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Hintergrund
der Erfindung
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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Detektion von Unterschieden
in Proteinzusammensetzungen, einschließlich Proteinen, die post-translationale
Modifikationen aufweisen, und insbesondere ein Verfahren, das ein
Paar aneinander angepaßter
Markierungsreagenzien zur Detektion solcher Unterschiede einsetzt.
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Forscher,
die verschiedene Aspekte der Zellbiologie untersuchen, verwenden
eine Vielzahl von Hilfsmitteln, um Unterschiede in der Struktur,
der Funktion und der Entwicklung von Zellen zu detektieren und zu verfolgen.
Einen wesentlichen Teil der Untersuchung von Zellen nimmt die Untersuchung
der Unterschiede und Ähnlichkeiten
von Proteinzusammensetzungen verschiedener Zelltypen, verschiedener
Entwicklungsstufen und unter verschiedenen Bedingungen ein. Die
Bestimmung von Unterschieden im Proteingehalt, zum Beispiel von
normalen Zellen im Vergleich zu Krebszellen oder von Wildtypzellen
im Vergleich zu Mutantenzellen, kann eine wertvolle Informationsquelle
und ein wertvolles diagnostisches Hilfsmittel sein.
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Proteinmischungen
können
mit verschiedenen Techniken, die die Elektrophorese und die Chromatographie
einschließen,
in einzelne Bestandteile aufgetrennt werden. Eine Trennung nach
Masseunterschieden kann durch Elektrophorese in einem Polyacrylamid-Gel
unter denaturierenden Bedingungen erreicht werden. Die eindimensionale
und die zweidimensionale Gelelektrophorese sind Standardhilfsmittel
zur Untersuchung von Proteinen geworden. Die eindimensionale SDS-Elektrophorese
(Natriumdodecylsulfat-Elektrophorese) durch ein zylindrisches Gel
oder ein Plattengel läßt nur die
Hauptproteine, die in der untersuchten Probe vorliegen, erkennen.
Die zweidimensionale Polyacrylamid-Gelelektrophorese (2D-PAGE),
die Proteine durch isoelektrische Fokussierung, d.h. in einer Dimension
nach ihrer Ladung und in der zweiten Dimension nach ihrer Größe, trennt,
ist die empfindlichere Trennmethode und liefert eine Auflösung der
meisten Proteine einer Probe.
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Die
Proteine wandern in ein- oder zweidimensionalen Gelen als Banden
bzw. Spots (Flecken). Die getrennten Proteine werden mit verschiedenen
Verfahren sichtbar gemacht; durch Anfärben mit einem für Proteine
spezifischen Farbstoff, durch Proteinvermittelte Silberfällung, durch
autoradiographische Detektion radioaktiv markierter Proteine und
durch kovalente Bindung von fluoreszierenden Verbindungen. Das zuletzt
genannte Verfahren konnte bisher nur nach dem Schritt der isoelektrischen
Fokussierung in der 2D-PAGE durchgeführt werden. Sofort nach der
Elektrophorese können
die erhaltenen Gelmuster mit dem bloßen Auge betrachtet oder photographisch
oder durch elektronische Bilderfassung, zum Beispiel unter Einsatz
eines gekühlten
ladungsgekoppelten Gerätes
(charge-coupled device – CCD)
aufgezeichnet werden.
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Um
Proteinproben aus verschiedenen Quellen, zum Beispiel verschiedene
Zellen oder verschiedene Stadien der Zellentwicklung, mit herkömmlichen
Verfahren zu vergleichen, wird gegenwärtig jede der verschiedenen
Proben in getrennten Spuren eines eindimensionalen Gels oder auf
getrennten zweidimensionalen Gelen laufen gelassen. Ein Vergleich
erfolgt durch visuelle Begutachtung oder durch elektronische Bildgebung, zum
Beispiel durch Computer-gestützte
Bildanalyse digitalisierter ein- oder
zweidimensionaler Gele.
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Die
zweidimensionale Elektrophorese wird von Forschern häufig eingesetzt.
O'Farrell, P.H., "High resolution two-dimensional
electrophoresis of proteins",
Journal of Biological Chemistry, 250:4007–4021 (1975), trennte Proteine
in der ersten Dimension nach ihren entsprechenden isoelektrischen
Punkten mit der inzwischen allgemein bekannten Technik der isoelektrischen
Fokussierung und in der zweiten Dimension nach dem Molekulargewicht
mit der diskontinuierlichen SDS-Elektrophorese. Garrels, J.I., "Two-dimensional Gel
Electrophoresis and Computer Analysis of Proteins Synthesized By
Clonal Cell Lines",
Journal of Biological Chemistry, Bd. 254, Nr. 16, 7961–7977 (1979),
verwendete ein zweidimensionales Gelelektrophorese-System, um das Muster
der Proteinsynthese in Nervenzellen und Gliazellen zu untersuchen.
Garrels führte
eine vergleichende Analyse der Daten aus vielen Proben durch, um
das Vorliegen bestimmter Proteine mit spezifischen Funktionen zu
korrelieren. Eine Computer-basierte Scannvorrichtung wurde eingesetzt,
um einen Abschnitt des Gel-Fluorogramms
zu scannen, die Spots zu detektieren und ihre Dichten zu integrieren.
Die Information wurde gespeichert und entsprechend der Intensität in jedem
der einzelnen unterschiedlichen Scans ausgegeben.
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Urwin,
V.E. und Jackson, P., "A
multiple High-resolution Mini Two-dimensional Polyacrylamide Gel Electrophoresis
System: Imaging Two-dimensional Gels Using A Cooled Charge-Coupled
Device After Staining With Silver Or Labeling With Fluorophore", Analytical Biochemistry
195:30-37 (1991), beschreiben eine Technik, in der mehrere Gele
für die
isoelektrische Fokussierung (IEF) eingesetzt wurden, um Proteine
nach ihrer Ladung zu trennen, die dann so auf ein Gradienten-Plattengel
aufgebracht wurden, daß die
IEF-Gele mit zueinander gerichteten Enden entlang der Oberseite
des Plattengels angeordnet waren. Anschließend wurden die Gele der Elektrophorese
unterzogen. Die resultierenden Protein-Spots wurden entweder durch
Anfärben des
für die
zweite Dimension eingesetzten Plattengels mit Silber oder durch
Fluoreszenz-Markierung nach dem Schritt der isoelektrischen Fokussierung
sichtbar gemacht. Die Markierung muß nach der ersten Elektrophorese,
d.h. nach der isoelektrischen Fokussierung, vorgenommen werden,
da das Vorhandensein der Fluorescein-Markierung am Protein den isoelektrischen
Punkt des Proteins bei der Elektrophorese verändert. Außerdem bindet die Markierung
unter Bildung einer instabilen Bindung an einen Schwefel im Protein,
die während
der isoelektrischen Fokussierung dazu tendieren würde, aufzubrechen,
wenn die Markierung vor dem Elektrophorese-Schritt angebracht wird.
Ein Artikel von Santaren, J. et al., "Identification of Drosophila Wing Imaginal
Disc Proteins by Two-Dimensional Gel Analysis and Microsequencing", Experimental Cell
Research 206:220–226
(1993), beschreibt den Einsatz der hochauflösenden zweidimensionalen Gelelektrophorese
zur Identifizierung von Proteinen in Drosophila melanogaster. Mit
dem getrockneten Gel wurde ein Röntgenfilm
für 5 Tage
belichtet. Der entwickelte Röntgenfilm
wurde mit einem Computer analysiert, um die Unterschiede zwischen
den Proben festzustellen.
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Die
zweidimensionale Gelelektrophorese ist ein wirkungsvolles Hilfsmittel
zur Auftrennung komplexer Proteinmischungen. Die Unterschiede zwischen
den Proteinen können
jedoch fein sein. Fehlstellen im Gel können genaue Beobachtungen beeinträchtigen.
Um die Fehlstellen zu minimieren, werden die Gele, die in kommerziell
erhältlichen
Elektrophorese-Systemen zur Verfügung
gestellt werden, mit hoher Präzision
hergestellt. Selbst bei akribischer Kontrolle sind jedoch keine
zwei Gele identisch. Die Gele können
sich voneinander hinsichtlich der pH-Gradienten oder der Gleichmäßigkeit
unterscheiden. Außerdem
können
sich die Elektrophorese-Bedingungen von einer Durchführung zur
nächsten ändern. Computersoftware
zur automatischen Angleichung verschiedener Gele wurde entwickelt.
Alle Software-Pakete basieren jedoch auf einer linearen Ausdehnung
oder Kontraktion einer oder beider Dimensionen der zweidimensionalen
Gele. Lokale Verzerrungen in den Gelen können durch die Software nicht
ausgeglichen werden.
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Ein
Verfahren zur Überwindung
der genannten Schwierigkeiten ist in der internationalen Veröffentlichung
mit der Nummer WO 96/33406 (internationale Anmeldenummer PCT/US96/05435)
beschrieben, die ein Verfahren zur Detektion von Unterschieden in
zwei oder mehreren Proteinproben offenbart. Proteinextrakte, zum
Beispiel von jeder der zu vergleichenden verschiedenen Zellproben
einer Gruppe, werden hergestellt. Jeder Proteinextrakt wird mit
einem unterschiedlichen Farbstoff aus einem Satz aneinander angepaßter Lumineszenzfarbstoffe
markiert. Die aneinander angepaßten
Farbstoffe weisen im wesentlichen die gleichen ionischen und pH-Eigenschaften auf,
emittieren jedoch Licht bei verschiedenen Wellenlängen, wodurch
sie in der Lumineszenz-Detektion unterschiedliche Farben zeigen.
Die markierten Proteinextrakte werden miteinander gemischt, gemeinsam
durch Elektrophorese getrennt und die markierten Proteine werden
durch Lumineszenz-Detektion identifiziert.
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Proteinproben
können
auch durch alternative elektrophoretische oder chromatographische
Techniken aufgetrennt werden. Solche Techniken, insbesondere in
orthogonalen Kombinationen, sind in der Lage, hochauflösende Trennungen
von Proteinen oder Peptiden zu liefern. Gegenwärtig verfügbare chromatographische Systeme
haben jedoch tendenziell eine geringere Auflösung als elektrophoretische
Systeme, d.h. die Anzahl von Proteinen oder Peptiden, die getrennt
werden können,
ist geringer. Typische Elutionsdarstellungen können den Katalogen der Hersteller
entnommen werden, z.B. dem Katalog "BioDirectory'99" von
Amersham Pharmacia Biotech unter "Chromatography columns and media" ab Seite 502. Trotzdem
weisen chromatographische Systeme für einige Anwendungen bestimmte
Vorteile gegenüber
der Elektrophorese auf. Zum Beispiel sind sie oft einfacher zu automatisieren
und es ist gewöhnlich
einfacher, nach der Trennung Proben der Proteine zu erhalten.
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Aus
diesen Gründen
ist die Trennung mit chromatographischen Systemen zum Beispiel für die Erstellung
von Proteom-Profilen von Interesse. Zum Beispiel veröffentlichten
Opiteck und Kollegen Beispiele zweidimensionaler chromatographischer
Systeme, in denen Fraktionen, die aus einem chromatographischen Trennsystem
eluiert wurden, auf ein zweites chromatographisches System gegeben
wurden. (Siehe speziell Opiteck, Lewis und Jorgenson, Anal. Chem.,
Bd. 69, 1518, (1997), worin der Einsatz eines Kationenaustauschersystems
in Kombination mit einem Umkehrphasenchromatographie-System beschrieben
wird, und Opiteck et al., Anal Biochem., Bd. 258, 349, (1998), worin
der Einsatz der Größenausschlußchromatographie in
Kombination mit der Umkehrphasenchromatographie beschrieben wird.)
Die besonders geringe Auflösung der
Größenausschlußchromatographie
wird in der zuletzt genannten Veröffentlichung dadurch verbessert,
daß vor
der weiteren Fraktionierung des Eluats mittels Umkehrphasenchromatographie
8 Größenausschlußsäulen in
Serie eingesetzt werden. Eine theoretische Auflösung von 800 Proteinen wurde
für dieses
System geschätzt.
Der begrenzten Auflösung
bestimmter chromatographischer und elektrophoretischer Systeme kann auch
im Analyseschritt begegnet werden. Die Massenspektrometrie wird
im Anschluß an
eine chromatographische oder elektrophoretische Trennung zur Identifizierung
von Proteinen zunehmend eingesetzt und kann selbst als ein auf der
Masse basierendes Trennverfahren verwendet werden. Zum Beispiel
beschreibt Jensen et al., Anal. Chem., Bd. 71, 2076, (1999), den
Einsatz der kapillaren isoelektrischen Fokussierung als Trennverfahren
und den anschließenden
Einsatz der Fourier-Transformation-Ionencyclotronresonanz-Massenspektrometrie
mit Elektrospray-Ionisierung, um die Proteine im Eluat des Systems
zur isoelektrischen Fokussierung weiter aufzutrennen und eine Identifizierungsmöglichkeit
zu schaffen.
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Die
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, die Probleme, die mit
den Verzerrungen im Gel oder der Veränderlichkeit der Säulen zusammenhängen, zu
beseitigen und ein einfaches, relativ schnelles und zuverlässiges Verfahren
für den
Vergleich und die Gegenüberstellung
der Proteingehalte verschiedener Proben zur Verfügung zu stellen.
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Kurze Zusammenfassung
der Erfindung
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Die
genannten Aufgaben wurden durch das Verfahren der vorliegenden Erfindung
gelöst,
in dem Unterschiede, falls vorhanden, zwischen mehreren Proteinproben,
zum Beispiel denjenigen Proben, die aus verschiedenen Zellen extrahiert
oder aus anderen Quellen erhalten wurden, detektiert werden, indem
jede Probe dieser Proteine mit einem unterschiedlichen Farbstoff
aus einem Satz aneinander angepaßter Lumineszenzfarbstoffe
markiert wird. Die hierin verwendeten Proteine schließen Proteine,
die post-translationale Modifikationen aufweisen, und deren Teile,
einschließlich
Peptide, ein. Die aneinander angepaßten Farbstoffe weisen im wesentlichen
die gleichen ionischen und pH-Eigenschaften auf, absorbieren und/oder
fluoreszieren jedoch Licht bei unterschiedlichen Wellenlängen, so
daß unterschiedliche
Fluoreszenzfarben erzeugt werden. Außerdem sollten die Farbstoffe
eine ähnliche
Größe aufweisen.
Nach einer Inkubationszeit, die ausreichend ist, um die Bildung
kovalenter Bindungen zwischen dem Farbstoff und einer oder mehreren
Bindungsstellen in den Proteinen zu ermöglichen, werden die markierten
Proben dann miteinander gemischt und die Proteine werden in einem
einzigen Trennverfahren getrennt. Die Trennung kann durch Elektrophorese
oder mit chromatographischen Verfahren erfolgen. Wenn die Trennung
mittels Elektrophorese auf einem einzelnen Gel vorgenommen wird,
wandern die Proteine, die gleichzeitig in den jeweiligen Proben
vorliegen, gemeinsam an die gleiche Stelle. Wenn die Trennung mit
chromatographischen Mitteln, zum Beispiel in einer Säule, durchgeführt wird, wandern
die Proteine, die gleichzeitig in den jeweiligen Proben vorliegen,
ebenfalls an die gleiche Stelle. Unterschiedliche Proteine wandern
einzeln zu unterschiedlichen Stellen im Gel oder eluieren zu unterschiedlichen
Zeiten aus der Säule
und fluoreszieren in verschiedenen Farben, wodurch festgestellt
werden kann, welche ursprüngliche
Probe ein oder mehrere Proteine aufweist, die sich von denen der
anderen ursprünglichen Probe
oder Proben unterscheiden.
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Die
Erfindung schließt
außerdem
ein Kit zur Durchführung
des erfindungsgemäßen Verfahrens
ein. Das Kit beinhaltet den Satz aus aneinander angepaßten Farbstoffen
und kann außerdem
Materialien zur Trennung der Proteine einschließen. Gegebenenfalls können Quencher-Materialien
zum Abstoppen der Reaktion zwischen dem Protein und dem Farbstoff,
sofern notwendig, zur Verfügung
gestellt werden. Die Materialien können zum Beispiel Elektrophoresegele
oder chromatographische Säulen
umfassen.
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Beschreibung
der Zeichnungen
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1 ist
eine schematische Darstellung des erfindungsgemäßen Verfahrens.
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2a)
und 2b) sind Abbildungen von Proteinen, die mit einem
bevorzugten Paar aneinander angepaßter Markierungen der vorliegenden
Erfindung markiert sind und auf einem einzelnen SDS-Polyacrylamid-Gel
laufen gelassen wurden.
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3a) – d)
sind Abbildungen von Abschnitten eines zweidimensionalen Gels, auf
das zwei unterschiedlichen Proben aus Bakterienextrakten gegeben
wurden, eine IPTG-induziert und die andere nicht-induziert, die
mit verschiedenen Farbstoffen des Paares aus aneinander angepaßten Farbstoffen
gemäß dem Verfahren
der vorliegenden Erfindung markiert wurden.
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4a) – d)
sind Abbildungen von Abschnitten eines zweidimensionalen Gels, auf
das zwei unterschiedlichen Proben aus Bakterienextrakten gegeben
wurden, eine mit exogen zugesetzter Carboanhydrase und eine ohne
Carboanhydrase, die jeweils mit einem unterschiedlichen Farbstoff
des Paares aus aneinander angepaßten Farbstoffen gemäß dem Verfahren
der vorliegenden Erfindung markiert wurden.
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5a)
und b) sind Abbildungen von Cy2-NHS- und Cy3-Hydrazid-markierten
Proteinen, welche einer SDS-PAGE unterworfen wurden, die zeigen,
daß die
Hydrazid-Farbstoffe
spezifisch den Kohlenhydrat-Teil des Glycoproteins markieren.
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6a)
und b) sind Abbildungen von Cy3- und Cy5-Hydrazid-markierten
Proteinmischungen nach der SDS-PAGE.
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7a)
und b) sind Abbildungen eines Abschnitts eines 2DE-Gels,
auf das ein Cy3-Hydrazid-markierter
HBL100-Zellextrakt und ein Cy5-Hydrazid-markierter BT474-Zellextrakt aufgebracht
wurden.
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8a)
und b) sind Abbildungen eines 2DE-Gels, auf das ein
Cy3-Hydrazidmarkierter BT474-Zellextrakt ohne exogen zugesetztes
Protein und ein Cy5-Hydrazid-markierter
BT474-Zellextrakt mit exogen zugesetztem Protein aufgebracht wurden.
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9 ist
eine graphische Darstellung, die die Ergebnisse der Ionenaustauschchromatographie
eines Cy3-markierten bovinen Serumalbumins (BSA; 33 μg) und eines
Cy5-markierten Transferrins (33 μg)
zeigt.
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10 ist
eine graphische Darstellung, die die Ergebnisse der Ionenaustauschchromatographie
eines Cy5-markierten Myoglobins, Transferrins und bovinen Serumalbumins
(13 μg eines
jeden Proteins) zeigt.
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11 ist
eine graphische Darstellung, die die Ergebnisse der Umkehrphasenchromatographie
einer Cy5-markierten Ribonuklease a, eines Cy5-markierten Cytochroms
c, Holotransferrins und Apomyoglobins (3,3 μg eines jeden Proteins) zeigt.
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12 ist
eine graphische Darstellung, die die Ergebnisse der Größenausschlußchromatographie
eines Cy3-markierten Thryoglobulins, Apoferritins, IgGs und β-Lactoglobulins (23,5 μg eines jeden
Proteins) zeigt.
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13 ist
eine graphische Darstellung, die die Ergebnisse einer Protein-Differenz-Analyse mittels Größenausschlußchromatographie
unter Verwendung von Proben, die mit Cy3 oder Cy5 markiert sind,
zeigt. Die Cy3-markierten Proteine sind Thryoglobulin (38 μg), Apoferritin
(28 μg),
IgG (2,6 μg)
und β-Lactoglobulin (12 μg). Die Cy5-markierte
Probe enthält
kein IgG. Die Cy3- und Cy5-markierten Proben wurden vor der Chromatographie
gemischt.
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14 ist
eine graphische Darstellung, die die Ergebnisse einer Differenz-Analyse
mittels Ionenaustauschchromatographie von Cy3- oder Cy5-markierten
Proben zeigt. Die Cy3-markierten Proben enthielten Transferrin und
die Cy5-markierten Proben enthielten Transferrin und bovines Serumalbumin
(13 μg eines
jeden Proteins). Die Cy3- und Cy5-markierten Proben wurden vor der
Chromatographie gemischt.
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Detaillierte
Beschreibung der bevorzugten Ausführungsformen
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Das
Verfahren der vorliegenden Erfindung verwendet einen Satz aneinander
angepaßter
Farbstoffe, wobei jeder Farbstoff im Satz den anderen Farbstoffen
hinsichtlich ionischen und pH-Eigenschaften und hinsichtlich der
chemischen Reaktivität
für die
kovalente Bindung an Proteine im wesentlichen gleicht, jedoch bei einer
unterschiedlichen Wellenlänge
fluoresziert, so daß bei
der Betrachtung unterschiedliche Lumineszenzfarben vorliegen. Bevorzugt,
jedoch nicht notwendigerweise, weisen die Farbstoffe ungefähr das gleiche
Molekulargewicht auf. Jeder der Farbstoffe innerhalb des Satzes
aus aneinander angepaßten
Farbstoffen wird zur Markierung von Proteinen in einer unterschiedlichen
Probe eines Satzes unterschiedlicher Proteinproben verwendet, so
daß jede
Probe mit einem unterschiedlichen Farbstoff aus dem Farbstoffsatz
markiert wird. Nach der Markierung werden die Proteine gemischt
und im gleichen Medium mit einer beliebigen geeigneten bekannten
Trenntechnik, zum Beispiel der Elektrophorese oder der Chromatographie,
getrennt. Die Elektrophorese-Techniken
schließen
die ein- und die zweidimensionale Elektrophorese, die Kapillarzonenelektrophorese, die
Kapillargelelektrophorese, die isoelektrische Fokussierung, die
Isotachophorese und die mizellare elektrokinetische Chromatographie
ein. Chromatographische Techniken schließen die Affinitätschromatographie,
die Größenausschlußchromatographie,
die Umkehrphasenchromatographie, die hydrophobe Interaktionschromatographie
und die Ionenaustauschchromatographie ein.
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Bezugnehmend
auf die schematische Darstellung in 1 wird ein
erster Proteinextrakt mit bekannten Techniken aus einer ersten Gruppe
von Zellen hergestellt und anschließend mit dem ersten Farbstoff
eines Paares aus aneinander angepaßten Farbstoffen markiert.
Ein zweiter Proteinextrakt wird mit bekannten Techniken aus einer
zweiten Gruppe von Zellen hergestellt und anschließend mit
dem zweiten Farbstoff des Paares aus aneinander angepaßten Farbstoffen
markiert. Um das Protein zu markieren, werden die reaktive Form
des Farbstoffes und das Protein für eine Zeitspanne inkubiert,
die für
die Bildung einer kovalenten Bindung zwischen der reaktiven Form
des Farbstoffes und potentiellen Anlagerungs- oder Bindungsstellen
in den Proteinen ausreichend ist. Die Zeitspanne beträgt in Abhängigkeit
von der Temperatur im allgemeinen 15 bis 30 Minuten. Der Temperaturbereich
beträgt
im allgemeinen etwa 0°C
bis 25°C.
Die Reaktion zwischen dem Farbstoff und den Proteinen kann abgestoppt
werden, nachdem ein ausreichender Prozentsatz verfügbarer Bindungsstellen
im Proteinmolekül
kovalent an den Farbstoff gebunden hat. Jedes geeignete bekannte
Quencher-Material kann eingesetzt werden. Andere Verfahren zur Entfernung
von überschüssigem Farbstoff,
wie zum Beispiel die Gelfiltration, können ebenfalls eingesetzt werden.
In Fällen,
in denen die Markierungsreaktion bis zur Beendigung ablaufen gelassen
wird, zum Beispiel, wenn der gesamte reaktive Farbstoff verbraucht wurde,
kann das Abstoppen oder das Entfernen des Farbstoffüberschusses
nicht erforderlich sein.
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Die
erste und die zweite Gruppe von Zellen können beliebige zwei Sätze von
Zellen sein, deren Proteingehalt man zu vergleichen oder gegenüberzustellen
wünscht.
Zum Beispiel kann die erste Gruppe Zellen aus Wildtyp- oder normalen
Zellen bestehen, und die zweite Gruppe Zellen kann aus mutierten
Zellen, die von der gleichen Art stammen, bestehen. Alternativ kann
die erste Gruppe Zellen aus normalen Zellen bestehen, und die zweite
Gruppe kann aus Krebszellen des gleichen Individuums bestehen. Ebenfalls
können
Zellen des gleichen Individuums in unterschiedlichen Entwicklungsstadien
oder unterschiedlichen Phasen des Zellzyklus eingesetzt werden.
Zellen aus einem sich entwickelnden Embryo, zum Beispiel aus der
Ventralfur che von Drosophila melanogaster, können als erste Gruppe Zellen
gewonnen werden, und Zellen, die sich in Nachbarschaft der Ventralfurchen-Zellen
entwickeln, können
als zweite Gruppe Zellen gewonnen werden. Die Unterschiede in der
Proteinzusammensetzung von Zellen des gleichen Typs aus unterschiedlichen
Arten können ebenfalls
Untersuchungsgegenstand des erfindungsgemäßen Verfahrens sein. Außerdem kann
das erfindungsgemäße Verfahren
eingesetzt werden, um zu verfolgen, wie Zellen auf eine Vielzahl
von Stimuli oder Arzneimittel reagieren. Alle Vorgänge, die
das Verhalten der Zelle ändern
können,
wobei sich die Verhaltensänderung
in Proteinänderungen
widerspiegelt, können
detektiert werden, ohne daß kostenintensive
2D-PAGE-Systeme hoher Präzision
notwendig sind. Fachleuten erschließt sich, daß die zu vergleichenden Proteine auch
aus biologischen Flüssigkeiten,
zum Beispiel aus Serum, Urin oder Spinalflüssigkeit, stammen können.
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Die
markierten Proben werden gemischt und, wie in 1 dargestellt,
in abgemessenen Anteilen auf ein Gel gegeben und anschließend bevorzugt
einer 2D-PAGE unterzogen. Eine eindimensionale SDS-Elektrophorese
kann anstelle der 2D-PAGE eingesetzt werden. Die Vorgehensweisen
zur Durchführung
eindimensionaler und zweidimensionaler Elektrophoresen sind Fachleuten
allgemein bekannt.
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Proteine,
die in beiden Zellgruppen gleichzeitig vorliegen, bilden sich deckende
Spots. Das Verhältnis der
Fluoreszenzintensität
identischer Proteine aus jeder der beiden Gruppen ist für die große Mehrzahl
der Proteine konstant. Proteine, die nicht in beiden Gruppen gleichzeitig
vorliegen, wandern unabhängig
voneinander. Somit weist ein Protein, das nur in einer Gruppe vorliegt
oder in einer Gruppe eine unterschiedliche relative Konzentration
aufweist, ein von der Mehrzahl der Protein-Spots verschiedenes Verhältnis der
Fluoreszenzintensität
auf und erzeugt eine Farbe, die in Abhängigkeit von der gewählten Markierung
für den
einen oder den anderen Proteinextrakt spezifisch ist. Zum Beispiel
können
die Proteine, die in der ersten Probe vorliegen, rot markiert werden,
während
die zweite Gruppe blau markiert wird. Unter der Bedingung, daß exakt gleiche
Proteinmengen aus jeder Gruppe miteinander gemischt und auf dem
gleichen Gel laufen gelassen werden, ist das Verhältnis der
Flu oreszenzintensität
für die
Mehrzahl der Proteine 1. Diejenigen Proteine, die für die eine
oder die andere Gruppe charakteristisch sind, weisen ein Verhältnis der
Fluoreszenzintensität
auf, das in Abhängigkeit
von der Größenordnung
oder der Verhältnisbildung
kleiner oder größer als
1 ist.
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Das
Gel kann mit einem Fluoreszenzscanner für zwei Wellenlängen, mit
einem Fluoreszenzmikroskop oder mit jeder anderen bekannten Vorrichtung
zur Fluoreszenzdetektion analysiert werden. Die Gelanalyse kann
durch den Einsatz einer Computerbasierten Identifizierung der Proteinunterschiede
vollständig
automatisiert werden. Bei Verwendung eines elektronischen Detektionssystems,
zum Beispiel eines Laserscanner-Systems mit einem Sekundärelektronenvervielfacher
oder einer Kamera mit einer ladungsgekoppelten Einheit (CCD-Kamera)
und einer weißen
Lichtquelle, werden zwei elektronische Abbildungen des feuchten Gels
unter Verwendung verschiedener bekannter Filtersätze zur Anpassung an die unterschiedlichen
spektralen Eigenschaften der Markierungen aufgenommen. Eine Abbildung
macht die Fluoreszenz des ersten Farbstoffes sichtbar, indem ein
erster Filter verwendet wird, der geeignet ist, jegliches Licht
mit Ausnahme des Lichtes herauszufiltern, das bei der Wellenlänge des
ersten Farbstoffes emittiert wird, und die andere Abbildung macht
die Fluoreszenz des zweiten Farbstoffes sichtbar, indem ein zweiter
Filter verwendet wird, der geeignet ist, jegliches Licht mit Ausnahme
des Lichtes herauszufiltern, das bei der Wellenlänge des zweiten Farbstoffes emittiert
wird. Die Belichtungszeit beträgt
etwa 5 bis 500 Sekunden. Die Unterschiede zwischen den Proben können entweder
während
der Elektrophorese oder innerhalb von weniger als einer halben Stunde
nach der Elektrophorese festgestellt werden. Mehrere Software-Pakete
sind kommerziell erhältlich,
die entweder die erste Abbildung von der zweiten subtrahieren, um
Spots, die unterschiedlich sind, zu identifizieren, oder alternativ
können
die Abbildungen dividiert werden, so daß nur die Spots übrigbleiben,
die nicht in beiden Abbildungen gleichzeitig vorliegen. Bei der
Subtraktion der Abbildungen heben sich gleiche Spots gegenseitig
auf, wodurch nur diejenigen übrigbleiben,
die verschieden sind. Bei der Verhältnisanalyse ergeben gleiche
Spots einen Wert von 1. Unterschiede führen zu Werten von größer als
1 oder kleiner als 1.
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In
herkömmlichen
Analysen wird eine Kontrolle aus Proteinen, die für den untersuchten
Zelltyp bekannt sind, mitlaufen gelassen. Die bekannten Spots auf
dem Probengel müssen
im Vergleich mit der Kontrolle und dem zweiten Gel identifiziert
und gekennzeichnet werden, um Unterschiede zwischen den zwei Gelen
festzustellen. In der vorliegenden Erfindung gibt es nur ein Gel,
so daß keine
Kennzeichnung notwendig ist. Außerdem
korrigiert die Software, die in herkömmlichen Verfahren zur Ausrichtung
verschiedener Gele vor dem Vergleich und der Gegenüberstellung
von Proteinunterschieden eingesetzt wird, lokale Verzerrungen und
Inkonsistenzen zwischen zwei oder mehreren Gelen nicht. Das erfindungsgemäße Verfahren
eliminiert den Bedarf an einer solchen Korrektur, da die markierten
Proteine aller zu testenden Proben gemischt und zusammen getrennt
werden. Jede Probe unterliegt zum Beispiel etwaigen Verzerrungen
im Elektrophoresegel in gleicher Weise.
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Die
Auswahl und Synthese des Satzes aneinander angepaßter Farbstoffe
ist von Bedeutung. Im erfindungsgemäßen Verfahren werden die Fluoreszenzfarbstoffe
kovalent an Proteine gekoppelt, bevorzugt über die Lysinreste der Proteine,
die Kopplung kann jedoch auch zu Sulfhydryl- oder Carbonsäuregruppen
in den Proteinen erfolgen. Im Fall von modifizierten Proteinen können die
Farbstoffe an die modifizierenden Gruppen gekoppelt werden; zum
Beispiel können
die Farbstoffe an den Zuckerrest von Glycoproteinen, nach deren
Oxidation zum Aldehyd, gekoppelt werden. Die Einstellung des pH
der Proteine, um die Bindung der Markierungsverbindungen an einen
Aminosäurerest,
unter Ausschluß der
anderen Aminosäuren,
zu forcieren, ist eine bekannte Technik, die in R. Baker, Organic
Chemistry of Biological Components, (Prentice Hall, veröff. 1971)
beschrieben ist. Zur Analyse von Proteinen wird eine Vielzahl von
Bindungsstellen markiert. Der optimale Prozentsatz an zu markierenden
Bindungsstellen hängt
vom Farbstoff und den ausgewählten
funktionellen Zielgruppen ab. Wenn die bevorzugten Farbstoffe, die
nachfolgend genauer beschrieben werden, eingesetzt werden, um Lysine
zu markieren, werden bevorzugt nicht mehr als 2% der Bindungsstellen
und besonders bevorzugt etwas weniger als 1% markiert, um zu vermeiden,
daß das
Protein unlöslich
wird. Für
den Fall, daß ein typisches
Protein aus etwa 7% Lysin aufgebaut ist, liegt somit weniger als
eine modifizierte Aminosäure
pro Eintausend vor. Ein typisches Protein ist aus etwa 450 Aminosäuren aufgebaut.
Eine alternative Strategie besteht darin, alle funktionellen Gruppen
eines bestimmten Typs, der im Protein nicht sehr häufig vorkommt,
zu markieren, zum Beispiel die Sulfhydrylgruppen in Cysteinen. Wenn
Lysin die Bindungsstelle ist, zerstört die kovalente Bindung die
positive Ladung des primären
Amins im Lysin. Da die isoelektrische Fokussierung von der Ladung
abhängig
ist, ist es wichtig, den Ladungsverlust zu kompensieren. Ein basischer
Rest sollte basisch bleiben. Eine Änderung des pKa eines
Restes pro Protein um höchstens
3 kann toleriert werden, vorausgesetzt, daß die Basizität oder Acidität des modifizierten
Restes nicht verändert
wird, wie es der Fall sein kann. Farbstoffe wie Rhodamin oder Fluorescein
sind aufgrund der Unterschiede hinsichtlich der Ladung nicht geeignet.
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Für Fachleute
ist ersichtlich, daß die
beschriebenen Markierungsverfahren ebensogut auf Peptidmoleküle angewendet
werden können,
die aus Zellen gewonnen wurden oder in biologischen Flüssigkeiten,
zum Beispiel im Plasma, Serum, Urin, Ascites oder in der Spinalflüssigkeit,
vorliegen. Weiterhin kann es unter bestimmten Umständen bei
der Herstellung einer Proteinprobe für die Markierung nützlich sein,
zuerst einen Enzymverdau mit Trypsin oder anderen Proteaseenzymen
durchzuführen,
um vor der Markierung und Trennung Peptide zu erzeugen.
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Alternativ
ist es möglich,
auf spezielle Gruppen von Proteinen abzustellen, zum Beispiel auf
Proteine, die post-translationale Gruppen aufweisen, um Unterschiede
in den post-translationalen Modifikationen und andere in Proteinen
auftretende Unterschiede zweier oder mehrerer Proben zu vergleichen.
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Ein
Beispiel für
solche Proteine sind Glycoproteine. In den letzten Jahren wurde
die funktionelle Bedeutung der Kohlenhydrate in Proteinen zunehmend
erkannt. Von Kohlenhydraten weiß man
inzwischen, daß sie
in viele zelluläre
Prozesse und in viele mit Krankheiten verbundene Vorgänge involviert
sind. Es ist möglich, die
endständigen
Kohlenhydratgruppen von Glycoproteinen zu markieren, indem, wie
von Wilchek, M. und Bayer, E.A., "Methods in Enzymology" Bd. 138, 429–442 (1987)
beschrieben, zuerst die endständigen
Zucker zu Aldehyden oxidiert werden, gefolgt von einer Reaktion
mit einem Hapten oder einem Fluorophor, das eine reaktive Gruppe
aufweist, wie zum Beispiel einem Hydrazid.
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Genauer
gesagt schließt
dieses Verfahren ein: Die Herstellung eines Extraktes zweier oder
mehrerer Proteinproben und das Inkubieren jeder der genannten Proteinproben
in Gegenwart von Periodat für
kurze Zeit, um die vicinalen Diole der endständigen Zucker zu Aldehydgruppen
zu oxidieren. Überschüssiges Periodat
wird dann durch Zugabe von Bisulfit zerstört, bevor mit einem geeigneten
Fluoreszenzfarbstoff aus einem Satz aneinander angepaßter Farbstoffe
markiert wird. Alternativ ist es möglich, unter Verwendung einer
geringeren Periodat-Konzentration, typischerweise 1 mM, und bei
einer Temperatur von 0°C
speziell Sialinsäure-Reste
durch Oxidation ihrer exocyclischen Kohlenstoffe zu markieren. Es
ist auch möglich,
die Proteinprobe mit Galactose-Oxidase zu behandeln, um an endständigen Galactose-Resten
eine Aldehydgruppe zu erzeugen, so daß ein C-6-Aldehyd-Derivat gebildet
wird, das dann mit einem geeigneten Fluorophor umgesetzt werden
kann. Die Umsetzung des Farbstoffes mit dem Kohlenhydrat kann durch
Zugabe eines geeigneten Materials abgestoppt werden, bevor die Proben
miteinander gemischt und einem geeigneten Trennverfahren unterworfen
werden.
-
Fluoreszenzfarbstoffe,
die zur Markierung von Glycoproteinen eingesetzt werden können, schließen diejenigen
Farbstoffe ein, die als reaktive Gruppen Hydrazin-Derivate, wie zum
Beispiel Hydrazide, Semicarbazide und Carbohydrazide, oder Amin-Derivate
aufweisen. Um die Gesamtladung des Glycoproteins aufrechtzuerhalten,
werden geeigneterweise Farbstoffe eingesetzt, die eine neutrale
Gesamtladung aufweisen. Eine neutrale Gesamtladung kann erhalten
werden, indem geeignet geladene Linker-Gruppen an das Farbstoffmolekül angefügt werden,
so daß die
gewünschte
Gesamtladung erzeugt wird. Geeignete Farbstoffe schließen neutrale
Cyanin-Derivate, BODIPY-Derivate oder andere fluoreszierende Derivate
ein, die als Sätze aneinander
angepaßter
Farbstoffe, wie sie hierin beschrieben werden, verfügbar sind
und eine neutrale Gesamtladung aufweisen.
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Das
erfindungsgemäße Verfahren
ist auch auf Phosphoproteine anwendbar, die spezifisch mit Fluorophoren
markiert werden können.
Phosphoproteine spielen eine wichtige biologische Rolle, zum Beispiel
in der Signalübermittlung
zwischen Zellen, und sind in eine Anzahl regulativer Mechanismen
involviert. Die Phosphatgruppen in Proteinen können spezifisch markiert werden,
zum Beispiel mit dem Verfahren, das von Giese und Wang im US-Patent
Nr. 5,512,486, das hierin durch Bezugnahme eingeschlossen wird,
beschrieben wurde und das fluoreszierende oder Hapten-Imidazol-Derivate
einsetzt. Die Markierungsreagenzien, die die Imidazolgruppen aufweisen,
werden in Gegenwart eines geeigneten Carbodiimids zu den Proteinproben
gegeben, um die Markierung zu bewirken.
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Speziell
beinhaltet das Verfahren die Herstellung eines Extraktes zweier
oder mehrerer Proteinproben und das Inkubieren jeder der genannten
Proteinproben mit einem geeigneten wasserlöslichen Carbodiimid sowie einem
fluoreszierenden Imidazol-Derivat
aus einem Satz aneinander angepaßter Farbstoffe. Obwohl das Carbodiimid
die Carboxylseitenketten und die Phosphatseitenketten aktiviert,
ist die Bindung zu den Carboxylgruppen instabil, wenn der pH auf
etwa 8 angehoben wird. Überschüssiges reaktives
Material kann durch Zugabe eines geeigneten bekannten Quencher-Materials entfernt
werden. Anschließend
werden die Proben gemischt und mit einem bekannten Trennverfahren
getrennt.
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Damit
die Gesamtladung des Phosphoproteins unverändert bleibt, weisen geeignete
fluoreszierende Imidazol-Derivate eine negative Gesamtladung auf.
Diese negative Gesamtladung kann erhalten werden, indem eine geeignet
geladene Linker-Gruppe an das Farbstoffmolekül angefügt wird. Beispiele für Farbstoffe, die
eingesetzt werden können,
schließen
Cyanin-Farbstoffe, die eine negative Gesamtladung aufweisen, Quadrat-Farbstoffe,
die eine negative Gesamtladung aufweisen, oder andere fluoreszierende
Derivate, die eine negative Gesamtladung aufweisen und als Satz aneinander
angepaßter
Farbstoffe verfügbar
sind, ein. Bevorzugte Carbodiimid-Moleküle sind wasserlösliche Moleküle, wie
zum Beispiel (1-Ethyl-3-(3-dimethylaminopropyl)-carbodiimidhydrochlorid)
(EDC) und 1-Ethyl-3-(4-azonia-4,4-dimethylpentyl)carbodiimidiodid (EAC).
-
Die
erste untersuchte Gruppe von Farbstoffen waren fluoreszierende Cyanin-Farbstoffe,
die in Mujumdar, R.B. et al., "Cyanine
dye labeling reagents containing isothiocyanate groups", Cytometry 10:11-19
(1989) und Waggoner et al., US-Patent Nr. 5,268,486 mit dem Titel "Method for labeling
and detecting materials employing arylsulfonate cyanine dyes", das 1993 erteilt
wurde und hierin durch Bezugnahme eingeschlossen wird, beschrieben
sind. Die Cyanin-Farbstoffe weisen die folgende allgemeine Struktur
auf.
worin X und Y O, S oder (CH
3)
2-C sein können, m
eine ganze Zahl von 1 bis 3 ist und mindestens eine der Gruppen
R
1, R
2, R
3, R
4, R
5,
R
6 oder R
7 eine
reaktive Gruppe ist, die mit Amino-, Hydroxy- oder Sulfhydryl-Nukleophilen
reagiert. Die gepunktete Linie stellt die Kohlenstoffatome dar,
die zur Bildung von einem Ring bis zu drei kondensierten Ringen
mit 5 bis 6 Atomen in jedem Ring notwendig sind. R
3,
R
4, R
6 und R
7 sind an die Ringe gebunden. Die reaktive
Einheit kann jede bekannte reaktive Gruppe sein. Reaktive Gruppen,
die direkt oder indirekt an das Chromophor gebunden sein können, um
R
1-, R
2-, R
3-, R
4-, R
5-, R
6- oder R
7-Gruppen zu bilden, können reaktive Einheiten einschließen, wie
zum Beispiel Gruppen, die Isothiocyanat, Isocyanat, Monochlortriazin,
Dichlortriazin, mono- oder dihalogen-substituiertes Pyridin, mono- oder dihalogen-substituiertes
Diazin, Maleimid, Phosphoramidit, Aziridin, Sulfonylha logenid, Säurehalogenid,
Hydroxysuccinimidester, Hydroxysulfosuccinimidester, Imidoester,
Hydrazin, Azidonitrophenyl, Azid, 3-(2-Pyridyldithio)-proprionamid,
Glyoxal, Keton, Amino und Aldehyd enthalten.
-
Aufgrund
ihrer intrinsischen positiven Ladung sind die im Patent von Waggoner
et al. beschriebenen Cyanin-Farbstoffe die Fluorophore der Wahl,
wenn zur Markierung primärer
Amine eine positive Ladung erwünscht
ist. Die Cyanine binden über
den aktivierten Ester der Hexansäure
an das Protein. Obwohl durch die Kopplung die Ladung der Lysinseitenkette
aufgehoben wird, erfolgt eine Kompensation durch die intrinsische Ladung
des Farbstoffes. Im Ergebnis wird die Ladung vom Proteinmolekül weg bewegt,
die Gesamtladung innerhalb der Probe, die der Elektrophorese unterzogen
wird, bleibt jedoch gleich. Im Cyanin-Farbstoffmolekül sind zwei
funktionalisierte Indolringe über
eine Polyen-Linker-Gruppe verbunden. Die spektralen Eigenschaften
von Cyanin-Farbstoffen können
leicht moduliert werden, indem einfach die Länge der Linker-Gruppe zwischen
den Indolringen des Farbstoffes verändert wird. Eine längere oder
kürzere
Linker-Gruppenlänge
führt zu
einer Fluoreszenz bei unterschiedlichen Wellenlängen und somit zu unterschiedlichen
Farben. Eine Änderung
der Länge
der Linker-Gruppe verändert
jedoch das Molekulargewicht des Farbstoffes. Da die Elektrophorese
auch von der Masse der Proteine abhängig ist, kann die Wirkung
des Farbstoffes auf die Proteinmasse auch von Bedeutung sein. Da
die Proteine vor der Elektrophorese markiert werden, darf die Masse
des Farbstoffes, der an das Protein gebunden wird, die relativen
Unterschiede der Molekulargewichte der verschiedenen Proteine im
Extrakt nicht signifikant verändern.
Das Molekulargewicht ist jedoch nicht kritisch, weil nur eine relativ
kleine Anzahl Stellen im Protein markiert werden. Wie oben angegeben
werden bevorzugt weniger als 1 % bis zu etwa 2% der möglichen
Bindungsstellen in den Proteinen markiert. Wenn mehr Stellen markiert
werden, erlangt die Aufrechterhaltung von im wesentlichen gleichen
Molekulargewichten für
die Farbstoffe innerhalb des Satzes aus aneinander angepaßten Farbstoffen
eine größere Bedeutung.
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Der
Unterschied im Molekulargewicht, der durch die Änderung der Länge der
Linker-Gruppe in
den fluoreszierenden Cyanin-Farbstoffen hervorgerufen wird, kann
dadurch kompensiert werden, daß die
Größe der aliphatischen
Kette R
1 oder R
2,
die an einen der Indolringe des Farbstoffes gebunden ist, angepaßt wird. Eine
der Gruppen R
1 und R
2 muß eine reaktive
Gruppe sein. Diese Anforderungen hinsichtlich des Aufbaus führten zu
einer Modifizierung der Cyanine und zur Entwicklung eines Farbstoffes
mit der allgemeinen Formel
worin
X und Y gleich S, O oder CH
3-C-CH
3 sind, m eine ganze Zahl von 1 bis 3 ist
und entweder R
1 oder R
2 eine
reaktive Gruppe ist, die in der Lage ist, kovalent an das Protein
zu binden, wie zum Beispiel die reaktiven Gruppen, die oben für die nicht-modifizierten
Cyanin-Farbstoffe beschrieben sind. Die gepunktete Linie stellt 1,
2 oder 3 kondensierte Ringe mit 5 oder 6 Kohlenstoffatomen in jedem
Ring dar. Jede Seite sollte die andere Seite ausgleichen.
-
Es
folgt ein Beispiel für
ein Paar aus aneinander angepaßten
Farbstoffen, das entsprechend der allgemeinen Formel entwickelt
wurde:
(Propyl-Cy-3-NHS), das rot
fluoresziert, und
(Methyl-Cy-5-NHS),
das im fernen Rot des Spektrums fluoresziert, worin R eine reaktive
Gruppe ist. Wie oben angegeben kann anstelle von (CH
3)
2C- in die X- und Y-Positionen O, S oder eine Kombination
aus beiden eingefügt
werden.
-
Die
Cyanin-Farbstoffe sind eine Wahl für den Satz aus aneinander angepaßten Farbstoffen
der vorliegenden Erfindung. Anstelle der Cyanine können andere
Farbstoff-Verbindungen eingesetzt werden, zum Beispiel Dipyrromethenbordifluorid-Farbstoffe und die
derivatisierten 4,4-Difluor-4-bora-3a,4a-diaza-S-indacen-Farbstoffe,
die im US-Patent Nr. 4,774,339 von Haugland et al. beschrieben sind,
das hierin als Bezugnahme eingeschlossen wird, und die von Molecular
Probes, Inc. unter dem Warenzeichen BODIPY® vertrieben werden.
Die BODIPY®-Farbstoffe,
die keine Nettoladung aufweisen, werden unter Verwendung eines aktivierten
N-Hydroxysuccinimidylesters, der eine Amid-Bindung bildet, kovalent
an Lysinseitenketten gebunden. Im Ergebnis geht die positive Ladung
des Lysins verloren. Daher wird in den aneinander angepaßten Farbstoffen der
Erfindung eine positiv geladene Linker-Gruppe eingesetzt, um das verloren gegangene
primäre
Amin durch das tertiäre
Amin der Linker-Gruppe zu ersetzen. Die Verfahren zur Herstellung
von BODIPY®-Farbstoffen sind
in US-Patent Nr. 4,774,339 beschrieben. Techniken zur Einführung einer
positiv geladenen Linker-Gruppe sind Fachleuten bekannt. Eine Linker-Gruppe kann
mit drei funktionellen Gruppen ausgestattet werden: (1) zur Reaktion
mit dem BODIPY®-NHS-Ester,
(2) zur Verfügungstellung
der gewünschten
Ladung und (3) zur Aktivierung, so daß das BODIPY®-Linker-Konstrukt
mit spezifischen Aminosäureresten
der Proteine im Extrakt reagiert.
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Die
Haupterwägungen
für den
Satz aus aneinander angepaßten
Farbstoffen sind die Aufrechterhaltung der Ladung und charakteristische
unterscheidbare spektrale Eigenschaften. Beliebige neutrale Farbstoffe mit
einer positiven Linker-Gruppe oder beliebige positiv geladene Farbstoffe,
die bevorzugt jeweils die Ladung +1 aufweisen und die auch die übrigen hierin
beschriebenen Anforderungen erfüllen,
können
im Satz aus aneinander angepaßten
Farbstoffen der vorliegenden Erfindung als Farbstoffe dienen. Ein
etwa gleiches Molekulargewicht in den Proben der markierten Proteine
ist wünschenswert,
wie oben erläutert
jedoch nicht kritisch. Die intrinsische positive Ladung der Cyanin-Farbstoffe
wird in der bevorzugten Ausführungsform
vorteilhaft eingesetzt, um die positive Ladung des Lysins zu ersetzen.
Die pKa-Werte von Cyaninen und Lysin sind
recht unterschiedlich; jedoch wurden Bedingungen gewählt, unter
denen das Verhältnis
Farbstoff : Protein kleiner als 1 ist. Dieser geringe Markierungsgrad
stellt sicher, daß Änderungen
hinsichtlich der Wanderung des Proteins auf den zweidimensionalen
Elektrophoresegelen vernachlässigbar
sind. Farbstoffe, die näher
am pKa des Lysins liegen, können eingesetzt
werden. Alternativ können
Farbstoffe eingesetzt werden, die andere Aminosäurereste modifizieren, vorausgesetzt,
daß die
ionischen Eigenschaften der Aminosäuren bei der Modifikation erhalten
bleiben. Anstelle des Lysins kann die Bindungsstelle im Protein
eine Sulfhydryl- oder Carboxylgruppe sein. Wenn die Bindungsstelle
im Protein eine Sulfhydrylgruppe ist, ist die entsprechende Bindungsstelle
im Farbstoff eine Iodalkyl- oder Maleimidgruppe. Wenn die Bindungsstelle
im Protein eine Carboxylgruppe ist, ist die entsprechende Bindungsstelle
im Farbstoff ein Chlorketon oder ein Carbodiimid.
-
Es
wird im voraus erwähnt,
daß das
erfindungsgemäße Verfahren
auch eingesetzt werden kann, um das Vorliegen unterschiedlicher
Nukleinsäuren
in verschiedenen Proben zu detektieren. Die Ladung von Nukleinsäuren ist
stark negativ. Die Zugabe des Farbstoffes verändert daher die Gesamtladung
in den Nukleinsäuren
nicht, so daß die
Auswahl des Satzes aus-aneinander angepaßten Farbstoffen den Ladungsverlust
nicht kompensieren muß,
wenn eine Nukleinsäure-Analyse
beabsichtigt ist. Um die Anbindung des Farbstoffes zu erleichtern,
können
Nukleinsäuren
mit Techniken, die Fachleuten bekannt sind, modifiziert werden,
so daß sie eine
freie Aminosäure
aufweisen, die aus dem Kern der Nukleinsäure stammt. Auch in diesem
Fall wäre
ein Lysin geeignet.
-
Beispiel 1
-
Synthese der Farbstoffe
(Methyl-Cy-5 und Propyl-Cy-3):
-
1. Synthese der Indolderivate
(beiden Farbstoffen gemeinsam):
-
4,8
g (30 mmol) 2,3,3-Trimethyl-(3H)-indol und 35 mmol des gewünschten
Bromalkyl-Reagenzes (6-Bromhexansäure oder
1-Brompropan) in 40 ml 1,2-Dichlorbenzen wurden unter Stickstoffgas
auf 110°C
erwärmt
und über
Nacht unter Rückfluß gerührt. Das
Produkt (saures Indol, Methylindol oder Propylindol) fiel als leicht
orangefarbenes Gummi aus. Der Überstand
wurde dekantiert und das Gummi wurde mehrmals mit Ethylether gewaschen.
Dieses Intermediat wurde so wie es war eingesetzt.
-
2. Cy-3-Intermediat:
-
1,5
g (7,5 mmol) Propylindol wurde zu 1,6 g (7,6 mmol) N,N'-Diphenylformamidin
in 20 ml Eisessig gegeben und für
4 h unter Rückfluß erwärmt. Das
Lösungsmittel
wurde im Vakuum entfernt, wodurch ein tief orangefarbener Sirup
zurückblieb.
Dieses Intermediat wurde so wie es war eingesetzt.
-
2a. Cy-5-Intermediat:
-
Die
Synthese des Cy-5-Intermediates entspricht der Synthese des Cy-3-Intermediates in
Schritt 2. der Farbstoff-Synthese, mit der Ausnahme, daß 2-Methylen-1,3,3-trimethylindolin
anstelle von Propylindol eingesetzt wurde und die Linker-Gruppe
Malonaldehyddianil war. Das gummiartige bläuliche Intermediat wurde zweimal
mit Ethylether gewaschen.
-
3. Cy-3:
-
2,5
ml Triethylamin und 1,8 ml wasserfreies Ac2O
wurden zu dem Intermediat aus Schritt 2. gegeben und die Mischung
wurde für
5 Minuten sieden gelassen. 1,70 g (5,0 mmol) saures Indol wurde
zugegeben und die Mischung wurde für 2 Stunden unter Rückfluß erwärmt. Das
Lösungsmittel
wurde im Vakuum entfernt und die Produkte wurden in 10 ml EtOH gelöst.
-
3a. Cy-5:
-
Die
Herstellung von Cy-5 entspricht der des Cy-3, mit der Ausnahme,
daß das
Intermediat aus Schritt 2a. anstelle des Intermediates aus Schritt
2. eingesetzt wurde.
-
4. Reinigung der Produkte
aus den Schritten 3. und 3a.:
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Eine
Flash-Chromatographie mit einer festen Phase aus Silicagel und 40%
MeOH in Dichlormethan als mobile Phase wurde durchgeführt, um
Methyl-Cy-5 und Propyl-Cy-3
von verunreinigenden Nebenprodukten zu befreien.
-
5. Aktivierung der Carboxylgruppen:
-
Die
Carbonsäuregruppe
eines jeden Farbstoffes wurde durch Lösen einer Menge des gereinigten
Materials in 5 ml trockenem Dimethylformamidin (DMF) in einen N- Hydroxysuccinimidylester überführt. 1,5 Äquivalente
N,N'-Disuccinimidylcarbonat
(DSC) wurden zusammen mit 0,1 ml trockenem Pyridin/100 mg Farbstoff zugefügt. Die
Reaktion wurde unter Stickstoff bei 60°C für 90 Minuten unter Rückfluß erwärmt.
-
Beispiel 2
-
Protein-Markierung:
-
1. Bakterienkultur:
-
Anfängliche
Experimente wurden mit E. coli durchgeführt, das, wie in Chasman, D.I.
et al., "Activation of
yeast polymerase II transcription by Herpesvirus VP16 and GAL4 derivatives
in vitro", Molecular
Cell Biology 9:4746–4749
(1989) beschrieben, unter der Kontrolle des lac-Promotors das chimäre Protein
GAL4VP16 exprimiert. Zwei Bakterienkulturen wurden bei 37°C in 125
ml Standard-LB-Medium, das 50 μg/ml
Ampicillin enthielt, bis zu einer OD600 von 0,7 kultiviert. Isophenylthiogalactopyranosid
(IPTG), ein nicht-hydrolysierbares Lactose-Analogon, wurde in einer
Endkonzentration von 1 mM zu einer Kultur gegeben. Beide Kulturen
wurden für
weitere 2,5 Stunden inkubiert.
-
2. Protein-Isolierung
für die
zweidimensionale Gelelektrophorese:
-
Die
Protein-Isolierung wurde wie folgt durchgeführt. Die Bakterien wurden durch
Zentrifugieren isoliert. Jedes Bakterienpellet wurde mit einem Ultraschall-Puffer,
der 5 mM Hepes KOH (pH 8,4) und 5 mM Mg(OAc) 2 enthielt,
gewaschen. Das Pellet wurde in einem Ultraschall-Puffer, der 50 μg/ml RNase
enthielt, resuspendiert, so daß ein
Endvolumen von 100 μl
erhalten wurde. Dieses wurde anschließend in Eis mit Ultraschall
behandelt bis die Lösung
klar war, üblicherweise
für einige
Minuten. DNase wurde zu 50 μg/ml
gegeben und die Probe wurde für
30 min bei 0°C
inkubiert. Fester Harnstoff und CHAPS wurden zugegeben, so daß eine Endkonzentration
von 8 M bzw. 5% erhalten wurde. Die Probe wurde aus dem Eis genommen
und 1 Volumen Lyse-Puffer wurde zugesetzt. Die Probe wurde entweder
sofort markiert oder bei –80°C aufbewahrt.
-
3. Protein-Markierung:
-
Propyl-Cy-3-NHS
wurde zu der ersten Probe und Methyl-Cy-5-NHS wurde zu der zweiten
Probe des Zellextraktes in einer Konzentration von 2 nmol Farbstoff/50 μg Protein
gegeben. Die Farbstoffstammlösung lag
typischerweise als 2 mM Lösung
in Dimethylformamid vor. Die Reaktion wurde bei 0°C für 30 Minuten
inkubiert. Die Inkubationszeiten können in Abhängigkeit von der Temperatur
und dem untersuchten Zelltyp von etwa 15 bis etwa 30 Minuten variieren.
Die Inkubation kann 15 Minuten dauern, wenn die Temperatur etwa 25°C beträgt. Die
Temperatur sollte nicht höher
als die Temperatur sein, die zu einem Abbau der Proteine führt. Die
markierte Probe wurde sofort der isoelektrischen Fokussierung unterzogen
oder bei –80°C aufbewahrt.
-
4. Protein-Isolierung
und -Markierung für
die SDS-Gelelektrophorese:
-
Bakterien
wurden wie in Schritt 2. des Verfahrens zur Protein-Markierung kultiviert
und mittels Ultraschall isoliert, mit der Ausnahme, daß RNase
oder DNase nicht zugefügt
wurden. Der Zellextrakt wurde wie in Schritt 3. des Verfahrens zur
Protein-Markierung
direkt markiert. SDS, Glycerin, Tris-HCl (pH 6,8) und Bromphenol-Blau
wurden zugegeben, so daß die
Endkonzentrationen 1 %, 10%, 64 mM bzw. 5 μg/ml betrugen. Die Probe wurde
dann für
2 Minuten in ein siedendes Wasserbad getaucht und anschließend der
Elektrophorese unterzogen.
-
5. Bestimmung des Verhältnisses
Farbstoff : Protein:
-
Um
Löslichkeitsprobleme
für die
markierten Proteine zu vermeiden, wurden die Bedingungen so gewählt, daß nur 1–2% des
Lysins im Zellextrakt markiert wurden. Das basiert auf der Annahme,
daß die
Aminosäuren
eines durchschnittlichen Proteins zu 7% aus Lysin bestehen. Der
erste Schritt zur Bestimmung des Verhältnisses von Farbstoff zu Protein
war die Entfernung des freien Farbstoffes durch Adsorption an SM-2-Kügelchen
(Bio-Rad). Die Protein-Konzentration wurde aus dem OD260/280-Wert bestimmt. Der
Farbstoffgehalt wurde aus dem OD548- und dem OD650-Wert für Propyl-Cy-3
bzw. Methyl-Cy-3 bestimmt (∈ =
100.000 für beide
Farbstoffe).
-
Beispiel 3
-
Gelelektrophorese:
-
1. Zweidimensionale Elektrophorese:
-
Die
hochauflösende
zweidimensionale Gelelektrophorese wurde mit allgemein bekannten
Techniken durchgeführt.
-
2. SDS-Polyacrylamid-Gelelektrophorese:
-
Die
SDS-Polyacrylamid-Gelelektrophorese wurde mit bekannten Techniken
durchgeführt.
-
Beispiel 4
-
Abbildung des fluoreszierenden
Gels:
-
Nach
Beendigung der Elektrophorese wurden die Gele in eine Lösung aus
25% Methanol und 7% Essigsäure
getaucht. Die Fluoreszenz-markierten Proteine im Gel wurden auf
die folgende Weise abgebildet. Die Gele wurden auf eine Oberfläche aus
anodisiertem Aluminium aufgebracht und unter einem Einfallswinkel
von 60° mit
einer 300 W Halogenlampe, die in einem Diaprojektor untergebracht
war, bestrahlt. Das Licht, das den Projektor verließ, wurde
durch Bandpaß-Filter
(Chroma Techno logies, Brattleboro VT) mit einem Durchmesser von
1' für 545 ± 10 nm
und 635 ± 15
nm für
Cy-3 bzw. Cy-5 geleitet. Die Abbildungen wurden mit einer gekühlten CCD-Kamera (Photometrics
Inc., Tucson AZ), die mit einer 50 mm Linse (Nikon) und einem Doppelbandpaß-Emissionsfilter
(Chroma Technologies, Brattleboro VT) für 587,5 ± 17,5 nm und 695 ± 30 nm
für Cy-3
bzw. Cy-5 ausgestattet war, aufgenommen. Die CCD-Kamera wurde von
einem Macintosh II si Computer mit installierter Kamerasteuerungssoftware
von Photometrics gesteuert. Die Bildintegrationszeit betrug Zehntelsekunden
bis einige Minuten. Die Anregungsfilter waren in einem Filterrad
untergebracht, das am Projektor befestigt war. Zwei aufeinanderfolgende
Abbildungen wurden mittels Bestrahlung durch die zwei Filter aufgenommen ohne
das Gel zu bewegen.
-
Beispiel 5
-
Bildverarbeitung:
-
Die
Bilddateien wurden auf einen Personal Iris 4D/35 (Silicon Graphics
Inc., Mountain View CA) übertragen.
Anschließend
wurden die Bilddateien unter Verwendung der Software DeltaVisionTM (Applied Precision, Mercer Island WA)
verarbeitet. Zwei Systeme wurden verwendet, um die Unterschiede
zwischen den unterschiedlich markierten Proben auf dem Gel zu bestimmen:
-
1. Subtraktion:
-
Jede
Abbildung kann als gitterartige Anordnung von Pixel-Intensitäten angesehen
werden. Diese Anordnungen aus Werten können verschiedenen arithmetischen
Operationen unterworfen werden. Hier wurde eine Abbildung von der
anderen subtrahiert. Da die zwei auf das Gel aufgebrachten Proben
hinsichtlich der Gesamtfluoreszenz nicht perfekt abgestimmt waren,
wurde eine Abbildung mit einer ausgleichenden Konstanten multipliziert.
Dieser Faktor wurde willkürlich
so gewählt,
daß die
Anzahl Unterschiede zwischen den Proben klein gehalten wurde.
-
2. Bilderzeugung durch
Verhältnisbildung:
-
Hier
wurde eine Abbildung durch die andere dividiert. Bevor diese Operation
durchgeführt
wurde, wurden zunächst
die Abbildungen auf einen gemeinsamen Intensitätsbereich normiert. Das wurde
dadurch erreicht, daß die
minimalen und maximalen Pixelwerte jeder Abbildung auf Null und
einen willkürlich
gewählten großen Wert,
4095, der maximal mögliche
Ausgabewert der verwendeten CCD-Kamera, gesetzt wurden. Dazwischen
liegende Pixelwerte wurden linear zwischen diesen Werten angeordnet.
Anschließend
wurde eine Abbildung durch die andere dividiert. Ein ausgleichender
Faktor wurde hier ebenfalls verwendet, um den mittleren Quotienten
auf 1 einzustellen. Unterschiedliche Bereiche waren jene mit einem
Quotienten von größer als
1.
-
Beispiel 6
-
1. Differenz-SDS-Gelelektrophorese
einer induzierten GAL4VP16-Expression in Bakterien:
-
2 zeigt
Abbildungen von Propyl-Cy-3- und Methyl-Cy-5-markierten Proteinen,
die auf einem einzelnen SDS-Polyacrylamid-Gel laufen gelassen wurden.
-
Spuren
1–3 zeigen
Cy-3-markierte Proteine. Die in diesen Spuren aufgebrachten Proben
waren:
- Spur 1. Propyl-Cy-3-markierter IPTG-induzierter
Bakterienextrakt.
- Spur 2. Propyl-Cy-3-markierter IPTG-induzierter Bakterienextrakt
und Methyl-Cy-5-markierter nicht-induzierter Extrakt.
- Spur 3. Propyl-Cy-3-markiertes gereinigtes GAL4VP16-Protein.
-
Spuren
4–6 zeigen
Cy-5-markierte Proteine. Die in diesen Spuren aufgebrachten Proben
waren:
- Spur 4. Propyl-Cy-3-markierter IPTG-induzierter
Bakterienextrakt.
- Spur 5. Propyl-Cy-3-markierter IPTG-induzierter Bakterienextrakt
und Methyl-Cy-5-markierter nicht-induzierter Extrakt.
- Spur 6 Propyl-Cy-3-markiertes gereinigtes GAL4VP16-Protein.
-
Nur
Spur 5 zeigte Cy-5-Fluoreszenz.
-
Spuren
7 und 8 zeigen das subtrahierte Produkt von Spur 2 – Spur 5
bzw. Spur 3 – Spur
6. Die Pfeile zeigen auf die Position des GAL4VP16, wie durch die
Position der Bande des gereinigten GAL4VP16 in Spur 8 bestätigt wird.
Die Identität
der oberen Banden ist nicht bekannt. Es gibt jedoch verschiedene
Proteine, von denen bekannt ist, daß sie durch IPTG induziert
werden, einschließlich β-Galactosidase.
-
Spuren
9–11 zeigen
Cy-5-markierte Proteine. Die in diesen Spuren aufgebrachten Proben
waren:
- Spur 9. Methyl-Cy-5-markierter IPTG-induzierter
Bakterienextrakt.
- Spur 10. Methyl-Cy-5-markierter IPTG-induzierter Bakterienextrakt
und Propyl-Cy-3-markierter nicht-induzierter Extrakt.
- Spur 11. Methyl-Cy-5-markiertes gereinigtes GAL4VP16-Protein.
-
Spuren
12–15
zeigen Cy-5-markierte Proteine. Die in diesen Spuren aufgebrachten
Proben waren:
- Spur 12. Methyl-Cy-5-markierter
IPTG-induzierter Bakterienextrakt.
- Spur 13. Methyl-Cy-5-markierter IPTG-induzierter Bakterienextrakt
und Propyl-Cy-3-markierter nicht-induzierter Extrakt.
- Spur 14. Methyl-Cy-5-markiertes gereinigtes GAL4VP16-Protein.
-
Nur
Spuren 12–15
zeigten eine geringe Cy-3-Fluoreszenz. Das ist auf eine leichte Überlagerung
zwischen den Bandpaß-Filtern
zurückzuführen. Das
führt dazu,
daß das
Cy-5-markierte Material durch Anregung mit Cy-3-Licht erscheint.
Das Gegenteil wird nicht beobachtet. Cy-3-Material wird durch das
Cy-5-Anregungslicht nicht sichtbar gemacht. Es gibt zwei Möglichkeiten
die Überlagerungseffekte
zu eliminieren: bessere Bandpaß-Filter
zu entwickeln oder, bei Kenntnis der Überlagerungskonstanten, mit
Computerunterstützung den
Cy-5-Beitrag zur Cy-3-Abbildung zu entfernen.
-
Spuren
15 und 16 zeigen das subtrahierte Produkt von Spur 10 – Spur 13
bzw. Spur 11 – Spur
14. Die Pfeile zeigen auf die Position des GAL4VP16, wie durch die
Position der Bande des gereinigten GAL4VP16 in Spur 16 bestätigt wird.
Die Identität
der oberen Banden ist nicht bekannt. Es gibt jedoch verschiedene
Proteine, von denen bekannt ist, daß sie durch IPTG induziert
werden, einschließlich β-Galactosidase.
-
2. Zweidimensionale Differenz-Gelelektrophorese
einer induzierten GAL4VP16-Expression
in Bakterien:
-
3 zeigt
Abbildungen eines Abschnitts eines zweidimensionalen Gels, auf das
Propyl-Cy-3-markierter IPTG-induzierter Bakterienextrakt und Methyl-Cy-5-markierter
nicht-induzierter Extrakt aufgetragen wurden.
- Feld
A. Abbildungen, die mit Cy-3-Anregungslicht aufgenommen wurden und
die IPTG-induzierten Proteine zeigen.
- Feld B. Abbildungen, die mit Cy-5-Anregungslicht aufgenommen
wurden und die nicht-induzierten Proteine zeigen.
- Feld C. Verhältnis
der Cy-3-Abbildung dividiert durch die Cy-5-Abbildung.
- Feld D. Überlagerung
der Abbildung aus Feld C, rot gefärbt, die auf die Abbildung
aus Feld B, blau gefärbt, gelegt
wurde.
-
3. Zweidimensionale Differenz-Gelelektrophorese
eines Bakterienextraktes mit exogen zugesetztem Protein:
-
4 zeigt
Abbildungen eines Abschnitts eines zweidimensionalen Gels, auf das
Propyl-Cy-3-markierter Bakterienextrakt, dem exogen Carboanhydrase
zugesetzt wurde, und Methyl-Cy-5-markierter Extrakt ohne zugesetzte
Carboanhydrase gegeben wurden.
- Feld A. Abbildungen,
die mit Cy-3-Anregungslicht aufgenommen wurden und die Bakterienproteine
und die Carboanhydrase zeigen.
- Feld B. Abbildungen, die mit Cy-5-Anregungslicht aufgenommen
wurden und nur die Bakterienproteine zeigen.
- Feld C. Verhältnis
der Cy-3-Abbildung dividiert durch die Cy-5-Abbildung.
- Feld D. Überlagerung
der Abbildung aus Feld C, rot gefärbt, die auf die Abbildung
aus Feld B, blau gefärbt, gelegt
wurde.
-
Das
erfindungsgemäße Verfahren
stellt einen einfachen und kostengünstigen Weg zur Verfügung, um die
Unterschiede im Proteingehalt verschiedener Zellen oder verschiedener
Proben aus anderen Quellen zu analysieren. Das Verfahren beseitigt
Probleme, die auftreten können,
wenn zwei getrennte Gele eingesetzt werden, die einzeln der Elektrophorese
unterzogen werden müssen.
Die aneinander angepaßten
Farbstoffe, die zur Markierung der verschiedenen Proteine eingesetzt
werden, ermöglichen
eine gleichzeitige Elektrophorese zweier oder mehrerer verschiedener
Proben in einem einzelnen Gel. Obwohl die Erfindung unter Bezugnahme
auf zwei Proteinproben und ein Paar aus aneinander angepaßten Farbstoffen
beschrieben wurde, ist für
Fachleute ersichtlich, daß mehr
als zwei Proben gleichzeitig getestet werden können, wobei eine entsprechende
Anzahl aneinander angepaßter
Farbstoffe eingesetzt wird. Sofern die spektralen Eigenschaften
der Farbstoffe dahingehend beeinflußt werden können, daß Fluoreszenz bei einer Anzahl
verschiedener Wellenlängen
auftritt, wodurch visuell unterschiedliche Abbildungen resultieren,
und die pH- und
ionischen Eigenschaften der Farbstoffe im wesentlichen angeglichen
werden können,
um Änderungen
des Proteins, die durch die kovalente Bindung an den Farbstoff hervorgerufen
werden, zu kompensieren, können
die unterschiedlichsten Farbstoffe eingesetzt werden.
-
Differenz-Analyse von
Glycoproteinen
-
Farbstoff-Synthese
-
Beispiel 7
-
Die
Synthese der Cyanin-Farbstoff-Intermediate wurde wie vorausstehend
beschrieben durchgeführt. Die
Carbonsäuregruppe
sowohl des Cy3- als auch des Cy5-Intermediates
wurde anschließend,
wie nachfolgend detailliert beschrieben, in ein Hydrazid überführt.
-
-
Zu
einer gerührten
Lösung
von Cy-3 (50 mg, 8,9 × 10–5 mol),
das in einer Stickstoffatmosphäre
in wasserfreiem Acetonitril (2 ml) gelöst vorlag, wurden Diisopropylamin
(0,03 ml, 9,7 × 10–5 mol)
und O-(N-Succinimidyl)-N,N,N',N'-bis(terramethyl)uronium tetrafluoroborat
(TSTU) (30 mg, 9,7 × 10–5 mol)
gegeben und die Reaktion wurde bei Umgebungstemperatur für 1 Stunde
gerührt.
Eine Analyse des Materials mittels Dünnschichtchromatographie (TLC)
zeigte, daß kein
Ausgangsmaterial mehr vorlag, daher wurde ein zusätzliches Äquivalent
Diisopropylamin (0,03 ml, 9,7 × 10–5 mol)
zugegeben, gefolgt von tert-Butylcarbazat (30 mg, 1,78 × 10–4 mol).
Die Reaktion wurde über
Nacht bei Umgebungstemperatur gerührt, anschließend wurde
das Lösungsmittel
im Vakuum entfernt, wodurch ein intensiv gefärbtes rosa Öl erhalten wurde. Das Öl wurde
mittels Flash-Säulenchromatographie
gereinigt (Siliciumdioxid: Dichlormethan-Methanol-Gradient), wodurch
ein rosafarbener Feststoff erhalten wurde (59 mg, 97%). Das Produkt
war rein, wie durch 1H-NMR und UV/VIS-Spektrometrie (λmax =
552 nm) gezeigt wurde.
-
-
Chloroform
(1 ml) wurde zu einem Teil des rosafarbenen Feststoffes (5 mg) gegeben,
wodurch eine trübe
Lösung
entstand, die mit Trifluoressigsäure
(4 Tropfen) behandelt wurde. Nachdem 1 Stunde inkubiert wurde, zeigte
die TLC, daß das
gesamte Produkt verbraucht worden war und sich ein polareres Produkt
gebildet hatte, daher wurden die Lösungsmittel im Vakuum entfernt
und das resultierende halbfeste Produkt wurde mit Diethylether verrieben
und anschließend
im Vakuum getrocknet. Das Produkt schien rein zu sein, wie durch 1H-NMR und UV/VIS-Spektrometrie (λmax =
552 nm) gezeigt wurde.
-
Beispiel 8
-
Die Herstellung des Cy5-Hydrazids
entspricht der des Cy3-Hydrazids, mit der Ausnahme, daß das Ausgangsmaterial
Cy5 ist.
-
Beispiel 9
-
Protein-Markierung
-
1) Zellkultur
-
Anfängliche
Experimente wurden mit HBL100-Kulturen der menschlichen Brust (siehe
In Vitro Cell & Dev.
Biol., Bd. 26, 933 (1990)) und mit BT474-Kulturen des menschlichen
duktalen Brustkarzinoms (J. Natl. Cancer Inst. (Bethesda), Bd. 61,
967 (1978)), Epithelzell-Linien, durchgeführt. HBL100-Zellen wurden in
McCoys 5A-Medien,
die mit 10% fötalem
Kälberserum
und 2 mM Glutamin angereichert waren, bei 37°C in einer Luftatmosphäre mit 5%
CO2 kultiviert, so daß sie zu einer Monoschicht
zusammenwuchsen. BT474-Zellen wurden in RPMI-1460-Medien, die mit
10% fötalem
Kälberserum,
2 mM Glutamin, 0,02 mg/ml bovinem Insulin, 0,45% Glucose und 1 mM
Natriumpyruvat angereichert waren, bei 37°C in einer Luftatmosphäre mit 5%
CO2 kultiviert, so daß sie zu einer Monoschicht
zusammenwuchsen.
-
2) Protein-Isolierung
aus den Zellen
-
Fläschchen
mit Zellmonoschichten wurden zweimal mit PBS gewaschen, um die Medien
zu entfernen, und die Zellen wurden durch Inkubieren in Trypsin
gewonnen. Die Zellsuspension wurde bei 2000 Upm für 5 Minuten
zentrifugiert, um die Zellen zu pelletieren. Der Überstand
wurde verworfen und die Zellpellets wurden mit Tris gewa schen, um überschüssiges Salz
zu entfernen. Die Zellpellets wurden bei ~70°C aufbewahrt. Die Proteine wurden
aus den Zellen mittels Ultraschall extrahiert. Die Zellpellets (~2 × 106 Zellen/ml) wurden in Lyse-Puffer, der 2
M Harnstoff, 100 mM Acetat-Puffer
(pH 5,5), 1% (v/v) NP-40 und 0,1% (w/v) SDS enthielt, resuspendiert
und auf Eis viermal jeweils für
20 Sekunden mit Ultraschall behandelt. Die Zell-Lysate wurden bei 4°C und 13.000
Upm in einer Mikrozentrifuge für
5 Minuten zentrifugiert, um die Zelltrümmer und den verbliebenen Überstand
zu entfernen. Der Zellüberstand
wurde bei –20°C aufbewahrt.
-
3) Bestimmung der Proteinkonzentration
zur Abschätzung
des Verhältnisses
Farbstoff : Protein
-
Um
Löslichkeitsprobleme
der markierten Proteine zu vermeiden und den Einsatz einheitlicher
Verhältnisse
von Farbstoff : Protein zu ermöglichen,
wurde die Konzentration der extrahierten Proteine mit dem BioRad-Dc-Protein-Assay
(BioRad Laboratories) bestimmt.
-
4) Markierung der Kohlenhydrate
in Glycoproteinen unter Verwendung von Hydrazid-Farbstoffen
-
a) Markierung von Modell-Glycoproteinen
für die
SDS-PAGE
-
- i) Lösungen
einzelner Glycoproteine wurden als 10 mg/ml Stammlösungen in
Wasser hergestellt. 10 μg
eines jeden Proteins wurden zur Markierung verwendet und mit Acetat-Puffer
(pH 5,5) auf eine Endkonzentration im Puffer von 100 mM verdünnt.
- ii) Zucker-Reste wurden durch Zugabe von Natriummetaperiodat
in Wasser, wobei eine Endkonzentration von 10 mM erhalten wurde,
oxidiert und für
20 Minuten bei Umgebungstemperatur im Dunkeln inkubiert. Überschüssiges Metaperiodat
wurde durch Zugabe von Natriummetabisulfit in 200 mM Acetat-Puffer
(pH 5,5), wobei eine Endkonzentration von 5 mM erhalten wurde, entfernt
und für
5 Minuten bei Umgebungstemperatur inkubiert.
- In einer Konzentration von ~25 nmol/10 μg Protein wurde Cy3-Hydrazid
zur ersten Zellprobe und Cy5-Hydrazid zum zweiten Zellextrakt gegeben.
Die Farbstoff-Stammlösung lag
typischerweise als 10 mM Dimethylformamid-Lösung vor. Die Markierungsreaktion
wurde bei Umgebungstemperatur für
30 Minuten inkubiert. Die Inkubationszeiten können sich im Bereich von etwa
10 bis 60 Minuten bewegen und die Inkubationstemperatur kann in
Abhängigkeit
vom untersuchten Zelltyp von 0°C
bis –25°C variieren.
Die Temperatur sollte nicht oberhalb der Temperatur liegen, die
zu einem Abbau der Proteine führt,
und die Zeitdauer sollte nicht länger
als die Zeitdauer sein, die zu einer unspezifischen Markierung führen könnte.
- iii) Zu den markierten Proben wurde für den Auftrag auf das Gel ein
Probenpuffer gegeben, so daß eine Endkonzentration
von 2% (w/v) SDS, 10% (v/v) Glycerin, 62,5 mM Tris-HCl (pH 6,8),
5% (v/v) Mercaptoethanol und 0,01% Bromphenol-Blau vorlag. Die Probe wurde für 4 Minuten
in ein siedendes Wasserbad getaucht und anschließend der Elektrophorese unterzogen.
-
b) Markierung einfacher
Glycoprotein-Mischungen für
die SDS-PAGE
-
Einfache
Mischungen aus 12 oder 14 verschiedenen Modell-Proteinen, die ~10 μg eines jeden
Proteins enthielten, wurden aus 10 mg/ml Protein-Stammlösungen hergestellt,
so daß eine
Abstufung von Molekulargewichten erhalten wurde. Die Proteinlösung wurde
1 : 1 mit 200 mM Acetat-Puffer (pH 5,5) verdünnt. Die Protein-Mischungen wurden
gemäß der oben
in Schritt 4a (ii) beschriebenen Vorgehensweise markiert. Die Proben
wurden mittels SDS-PAGE analysiert, nachdem, wie beschrieben, Probenpuffer
zugegeben wurde.
-
c) Markierung von Glycoproteinen
in Zellextrakten für
die zweidimensionale Gelelektrophorese
-
Proteine
wurden, wie in Schritt 3 dieses Beispiels beschrieben, aus den Zellen
extrahiert und direkt zur Markierung der Kohlenhydratgruppen in
den Glycoproteinen eingesetzt. ~150 μg extrahiertes Protein wurde, wie
oben in Schritt 4a (ii) beschrieben, markiert. Markierte Proben
(~25 – 50 μg) wurden
mit 2× IEF
Probenpuffer (8 M Harnstoff, 4% (w/v) CHAPS, 2% (v/v) Pharmalytes,
20 mg/ml DTT) gemischt und direkt auf Streifen für die isoelektrische Fokussierung
(immobilisierte pH-Gradienten, Amersham Pharmacia Biotech) aufgetragen.
-
5) Markierung von Lysinresten
in Proteinen unter Verwendung von NHS-Farbstoffen
-
Die
Proteine wurden an den Lysinresten, wie vorausgehend beschrieben,
mit Aminreaktiven NHS-Farbstoffen unter Verwendung von 200 pmol
Cy2-NHS-Ester/50 μg
Protein in 5 mM Tris-Puffer markiert. Die Proteine aus Zellextrakten
wurden, wie vorausgehend beschrieben, direkt mit Cy2 markiert.
-
6) Gelelektrophorese
-
- 1. Zweidimensionale Elektrophorese: Die hochauflösende zweidimensionale
Elektrophorese wurde mit allgemein bekannten Techniken gemäß Laemmli
[Nature, Bd. 227, 680–685
(1970)] durchgeführt.
- 2. SDS-Polyacrylamid-Gelelektrophorese: Die SDS-Polyacrylamid-Gelelektrophorese
wurde mit bekannten Techniken durchgeführt.
-
7) Abbildung des Fluoreszenz-Gels
-
Nach
Beendigung der Elektrophorese wurden von den Fluoreszenz-markierten
Proteinen im Gel unter Verwendung eines kommerziell erhältlichen
Scanners mit geeigneten Anregungs- und Emissionswellenlängen [Cy2-Anregung
480 / 30, Cy2-Emission 530 / 30; Cy3-Anregung 540 / 25, Cy3-Emission
590 / 35; Cy5-Anregung 620 / 30, Cy5-Emission 680 / 30] Abbildungen
erstellt.
-
Beispiel 10
-
Markierung
von Modell-Glycoproteinen
-
5a)
bzw. b) zeigen Abbildungen von Cy2-NHS- und Cy3-Hydrazid-markierten
Proteinen, die der SDS-PAGE unterzogen wurden.
-
Spuren
1 und 3 zeigen Proteine, die an den Lysinresten mit Cy2-NHS-Ester
markiert sind und die durch Cy2-Anregung und -emission sichtbar
gemacht wurden.
- Spur 1. Cy2-markiertes Transferrin
(Molekulargewicht ~76 kDa).
- Spur 3. Cy2-markierter Trypsin-Inhibitor aus Sojabohnen (Molekulargewicht
~20 kDa).
-
Spuren
2 und 4 zeigen die gleichen Proteine, in denen die Kohlenhydratgruppen
mit Cy3-Hydrazid markiert sind und die durch Cy3-Anregung und -emission
sichtbar gemacht wurden.
- Spur 2. Cy3-markiertes
Transferrin.
- Spur 4. Cy3-markierter Trypsin-Inhibitor aus Sojabohnen.
-
Spuren
1 und 3 zeigen, daß sowohl
das Transferrin als auch der Trypsin-Inhibitor mit dem Cy2-Lysin-Farbstoff
markiert sind. Spur 4 zeigt, daß das
Transferrin mit Cy3-Hydrazid markiert ist. Der Trypsin-Inhibitor
in Spur 4 ist mit Cy3 nicht sichtbar, da dieses Protein nicht glycosyliert
ist und daher durch Cy3 nicht markiert wird.
-
Beispiel 11
-
Differenz-SDS-PAGE-Analyse
einfacher Proteinmischungen
-
6a)
und b) zeigen Abbildungen von Cy3-Hydrazid-markierten
(6a) und Cy5-Hydrazid-markierten
(6b) Proteinmischungen, die der SDS-PAGE unterzogen wurden. Proteinmischung
B wurde hergestellt, indem 10 mg jedes der folgenden Proteine markiert
wurden – Fetuin,
Albumin, Carboxypeptidase Y, Ribonuklease B, saures α-1-Glycoprotein,
Trypsin-Inhibitor, Lactoglobulin, Cytochrom C, α-Lactalbumin, Lysozym, Myoglobin
und Actin. Proteinmischung A enthält die gleichen Proteine wie
Mischung B plus Transferrin und Carboanhydrase.
-
Spuren
1 und 3 in 6(a) zeigen die Cy3-markierten
Proteinmischungen A und B.
-
Spuren
2 und 4 in 6(b) zeigen die Cy5-markierten
Proteinmischungen A und B.
-
Spur
5 zeigt die Cy3-markierte Proteinmischung A und die Cy5-markierte
Proteinmischung B.
-
Spur
6 zeigt die Cy5-markierte Proteinmischung A und die Cy3-markierte
Mischung B.
-
Spuren
5 und 6, in denen die Proteinmischungen in der gleichen Spur laufen
gelassen wurden, zeigen eine unterschiedliche Detektion der beiden
zusätzlichen
Proteine in Mischung A – in
Spur 5 sind sie auf der Cy3-Abbildung sichtbar und in Spur 6 sind
sie auf der Cy5-Abbildung sichtbar.
-
Beispiel 12
-
Differenz-2DE-Analyse
von Säugerzellextrakten
-
7(a) und (b) zeigen
Abbildungen eines Abschnitts eines 2DE-Gels, auf das Cy3-Hydrazid-markierter
HBL100-Zellextrakt (7a) und Cy5-Hydrazid-markierter BT474-Zellextrakt
(7b) aufgebracht wurden. Unterschiede im Glycoprotein-Gehalt der
Zell-Linien sind aus den unterschiedlichen Spot-Mustern ersichtlich,
die mit den zwei Zellextrakten erhalten wurden. Einige der qualitativen
und quantitativen Unterschiede wurden mit Pfeilen gekennzeichnet.
-
Beispiel 13
-
Differenz-2DE-Analyse
eines Säugerzellextraktes
mit exogen zugesetztem Protein
-
Zellextrakte
wurden wie oben in den Schritten 1–4 des Beispiels 9 beschrieben
hergestellt. Um Unterschiede in komplexen Zell-Lysaten zu simulieren,
wurden die Zellextrakte mit Cy3- und Cy5-Hydrazid markiert, und
Cy5-markierte bekannte Glycoproteine wurden in die Cy5-markierte
Probe gegeben. Die Cy3- und Cy5-markierten Proben wurden dann vor
der 2DE in gleichen Volumenteilen gemischt. 8a) und
b) zeigen Abbildungen eines 2DE-Gels, auf das Cy3-markierter Zellextrakt
(ohne exogen zugesetztes Protein) (8a) und Cy5-markierter Zellextrakt
mit exogen zugesetztem Protein (8b) aufgetragen wurden. Die folgenden
Proteine wurden zugesetzt:
-
-
-
Der
hervorgehobene Abschnitt des Gels zeigt Proteine, deren Molekulargewicht
im Bereich von ~15 – 80
kDa liegt und deren pH im Bereich von 5 – 8 liegt. Dieser Abschnitt
schließt
somit die Proteine Fetuin, saures α-1-Glycoprotein und Albumin
von der Detektion in der Cy5-Abbildung aus.
-
Die
Cy3- und Cy5-Abbildungen zeigen eine gute Reproduzierbarkeit hinsichtlich
der Spots, die unter Einsatz der zwei Farbstoffe zur Markierung
der gleichen Probe aus BT474-Zellen detektiert wurden, und die Unterschiede
können
den exogen zugesetzten Proteinen zugeschrieben werden. Transferrin
und Carboanhydrase sind in der Cy5-Abbildung hervorgehoben, in der
Cy3-Abbildung jedoch nicht sichtbar. Das Vorliegen der Carboxypeptidase-Y
in der Cy5-Probe konnte nicht klar gezeigt werden, das kann jedoch
auf mehrere Ursachen zurückzuführen sein,
zum Beispiel auf eine Überlagerung
mit den endogenen Zellproteinen, die verhindern, daß sie aufgelöst dargestellt
wird, oder auf einen geringen Kohlenhydrat-Gehalt im Protein.
-
Protein-Differenz-Analyse
mittels Säulenchromatographie
-
Beispiel 14
-
Protein-Markierung
-
Proteine
wurden mit einem Verfahren zur minimalen Markierung markiert, das
so ausgestaltet ist, daß jedes
Protein mit einer einzigen Markierung versehen wird. Dieses Verfahren
führt dazu,
daß nur
ein kleiner Anteil eines jeden Proteins markiert wird. Proteinkonzentrationen,
die im folgenden Text angegeben sind, sind Proteingesamtmengen und
berücksichtigen
den tatsächlich
markierten Proteinanteil nicht.
-
Farbstoffe,
die eine einfach positive Nettoladung aufweisen, wurden mit primären Amingruppen
des Proteins umgesetzt, um eine Änderung
des Gesamtladungszustandes des Proteins zu vermeiden.
-
Die
N-Hydroxysuccinimidylester der Cy3- und Cy5-Derivate, deren Molekulargewichte
aneinander angepaßt
waren (Amersham Pharmacia Biotech) und die eine einfach positive
Ladung aufwiesen, wurden in einem Verhältnis von 800 Picomol Farbstoff
pro 200 Mikrogramm Protein in einem Gesamtvolumen von 46 μl zu Proteinen
oder Peptiden gegeben, die einen Puffer (20 mM Tris/HCl, pH 7,6)
enthielten. Die Lösung
wurde auf Eis im Dunkeln für
30 Minuten inkubiert. Dann wurde die Reaktion durch Zugabe von 4 μl einer 10
mM Lysinlösung
gestoppt und für
weitere 10 Minuten auf Eis inkubiert.
-
Die
gereinigten Proteine wurden entweder einzeln markiert oder gemischt
und anschließend
markiert. Anti-Maus-Immunglobulin G (IgG) wurde vom Hersteller (Amersham
Pharmacia Biotech) bereits fertig entweder mit Cy3 oder mit Cy5
markiert bezogen.
-
Instrumente
-
Ein
FPLC-System (Amersham Pharmacia Biotech), das aus Pumpen, Ventilen
und einer Steuerung aufgebaut war, wurde eingesetzt, um Proben durch
die Chromatographiesäulen
zu pumpen. Das Eluat aus jeder Säule
wurde in eine 8 μl
Durchflußzelle
aus Quarz (Hellma) geleitet, die in einem F4500-Fluorimeter (Hitachi)
angeordnet war. Die Optik war jedoch nicht optimiert, da die Duchflußzelle ein
vertikales Fenster und der Lichtstrahl eine horizontale Ausrichtung
aufwies, wodurch die mögliche
Empfindlichkeit dieses bestimmten Systems begrenzt war. Software,
die dafür
ausgelegt war, 2 Anregungs- und Emissionswellenlängen abzufragen, wurde eingesetzt,
um eine kontinuierliche Verfolgung des Vorliegens von Cy3- und C5-markierten
Proteinen zu ermöglichen.
Zur Detektion von Cy3 wurden die Wellenlängen-Einstellungen 530 nm (Anregung) und 570
nm (Emission) verwendet. Zur Detektion von Cy5 wurden die Einstellungen
630 nm (Anregung) und 670 nm (Emission) verwendet. Die Bandbreiten
für die
Anregung und Emission betrugen 10 nm.
-
Chromatographie
-
Cy3-
und Cy5-markierte Proteine oder Peptide wurden gleichzeitig und
kontinuierlich bei der Elution aus den Chromatographiesäulen detektiert.
Das Profil der Protein- und
Peptidmischungen wurde auf verschiedenen Säuleentypen erstellt. Unterschiede
zwischen zwei Proteinproben konnten auch untersucht werden, indem
die Proben mit verschiedenen Fluorophoren markiert und anschließend gemischt
wurden, gefolgt von einer Chromatographie und gleichzeitigen Detektion
der Fluoreszenz der zwei Fluorophore.
-
Beispiel 15
-
Ionenaustauschersäule
-
Eine
MonoQ-HR5/5-Anionenaustauschersäule
(50 × 5
mm Innendurchmesser) (Amersham Pharmacia Biotech) wurde mit einem
Startpuffer (20 mM Tris/HCl, pH 7,6) äquilibriert. In Startpuffer
angesetzte Proteinproben wurden unter Verwendung einer 100 μl Schleife
auf die Säule
gegeben. Die Proteine wurden unter Verwendung eines linearen Gradienten
des gleichen Puffers, der 350 mM NaCl enthielt, über einen Zeitraum von 25 Minuten
mit einer Fließgeschwindigkeit
von 0,5 ml pro Minute aus der Säule
eluiert. Cy3- und Cy5-markierte Proteine wurden gleichzeitig und
kontinuierlich während
der Elution aus der Ionenaustauschersäule detektiert.
-
9 zeigt
die Trennung von Cy3-markiertem bovinen Serumalbumin (BSA) und Cy5-markiertem Transferrin.
-
10 zeigt
die Trennung der Mischung aus Cy5-markiertem Myoglobin, Transferrin
und bovinem Serumalbumin.
-
Die
Differenz-Analyse mittels Ionenaustauschchromatographie und Fluoreszenzdetektion
ist in 14 gezeigt. Eine Probe, die
Cy3-markiertes Transferrin enthielt, wurde mit einer anderen Probe,
die Cy5-markiertes Transferrin und Cy5-markiertes bovines Serumalbumin
(BSA) enthielt, gemischt. Die Abwesenheit von BSA in der zweiten
Probe ist klar ersichtlich.
-
Beispiel 16
-
Umkehrphasensäule
-
Eine
ProRPC-Säule
(auf Siliciumdioxid basierende C1/C8-Mischung) (100 × 5 mm Innendurchmesser) wurde
mit einer Mischung aus Elutionsmittel A (70%) und Elutionsmittel
B (30%) äquilibriert.
Elutionsmittel A enthielt 0,1 % Trifluoressigsäure und 0,1 % Triethylamin
in Wasser/Acetonitril (95%/5%). Elutionsmittel B enthielt 0,1 %
Trifluoressigsäure
und 0,1% Triethylamin in Wasser/Acetonitril (25%/75%). Proteinproben,
die in Elutionsmittel A angesetzt worden waren, wurden unter Verwendung
einer 100 μl
Schleife auf die Säule
gegeben und mit einem linearen Gradienten aus 70% Elutionsmittel
A / 30% Elutionsmittel B bis 20% Elutionsmittel A / 80% Elutionsmittel
B über
einen Zeitraum von 25 Minuten und mit einer Fließgeschwindigkeit von 0,5 ml pro
Minute eluiert. Cy3- und Cy5-markierte Proteine wurden gleichzeitig
und kontinuierlich während
der Elution aus der Umkehrphasensäule detektiert.
-
11 zeigt
die Umkehrphasen-Trennung der Mischung aus Cy5-markierter Ribonuklease
A, Cy5-markiertem Cytochrom C, Holotransferrin und Apomyoglobin.
-
Beispiel 17
-
Größenausschlußsäule
-
Eine
Superose-6-HR10/30-Säule
(300 × 10
mm Innendurchmesser) (Amersham Pharmacia Biotech) wurde mit 10 mM
Phosphat-gepufferter Salzlösung
(PBS) mit einem pH von 7,4 äquilibriert.
Proteinproben, die im gleichen Puffer angesetzt worden waren, wurden
unter Einsatz einer 100 μl
Schleife auf die Säule
gegeben und mit einer Fließgeschwindigkeit
von 0,5 ml pro Minute eluiert. Cy3- und Cy5-markierte Proteine wurden gleichzeitig
und kontinuierlich während
der Elution aus der Größenausschlußsäule detektiert.
-
12 zeigt
die Trennung der Mischung aus Cy3-markiertem Thyroglobulin, Apoferritin,
IgG und β-Lactoglobulin
mittels Größenausschlußchromatographie.
-
13 zeigt
die Differenz-Analyse mittels Größenausschlußchromatographie.
Die Cy3-markierte Probe enthält
vier Proteine (Thryoglobulin, Apoferritin, IgG und β-Lactoglobulin) und
die Cy5-markierte Probe zeigt nur drei der vier Proteine (minus
IgG). Die Abwesenheit des vierten Proteins ist klar ersichtlich.
-
Beispiel 18
-
Differenz-Analyse von
Proteinen mittels Affinitätsreinigung
-
Kultivierung der Zellen,
Lyse und Affinitätsreinigung
-
Lysate
von E. coli Bakterien, die GST entweder exprimieren oder nicht exprimieren,
wurden als Modelle für
komplexe Proteinproben verwendet. Zellen des E. coli Stammes JM109
wurden entweder mit dem Plasmid pGEX-5X, das für GST kodiert, oder mit dem
Kontrollplasmid pTrc99, das nicht für GST kodiert, transformiert
(Plasmide von Amersham Pharmacia Biotech) und auf Agar-Platten ausplattiert.
Flüssige
Kultu ren (10 ml) wurden über
Nacht bei 37°C
in LB-Medium, das 100 μg/ml
Ampicillin enthielt, kultiviert. Frische Medien (typischerweise
150 ml) wurden dann mit 0,5% Starterkultur beimpft und bis zu einem
A600-Wert von 1,0 kultiviert. Die Zellen
wurden dann durch Zugabe von IPTG, wobei eine Endkonzentration von
0,5 mM erhalten wurde, induziert und für weitere 2 bis 3 Stunden inkubiert.
Die Zellen wurden durch Zentrifugieren bei 2800 g gewonnen, in 7,5
ml PBS aufgenommen und auf Eis mittels Ultraschall (MSE 150 Soniprep)
lysiert (30 Sekunden, Pause für
90 Sekunden, dreimal wiederholt). Zelltrümmer wurden durch Zentrifugieren
bei 2800 g entfernt, und nach der Überführung des Überstandes in ein frisches
Röhrchen
wurde das Zentrifugieren wiederholt. Der Überstand (100 μl Aliquot
bezüglich
der durch Messung des A280-Wertes bestimmten
Konzentration normiert) wurde dann auf Eis im Dunkeln für 60 Minuten
mit 1,5 nmol Cy-Farbstoff markiert und wie oben mit Lysin abgestoppt.
-
Zu
diesem Zeitpunkt wurden die Lysate entweder separat behandelt oder
sie wurden gemischt, zum Beispiel wurde eine pGEX-Zell-Lysatprobe,
die mit Cy3 markiert war, mit dem gleichen Volumen pTrc-Zell-Lysat,
das mit Cy5-markiert war, gemischt. Anschließend wurde die GST aus dem
Zellextrakt unter Verwendung von Glutathion-Sepharose 4B (Kat.-Nr. 17-0756-01, Amersham
Pharmacia Biotech) entsprechend dem Protokoll für das diskontinuierlichen Verfahren,
das durch den Hersteller zur Verfügung gestellt wird, oder mittels
Fusionsprotein-Screening affinitätsgereinigt.
-
Die
Proben wurden in einem Hitachi-Fluorimeter ausgelesen, in dem Cy3
bei 530 nm angeregt wurde (das Emissionssignal wurde bei 565 nm
gemessen) und Cy5 bei 630 nm angeregt wurde (das Emissionssignal wurde
bei 661 nm gemessen) und die Bandbreite für die Anregung und für die Emission
5 nm betrug. Zur Fluoreszenz-Bestimmung
wurde Material, das nicht an die Affinitätsmatrix gebunden wurde, in
Waschvorgängen zusammengeführt. Material,
das an die Affinitätsmatrix
gebunden wurde, wurde unter Verwendung eines Überschusses an nicht-markierter
GST eluiert. Vor dem Auslesen wurde ein Aliquot von 15 μl einer jeden
Probe auf ein Gesamtvolumen von 100 μl verdünnt. Durch Waschen erhaltene
Proben wurden aufgrund ihrer relativ hohen Werte vor dem Auslesen
weiterhin zehnfach verdünnt.
-
Nachfolgend
wurden die Auslese-Ergebnisse dahingehend korrigiert, daß die relativen
Volumen und Verdünnungen
der gebundenen und der gewaschenen Fraktionen berücksichtigt
wurden.
-
Affinitätsreinigung
-
Die
Differenz-Analyse mittels Affinitätsreinigung wurde eingesetzt,
um ein spezielles Protein (Glutathion-S-Transferase, GST) in einem
Zell-Lysat zu identifizieren. Anfängliche Experimente zeigten,
das in Bakterienzell-Lysaten, die entweder mit Cy3 oder mit C5 markiert
waren und separat analysiert wurden, das Vorhandensein von GST bestimmt
werden konnte. Proben aus induzierten Bakterien, die das pGEX-Plasmid enthielten,
das für
GST kodiert, enthielten eindeutig GST-Protein, wie durch das fluoreszierende
Material gezeigt wird, das mit freiem Glutathion aus der Glutathion-Affinitätsmatrix
spezifisch eluiert wurde (Tabelle 1). Durch Abbildung der Fluoreszenz
eines SDS-PAGE-Gels, das Cy5-markierte gereinigte CST (Sigma) und
die wie oben beschrieben affinitätsgereinigte
GST enthielt, wurde bestätigt,
daß es
sich bei diesem Material um GST handelte. Proben aus induzierten
Bakterien, die das pTrc-Plasmid
enthielten, das nicht für
GST kodiert, jedoch ansonsten sehr ähnlich ist, enthielten anscheinend
kein GST-Protein. Diese Schlußfolgerung
ergibt sich aus der geringen Menge an fluoreszierendem Material,
die aus der Affinitätsmatrix
eluiert wurde, und aus der Abwesenheit einer Fluoreszenzbande mit
korrektem Molekulargewicht auf dem SDS-PAGE-Gel.
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Nachfolgende
Experimente zeigten, daß für den Fall,
in dem zwei getrennte Lysate mit verschiedenen Farbstoffen markiert
und vor der Affinitätsreinigung
gemischt werden, Unterschiede im GST-Gehalt der zwei Proben aufgrund
ihrer relativen Fluoreszenz bestimmt werden konnten. Zum Beispiel
wurden Cy3-markierte induzierte pGEX-Zell-Lysate mit Cy5-markierten
induzierten pTrc-Zell-Lysaten gemischt und affinitätsgereinigt. Der
Anteil des gebundenen Materials, das in den GST-exprimierenden Zellen enthalten war,
war mehr als zehnmal so hoch wie der in Zellen, die GST nicht exprimieren
(Tabelle 2). In der nächsten
Probe wurde Cy3-markiertes
induziertes pGEX-Zell-Lysat mit Cy5-markiertem nicht-induzierten
pGEX- Zell-Lysat
gemischt und affinitätsgereinigt.
Der Anteil des gebundenen Materials, das in den GST-exprimierenden
Zellen enthalten war, war erneut mehr als zehnmal so hoch wie der
in Zellen, die GST nicht exprimieren (Tabelle 2).
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