungen
extrem schwierig.
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Um
diese Probleme zu lösen,
suchten die Erfinder außer
der Stelle des vorstehend erwähnten WS-Motivs,
das in der Hämopoietin-Rezeptorfamilie
konserviert ist, zusätzliche
Motive. Die Erfinder fanden heraus, dass ein Rest, entweder Tyrosin
oder Histidin, der sich 13 bis 27 Aminosäuren stromaufwärts des WS-Motivs
in der extrazellulären
Region befindet, in der Rezeptorfamilie noch konserviert war. Des
Weiteren führte
eine zusätzliche
Suche nach Consensus-Sequenzen,
die in den 6 Aminosäuren
vom vorstehenden Tyr/His-Rest bis zum C-Terminus häufig gefunden werden, zur Identifizierung
der folgenden Consensus-Sequenz:
(Tyr/His)-Xaa-(Hydrophob/Ala)-(Gln/Arg)-Hydrophob-Arg (im Folgenden
als YR-Motiv abgekürzt).
Dieses YR-Motiv ist jedoch nicht exakt eine perfekte Consensus-Sequenz,
und die Kombination der Nucleotidsequenzen, die das Motiv codieren,
ist sehr kompliziert. Deshalb ist es praktisch unmöglich, Oligonucleotide
zu synthetisieren und bereitzustellen, die alle Aminosäuresequenzen
als Sonden für
die Hybridisierung, was ein praktisches Verfahren zur Durchmusterung
ist, oder als Primer für
die RT-PCR codieren.
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Dementsprechend
suchten die Erfinder unter Verwendung der vorstehenden beiden Motive
als Sonden nach anderen Ansätzen
zur praktischen Suche nach neuen Angehörigen der Hämopoietin-Rezeptorfamilie und
stellten fest, dass es sinnvoll wäre, unter Verwendung partieller
Aminosäuresequenzen
bekannter Hämopoietin-Rezeptoren,
einschließlich
beider Motive als Abfragesequenzen, eine Datenbanksuche durchzuführen. Die
Erfinder wiederholten die TblastN-Suche auf der gss- und htgs-Datenbank
in GenBank unter Verwendung partieller Aminosäuresequenzen mehrfach bekannter
Hämopoietin-Rezeptoren
als Abfragesequenzen. Als ein Ergebnis wurden in allen Fällen viele
positive Clone, einschließlich
bekannter Hämopoietin-Rezeptoren,
erhalten. Danach wurde die Nucleotidsequenz um diese Sequenzen herum,
die in hohem Maße
positiv zu sein schienen, in die Aminosäuresequenz konvertiert. Gene,
von denen angenommen wurde, dass sie Angehörige der Rezeptorfamilie codieren,
wurden durch BlastX- Suche
ausgewählt,
bei der die Aminosäuresequenzen
(in die die Nucleotidsequenzen der Clone umgewandelt wurden) mit
jenen bekannter Hämopoietin-Rezeptoren
verglichen wurden. Gemäß der vorstehenden
zweistufigen Blast-Suche wurden menschliche Genomsequenzen, die
zwei Clone bekannter Hämopoietin-Rezeptor-Gene
und einen Clon von neuem Hämopoietin-Rezeptorgen
codieren, identifiziert. Nachfolgend wurden, basierend auf den Exon-Sequenzen,
die von der erhaltenen Nucleotidsequenz vorhergesagt wurden, spezifische
Oligonucleotid-Primer hergestellt. Clone, die der N-terminalen Region
und der C-terminalen
Region von NR12 entsprachen, wurden durch Durchführen der 5'-RACE- und 3'-RACE-Verfahren unter Verwendung der
Primer und der cDNA-Banken von menschlicher fötaler Leber, adultem Thymus
und adulter Testis als Matrizen hergestellt. Die vollständige Nucleotid-Sequenz der
cDNA voller Länge
wurde durch Bestimmen der Nucleotidsequenzen beider Clone und Verbinden
der Sequenz an der duplizierten Zentrumsregion gezeigt.
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Aus
Struktur-Analysen wurden mindestens drei Arten von Transkriptionsprodukten,
die von Spleiß-Varianten
abgeleitet waren, erkannt. Ein cDNA-Clon dieser Spleiß-Varianten,
der 337 Aminosäuren
enthält
und möglicherweise
eine sekretorische Form eines löslichen
Rezeptorproteins codiert, wurde NR12.1 genannt; die anderen beiden
Clone, die 428 Aminosäuren
beziehungsweise 629 Aminosäuren
umfassen und von denen jedes eine transmembrane Form eines Rezeptorproteins
codiert, wurden N12.2 und NR12.3 genannt. Da die wiederholte Struktur
der Cysteinreste, das YR-Motiv, das WS-Motiv und so weiter, die
in der extrazellulären Region
anderer Familienangehöriger
konserviert sind, in der Primärstruktur
aller isolierten cDNA-Clone von NR12 gut konserviert waren, wurde
in Betracht gezogen, dass diese Clone typische Hämopoietin-Rezeptoren codieren.
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Danach
wurde RT-PCR unter Verwendung von Primer-Reihen, die für N12.1,
N12.2 beziehungsweise N12.3 spezifisch waren, gegen mRNA, die von
verschiedenem menschlichem Gewebe abstammte, durchgeführt. Dann
wurden Gewebe, die diese Gene exprimieren, gesucht und die Verteilung
und das Expressionsmuster der Gene in jedem menschlichen Gewebe
wurden analysiert. Schließlich
wurden, um die Möglichkeit einer
unspezifischen Amplifikation zu verwerten und um die Menge der RT-PCR-Produkte
zu quantifizieren, die Produkte der RT-PCR unter Verwendung von
cDNA-Fragmenten, die für
die jeweiligen Clone spezifisch waren, einem Southern-Blot-Verfahren
unterzogen. Das Ergebnis zeigte an, dass diese Clone vor allem in
hämatopoetischem
Zelllinien-Gewebe und in Immunzelllinien-Gewebe exprimiert werden.
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Des
Weiteren waren die hier genannten Erfinder durch Durchführen einer
PCR-Clonierung bei einer cDNA-Bank von menschlichem Thymus (wobei
fünf Clone,
die generisch „NR12" genannt wurden,
isoliert wurden) bei der Gewinnung zweier Clone (NR12.4 und NR12.5),
die vollständige
Proteine codierten, die sich in 3 Aminosäuren von NR12.2 beziehungsweise
NR12.3 unterschieden, erfolgreich.
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Basierend
auf den vorstehenden Merkmalen von NR12 wird angenommen, dass NR12
ein neues Hämopoietin-Molekül ist, das
mit der Regulierung des Immunsystems oder der Hämatopoese in Verbindung steht. Das
Gen, das NR12 codiert, wird beim Durchmustern nach neuen hämatopoetischen
Faktoren, die funktionell an den Rezeptor binden können, extrem
nützlich
sein.
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Darüber hinaus
waren die hier genannten Erfinder bei der Isolierung genomischer
Fragmente von Mäuse-Rezeptor-Homologen
durch Durchführen
xenogener Kreuz-Hybridisierungs-Clonierung unter Verwendung von
cDNA von menschlichem NR12 als Sonde erfolgreich. Es wird erwartet,
dass eine weitere Aufklärung der
Funktion des Rezeptorproteins in vivo durch die Konstruktion einer
Mäusemutante,
der das NR12-Gen fehlt, unter Verwendung des Mäuse-Genfragments möglich ist.
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In
der Konsequenz betrifft die vorliegende Erfindung neue Hämopoietin-Rezeptoren und Gene,
die die Rezeptoren codieren, sowie die Verwendung derselben. Genauer
stellt die vorliegende Erfindung Folgendes zur Verfügung:
- (1) eine DNA, ausgewählt aus der Gruppe bestehend
aus:
- (a) einer DANN, codierend ein Protein, umfassend die Aminosäuresequenz
einer der SEQ ID NOs: 2, 4, 6, 8 und 10;
- (b) einer DNA, umfassend die codierende Region der Nucleotidsequenz
einer der SEQ ID NOs: 1, 3, 5, 7 und 9;
- (c) einer DNA, codierend ein Protein, umfassend die Aminosäuresequenz
einer der SEQ ID NOs: 2, 4, 6, 8 und 10, in der zwei bis zehn Aminosäuren durch
Substitution, Deletion, Insertion und/oder Addition modifiziert
sind, wobei das Protein eine Aktivität als Rezeptor des hämatopoetischen
Faktors besitzt; und,
- (d) einer DANN, codierend ein Peptid, das ein Teil des Proteins
ist, das aus der Aminosäuresequenz
eines der SEQ ID NOs: 2, 4, 6, 8 und 10 besteht, wobei das Peptid
eine Aktivität
als ein Rezeptor des hämatopoetischen
Faktors besitzt;
- (2) einen Vektor, in den die in (1) beschriebene DNA eingefügt ist;
- (3) eine Transformante, die den in (2) beschriebenen Vektor
beherbergt;
- (4) ein Verfahren zur Herstellung des Proteins oder Peptids,
das von der DNA von (1) codiert wird, umfassend die Schritte: Züchten der
Transformante von (3) und Gewinnen des exprimierten Proteins aus
der Transformanten oder dem Kulturüberstand;
- (5) ein Protein oder Peptid, das von der in (1) beschriebenen
DNA codiert wird oder durch das Verfahren von (4) erhältlich ist;
- (6) einen Antikörper,
der spezifisch mit dem Protein oder Peptid von (5) reagiert;
- (7) ein Antisense-Polynucleotid, komplementär zu einer DNA, die mindestens
15 Nucleotide aus einer der SEQ ID NOs: 1, 3, 5, 7 und 9 umfasst;
- (8) ein Verfahren zum Durchmustern nach einer Verbindung, die
an das Protein oder Peptid von (5) bindet, umfassend die Schritte:
- (a) Inkontaktbringen einer Testprobe mit dem Protein oder Peptid
davon;
- (b) Nachweis der Bindungsaktivität der Testprobe mit dem Protein
oder Peptid davon; und
- (c) Auswahl der Verbindung, die an das Protein oder Peptid davon
bindet;
- (9) ein Arzneimittel, umfassend die DNA von (1), das Protein
von (5), den Vektor von (2), den Antikörper von (6) und/oder das Polynucleotid
von (7); und
- (10) die Verwendung des Proteins von (5) und/oder des Antikörpers von
(6) zur Herstellung eines Arzneimittels zur Behandlung von Krankheiten,
die mit der Immunität
und Hämatopoese
in Verbindung stehen.
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Die
vorliegende Erfindung stellt einen neuen Hämopoietin-Rezeptor „NR12" zur Verfügung. Gemäß den Ergebnissen
der Datenbank-Suchen auf GenBank sowie die 5'-RACE- und 3'-RACE-Analyse gelang es den vorliegenden
Erfindern schließlich,
ein neues Hämopoietin-Rezeptor-Gen
NR12 zu identifizieren und zu isolieren. Es wurde herausgefunden,
dass mindestens drei Spleißvarianten
von NR12 transkribiert werden. Eine dieser Varianten, der cDNA-Clon
NR12.1, codiert ein lösliches
Rezeptor-ähnliches
Protein. Die anderen beiden, von denen vorhergesagt wurde, dass
sie transmembrane Rezeptor-Proteine codieren, die cDNA-Clone NR12.2
und NR12.3, codieren ein Protein, von dem angenommen wird, dass
es eine intrazelluläre
Region hat, die 51 Aminosäuren
kurz beziehungsweise 252 Aminosäuren
lang ist.
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Des
Weiteren führten
die hier genannten Erfinder eine PCR-Clonierung gegen eine cDNA-Bank
von menschlichem Thymus durch, um die fortlaufenden Codierungssequenzen
(CDS) voller Länge
zu isolieren. Ein Clon, der etwa denselben ORF voller Länge hatte
wie NR12.2, wurde NR12.4 genannt, und der, der etwa denselben ORF
voller Länge
hatte wie NR12.3, wurde NR12.5 genannt.
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Die
Nucleotid-Sequenz der NR12.1-cDNA ist in SEQ ID NO: 1 gezeigt, und
die entsprechende Aminosäuresequenz
des Proteins, das durch die cDNA codiert wird, ist in SEQ ID NO:
2 gezeigt. Die Nucleotid-Sequenz der cDNA von NR12.2 ist in SEQ
ID NO: 3 gezeigt, und die entsprechende Aminosäuresequenz des Proteins, das
durch die cDNA codiert wird, ist in SEQ ID NO: 4 gezeigt. Die Nucleotid-Sequenz
der cDNA von NR12.3 ist in SEQ ID NO: 5 gezeigt, und die entsprechende
Aminosäuresequenz
des Proteins, das durch die cDNA codiert wird, ist in SEQ ID NO:
6 gezeigt. Die Nucleotid-Sequenz der cDNA von NR12.4 ist in SEQ
ID NO: 7 gezeigt, und die entsprechende Aminosäuresequenz des Proteins, das
durch die cDNA codiert wird, ist in SEQ ID NO: 8 gezeigt. Die Nucleotid-Sequenz
der cDNA von NR12.5 ist in SEQ ID NO: 9 gezeigt, und die entsprechende
Aminosäuresequenz
des Proteins, das durch die cDNA codiert wird, ist in SEQ ID NO:
10 gezeigt.
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Da
die extrazellulären
Regionen von NR12.1, NR12.2, NR12.3, NR12.4 und NR12.5 beinahe identisch sind,
wird angenommen, dass diese Regionen dieselbe tertiäre Struktur
haben und deshalb denselben spezifischen Liganden erkennen.
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Analysen
der Genexpression unter Verwendung von RT-PCR in verschiedenen menschlichen
Organen zeigte: starke Expression von NR12 in hämatopoetischen Zelllinien-Geweben
und Immunzelllinien-Geweben wie voll entwickelter/m/n Milz, Thymus,
Lymphknoten, Knochenmark und peripheren Leukocyten; und Expression
in Testis, Leber, Lunge, Niere, Pankreas und im gastrointestinalen
Trakt wie Dünndarm
und Dickdarm. Zusätzlich
wurde die Expression von NR12 auch in der gesamten analysierten
mRNA, die von menschlichen fötalen
Organen abstammte, beobachtet. Aus dem gezeigten Verteilungsmuster
der NR12-Genexpression wurde angenommen, dass NR12 einen neuen Rezeptor
des hämatopoetischen
Faktors codiert, vor allem weil die Lokalisierung starker Expression
in Geweben, von denen angenommen wird, dass sie Immunzelllinien
und hämatopoetische
Zellen umfassen, nachgewiesen wurde. Des Weiteren legt die Tatsache,
dass die NR12-Expression in anderen Geweben als den vorstehend beschriebenen
beobachtet wurde, nahe, dass NR12 nicht nur physiologische Funktionen
des Immunsystems und des hämatopoetischen
Systems in vivo, sondern auch verschiedene andere physiologische
Funktionen in vivo regulieren kann.
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Die
vorstehenden NR12-Proteine sind potenziell für die medizinische Anwendung
nützlich.
Da NR12.1 in Thymus, peripheren Leukocyten und in der Milz exprimiert
wird, wird vorhergesagt, dass es ein Rezeptor für einen unbekannten hämopoetischen
Faktor ist. Deshalb sind NR12-Proteine bei der Identifikation des
unbekannten hämopoetischen
Faktors nützliche
Werkzeuge. Sie können
ebenfalls verwendet werden, um eine Peptid-Bank oder synthetische
chemische Verbindungen zur Isolierung oder Identifikation von Agonisten
und Antagonisten zu durchsuchen, die funktional an das NR12-Molekül binden
können.
Darüber
hinaus wird eine klinische Anwendung neuer Moleküle, die an das NR12-Molekül binden,
und spezifischer Antikörper,
die die Funktion des NR12-Moleküls
zur Regulation der Immunantwort oder der Hämatopoese in vivo begrenzen
können,
durch Forschung nach solchen Molekülen und Antikörpern erwartet.
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Es
wird erwartet, dass NR12 in einer beschränkten Zellpopulation in den
hämatopoetischen
Geweben exprimiert wird, und somit sind anti-NR12-Antikörper für die Isolierung
solcher Zellpopulationen nützlich.
Die isolierten Zellpopulationen können bei der Zelltransplantation
verwendet werden. Des Weiteren wird erwartet, dass der anti-NR12-Antikörper für die Diagnose
oder Behandlung von Krankheiten wie Leukämie verwendet werden kann.
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Auf
der anderen Seite können
die löslichen
Proteine, die die extrazelluläre
Domäne
von NR12-Protein und die Spleiß-Variante
von NR12, NR12.1, umfassen, als Köder-Rezeptor verwendet werden,
um den NR12-Liganden zu hemmen. Sie können bei der Behandlung von
Krankheiten, bei denen eine Beteiligung von NR12 angenommen wird,
wie zum Beispiel Leukämie
von Nutzen sein.
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Die
vorliegende Erfindung umfasst Proteine, die funktionell dem NR12-Protein äquivalent
sind. Zum Beispiel sind Homologe von menschlichem NR12-Protein eingeschlossen.
Hierein betrifft der Begriff „funktional äquivalent" Proteine, die im
Vergleich mit der eines NR12-Proteins eine äquivalente biologische Aktivität haben.
Eine solche biologische Aktivität
kann die Protein-Aktivität
als membrangebundene oder lösliche
Form des Rezeptors des hämatopoetischen
Faktors umfassen.
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Verfahren
zur Einführung
von Mutationen für
die Herstellung von Proteinen, die funktionell mit einem anderen
Protein äquivalent
sind, sind einem Fachmann wohlbekannt. Zum Beispiel kann ein Fachmann
ortsgerichtete Mutagenese (Hashimoto-Gotoh T. et al. (1995), Gene
152, 271–275;
Zoller, M. J. und Smith, M. (1983), Methods Enzymol. 100, 468–500; Kramer,
W. et al. (1984), Nucleic Acids Res. 12, 9441–9456; Kramer W. und Fritz
H. J. (1987) Methods Enzymol. 154, 350–367; Kunkel, TA (1985), Proc.
Natl. Acad. Sci. USA. 82, 488–492;
Kunkel (1988), Methods Enzymol. 85, 2763–2766) und Ähnliches verwenden, um eine
geeignete Mutation in die Aminosäuresequenz
des menschlichen NR12-Proteins einzuführen und ein Protein herzustellen,
das funktional zu dem Protein äquivalent
ist. Eine Mutation von Aminosäuren
kann in der Natur ebenfalls stattfinden. Die Proteine der vorliegenden
Erfindung umfassen Proteine, die die Aminosäuresequenz von menschlichem
NR12-Protein haben, in dem ein oder mehrere Aminosäuren mutiert
sind, solange die resultierenden Proteine funktional äquivalent
zu menschlichem NR12-Protein sind.
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Als
ein Protein, das zu dem NR12-Protein der Erfindung funktional äquivalent
ist, kann folgendes spezifisch erwähnt werden: eines, in dem eine
oder zwei, vorzugsweise zwei bis 30, stärker bevorzugt zwei bis 10 Aminosäuren in
einer der Aminosäuresequenzen
der SEQ ID NOs 2, 4, 6, 8 oder 10 deletiert sind; eines, in dem
eine oder zwei, vorzugsweise zwei bis 30, stärker bevorzugt zwei bis 10
Aminosäuren
in eine der Aminosäuresequenzen
der SEQ ID NOs: 2, 4, 6, 8 oder 10 eingefügt wurden; eines, in dem eine
oder zwei, vorzugsweise zwei bis 30, stärker bevorzugt zwei bis 10
Aminosäuren
in einer der Aminosäuresequenzen
der SEQ ID NOs: 2, 4, 6, 8 oder 10 durch andere Aminosäuren substituiert
wurden.
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Hinsichtlich
des Aminosäurerests,
der mutiert werden soll, ist vorzuziehen, dass er in eine andere
Aminosäure
mutiert wird, die gewährleistet,
dass die Eigenschaften der Aminosäure-Seitenkette beibehalten
wird. Beispiele für
Eigenschaften von Aminosäure-Seitenketten
sind folgende: hydrophobe Aminosäuren
(A, I, L, M, F, P, W, Y, V), hydrophile Aminosäuren (R, D, N, C, E, Q, G,
H, K, S, T) und Aminosäuren,
die die folgenden Seitenketten umfassen: eine aliphatische Seitenkette
(G, A, V, L, I, P); eine eine Hydroxylgruppe enthaltende Seitenkette
(S, T, Y); eine ein Schwefelatom enthaltende Seitenkette (C, M);
eine eine Carboxylsäure
und ein Amid enthaltende Seitenkette (D, N, E, Q); eine eine Base
enthaltende Seitenkette (R, K, H); und eine eine aromatische Gruppe
enthaltende Seitenkette (H, F, Y, W) (Die Buchstaben in Klammern
zeigen die Einbuchstaben-Codes der Aminosäuren an).
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Es
ist bekannt, dass ein Protein eine Aminosäuresequenz haben kann, die
durch Deletion, Addition und/oder Substitution anderer Aminosäuren von
einem oder mehreren Aminosäureresten
modifiziert ist und dennoch ihre biologische Aktivität beibehält (Mark,
D. F. et al., Proc. Natl. Acad. Sci. USA, (1984), 81, 5662–5666; Zoller,
M. J. & Smith,
M., Nucleic Acids Research, (1982), 10, 6487–6500; Wang, A. et al., Science, 224,
1431–1433;
Dalbadie-MacFarland, G. et al., Proc. Natl. Acad. Sci. USA, (1982),
79, 6409–6413).
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Ein
Fusionsprotein, das menschliches NR12-Protein umfasst, ist ein Beispiel
für ein
Protein, in dem ein oder mehrere Aminosäurereste zur Aminosäuresequenz
eines menschlichen NR12-Proteins zugesetzt wurde(n) (z.B., SEQ ID
NO: 2, 4, 6, 8 oder 10). Ein Fusionsprotein wird durch Fusionieren
des menschlichen NR12-Proteins
mit (einem) anderen Peptid(en) oder Protein(en) hergestellt und
ist in der vorliegenden Erfindung eingeschlossen. Ein Fusionsprotein
kann durch Ligierung einer DNA, die das menschliche NR12-Protein der
vorliegenden Erfindung codiert, mit einer DNA, die (ein) andere(s)
Peptid(e) oder Protein(e) codiert, im Leserahmen, Einführung der
ligierten DNA in einen Expressionsvektor und Expression des Fusionsgens
in einem Wirt hergestellt werden. Verfahren, die dem Fachmann bekannt
sind, können
zur Herstellung eines solchen Fusionsgens verwendet werden. Es gibt
keine Beschränkung
hinsichtlich dem (der) anderen Peptid(e) oder Protein(e), das/die
mit dem Protein der vorliegenden Erfindung fusioniert ist (sind).
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Ein
anderes (andere) Peptid(e), das (die) mit einem Protein der vorliegenden
Erfindung fusioniert werden soll(en), umfasst (umfassen) bekannte
Peptide, zum Beispiel FLAG (Hopp, T. P. et al., Biotechnology (1988)
6, 1204–1210),
6 × His,
bestehend aus sechs His (Histidin)-Resten, 10 × His, Influenza-Agglutinin
(HA), menschliches c-myc-Fragment, VSV-GP-Fragment, p18HIV-Fragment,
T7-Markierung, HSV-Markierung, E-Markierung,
SV40T-Antigenfragment, Ick- Markierung, α-Tubulin-Fragment,
B-Markierung, Protein C-Fragment und so weiter. Andere Beispiele
für Proteine,
die mit dem Protein der vorliegenden Erfindung fusioniert werden
sollen, sind GST (Glutathion-S-Transferase), Influenza-Agglutinin
(HA), konstante Immunglobulin-Region, β-Galactosidase, MBP (Maltose
bindendes Protein) und Ähnliche.
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Fusionsproteine
können
durch Fusionieren im handel erhältlicher
DNA, die diese Peptide oder Proteine codiert, mit DNA, die ein Protein
der vorliegenden Erfindung codiert, und Exprimieren der fusionierten
hergestellten DNA hergestellt werden.
-
Das
Hybridisierungsverfahren (Sambrook, J. et al., Molecular Cloning
2. Ausgabe, 9.47–9.58,
Cold Spring Harbor Lab. Press, 1989) ist dem Fachmann als alternatives
Verfahren für
die Herstellung eines Proteins, das einem bestimmten Protein funktional äquivalent
ist, wohlbekannt. Genauer kann ein Fachmann durch Isolieren von
DNA, die eine hohe Homologie mit der gesamten oder einem Teil einer
DNA-Sequenz hat, die das menschliche NR12-Protein codiert (z.B.
SEQ ID NO: 1, 3, 5, 7 oder 9), das allgemeine Verfahren zur Gewinnung
eines Proteins verwenden, das einem menschlichen NR12-Protein funktional äquivalent
ist. Somit beschreibt die vorliegende Erfindung solche Proteine,
die durch DNAs codiert werden, die mit einer DNA hybridisieren,
die ein menschliches NR12-Protein oder einen Teil davon codieren
und funktional einem menschlichen NR-Protein äquivalent sind. Beispiele umfassen
Homologe von menschlichem NR12 bei anderen Säugern (zum Beispiel jene von
Affen-, Ratten-, Mäuse-,
Kaninchen- und Rindergen). Um eine cDNA mit hoher Homologie zu einer
DNA, die ein menschliches NR12-Protein codiert von Tieren zu isolieren,
wird bevorzugt, ein hämatopoetisches
Zellliniengewebe wie Milz, Thymus, Lymphknoten, Knochenmark und
periphere Leukocyten zu verwenden; die Erfindung ist jedoch nicht
darauf beschränkt.
-
Stringente
Hybridisierungsbedingungen für
die Isolierung von DNA, die Proteine codiert, die funktional äquivalent
zu einem menschlichen NR12-Protein sind, können geeigneterweise durch
einen Fachmann ausgewählt
werden, und es können
zum Beispiel niedrig stringente Bedingungen gegeben sein. Niedrig
stringente Bedingungen sind zum Beispiel 42°C, 2 × SSC und 0,1% SDS und vorzugsweise
50°C, 2 × SSC und
0,1% SDS. Hoch stringente Bedingungen sind stärker bevorzugt und umfassen
zum Beispiel 65°C,
2 × SSC
und 0,1% SDS. Unter diesen Bedingungen, bei niedrigeren Temperaturen,
wird die erhaltene DNA eine geringere Homologie haben. Auf der anderen
Seite wird erwartet, dass die Homologie der erhaltenen DNA bei höheren Temperaturen
höher sein
wird. Es können
jedoch verschiedene andere Faktoren als Temperatur, wie die Salzkonzentration,
ebenfalls die Stringenz der Hybridisierung beeinflussen, und der
Fachmann kann die Faktoren routinemäßig auswählen, um eine ähnliche
Stringenz zu erreichen.
-
An
Stelle von Hybridisierung kann das Gen-Amplifikationsverfahren,
zum Beispiel das Polymerase-Kettenreaktions (PCR)-Verfahren, unter
Verwindung von Primern, die basierend auf der Sequenzinformation
einer DNA (z.B. SEQ ID NO: 1, 3, 5, 7 oder 9), die menschliches
NR12-Protein codiert, synthetisiert sind, verwendet werden, um die
Ziel-DNA zu isolieren.
-
Proteine,
die funktional äquivalent
zu menschlichem NR12-Protein sind, codiert durch DNA, die durch das
vorstehende Hybridisierungsverfahrer oder durch die Gen-Amplifikationsverfahren
isoliert wird, haben normalerweise ein hohe Homologie zu der Aminosäuresequenz
des menschlichen NR12-Proteins. Die Proteine der vorliegenden Erfindung
umfassen auch Proteine, die funktional äquivalent zu dem menschlichen NR12-Protein
sind und die auch eine hohe Homologie mit dem Protein haben, das
eine der Aminosäuresequenzen
von SEQ ID NO: 2, 4, 6, 8 und 10 umfasst. Hohe Homologie wird normalerweise
als eine Homologie von 70% oder mehr, vorzugsweise 80% oder mehr,
stärker
bevorzugt 90% oder mehr und am stärksten bevorzugt 95% oder mehr
definiert. Die Homologie eines Proteins kann durch den Algorithmus
in „Wilbur,
W. J. und Lipman, D. J. Proc. Natl. Acad. Sci. USA (1983) 80, 726–730" bestimmt werden.
-
Die
Aminosäuresequenz,
das Molekulargewicht, der isoelektrische Punkt, die Gegenwart oder
Abwesenheit von Zuckerketten und die Form eines Proteins der vorliegenden
Erfindung können
sich in Abhängigkeit von
den nachstehend beschriebenen produzierenden Zellen, dem Wirt oder
dem Reinigungsverfahren unterscheiden. Solange das erhaltene Protein
jedoch eine äquivalente
Funktion zu menschlichem NR12-Protein (SEQ ID NO: 2, 4, 6, 8 oder
10) hat, ist es in die vorliegende Erfindung eingeschlossen. Zum
Beispiel wird, wenn ein Protein der vorliegenden Erfindung in prokaryontischen
Zellen wie E. coli exprimiert wird, ein Methioninrest am N-Terminus
der Aminosäuresequenz
des exprimierten Proteins zugesetzt. Wird ein Protein der vorliegenden
Erfindung in eukaryontischen Zellen wie Säugerzellen exprimiert, wird
die N-terminale Signalsequenz entfernt. Solche Proteine sind ebenfalls
als Proteine der vorliegenden Erfindung eingeschlossen.
-
Zum
Beispiel wurde basierend auf dem Verfahren in „Von Heijne, G., Nucleic Acids
Research, (1986), 14, 4683–4690" als Ergebnis der
Analyse des Proteins der Erfindung angenommen, dass sich die Signalsequenz
vom 1. Met zum 23. Gly in den Aminosäuresequenzen von SEQ ID NO:
2, 4, 6, 8 und 10 erstreckt. Deshalb umfasst die vorliegende Erfindung
ein Protein, das die Sequenz vom 24. Gly bis zum 337. Cys in der
Aminosäuresequenz
von SEQ ID NO: 2 enthält. Ähnlich umfasst
die vorliegende Erfindung ein Protein, umfassend die Sequenz vom
24. Gly bis zum 428. Ser in der Aminosäuresequenz von SEQ ID NO: 4. Ähnlich umfasst
die vorliegende Erfindung ein Protein, umfassend die Sequenz vom
24. Gly bis zum 629. Lys in der Aminosäuresequenz von SEQ ID NO: 6. Ähnlich umfasst
die vorliegende Erfindung ein Protein, umfassend die Sequenz vom
24. Gly bis zum 428. Ser in der Aminosäuresequenz von SEQ ID NO: 8. Ähnlich umfasst
die vorliegende Erfindung ein Protein, umfassend die Sequenz vom
24. Gly bis zum 629. Lys in der Aminosäuresequenz von SEQ ID NO: 10.
-
Ein
Protein der vorliegenden Erfindung kann durch Verfahren, die dem
Fachmann bekannt sind, als rekombinantes Protein und auch als natürliches
Protein hergestellt werden. Eine rekombinante DNA kann durch Insertion
einer DNA, die das Protein der vorliegenden Erfindung codiert (zum
Beispiel die DNA, die die Nucleotidsequenz von SEQ ID NO: 1, 3,
5, 7 oder 9 umfasst), in einen geeigneten Expressionsvektor, Einführen des
Vektors in eine geeignete Wirtszelle und Gewinnen des Extrakts aus
der entstandenen Transformante hergestellt werden. Nach Erhalt des
Extrakts kann rekombinantes Protein durch Anwendung einer Chromatographie
wie Ionenaustausch-Chromatographie, Umkehrphasen-Chromatographie, Gelfiltration und Ähnliches oder
Affinitäts-Chromatographie,
wobei Antikörper
gegen das Protein der vorliegenden Erfindung immobilisiert werden,
oder durch Verwendung einer oder mehrerer dieser Säulen in
Kombination gereinigt und hergestellt werden.
-
Weiterhin
kann das exprimierte rekombinante Protein unter Verwendung einer
Glutathion-Säule
oder einer Nickel-Säule
gereinigt werden, wenn ein Protein der vorliegenden Erfindung in
Wirtszellen (zum Beispiel Tierzellen und E. coli) als Fusionsprotein
mit Glutathion-S-Transferase-Protein oder als ein rekombinantes
Protein, das mit multiplen Histidinen versetzt ist, exprimiert wird.
-
Nach
Reinigen des Fusionsproteins ist es ebenfalls möglich, andere Regionen als
das Zielprotein durch Schneiden mit Thrombin, Faktor-Xa und Ähnlichem,
wie benötigt,
auszuschließen.
-
Ein
natürliches
Protein kann durch Verfahren, die dem Fachmann bekannt sind, isoliert
werden. Zum Beispiel können
Gewebeextrakte oder Zellen, die ein Protein der Erfindung exprimieren,
mit der nachstehend beschriebenen Affinitätssäule zur Reaktion gebracht werden,
an die Antikörper,
die an das menschliche NR12-Protein binden, angeheftet sind, um
das natürliche
Protein zu isolieren. Polyclonale oder monoclonale Antikörper können verwendet
werden.
-
Die
vorliegende Erfindung umfasst auch Peptide, die Teil der Proteine
der vorliegenden Erfindung sind. Das Peptid besteht aus einer Aminosäure-Sequenz,
die für
ein Peptid der vorliegenden Erfindung spezifisch ist, und ist aus
mindestens 7 Aminosäuren,
vorzugsweise aus mehr als 8 Aminosäuren und stärker bevorzugt aus mehr als
9 Aminosäuren
zusammengesetzt. Die Peptide können
zum Beispiel für
die Herstellung von Antikörpern
gegen ein Protein der vorliegenden Erfindung nützlich sein; für das Durchmustern
von Verbindungen, die an ein Protein der vorliegenden Erfindung
binden, oder für
die Durchmustern von Beschleunigungsstoffen oder Hemmstoffen eines
Proteins der vorliegenden Erfindung. Alternativ können sie
als Antagonisten des Liganden eines Proteins der vorliegenden Erfindung
verwendet werden. Ein Peptid, das Teil eines Proteins der vorliegenden
Erfindung ist, ist zum Beispiel ein Peptid, bei dem das aktive Zentrum
des Proteins aus den Aminosäuresequenzen
von SEQ ID NO: 2, 4, 6, 8 oder 10 besteht. Zusätzlich können die Peptide eine oder
mehrere Regionen der hydrophilen Region und der hydrophoben Region
umfassen, die durch Hydrophobe Plot-Analyse bestimmt werden. Diese
Peptide können
die gesamte hydrophile Region oder einen Teil einer hydrophilen
Region enthalten oder sie können
die gesamte oder einen Teil der hydrophoben Region enthalten. Darüber hinaus
sind zum Beispiel lösliche
Proteine und Proteine, die extrazelluläre Regionen eines Proteins der
Erfindung umfassen, auch in die Erfindung eingeschlossen.
-
Die
Peptide, die Teil des Proteins der Erfindung sind, können durch
gentechnologische Verfahren, wohlbekannte Peptid-Synthetisierungsverfahren
oder durch Ausschneiden eines Proteins der Erfindung mit einer geeigneten
Peptidase hergestellt werden. Zum Beispiel können das Festphasen-Syntheseverfahren
oder das Flüssigphasen-Syntheseverfahren
als Peptid-Syntheseverfahren verwendet werden.
-
Ein
anderes Ziel der vorliegenden Erfindung ist die Bereitstellung einer
DNA, die ein Protein der vorliegenden Erfindung codiert. Die DNA
kann für
die Herstellung der vorstehenden Proteine der vorliegenden Erfindung
in vivo oder in vitro nützlich
sein. Des Weiteren ist es zum Beispiel auch möglich, die DNA bei der Gentherapie
und solchen Krankheiten, die von Anomalitäten des Gens, das das Protein
der vorliegenden Erfindung codiert, herrühren, zu verwenden. Die DNA
kann in jeder Form bereitgestellt werden, solange sie ein Protein der
vorliegenden Erfindung codiert. Somit kann die DNA eine cDNA sein,
die von mRNA, genomischer DNA oder chemisch synthetisierter DNA
synthetisiert wird. Des Weiteren kann eine DNA, umfassend eine Nucleotidsequenz,
die auf der Degeneration von genetischem Code basiert, eingeschlossen
sein, solange sie ein Protein der vorliegenden Erfindung codiert.
-
Die
DNA der vorliegenden Erfindung kann durch jedes Verfahren, das dem
Fachmann bekannt ist, hergestellt werden. Zum Beispiel kann die
DNA der vorliegenden Erfindung durch Konstruieren einer cDNA-Bank aus
Zellen, die das Protein der vorliegenden Erfindung exprimieren,
und durch Durchführen
einer Hybridisierung unter Verwendung einer partiellen Sequenz einer
DNA der vorliegenden Erfindung (zum Beispiel SEQ ID NO: 1, 3, 5,
7 oder 9) als Sonde hergestellt werden. Eine cDNA-Bank kann zum
Beispiel gemäß dem Verfahren,
das in der Literatur beschrieben wird (Sambrook, J. et al., Molecular
Cloning, Cold Spring Harbor Laboratory Press (1989)) konstruiert
werden, oder eine im Handel erhältliche
cDNA-Bank kann verwendet werden. Alternativ kann die DNA durch Gewinnen
von RNA von einer Zelle, die ein Protein der vorliegenden Erfindung exprimiert,
durch Synthetisieren von Oligo-RNA, basierend auf der Sequenz einer
DNA der vorliegenden Erfindung (zum Beispiel SEQ ID NO: 1, 3, 5,
7 oder 9), durch Durchführen
von PCR unter Verwendung der synthetisierten DNA als Primer und
Amplifizieren der cDNA, die ein Protein der vorliegenden Erfindung
codiert, hergestellt werden.
-
Durch
Bestimmen der Nucleotidsequenz der erhaltenen cDNA kann die Translationsregion,
die durch die cDNA codiert wird, bestimmt werden, und die Aminosäuresequenz
des Proteins der vorliegenden Erfindung kann erhalten werden. Des
Weiteren kann genomische DNA durch Durchmustern genomischer DNA-Banken unter Verwendung
der erhaltenen cDNA als Sonde isoliert werden.
-
Genauer
kann dies wie folgt durchgeführt
werden: zuerst wird mRNA aus Zellen, Geweben oder Organen, die ein
Protein der Erfindung exprimieren (zum Beispiel hämatopoetisch-kompetentes
Zellliniengewebe wie Milz, Thymus, Lymphknoten, Knochenmark, periphere
Leukocyten und immunkompetentes Zellliniengewebe und Ähnliche)
isoliert. Um die mRNA zu isolieren, wird zuerst gesamte RNA unter
Verwendung wohlbekannter Verfahren, zum Beispiel von den Guanidin-Ultrazentrifugationsverfahren
(Chirgwin J. M. et al. Biochemistry 18: 5294–5299 (1979)), dem AGPC-Verfahren
(Chomczynski, P. und Sacchi, N., Anal. Biochem. 162: 156–159 (1987))
und Ähnlichem
hergestellt. Danach kann mRNA von gesamter mRNA unter Verwendung
des mRNA Purification Kit (Pharmacia) und Ähnliche gereinigt werden. Alternativ
kann mRNA direkt durch den QuickPrep mRNA Purification Kit (Pharmacia)
hergestellt werden.
-
cDNA
kann dann unter Verwendung von reverser Transkriptase von der erhaltenen
mRNA synthetisiert werden. cDNA kann unter Verwendung des AMV Reverse
Transcriptase First-strand cDNA Synthesis Kit (Seikagaku Kogyo),
etc. synthetisiert werden. Zusätzlich
können
die cDNA-Synthese und -Amplifikation gemäß dem 5'-RACE-Verfahren (Frohman, M. A. et al.
Proc. Natl. Acad. Sci. USA 85: 8998–9002 (1988); Belyavsky, A.
et al. Nucleic Acids Res. 17: 2919–2932 (989)) unter Verwendung
der Polymerase-Kettenreaktion (PCR) und des 5'-Ampli FINDER RACE Kit (Clontech) auch
unter Verwendung des hierin beschriebenen Primers und Ähnliches
durchgeführt
werden.
-
Das
Ziel-DNA-Fragment wird von dem erhaltenen PCR-Produkt hergestellt
und mit einer Vektor-DNA ligiert. Somit wird ein rekombinanter Vektor
geschaffen und in E. coli und Ähnliches
eingeführt,
und Kolonien werden ausgewählt,
um den gewünschten
rekombinanten Vektor herzustellen. Die Nucleotidsequenz der Ziel-DNA kann durch herkömmliche
Verfahren, zum Beispiel Didesoxynucleotid-Ketten-Termination überprüft werden.
-
Hinsichtlich
der DNA der Erfindung kann durch Betrachten der Codon-Verwendungshäufigkeit
in dem Wirt, der für
die Expression verwendet wird, eine Sequenz mit höherer Expressionseffizienz
hergestellt werden (Grantham R. et al. Nucleic Acids Research (1981)
9, r43–74).
Die DNA der vorliegenden Erfindung kann auch durch Verwendung im
Handel erhältlicher
Kits und herkömmlicher
Verfahren modifiziert werden. Veranschaulichende Modifikationen
umfassen zum Beispiel Spaltung durch Restriktionsenzyme, Insertion
synthetischer Oligonucleotide und geeigneter DNA-Fragmente, Anfügen von
Linkern, Insertion eines Initiationscodons (ATG) und/oder Stopcodons
(TAA, TGA oder TAG) und Ähnliches.
-
Genauer
umfasst die DNA der vorliegenden Erfindung DNA, die die Nucleotidsequenz
vom 98. „A" bis zum 1108. „C" von SEQ ID NO: 1;
dem 98. "A" bis zum 1381. „C" von SEQ ID NO: 3,
vom 98. „A" bis zum 1984. „G" von SEQ ID NO: 5;
dem 1. „A" bis zum 1284. „C" von SEQ ID NO: 7;
und dem 1. „A" bis zum 1887. „G" von SEQ ID NR: 9
einschließt.
-
Des
Weiteren beschreibt die vorliegende Erfindung DNA, die unter stringenten
Bedingungen mit der DNA, die aus einer der Nucleotidsequenzen von
SEQ ID NO: 1, 3, 5, 7 oder 9 besteht, hybridisiert, wobei die entstandene
DNA ein Protein codiert, das zu dem vorstehend erwähnten Protein
der Erfindung funktional äquivalent
ist.
-
Ein
Fachmann kann geeigneterweise stringente Bedingungen auswählen und
es können
zum Beispiel niedrig-stringente Bedingungen vorgegeben werden. Niedrig-stringente
Bedingungen sind zum Beispiel 42°C, 2 × SSC und
0,1% SDS und bevorzugt 50°C,
2 × SSC
und 0,1% SDS. Stärker
bevorzugt sind hoch stringente Bedingungen solche, die zum Beispiel
65°C, 2 × SSC und
0,1% SDS betragen. Unter diesen Bedingungen wird die Homologie der
erhaltenen DNA umso höher
sein, je höher
die Temperatur ist. Die vorstehende hybridisierende DNA ist vorzugsweise
eine natürliche
DNA wie cDNA und chromosomale DNA.
-
Darüber hinaus
stellt die vorliegenden Erfindung einen Vektor zur Verfügung, der
eine DNA der vorliegenden Erfindung als Insertion enthält. Der
Vektor der vorliegenden Erfindung kann bei der Erhaltung der DNA der
vorliegenden Erfindung in Wirtszellen oder bei der Herstellung des
Proteins der vorliegenden Erfindung nützlich sein.
-
Wenn
die Wirtszelle E. coli ist (wie JM109, DH5α, HB101 und XL1Blue), kann jeder
Vektor verwendet werden, so lange er den „ori" für
die Amplifikation in E. coli, der die Herstellung im großen Maßstab ermöglicht, und
eine Selektionsmarkierung für
Transformanten enthält
(zum Beispiel ein Wirkstoffresistenzgen, das die Selektion durch
einen Wirkstoff wie Ampicillin, Tetracyclin, Kanamycin und Chloramphenicol
ermöglicht).
Zum Beispiel können
Vektoren der M13-Reihe, Vektoren der pUC-Reihe, pBR322, pBluescript,
pCR-Script und so weiter verwendet werden. Zum Zweck der Subclonierung
oder dem Ausschneiden einer cDNA können pGEM-T, pDIRECT, pT7 und Ähnliches
ebenfalls verwendet werden. Um das Protein der vorliegenden Erfindung
herzustellen, ist ein Expressionsvektor besonders nützlich.
Zum Beispiel muss der Expressionsvektor, wenn das Protein in E.
coli exprimiert werden soll, Eigenschaften wie die vorstehend erwähnten haben,
um in E. coli amplifiziert zu werden. Zusätzlich muss der Vektor einen
Promotor, zum Beispiel den lacZ-Promotor (Ward et al., Nature (1989)
341, 544–546;
FASEB J. (1992) 6, 2422–2427),
den araB-Promotor
(Better et al., Science (1988) 240, 1041–1043), den T7-Promotor und Ähnliche,
die das gewünschte
Gen in E. coli wirksam exprimieren können, haben, wenn E. coli wie
JM109, DH5α,
HB101 oder XL1 Blue, als Wirtszelle verwendet wird. Solche Vektoren
umfassen pGFX-5X-1 (Pharmacia), „QIAexpress system" (Qiagen), pEGFP,
pET (in diesem Fall ist ein Wirt vorzugsweise BL21, der T7-RNA-Polymerase exprimiert)
und so weiter, mit Ausnahme der vorstehend erwähnten.
-
Vektoren
können
in Wirtszellen eingeführt
werden, zum Beispiel durch das Calcium-Chlorid-Verfahren oder Elektroporation.
Der Vektor kann auch eine Signalsequenz für die Polypeptid-Sekretion
enthalten. Die pe1B-Signalsequenz (Lei, S. P. et al. J. Bacteriol.
(1987) 169, 4379) kann verwendet werden, um die Proteine im Periplasma
von E. coli herzustellen.
-
Zum
Beispiel kann ein Expressionsvektor für die Herstellung eines Proteins
der vorliegenden Erfindung ein vom Säuger abgeleiteter Expressionsvektor
(zum Beispiel pcDNA3 (Invitrogen), pEGF-BOS (Nucleic Acids. Res.
1990, 18 (17), p5322), pEF und pCDM8); ein von einem Insekt abgeleiteter
Expressionsvektor (zum Beispiel „Bac-to-BAC baculovirus expression
system" (GIBCO)
BRL), pBacPAK8); ein von einer Pflanze abgeleiteter Expressionsvektor
(zum Beispiel pMH1 und pMH2); ein von einem Tiervirus abgeleiteter
Expressionsvektor (zum Beispiel pHSV, pMV und pAdexLcw); ein von
einem Retrovirus abgeleiteter Expressionsvektor (zum Beispiel pZIpneo);
ein von Hefe abgeleiteter Expressionsvektor (zum Beispiel „Pichia
Expression Kit" (Invitrogen),
pNV11, und SP-Q01); oder ein von Bacillus subtilis abgeleiteter
Expressionsvektor (zum Beispiel pPL608 und pKTH50) außer E. coli
sein.
-
Für die Expression
in Tierzellen wie CHO-, COS- und NIH3T3-Zellen muss der Expressionsvektor
einen Promotor wie den SV40-Promotor (Mulligan et al., Nature (1979)
277, 108), den MMLV-LTR-Promotor, den EF1α-Promotor (Mizushima et al.,
Nucleic Acids Res. (1990) 18, 5322) und den CMV-Promotor haben.
Stärker bevorzugt,
kann der Vektor ein Marker-Gen für
die Selektion von Transformanten (zum Beispiel ein Wirkstoff-Resistenzgen
für die
Selektion durch einen Wirkstoff wie Neomycin und G418) enthalten.
Solche Vektoren umfassen pMAM, pDR2, pBK-RSV, pBK-CMV, pOPRSV, pOp13
und so weiter.
-
Des
Weiteren können,
um eine stabile Genexpression und Amplifikation der Gen-Kopienzahl
in der Zelle zu erreichen, CHO-Zellen, die im Stoffwechselweg der
Nucleotidsynthese einen Mangel haben, verwendet werden. Die CHO-Zelle
wird mit einem Expressionsvektor transfiziert, der das DHFR-Gen
umfasst, das den Mangel ausgleicht (zum Beispiel pCHO I), dann kann
der Vektor durch Methotrexat (MTX)-Behandlung amplifiziert werden. Für die transiente
Genexpression können
COS-Zellen, die
ein Gen, das das SV40-T-Antigen exprimiert, auf ihrem Chromosom
enthalten, verwendet werden, um mit einem Vektor, der den SV40-Replikationsursprung
(z.B. pcD) enthält,
zu transformieren. Beispiele für
Replikationsursprünge,
die in der vorliegenden Erfindung verwendet werden können, umfassen
jene, die von Polyomavirus, Adenovirus, Rinder-Papillomvirus (BPV)
und Ähnlichen
abstammen. Darüber
hinaus kann der Expressionsvektor ein Aminoglycosid-Transferase
(APH)-Gen, Thymidin-Kinase (TK)-Gen, E. coli-Xanthin-Guanin-Phosphoribosyl-Transferase (Ecogpt)-Gen,
Dihydrofolat-Reduktase (dhfr)-Gen
und Ähnliche
als selektive Markierungen umfassen, um die Genkopien in Wirtszelllinien
zu amplifizieren.
-
Auf
der anderen Seite kann die Expression einer DNA der vorliegenden
Erfindung in vivo in Tieren zum Beispiel durch Insertion einer DNA
der vorliegenden Erfindung in einen geeigneten Vektor und Einführen des Vektors
in den Körper
unter Verwendung eines Retrovirus, Liposoms, kationischen Liposoms,
Adenovirus und so weiter durchgeführt werden. Es ist möglich, diese
Verfahren zu verwenden, um eine Gentherapie gegen Krankheiten, die
aus Mutationen im NR12-Gen der vorliegenden Erfindung entstehen,
durchzuführen.
Beispiele für
Vektoren, die zu diesem Zweck verwendet werden, umfassen zum Beispiel
Adenovirus-Vektoren (zum Beispiel pAdexlcw), Retrovirus-Vektoren
(zum Beispiel pZIPneo) und Ähnliche,
sind jedoch nicht darauf beschränkt.
Allgemeine Genmanipulationen, zum Beispiel Insertion der DNA der
vorliegenden Erfindung in einen Vektor, können unter Verwendung von Standardverfahren
(Molecular Cloning, 5.61–5.63)
durchgeführt
werden. Der Vektor kann durch Verfahren ex vivo oder in vivo an
einen lebenden Körper
verabreicht werden.
-
Ein
anderes Ziel der vorliegenden Erfindung ist die Bereitstellung einer
Transformante, die einen Vektor der vorliegenden Erfindung enthält. Die
Wirtszelle zur Insertion eines Vektors der Erfindung ist auf keine Weise
beschränkt,
und es können
zum Beispiel E. coli, verschiedene Tierzellen und so weiter verwendet
werden. Die Wirtszellen der vorliegenden Erfindung können zum
Beispiel als Produktionssystem für
die Herstellung oder Expression eines Proteins der vorliegenden
Erfindung verwendet werden. In vitro- und in vivo-Herstellungssysteme
sind als Produktionssystem für
die Herstellung von Proteinen bekannt. Produktionssysteme unter
Verwendung eukaryontischer Zellen und prokaryontischer Zellen können als
die in vitro-Produktionssysteme verwendet werden.
-
Verwendet
man eukaryontische Zellen, sind Produktionssysteme, die zum Beispiel
Tierzellen, Pflanzenzellen und Pilzzellen verwenden, als Wirte verfügbar. Beispielhafte
Tierzellen, die verwendet werden können, umfassen Säugerzellen
wie CHO-(J. Exp. Med. 108: 945 (1995)), COS-, 3T3-, Myelom-, Babyhamster-Nieren-(BHK), HeLa-, Vero-Zellen;
Amphibienzellen wie Eizellen von Xenopus (Valle, et al. Nature 291: 338–340 (1981));
und Insektenzellen wie Sf9, Sf21 oder Tn5. Als CHO-Zellen können geeigneterweise
vor allem CHO-Zellen, bei denen das DHFR-Gen unzulänglich ist,
dhfr-CHO (Proc. Natl. Acad. Sci. USA 77: 4216–4220 (1980)), und CHO K-1
(Proc. Natl. Acad. Sci. USA 60: 1275 (1968)) verwendet werden. Für die Herstellung
im großen
Maßstab
in Tierzellen können
vorzugsweise CHO-Zellen verwendet werden. Der Vektor kann zum Beispiel
durch das Calcium-Phosphat-Verfahren,
das DEAE-Dextran-Verfahren, Verfahren unter Verwendung des kationischen
Liposoms DOTAP (Boehringer Mannheim), das Elektorporationsverfahren,
das Lipofektionsverfahren und so weiter in Wirtszellen eingeführt werden.
-
Von
Nicotiana tabacum abstammende Zellen sind als Protein-Herstellungssysteme
in Pflanzenzellen wohlbekannt, und diese können als Kalluskultur gezüchtet werden.
Als Pilzzellen sind Hefen wie die Gattung Saccharomyces, zum Beispiel
Saccharomyces cerevisiae; filamentöse Pilze wie die Gattung Aspergillus,
zum Beispiel Aspergillus niger, bekannt.
-
Bakterienzellen
können
als prokaryontisches Produktionssystem verwendet werden. Als Bakterienzellen
sind E. coli, zum Beispiel JM109, DH5α, HB101 und Ähnliche, sowie andere wie Bacillus
subtilis bekannt.
-
Proteine
können
durch Transformieren dieser Zellen mit der Ziel-DNA und Züchten der
transformierten Zellen in vitro erhalten werden. Transformanten
können
gemäß bekannten
Verfahren gezüchtet
werden. Zum Beispiel können
DMEM, MEM, RPMI1640, und IMDM als Kulturmedien für Tierzellen verwendet werden.
Gelegentlich kann den vorstehenden Medien fötales Kälberserum (FCS) und ähnliche
Serum-Ergänzungen
zugesetzt werden; alternativ kann ein serumfreies Kulturmedium verwendet
werden. Der pH-Wert des Kulturmediums liegt vorzugsweise bei etwa
pH 6 bis 8. Die Züchtung
wird normalerweise bei etwa 30 bis 40°C über etwa 15 bis 200 h durchgeführt, und
die Veränderungen
im Kulturmedium, Belüftung
und Rühren
werden wie nötig
durchgeführt.
-
Auf
der anderen Seite können
zum Beispiel Produktionssysteme, bei denen Tiere und Pflanzen verwendet
werden, als Protein-Produktionssysteme in vivo vorgegeben werden.
Die Ziel-DNA wird in das Tier oder die Pflanze eingeführt, und
das Protein wird der Pflanze oder dem Tier hergestellt, und dann
wird das Protein gewonnen. Der Begriff „Wirt", wie in der vorliegenden Erfindung
verwendet, umfasst solche Tiere und Pflanzen ebenfalls.
-
Bei
der Verwendung von Tieren können
Säuger-
und Insekten-Produktionssysteme
verwendet werden. Als Säuger
können
Ziegen, Schweine, Schafe, Mäuse
und Rinder verwendet werden (Vicki Glaser, SPECTRUM Biotechnology
Applications (1993)). Alternativ können bei der Verwendung von
Säugern
auch transgene Tiere verwendet werden.
-
Zum
Beispiel kann die Ziel-DNA als ein Fusionsgen mit einem Gen hergestellt
werden, das ein Protein codiert, das intrinsisch in Milch hergestellt
wird, wie Ziegen-β-Casein.
Danach wird das DNA-Fragment, das das Fusionsgen umfasst, in ein
Ziegenembryo injiziert, und dieser Embryo wird in eine weibliche
Ziege implantiert.
-
Das
Ziel-Protein kann aus der Milch der transgenen Ziegen, die von der
Ziege, die den Embryo erhielt, und ihren Nachkommen hergestellt
wurde, gewonnen werden. Um die Menge an Protein-enthaltender Milch zu
erhöhen,
die von der transgenen Ziege hergestellt wird, können ein geeignetes Hormon
oder geeignete Hormone an die transgenen Ziegen verabreicht werden
(Ebert, K. M. et al., Bio/Technology 12: 699–702 (1994)).
-
Als
Insekten können
Seidenraupen verwendet werden. Verwendet man Seidenraupen, so werden
sie mit Baculoviren infiziert, in die die DNA, die das Ziel-Protein codiert,
inseriert wurde, und das gewünschte
Protein kann aus Körperflüssigkeiten
der Seidenraupe gewonnen werden (Susumu M. et al. Nature 315: 592–594 (1985)).
-
Verwendet
man Pflanzen, kann zum Beispiel Tabak verwendet werden. Im Fall
von Tabak wird die DNA, die das Ziel-Protein codiert, in einen Pflanzen-Expressionsvektor,
zum Beispiel pMON530, inseriert, und dieser wird in ein Bakterium
wie Agrobacterium tumefaciens inseriert. Mit diesem Bakterium wird
Tabak, zum Beispiel Nicotiana tabacum, infiziert, und man kann das
gewünschte
Polypeptid aus den Tabakpflanzen gewinnen (Julian K.–C. Ma et
al. Eur. J. Immunol. 24: 131–138
(1994)).
-
So
gewonnene Proteine der vorliegenden Erfindung werden von innerhalb
oder außerhalb
(z.B. Medium) der Wirtszelle isoliert und können als im Wesentlichen reines
homogenes Protein gereinigt werden. Die Trennung und Reinigung des
Proteins können
unter Verwendung herkömmlicher
Trennungs- und Reinigungsverfahren, die zur Reinigung von Proteinen
verwendet werden, durchgeführt
werden und sind nicht auf ein spezifisches Verfahren beschränkt. Zum
Beispiel können
Säulenchromatographie,
Filter, Ultrafiltration, Salz-Präzipitation,
Lösungsmittel-Präzipitation,
Lösungsmittel-Extraktion,
Destillierung, Immunpräzipitation,
SDS-Polyacrylamid-Gelelektrophorese, isoelektrische Punkt-Elektrophorese, Dialyse,
Rekristallisierung und Ähnliche passend
ausgewählt
oder kombiniert werden, um das Protein zu trennen und zu reinigen.
-
Zum
Beispiel können
Affinitäts-Chromatographie,
Ionenaustausch-Chromatographie,
hydrophobe Chromatographie, Gelfiltration, Umkehrphasen-Chromatographie,
Adsorptions-Chromatographie und Ähnliche
beispielhaft als Chromatographien genannt werden (Strategies for
Protein Purification and Characterization: A Laboratory Course Manual.
Ed. Daniel R. Marshak et al., Cold Spring Harbor Laboratory Press
(1996)). Diese Chromatographien können durch Flüssig-Chromatographie
wie HPLC, FPLC und Ähnliche
durchgeführt werden.
Die vorliegende Erfindung umfasst Proteine, die unter Verwendung
solcher Reinigungsverfahren hochgereinigt sind.
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Durch
Behandlung der Proteine vor oder nach der Reinigung mit geeigneten
Protein-Modifikationsenzymen können
Proteine willkürlich
modifiziert werden oder können
Peptide teilweise ausgeschnitten werden. Trypsin, Chymotrypsin,
Lysyl-Endopeptidase,
Protein-Kinase, Glucosidase und Ähnliche
werden als Protein-Modifikationsenzyme
verwendet.
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Die
vorliegende Erfindung stellt ebenfalls Antikörper bereit, die auf das Protein
der Erfindung spezifisch reagieren. Es gibt hinsichtlich der Form
des Antikörpers
der Erfindung keine besondere Beschränkung, und die vorliegende
Erfindung umfasst polyclonale Antikörper sowie monoclonale Antikörper. Das
Antiserum, das durch die Immunisierung von Tieren wie Kaninchen
mit einem Protein der Erfindung erhalten wird, sowie polyclonale
und monoclonale Antikörper
aller Klassen, menschliche Antikörper
und humanisierte Antikörper, die
durch genetische Rekombination hergestellt werden, sind ebenfalls
eingeschlossen.
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Ein
Protein der Erfindung, das als sensibilisierendes Antigen zur Gewinnung
von Antikörpern
verwendet wird, wird durch die Tierart, von der es abstammt, nicht
beschränkt,
ist. jedoch vorzugsweise ein Protein, das von Säugern, zum Beispiel Menschen,
Mäusen,
oder Ratten, besonders bevorzugt vom Menschen, abstammt. Protein
menschlichen Ursprungs kann durch Verwenden der Nucleotidsequenz
oder der Aminosäuresequenzen,
die hierin offenbart werden, gewonnen werden.
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Hierin
kann ein intaktes Protein oder sein partielles Peptid als das Antigen
für die
Immunisierung verwendet werden. Als partielle Peptide der Proteine
können
zum Beispiel das Amino (N)-terminale Fragment des Proteins und das
Carboxy (C)-terminale
Fragment bereitgestellt werden. „Antikörper", wie hierin verwendet, bedeutet einen
Antikörper,
der spezifisch mit dem Protein voller Länger oder Fragmenten des Proteins
reagiert.
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Ein
Gen, das ein Protein der Erfindung oder ein Fragment davon codiert,
wird in einen bekannten Expressionsvektor cloniert, und durch Transformieren
der Wirtszellen mit dem hierin beschriebenen Vektor wird das gewünschte Protein
oder ein Fragment davon unter Verwendung von Standardverfahren von
außerhalb oder
innerhalb der Wirtszellen gewonnen. Dieses Protein kann als das
sensibilisierende Antigen verwendet werden. Auch können Zellen,
die das Protein exprimieren, Zelllysate oder ein chemisch synthetisiertes
Protein der Erfindung als sensibilisierendes Antigen verwendet werden.
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Der
Säuger,
der durch das sensibilisierende Antigen immunisiert wird, ist nicht
beschränkt;
es wird jedoch bevorzugt, Tiere durch Betrachten der Kompatibilität mit den
parentalen Zellen, die bei der Zellfusion verwendet werden, auszuwählen. Im
Allgemeinen werden Tiere, die zu den Rodentia, Lagomorpha und Primaten gehören, verwendet.
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Beispiele
für Tiere,
die zu den Rodentia gehören,
die verwendet werden können,
umfassen zum Beispiel Mäuse,
Ratten, Hamster und Ähnliche.
Beispiele für
Tiere, die zu den Lagomorpha gehören,
die verwendet werden können,
umfassen zum Beispiel Kaninchen. Beispiele für Tiere, die zu den Primaten
gehören,
die verwendet werden können,
umfassen zum Beispiel Affen. Beispiele für Affen, die verwendet werden
sollen, umfassen die Unterordnung Catarrhini (Altweltaffen), zum
Beispiel Macaca fascicularis, Rhesusaffen, Mantelpaviane, Schimpansen
und Ähnliche.
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Wohlbekannte
Verfahren können
verwendet werden, um Tiere mit dem sensibilisierenden Antigen zu immunisieren.
Das sensibilisierende Antigen wird zum Beispiel intraperitoneal
oder subcutan in Säuger
injiziert. Genauer wird das sensibilisierende Antigen auf geeignete
Weise verdünnt
und in physiologischer Kochsalzlösung,
phosphatgepufferter Kochsalzlösung
(PBS) und so weiter suspendiert und, wenn erwünscht, mit einer geeigneten
Menge an allgemeinem Adjuvans, zum Beispiel mit vollständigem Freundschem
Adjuvans, gemischt. Dann wird die Lösung emulgiert und in den Säuger injiziert.
Danach wird das sensibilisierende Antigen, das mit unvollständigem Freundschem
Adjuvans auf geeignete Weise vermischt wird, vorzugsweise mehrmals
alle 4 bis 21 Tage gegeben. Bei der Immunisierung eines Tieres mit
dem sensibilisierenden Antigen kann auch ein geeigneter Träger verwendet
werden. Nach der Immunisierung wird der Anstieg des Werts an Serum-Antikörper durch übliche Verfahren
nachgewiesen.
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Polyclonale
Antikörper
gegen die Proteine der vorliegenden Erfindung können wie folgt hergestellt werden.
Nach der Überprüfung, dass
der gewünschte
Serum- Antikörperwert
erreicht ist, wird Blut von dem Säuger, der mit dem Antigen sensibilisiert
wurde, genommen. Von diesem Blut wird Serum unter Verwendung herkömmlicher
Verfahren isoliert. Das Serum, das den polyclonalen Antikörper enthält, kann
als der polyclonale Antikörper
verwendet werden, oder die den polyclonalen Antikörper enthaltende
Fraktion kann gemäß den Bedürfnissen
weiter von dem Serum isoliert werden. Es kann zum Beispiel eine
Fraktion von Antikörpern, die
das Protein der Erfindung spezifisch erkennen, durch Verwendung
einer Affinitäts-Säule, an
die das Protein gekoppelt ist, hergestellt werden. Dann kann die
Fraktion durch Verwenden einer Protein A- oder Protein G-Säule weiter
gereinigt werden, um Immunglobulin G oder M herzustellen.
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Um
nach der Überprüfung, dass
der gewünschte
Serum-Antikörperwert
in dem Säuger,
der mit dem vorstehend beschriebenen Antigen sensibilisiert wurde,
erreicht wurde, monoclonale Antikörper zu erhalten, werden Immunzellen
von dem Säuger
genommen und für
die Zellfusion verwendet. Für
diesen Zweck können Splenocyten
als bevorzugte Immunzellen erwähnt
werden. Als parentale Zellen, die mit den vorstehenden Immunzellen
fusioniert werden, werden bevorzugt Säuger-Myelomzellen verwendet. Stärker bevorzugt
werden Myelomzellen, die das Merkmal erworben haben, das verwendet
werden kann, um Fusionszellen durch Agenzien zu unterscheiden, als
parentale Zellen verwendet.
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Die
Zellfusion zwischen den vorstehenden Immunzellen und Myelomzellen
kann gemäß bekannten Verfahren,
zum Beispiel dem Verfahren von Milstein et al. (Galfre, G. und Milstein,
C., Methods Enzymol. (1981) 73, 3–46) durchgeführt werden.
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Das
Hybridom, das durch die Zellfusion erhalten wurde, wird durch Züchten der
Zellen in einem Standard-Selektionsmedium, zum Beispiel HAT-Kulturmedium
(Medium, das Hypoxanthin, Aminopterin und Thymidin enthält) selektiert.
Die Züchtung
in diesem HAT-Medium wird über
einen Zeitraum fortgeführt,
der ausreicht, dass andere Zellen (nicht-Fusionszellen) als das
Ziel-Hybridom umkommen, üblicherweise
wenige Tage bis einige Wochen. Dann wird das übliche beschränkende Verdünnungsverfahren
durchgeführt,
und es wird auf das Hybridom, das den Ziel-Antikörper herstellt, durchmustert
und dieses wird cloniert.
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Ein
Hybridom, das die menschlichen Ziel-Antikörper herstellt, die die Aktivität haben,
an Proteine zu binden, kann durch andere als das vorstehende Verfahren
zum Erhalt von Hybridomen durch Immunisieren eines anderen Tiers
als des Menschen mit dem Antigen erhalten werden, und zwar durch
das Verfahren, menschliche Lymphocyten, zum Beispiel menschliche
Lymphocyten, die mit dem EB-Virus
infiziert sind, mit Proteinen, Protein exprimierenden Zellen oder
Lysaten davon in vitro zu sensibilisieren und die sensibilisierten Lymphocyten
mit Myelomzellen zu fusionieren, die vom Menschen abstammen, zum
Beispiel U266, und die eine permanente Zellteilungs-Aktivität haben
(Ungeprüfte
Veröffentlichte
Japanische Patentanmeldung (JP-A) Nr. Sho 63-17688).
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Die
monoclonalen Antikörper,
die durch Transplantieren der erhaltenen Hybridome in die Bauchhöhle einer
Maus und Extrahieren von Aszites erhalten werden, können zum
Beispiel durch Ammoniumsulfat-Präzipitation,
Protein A- oder Protein G-Säule,
DEAE-Ionenaustausch-Chromatographie, eine Affinitätssäule, an
die das Protein der vorliegenden Erfindung gekoppelt ist, und so
weiter gereinigt werden. Ein Antikörper der vorliegenden Erfindung
kann für
die Reinigung oder den Nachweis eines Proteins der vorliegenden
Erfindung verwendet werden. Er kann ebenfalls ein Kandidat für einen
Agonist oder Antagonist eines Proteins der vorliegenden Erfindung
sein. Des Weiteren ist es möglich,
ihn bei der Antikörper-Behandlung für Krankheiten
zu verwenden, bei denen das Protein beteiligt ist. Zur Verabreichung
an den menschlichen Körper
(Antikörper-Behandlung)
werden auf Grund ihrer verringerten Immunogenität bevorzugt menschliche Antikörper oder
humanisierte Antikörper
verwendet.
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Ein
menschlicher Antikörper
gegen ein Protein kann zum Beispiel unter Verwendung von Hybridomen erhalten
werden, die durch Fusionieren von Myelomzellen mit Antikörper herstellenden
Zellen hergestellt werden, die durch Immunisieren eines transgenen
Tieres, das ein Repertoire an menschlichen Antikörpergenen umfasst, mit einem
Antigen wie Protein, Protein exprimierenden Zellen oder Lysaten
davon erhalten werden (vgl. WO 03918, WO 93-2227, WO 94-02602, WO 94-25585,
WO 96-33735 und WO 96-34096).
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Anders
als durch Herstellen von Antikörpern
unter Verwendung von Hybridomen können auch Antikörper produzierende
Lymphocyten wie sensibilisierte Lymphocyten, die durch Onkogene
immortalisiert sind, verwendet werden.
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Solche
monoclonalen Antikörper
können
auch als rekombinante Antikörper,
die durch Verwendung des gentechnologischen Verfahrens hergestellt
werden, erhalten werden (vgl. zum Beispiel, Borrebaeck C. A. K.
und Larrick, J. W. THERAPEUTIC MONOCLONAL ANTIBODIES, veröffentlicht
im Vereinigten Königreich durch
MACMILLAN PUBLISHERS LTD (1990)). Rekombinante Antikörper werden
durch Clonieren der codierenden DNA von Immunzellen wie Hybridome
oder Antikörper
produzierende sensibilisierte Lymphocyten, durch Einschluss in einen
geeigneten Vektor und Einführen
dieses Vektors in einen Wirt zur Herstellung des Antikörpers produziert.
Die vorliegende Erfindung umfasst solche rekombinanten Antikörper ebenfalls.
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Darüber hinaus
kann der Antikörper
der vorliegenden Erfindung ein Antikörperfragment oder ein modifizierter
Antikörper
sein, solange er an ein Protein der Erfindung bindet. Zum Beispiel
können
Fab, F (ab')2, Fv oder einzelkettiges Fv (scFv), in dem
die H-Kette Fv und die L-Kette Fv auf geeignete Weise durch einen Linker
verbunden sind (Huston J. S. et al. Proc. Natl. Acad. Sci. USA 85:
5879–5883
(1988) als Antikörper
bereitgestellt werden. Genauer werden Antikörperfragmente durch Behandeln
von Antikörpern
mit Enzymen, zum Beispiel Papain oder Pepsin, erzeugt. Alternativ
können
sie durch Konstruieren eines Gens, das ein Antikörperfragment codiert, Einführen desselben
in einen Expressionsvektor und Exprimieren dieses Vektors in geeignete
Wirtszellen erzeugt werden (vgl. zum Beispiel, Co M. S. et al. J.
Immunol. (1994) 152, 2968–2976; Better
M. und Horwitz A. H., Methods Enzymol. (1989) 178, 476–496; Pluckthun,
A. und Skerra, A., Methods Enzymol. (1989) 178, 497–515; Lamoyi,
E., Methods Enzymol. (1986) 121, 652–663; Rousseaux, J. et al.,
Methods Enzymol. (1986) 121, 663–669; Bird, R. E. und Walker,
B. W., Trends Biotechnol. (1991) 9, 132–137).
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Als
modifizierte Antikörper
können
Antikörper,
die an verschiedene Moleküle
gebunden sind, wie Polyethylenglycol (PEG) verwendet werden. Die
Antikörper
der vorliegenden Erfindung umfassen solche modifizierten Antikörper ebenfalls.
Um einen solchen modifizierten Antikörper zu erhalten, werden chemische
Modifikationen an dem erhaltenen Antikörper ausgeübt. Diese Verfahren sind bereits
etabliert und auf dem Fachgebiet üblich.
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Unter
Verwendung herkömmlicher
Verfahren kann ein Antikörper
der vorliegenden Erfindung als chimärer Antikörper, umfassend eine von einem
nicht-menschlichen
Antikörper
abgeleitete variable Region und eine von einem menschlichen Antikörper abgeleitete
konstante Region, oder als humanisierter Antikörper erhalten werden, umfassend
eine von einem nicht-menschlichen Antikörper abgeleitete Komplementaritäts-bestimmende
Region (CDR), eine von einem menschlichen Antikörper abgeleitete Gerüst-Region
(FR) und eine von einem menschlichen Antikörper abgeleitete konstante
Region.
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So
erhaltene Antikörper
können
zur Uniformität
gereinigt werden. Die Trennungs- und Reinigungsverfahren, die in
der vorliegenden Erfindung zu Trennung und Reinigung des Antikörpers verwendet
werden, können
jedes Verfahren sein, das üblicherweise
für Proteine
verwendet wird. Zum Beispiel können
Säulenchromatographie
wie Affinitätschromatographie,
Filtration, Ultrafiltration, Aussalzen, Dialyse, SDS-Polyacrylamid-Gelelektrophorese,
isoelektrische Fokussierung und Andere passend ausgewählt und
kombiniert werden, um die Antikörper
zu isolieren und zu reinigen (Antibodies: A Laboratory Manual. Ed
Harlow und David Lane, Cold Spring Harbor Laboratory, 1988); die
Erfindung ist darauf jedoch nicht beschränkt. Die Antikörper-Konzentration
des vorstehend erwähnten
Antikörpers
kann durch Messen der Absorption, oder durch den enzymverbundenen
Immunsorptionstest (ELISA) etc. getestet werden.
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Die
Protein A- oder Protein G-Säule
kann für
die Aftinitätschromatographie
verwendet werden. Die Protein A-Säule kann zum Beispiel Hyper
D, POROS, Sepharose F. F. (Pharmacia) etc. sein.
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Andere
Chromatographie kann ebenfalls verwendet werden, wie zum Beispiel
die Ionenaustausch-Chromatographie, hydrophobe Chromatographie,
Gelfiltration, Umkehrphasenchromatographie und Adsorptions-Chromatographie
(Strategies for Protein Purification and Characterization: A Laboratory
Course Manual. Hrsg. Daniel R. Marshak et al., Cold Spring Harbor
Laboratory Press, 1996). Diese können
auf Flüssigphasen-Chromatographie
wie HPLC, FPLC und so weiter durchgeführt werden.
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Beispiele
für Verfahren,
die die Antigen bindende Aktivität
der Antikörper
der Erfindung testen, umfassen zum Beispiel die Absorptionsmessung,
die enzymverbundene Immunsorptionsbestimmung (ELISA), den Enzym-Immuntest
(EIA), den Radioimmuntest (RIA) und/oder die Immunfluoreszenz. Zum
Beispiel wird bei der Verwendung von ELISA ein Protein der Erfindung
einer Platte, die mit den Antikörpern
der vorliegenden Erfindung beschichtet ist, zugesetzt, und dann
wird die Ziel-Antikörperprobe,
zum Beispiel Kulturüberstände Antikörper produzierender
Zellen oder gereinigte Antikörper,
zugesetzt. Dann wird sekundärer
Antikörper,
der den primären
Antikörper
erkennt und der durch alkalische Phosphatase und solche Enzyme markiert
ist, zugesetzt, die Platte wird inkubiert und gewaschen und die
Absorption wird, um die Antigen bindende Aktivität zu bestimmen nach Zusetzen
eines Enzymsubstrats wie p-Nitrophenyl-Phosphat gemessen. Als das
Protein kann ein Proteinfragment, zum Beispiel ein Fragment, das
einen C-Terminus umfasst, oder ein Fragment, das einen N-Terminus
umfasst, verwendet werden. Um die Aktivität des Antikörpers der Erfindung zu bestimmen,
kann BIAcore (Pharmacia) verwendet werden.
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Durch
Verwendung dieser Verfahren werden der Antikörper der Erfindung und eine
Probe, von der man annimmt, dass sie ein Protein der Erfindung enthält, in Kontakt
gebracht, und das Protein der Erfindung wird durch Nachweisen oder
Testen des Immunkomplexes, der zwischen dem vorstehend erwähnten Antikörper und
dem Protein gebildet wird, nachgewiesen oder getestet.
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Ein
Verfahren zum Nachweis oder Testen eines Proteins der Erfindung
unter Verwendung von Proteinen ist in verschiedenen Versuchen nützlich,
da es die Proteine spezifisch nachweisen oder testen kann.
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Ein
anderes Ziel dieser Erfindung ist die Bereitstellung eines Antisense-Polynucleotids, das
zu einer DNA, die mindestens 15 Nucleotide von SEQ ID NO: 1, 3,
5, 7, oder 9 umfasst, komplementär
ist.
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Hierin
wird der Begriff „komplementärer Strang" als ein Strang eines
doppelsträngigen
Polynucleotids, das aus A:T- und G:C-Basenpaaren zusammengesetzt
ist, zu dem anderen Strang definiert. Auch wird „komplementär" so definiert, dass
die Stränge
nicht nur perfekt innerhalb einer fortlaufenden Region von mindestens
15 Nucleotiden zusammen passen, sondern dass sie auch innerhalb
dieser Region eine Homologie von mindestens 70%, vorzugsweise 80%,
stärker
bevorzugt 90% und am stärksten
bevorzugt 95% oder mehr haben. Die Homologie kann unter Verwendung
des hierin beschriebenen Algorithmus bestimmt werden.
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Sonden
und Primer für
den Nachweis oder die Amplifikation der DNA, die ein Protein der
Erfindung codiert, oder ein Nucleotid oder ein Nucleotid-Derivat
für die
Suppression der Protein-Expression (wie Antisense-Oligonucleotid
und Ribozym) werden in diese Polynucleotide eingeschlossen. Solche
Polynucleotide können
auch für
die Herstellung von DNA-Chips verwendet werden.
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Die
Antisense-Oligonucleotide, die mit einem Abschnitt der Nucleotid-Sequenzen von einem
von SEQ ID NO: 1, 3, 5, 7 und 9 hybridisieren, sind auch in die
Antisense-Oligonucleotide der vorliegenden Erfindung eingeschlossen.
Diese Antisense-Oligonucleotide sind bevorzugt gegen eine Sequenz
gerichtet, die mindestens 15 fortlaufende Nucleotide enthält, die
in einer der Nucleotid-Sequenzen von SEQ ID NO: 1, 3, 5, 7 und 9
enthalten sind. Stärker
bevorzugt ist es das Antisense-Oligonucleotid gegen mindestens 15
fortlaufende Nucleotide, die ein Translations-Startcodon enthalten.
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Derivate
oder modifizierte Produkte aus Antisense-Oligonucleotiden können als
Antisense-Oligonucleotide verwendet werden. Beispiele für solche
modifizierten Produkte umfassen zum Beispiel Niederalkylphosphonat-Modifikationen
wie den Methylphosphonat-Typ oder den Ethylphosphonat-Typ; Phosphorthioat-Modifikationen; Phosphoramidat-Modifikationen
und Ähnliche.
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Der
Begriff „Antisense-Oligonucleotide", wie hierin verwendet,
bedeutet nicht nur die, in denen die Nucleotide, die zu denen, die
eine spezifizierte Region einer DNA oder einer mRNA bilden, vollständig komplementär sind,
sondern auch die, die an einem oder mehreren Nucleotiden nicht passen,
solange die DNA oder mRNA und das Oligonucleotid mit der Nucleotidsequenz
von SEQ ID NO: 1, 3, 5, 7 oder 9 spezifisch hybridisieren können.
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Die
Antisense-Oligonucleotid-Derivate der vorliegenden Erfindung wirken
auf Zellen, die ein Protein der Erfindung herstellen, durch Binden
an die DNA oder RNA, die das Protein codiert, um seine Transkription oder
Translation zu hemmen und um den Abbau der mRNA zu fördern, und
haben die Wirkung, dass sie die Funktion des Proteins der Erfindung
durch Unterdrücken
der Expression des Proteins unterdrücken.
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Ein
Antisense-Oligonucleotid-Derivat der vorliegenden Erfindung kann
durch Vermischen mit einem geeigneten Basen-Material, das gegen
die Derivate inaktiv ist, in eine externe Herstellung wie ein Liniment oder
einen Umschlag hergestellt werden.
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Auch
können
die Derivate durch Zusetzen von Excipienten, isotonischen Mitteln,
solubilisierenden Mitteln, Stabilisatoren, Konservierungsstoff,
Schmerzmitteln und Ähnlichen
wie benötigt
in Tabletten, Puder, Granula, Kapseln, Liposomenkapseln, Injektionen,
Lösungen,
Nasentropfen, gefriergetrocknete Mittel und Ähnliche formuliert werden.
Diese können
unter Verwendung herkömmlicher
Verfahren hergestellt werden.
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Ein
Antisense-Oligonucleotid-Derivat wird an den Patienten durch direkte
Verabreichung an die kranke Stelle, durch Injektion in das Blutgefäß und Ähnliches
gegeben, so dass es die kranke Stelle erreicht. Ein Antisense-Fixierungs-Medium
kann auch verwendet werden, um die Dauerhaftigkeit und die Membran-Permeabilität zu erhöhen. Beispiele
sind Liposom, poly-L-Lysin, Lipid, Cholesterin, Lipofectin oder
Derivate von ihnen.
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Die
Dosierung des Antisense-Oligonucleotid-Derivats der vorliegenden
Erfindung kann auf geeignete Weise dem Zustand des Patienten entsprechend
angeglichen und in gewünschten
Mengen verwendet werden. Zum Beispiel kann ein Dosierungsbereich
von 0,1 bis 100 mg/kg, vorzugsweise 0,1 bis 50 mg/kg verabreicht
werden.
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Das
Antisense-Oligonucleotid der vorliegenden Erfindung ist bei der
Hemmung der Expression des Proteins der Erfindung von Nutzen und
ist deshalb bei der Unterdrückung
der biologischen Aktivität
der Proteine der Erfindung von Nutzen. Auch sind Expressionshemmstoffe,
umfassend das Antisense-Oligonucleotid der Erfindung, auf Grund
ihrer Fähigkeit,
die biologische Aktivität
der Proteine der Erfindung zu unterdrücken, von Nutzen.
-
Proteine
dieser Erfindung sind beim Durchmustern nach Verbindungen, die an
das Protein binden, von Nutzen. Das heißt, die Proteine werden in
einem Durchmusterungs-Verfahren nach Verbindungen, die an die Proteine
dieser Erfindung binden, verwendet, wobei das Verfahren das Inkontaktbringen
der Proteine dieser Erfindung mit einer Testprobe, von der man annimmt,
dass sie eine Verbindung enthält,
die an die Proteine binden kann, und Auswählen der Verbindung mit der
Aktivität,
an die Proteine der Erfindung zu binden, umfasst.
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Proteine
dieser Erfindung zur Verwendung beim Durchmustern der Erfindung
können
rekombinante, natürliche
oder partielle Peptide sein. Auch können sie in der Form von Proteinen,
die auf der Zelloberfläche oder
auf Membranfraktionen exprimiert werden, vorliegen. Testproben zur
Verwendung in dem Durchmusterungs-Verfahren der vorliegenden Erfindung
sind nicht beschränkt,
können
jedoch zum Beispiel Zellextrakte, Zellkultur-Überstände, mikrobielle Fermentationsprodukte,
Extrakte von Meeresorganismen, Pflanzenextrakte, gereinigte oder
teilweise gereinigte Proteine, Peptide, nicht-Peptid-Verbindungen,
synthetische niedermolekulare Verbindungen oder natürliche Verbindungen
sein. Die Proteine dieser Erfindung können als gereinigtes Protein
oder lösliche
Proteine, in einer an einen Träger
gebundenen Form, als Fusionsproteine mit einem anderen Protein,
in einer an einen Träger
gebundenen Form, als Fusionsproteine mit einem anderen Protein, in
einer Form, die auf der Zelloberfläche exprimiert wird, oder als
Membranfraktionen der Probe ausgesetzt werden.
-
Ein
Protein der vorliegenden Erfindung kann unter Verwendung verschiedener
Verfahren, die dem Fachmann bekannt sind, zum Durchmustern nach
anderen Proteinen, die an das Zielprotein binden (wie Liganden),
verwendet werden. Diese Durchmusterungsverfahren können zum
Beispiel durch das Immunpräzipitationsverfahren
durchgeführt
werden. Genauer kann das Verfahren wie folgt durchgeführt werden.
Das Gen, das ein Protein der vorliegenden Erfindung codiert, wird
durch Insertion des Gens in einen Expressionsvektor für fremde
Genexpression wie pSV2neo, pcDNA I, pCD8 und Ähnliche und Expression des
Gens in Tierzellen etc. exprimiert. Alle allgemein verwendeten Promotoren
können
für die
Expression verwendet werden, einschließlich des frühen SV40-Promotors
(Rigby in Williamson (Hrsg.), Genetic engineering. Bd. 3. Academic Press,
London, S. 83–141
(1982)), des EF-1α-Promotors
(Kim et al., Gene 91, S. 217–223
(1990)), des CAG-Promotors (Niwa et al., Gene 108, S. 193–200 (1991)),
des RSV-LTR-Promotors
(Cullen Methods in Enzymology 152, S. 684–704 (1987)), des SRα-Promotors (Takebe
et al., Mol. Cell. Biol. 8, S. 466 (1988), des sehr frühen CMV
Promotors (Seed und Aruffo, Proc. Natl. Acad. Sci. USA 84, S. 3365–3369 (1987)),
des späten
SV40-Promotors (Gheysen und Fiers, J. Mol. Appl. Genet. 1, S. 385–394 (1982)),
des späten
Adenovirus-Promotors (Kaufman et al., Mol. Cell. Biol. 9, S. 946
(1989)), des HSV-TK-Promotors und so weiter.
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Der
Transfer eines fremden Gens in Tierzellen für ihre Expression kann durch
jedes der folgenden Verfahren durchgeführt werden, einschließlich des
Elektroporations-Verfahrens (Chu, G. et al. Nucl. Acids Res. 15,
1311–1326
(1987)), des Calcium-Phosphat-Verfahrens (Chen, C und Okayama, H.
Mol Cell. Biol. 7, 2745–2752
(1987)), des DEAE-Dextran-Verfahrens (Lopata, M. A. et al., Nucl.
Acids Res. 12, 5707–5717 (1984);
Sussman, D. J. und Milman, G., Mol. Cell. Biol. 4, 1642–1643 (1985)),
des Lipofectin-Verfahrens (Derijard, B., Cell 7, 1025–1037 (1994); Lamb,
B. T. et al., Nature Genetics 5, 22–30 (1993); Rabindran, S. K.
et al., Science 259, 230–234
(1993) und Ähnliche.
Ein Protein der vorliegenden Erfindung kann durch Einführen einer
Erkennungsstelle (Epitop) für
einen monoclonalen Antikörper,
dessen Spezifität
festgelegt wurde, in den N- oder C-Terminus des Proteins der vorliegenden
Erfindung als ein Fusionsprotein, das die Erkennungsstelle (Epitop)
für einen
monoclonalen Antikörper
hat, exprimiert werden. Für
diesen Zweck kann ein im Handel erhältliches Epitop-Antikörper-System
verwendet werden (Experimental Medicine 13, 85–90 (1995)). Vektoren, die
in der Lage sind, Fusionsproteine mit β-Galactosidase, Maltose bindendem Protein,
Glutathion S-Transferase, grünem
Fluoreszenzprotein (GFP) und Ähnlichem über die
Multi-Clonierungsstelle zu exprimieren, sind im Handel erhältlich.
-
Um
die Veränderung
der Eigenschaften eines Proteins dieser Erfindung zu minimieren,
die aus der Bildung in ein Fusionsprotein herrührt, kann ein Fusionsprotein
durch Einführen
eines nur kleinen Epitop-Abschnitts, umfassend mehrere bis zehn
Aminosäuren,
wie in der Literatur berichtet, hergestellt werden. Zum Beispiel
können
die Epitope von Polyhistidin (His-tag), Influenza-Aggregat-HA, menschlichem
c-myc, FLAG, Vesikuläres
Stomatitisvirus-Glycoprotein (VSV-GP), T7-Gen 10-Protein (T7-Markierung), menschliches
Herpes simplex-Virus-Glycoprotein (HSV-Markierung), E-Markierung
(Epitop auf dem monoclonalen Phagen) und Ähnlichem, und monoclonale Antikörper zur
Erkennung dieser Epitope als das Epitop-Antikörper-System zum Durchmustern
von Proteinen, die an das Protein der vorliegenden Erfindung binden,
verwendet werden (Experimental Medicine 13, 85–90 (1995)).
-
Bei
der Immunpräzipitation
werden Immunkomplexe durch Zusetzen dieser Antikörper zu Zelllysat, das unter
Verwendung geeigneter Detergentien hergestellt wurde, gebildet.
Dieser Immunkomplex besteht aus einem Protein der vorliegenden Erfindung,
einem Protein, das in der Lage ist, an das Protein zu binden, und einem
Antikörper.
Die Immunpräzipitation
kann neben Antikörpern
gegen die vorstehenden Epitope auch unter Verwendung eines Antikörpers gegen
ein Protein der vorliegenden Erfindung durchgeführt werden. Ein Antikörper gegen
das Protein der vorliegenden Erfindung kann zum Beispiel durch Insertion
eines Gens, das ein Protein der vorliegenden Erfindung codiert,
in einen geeigneten E. coli-Expressionsvektor,
um das Gen in E. coli zu exprimieren, Reinigen des exprimierten Proteins
und Immunisieren von Kaninchen, Mäusen, Ratten, Ziegen, Hühnern und Ähnlichen
mit dem gereinigten Protein hergestellt werden. Der Antikörper kann
auch durch Immunisieren der vorstehend beschriebenen Tiere mit Peptiden,
die Teil des Proteins der vorliegenden Erfindung sind, hergestellt
werden.
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Immunkomplexe
können
zum Beispiel unter Verwendung von Protein A-Sepharose oder, wenn der Antikörper ein
Mäuse-IgG-Antikörper ist,
von Protein G-Sepharose,
präzipitiert
werden. Zusätzlich
kann der Immunkomplex in dem Fall, dass das Protein der vorliegenden
Erfindung als Fusionsprotein mit dem Epitop von zum Beispiel GST
und Ähnlichem
hergestellt wird, unter Verwendung einer Substanz gebildet werden,
die spezifisch an diese Epitope bindet, wie Glutathion-Sepharose
4B und Ähnliche,
was dasselbe Ergebnis ergibt wie in dem Fall, dass der Antikörper für das Protein
der vorliegenden Erfindung verwendet wird.
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Immunpräzipitation
kann im Allgemeinen nach oder gemäß zum Beispiel dem Verfahren,
das in der Literatur beschrieben wird, durchgeführt werden (Harlow, E. und
Lane, D.: Antibodies S. 511–552,
Cold Spring Harbor Laboratory publications, New York (1988)).
-
SDS-PAGE
wird im Allgemeinen zur Analyse immunpräzipitierter Proteine verwendet,
und gebundene Proteine können
unter Verwendung eines Gels mit geeigneter Konzentration basierend
auf dem Molekulargewicht von Proteinen analysiert werden. In diesem
Fall kann die Nachweisempfindlichkeit durch Züchten von Zellen in einem Kulturmedium,
das mit Radioisotop markiertes 35S-Methionin
und 35S-Cystein enthält, um Proteine innerhalb der
Zellen zu markieren, und Nachweis der markierten Proteine verbessert
werden, obwohl Proteine, die an ein Protein der vorliegenden Erfindung
gebunden sind, im Allgemeinen durch die üblichen Protein färbenden
Verfahren wie Coomassie-Färbung
und Silberfärbung
schwer nachzuweisen sind. Ist das Molekulargewicht des Proteins
bestimmt, kann das gewünschte
Protein direkt von einem SDS-Polyacrylamid-Gel gereinigt und sequenziert
werden.
-
Zusätzlich kann
die Isolierung von Proteinen, die an ein Protein der vorliegenden
Erfindung binden, auch unter Verwendung von zum Beispiel der West-Western-Blot-Analyse
durchgeführt
werden (Skolnik, E. Y. et al., Cell (1991) 65, 83–90). Genauer
wird eine cDNA-Bank aus Zellen, Geweben und Organen, in welchen erwartungsgemäss die Proteinbindung
an das Protein dieser Erfindung exprimiert wird unter Verwendung
von Phagen-Vektoren (wie λgt11
und ZAP) hergestellt, Proteine, die auf LB-Agarose exprimiert werden,
werden auf einem Filter fixiert, der dann mit einem gereinigten
und markierten Protein der vorliegenden Erfindung zur Reaktion gebracht
wird, und Plaques, die Proteine exprimieren, die an das Protein
der vorliegenden Erfindung binden, werden durch die Markierung nachgewiesen.
Verfahren zur Markierung eines Proteins der Erfindung umfassen Verfahren,
die die Bindung von Biotin und Avidin nutzen, Verfahren, die Antikörper, die
spezifisch an das Protein der vorliegenden Erfindung binden, oder
Peptide oder Polypeptide (zum Beispiel GST, etc.), die mit dem Protein
der vorliegenden Erfindung fusioniert sind, nutzen Verfahren, die
Radioisotope und Fluoreszenz verwenden und Ähnliches.
-
Des
Weiteren wird eine andere Ausführungsform
des Durchmusterungsverfahrens der vorliegenden Erfindung durch ein
Verfahren beispielhaft dargestellt, bei dem das Zwei-Hybridsystem
unter Verwendung von Zellen verwendet wird (Fields, S., und Sternglanz,
R., Trends Genet. 10, 286–292
(1994); Dalton S., und Treisman R. (1992) „Characterization of SAP-1,
a protein recruited by serum response factor to the c-fos serum
response element." Cell
68, 597–612; "MATCHMAKER Two-Hybrid
System", "Mammalian MATCHMAKER Two-Hybrid Assay Kit", "MATCHMAKER One-Hybrid
System" (alle von
Clontech); "HybriZAP
Two-Hybrid Vector System" (Stratagene)).
Bei dem Zwei-Hybridsystem kann ein Protein dieser Erfindung mit
der DNA-bindenden Domäne
von SRF oder GAL4 fusioniert und in Hefezellen exprimiert werden.
Eine cDNA-Bank wird aus Zellen hergestellt, von denen angenommen
wird, dass sie Proteine exprimieren, die an das Protein dieser Erfindung
binden, wobei die cDNA-Bank auf eine Weise konstruiert ist, dass
die Proteine als Fusionsproteine mit Transkriptions-Aktivierungsregionen
von VP16 oder GAL4 exprimiert werden. Die cDNA-Bank wird in die
vorstehend erwähnten
Hefezellen transfiziert, und dann werden positive Clone nachgewiesen,
um die cDNA, die von der Bank abstammt, zu isolieren (d.h. Expression
eines Proteins in der Hefezelle, das an das Protein der Erfindung
bindet, führt
zur Bindung der beiden Proteine und ergibt die Aktivierung des Reportergens,
das den Nachweis positiver Clone zulässt). Das Protein, das durch
die isolierte cDNA codiert wird, kann durch Einführen der cDNA in E. coli und
Exprimieren derselben darin erhalten werden. Somit ist es möglich, Proteine,
die an ein Protein dieser Erfindung binden, und Gene herzustellen,
die sie codieren. Das Reportergen, das in dem Zwei-Hybrid-Verfahren
verwendet werden soll, kann jedes geeignete Gen wie das HIS3-Gen,
das Ade2-Gen, das LacZ-Gen, das CAT-Gen, das Luciferase-Gen oder
das Plasminogen Aktivator-Inhibitor-Typ 1 (PAT-1)-Gen, sein, ist
jedoch nicht darauf beschränkt.
-
Das
Durchmustern nach Verbindungen, die an ein Protein der vorliegenden
Erfindung binden, kann auch unter Verwendung von Affinitäts-Chromatographie
durchgeführt
werden. Ein Protein der Erfindung wird zum Beispiel auf einem Träger in der
Affinitäts-Chromatographie-Säule immobilisiert,
auf die eine Testprobe, von der angenommen wird, dass sie ein Protein
exprimiert, das an das Protein der Erfindung bindet, aufgetragen
wird. Proben können
zum Beispiel Zellextrakte, Zelllysate etc. sein. Nach Laden der
Testprobe wird die Säule
gewaschen, und Proteine, die an das Protein der Erfindung binden,
können
erhalten werden.
-
Das
erhaltene Protein kann auf seine Aminosäuresequenz hin analysiert werden,
um Oligonucleotid-Sonden zu synthetisieren, die dann verwendet werden
können,
um eine cDNA-Bank zu durchmustern, um eine DNA zu erhalten, die
das Protein codiert.
-
Ein
Biosensor, der das Oberflächen-Plasmon-Resonanz-Phänomen verwendet,
kann verwendet werden, um die gebundene Verbindung nachzuweisen
oder zu messen. Solche Biosensoren (zum Beispiel BIAcore (Pharmacia))
können
unter Verwendung einer kleinen Menge an Protein ohne Notwendigkeit
einer Markierung die Beobachtung der Interaktion in Echtzeit ermöglichen.
Somit ist es möglich,
die Interaktion zwischen dem Protein der Erfindung und Test-Verbindungen
unter Verwendung von Biosensoren wie BIAcore festzustellen.
-
Darüber hinaus
können
Verbindungen, die an ein Protein der Erfindung (einschließlich Agonisten
und Antagonisten) binden, wobei die Verbindungen nicht immer Proteine
sind, unter Verwendung verschiedener Verfahren isoliert werden,
die dem Fachmann bekannt sind. Das Protein der Erfindung kann zum
Beispiel fixiert und synthetischen Verbindungen, einer Reihe von
natürlichen
Stoffen oder einer Zufall-Phagenpeptid-Display-Bank ausgesetzt werden,
um nach Molekülen
zu durchmustern, die an das Protein binden. Alternativ kann ein
Durchmustern mit hohem Durchlauf unter Verwendung von kombinatorischen
Chemieverfahren durchgeführt
werden (Wrighton NC; Farrel FX; Chang R; Kashyap AK; Barbone FP;
Mulcahy LS; Johnson DL; Barret RW; Jolliffe LK; Dower WJ, „Small
peptides as potent mimetics of the protein hormone erythropoietin", Science (Vereinigte
Staaten) 26. Jul., 1996, 273 S. 458–64; Verdine GL., „The combinatorial
chemistry of nature." Nature
(ENGLAND) 7. Nov. 1996, 384, S. 11–13; Hogan JC Jr., „Directed
combinatorial chemistry." Nature
(ENGLAND) 7. Nov. 1996, 384, S17-9).
-
Das
Durchmustern eines Liganden, der an ein Protein der Erfindung bindet,
kann wie folgt durchgeführt
werden. Die extrazelluläre
Domäne
eines Proteins der Erfindung wird an die intrazelluläre Domäne einschließlich der
transmembranen Domäne
eines Hämopoietin-Rezeptorproteins,
der eine bekannte signalübertragende
Fähigkeit
hat, zur Herstellung eines chimären
Rezeptors fusioniert. Der chimäre
Rezeptor kann auf der Zelloberfläche
einer geeigneten Zelllinie, vorzugsweise einer Zelllinie, die nur
in Gegenwart eines geeigneten proliferativen Wachstumsfaktors (Wachstumsfaktor
abhängige
Zelllinie) überleben
und sich vermehren kann, exprimiert werden. Dann kann die Zelllinie
in Medium gezüchtet
werden, das mit einem Probenmaterial ergänzt ist, in dem verschiedene
Wachstumsfaktoren, Cytokine oder hämopoetische Faktoren exprimiert
werden könnten.
Gemäß diesem
Verfahren kann die vom Wachstumsfaktor abhängige Zelllinie nur überleben
und sich vermehren, wenn die Probe einen geeigneten Liganden enthält, der
spezifisch an die extrazelluläre
Domäne
des Proteins der Erfindung bindet. Die bekannten Hämopoietin-Rezeptoren
wie der Thrombopoietin-Rezeptor, der Erythropoietin-Rezeptor, der G-CSF-Rezeptor,
gp130 und so weiter können
verwendet werden. Der Partner zur Konstruktion eines chimären Rezeptors
für das
Durchmusterungssystem der Erfindung ist nicht auf die vorstehenden
Rezeptoren beschränkt,
solange seine intrazelluläre
Domäne
eine Struktur bereitstellt, die für die Signal-Übertragungs-Aktivität notwendig
ist. Die Wachstumsfaktor-abhängigen
Zelllinien können
zum Beispiel IL-3-abhängige
Zelllinien wie BaF3 oder FDC-P1 sein.
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In
einem seltenen Fall kann der Ligand, der spezifisch an ein Protein
der Erfindung bindet, kein lösliches
Protein, sondern ein membrangebundenes Protein sein. In diesem Fall
kann ein Durchmustern unter Verwendung eines Proteins, das nur die
extrazelluläre
Domäne
des Proteins der Erfindung umfasst, oder eines Fusionsproteins,
in dem die extrazelluläre
Domäne
an einen Teil anderer löslicher
Proteine angeheftet ist, durchgeführt werden. Solche Proteine
werden markiert, bevor sie zum Messen der Bindung mit den Zellen
verwendet werden, von denen erwartet wird, dass sie den Liganden
exprimieren. Das erste Protein, das nur die extrazelluläre Domäne umfasst,
kann ein lösliches
Rezeptorprotein, das durch Einführen
eines Stop-Codons in die N-terminale Seite der transmembranen Domäne künstlich
hergestellt ist, oder ein lösliches
Protein wie NR12-1 sein. Das letztere Fusionsprotein kann ein Protein
sein, in dem die Fc-Region von Immunglobulin oder FLAG-Peptid an
den C-Terminus der extrazellulären
Domäne
angeheftet ist. Diese markierten löslichen Proteine können auch
beim Nachweis durch das vorstehend beschriebene West-Western-Blot-Verfahren
von Nutzen sein.
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Ein
chimäres
Protein der extrazellulären
Domäne
eines Proteins dieser Erfindung und der Fc-Region eines Antikörpers (wie
menschlichem IgG-Antikörper)
kann unter Verwendung von Protein A-Säule etc. gereinigt werden.
Ein solches Antikörper-ähnliches,
chimäres
Protein behält
seine Liganden-bindende Aktivität
bei. Somit kann das Protein mit einem Isotop und so weiter passend
markiert und für
das Durchmustern eines Liganden verwendet werden (Suda, T. et al.,
Cell, 175, 1169–1178
(1993)). Einige Cytokine wie Moleküle der TNF-Familie liegen vor
allem in einer membrangebundenen Form vor, somit können solche
Liganden durch Exponieren des Antikörper-ähnlichen, chimären Proteins
gegen verschiedene Zellen und Auswählen der Zellen basierend auf
der Bindungsaktivität
an das Protein isoliert werden. Alternativ können Liganden gemäß demselben
Verfahren durch Verwenden von Zellen, in die eine cDNA-Bank eingeführt ist,
isoliert werden. Des Weiteren kann das Antikörper-ähnliche, chimäre Protein
auch als ein Antagonist verwendet werden.
-
Die
Verbindung, die durch die vorstehende Durchmusterung isoliert wurde,
kann ein Kandidat für
Wirkstoffe sein, die die Aktivität
eines Proteins dieser Erfindung aktivieren oder hemmen. Es ist möglich, solche
Verbindungen für
die Behandlung der Krankheit anzuwenden, die aus anomaler Expression
oder funktioneller Störung
eines Proteins der vorliegenden Erfindung entsteht. Die Verbindung,
die unter Verwendung des Durchmusterungs-Verfahrens der Erfindung
erhalten wird, umfasst Verbindungen, die aus der Modifikation der
Verbindung, die die Aktivität
hat, an das Protein der Erfindung zu binden, durch Zusetzen, Deletion
und/oder Ersetzen eines Teils der Struktur entstehen.
-
Verwendet
man die isolierte Verbindung oder ein Protein der vorliegenden Erfindung
(Köder,
(lösliche Form))
als Pharmazeutikum für
Menschen und andere Säuger,
zum Beispiel Mäuse,
Ratten, Meerschweinchen, Kaninchen, Hühner, Katzen, Hunde, Schafe,
Schweine, Rinder, Affen, Mantelpaviane, Schimpansen, kann die isolierte
Verbindung direkt verabreicht werden oder sie kann unter Verwendung
bekannter pharmazeutischer Herstellungsverfahren in eine Dosierungsform
formuliert werden. Die Pharmazeutika können zum Beispiel nach Bedarf
oral, als mit Zucker beschichtete Tabletten, Kapseln, Elixiere und
Mikrokapseln oder parenteral, in Form von sterilen Injektionenslösungen,
Suspensionen mit Wasser oder jeder anderen pharmazeutisch verträglichen
Flüssigkeit
genommen werden. Die Verbindungen können zum Beispiel mit einem
pharmazeutisch verträglichen
Träger
oder Medium, genauer, sterilisiertem Wasser, physiologischer Kochsalzlösung, Pflanzenöl, Emulgatoren,
Suspensionsmitteln, grenzflächenaktiven
Mitteln, Stabilisatoren, Geschmacksmitteln, Excipienten, Vehikeln,
Konservierungsmitteln und Bindemitteln in einer Einheitsdosierungsform,
die für die
allgemein anerkannte Wirkstoff-Verabreichung benötigt wird, vermischt werden.
Die Menge an aktivem Bestandteil in diesen Herstellungen macht eine
geeignete Dosierung innerhalb des angezeigten Bereichs notwendig.
-
Beispiele
für Additive,
die zu Tabletten und Kapseln vermischt werden können, umfassen: Bindemittel wie
Gelatine, Maisstärke,
Gummi-Tragant und Gummi arabicum; Excipienten wie kristalline Cellulose;
Schwellmittel wie Maisstärke,
Gelatine und Alginsäure;
Schmiermittel wie Magnesieumstearat; und Süßungsmittel wie Saccharose,
Lactose oder Saccharin; Geschmacksmittel wie Pfefferminze, Gaultheria
adenothrix -Öl
und Kirsche. Wenn die Einheits-Dosierungsform eine Kapsel ist, kann
ein flüssiger
Träger
wie Öl
ebenfalls in die vorstehenden Bestandteile eingeschlossen werden.
Sterile Zusammensetzungen für
Injektionen können
nach normaler Wirkstoffrealisierung unter Verwendung von Vehikeln
wie destilliertem Wasser, das für
Injektionen verwendet wird, formuliert werden.
-
Zum
Beispiel können
physiologische Kochsalzlösung,
Glucose und andere isotonische Flüssigkeiten, einschließlich Adjuvantien
wie D-Sorbit, D-Mannose, D-Mannit
und Natriumchlorid, als wässrige
Lösungen
für Injektionen
verwendet werden. Diese können
in Verbindung mit geeigneten solubilisierenden Mitteln wie Alkohol,
genauer Ethanol, Polyalkoholen wie Propylen-Glycol und Polyethylen-Glycol
und nicht-ionischen grenzflächenaktiven
Mittels wie Polysorbat 80 (TM) und HCO-50 verwendet werden.
-
Sesamöl oder Sojaöl können als ölhaltige
Flüssigkeit
verwendet werden und können
in Verbindung mit Benzylbenzoat oder Benzylalkohol als solubilisierende Mittel
verwendet werden; können
mit einem Puffer wie einem Phosphatpuffer und einem Natriumacetat-Puffer
formuliert werden; und können
in Verbindung mit einem Schmerzmittel wie Procain-Hydrochlorid,
einem Stabilisator wie Benzylalkohol und Phenol und einem Anti-Oxidationsmittel
verwendet werden. Die hergestellte Injektion wird in eine geeignete
Ampulle gefüllt.
-
Verfahren,
die dem Fachmann wohlbekannt sind, können verwendet werden, um das
Arzneimittel zum Beispiel als intraarterielle, intravenöse, percutane
Injektionen und ebenso als intranasale, transbronchiale, intramuskuläre oder
orale Verabreichungen an Patienten zu verabreichen. Die Dosierung
variiert entsprechend dem Körpergewicht
und Alter des Patienten, dem Verabreichungsverfahren und Ähnlichem,
der Fachmann kann sie jedoch auf geeignete Weise auswählen. Wenn
die Verbindung durch eine DNA codierbar ist, kann die DNA für die Gentherapie
in einen Vektor inseriert werden, um die Therapie durchzuführen. Die
Dosierung und das Verfahren der Verabreichung variieren gemäß dem Körpergewicht,
Alter und den Symptomen eines Patienten, aber der Fachmann kann
sie auf geeignete Weise auswählen.
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Zum
Beispiel kann die Dosierung des Proteins dieser Erfindung (Köder (lösliche Form))
abhängig
vom Individuum, dem es verabreicht wird, Zielorgan, Symptom und
Verfahren für
die Verabreichung variieren. Es kann jedoch einem normalen Erwachsenen
(Körpergewicht
60 kg) in einer Dosis von etwa 100 μg bis 10–20 mg pro Tag injiziert werden.
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Obwohl
es entsprechend den Symptomen einige Unterschiede gibt, liegt zum
Beispiel die Dosis einer Verbindung, die an ein Protein der vorliegenden
Erfindung bindet, oder einer Verbindung, die die Aktivität eines Proteins
dieser Erfindung hemmt, typischerweise bei etwa 0,1 mg bis etwa
100 mg pro Tag, vorzugsweise bei etwa 1,0 mg bis etwa 50 mg pro
Tag und stärker
bevorzugt bei etwa 1,0 mg bis etwa 20 mg pro Tag, wenn sie oral
einem normalen Erwachsenen (Gewicht 60 kg) verabreicht wird.
-
Wird
das Protein parenteral in Form einer Injektion an einem normalen
Erwachsenen (Gewicht 60 kg) verabreicht, ist es, obwohl es entsprechend
dem Patienten, Zielorgan, den Symptomen und dem Verfahren der Verabreichung
einige Unterschiede gibt, praktisch, eine Dosis von etwa 0,01 mg
bis etwa 30 mg pro Tag, vorzugsweise etwa 0,1 bis etwa 20 mg pro
Tag und stärker
bevorzugt etwa 0,1 bis etwa 10 mg pro Tag intravenös zu injizieren.
Auch ist es im Fall von anderen Tieren möglich, eine Menge zu verabreichen,
die auf 60 kg Körpergewicht
oder Oberflächenbereich
umgerechnet ist.
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Kurze Beschreibung der
Zeichnungen
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1 zeigt
die partielle Nucleotidsequenz von AL109843, die in der htgs-Datenbank identifiziert
wurde. Die abgeleitete Aminosäuresequenz
wird unter der vorhergesagten Exonsequenz gezeigt. Die YR-Motivsequenz
und das WS-Motiv, die als das Ziel verwendet wurden, sind eingerahmt.
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2 zeigt
partielle Aminosäuresequenzen
von NR12, die in der Sequenz von AL109843 gefunden wurden, und jene
von bekannten Hämopoietin-Rezeptoren,
die dazu eine Homologie haben. Identische Aminosäuresequenzen sind eingerahmt
und ähnliche
Aminosäuresequenzen
sind schattiert. Lücken
sind unterstrichen. Bekannte Hämopoietin-Rezeptoren
sind von oben menschliches gp130, menschliches NR9, menschlicher
Prolactin-Rezeptor, menschlicher IL-7-Rezeptor und menschlicher
LIF-Rezeptor.
-
3 zeigt
eine Fotografie, die die Ergebnisse der PCR-Analyse darstellt, und
zeigt exprimierte Produkte, amplifiziert durch 5'-RACE und 3'-RACE unter Verwendung der Oligonucleotid-Primer,
die gegen das vorhergesagte WS-Exon innerhalb der AL109843-Sequenz
hergestellt wurden. Spezifische Produkte aus PCR sind mit Pfeilen
gezeigt.
-
4 zeigt
die Nucleotidsequenz der NR12.1-cDNA voller Länge, die durch Kombinieren
der 5'-RACE- und
3'-RACE-Produkte
erhalten wurde. Die abgeleitete Aminosäuresequenz, die durch NR12.1
codiert wird, ist ebenfalls gezeigt. Die Aminosäuresequenz, von der vorhergesagt
wurde, dass sie das Sekretionssignal ist, ist unterstrichen. Konservierte
Cysteinreste und die Aminosäuresequenzen
des YR-Motivs und
des WS-Motivs sind eingerahmt.
-
5 zeigt
die Nucleotidsequenz der NR12.2-cDNA voller Länge, die durch Kombinieren
der 5'-RACE- und
3'-RACE-Produkte
erhalten wurde. Die Aminosäuresequenz,
die durch NR12.2 codiert wird, ist ebenfalls gezeigt. Die vorhergesagte
Sekretions-Signalsequenz ist unterstrichen. Die vorhergesagte Transmembran-Region
ist schattiert. Konservierte Cysteinreste in der extrazellulären Region
und Aminosäuresequenzen des
YR-Motivs und des WS-Motivs sind eingerahmt.
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6 zeigt
die Nucleotidsequenz der NR12.3-cDNA voller Länge, die durch Kombinieren
der 5'-RACE- und
3'-RACE-Produkte
erhalten wurde. Die Aminosäuresequenz,
die durch NR12.3 codiert wird, ist ebenfalls gezeigt. Das vorhergesagte
Sekretionssignal ist unterstrichen. Konservierte Cysteinreste und
die Aminosäuresequenzen
des YR-Motivs und des WS-Motivs sind eingerahmt.
-
7 ist
eine Fortsetzung von 6.
-
8 zeigt
Fotografien, die die Ergebnisse der RT-PCR-Analyse der Verteilung
der genetischen Expression des NR12 in menschlichen Organen zeigen.
Der Pfeil zeigt die Größe des spezifischen
PCR-Amplifikationsprodukts von NR12 an.
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9 zeigt
eine Fotografie, die die Ergebnisse der Quantifizierung der NR12-Genexpression
in menschlichen Organen durch Southern Blot-Verfahren darstellt.
Der Pfeil zeigt die Größe des spezifischen
Signals an nachgewiesenem NR12 an.
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10 ist eine schematische Illustration der Struktur
des NR12-Fusionsproteins,
das von der Expressionsvektor-Konstruktion in der Säugerzelle
exprimiert werden soll.
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11 zeigt die Nucleotidsequenz der NR12.4-cDNA
voller Länge,
die durch Kombinieren der 5'-RACE-
und 3'-RACE-Produkte
erhalten wurde. Die Aminosäuresequenz,
die durch NR12.4 codiert wird, ist ebenfalls gezeigt. Das vorhergesagte
Sekretionssignal ist unterstrichen. Konservierte Cysteinreste und
Aminosäuresequenzen
des YR-Motivs und des WS-Motivs sind eingerahmt.
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12 ist eine Fortsetzung von 11.
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13 zeigt die Nucleotidsequenz der NR12.5-cDNA
voller Länge.
Die Aminosäuresequenz,
die durch NR12.5 codiert wird, ist ebenfalls gezeigt. Das vorhergesagte
Sekretionssignal ist unterstrichen. Die vorhergesagte transmembrane
Sequenz ist schattiert. Konservierte Cysteinreste in der extrazellulären Region und
Aminosäuresequenzen
des YR-Motivs und des WS-Motivs sind eingerahmt.
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14 ist eine Fortsetzung von 13.
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Die beste Art, die Erfindung
durchzuführen
-
Die
vorliegende Erfindung wird unter Bezugnahme auf Beispiele erklärt, soll
jedoch nicht darauf beschränkt
werden.
-
[Beispiel 1] Isolierung
des NR12-Gens
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(1) Primäres Durchmustern
durch TblastN-Suche
-
Obwohl
die Sequenzierung von menschlichem Genom beträchtlich durch menschliche Genom-Projekte
von Instituten vorangetrieben wird, hat der Anteil an gänzlich vollendeten
Sequenzen des gesamten menschlichen Genoms nicht einmal 10% erreicht.
Informationen, die bis heute durch die vorstehenden Projekte bereitgestellt
wurden, werden durch die Bestimmung von Nucleotidsequenzen und die
Genkartierung jedoch als gute Mittel für die Suche nach Zielgenen
gewertet. Die Informationsbasis der vorstehenden Sequenzen besteht
aus umfangreichen Informationen, die durch die Zusammenstellung
des künstlichen
Bakterienchromosoms (BAC) und des künstlichen Hefechromosoms (YAC)
bereitgestellt werden, die darauf abzielt, in Zukunft eine vollständige Datenbank
zu bilden. Die vorliegenden Erfinder identifizierten ein menschliches
Gen, das einen Teil eines neuen Hämopoietin-Rezeptorproteins
codiert, aus einer BAC-Clonierungssequenz
in einer der öffentlichen
Datenbanken, „High
Throughput Genomic Sequence (htgs)" von GenBank.
-
Wie
vorstehend erwähnt
fanden die hier genannten Erfinder Motivsequenzen, die in der Hämopoietin-Rezeptorfamilie
konserviert sind, nämlich
ein (Tyr/His)-Xaa-(hydrophob/Ala)-(Gln/Arg)-hydrophob-Arg-Motiv
(YR-Motiv) in der extrazellulären
Region und ein Trp-Ser-Xaa-Trp-Ser-Motiv (WS-Motiv), das um den
C-Terminus herum lokalisiert ist. Es ist jedoch extrem schwierig,
eine Oligonucleotid-Sonde herzustellen, die beide Motiv-Sequenzen
umfassend einschließt.
Deshalb führten
die Erfinder in silico unter Verwendung partieller Aminosäuresequenzen
von dem Fragment bekannter Hämopoietin-Rezeptorproteine,
einschließlich
beider Motive als Abfragesequenz, eine Datenbanksuche durch. Die
Fragmentierung partieller Aminosäuresequenzen,
die als Abfragesequenz verwendet werden können, wurde unter Verwendung
der menschlichen Rezeptoren untersucht, die in Tabelle 1 als die
Sequenz bekannter Hämopoietin-Rezeptoren
gezeigt sind. Gemäß der genomischen
Struktur der bekannten Hämopoietin-Rezeptorsequenzen
waren die Exons, die dieses YR-Motiv und WS-Motiv codieren, etwa
50 bis 70 Aminosäuren
lang, und das Exon proximal dazu zum N-Terminus (PP-Exon) war auch
etwa 50 bis 70 Aminosäuren
lang. Somit wurde eine Sequenz, die beide Exons enthielt und die
aus etwa 120 Aminosäuren
bestand, geschnitten, um aus praktischen Gründen eine Abfragesequenz herzustellen.
Obwohl die Länge
der partiellen Aminosäuresequenz,
die als Abfragesequenz verwendet wurde, abhängig von jedem bekannten Hämopoietin-Rezeptor
variierte, war das Strukturmerkmal konserviert. Eine Sequenz, die
von einem oder mehreren Prolinresten, die nahe der Initiationsstelle
im PP-Exon liegen, bis zum Aminosäurerest, der etwa zehn Aminosäuren vom
C-Terminus der WS-Motiv-Endaminosäure im WS-Exon entfernt liegt,
reicht, wurde von allen bekannten Hämopoietin-Rezeptorsequenzen
als die Abfragesequenz abgeleitet.
-
Die
bekannten Hämopoietin-Rezeptoren,
die als Abfrage-Sequenzen für
die Datenbanksuche verwendet wurden, sind in der Tabelle gezeigt.
Die Aminosäurereste,
die unter den Motivsequenzen konserviert sind, sind fett unterstrichen
dargestellt.
-
-
Die
vorstehenden Abfragesequenzen wurden verwendet, um unter Verwendung
des TblastN (Advanced TblastN 2.0.9)-Programms in der htgs-Datenbank in GenBank
zu suchen. Die Standard-Werte (Erwartung = 100; Beschreibung = 250
und Alignment = 250) wurden als Parameter für die Suche verwendet. Als
ein Ergebnis ergab die Suche viele falsche positive Clone, und die
Clone mit sowohl dem YR-Motiv als auch dem WS-Motiv wurden nicht
in demselben Leseraster codiert, beziehungsweise die, die ein Stopp-Codon
zwischen den beiden Motiven enthielten, wurden ausgeschlossen. Auch
wurden jene Clone ausgeschlossen, die nur das YR-Motiv enthielten,
jedoch nicht das WS-Motiv, weil das YR-Motiv, wie vorstehend erwähnt, keine
vollständig etablierte
Consensus-Sequenz
ist. Deshalb wurde die Konservierung des WS-Motivs als vordringlich
betrachtet. Als ein Ergebnis der vorstehenden Auswahl wurden positive
Clone der primären
Suche, die in Tabelle 2 gezeigt sind, aus etwa 1000 pseudo-positiven
Clonen, die durch die TblastN-Suche erhalten wurden, ausgewählt.
-
Positive
Clone, die durch die primäre
Suche in der htgs-Datenbank erhalten wurden und die die Ziel-Motivsequenz
mit hoher Wahrscheinlichkeit haben, wurden ausgewählt und
sind in der Tabelle gezeigt. Konservierte Aminosäurereste sind in den Motivsequenzen
fett unterstrichen dargestellt.
-
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(2) Sekundäres Durchmustern
durch BlastX-Suche
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Zuerst
wurden Nucleotidsequenzen um die Sequenz, die in der primären Suche
zu der Abfrage-Sequenz positiv war, von jedem der 28 positiven Clone
der primären
TblastN-Suche, die in Tabelle 2 gezeigt werden, ausgeschnitten.
Unter Verwendung dieser Sequenzen als Abfragesequenzen wurde die
nr-Datenbank von GenBank unter Verwendung des BlastX (Advanced BlastX
2.0.9)-Programms erneut durchsucht. Die Abfragesequenz bestand aus
praktischen Gründen
aus einer Nucleotidsequenz von insgesamt 240 Bp, die die Sequenz
etwa 200 Bp stromaufwärts
der Sequenz enthält,
die das WS-Motiv codieren kann. Da das Exon, das das WS-Motiv codiert,
wie vorstehend erwähnt,
so kurz war, dass es etwa 50 bis 70 Aminosäuren in der Genomstruktur bekannter
Hämopoietin-Rezeptoren
enthielt, wird erwartet, dass die hergestellte Abfragesequenz von
240 Bp Länge
das Exon ausreichend überdecken
wird. Der Wert von „Erwartung
= 100; Beschreibung = 250 und Alignment = 250, Filter = Standard" wurde für die BlastX-Suche
verwendet. Es wurde erwartet, dass positive Clone, die zumindest
eine Homologie mit mehreren verschiedenen bekannten Hämopoietin-Rezeptoren
zeigen, als positive Clone der sekundären Suche, die Angehörige der
Hämopoietin-Rezeptorfamilie
codieren, von den positiven Clonen der sekundären Suche gemäss der Suche
ausgewählt
würden.
-
Als
ein Ergebnis der vorstehenden zweistufigen Blast-Suche wurden von
den in Tabelle 2 gezeigten menschlichen genomischen Clonen, drei
Clone (AC008048, AC007174 und AL109843) erfolgreich als positive Clone
der sekundären
Suche identifiziert. Es wurde jedoch gezeigt, dass AC008048 und
AC007174 Genomsequenzen sind, die den Betastrang des menschlichen
IL-2-Rezeptors beziehungsweise den menschlichen IL-5-Rezeptor codieren.
Es wurde gefolgert, dass AL109843 allein den neuen Ziel-Hämopoietin-Rezeptor
codiert. Deshalb wurde dieser Clon NR12 genannt und wurde und zur
Isolierung von cDNA voller Länge
bestimmt.
-
AL109843
ist ein Entwurf einer genomischen Leit-Sequenz, die vom menschlichen
Chromosom 1 abstammt, das der htgs-Datenbank am 16. August 1999
vorgelegt wurde und eine Länge
von 149104 Bp hat. Es bleiben zu diesem Zeitpunkt jedoch Nucleotidsequenzen
an zehn Positionen, insgesamt etwa 8000 Bp, unbestimmt. Die Existenz
eines WS-Exons konnte in der Sequenz von AL109843 vorhergesagt werden,
die in der primären
TblastN-Suche positiv war, wie in 1 gezeigt
wurde. Das YR-Motiv, die [YVFQVR]-Sequenz, und das WS-Motiv, die
[WQPWS]-Sequenz, wurden in der Sequenz erkannt. Der Vergleich der
Aminosäuresequenz
von NR12 mit der des bekannten Hämopoietin-Rezeptors,
von denen nachgewiesen wurde, dass sie in der sekundären BlastX-Suche
eine Homologie haben, ist in 2 gezeigt.
Basierend auf dem vorstehenden Ergebnis wurden basierend auf der
Exonsequenz spezifische Oligonucleotid-Primer entworfen, von denen
vorhergesagt wurde, dass sie in der AL109843 vorkommen, und diese
Primer wurden im 5'-RACE-Verfahren
und im 3'-RACE-Verfahren,
die später
beschrieben werden, verwendet.
-
(3) Herstellung von Oligonucleotid-Primern
-
Wie
vorstehend beschrieben, wurden Exonstellen auf AL109843-Sequenzen
vorhergesagt, und diese wurde verwendet, um die folgenden Oligonucleotid-Primer,
die für
NR12 spezifisch sind, zu entwerfen. Drei Sense-Primer (NR12-S1,
NR12-S2 und NR12-S3; stromabwärts
orientiert) und drei Antisense-Primer (NR12-A1, NR12-A2 und NR12-A3; stromaufwärts orientiert)
wurden unter Verwendung des ABI 394-DNA/RNA-Synthesegeräts unter Bedingungen synthetisiert,
bei der eine Trityl-Gruppe
an den 5'-Terminus angeheftet
wird. Dann wurden die Herstellungen unter Verwendung einer OPC-Säule (ABI
#400771) gereinigt, um Primer voller Länge zu erhalten.
NR12-S1;
5'-GCA ACA GTC AGA
ATT CTA CTT GGA GCC-3' (SEQ
ID NO: 11)
NR12-S2; 5'-CAT
TAA GTA CGT ATT TCA AGT GAG ATG TC-3' (SEQ ID NO: 12)
NR12-S3: 5'-GGT ACT GGC AGC
CTT GGA GTT CAC TG-3' (SEQ
ID NO: 13)
NR12-A1; 5'-CAG
TGA ACT CCA AGG CTG CCA GTA CC-3' (SEQ
ID NO: 14)
NR12-A2; 5'-GAC
ATC TCA CTT GAA ATA CGT ACT TAA TG-3' (SEQ ID NO: 15)
NR12-A3; 5'-GGC TCC AAG TAG
AAT TCT GAC TGT TGC-3' (SEQ
ID NO: 16)
-
Vorstehende
Oligonucleotid-Primer, NR12-S1 und NR12-A3, NR12-S2 und NR12-A2
und NR12-S3 und NR12-A1 wurden so entworfen, dass sie eine vollständig komplementäre Sequenz
zueinander haben.
-
(4) Clonierung N-terminaler
cDNA durch das 5'-RACE-Verfahren
-
Um
cDNA voller Länge
von NR12 zu isolieren, wurde eine 5'-RACE-PCR unter Verwendung von NR12-A1
von (3) für
die primäre
PCR beziehungsweise NR12-A2 von (3) für die sekundäre PCR durchgeführt. Ein
PCR-Versuch wurde unter Verwendung der Human Fetal Liver Marathon-Ready-cDNA-Bank
(Clontech#7403-1) als Matrize und des Advantage cDNA Polymerase
Mix (Clontech#8417-1) auf dem Thermocycler (Perkin Elmer Gene Amp
PCR System 2400) durchgeführt.
Als Ergebnis wurden unter den folgenden Bedingungen PCR-Produkte
von zwei verschiedenen Größen, wie
in 3 gezeigt, erhalten.
-
Die
Bedingungen der primären
PCR waren wie folgt: 94°C über 4 min,
5 Zyklen von „94°C über 20 sek, 72°C über 90 sek", 5 Zyklen von „94°C über 20 sek,
70°C über 90 sek", 28 Zyklen von „94°C über 20 sek,
68° über 90 sek", 72°C über 3 min,
und Beendigung bei 4°C.
-
Die
Bedingungen der sekundären
PCR waren wie folgt: 94°C über 4 min,
5 Zyklen von „94°C über 20 sek,
70°C über 90 sek" 25 Zyklen von „94°C über 20 sek,
68°C über 90 sek", 72°C über 3 min,
und Beendigung bei 4°C.
-
Zwei
Amplifikationsprodukte wurden durch die PCR erhalten und beide wurden
in pGEM-T Easy-Vektor (Promega #A1360) subcloniert, und die Nucleotidsequenzen
wurden bestimmt. Die Transformation des PCR-Produkts in den pGEM-T
Easy-Vektor wurde in einer Reaktion bei 4°C über 12 Stunden unter Verwendung
von T4 DNA-Ligase (Promega #A1360) durchgeführt. Die Rekombinanten der
PCR-Produkte und des pGEM-T Easy-Vektors wurden durch die Transformation
des E. coli-Strangs DH5α (Toyobo#DNA-903)
erhalten. Rekombinanten wurden unter Verwendung von Insert Check
Ready Blue (Toyobo#PIK-201) ausgewählt. Die Nucleotidsequenzen
wurden unter Verwendung des BigDye Terminator Cycle Sequencing Ready
Reaction Kit (ABI/Perkin Elmer#4303154) und durch Analyse mit dem
ABI PRISM 377 DNA Sequencer bestimmt. Die Nucleotidsequenzen des
gesamten inserierten Fragments von zehn unabhängigen Clonen wurden bestimmt. Als
ein Ergebnis wurden sie, basierend auf der Länge der Basenpaare und der
Sequenzunterschiede in zwei Gruppen unterteilt, wobei eine aus 4
Clonen mit einer Größe von 1,3
kB bestand und die andere aus 6 Clonen mit einer Größe von 1,0
kB bestand. Es wurde jedoch gezeigt, dass die früheren 5'-RACE-PCR-Produkte von 1,3 kB unspezifische
PCR-Amplifikationsprodukte
waren. Diese Sequenz wird von der kleineren Bande, die in 3 gezeigt
ist, abgeleitet. Auf der anderen Seite wurde erkannt, dass die letzteren
5'-RACE-PCR-Produkte von
1,0 Kb partielle Nucleotidsequenzen von NR12 sind, die von einer
korrekten PCR-Amplifikationsreaktion herrührten.
-
(5) Clonierung I-terminaler
cDNA durch das 3'-RACE-Verfahren
-
Um
die C-terminale Sequenz eines DNA-Clons, der dem NR12 voller Länge entspricht,
zu isolieren, wurde eine 3'-RACE-PCR
unter Verwendung von NR12-S1-Primer
von (3) für
die primäre
PCR beziehungsweise NR12-A2 von (3) für die sekundäre PCR durchgeführt. Die
PCR wurde unter denselben Bedingungen durchgeführt wie in dem vorstehenden
5'-RACE, mit der
Ausnahme, dass die Human Thymus Marathon-Ready cDNA-Library (Clontech#7415-1)
als Matrize verwendet wurde. Genauer wurden der Advantage cDNA Polymerase
Mix und der Perkin Elmer Gene Amp PCR System 2400-Thermocycler in
dem PCR-Versuch verwendet. Unter denselben PCR-Bedingungen wie jenen
in (4) beschriebenen wurde das 3'-RACE-Amplifikationsprodukt,
das eine identische Größe von 750
Bp zeigte, wie in 3 beschrieben, erhalten. Das
erhaltene PCR-Produkt wurde wie vorstehend in den pGEM-T Easy-Vektor
subcloniert, um die Nucleotidsequenz zu bestimmen. Die Rekombination
des PCR-Produkts in den pGEM-T Easy-Vektor wurde unter Verwendung
von T4-DNA-Ligase in einer Reaktion bei 4°C über 12 Stunden durchgeführt. Die
Rekombinante des PCR-Produkts und des pGEM-T Easy-Vektors wurde
durch Transformation des E. coli-Strangs DH5α erhalten und die Selektion
der Rekombinante wurde, wie vorstehend beschrieben, unter Verwendung
von Insert Check Ready Blue durchgeführt. Die Nucleotidsequenz wurde
unter Verwendung des BigDye Terminator Cycle Sequencing Ready Reaction
Kit und des ABI PRISM 377 DNA Sequencer zur Analyse bestimmt. Die
Nucleotidsequenzen des gesamten inserierten Fragments von 2 unabhängigen Clonen
von genetischen Rekombinanten zeigten, dass die Clone die C-terminale
Sequenz des NR12-cDNA-Clons voller Länge mit einer Poly A-Sequenz
enthalten.
-
Dann
wurden die Nucleotidsequenz, die durch die 3'-RACE-PCR bestimmt wurde, und jene,
die durch 5'-RACE-PCR
in (4) bestimmt wurden, kombiniert, um schließlich die gesamte Nucleotidsequenz
des cDNA-Clons, der die sezernierte Form des löslichen Rezeptor-ähnlichen
Proteins, genannt NR12.1, codiert, zu bestimmen. Die bestimmte Nucleotidsequenz
von NR12.1-cDNA (SEQ ID NO: 1) und die Aminosäuresequenz, die durch die Sequenz
codiert wird (SEQ ID NO: 2), sind in 4 gezeigt.
-
(6) Clonierung einer C-terminalen
Spleiß-Variante
durch das 3'-RACE-Verfahren
-
Obwohl
der vorstehend isolierte NR12.1-Clon nach dem Ergebnis der Strukturanalyse
ausreichend Merkmale bekannter Hämopoietin-Rezeptoren
hatte, besaß er
keine Transmembran-Region. Deshalb wurde gefolgert, dass er ein
löslichen
Rezeptor-ähnliche
Protein, wie vorstehend erwähnt,
codiert. Weiterhin sagten die hier genannten Erfinder die Existenz
von Spleiß-Varianten
voraus, die vor allem in der C-terminalen Region des Transkriptionsprodukts
des vorliegenden Gen eine Transmembran-Region haben, und versuchten, NR12-cDNA-Clone
durch nachfolgendes 3'-RACE-Verfahren
zu isolieren.
-
Somit
wurde eine 3'-RACE-PCR
unter Verwendung des vorstehend erwähnten NR12-S2-Primers von (3)
für primäre PCR und
des NR12-S3-Primers für
sekundäre
PCR durchgeführt.
Unter denselben PCR-Bedingungen wie den in (4) beschriebenen für das 5'-RACE-Verfahren,
mit der Ausnahme, dass eine Human Testis Marathon-Ready cDNA-Library
(Clontech#7414-1) als Matrize verwendet wurde. Als Ergebnis wurden
mehrere 3'-RACE-PCR-Produkte
mit verschiedenen Größen erhalten.
Alle erhaltenen PCR-Produkte wurden, wie vorstehend beschrieben,
in den pGEM-T Easy-Vektor subcloniert, um die Nucleotidsequenzen
zu bestimmen. Die Nucleotidsequenzen der gesamten inserierten Fragmente
von 6 unabhängigen
Clonen genetischer Rekombinanten wurden bestimmt. Als ein Ergebnis
wurde herausgefunden, dass einer dieser Clone mit dem vorstehend
bestimmten NR12.1 identisch ist. Die anderen 5 Clone codierten möglicherweise
das Ziel-Transmembran-Protein, das Transmembran-Regionen hat. Das
heißt,
die vorliegenden Erfinder waren wie erwartet in der Lage, die Existenz
von Spleiß-Varianten von NR12
zu bestätigen.
Des Weiteren zeigten die 5 vorstehenden cDNA-Clone auf Grund von alternativem Spleißen Unterschiede
in der extrazellulären
C-terminalen Region. Zwei
dieser Clone hatten nämlich
nur eine kurze intrazelluläre
Region und wurden NR12.2 genannt. Auf der anderen Seite hatten die
anderen 3 Clone eine lange intrazelluläre Region. Diese cDNA-Clone
mit einem langen ORF wurden NR12.3 genannt und wurden von der vorstehenden
Sequenz, NR12.2., unterschieden.
-
Dann
wurden die Nucleotidsequenz, die durch die 3'-RACE-PCR bestimmt wurde, und die von
den 5'-RACE-PCR-Produkten
in (4) kombiniert, um schließlich
die gesamte Nucleotidsequenz des cDNA-Clons, der das transmembrane
Rezeptorprotein codiert, zu bestimmen. Die Nucleotidsequenz, die
für NR12.2-cDNA (SEQ
ID NO: 3) bestimmt wurde, und ihre Aminosäuresequenz (SEQ ID NO: 4) sind
in 5 gezeigt. Die Nucleotidsequenz der NR12.3-cDNA
(SEQ ID NO: 5) und ihre Aminosäuresequenz
(SEQ ID NO: 6) sind in den 6 und 7 gezeigt.
-
Die
Sequenz der Exonstelle wurde vorstehend in (2) aus der Spleiß-Consensus-Sequenz
bei der RNA-Transkription vorhergesagt (Hames, B. D. und Glover,
D. M., Transcription and Splicing (Oxford, IRL Press), 1988, S.
131–206)
und nicht durch die Verwendung von Programmen wie Genom-Analyse-Software. Gemäß der Bestimmung
der gesamten Nucleotidsequenz isolierter cDNA-Clone wurde gezeigt,
dass die Exonstelle, die innerhalb der partiellen Sequenz von AL109843,
gezeigt in 1, vorhergesagt wurde, vollständig mit
der übereinstimmt,
die bei der tatsächlichen
Transkription des NR12-Gens beobachtet wurde. Es wurde jedoch gezeigt,
dass nur das Transkriptionsprodukt des NR12.1-cDNA-Clons eines war,
das sich, gelesen durch die identische Sequenz der Genomstruktur
ohne Spleißen
nach der Termination des WS-Exons, bis zur nicht-translatierten
3'-Region erstreckt.
-
(7) Strukturmerkmal von
NR12 und Vorhersage seiner Funktion
-
Als
ein Ergebnis der Bestimmung der gesamten Nucleotidsequenzen von
NR12.1, NR12.2 und NR12.3 wurde gezeigt, dass sie die Transkriptionsprodukte
sind, die auf Grund von alternativem Spleißen eine strukturelle Varietät im C-Terminus haben. NR12.1
kann eine sekretorische Form eines löslichen Hämopoietin-Rezeptor-ähnlichen Proteins codieren,
das gemäß seiner
Primärstruktur
aus 337 Aminosäuren
besteht, während
NR12.2 und NR12.3 transmembrane Hämopoietin-Rezeptorproteine codieren können, die
aus 428 beziehungsweise 629 Aminosäuren bestehen. Die Eigenschaften
von jedem NR12 waren wie folgt.
-
Zuerst
wird vorausgesagt, dass die Sequenz von dem ersten Met zum 23. Gly
in der gemeinsamen extrazellulären
Domäne
dieser Clone die typische Sekretions-Signalsequenz ist. Hierin wird angenommen, dass
das erste Met die Translations-Initiationsstelle
ist, weil es an der Minus -32-Position vom 1. Met ein in-frame-Terminationscodon
im Leserahmen gibt. Als nächstes
gibt es eine Ig-ähnliche
Region in der Region vom 24. Gly- zum 124. Pro-Rest. Zusätzlich wird
vorhergesagt, dass die Region von dem 133. Cys- zum 144. Cys-Rest
eine der Schleifenstrukturen bildet, die eine Liganden-Bindungsstelle
ist. Des Weiteren entspricht die Region von dem 290. Tyr- zum 295.
Arg-Rest dem hoch konservierten YR-Motiv, und ein typisches WS-Motiv wird
auch an den Resten vom 304. Trp zum 308. Ser gefunden.
-
Hierin
codiert das NR12.1 nach dem WS-Motiv 29 Aminosäuren, und das Translations-Raster
endet am nächsten
Stop-Codon. Deshalb codiert das NR12.1 ein lösliches Hämopoietin-Rezeptorprotein,
das keine transmembrane Domäne
hat. Auf der anderen Seite entsprechen die 26 Aminosäuren, die
auf das vorstehende konservative Motiv vom 352. Gly- zum 377. Asn-Rest
in NR12.2 und NR12.3 folgen, einer typischen transmembranen Domäne. NR12.2
und NR12.3 codieren identische Aminosäuresequenzen bis zu dem 413. Gln-Rest
in der extrazellulären
Region. Es gibt jedoch auf Grund von alternativem Spleißen strukturelle
Unterschiede in der C-terminalen
Region, die dem 413. Gln-Rest folgt, so dass sie an verschiedene
Exons gebunden werden. NR12.2 codiert nämlich 428 Aminosäuren und
das Translationsraster wird am nächsten
Stop-Codon terminiert. Somit hat es nur eine kurze intrazelluläre Region,
die aus 51 Aminosäuren
besteht. Auf der anderen Seite codiert NR12.3 629 Aminosäuren und
hat eine intrazelluläre
Region, die aus 252 Aminosäuren besteht.
Gemäß den vorstehenden
Struktureigenschaften wurde erkannt, dass das NR12-Gen ausreichende Eigenschaften
als neue Hämopoietin-Rezeptorproteine
besitzt.
-
[Beispiel 2] Bestimmung
der Gewebeverteilung und Expressionsmusteranalyse des NR12-Gens
durch RT-PCR
-
mRNA
wurde unter Verwendung des RT-PCR-Verfahrens zur Analyse der Expressionsverteilung
und des Expressionsmusters des NR12.1-Gens in verschiedenen menschlichen
Organen nachgewiesen. NR12-PPD-Primer mit der nachstehenden Sequenz
wurde als Sense-Primer (stromabwärts
orientiert) für
die RT-PCR-Analyse synthetisiert. Der NR12-A1-Primer, der in Beispiel
1 (3) synthetisiert wurde, wurde als Antisense-Primer (stromaufwärts orientiert)
verwendet. Der NR12-PPD-Primer wurde wie in Beispiel 1 (3) synthetisiert
und gereinigt. Es wurde erwartet, dass die gemeinsame N-terminale
Region in allen Spleiß-Varianten, NR12.1,
NR12.2 und NR12.3, unter Verwendung dieser Primer-Reihen (NR12-PPD
und NR12-A1) amplifiziert und nachgewiesen wurde.
hNR12-PPD;
5'-CCG CCA GAT ATT
CCT GAT GAA GTA ACC-3' (SEQ
ID NO: 17)
-
Die
verwendeten Matrizen waren Human Multiple Tissue-cDNA (MTC) Panel
I (Clontech #K1420-1), Human MTC Panel II (Clontech#K1421-1), Human
Immune System MTC Panel (Clontech#K1426-1), und Human Fetal MTC
Panel Clontech#K1425-1). PCR wurde unter Verwendung von Advantage
cDNA-Polymerase Mix
(Clontech#8417-1) auf einem Thermocycler (Perkin Elmer Gene Amp
PCR System 2400) durchgeführt. PCR
wurde unter den folgenden Bedingungen durchgeführt, um das Ziel-Gen zu amplifizieren:
94°C über 4 min,
5 Zyklen von „94°C über 20 sek,
72°C über 1 min", 5 Zyklen von „94°C über 20 sek,
70°C über 1 min", 25 Zyklen von „94°C über 20 sek,
68° über 1 min", 72°C über 3 min
und Beendigung bei 4°C.
-
Wie
in 8 gezeigt, wurde eine starke Expression von NR12
in dem hämatopoetischen
Zellliniengewebe und im Immunzelllinien-Gewebe wie adulter Milz,
Thymus, Lymphknoten, Knochenmark und peripheren Leukocyten beobachtet.
Die Expression wurde auch in Testis, Leber, Lunge, Niere, Pankreas
und im Gastrointestinaltrakt wie Dünndarm und Dickdarm nachgewiesen.
Darüber
hinaus wurde eine NR12-Genexpression auch in der gesamten analysierten
mRNA beobachtet, die von menschlichen fötalen Geweben abstammt. Durch
die Durchführung
von PCR unter Verwendung von menschlichen G3PDH-Primern unter den
vorstehenden Bedingungen und durch Nachweisen der Expression des
Haushaltsgens G3PDH wurde bestätigt,
dass sich die Anzahl an mRNA-Kopien bei der Matrizen-mRNA normalisiert
hatte.
-
Die
Größe des RT-PCR-Amplifikationsprodukts
betrug 561 Bp, was mit der Größe übereinstimmte,
die aus der bestimmten Nucleotidsequenz von NR12-cDNA errechnet
wurde. Demnach wurde angenommen, dass das Produkt das Produkt einer
spezifischen PCR-Amplifikationsreaktion war. Dies wurde durch Southern-Blot-Verfahren, wie nachstehend,
weiter bestätigt,
und die Möglichkeit,
dass das Produkt ein unspezifisches PCR-Amplifikationsprodukt war,
wurde verworfen.
-
Die
Analysen der Expressions-Verteilung und des Expressionsmusters des
NR12-Gens durch BT-PCR zeigten, dass die Expression auf bestimmte
Organe und Gewebe beschränkt
ist, und ebenso, dass die Expressionsmenge zwischen den Organen
stark variiert. Nimmt man alle Ergebnisse der NR12-Genexpressionsverteilung
zusammen, so legt die Tatsache, dass eine besonders starke Expression
in Gewebe nachgewiesen wurde, von dem man vor allem annahm, dass
es Immunzellen-Gewebe und hämatopoetische
Zellen enthielt, stark die Möglichkeit
nahe, dass NR12 als neuer Hämopoietin-Rezeptor
wirkt. Des Weiteren legt die Tatsache, dass die Expression von NR12
auch in anderen Geweben beobachtet wurde, nahe, dass NR12 verschiedene
physiologische Funktionen in vivo regulieren kann, nicht nur jene
im Immunsystem und im hämatopoetischen
System.
-
Darüber hinaus
wurde die Existenz von Spleiß-Varianten
erkannt. Dies legt stark nahe, dass die transkriptionale Regulation
der NR12-Genexpression streng durch die die transkriptionale Regulation
bestimmende funktionale Spezifität,
die transkriptionale Induktion durch exogenen stimulierenden Faktor
und die Regulation alternativen Spleißens in spezifischen Zelltypen
kontrolliert wird.
-
[Beispiel 3] Verifizierung
der Spezifität
des RT-PCR-Produkts durch das Southern-Blot-Verfahren
-
Um
die Spezifität
der Amplifikation zu verifizieren, wurde das durch RT-PCR amplifizierte
Ziel-Genprodukt in Beispiel 2 unter Verwendung eines NR12-spezifischen cDNA-Fragments
als Sonde einem Southern-Blot-Verfahren unterzogen. Zur selben Zeit
wurde die Menge des RT-PCR-Produkts durch die Stärke des markierten Signals
quantitativ nachgewiesen, um die relativen Genexpressionsmengen
bei verschiedenen menschlichen Organen zu bestimmen. Das RT-PCR-Produkt
wurde auf einem Agarosegel einer Elektrophorese unterzogen, auf
eine geladene Nylonmembran, Hybond N (+) (Amersham, kat#RPN303B)
geblottet, und einer Hybridisierung unterzogen. Das cDNA-Fragment
als Produkt der 5'-RACE-PCR,
das dem N-Terminus des NR12, erhalten in Beispiel 1 (4), entsprach,
wurde als spezifische Sonde für
NR12 verwendet. Die Sonden wurden unter Verwendung des Mega Prime
Kit (Amersham, kat#RPN1607) hergestellt und mit Radioisotop, [α-32P]-dCTP (Amersham, kat#AA0005) markiert.
Die Hybridisierung wurde unter Verwendung von Express Hyb Hybridization
Solution (Clontech#8015-2) durchgeführt, und nach der Prähybridisierung
bei 68°C über 30 min
wurde hitzedenaturierte markierte Sonde zugesetzt, um bei 68°C über 120
min eine Hybridisierung durchzuführen.
Nach aufeinanderfolgendem Waschen in (1) 1 × SSC/0,1% SDS bei Raumtemperatur über 5 min; (2)
1 × SSC/0,1%
SDS bei 50°C über 30 min;
und (3) 0,1 × SSC/0,1%
SDS bei 50°C über 30 min
wurde die Membran einer Imaging Plate (FUJI#BAS-III) ausgesetzt,
und das NR12-spezifische Signal wurde durch den Image Analyzer (FUJIX,
BAS-2000 II) nachgewiesen.
-
Wie
in 9 gezeigt, wurden alle durch die vorstehende RT-PCR
amplifizierten PCR-Produkte als spezifische Amplifikationsprodukte
bestätigt.
Des Weiteren unterstützte
das Ergebnis der Quantifikation der relativen Expressionsmengen
in jedem Gewebe ebenfalls die vorstehend erwähnte Bestimmung. Es ist bekannt, dass
das Nachweisverfahren für
die Ziel-Genexpression unter Verwendung von RT-PCR und Southern-Blot-Verfahren
in Kombination, im Vergleich mit anderen Verfahren für die Expressionsanalyse,
eine extrem hohe Sensitivität
hat. Nichtsdestoweniger wurde die NR12-Genexpression überhaupt
nicht in adultem Herzen, Skelettmuskel, adultem Gehirn, Prostata,
Eierstock oder Plazenta nachgewiesen.
-
[Beispiel 4] Northern-Blot-Analyse
der NR12-Genexpression
-
Die
Northern-Blot-Analyse der NR12-Genexpression wurde durchgeführt, um
das Expressionsmuster des NR12-Gens in menschlichen Organen und
menschlichen Krebs-Zelllinien zu untersuchen und um die Größe der NR12-Transkripte zu bestimmten.
Human Multiple Tissue Northern (MTN) Blot (Clontech#7760-1), Human
MTN Blot II (Clontech#7759-1), Human MTN Blot III (Clontech#7767-1)
und Human Cancer Cell Line MTN Blot (Clontech#7757-1) wurden verwendet.
-
Das
cDNA-Fragment, erhalten durch 5'-RACE
in Beispiel 1 (4), wurde als die Sonde verwendet. Die Sonde wurde
unter Verwendung von Mega Prime Kit hergestellt und wie in Beispiel
3 mit [α-32P]-dCTP radioaktiv markiert. Die Hybridisierung
wurde unter Verwendung von Express Hybridization Solution durchgeführt, und
nach Prähybridisierung
bei 65°C über 30 min
wurde hitzedenaturierte markierte Sonde zugesetzt, um bei 65°C über 16 h
eine Hybridisierung durchzuführen.
Nach aufeinanderfolgendem Waschen in (1) 1 × SSC/0,1% SDS bei Raumtemperatur über 5 min;
(2) 1 × SSC/0,1%
SDS bei 48°C über 30 min;
und (3) 0,5 × SSC/0,1% SDS
bei 48°C über 30 min
wurde die Membran wie vorstehend einer Imaging Plate ausgesetzt,
und ein Versuch, das NR12-spezifische
Signal nachzuweisen, wurde unter Verwendung eines Image Analyzers
unternommen.
-
Das
Verfahren konnte in keinem der untersuchten menschlichen Organe
ein Signal nachweisen. Dies könnte
der Fall sein, weil das Northern-Blot-Verfahren eine signifikant
geringere Sensitivität
hat als RT-PCR und somit mRNA mit niedriger Expressionsmenge nicht
nachweisen konnte.
-
[Beispiel 5] Konstruktion
eines NR12-Liganden-Durchmusterungssystems unter Verwendung Wachstumsfaktor-abhängiger Zelllinien
-
Liganden,
die spezifisch an das Protein dieser Erfindung binden, können durch
den folgenden Schritt durchmustert werden: (1) Herstellung eines
chimären
Rezeptors durch Ligieren der extrazellulären Domäne des Proteins dieser Erfindung
mit der intrazellulären
Domäne,
die die transmembrane Domäne
eines Hämpoietin-Rezeptorproteins
enthält
und die eine bekannte Signal-Transduktions-Fähigkeit umfasst; (2) Exprimieren dieses
chimären
Rezeptors auf der Zelloberfläche
einer geeigneten Zelllinie, vorzugsweise einer Zelllinie, die nur
in Gegenwart eines geeigneten Faktors überleben und sich vermehren
kann (eine Wachstumsfaktor-abhängige Zelllinie);
und (3) Züchten
der Zelllinie durch Zusetzen eines Materials, von dem erwartet wird,
dass es verschiedene Wachstumsfaktoren, Cytokine oder hämatopoetische
Faktoren enthält.
Dieses Verfahren verwendet die Tatsache, dass die vorstehend erwähnte Wachstumsfaktor-abhängige Zelllinie
nur überlebt
und sich vermehrt, wenn ein Ligand, der spezifisch an die extrazelluläre Domäne des Proteins
der Erfindung bindet, innerhalb des Testmaterials existiert, und
ohne Existenz des Wachstumsfaktors schnell getötet wird. Bekannte Hämopoietin-Rezeptoren
sind zum Beispiel der Thrombopoietin-Rezeptor, der Erythropoietin-Rezeptor,
der G-CSF-Rezeptor,
gp130 etc. Der Partner des chimären
Rezeptors, der beim Durchmustern der Erfindung verwendet wurde,
ist jedoch nicht auf diese bekannten hämatopoetischen Rezeptoren beschränkt, und
jeder Rezeptor kann verwendet werden, solange er die Struktur enthält, die
für die
Signaltransduktions-Aktivität
in der cytoplasmatischen Domäne
notwendig ist. IL-3-abhängige
Zelllinien wie Ba/F3 und FCD-P1 können als Wachstumsfaktor-abhängige Zelllinien
beispielhaft genannt werden.
-
Zuerst
wurde die cDNA-Sequenz, die die extrazelluläre Region von NR12 codiert
(die Aminosäuresequenz
vom 1. Met zum 319. Gly), durch PCR amplifiziert, und dieses DNA-Fragment
wurde im Leserahmen an die DNA-Fragmente gebunden, die die Transmembran-Region
und die intrazelluläre
Region eines bekannten Hämopoietin-Rezeptors
codieren, um eine Fusionssequenz herzustellen, die einen chimären Rezeptor
codiert. Der TPO-Rezeptor (menschliches MPL-P) wurde aus den vorstehend
beschriebenen Kandidaten als der bekannte Partner-Hämopoietin-Rezeptor ausgewählt. Die
vorstehend konstruierte chimäre
Rezeptorsequenz wurde in den Plasmid-Vektor, pME18S/neo, inseriert,
der in Säugerzellen
exprimiert werden kann. Ein schematisches Diagramm der Struktur
des konstruierten chimären
pME18S/NR12-POR-Rezeptors ist in 10 gezeigt.
Der chimäre,
den Rezeptor exprimierende Vektor wurde in die Wachstumsfaktor-abhängige Zelllinie Ba/F3
eingeführt
und zur Expression gezwungen. Dann wurden stabile Zellen mit eingeführten Genen
ausgewählt.
Die Selektion kann unter Verwendung der Tatsache durchgeführt werden,
dass der Expressionsvektor ein Wirkstoff (Neomycin)-resistentes Gen enthält, und
somit können
nur Zellen mit eingeführten
Genen, die eine Wirkstofftoleranz erhielten, in der Kultur, die
den Wirkstoff enthält,
vermehrt werden. Neues Hämopoietin kann
durch Konstruieren eines Durchmusterungs-Systems durchmustert werden, das die
Fähigkeit
der chimären
Rezeptor-exprimierenden
Zelllinien nutzt, nur bei Existenz eines Liganden, der funktional
spezifisch an das NR12 bindet, zu überleben und sich zu vermehren.
In diesem Fall wird die Züchtung
der chimären
Rezeptor-exprimierenden Zelllinie in Medium durchgeführt, das
mit einem Material angereichert ist, von dem erwartet wird, dass
es einen Ziel-Liganden an Stelle des vorstehend beschriebenen Wachstumsfaktor
(in diesem Fall IL-3)-freien Mediums einschließt.
-
[Beispiel 6] Konstruktion
eines Expressionssystems von sekretorischem und löslichem
rekombinantem NR12-Protein
-
Obwohl
selten können
an die Zellmembran bindende Proteine außer löslichen Proteinen als ein Ligand betrachtet
werden, der spezifisch an das Protein der Erfindung bindet. In solchen
Fällen
kann die Durchmusterung durch Markieren des Proteins, das nur die
extrazelluläre
Domäne
des Proteins der Erfindung enthält, oder
eines Fusionsproteins, in dem eine partielle Sequenz eines anderen
löslichen Proteins
zu der extrazellulären
Domäne
des vorliegenden Proteins zugesetzt ist, und anschließender Messung
der Bindung mit Zellen, von denen erwartet wird, dass sie den Liganden
exprimieren, durchgeführt
werden.
-
Beispiele
für die
ersteren Proteine, die nur die extrazelluläre Domäne des Proteins der Erfindung
enthalten, sind zum Beispiel lösliche
Rezeptorproteine, die durch Insertion eines Stopp-Codons in die
N-terminale Seite der transmembranen Domäne oder von NR12.1, das das
Protein vom löslichen
Typ von NR12 codiert, künstlich
hergestellt werden. Auf der anderen Seite können letztere Proteine durch
Anfügen
markierter Peptidsequenzen wie die Fc-Stelle von Immunglobulinen
und FLAG-Peptid zum C-Terminus der extrazellulären Domäne des Proteins der Erfindung
hergestellt werden. Diese löslichen
markierten Proteine können
auch für den
Nachweis beim West-Western Blot-Verfahren verwendet werden.
-
Die
hier genannten Erfinder wählten
ein Konstruktionsverfahren wie folgt aus: (1) cDNA-Sequenz, die die
extrazelluläre
Region von NR12 codiert (die Aminosäuresequenz vom 1. Met zum 319.
Gly), wurde durch PCR amplifiziert; und (2) FLAG-Peptidsequenz wurde
im Leserahmen zum C-Terminus des amplifizierten DNA-Fragments zugesetzt,
um eine Sequenz zu erhalten, die das lösliche Ziel-Protein codiert. Die konstruierte Sequenz
wurde in den Plasmid-Vektor, pCHO, inseriert, der in Säugerzellen
exprimiert werden kann. Ein schematisches Diagramm der Struktur
des konstruierten chimären
pCHO/NR12-TPOR-Rezeptors wird in 10 gezeigt.
Dieser Expressionsvektor wurde in Säugerzellen, CHO-Zellen, eingeführt und
zur Expression gezwungen. Dann wurden stabile Zellen mit eingeführtem Gen
ausgewählt.
Nach Bestätigen
des Expression des löslichen
Proteins wurden die Expressionszellen im großen Maßstab gezüchtet. Das rekombinante Protein, das
in den Kulturüberstand
sezerniert wurde, kann unter Verwendung eines anti-FLAG-Peptid-Antikörpers immunpräzipitiert
werden und kann durch Affinitätssäulen etc.
gereinigt werden.
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Das
erhaltene rekombinante Protein kann nicht nur bei dem vorstehend
erwähnten
Test angewendet werden, sondern zum Beispiel auch zum Nachweis von
spezifischer Bindungsaktivität
innerhalb eines Materials, von dem erwartet wird, dass es einen
Ziel-Liganden enthält,
durch das BIA-CORE-System (Pharmacia). Somit ist es extrem wichtig,
neue Hämopoietine
zu suchen, die an NR12 binden können.
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[Beispiel 7] Erneute Isolierung
von menschlicher NR12-CDS voller Länge
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(1) Herstellung von Oligonucleotid-Primern
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Die
hier genannten Erfinder waren bereits bei der Isolierung der cDNA
des NR12-Gens voller Länge erfolgreich
gewesen. Die N-terminale Sequenz und die C-terminale Sequenz des isolierten Ziel-Gens
wurden jedoch auf Grund der Verwendung des 5'-RACE- und 3'-RACE-Verfahrens für die cDNA-Isolierung getrennt isoliert.
Somit versuchten die hier genannten Erfinder, die NR12.2- und NR12.3-Gene,
die fortlaufende Codierungssequenzen voller Länge enthalten, erneut zu isolieren.
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Zuerst
wurde ein Sense-Primer (NR12.2-MET), nachstehend beschrieben, der
das Start-Codon, die Met-Sequenz, enthielt, mit einer gemeinsamen
Nucleotid-Sequenz
für jeden
cDNA-Clon von NR12 hergestellt. Als Antisense-Primer wurden NR12.2-STP
und NR12.3-STP, die ein Stopp-Codon enthalten, das für NR12.2 beziehungsweise
NR12.3 spezifisch ist, hergestellt. Die Primer wurden wie in Beispiel
1 (3) synthetisiert. Genauer wurde ABI's 394 DNA/RNA-Synthesizer unter Bedingungen,
bei denen eine Trityl-Gruppe an den 5'-Terminus angeheftet wird, für die Primersynthese
verwendet. Dann wurde das Produkt unter Verwendung einer OPC-Säule (ABI#400771)
gereinigt, um Primer voller Länge
zu erhalten.
NR12.1-MET; 5'-ATG
AAT CAG GTC ACT ATT CAA TGG-3' (SEQ
ID NO: 18)
NR12.2-STP; 5'-GCA
GTC CTC CTA CTT CAG CTT CCC-3' (SEQ
ID NO: 19)
NR12.3-STP; 5'-TTG
ATT TTG ACC ACA CAG CTC TAC-3' (SEQ
ID NO: 20)
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(2) PCR-Clonierung
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Um
die CDS von NR12 voller Länge
zu isolieren, wurde eine PCR-Clonierung unter Verwendung von NR12.1-MET-Primer
von (1) als Sense-Primer und von NR12.2-STP- beziehungsweise NR12.3-STP-Primer als
Antisense-Primer durchgeführt.
Human Thymus Marathon-Ready cDNA-Library (Clontech#7415-1) wurde als
Matrize und Advantage cDNA Polymerase Mix (Clontech#8417-1) für den PCR-Versuch
auf einem Thermocycler (Perkin Elmer Gene Amp PCR System 2400) unter
den nachstehend beschriebenen Bedingungen verwendet. Das PCR-Produkt
aus 1301 Bp, genannt NR12.4, wurde unter Verwendung der Primer-Reihe „NR12.1-MET und NR12.2-STP" erhalten und das
aus 1910 Bp, genannt NR12.5, wurde unter Verwendung der Primer-Reihe „NR12.1-MET
und NR12.3-STP" erhalten.
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Die
PCR wurde durch einen einzigen Zyklus von „94°C über 4 min", 5 Zyklen von „94°C über 20 sek, 72°C über 90 sek", 5 Zyklen von „94°C über 20 sek,
70°C über 90 sek", 28 Zyklen von „94°C über 20 sek,
68°C über 90 sek", einen einzigen
Zyklus von „72°C über 3 min" durchgeführt und
bei 4°C
beendet.
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Die
erhaltenen PCR-Produkte wurden wie in Beispiel 1 (4) in pGEM-T Easy-Vektoren (Promega #A1360)
subcloniert, und die Nucleotidsequenzen wurden bestimmt. Die Rekombination
der PCR-Produkte in die pGEM-T Easy-Vektoren wurde unter Verwendung
von T4-DNA-Ligase (Promega#1360) in einer Reaktion bei 4°C über 12 Stunden
durchgeführt.
Die Rekombinante des PCR-Produkts und des pGEM-T Easy-Vektors wurde
durch Transformation des E. coli-Stamms DH5α (Toyobo#DNA-903) erhalten und
Insert Check Ready Blue (Toyobo#PIK-201) wurde für die Selektion der genetischen
Rekombinante verwendet. Die Nucleotidsequenz wurde unter Verwendung
des BigDye Terminator Cycle Sequencing SF Ready Reaction Kit (ABI/Perkin Elmer#4303150)
bestimmt, und wurde durch den ABI PRISM 377 DNA Sequencer analysiert.
Die Nucleotidsequenzen der inserierten Fragmente in entsprechenden
Rekombinanten von NR12.4 und NR12.5 wurden analysiert, und die Sequenzen
von DNA-Clonen, die die CDS voller Länge codieren können, wurden
bestimmt.
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Als
ein Ergebnis wurde gezeigt, dass NR12.4 den ORF voller Länge von
NR12.2 enthält,
jedoch nicht die nicht-translatierte 5'-Region beziehungsweise die nicht-translatierte
3'-Region außer der
Sequenz, die auf Grund der Anordnung der in der PCR verwendeten
Primer, von Primern abstammt. NR12.5 enthielt auch den ORF von NR12.3
voller Länge,
jedoch nicht die nicht-translatierte 5'-Region beziehungsweise die nicht-translatierte
3'-Region außer der
Sequenz, die von den Primern abstammt. Die bestimmte Nucleotidsequenz
von NR12.4 und ihre Aminosäuresequenz
sind in den 11 und 12 gezeigt,
und die bestimmte Nucleotidsequenz von NR12.5 und ihre Aminosäuresequenz
sind in den 13 und 14 gezeigt.
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Der
E. coli-Stamm DH5α,
der mit pGEM-T Easy-Vektor (pGEM/NR12.5CDS) transfiziert ist, der
die NR12.5-cDNA dieser Erfindung enthält, wurde international am
31. Juli 2000 wie folgt hinterlegt.
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Name und Adresse der Hinterlegungs-Institution
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- Hinterlegungs-Institution: National Institute of Bioscience
and Human-Technology, Agency of Industrial Science and Technology,
Ministry of International Trade and Industry.
- Adresse: 1-1-3 Higashi, Tsukuba, Ibaraki 305-8566, Japan.
- Hinterlegungsdatum: 31. Juli 2000
- Zugangsnummer: FERM BP-7259
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[Beispiel 8] Clonierung
von homologem genomischem Mäuse-NR12-Gen
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(1) Herstellung eines
Sonden-Fragments von menschlichem NR12
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Mit
dem Ziel, die Genomstruktur des Mäuse-NR12-Gens zu analysieren,
führten
die hier genannten Erfinder eine Plaque-Hybridisierung gegen die
genomische Mäuse-DNA-Bank
durch. Um heterologe Kreuz-Hybridisierungs-Clonierung gegen die genomische Mäuse-DNA-Bank
durchzuführen,
wurde ein Sondenfragment von menschlicher NR12-cDNA hergestellt.
Das Insertionsfragment, das mit NotI aus dem 5'-RACE-Produkt von menschlichem NR12
ausgeschnitten wurde, das in Beispiel 1 (4) erhalten wurde, wurde
gereinigt und als das Sondenfragment verwendet. Der QIAquick Gel
Extraction Kit (QIAGEN#28704) wurde verwendet, um das Insertionsfragment
von dem Agarosegel zu extrahieren und zu reinigen. Die Sonde wurde
mit [α-32P]-dCTP unter Verwendung des Mega Prime
Kit wie in Beispiel 3 radioaktiv markiert und für die Plaque-Hybridisierung
verwendet.
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(2) Plaque-Hybridisierung
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Genomische
DNA vom Mäusestamm
129SVJ (Stratagene #946313), die in Lambda FIX II konstruiert wurde,
wurde als Bank verwendet. Eine genomische Bank von etwa 320.000
Plaques wurde in NZY-Agarmedium entwickelt, und die Plaques wurden
auf eine Hybond N (+)-geladene Nylonmembran (Amersham #RPN303B)
geblottet, um eine primäre
Durchmusterung durchzuführen.
Perfect-Hyb Solution (Toyobo#HYB-101) wurde für die Hybridisierung verwendet,
und nach Prähybridisierung
bei 60°C über 30 min
wurde hitzedenaturierte markierte Sonde zugesetzt, und die Hybridisierung
wurde bei 60°C über 16 h
durchgeführt. Nach
aufeinanderfolgendem Waschen in: (1) 1 × SSC/0,1% SDS bei Raumtemperatur über 5 min;
(2) 1 × SSC/0,1%
SDS bei 50°C über 30 min;
und (3) 0,5 × SSC/0,1%
SDS bei 50°C über 30 min
wurde die Membran einem Röntgenfilm
(Hyperfilm MP:Amersham, #RPN8H) ausgesetzt, um positive Mäuse NR21-Plaques
nachzuweisen.
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Als
ein Ergebnis wurden 6 unabhängige
positive oder pseudo-positive Clone erhalten. Den Erfindern gelang
es, durch Durchführen
einer sekundären
Durchmusterung auf ähnliche
Weise wie die primäre
Durchmusterung auf diese 6 Clone, die bei der primären Durchmusterung
erhalten wurden, Plaques von 2 unabhängigen positiven NR12-Clonen
zu isolieren. Lambda-DNA des isolierten Plaques wurde durch das
Platten-Lyseverfahren in großem
Maßstab
hergestellt. Die Insertionsfragmente wurden mit dem Restriktionsenzym
SalI ausgeschnitten. Die Analyse ihrer Größe zeigte, dass die Fragmente
etwa 18,5 kB beziehungsweise 16,0 kB groß waren.
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Industrielle Anwendbarkeit
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Die
vorliegende Erfindung stellt neue Hämopoietin-Rezeptorproteine
und DNA, die dieselben codiert, zu Verfügung. Die vorliegende Erfindung
stellt ebenfalls zur Verfügung:
einen Vektor, in den die DNA inseriert ist, eine Transformante,
die den Vektor beherbergt, und ein Verfahren zur Herstellung von
rekombinanten Proteinen unter Verwendung der Transformante. Sie
stellt weiterhin ein Verfahren zum Durchmustern nach einer Verbindung
oder einem natürlichen
Liganden, die/der an das Protein bindet, zur Verfügung. Es
wird vorhergesagt, dass das Protein dieser Erfindung mit der Regulierung
des Immunsystems und der Hämatopoese
in Verbindung steht. Deshalb wird erwartet, dass die Proteine dieser
Erfindung beim Verstehen von Immunantworten und fundamentalen Merkmalen
der Hämatopoese
in vivo von Nutzen sind. Es wird ebenfalls erwartet, dass die Proteine
der vorliegenden Erfindung bei der Diagnose und Behandlung von Krankheiten,
die mit Immunität
und Hämatopoese
in Verbindung stehen, verwendet werden können.
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Es
ist wichtig, unbekannte hämatopoetische
Faktoren zu isolieren, die an das NR12-Molekül dieser Erfindung binden können. Es
wird angenommen, dass das Gen dieser Erfindung beim Durchmustern
nach solchen unbekannten Faktoren extrem nützlich ist. Des Weiteren können Peptidbanken
und synthetische chemische Materialien gesucht werden, um Agonisten
und Antagonisten zu isolieren und zu identifizieren, die funktional
an das NR12 binden können.
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Wie
vorstehend beschrieben, wird erwartet, dass das NR12-Gen eine nützliche
Quelle zum Gewinnen unbekannter hämatopoetischer Faktoren oder
Agonisten zur Verfügung
stellt, die in der Lage sind, funktional an das Rezeptorprotein
zu binden, das durch das NR12-Gen codiert wird. Es wird erwartet,
dass die zelluläre Immunität und die
hämatopoetische
Funktion in vivo durch die Verabreichung solcher funktionalen Bindungssubstanzen
oder spezifischer Antikörper
verstärkt
werden wird, die die Funktion des NR12-Moleküls gegenüber dem Organismus aktivieren
können.
Somit ermöglicht
das NR12-Gen die Entwicklung von Wirkstoffen für die klinische Anwendung,
die die Vermehrung oder Differenzierung der Immunzellen oder der
hämatopoetischen
Zellen fördern
oder die die Funktion der Immunzellen aktivieren. Solche Wirkstoffe
können
verwendet werden, um die cytotoxische Immunität gegen spezifische Tumortypen
zu verstärken.
Es ist möglich,
dass NR12 in einer beschränkten
Zellpopulation in den hämatopoetischen
Geweben exprimiert wird. Entsprechend wären anti-NR12-Antikörper bei
der Isolierung solcher Zellpopulationen nützlich, die dann bei Zell-Transplantations-Behandlungen
verwendet werden können.
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Auf
der anderen Seite kann NR12.1, eine Spleißvariante von NR12, als Köderrezeptor
als Hemmstoff für
den NR12-Liganden verwendet werden. Des Weiteren wird erwartet,
dass man durch die Verabreichung von Antagonisten, die funktional
an das NR12-Molekül
binden können,
oder anderer Hemmstoffe, sowie spezifischer Antikörper, die
die molekulare Funktion von NR12 auf den Organismus hemmen können, möglicherweise
die zelluläre
Immunität
unterdrücken
oder die Vermehrung hämatopoetischer
Zellen in vivo hemmen kann. Somit können solche Hemmstoffe als
Wirkstoffe für
die klinische Anwendung verabreicht werden, zum Beispiel zur Verwendung
als Vermehrungshemmstoffe von Immunzellen und hämatopoetischer Zellen, Differentiations-Hemmstoffe,
immunsuppressive Wirkstoffe und entzündungshemmende Wirkstoffe.
Genauer können
solche Hemmstoffe verwendet werden, um das Auftreten von Autoimmunkrankheiten,
die von Autoimmunität
herrühren,
oder Gewebeabstoßung
durch das Immunsystem des lebenden Körpers, das primäre Problem bei
der Transplantation, zu unterdrücken.
Weiterhin können
die Hemmstoffe wirksam verwendet werden, um Krankheiten zu behandeln,
die durch eine solche anomale Förderung
der Immunantwort verursacht werden. Somit können die Hemmstoffe verwendet
werden, um eine Vielzahl von Allergien zu behandeln, die für bestimmte
Antigene wie Metall und Pollen spezifisch sind.
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