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HINTERGRUND
DER ERFINDUNG
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Die
Verbindungen der Formel I:

sind strukturell neue antiepileptische
Verbindungen, die sich in Tierversuchen als hoch wirksame Antikonvulsiva
gezeigt haben (Maryanoff, B.E., Nortey, S.O., Gardocki, J.F., Shank,
R.P. und Dodgson, S.P. J. Med. Chem. 30 880–887, 1987; Maryanoff, B.E., Costanzo,
M.J., Shank, R.P., Schupsky, J.J., Ortegon, M.E., und Vaught J.L.
Bioorganic & Medicinal Chemistry
Letters 3, 2653–2656,
1993). Diese Verbindungen werden von US-Patent Nr. 4,513,006 erfaßt. Von
einer dieser Verbindungen 2,3:4,5-bis-O-(1-Methylethyliden)-β-D-fructopyranosesulfamat,
die als Topiramat bekannt ist, wurde in klinischen Versuchen zur
humanen Epilepsie demonstriert, daß sie als adjuvante Therapie
oder als Monotherapie bei der Behandlung von einfachen und komplexen
partiellen Anfällen
und sekundären
generalisierten Anfällen
effektiv ist (E. Faught, B.J. Wilder, R.E. Ramsey, R.A. Reife, L.D.
Kramer, G.W. Pledger, R.M. Karim et al., Epilepsia 36 (S4) 33, 1995;
S.K. Sachdeo, R.C. Sachdeo, R.A. Reife, P. Lim und G. Pledger, Epilepsia
36 (S4) 33, 1995). Diese Verbindung wird derzeit zur Behandlung
von einfacher und komplexer partieller Anfalls-Epilepsie mit oder
ohne sekundären
generalisierten Anfällen
in ungefähr zwanzig
Ländern,
einschließlich
den Vereinigten Staaten von Amerika, verkauft und Anträge auf behördliche
Zulassung sind derzeit in verschiedenen zusätzlichen Ländern weltweit anhängig.
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Von
Verbindungen der Formel I wurde anfänglich gefunden, daß sie antikonvulsive
Aktivität
im traditionellen maximalen Elektroschock-Anfall (MES)-Test in Mäusen haben
(Shank, R.P., Gardocki, J.F., Vaught, J.L., Davis, C.B., Schupsky,
J.J., Raffa, R.B., Dodgson, S.J., Nortey, S.O., und Maryanoff, B.E.,
Epilepsia 35 450–460,
1994). Nachfolgende Studien deckten auf, daß Verbindungen der Formel I auch
sehr wirksam in den MES-Tests in Ratten waren. Erst kürzlich wurde
von Topiramat gefunden, daß es
wirksam Anfälle
in verschiedenen Nagetier-Modellen von Epilepsie blockiert (J. Nakamura,
S. Tamura, T. Kanda, A. Ishii, K. Ishihara, T. Serikawa, J. Yamada
und M. Sasa, Eur. J. Pharmacol 254 83–89, 1994) und in einem Tier-Modell
von entzündeter
Epilepsie blockiert („kindled
epilepsy") (A. Wauquier
und S. Zhou, Epilepsy Res. 24, 73–77, 1996).
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Die
Konditionen, die als familiärer,
essentieller und seniler Tremor bekannt sind, können nicht auf der Basis von
physiologischen und pharmakologischen Eigenschaften unterschieden
werden. Diese gibt es in der Klasse von Intentionszittern („action
tremors"), die mit
einer Frequenz von ungefähr
4 bis 8 Hz mit variabler Amplitude oszillieren. Die familiäre Form
neigt dazu, als ein autosomales Merkmal vererbt zu werden, und kann
in der Kindheit beginnen, aber typischerweise ist der Ausbruch im
erwachsenen Alter und dauert das Leben lang an. Wenn ein Vererbungs-Muster
nicht erwiesen ist, dann wird der Tremor als ein essentieller Tremor
bezeichnet. Der essentielle Tremor, der auch als gutartiger oder
idiopathischer Tremor bekannt ist, beginnt früh im erwachsenen Leben und
dauert an. Wenn der Tremor im späten
Leben offensichtlich wird, ist er als ein seniler Tremor bekannt.
Für die
Zwecke der vorliegenden Erfindung soll der Begriff „essentieller
Tremor", wie hierin
danach verwendet, sich auf den familiären, den essentiellen und den
senilen Tremor beziehen und diese alle einschließen.
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Diese
sind relativ übliche
Tremore mit einer geschätzten
Prävalenz
von 415 pro 100.000 Menschen über
dem Alter von 40 Jahren. Am Anfang kann der Tremor auf die oberen
Extremitäten
limitiert sein, insbesondere erkennbar in den Händen, kann aber auch als ein
Nicken oder eine Bewegung des Kopfes von Seite zu Seite („nein"-Bewegung) vorhanden
sein. Typischerweise schließt
der Tremor sowohl den Kopf als auch die oberen Extremitäten ein, wenn
der Patient altert, die unteren Extremitäten werden aber verschont.
Häufig
können
der Kiefer, die Lippen, die Zunge und der Kehlkopf einbezogen sein. Die
Stimme kann zittern, und zwar ähnlich
zu der Stimme wie sie bei Kathryn Hepburn beobachtet wurde.
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Der
essentielle Tremor wird durch Stimulanzien, wie zum Beispiel Koffein,
und durch Angst oder Streß-Situationen
verschlimmert. Der Begriff „gutartiger" Tremor kann irreführend sein,
da sogar leichte Tremore einen Chirurgen oder einen Fein-Handwerker
untauglich machen können,
oder ein Tremor, der in der Öffentlichkeit
erkennbar ist, kann sozial störend
sein.
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Behandlungen
für essentiellen
Tremor sind derzeit erhältlich,
sind aber aufgrund ihrer Nebeneffekte und anderer Probleme limitiert.
Alkohol ist eine der ältesten
selbstinitierten Therapien und es wird vorgeschlagen, daß dies dazu
führen
kann, sich in Alkoholismus zu stürzen.
Andere Sedativa sind nützlich,
insbesondere Benzodiazepine und Barbiturate, aber diese haben auch
ein signifikantes Mißbrauchs-Potential
und können
unmäßig sedierend sein.
Beta-Blocker, wie zum Beispiel Propranolol, sind die am meisten
akzeptierte Form der Therapie, aber die Antwort ist recht variabel.
Propranolol scheint 50% der Patienten, die behandelt werden, zu helfen,
aber es heilt nicht den Tremor. Es können jedoch nachteilige Effekte,
wie zum Beispiel Impotenz und Depression, in vielen Patienten auftreten.
Ein Potential für
kardiovaskuläre
Nebeneffekte existiert, einschließlich Bradykardie, Hypertonie,
Arrythmie und sogar Herzstillstand nach dem Absetzen. Daher müssen Beta-Blocker
mit großer
Vorsicht bei älteren Menschen
verwendet werden. Bemerkenswerterweise scheinen ältere Patienten weniger anzusprechen, was
höhere
Dosierungen in dieser Population notwendig macht. Die stereotaktische
Neurochirurgie, um einen Teil des Thalamus zu zerstören, kann
als Behandlung als letztes Mittel verwendet werden. Potentielle
Komplikationen dieser Technik sind zahlreich, einschließlich Schwierigkeiten
beim Gang, der Sprache und Glieder-Bewegungen (R. Adams, R. Victor,
Principles of Neurology, McGraw Hill, 1989). Daher verbleibt ein
Bedarf für
eine effektive Behandlung des essentiellen Tremors.
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Es
ist daher eine Aufgabe der Erfindung, ein Medikament für die Behandlung
des essentiellen Tremors in einem Patienten, der dafür Bedarf
hat, zu identifizieren. Es ist noch eine andere Aufgabe der Erfindung,
ein Medikament für
die Behandlung des essentiellen Tremors zu identifizieren, das eine
geringere Zahl von entkräftenden
Nebeneffekten, die in den derzeitigen Therapien vorhanden sind,
aufweist.
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OFFENBARUNG DER ERFINDUNG
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Demgemäß wurde
gefunden, daß Verbindungen
der folgenden Formel I:
wobei X O oder CH
2 ist und R1, R2, R3, R4 und R5, wie hierin
später
definiert, sind, für
die Behandlung von essentiellem Tremor nützlich sind.
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DETAILLIERTE BESCHREIBUNG
DER BEVORZUGTEN AUSFÜHRUNGSFORMEN
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Die
Sulfamate der Erfindung haben die folgende Formel (I):
wobei
X CH
2 oder
Sauerstoff ist;
R
1 Wasserstoff oder
C
1-C
4-Alkyl ist,
und
R
2, R
3,
R
4 und R
5 unabhängig voneinander
Wasserstoff oder C
1-C
3-Alkyl
sind
und, wenn X CH
2 ist, R
4 und R
5 Alkengruppen
sein können,
die verbunden sind, um einen Benzolring zu bilden,
und, wenn
X Sauerstoff ist, R
2 und R
3 und/oder
R
4 und R
5 gemeinsam
eine Methylendioxy-Gruppe
der nachfolgenden Formel (II) sein können:
wobei
R
6 und
R
7 gleich oder verschieden sind und Wasserstoff,
C
1-C
3-Alkyl sind
oder Alkyl sind und verbunden sind, um einen Cyclopentyl- oder Cyclohexyl-Ring
zu bilden.
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R1 ist insbesondere Wasserstoff oder Alkyl von
ungefähr
1 bis 4 Kohlenstoffatomen, wie zum Beispiel Methyl, Ethyl, iso-Propyl,
n-Propyl, n-Butyl, iso-Butyl, sec-Butyl und t-Butyl. Überall in
dieser Beschreibung schließt
Alkyl Alkyl mit geraden und verzweigten Ketten ein. Alkyl-Gruppen
für R2, R3, R4,
R5, R6 und R7 haben ungefähr 1 bis 3 Kohlenstoffatome und
schließen
Methyl, Ethyl, iso-Propyl und n-Propyl ein. Wenn X CH2 ist,
können
R4 und R5 verbunden sein,
um einen Benzol-Ring zu bilden, fusioniert an den 6-Ring, der X
enthält,
d. h. R4 und R5 werden durch
die Alkatrienyl-Gruppe =C-CH=CH-CH= definiert.
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Eine
besondere Gruppe der Verbindungen von Formel (I) ist die, wobei
X Sauerstoff ist und sowohl R2 und R3 als auch R4 und
R5 zusammen Methylendioxy-Gruppen der Formel
(II) sind, wobei R6 und R7 jeweils
Wasserstoff, jeweils Alkyl oder verbunden sind, um einen Spiro-Cyclopentyl-
oder Cyclohexyl-Ring zu bilden, insbesondere wenn R5 und
R7 beide Alkyl sind, wie zum Beispiel Methyl.
Eine zweite Gruppe der Verbindungen ist es, wobei X CH2 ist
und R4 und R5 verbunden
sind, um einen Benzol-Ring zu bilden. Eine dritte Gruppe der Verbindungen
nach Formel (I) ist es, wobei jeweils R2 und
R3 Wasserstoff sind.
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Eine
besonders bevorzugte Verbindung zur Verwendung in den Verfahren
der vorliegenden Erfindung ist 2,3:4,5-bis-O-(1-Methylethyliden)-β-D-fructopyranosesulfamat,
das als Topiramat bekannt ist. Topiramat hat die folgende strukturelle
Formel:
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Die
Verbindungen der Formel (I) können durch
die folgenden Verfahren synthetisiert werden:
- (a)
Reaktion eines Alkohols der Formel RCH2OH mit
einem Chlorsulfamat der Formel ClSO2NH2 oder ClSO2NHR1 in Anwesenheit einer Base, wie zum Beispiel
Kalium-t-butoxid oder Natriumhydrid, bei einer Temperatur von ungefähr –20° bis 25°C und in
einem Lösungsmittel,
wie zum Beispiel Toluol, THF oder Dimethylformamid, wobei R ein
Rest mit der folgenden Formel (III) ist:
- (b) Reaktion eines Alkohols mit der Formel RCH2OH
mit Sulfurylchlorid der Formel SO2Cl2 in Anwesenheit einer Base, wie zum Beispiel
Triethylamin oder Pyridin, bei einer Temperatur von ungefähr –40° bis 25°C in einem
Lösungsmittel, wie
zum Beispiel Diethylether oder Methylenchlorid, um ein Chlorsulfat
der Formel RCH2OSO2Cl herzustellen.
Das
Chlorsulfat der Formel RCH2OSO2Cl
kann dann mit einem Amin der Formel R1NH2 bei einer Temperatur von ungefähr 40° bis 25°C in einem Lösungsmittel,
wie zum Beispiel Methylenchlorid oder Acetonitril, reagiert werden,
um eine Verbindung der Formel (I) herzustellen. Die Reaktionsbedingungen
für (b)
sind auch beschrieben von T. Tsuchiya et al. in Tet. Letters, Nr.
36, S. 3365 bis 3368 (1978).
- (c) Reaktion des Chlorsulfats RCH2OSO2Cl mit einem Metallazid, wie zum Beispiel
Natriumazid, in einem Lösungsmittel,
wie zum Beispiel Methylenchlorid oder Acetonitril, führt zu einem
Azidosulfat der Formel RCH2OSO2N3, wie beschrieben von M. Hedayatullah in
Tet. Lett. S. 2455–2458
(1975). Das Azidosulfat wird dann zu einer Verbindung der Formel
(I), wobei R1 Wasserstoff ist, durch katalytische
Hydrierung reduziert, zum Beispiel mit einem Edelmetall und Wasserstoff
oder durch Erhitzen mit Kupfer-Metall in einem Lösungsmittel, wie zum Beispiel
Methanol.
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Die
Ausgangsmaterialien mit der Formel RCH2 können kommerziell
erhalten werden oder auf eine Weise, die im Stand der Technik bekannt
ist. Zum Beispiel können
die Ausgangsmaterialien der Formel RCH2OH,
wobei sowohl R2 und R3 als
auch R4 und R5 identisch
sind oder von der Formel (II) sind, erhalten werden durch die Methode
von R. F. Brady in Carbohydrate Research, Bd. 14, S. 35 bis 40 (1970)
oder durch Reaktion des Trimethylsilylenolethers von einem R6COR7-Keton oder
Aldehyd mit Fructose bei einer Temperatur von ungefähr 25°C in einem
Lösungsmittel,
wie zum Beispiel einem Halogenkohlenwasserstoff zum Beispiel Methylenchlorid, in
Anwesenheit einer protischen Säure,
wie zum Beispiel Salzsäure,
oder einer Lewis-Säure,
wie zum Beispiel Zinkchlorid. Die Trimethylsilylenolether-Reaktion
wird von G. L. Larson et al in J. Org. Chem. Volaa 38, Nr. 22, S.
3935 (1973), beschrieben.
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Weiterhin
können
Carbonsäuren
und Aldehyde der Formeln RCOOH und RCHO zu Verbindungen der Formel
RCH2OH durch Standard-Reduktionstechniken
reduziert werden, zum Beispiel durch Reaktion mit Lithiumaluminiumhydrid,
Natriumborhydrid oder Boran-THF-Komplex
in einem inerten Lösungsmittel,
wie zum Beispiel Diglyme, THF oder Toluol, bei einer Temperatur
von ungefähr
0° bis 100°C, wie zum
Beispiel beschrieben von H.O. House in „Modern Synthetic Reactions", 2. Aufl., Seiten
45 bis 144 (1972).
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Die
Verbindungen der Formel I können
auch durch die Prozesse, die in den US-Patenten Nr. 4,513,006, 5,387,700
und 5,387,700 offenbart sind, hergestellt werden. Insbesondere kann
Topiramat hergestellt werden, wenn dem Prozeß gefolgt wird, der in den
Beispielen 1 bis 3 von
US 5,387,700 beschrieben
wird.
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Die
Verbindungen von Formel I schließen die verschiedenen individuellen
Isomere sowie die Racemate davon ein, zum Beispiel die verschiedenen
alpha- und beta-Anhänge,
d. h. unterhalb und oberhalb der Zeichenebene von R2,
R3, R4 und R5 an dem 6-Ring. Bevorzugterweise ist der
Sauerstoff der Methylendioxy-Gruppe (II) auf derselben Seite des 6-Ringes angehängt.
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Der
Begriff „Subjekt", wie er hierin verwendet wird,
bezieht sich auf ein Tier, bevorzugt ein Säugetier, am meisten bevorzugt
einen Menschen, welches/welcher das Objekt von Behandlung, Beobachtung
oder Experiment ist.
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Der
Begriff „essentieller
Tremor", wie er
hierin verwendet wird, schließt
die Bedingungen, die als familiärer,
essentieller und seniler Tremor bekannt sind, ein.
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Der
Begriff „therapeutisch
effektive Menge", wie
er hierin verwendet wird, bedeutet die Menge der aktiven Verbindung
oder des pharmazeutischen Mittels, welche die biologische oder medizinische
Antwort in einem Gewebesystem, Tier oder Mensch auslöst, die
von einem Forscher, Veterinärmediziner,
Mediziner oder anderen Kliniker gesucht wird, welche die Linderung
der Symptome der Krankheit oder der Störung, die behandelt wird, einschließt.
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Für die Behandlung
von essentiellem Tremor kann eine Verbindung der Formel (I) in einer
täglichen
Gesamtdosis im Bereich von ungefähr
15 mg bis ungefähr
500 mg, bevorzugt ungefähr
100 mg bis ungefähr
400 mg für
einen durchschnittlichen erwachsenen Menschen verwendet werden,
verabreicht ein bis viermal pro Tag, bevorzugt ein bis zweimal pro
Tag. Eine Einheit der Dosis enthält
typischerweise ungefähr
16 mg bis ungefähr
300 mg, bevorzugt ungefähr
16 mg bis ungefähr
200 mg des aktiven Inhaltsstoffes.
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Optimale
Dosierungen, die verabreicht werden, können leicht vom Fachmann bestimmt
werden und werden mit der besonderen verwendeten Verbindung, der
Art der Verabreichung, der Stärke
der Präparation,
der Art der Verabreichung und dem Fortschritt oder der Ernsthaftigkeit
des Krankheits-Zustandes variieren. Zusätzlich werden Faktoren, die mit
dem besonderen Patienten, der behandelt wird, assoziiert sind, einschließlich Alter
des Patienten, Gewicht, Diät
und Zeit der Verabreichung, dazu führen, daß die Dosierungen eingestellt
werden müssen.
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Um
die pharmazeutischen Zusammensetzungen dieser Erfindung zu präparieren,
werden eine oder mehrere Sulfamat-Verbindungen der Formel (I) eng
mit einem pharmazeutischen Träger
vermischt, und zwar gemäß der herkömmlichen
pharmazeutischen Additions-Techniken, wobei der Träger eine große Vielfalt
von Formen in Abhängigkeit
von der Form der Präparation,
die für
die Verabreichung gewünscht
wird, annehmen kann, zum Beispiel oral, durch Zäpfchen oder parenteral. Zur
Herstellung der Zusammensetzungen in der oralen Dosierungs-Form kann
jedes der gewöhnlichen
pharmazeutischen Medien verwendet werden. Daher schließen für flüssige orale
Präparationen,
wie zum Beispiel Suspensionen, Elixiere und Lösungen, geeignete Träger und Additiva
ein: Wasser, Glycole, Öle,
Alkohole, Geschmacksmittel, Konservierungsmittel, Färbemittel und ähnliches;
für feste
orale Präparationen,
wie zum Beispiel Pulver, Kapseln und Tabletten, schließen geeignete
Träger
und Additiva ein: Stärken,
Zucker, Verdünnungsmittel,
granulierende Mittel, Gleitmittel, Bindemittel, disintegrierende
Mittel und ähnliches. Aufgrund
der Einfachheit in ihrer Verabreichung stellen Tabletten und Kapseln
die vorteilhafteste orale Dosierungs-Einheitsform dar, in welchem Falle feste pharmazeutische
Träger
offensichtlich verwendet werden. Wenn es gewünscht wird, können Tabletten durch
Standard-Techniken mit Zucker beschichtet oder enterisch beschichtet
werden. Zäpfchen
können präpariert
werden, in welchem Fall Kakaobutter als der Träger verwendet werden könnte. Für parenterale
Zusammensetzungen wird der Träger
gewöhnlicherweise
steriles Wasser umfassen, obwohl andere Inhaltsstoffe, zum Beispiel
für Zwecke
wie Unterstützung
der Solubilität
oder zur Konservierung, eingeschlossen sein können. Injizierbare Lösungen können auch
präpariert
werden, in welchem Falle geeignete stabilisierende Mittel verwendet
werden. Topiramat ist derzeit erhältlich für orale Verabreichung in runden
Tabletten, die 25 mg, 100 mg oder 200 mg des aktiven Mittels enthalten.
Die Tabletten enthalten die folgenden inaktiven Inhaltsstoffe: Lactose
wasserhaltig, prägelatinisierte
Stärke,
mikrokristalline Cellulose, Natriumstärke-Glycolat, Magnesiumstearat,
gereinigtes Wasser, Karnaubapalmenwax, Hydroxyproyplmethylcellulose,
Titaniumdioxid, Polyethylenglycol, synthetisches Eisenoxid und Polysorbat 80.
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Die
pharmazeutischen Zusammensetzungen hierin werden pro Dosierungseinheit,
zum Beispiel eine Tablette, eine Kapsel, eine Pulver-Injektion,
ein Teelöffel,
ein Zäpfchen
und ähnliches,
von ungefähr
25 bis ungefähr
200 mg des aktiven Inhaltsstoffes enthalten.
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Die
folgenden Beispiele werden ausgeführt, um beim Verstehen der
Erfindung zu helfen, und sind nicht gedacht oder sollten nicht so
verstanden werden, daß die
Erfindung limitiert wird, wie sie in den Ansprüchen, die danach folgen, dargelegt
ist.
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Eine
retrospektive Analyse von sieben Patienten wurde durchgeführt, wobei
die Patienten auf eine Weise mit offenem Namen („open label manner") mit Topiramat auf
essentiellen Tremor behandelt wurden. Charakteristika des Tremors,
der begleitenden Medikationen, der Dauer der Behandlung mit Topiramat,
der Topiramat-Dosis, der Antwort auf die Behandlung und Nebeneffekte
wurden ausgezeichnet. Die Patienten wurden gefragt, den Prozentsatz der
Verbesserung auf einer Scala von 0 bis 100% zu bewerten. Die Ergebnisse
der sieben Patienten, die studiert wurden, zeigten subjektive Verbesserung
im Tremor im Bereich von 50 bis 90% mit der Topiramat-Dosis im Bereich
von 100 bis 400 mg pro Tag und einer Behandlungsdauer von zwei bis
vierzehn Monaten ohne signifikante Nebeneffekte. Dies schloß die Verbesserung
des Haltungs-, Kopf- und Stimm-Tremors ein.
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BEISPIEL 1
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Patient
01: Dreiundvierzig Jahre alt, weiblich mit Tremor in den Händen während der
letzten zehn Jahre (mit der Hand schreiben und das Halten von Dingen
sind ein Problem). Hatte Inderal versucht, was Depression verursachte.
Sie hatte nichts anderes für
Tremor probiert. Die Patientin wurde am 30.09.1998 mit Topiramat
gestartet. Zum Folge-Anruf am 30.10.1998 berichtete die Patientin
75%, vielleicht 90% Verbesserung des Tremors mit Topiramat 75 mg
BID.
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BEISPIEL 2
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Patient
02: Weibliche Patientin; hatte Mysolin, Blocadren, Effexor, Neurontin
ausprobiert; Beginn 20.08.1997, sie begann Topiramat in Kombination
mit anderen Wirkstoffen; Folgetermin 15.12.1997, sie gab an, daß es ihr
mit Topiramat mit Tremor bei 150 mg BID fantastisch geht; wird an
diesem Punkt Neurontin auslaufen lassen. Am 23.03.1998: Der Tremor sieht
so gut aus wie beim letzten Mal, aber sie fühlt sich etwas schlechter nach
dem Stop von Neurontin, aber sie begann Tranxen für Angst
und auch Tremor zu nehmen.
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Topiramat
wurde auf 200 mg BID erhöht.
Am 15.07.1998 geht es ihr fantastisch mit fast keinem Haltungs-Tremor,
immer noch eine ordentliche Menge an Tremor beim Schreiben. Die
Patientin hat 50 Pfund abgenommen seit dem Beginn von Topiramat. Setzte
200 mg BID Topiramat und % von Mysolin fort. Am 30.10.1998 machte
der Folge-Anruf deutlich, daß die
Patientin unter Streß war,
so daß sich
der Tremor kürzlich
verschlimmert hat, aber die Gesamt-Verbesserung wurde auf 60% eingeschätzt.
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BEISPIEL 3
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Patient
03: Männlicher
Patient mit hauptsächlichem
Kopf-Tremor. In der Vergangenheit waren zwei Medikationen fehlgeschlagen
und am 11.08.1988 startete er Topiramat-Behandlung. Während des Folge-Anrufs am 11.09.1998
berichtete er, daß sich
sein Tremor mit 75 mg BID nicht wirklich verbessert hatte, so daß die Dosis
auf 100 mg BID erhöht
wurde. Beim Folgetermin am 30.10.1998 berichtete er von 75% Besserung
mit 100 mg BID.
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BEISPIEL 4
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Patient
04: 78 Jahre alt, weiblich mit Tremor, der noch nie behandelt wurde;
hat auch Anfalls-Störung.
Sie nahm Phenobarbital ein und es geht ihr gut. Hat sowohl Gabitril
als auch Neurontin versucht, welche nicht toleriert wurden oder
nicht halfen. Am 20.04.1998 begann die Patientin, Mysolin zu nehmen,
weil sich der Tremor sowohl im Kopf als auch in der Hand verschlimmert
hatte. Am 27.05.1998 hatte sie keinen Vorteil festgestellt und nahm
nun 200 mg Mysolin ein, so daß die
Behandlung mit Topiramat begonnen wurde. Wenn die Topiramat-Dosis
50 mg BID erreicht, wird sie Mysolin auslaufen lassen. Am Folge-Anruf
am 06.06.1998 zeigte die Patientin an, daß es ihr mit Topiramat 50 mg
BID besser geht, aber Platz für
mehr Verbesserung ist, so daß Topiramat auf
75 mg BID erhöht
wurde. Am Folgetermin am 11.08.1998 ging es der Patientin besser
mit dem Tremor bei 75 mg BID. Die Patientin hatte immer noch etwas
Kopf-Tremor, aber der Schreib-Tremor war viel besser und die Menschen
um sie herum hatten es bemerkt. Die Patientin tolerierte die Behandlung ohne
jede Probleme und wird Topiramat auf 100 mg BID erhöhen und
reduziert nun Mysolin, um hoffentlich diese Medikation zu beenden.
Am Folgetermin am 25.08.1998 zeigte die Patientin an, daß es ihr nicht
gut geht – zittrig
und kann nicht schlafen, so daß Topiramat
auf 125 mg BID für
eine Woche, danach 150 mg BID erhöht wurde. Am 30.09.1998 rief
die Patientin an, um zu berichten, daß sie mehr Tremore hat, so
daß Topiramat
auf 200 mg BID erhöht
wurde. Beim Anruf am 30.10.1998 bewertete die Patientin die Verbesserung
des Tremors, ehe Mysolin ausgelaufen lassen wurde, 75%, die jetzige
Verbesserung wurde auf 50% bewertet, bei der derzeitigen Dosis von
200 BID Topamax.
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BEISPIEL 5
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Patient
05: 40 Jahre alt, weiblich mit Tremor in den Händen und gelegentlich in der
Stimme. Sie hatte Inderal versucht, aber mit nicht viel Verbesserung.
Sie begann Mysolin im Januar 1997 und bewertete viel besser im März 1997.
Im Juni 1998 hatte die Patientin sehr viel Handzittern. Beim Besuch
am 14.07.1998 hatte die Patientin Probleme beim Schreiben, was Schwierigkeiten
aufgrund ihres Berufs als Lehrerin verursacht. Sie begann Topiramat bei
diesem Besuch. Am 07.08.1998 hatte die Patientin etwas Erleichterung,
aber nicht 100% beobachtet. Einige Übelkeits-Probleme mit Topiramat
bei 75 mg BID. Sie wird die Topiramat-Behandlung wechseln, und zwar
auf 50 mg am Morgen und 100 mg am Nachmittag. Am 06.10.1998 bewertete
sie die Verbesserung auf 50% und eine Verbesserung beim mit der
Hand schreiben. Sie ist nun in der Lage, ohne viele Probleme zu
unterrichten. Sie würde
gerne malen und wird daher Topiramat erhöhen. Die Patientin toleriert
gut, mit bemerkter Appetits-Unterdrückung, was ihr nichts ausmacht.
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BEISPIEL 6
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Patient
06: 43 Jahre alt, weiblich, mit Tremor, der sich mit den Jahren
verschlimmert hat, besonders in den Händen (aber der Kopf und der
gesamte Körper
scheinen zeitweise zu zittern). Hat noch niemals Medikationen, insbesondere
für Tremor,
eingenommen. Wird Mysolin ausprobieren, Mai 1996. Im November 1996
berichtete die Patientin 50% Verbesserung auf Mysolin. Im Oktober
1997 ist der Tremor immer noch 50% besser, aber sie hätte gern
noch bessere Kontrolle; Erhöhung
von Mysolin und wenn keine Verbesserung, wird sie Inderal addieren.
Am 30.09.1998 ist der Tremor immer noch nicht befriedigend für sie – immer
noch eine Menge Schreibprobleme und unbefriedigt mit Inderal aufgrund
von Ermüdung
etc. Die Patientin wird Topiramat beginnen und, wenn es ihr gut
geht, Inderal stoppen. Am 26.10.1998 gab die Patientin an: sehr
verbessert, so daß Inderal gestoppt
und Topiramat auf 100 mg BID erhöht
wurde. Am 17.11.1998 ging es der Patientin viel besser und sie berichtete
75% Verbesserung insgesamt und der Tremor ist fast nicht erkennbar
bei Haltungs-Testung. Einige gelegentliche Parästhesie in den Händen, aber
nicht kognitiv. Die Patientin nimmt kein Inderal mehr, aber immer
noch Mysolin ein.
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BEISPIEL 7
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Patient
07: 71 Jahre alt, weiblich mit einer Geschichte von Tremoren in
den Händen.
Sie versuchte Corgard 1993, hat aber keinen Vorteil davon. Ihr Tremor
verschlechtert sich beim Essen und Schreiben. Sie begann Mysolin
1993. Beim Besuch im September 1997 zeigte die Patientin an, daß sie Topiramat
bei 25 mg BID einnimmt, aber mit nur geringer Veränderung.
Die Patientin hatte einige Rückenprobleme,
die ihr zu diesem Zeitpunkt Leiden bereiteten. Sie tolerierte kein
Topiramat von mehr als 25 mg BID und sie fühlt, als hätte sie ein wenig Gewicht verloren.
Sie begann auch Tranxen im Oktober 1997. Im Juli 1998 kein Mysolin
und Seligilin mit einem anderen Arzt begonnen. Über Monate hinweg verschlimmerten
sich die Tremore. Zurück
auf Mysolin und Seligilin gestoppt. Am 10.08.1998 berichtete die
Patientin eine Zunahme beim Zittern. Sie war sich nicht sicher,
welche Medikationen sie einnimmt, so daß der Arzt Topiramat und Mysolin
wieder begann. Am 04.09.1998, nach dem Wiederbeginn von Topiramat,
ging es der Patientin fantastisch, mit 90% Verbesserung beim Tremor
und sie war sehr zufrieden. Die Patientin hatte viel Streß aufgrund
eines Feuers. Sie nahm 25 mg BID und wollte versuchen, auf 50 BID
graduell zu erhöhen.
Am 20.10.1998 ging es der Patientin mit 50 mg Topiramat BID gut
und sie bewertete 75 % Verbesserung und Verlust von 12 bis 14 Pfund.
Ihre Familie macht etwas Gedächtnisverlust geltend,
aber der Arzt findet, daß sie
so scharf, ist wie sie immer war.
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Während die
vorangegangene Beschreibung die Prinzipien der vorliegenden Erfindung
lehrt, mit Beispielen, die zum Zwecke der Illustration zur Verfügung gestellt
wurden, soll verstanden werden, daß die Ausführung der Erfindung alle gewöhnlichen
Variationen, Adaptationen und/oder Modifikationen umfaßt, die
mit dem Umfang der folgenden Ansprüche und deren Äquivalenten
einhergehen.