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Gebiet der Erfindung
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Die Erfindung betrifft modifizierte
insulinotrope Peptide. Insbesondere betrifft die Erfindung modifizierte,
glucagonartige Peptide und Exendinpeptide mit langer Wirkungsdauer
zur Behandlung von Diabetes und anderen, mit insulinotropen Peptiden
in Zusammenhang stehenden Krankheiten, gastrointestinalen Funktionen
und mit dem Glucagonspiegel im Zusammenhang stehenden Aktivitäten.
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Hintergrund der Erfindung
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Das insulinotrope Peptidhormon "glucagonartiges Peptid" (GLP-1) wird als
mögliches
therapeutisches Mittel zur Behandlung des nichtinsulinabhängigen Diabetes
mellitus vom Typ II sowie von damit in Zusammenhang stehenden Stoffwechselstörungen,
wie Fettleibigkeit, in Verbindung gebracht. Zu weiteren wertvollen
insulinotropen Peptiden gehören
Exendin-3 und Exendin-4. Obgleich GLP-1, Exendin-3 und Exendin-4
wertvolle Mittel darstellen, sind sie mit dem Nachteil einer begrenzten
Wirkungsdauer in Verbindung mit kurzen in vivo-Plasmahalbwertszeiten
behaftet, hauptsächlich
aufgrund der raschen Serum-Clearance und des proteolytischen Abbaus.
Das für
den Abbau von GLP-1 verantwortliche Enzym, nämlich Dipeptidyl-peptidase
IV, wurde identifiziert. Es wurden eingehende Forschungsarbeiten
mit dem Ziel durchgeführt,
die Peptidase zu hemmen oder GLP-1 so zu modifizieren, dass sein
Abbau unter Aufrechterhaltung seiner biologischen Aktivität verlangsamt
wird. Trotz dieser umfangreichen Anstrengungen konnte bisher kein
aktives GLP-1 mit langer Wirkungsdauer hergestellt werden. Unter
Diabetikern besteht ein enormes Bedürfnis nach verbesserten GLP-1-,
Exendin-3- und Exendin-4-Peptiden.
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Es besteht somit ein Bedürfnis, GLP-1,
Exendin-3, Exendin-4 und andere insulinotrope Peptide so zu modifizieren,
dass sie eine längere
in vivo-Wirkungsdauer aufweisen, während ihre geringe Toxizität und ihre therapeutischen
Vorteile beibehalten werden.
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Zusammenfassende Darstellung
der Erfindung
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Zur Befriedigung dieser Bedürfnisse
ist die vorliegende Erfindung auf modifizierte insulinotrope Peptide
(ITPs) abgestellt. Die Erfindung betrifft neuartige, chemisch reaktive
Derivate von insulinotropen Peptiden, die mit verfügbaren funktionellen
Gruppen an zellulären Trägern, einschließlich mobilen
Blutproteinen, unter Ausbildung von kovalenten Bindungen reagieren
können.
Speziell betrifft die Erfindung neuartige, chemisch reaktive Derivate
von insulinotropen Peptiden, wie dem glucagonartigen Peptid (GLP)
und Exendin-3 und Exendin-4, die mit verfügbaren funktionellen Gruppen
an mobilen Blutproteinen unter Bildung von kovalenten Bindungen
reagieren können.
Die Erfindung betrifft ferner neuartige, chemisch reaktive Derivate
oder Analoge von insulinotropen Peptiden, die mit verfügbaren funktionellen
Gruppen an mobilen Blutproteinen unter Bildung von kovalenten Bindungen
reagieren können.
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Die vorliegende Erfindung betrifft
modifizierte insulinotrope Peptide, die eine reaktive Gruppe umfassen,
die mit Aminogruppen, Hydroxylgruppen oder Thiolgruppen an Blutverbindungen
unter Bildung von stabilen kovalenten Bindungen reagiert.
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Ferner betrifft die vorliegende Erfindung
ein insulinotropes Hormon, das ein modifiziertes Fragment von GLP-1
umfasst, und Derivate davon, insbesondere GLP-1(7-36)-Amid. Ferner
betrifft die Erfindung die therapeutische Verwendung derartiger
Verbindungen und insbesondere die Verwendung von modifiziertem GLP-1(7-36)-Amid
zur Behandlung von im reifen Alter einsetzenden Diabetes mellitus
(Typ II-Diabetes).
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Die vorliegende Erfindung betrifft
ferner modifizierte Exendin-3- und
Exendin-4-Fragmente und die therapeutische Verwendung derartiger
Verbindungen.
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Insbesondere ist die Erfindung abgestellt
auf: GLP-1(1-36)-Lys37(ε-MPA)-NH2; GLP-1(1-36)-Lys37(ε-AAEA-AEEA-MPA)-NH2; GLP-1(7-36)-Lys37(ε-MPA)-NH2;
GLP-1(7-36)-Lys37(ε-AEEA-AEEA-MPA)-NH2;
D-Ala8-GLP-1(7-36)-Lys37(ε-MPA)-NH2; Exendin-4(1-39)-Lys40(ε-MPA)-NH2; Exendin-4(1-39)-Lys40(ε-AEEA-AEEA-MPA)-NH2; Exendin-3(1-39)-Lys40(ε-MPA)-NH2; Exendin-3(1-39)-Lys40(ε-AEEA-AEEA-MPA)-NH2; Lys26(ε-MPA)GLP-1(7-36)-NH2; GLP-1(7-36)-EDA-MPA; und Exendin-4(1-39)-EDA-MPA.
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Die Erfindung betrifft ferner Zusammensetzungen,
die die Derivate der insulinotropen Peptide enthalten, und die Verwendung
der Zusammensetzungen zur Behandlung von Diabetes beim Menschen.
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Die Erfindung betrifft ferner ein
Verfahren zur Verstärkung
der Expression von Insulin, das die Versorgung einer Säugetier-Pankreas-Inselzelle vom Betatyp
mit einer wirksamen Menge der vorstehend beschriebenen modifizierten,
insulinotropen Peptide umfasst.
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Die Erfindung betrifft ferner ein
Verfahren zur Behandlung von in reifem Alter einsetzenden Diabetes mellitus,
das die Verabreichung einer wirksamen Menge der vorstehend beschriebenen
insulinotropen Peptide an einen Patienten, der einer derartigen
Behandlung bedarf, umfasst.
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Die Erfindung betrifft ferner die
Behandlung weiterer, mit insulinotropem Peptid in Zusammenhang stehenden
Krankheiten und Zustände
mit den erfindungsgemäßen modifizierten,
insulinotropen Peptiden.
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Ausführliche Beschreibung der Erfindung
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Definitionen
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Um ein volles Verständnis der
Erfindung zu gewährleisten,
werden die folgenden Definitionen gegeben.
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Insulinotrope Peptide: Insulinotrope
Peptide (ITPs) sind Peptide mit insulinotroper Aktivität. Insulinotrope
Peptide stimulieren (oder bewirken die Stimulation) die Synthese
oder Expression des Hormons Insulin. Zu derartigen Peptiden gehören Vorläufer, Analoge
und Fragmente von Peptiden, die glucagonartiges Peptid, Exendin-3
und Exendin-4 und andere Peptide mit insulinotroper Aktivität umfassen.
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Glucagonartiges Peptid: Glucagonartiges
Peptid (GLP) und GLP-Derivate
sind intestinale Hormone, die im allgemeinen die Insulinsekretion
während
der Hyperglykämie
stimulieren, die Glucagonsekretion unterdrücken, die Biosynthese von (Pro)-insulin
stimulieren und die gastrische Entleerung und Säuresekretion verlangsamen.
Einige GLPs und GLP-Derivate fördern
die Glucoseaufnahme durch Zellen, stimulieren jedoch nicht die Insulinexpression,
wie im US-Patent
5 574 008 (auf das hier Bezug genommen wird) ausgeführt ist.
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Exendin-3- und Exendin-4-Peptide:
Exendin-3- und Exendin-4-Peptide und Peptidderivate sind Peptide
mit 39 Aminosäuren,
die zu etwa 53% homolog zu GLP-1 sind und eine insulinotrope Aktivität besitzen.
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Reaktive Gruppen: Reaktive Gruppen
sind chemische Gruppen, die zur Bildung einer kovalenten Bindung
befähigt
sind. Derartige reaktive Mittel gehen mit einem insulinotropen Peptid
von Interesse eine Kupplung oder Bindung unter Bildung eines modifizierten,
insulinotropen Peptids ein. Reaktive Gruppen sind im allgemeinen
in wässriger
Umgebung stabil. Üblicherweise
handelt es sich um Carboxyl-, Phosphoryl- oder geeignete Acylgruppen,
entweder in Form von Estern oder gemischten Anhydriden, oder um
eine Imidatgruppe, wobei die Möglichkeit
zur Bildung einer kovalenten Bindung mit funktionellen Gruppen,
wie Aminogruppen, Hydroxylgruppen oder Thiolgruppen, an der Zielstelle
von mobilen Blutkomponenten besteht. Größtenteils beinhalten die Ester
Phenolverbindungen oder es handelt sich um Thiolester, Alkylester,
Phosphatester oder dergl. Zu reaktiven Gruppen gehören Succinimidyl-
und Maleinimidogruppen.
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Funktionelle Gruppen: Funktionelle
Gruppen sind Gruppen an Blutkomponenten, mit denen reaktive Gruppen
an modifizierten, insulinotropen Peptiden unter Bildung von kovalenten
Bindungen reagieren. Zu funktionellen Gruppen gehören Hydroxylgruppen
zur Bindung an reaktive Esterreste; Thiolgruppen zur Bindung an
Maleinimide und Maleinimidogruppen, Imidate und Thioestergruppen;
Aminogruppen zur Bindung an Carboxyl-, Phosphoryl- oder Acylgruppen
an reaktiven Resten und Carboxylgruppen zur Bindung an Aminogruppen.
Zu derartigen Blutkomponenten gehören Blutproteine.
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Verknüpfende Gruppen: Verknüpfende Gruppen
sind chemische Reste, die reaktive Gruppen mit ITPS verknüpfen oder
verbinden. Verknüpfende
Gruppen können
einen oder mehrere Alkylgruppen, wie Methyl, Ethyl, Propyl, Butyl
und dergl., Alkoxygruppen, Alkenylgruppen, Alkinylgruppen oder Aminogruppen
umfassen, die durch Alkylgruppen, Cycloalkylgruppen, polycyclische
Gruppen, Arylgruppen, Polyarylgruppen, substituierte Arylgruppen,
heterocyclische Gruppen und substituierte heterocyclische Gruppen
substituiert sind. Verknüpfende
Gruppen können
auch Polyethoxyaminosäuren
umfassen, wie AEA ((2-Amino)-ethoxyessigsäure) oder die bevorzugte verknüpfende Gruppe
AEEA ([2-(2-Amino)-ethoxy]-ethoxyessigsäure).
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Blutkomponenten: Blutkomponenten
können
entweder fixiert oder mobil sein. Fixierte Blutkomponenten sind
nicht-mobile Blutkomponenten. Hierzu gehören Gewebe, Membranrezeptoren,
interstitielle Proteine, Fibrinproteine, Kollagene, Blutplättchen,
Endothelzellen, Epithelzellen und deren assoziierte Membran- und membranartige
Rezeptoren, somatische Körperzellen,
Skelett- und glatte Muskelzellen, neuronale Komponenten, Osteozyten
und Osteoklasten sowie sämtliche
Körpergewebe,
insbesondere solche, die mit zirkulatorischen und lymphatischen
Systemen assoziiert sind. Mobile Blutkomponenten sind Blutkomponenten,
die keinen, für
einen längeren
Zeitraum hinweg (im allgemeinen von nicht mehr als 5 Minuten und üblicherweise
nicht mehr als 1 Minute) fixierten Aufenthaltsort aufweisen. Diese
Blutkomponenten sind nicht membranassoziiert und im Blut über längere Zeitspannen
hinweg vorhanden. Ihre Minimalkonzentration beträgt mindestens 0,1 μg/ml. Zu
mobilen Blutkomponenten gehören
Serumalbumin, Transferrin, Ferritin und Immunoglobuline, wie IgM
und IgG.
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Die Halbwertszeit von mobilen Blutkomponenten
beträgt
mindestens etwa 12 Stunden.
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Schutzgruppen: Schutzgruppen sind
chemische Reste, die zum Schutz von Peptidderivaten gegen eine Reaktion
der Derivate untereinander verwendet werden. Verschiedene Schutzgruppen
sind hier und im US-Patent 5 493 007 (auf das durch Verweis Bezug
genommen wird) beschrieben. Derartige Schutzgruppen umfassen Acetyl,
Fluorenylmethyloxycarbonyl (FMOC), tert.-Butyloxycarbonyl (BOC),
Benzyloxycarbonyl (CBZ) und dergl. Spezielle geschützte Aminosäuren sind
in Tabelle 1 aufgeführt.
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Tabelle
1
Natürliche
Aminosäuren
und deren Abkürzungen
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Empfindliche funktionelle Gruppen:
Bei einer empfindlichen funktionellen Gruppe handelt es sich um eine
Gruppe von Atomen, die eine potentielle Reaktionsstelle an einem
ITP-Peptid darstellt. Falls vorhanden, kann eine empfindliche funktionelle
Gruppe als Befestigungsstelle für
die Linker-reaktive Gruppenmodifikation gewählt werden. Zu empfindlichen
funktionellen Gruppen gehören
(ohne Beschränkung
hierauf) Carboxyl-, Amino-, Thiol- und Hydroxylgruppen.
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Modifizierte Peptide: Ein modifiziertes
ITP ist ein Peptid, das durch Anbringen einer reaktiven Gruppe modifiziert
worden ist und das zur Bildung eines Peptidase-stabilisierten Peptids
befähigt
ist, und zwar durch Konjugation mit Blutkomponenten. Die reaktive
Gruppe kann am therapeutischen Peptid entweder über eine verknüpfende Gruppe
oder gegebenenfalls ohne eine verknüpfende Gruppe angebracht sein.
Es kommt ferner in Betracht, dass eine oder mehrere zusätzliche
Aminosäuren
an das therapeutische Peptid addiert sind, um das Anbringen der
reaktiven Gruppe zu erleichtern.
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Modifizierte Peptide können in
vivo verabreicht werden, so dass die Konjugation mit Blutkomponenten in
vivo erfolgt, oder sie können
zunächst
in vitro mit Blutkomponenten konjugiert werden und das erhaltene Peptidase-stabilisierte
Peptid (gemäß der nachstehenden
Definition) kann in vivo verabreicht werden. Die Ausdrücke "modifiziertes therapeutisches
Peptid" und "modifiziertes Peptid" können in
der vorliegenden Anmeldung in austauschbarer Weise verwendet werden.
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Peptidase-stabilisiertes ITP: Ein
Peptidase-stabilisiertes ITP ist ein modifiziertes Peptid, das mit
einer Blutkomponente konjugiert worden ist, und zwar über eine
kovalente Bindung, die zwischen der reaktiven Gruppe des modifizierten
Peptids und den funktionellen Gruppen der Blutkomponente mit oder
ohne eine verknüpfende
Gruppe gebildet worden ist. Peptidase-stabilisierte Peptide sind
in vivo in Gegenwart von Peptidasen stabiler als ein nicht-stabilisiertes
Peptid. Ein Peptidase-stabilisiertes
therapeutisches Peptid weist im allgemeinen eine um mindestens 10–50% verlängerte Halbwertszeit
auf, verglichen mit einem nicht-stabilisierten Peptid von identischer
Sequenz. Die Peptidase-Stabilität wird bestimmt,
indem man die Halbwertszeit des unmodifizierten ITP in Serum oder
Blut mit der Halbwertszeit eines als Gegenstück verwendeten modifizierten therapeutischen
Peptids in Serum oder Blut vergleicht. Die Halbwertszeit wird bestimmt,
indem man nach Verabreichung der modifizierten und nicht-modifizierten
Peptide Proben von Serum oder Blut gewinnt und die Aktivität des Peptids
bestimmt. Zusätzlich
zur Bestimmung der Aktivität
kann auch die Länge
des ITP durch HPLC und Massenspektrometrie bestimmt werden.
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Ausführliche Beschreibung der Erfindung
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Unter Berücksichtigung dieser Definitionen
konzentriert sich die vorliegende Erfindung auf die Modifikation
von insulinotropen Peptiden zur Verbesserung ihrer biologischen
Verfügbarkeit,
zur Verlängerung
ihrer Halbwertszeit und zur Erweiterung ihrer Verteilung durch selektive
Konjugation mit einem Proteinträger,
ohne dass ihre bemerkenswerten therapeutischen Eigenschaften modifiziert
werden. Beim Träger
der Wahl handelt es sich erfindungsgemäß (ohne Beschränkung hierauf)
um Albumin, das über
freies Thiol mit einem insulinotropen Peptid, das mit einem Maleinimidrest
derivatisiert ist, konjugiert ist.
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1. Insulinotrope Peptide
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A. GLP-1 und dessen Derivate
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Bekanntlich wird das Hormon Glucagon
als hochmolekulares Vorläufermolekül synthetisiert,
das anschließend
proteolytisch in drei Peptide gespalten wird: Glucagon, glucagonartiges
Peptid 1 (GLP-1) und glucagonartiges Peptid 2 (GLP-2). GLP-1 weist
in seiner unprozessierten Form 37 Aminosäuren auf, wie in SEQ ID NO:
1 dargestellt ist.
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Unprozessiertes GLP-1 ist im wesentlichen
unfähig
zur Vermittlung der Einleitung der Insulin-Biosynthese. Das unprozessierte
GLP-1-Peptid wird jedoch in der Natur in ein 31 Aminosäuren langes
Peptid (7-37-Peptid) mit den Aminosäuren 7-37 von GLP-1 umgewandelt
("GLP-1(7-37)"); SEQ ID NO: 2. GLP-1(7-37)
kann einer zusätzlichen
Prozessierung durch proteolytische Entfernung des C-terminalen Glycins unterliegen,
wodurch GLP-1(7-36) gebildet wird, das ebenfalls vorwiegend mit
dem C-terminalen Rest Arginin in amidierter Form als Argininamid
vorliegt (GLP-1(7-36)-Amid). Diese Prozessierung erfolgt im Darm
und in wesentlich geringerem Umfang im Pankreas und führt zu einem
Polypeptid mit der insulinotropen Aktivität von GLP-1(7-37).
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Bei einer Verbindung wird von einer "insulinotropen Aktivität" gesprochen, wenn
sie befähigt
ist, die Synthese oder Expression des Hormons Insulin zu stimulieren
oder diese Stimulierung hervorzurufen. Die hormonelle Aktivität von GLP-1(7-37)
und GLP-1(7-36) scheint spezifisch für die pankreatischen Betazellen
zu sein, wo offensichtlich die Biosynthese von Insulin induziert
wird. Das erfindungsgemäße glucagonartige
Peptidhormon eignet sich zur Untersuchung der Pathogenese von im
reifen Alter einsetzendem Diabetes mellitus, einem Zustand, der
durch Hyperglykämie
gekennzeichnet ist, bei dem die Dynamik der Insulinsekretion abnormal
ist. Außerdem
eignet sich das glucagonartige Peptid bei der Therapie und der Behandlung
dieser Krankheit und bei der Therapie und der Behandlung von Hyperglykämie.
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Peptidreste (Fragmente), die aus
der ermittelten Aminosäuresequenz
von humanem GLP-1 ausgewählt
sind, stellen den Ausgangspunkt bei der Entwicklung im Rahmen der
vorliegenden Erfindung dar. Die gegenseitig austauschbaren Ausdrücke "Peptidfragment" und "Peptidrest" sollen sowohl synthetische
als auch natürlich
vorkommende Aminosäuresequenzen
umfassen, die sich von einer natürlich
vorkommenden Aminosäuresequenz
ableiten.
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Die Aminosäuresequenz für GLP-1
wurde von verschiedenen Arbeitsgruppen angegeben (L. C. Lopez et
al., Proc. Natl. Acad. Sci. USA, Bd. 80 (1983), S. 5485–5489; G.
I. Bell et al., Nature, Bd. 302 (1983), S. 716–718; G. Heinrich et al., Endocrinol.,
Bd. 115 (1984), S. 2176–2181).
Die Struktur der Präproglucagon-mRNA
und die entsprechende Aminosäuresequenz
davon sind bekannt. Die proteolytische Prozessierung des Vorläufer-Genprodukts
Proglucagon zu Glucagon und die beiden insulinotropen Peptide wurden
charakterisiert. Die hier verwendete Bezeichnung GLP-1(1-37) bezieht
sich auf ein GLP-1-Polypeptid mit sämtlichen Aminosäuren von
1 (N-Terminus) bis 37 (C-Terminus). Gleichermaßen bezieht sich der Ausdruck GLP-1(7-37)
auf ein GLP-1-Polypeptid
mit sämtlichen
Aminosäuren
von 7 (N-Terminus) bis 37 (C-Terminus). Gleichermaßen bezieht
sich der Ausdruck GLP-1(7-36) auf ein GLP-1-Polypeptid mit sämtlichen
Aminosäuren von
7 (N-Terminus) bis 36 (C-Terminus).
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Gemäß einer Ausführungsform
werden GLP-1(7-36) und dessen Peptidfragmente durch herkömmliche
Maßnahmen
entsprechend den nachstehenden Ausführungen synthetisiert, z. B.
durch die bekannte Festphasen-Peptidsynthese nach J. M. Merrifield
(Chem. Soc., Bd. 85 (1962), S. 2149) und nach Stewart und Young
(Solid Phase Peptide Synthesis, Freeman, San Francisco, (1969),
S. 27–66)
(auf diese Druckschriften wird durch Verweis Bezug genommen). Jedoch
ist es auch möglich,
Fragmente des Proglucagon-Polypeptids oder von GLP-1 durch Fragmentierung
der natürlich
auftretenden Aminosäuresequenz
zu erhalten, beispielsweise unter Verwendung eines proteolytischen
Enzyms. Ferner ist es möglich,
die gewünschten
Fragmente des Proglucagon-Peptids oder von GLP-1 unter Anwendung
von rekombinanter DNA-Technik gemäß den Angaben von T. Maniatis
et al. zu erhalten (Molecular Biology: A Laboratory Manual, Cold
Spring Habor, New York (1982) (auf diese Druckschrift wird durch
Verweis Bezug genommen).
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Die vorliegende Erfindung umfasst
Peptide, die von GLP-1 ableitbar sind, z. B. GLP-1(1-37) und GLP-1(7-36).
Ein Peptid wird als "von
einer natürlich
vorkommenden Aminosäuresequenz
ableitbar" bezeichnet,
wenn es durch Fragmentierung einer natürlich vorkommenden Sequenz
erhalten werden kann oder wenn es auf der Grundlage der Kenntnis
der Sequenz der natürlich
vorkommenden Aminosäuresequenz
oder des genetischen Materials (DNA oder RNA), das für diese
Sequenz kodiert, erhalten werden kann.
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Unter den Umfang der Erfindung fallen
auch die Moleküle,
die als "Derivate" von GLP-1 bezeichnet werden,
wie GLP-1(1-37) und insbesondere GLP-1(7-36). Ein derartiges "Derivat" weist die folgenden
Eigenschaften auf: (1) es weist eine wesentliche Homologie mit GLP-1
oder einem Fragment von GLP-1 mit ähnlicher Größe auf; (2) es ist dazu befähigt, als
ein insulinotropes Hormon zu wirken; und (3) bei Anwendung von mindestens
einem der hier vorgelegten Tests weist das Derivat entweder (i)
eine insulinotrope Aktivität
auf, die die insulinotrope Aktivität von GLP-1 übersteigt
oder vorzugsweise (ii) eine insulinotrope Aktivität, die selbst dann
nachgewiesen werden kann, wenn das Derivat in einer Konzentration
von 10–10 M
vorhanden ist, oder insbesondere (iii) es weist eine insulinotrope
Aktivität
auf, die auch dann nachgewiesen werden kann, wenn das Derivat in
einer Konzentration von 10–11 M vorhanden ist.
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Bei einem Derivat von GLP-1 wird
von einer "wesentlichen
Homologie mit GLP-1" gesprochen,
wenn die Aminosäuresequenz
des Derivats zu mindestens 80%, vorzugsweise zu mindestens 90% und
insbesondere zu mindestens 95% gleich mit der Sequenz von GLP-1(1-37)
ist.
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Die erfindungsgemäßen Derivate umfassen GLP-1-Fragmente,
die zusätzlich
zum Gehalt an einer Sequenz, die im wesentlichen homolog mit der
Sequenz des natürlich
vorkommenden GLP-1-Peptids ist, eine oder mehrere zusätzliche
Aminosäuresequenzen
an ihren Amino- und/oder Carboxy-Termini
aufweisen können.
Somit bezieht sich die Erfindung auf Polypeptidfragmente von GLP-1,
die eine oder mehrere Aminosäuren
enthalten können,
die in der natürlich
vorkommenden GLP-1-Sequenz nicht vorhanden sind, vorausgesetzt,
dass derartige Polypeptide eine insulinotrope Aktivität besitzen,
die die von GLP-1 übersteigt.
Bei den zusätzlichen
Aminosäuren
kann es sich um D-Aminosäuren
oder L-Aminosäuren
oder um Kombinationen davon handeln.
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Die Erfindung umfasst auch GLP-1-Fragmente,
die trotz ihres Gehalts an einer Sequenz, die im wesentlichen homolog
mit der von natürlich
vorkommendem GLP-1-Peptid ist, einen Mangel an einer oder mehreren zusätzlichen
Aminosäuren
an ihren Amino- und/oder Carboxy-Termini, die natürlicherweise
bei einem GLP-1-Peptid auftreten, aufweisen. Somit bezieht sich
die Erfindung auf Polypeptidfragmente von GLP-1, dem eine oder mehrere
Aminosäuren,
die normalerweise in einer natürlich
vorkommenden GLP-1-Sequenz vorhanden sind, fehlen, vorausgesetzt,
dass derartige Polypeptide eine insulinotrope Aktivität besitzen,
die die von GLP-1 übersteigt.
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Die Erfindung umfasst ferner die
offensichtlichen oder trivialen Varianten der vorstehend beschriebenen
Fragmente, die nicht-konsequenzielle
Aminosäuresubstitutionen
aufweisen (und somit Aminosäuresequenzen
besitzen, die sich von denen der natürlichen Sequenz unterscheiden),
vorausgesetzt, dass derartige Varianten eine insulinotrope Aktivität besitzen,
die im wesentlichen identisch mit derjenigen der vorstehend beschriebenen
GLP-1-Derivate ist. Zu Beispielen für offensichtliche oder triviale
Substitutionen gehören
die Substitution eines basischen Restes mit einem anderen basischen
Rest (z. B. Arg anstelle von Lys), die Substitution von einem hydrophoben
Rest anstelle eines anderen hydrophoben Restes (z. B. Leu anstelle
von Ile) oder die Substitution eines aromatischen Restes durch einen
anderen aromatischen Rest (z. B. Phe anstelle von Tyr) und dergl.
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Zusätzlich zu diesen GLP-1-Derivaten
mit insulinotroper Aktivität
fallen GLP-1-Derivate, die die Glucose-Aufnahme durch Zellen stimulieren,
jedoch nicht die Insulin-Expression oder -Sekretion stimulieren,
unter den Umfang der Erfindung. Derartige GLP-1-Derivate sind im
US-Patent 5 574 008 beschrieben.
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sZu GLP-1-Derivaten, die die Aufnahme
von Glucose durch Zellen, jedoch nicht die Expression oder Sekretion
von Insulin stimulieren, die erfindungsgemäß Anwendung finden, gehören:
R1-Ser-Tyr-Leu-Glu-Gly-Gln-Ala-Ala-Lys-Glu-Phe-Ile-Ala-Trp-Leu-Val-Xaa-Gly-Arg-R2 (SEQ ID NO: 3), worin R1 ausgewählt ist
unter a) H2N; b) H2N-Ser;
c) H2N-Val-Ser; d) H2N-Asp-Val-Ser;
e) H2N-Ser-Asp-Val-Ser (SEQ ID NO: 4); f)
H2N-Thr-Ser-Asp-Val-Ser (SEQ ID NO: 5);
g) H2N-Phe-Thr-Ser-Asp-Val-Ser (SEQ ID NO: 6); h) H2N-Thr-Phe-Thr-Ser-ASp-Val-Ser (SEQ ID NO:
7); i) H2N-Gly-Thr-Phe-Thr-Ser-Asp-Val-Ser
(SEQ ID NO: 8); j) H2N-Glu-Gly-Thr-Phe-Thr-Ser-Asp-Val-Ser
(SEQ ID NO: 9); oder k) H2N-Ala-Glu-Gly-Thr-Phe-Thr-Ser-ASp-Val-Ser
(SEQ ID NO: 10). In diesem Peptid wird X unter Lys oder Arg und
R2 unter NH2, OH,
Gly-NH2 oder Gly-OH ausgewählt. Bei
diesen Peptiden handelt es sich um C-terminale GLP-1-Fragmente,
die keine insulinotrope Aktivität
besitzen, sich aber trotzdem zur Behandlung von Diabetes und hyperglykämischen
Zuständen
gemäß US-Patent
5 574 008 eignen.
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B. Exendin-3- und Exendin-4-Peptide
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Exendin-3 und Exendin-4 sind Peptide
mit 39 Aminosäuren
(Unterschied an den Resten 2 und 3) mit einer Homologie von etwa
53 $ zu GLP-1 und finden Anwendung als insulinotrope Mittel.
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Die Sequenz von Exendin-3 (SEQ ID
No: 11) ist HSDGTFTSDLSKQMEEEAVRLFIEWLKNGG PSSGAPPPS.
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Die Sequenz von Exendin-4 (SEQ ID
No: 12) ist HGEGTFTSDLSKQMEEEAVRLFIEWLKNGG PSSGAPPPS.
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Die Erfindung umfasst ferner die
insulinotropen Fragmente von Exendin-4, die die folgenden Aminosäuresequenzen
umfassen: Exendin-4(1-31)
(SEQ ID No: 13) HGEGTFTSDLSKQMEEAVR LFIEWLKNGGPY und Exendin-4(1-31)
(SEQ ID No: 14) HGEGTFTSDLSKQMEEEAVRLFIEWLKNGGY.
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Die Erfindung umfasst ferner das
Inhibitorfragment von Exendin-4 mit der folgenden Aminosäuresequenz:
Exendin-4(9-39) (SEQ ID No: 15) DLSKQMEEEAVRLFIEWLKNGGPSSGAPPPS.
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Weitere insulinotrope Peptide sind
in den Beispielen als SEQ ID NO: 16-22 aufgeführt.
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Die vorliegende Erfindung umfasst
Peptide, die von den natürlich
vorkommenden Exendin-3- und Exendin-4-Peptiden ableitbar sind. Ein
Peptid wird als "von
einer natürlich
vorkommenden Aminosäuresequenz
ableitbar" bezeichnet,
wenn es durch Fragmentierung einer natürlich vorkommenden Sequenz
erhalten werden kann oder wenn es aufgrund der Kenntnis der Sequenz
der natürlich
vorkommenden Aminosäuresequenz
oder des genetischen Materials (DNA oder RNA), die für diese
Sequenz kodiert, synthetisiert werden kann.
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Unter den Umfang der vorliegenden
Erfindung fallen Moleküle,
die als "Derivate" von Exendin-3 und Exendin-4
bezeichnet werden. Ein derartiges "Derivat" weist die folgenden Eigenschaften auf:
(1) es weist eine wesentliche Homologie mit Exendin-3 oder Exendin-4
oder einem Fragment von Exendin-3 oder Exendin-4 von ähnlicher
Größe auf;
(2) es ist befähigt,
als insulinotropes Hormon zu wirken; und (3) unter Anwendung mindestens
einer der hier bereitgestellten Tests weist das Derivat entweder
(i) eine insulinotrope Aktivität
auf, die die insulinotrope Aktivität von Exendin-3 oder Exendin-4 übersteigt
oder es weist vorzugsweise (ii) eine insulinotrope Aktivität auf, die
auch dann nachgewiesen werden kann, wenn das Derivat in einer Konzentration von
10–10 M
vorliegt, oder es weist insbesondere (iii) eine insulinotrope Aktivität auf, die
auch dann nachgewiesen werden kann, wenn das Derivat in einer Konzentration
von 10–11 M
vorliegt.
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Bei einem Derivat von Exendin-3 und
Exendin-4 wird von einer "wesentlichen
Homologie" mit Exendin-3
und Exendin-4 gesprochen, wenn die Aminosäuresequenzen des Derivats zu
mindestens 80%, vorzugsweise zu mindestens 90% und insbesondere
zu mindestens 95% gleich mit der Sequenz von Exendin-3 oder -4 oder
einem Fragment von Exendin-3 oder -4 mit der gleichen Anzahl von
Aminosäureresten
wie das Derivat sind Die erfindungsgemäßen Derivate umfassen Exendin-3-
oder Exendin-4-Fragmente,
die zusätzlich
zu der Tatsache, dass sie eine Sequenz enthalten, die im wesentlichen
homolog mit der Sequenz eines natürlich vorkommenden Exendin-3-
oder Exendin-4-Peptids ist, eine oder mehrere zusätzliche
Aminosäuren
an ihren Amino- und/oder Carboxy-Termini enthalten. Somit betrifft
die Erfindung Polypeptidfragmente von Exendin-3- oder Exendin-4, die eine oder mehrere
Aminosäuren
enthalten können,
die möglicherweise
in natürlich
vorkommenden Exendin-3- oder Exendin-4-Sequenzen nicht vorhanden sind, vorausgesetzt,
dass diese Polypeptide eine insulinotrope Aktivität besitzen,
die die Aktivität
von Exendin-3 oder Exendin-4 übertrifft.
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Gleichermaßen umfasst die Erfindung Exendin-3-
oder Exendin-4-Fragmente,
die trotz der Tatsache, dass sie eine Sequenz enthalten, die im
wesentlichen homolog mit der Sequenz eines natürlich vorkommenden Exendin-3-
oder Exendin-4-Peptids ist, einen Mangel an einer oder mehreren
zusätzlichen
Aminosäuren an
ihren Amino- und/oder Carboxy-Termini,
die natürlicherweise
an einem Exendin-3- oder Exendin-4-Peptid auftreten, aufweisen können. Somit
betrifft die Erfindung Polypeptidfragmente von Exendin-3 oder Exendin-4, denen
eine oder mehrere Aminosäuren,
die normalerweise in einer natürlich
vorkommenden Exendin-3- oder Exendin-4-Sequenz
vorhanden sind, fehlen können,
vorausgesetzt, dass diese Polypeptide eine insulinotrope Aktivität besitzen,
die die Aktivität
von Exendin-3 oder Exendin-4 übertrifft.
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Die Erfindung betrifft ferner die
offensichtlichen oder trivialen Varianten der vorstehend beschriebenen Fragmente,
die nicht-konsequenzielle
Aminosäuresubstitutionen
aufweisen (und somit Aminosäuresequenzen aufweisen,
die von der natürlichen
Sequenz abweichen), vorausgesetzt, dass derartige Varianten eine
insulinotrope Aktivität
besitzen, die im wesentlichen identisch mit der Aktivität der vorstehend
beschriebenen Exendin-3- oder Exendin-4-Derivate ist.
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Zu Beispielen für offensichtliche oder triviale
Substitutionen gehören
die Substitution von einem basischen Rest durch einen anderen basischen
Rest (z. B. Arg anstelle von Lys), die Substitution von einem hydrophoben
Rest durch einen anderen hydrophoben Rest (z. B. Leu anstelle von
Ile) oder die Substitution von einem aromatischen Rest durch einen
anderen aromatischen Rest (z. B. Phe anstelle von Tyr) und dergl.
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2. Modifizierte insulinotrope
Peptide
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Die Erfindung betrifft modifizierte
insulinotrope Peptide und deren Derivate. Die erfindungsgemäßen modifizierten,
insulinotropen Peptide umfassen reaktive Gruppen, die mit verfügbaren reaktiven
funktionellen Gruppen an Blutkomponenten unter Bildung von kovalenten
Bindungen reagieren können.
Die Erfindung betrifft ferner derartige Modifikationen, derartige
Kombinationen mit Blutkomponenten und Verfahren zu ihrer Verwendung.
Diese Verfahren umfassen die Verlängerung der wirksamen therapeutischen
in vivo-Halbwertszeit der modifizierten insulinotropen Peptide.
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Zur Bildung von kovalenten Bindungen
mit der funktionellen Gruppe an einem Protein kann man als chemisch
reaktive Gruppe (reaktiver Rest) eine Vielzahl von aktiven Carboxylgruppen,
insbesondere Estern, verwenden, wobei der Hydroxylrest in den Konzentrationen,
die zur Modifikation der insulinotropen Peptide erforderlich sind,
physiologisch verträglich
ist. Obgleich eine Anzahl von unterschiedlichen Hydroxylgruppen
in diesen Verknüpfungsmitteln
verwendet werden kann, handelt es sich beim zweckmäßigsten
Mittel um N-Hydroxysuccinimid (NHS), N-Hydroxysulfosuccinimid (Sulfo-NHS),
Maleinimidbenzoylsuccinimid (MBS), gamma-Maleinimidobutyryloxysuccinimidester
(GMBS) und Maleinimidopropionsäure
(MPA).
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Primäre Amine stellen die hauptsächlichen
Ziele der NHS-Ester dar, wie aus dem nachstehenden Schema hervorgeht.
Zugängliche α-Aminogruppen,
die an den N-Termini von Proteinen vorhanden sind, reagieren mit
NHS-Estern. Jedoch
sind α-Aminogruppen
an einem Protein für
die NHS-Kupplung nicht erwünscht oder
verfügbar.
Obgleich 5-Aminosäuren
in ihren Seitenketten Stickstoff aufweisen, reagiert nur das ε-Amin von
Lysin in signifikantem Umfang mit NHS-Estern. Eine Amidbindung wird
gebildet, wenn die NHS-Esterkonjugationsreaktion mit primären Aminen
unter Freisetzung von N-Hydroxysuccinimid abläuft, wie im nachstehenden Schema
dargestellt ist. Diese Succinimid enthaltenden reaktiven Gruppen
werden hier als Succinimidylgruppen bezeichnet.
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In den bevorzugten Ausführungsformen
der Erfindung handelt es sich bei der funktionellen Gruppe am Protein
um eine Thiolgruppe und bei der chemisch reaktiven Gruppe um eine
Maleinimido enthaltende Gruppe, wie GMBA oder MPA). GMBA bedeutet
gamma-Maleinimidbutyrylamid. Derartige Maleinimid enthaltende Gruppen
werden hier als Maleinimidogruppen bezeichnet.
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Die Maleinimidogruppe ist besonders
selektiv für
Sulfhydrylgruppen an Peptiden, wenn der pH-Wert des Reaktionsgemisches
auf 6,5 bis 7,4 gehalten wird. Beim pH-Wert 7,0 ist die Reaktionsgeschwindigkeit
von Maleinimidogruppen mit Sulfhydrylen 1000-fach schneller als
mit Aminen. Eine stabile Thioetherverknüpfung zwischen der Maleinimidogruppe
und dem Sulfhydryl wird gebildet, die unter physiologischen Bedingungen nicht
gespalten werden kann.
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Die erfindungsgemäßen insulinotropen Peptide
und Peptidderivate können
für eine
spezifische Markierung und nicht-spezifische Markierung von Blutkomponenten
modifiziert werden.
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A. Spezifische Markierung
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Vorzugsweise werden die erfindungsgemäßen modifizierten,
insulinotropen Peptide (ITP) so konzipiert, dass sie spezifisch
mit Thiolgruppen an mobilen Blutproteinen reagieren. Eine derartige
Reaktion wird vorzugsweise durch eine kovalente Bindung eines therapeutischen
Peptids, das mit einer Maleinimidverknüpfung (z. B. hergestellt aus
GMBS, MPA oder anderen Maleinimiden) an eine Thiolgruppe an einem
mobilen Blutprotein, wie Serumalbumin oder IgG, modifiziert ist,
erreicht.
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Unter bestimmten Umständen bietet
eine spezifische Markierung mit Maleinimiden mehrere Vorteile gegenüber einer
nicht-spezifischen Markierung von mobilen Proteinen mit Gruppen,
wie NHS oder Sulfo-NHS. Thiolgruppen kommen in vivo weniger häufig vor
als Aminogruppen. Daher gehen die erfindungsgemäßen Maleinimidderivate eine
kovalente Bindung mit weniger Proteinen ein. Beispielsweise liegt
in Albumin (das häufigste
Blutprotein) nur eine einzige Thiolgruppe vor. Somit besteht bei
ITP-Maleinimid-Albumin-Konjugaten
die Tendenz, dass sie ein Molverhältnis von etwa 1:1 von ITP
zu Albumin aufweisen. Zusätzlich
zu Albumin weisen auch IgG-Moleküle
(Klasse II) freie Thiole auf. Da IgG-Moleküle und Serumalbumin den Großteil des
löslichen Proteins
im Blut ausmachen, machen sie auch den Großteil der freien Thiolgruppen
im Blut aus, die zur kovalenten Bindung an mit Maleinimid modifizierte
ITPs verfügbar
sind.
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Ferner führt auch unter freie Thiolgruppen
enthaltenden Blutproteinen eine spezifische Markierung mit Maleinimiden
zur bevorzugten Bildung von ITP-Maleinimid-Albumin-Konjugaten, und
zwar aufgrund der besonderen Eigenschaften von Albumin selbst. Die
einzige freie Thiolgruppe von Albumin, die von Spezies zu Spezies
hochgradig konserviert ist, befindet sich am Aminosäurerest
34 (Cys34). Es wurde kürzlich gezeigt, dass das Cys34 von Albumin eine erhöhte Reaktivität in Bezug
zu freien Thiolgruppen an anderen, freie Thiolgruppen enthaltenden
Proteinen aufweist. Dies ist teilweise auf den sehr niedrigen pK-Wert
von 5,5 für
das Cys34 von Albumin zurückzuführen. Dieser
Wert ist wesentlich niedriger als typische pK-Werte für Cysteinreste im
allgemeinen, die typischerweise etwa 8 betragen. Aufgrund dieses
niedrigen pK-Werts liegt unter normalen physiologischen Bedingungen
Cys34 von Albumin vorwiegend in der ionisierten
Form vor, was dessen Reaktivität
erheblich steigert, wie hier ausgeführt wird. Zusätzlich zu
dem niedrigen pK-Wert von Cys34 besteht
ein weiterer Faktor, der die Reaktivität von Cys34 steigert,
in dessen Position, d. h. in einer Spalte in der Nähe der Oberfläche einer
Schleife der v-Region von Albumin. Diese Position macht Cys34 in hohem Maße gegenüber sämtlichen Arten von Liganden
zugänglich
und stellt einen wichtigen Faktor in der biologischen Rolle von
Cys34 als Fänger von freien Radikalen und
Fänger
von freien Thiolgruppen dar. Aufgrund dieser Eigenschaften ist Cys34
hochgradig reaktiv mit ITP-Maleinimiden. Die Beschleunigung der
Reaktionsgeschwindigkeit kann 1000-fach sein, bezogen auf die Reaktionsgeschwindigkeiten
von ITP-Maleinimiden mit anderen, freie Thiolgruppen enthaltenden
Proteinen.
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Ein weiterer Vorteil von ITP-Maleinimid-Albumin-Konjugaten
besteht in der Reproduzierbarkeit in Verbindung mit der 1:1-Beladung
von Albumin mit Peptid, spezifisch an Cys34.
Weitere Techniken, z. B. Glutaraldehyd, DCC, EDC und andere chemische
Aktivierungen, beispielsweise von freien Aminen, weisen diese Selektivität nicht
auf. Beispielsweise enthält
Albumin 52 Lysinreste, von denen sich 25 bis 30 an der Oberfläche von
Albumin befinden und für
die Konjugation zugänglich
sind. Eine Aktivierung dieser Lysinreste oder alternativ eine Modifikation
von Peptiden unter Kupplung über
diese Lysinreste führt
zu einer heterogenen Population von Konjugaten. Auch bei Anwendung
eines 1:1-Molverhältnisses
von Peptid zu Albumin besteht das Ergebnis in mehrfachen Konjugationsprodukten,
von denen einige 0, 1, 2 oder mehr Peptide pro Albumin enthalten
und wobei jedes Produkt Peptide aufweist, die in willkürlicher
Weise an einer der 25 bis 30 verfügbaren Lysinstellen gekuppelt
ist. Aufgrund der zahlreichen möglichen
Kombinationen wird eine Charakterisierung der genauen Zusammensetzung
und der Art der einzelnen Ansätze
schwierig und eine Reproduzierbarkeit von Ansatz zu Ansatz ist praktisch
unmöglich,
was die Verwendung derartiger Konjugate als Therapeutika weniger erstrebenswert
macht. Obgleich es ferner den Anschein hat, dass eine Konjugation über Lysinreste
von Albumin zumindest den Vorteil der Abgabe größerer Mengen des therapeutischen
Mittels pro Albuminmolekül
aufweisen sollte, haben Untersuchungen gezeigt, dass ein 1:1-Verhältnis von
therapeutischem Mittel zu Albumin bevorzugt ist. In einem Artikel
von Stehle et al., "The
Loading Rate Determines Tumor Targeting Properties of Methotrexate-Albumin
Conjugates in Rats",
Anti-Cancer Drugs,
Bd. 8 (1997), S. 677–685
(auf diese Druckschrift wird hier durch Verweis Bezug genommen),
berichten die Autoren, dass ein 1:1-Verhältnis
des Antikrebsmittels Methotrexat zu Albumin, das über Glutaraldehyd
gekuppelt ist, zu den vielversprechendsten Ergebnissen führte. Diese
Konjugate wurden von Tumorzellen aufgenommen, während Konjugate, die 5:1 bis 20:1
Methotrexatmoleküle
trugen, veränderte
HPLC- Profile aufwiesen
und in vivo rasch von der Leber aufgenommen wurden. Es wird angenommen,
dass bei diesen höheren
Verhältnissen
Konformationsänderungen
an Albumin dessen Wirksamkeit als therapeutischer Träger vermindern.
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Durch eine kontrollierte in vivo-Verabreichung
von Maleinimid-ITPs kann man in vivo die spezifische Markierung
von Albumin und IgG steuern. Bei typischen Verabreichungen markieren
80–90%
der verabreichten Maleinimid-ITPs Albumin, während weniger als 5% IgG markieren.
Ferner kommt es zu einer Spurenmarkierung von freien Thiolen, wie
Glutathion. Eine derartige spezifische Markierung wird für eine in
vivo-Anwendung bevorzugt, da sie eine genaue Berechnung der geschätzten Halbwertszeit
des verabreichten Mittels ermöglicht.
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Zusätzlich zur Erzielung einer
kontrollierten spezifischen in vivo-Markierung können Maleinimid-ITPs eine spezifische
ex vivo-Markierung von Serumalbumin und IgG bewerkstelligen. Eine
derartige ex vivo-Markierung beinhaltet die Addition von Maleinimid-ITPs
an Blut, Serum oder Kochsalzlösung
mit einem Gehalt an Serumalbumin und/oder IgG. Nach Vornahme einer
ex vivo-Modifikation mit Maleinimid-ITPs können das Blut, das Serum oder
die Kochsalzlösung
wieder dem Blut für
eine in vivo-Behandlung
zugeführt
werden.
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Im Gegensatz zu NHS-Peptiden sind
Maleinimid-ITPs im allgemeinen in Gegenwart von wässrigen
Lösungen
und in Gegenwart von freien Aminen recht stabil. Da Maleinimid-ITPs
nur mit freien Thiolen reagieren, sind Schutzgruppen im allgemeinen
nicht erforderlich, um eine Reaktion von Maleinimid-ITPs mit sich
selbst zu verhindern. Außerdem
ermöglicht
die erhöhte
Stabilität
des Peptids die Anwendung weiterer Reinigungsstufen, wie HPLC, um
hochgradig gereinigte Produkte, die sich zur in vivo-Anwendung eignen,
herzustellen. Schließlich
ergibt die erhöhte
chemische Stabilität
ein Produkt mit längerer
Lagerbeständigkeit.
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B. Nicht-spezifische Markierung
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Die erfindungsgemäßen ITPs können auch für eine nicht-spezifische Markierung
von Blutkomponenten modifiziert werden. Bindungen an Aminogruppen
werden im allgemeinen für
eine nicht-spezifische Bindung, insbesondere unter Bildung von Amidbindungen,
herangezogen. Zur Bildung derartiger Bindungen kann man als chemisch
reaktive Gruppe, die mit dem ITP gekuppelt ist, eine Vielzahl von
aktiven Carboxylgruppen, insbesondere Ester, verwenden, wobei der
Hydroxylrest in den erforderlichen Konzentrationen physiologisch verträglich ist.
Obgleich eine Anzahl von verschiedenen Hydroxylgruppen in diesen
Verknüpfungsmitteln
verwendet werden kann, besteht das zweckmäßigste Produkt in N-Hydroxysuccinimid
(NHS) und N-Hydroxysulfosuccinimid (Sulfo-NHS).
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Weitere Verknüpfungsmittel, die verwendet
werden können,
sind im US-Patent
5 612 034 (auf das hier durch Verweis Bezug genommen wird) beschrieben.
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Die verschiedenen Stellen, mit denen
die chemisch reaktiven Gruppen der nicht-spezifischen ITPs in vivo
reagieren können,
umfassen Zellen, insbesondere rote Blutkörperchen (Erythrozyten) und
Blutplättchen, sowie
Proteine, wie Immunoglobuline, einschließlich IgG und IgM, Serumalbumin,
Ferritin, steroidbindende Proteine, Transferrin, thyroxinbindendes
Protein, α-2-Makroglobulin
und dergl. Derartige Rezeptoren, mit denen die derivatisierten ITPs
reagieren und die nicht langlebig sind, werden im allgemeinen vom
menschlichen Wirt innerhalb von etwa 3 Tagen beseitigt. Die vorstehend
aufgeführten
Proteine (einschließlich
der Proteine der Zellen) verbleiben mindestens 3 Tage im Blutkreislauf
und können
5 Tage oder mehr (üblicherweise
nicht mehr als 60 Tage, im allgemeinen nicht mehr als 30 Tage) besonders
bis zum Erreichen der Halbwertszeit, auf der Basis der Konzentration
im Blut verbleiben.
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Größtenteils erfolgt die Umsetzung
mit mobilen Komponenten im Blut, insbesondere mit Blutproteinen und
Zellen, ganz besonders mit Blutproteinen und Erythrozyten. Unter "mobil" ist zu verstehen,
dass es für
die Komponente keinen festen Ort gibt, an dem sie über einen
längeren
Zeitraum hinweg verbleibt, im allgemeinen nicht mehr als 5 Minuten
und insbesondere nicht mehr als 1 Minute, obgleich einige der Blutkomponenten über längere Zeiträume hinweg
relativ stationär
sein können.
Zu Beginn liegt eine relativ heterogene Population von markierten
Proteinen und Zellen vor. Jedoch verändert sich größtenteils
die Population innerhalb einiger Tage nach Verabreichung in erheblichem
Maße im
Vergleich zur anfänglichen
Population, und zwar in Abhängigkeit von
der Halbwertszeit der markierten Proteine im Blutkreislauf. Somit
wird üblicherweise
innerhalb von etwa 3 Tagen oder mehr IgG zum überwiegenden markierten Protein
im Blutkreislauf. Üblicherweise
machen 5 Tage nach der Verabreichung IgG, Serumalbumin und Erythrozyten
mindestens etwa 60 Mol-% und insbesondere mindestens etwa 75 Mol-%
der konjugierten Komponenten im Blut aus, wobei IgG, IgM (in einem
erheblich geringerem Ausmaß)
und Serumalbumin mindestens etwa 50 Mol-%, üblicherweise etwa 75 Mol-%
und insbesondere mindestens etwa 80 Mol-% der nicht-zellulären konjugierten
Komponenten ausmachen.
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Die erwünschten Konjugate von nicht-spezifischen
ITPs an Blutkomponenten lassen sich in vivo durch direkte Verabreichung
der ITPs an den Patienten, bei dem es sich um einen Menschen oder
um einen anderen Säuger
handeln kann, herstellen. Die Verabreichung kann in Form eines Bolus
erfolgen oder langsam innerhalb einer bestimmten Zeitspanne durch
Infusion unter Verwendung eines dosierten Stroms oder dergl. erfolgen.
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Gegebenenfalls können die vorliegenden Konjugate
auch ex vivo hergestellt werden, indem man Blut mit erfindungsgemäßen derivatisierten
ITPs vereinigt, eine kovalente Bindung der modifizierten ITPs an
reaktiven funktionellen Gruppen von Blutkomponenten ermöglicht und
sodann das konjugierte Blut in den Wirt zurückleitet oder diesem verabreicht.
Der vorstehende Vorgang kann ferner durchgeführt werden, indem man zunächst eine
individuelle Blutkomponente oder eine begrenzte Anzahl an Komponenten,
wie rote Blutkörperchen,
Immunoglobuline, Serumalbumin oder dergl., reinigt und die Komponente
oder Komponenten ex vivo mit den chemisch reaktiven ITPs vereinigt.
Das markierte Blut oder die, markierte Blutkomponente können sodann wieder
dem Wirt zugeführt
werden, um das Subjekt in vivo mit therapeutisch wirksamen Konjugaten
zu versorgen. Das Blut kann ferner während der ex vivo-Handhabung
einer Behandlung zur Verhinderung einer Koagulation unterzogen werden.
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3. Synthese
von modifizierten ITPs
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A. ITP-Synthese
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ITP-Fragmente lassen sich nach üblichen
Verfahren der Festphasen-Peptidchemie,
die dem Fachmann geläufig
sind, synthetisieren. Beispielsweise lassen sich ITP-Fragmente durch
chemische Festphasentechniken gemäß Steward und Young (J. M.
Steward, und J. D. Young, Solid Phase Peptide Synthesis, 2. Auflg.,
Pierce Chemical Company, Rockford, Ill., (1984)) unter Verwendung
eines Applied Biosystem-Synthesegeräts herstellen.
Gleichermaßen
lassen sich mehrere Fragmente herstellen und sodann unter Bildung
von größeren Fragmenten
miteinander verknüpfen.
Diese synthetischen Peptidfragmente können auch mit Aminosäuresubstitutionen
an speziellen Positionen hergestellt werden.
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Bezüglich der Festphasen-Peptidsynthese
findet sich eine Zusammenfassung der zahlreichen Techniken bei J.
M. Stewart und J. D. Young, Solid Phase Peptide Synthesis, W. H.
Freeman Co. (San Francisco), (1963), und bei J. Meienhofer, Hormonal
Proteins and Peptides, Academic Press (New York), Bd. 2 (1973),
S. 46. Bezüglich
einer klassischen Synthese in Lösung
wird auf G. Schroder und K. Lupke, The Peptides, Acacemic Press
(New York), Bd. 1, verwiesen. Im allgemeinen umfassen diese Verfahren
die sequenzielle Addition von einer oder mehreren Aminosäuren oder
von in geeigneter Weise geschützten
Aminosäuren
an eine wachsende Peptidkette. Normalerweise wird entweder die Amino-
oder die Carboxylgruppe der ersten Aminosäure durch eine geeignete Schutzgruppe
geschützt.
Die geschützte
oder derivatisierte Aminosäure
wird sodann an einem inerten festen Träger angebracht oder in Lösung verwendet,
wobei man die nächste
Aminosäure
in der Sequenz mit der komplementären, in geeigneter Weise geschützten Amino-
oder Carboxylgruppe unter Bedingungen, die zur Bildung der Amidbindung
geeignet sind, addiert. Anschließend wird die Schutzgruppe
von diesem neu addierten Aminosäurerest
entfernt und die nächste
Aminosäure
(in geeigneter Weise geschützt)
wird addiert usw.
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Nachdem sämtliche erwünschten Aminosäuren in
der richtigen Reihenfolge verknüpft
sind, werden etwaige verbleibende Schutzgruppen (und gegebenenfalls
der feste Träger)
sequenziell oder gleichzeitig entfernt, wodurch man das endgültige Polypeptid
erhält.
Durch eine einfache Modifikation des allgemeinen Verfahrens ist
es möglich,
gleichzeitig mehr als eine Aminosäure an eine wachsende Kette
zu addieren, indem man beispielsweise (unter Bedingungen, die nicht
zur Razemisierung von chiralen Zentren führen) ein geschütztes Tripeptid
mit einem in geeigneter Weise geschützten Dipeptid kuppelt, wodurch
man nach Schutzgruppenentfernung ein Pentapeptid erhält.
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Ein besonders bevorzugtes Verfahren
zur Herstellung der erfindungsgemäßen Verbindungen beinhaltet
die Festphasen-Peptidsynthese, bei dem die Aminosäure am α-N-Terminus
durch eine säure-
oder basenempfindliche Gruppe geschützt ist. Derartige Schutzgruppen
sollen unter den Bedingungen der Bildung der Peptidverknüpfung stabil
sein, wobei sie leicht ohne Zerstörung der wachsenden Peptidkette
oder ohne Razemisierung von etwaigen, darin enthaltenen chiralen
Zentren entfernbar sind. Zu geeigneten Schutzgruppen gehören 9-Fluorenylmethyloxycarbonyl
(Fmoc), tert.-Butyloxycarbonyl (Boc), Benzyloxycarbonyl (Cbz), Biphenylisopropyloxycarbonyl,
tert.-Amyloxycarbonyl, Isobornyloxycarbonyl, α,α-Dimethyl-3,5-dimethoxybenzyloxycarbonyl,
o-Nitrophenylsulfenyl,
2-Cyano-tert.-butyloxycarbonyl und dergl. Die 9-Fluorenylmethyloxycarbonyl (Fmoc)-Schutzgruppe
wird für
die Synthese von ITP-Fragmenten besonders bevorzugt. Zu weiteren
bevorzugten Seitenketten-Schutzgruppen
gehören
für Seitenketten-Aminogruppen,
wie Lysin und Arginin, 2,2,5,7,8-Pentamethylchroman-6-sulfonyl (pmc),
Nitro, p-Toluolsulfonyl,
4-Methoxybenzolsulfonyl, Cbz, Boc und Adamantyloxycarbonyl; für Tyrosin
Benzyl, o-Brombenzyloxycarbonyl, 2,6-Dichlorbenzyl, Isopropyl, tert.-Butyl
(t-Bu), Cyclohexyl, Cyclopentyl und Acetyl (Ac); für Serin
tert.-Butyl, Benzyl und Tetrahydropyranyl; für Histidin Trityl, Benzyl,
Cbz, p-Toluolsulfonyl und 2,4-Dinitrophenyl; für Tryptophan Formyl; für Asparaginsäure und
Glutaminsäure
Benzyl und tert.-Butyl;
und für
Cystein Triphenylmethyl (Trityl).
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Beim Festphasen-Peptidsyntheseverfahren
wird die α-C-terminale
Aminosäure
an einen geeigneten festen Träger
oder Harz gebunden. Zu geeigneten festen Trägern, die sich bei der vorstehenden
Synthese eignen, gehören
Materialien, die gegenüber
den Reagenzien und bei den Reaktionsbedingungen der stufenweisen
Kondensations-Schutzgruppenentfernungs-Reaktionen
inert sind und ferner im verwendeten Medium unlöslich sind. Ein bevorzugter
fester Träger
für die
Synthese von α-C-terminalen
Carboxypeptiden ist 4-Hydroxymethylphenoxymethyl-Copoly(styrol;
1 % Divinylbenzol). Ein bevorzugter fester Träger für α-C-terminale Amidpeptide ist das von der
Fa. Applied Biosystems (Foster City, Calif.), erhältliche
4-(2',4'-Dimethoxyphenyl-Fmoc-aminomethyl)phenoxyacetamidoethyl-Harz.
Die α-C-terminale
Aminosäure
wird an das Harz mittels N,N'-Dicyclohexylcarbodiimid
(DCC), N,N'-Diisopropylcarbodiimid
(DIC) oder O-Benzotriazol-1-yl-N,N,N',N'-tetramethyluroniumhexafluorphosphat
(HBTU) mit oder ohne 4-Dimethylaminopyridin (DMAP), 1-Hydroxybenzotriazol
(HOBT), Benzotriazol-1-yloxy-tris-(dimethylamino)phosphoniumhexafluorphosphat
(BOP) oder Bis-(2-oxo-3-oxazolidinyl)phosphinchlorid (BOPCl), etwa
1 bis etwa 24 Stunden bei einer Temperatur von 10 bis 50°C in einem
Lösungsmittel,
wie Dichlormethan oder DMF, gekuppelt.
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Wenn es sich beim festen Träger um 4-(2',4'-Dimethoxyphenyl-Fmocaminomethyl)-phenoxyacetamidoethyl-Harz
handelt, wird die Fmoc-Gruppe mit einem sekundären Amin, vorzugsweise Piperidin,
abgespalten, bevor die Kupplung mit der α-C-terminalen Aminosäure auf
die vorstehend beschriebene Weise erfolgt. Das bevorzugte Verfahren
zur Kupplung des von Schutzgruppen befreiten 4-(2',4'-Dimethoxyphenyl-Fmoc-aminomethyl)phenoxyacetamidoethyl-Harzes
besteht in der Verwendung von O-Benzotriazol-1-yl-N,N,N',N'-tetramethyluroniumhexafluorophosphat
(HBTU, 1 Äquivalent)
und 1-Hydroxybenzotriazol (HOBT, 1 Äquivalent) in DMF. Die Kupplung
der nachfolgenden geschützten
Aminosäuren
kann in einem aus dem Stand der Technik bekannten Polypeptid-Syntheseautomaten
erfolgen. Bei einer bevorzugten Ausführungsform werden die α-N-terminalen
Aminosäuren
der wachsenden Peptidkette mit Fmoc geschützt. Die Entfernung der Fmoc-Schutzgruppe von
der α-N-terminalen
Seite des wachsenden Peptids wird durch Behandlung mit einem sekundären Amin,
vorzugsweise Piperidin, vorgenommen. Die einzelnen geschützten Aminosäuren werden
sodann in einem 3-fachen molaren Überschuss eingeführt. Die
Kupplung erfolgt vorzugsweise in DMF. Beim Kupplungsmittel handelt
es sich normalerweise um O-Benzotriazol-1-yl-N,N,N',N'-tetramethyluroniumhexafluorophosphat
(HBTU, 1 Äquivalent)
und 1-Hydroxybenzotriazol (HOBT, 1 Äquivalent).
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Am Ende der Festphasensynthese wird
das Polypeptid vom Harz entfernt und von Schutzgruppen befreit,
entweder nacheinander oder in einem einzigen Vorgang. Die Entfernung
des Polypeptids und die Schutzgruppenentfernung kann in einem einzigen
Vorgang erfolgen, indem man das an das Harz gebundene Polypeptid
mit einem Spaltungsreagenz, das Thioanisol, Wasser, Ethandithiol
und Trifluoressigsäure
umfasst, behandelt. In Fällen,
bei denen es sich bei der α-C-terminalen
Gruppe des Polypeptids um ein Alkylamid handelt, wird das Harz durch
Aminolyse mit einem Alkylamin gespalten. Alternativ kann das Peptid
durch Umesterung, z. B. mit Methanol, unter anschließender Aminolyse
oder durch direkte Umamidierung entfernt werden. Das geschützte Peptid
kann an dieser Stelle gereinigt oder direkt in der nächsten Stufe
eingesetzt werden. Die Entfernung der Seitenketten-Schutzgruppen
wird unter Verwendung des vorstehend beschriebenen Spaltungscocktails
erreicht. Das vollständig
von Schutzgruppen befreite Peptid wird durch eine Folge von chromatographischen
Stufen gereinigt, wobei beliebige oder sämtliche der folgenden Typen
herangezogen werden: Innenaustausch an einem schwach basischen Harz
(Acetatform); hydrophobe Adsorptionschromatographie an nicht-derivatisiertem
Polystyrol-Divinylbenzol (z. B. Amberlite XAD); Kieselgel-Adsorptionschromatographie; Ionenaustauschchromatographie
an Carboxymethylcellulose; Verteilungschromatographie, z. B. an
Sephadex G-25, LH-20
oder Gegenstromverteilung; Hochleistungs-Flüssigchromatographie (HPLC),
insbesondere Umkehrphasen-HPLC an einer Säulenpackung mit einer Octyl-
oder Octadecylsilyl-Siliciumdioxid-gebundenen Phase.
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Die Molekulargewichte dieser ITPs
werden durch Fast Atom Bombardment (FAB)-Massenspektroskopie ermittelt.
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Die erfindungsgemäßen ITPs lassen sich zur Verwendung
als Proarzneistoffe mit N- und C-terminalen Schutzgruppen synthetisieren.
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1. N-terminale Schutzgruppen
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Wie vorstehend erörtert, bezieht sich der Ausdruck "N-Schutzgruppe" auf Gruppen, die
zum Schutz des α-N-Terminus
einer Aminosäure
oder eines Peptids oder zum anderweitigen Schutz der Aminogruppe
einer Aminosäure
oder eines Peptids gegen unerwünschte
Reaktionen während
synthetischer Vorgänge
vorgesehen sind. Üblicherweise
verwendete N-Schutzgruppen sind in Greene, "Protective Groups in Organic Synthesis" (John Wiley & Sons, New York
(1981)) (auf diese Druckschrift wird durch Verweis Bezug genommen) beschrieben.
Ferner können
Schutzgruppen als Proarzneistoffe verwendet werden, die in vivo,
beispielsweise durch enzymatische Hydrolyse, leicht unter Freisetzung
des biologisch aktiven Ausgangsprodukts gespalten werden können. Zu α-N-Schutzgruppen
gehören
niedere Alkanoylgruppen, wie Formyl, Acetyl ("AC"),
Propionyl, Pivaloyl, tert.-Butylacetyl und dergl.; zu weiteren Acylgruppen
gehören
2-Chloracetyl, 2-Bromacetyl,
Trifluoracetyl, Trichloracetyl, Phthalyl, o-Nitrophenoxyacetyl, -Chlorbutyryl, Benzoyl,
4-Chlorbenzoyl, 4-Brombenzoyl,
4-Nitrobenzoyl und dergl.; Sulfonylgruppen, wie Benzolsulfonyl,
p-Toluolsulfonyl und dergl.; Carbamat bildende Gruppen, wie Benzyloxycarbonyl,
p-Chlorbenzyloxycarbonyl, p-Methoxybenzyloxycarbonyl,
p-Nitrobenzyloxycarbonyl, 2-Nitrobenzyloxycarbonyl,
p-Brombenzyloxycarbonyl, 3,4-Dimethoxybenzyloxycarbonyl, 3,5-Dimethoxybenzyloxycarbonyl,
2,4-Dimethoxybenzyloxycarbonyl,
4-Ethoxybenzyloxycarbonyl, 2-Nitro-4,5-dimethoxybenzyloxycarbonyl, 3,4,5-Trimethoxybenzyloxycarbonyl,
1-(p-Biphenylyl)-1-methylethoxycarbonyl, α,α-Dimethyl-3,5-dimethoxybenzyloxycarbonyl,
Benzhydryloxycarbonyl, tert.-Butyloxycarbonyl,
Diisopropylmethoxycarbonyl, Isopropyloxycarbonyl, Ethoxycarbonyl,
Methoxycarbonyl, Allyloxycarbonyl, 2,2,2,-Trichlorethoxycarbonyl, Phenoxycarbonyl,
4-Nitrophenoxycarbonyl, Fluorenyl-9-methoxycarbonyl, Cyclopentyloxycarbonyl,
Adamantyloxycarbonyl, Cyclohexyloxycarbonyl, Phenylthiocarbonyl
und dergl.; Arylalkylgruppen, wie Benzyl, Triphenylmethyl, Benzyloxymethyl,
9-Fluorenylmethyloxycarbonyl (Fmoc) und dergl.; und Silylgruppen,
wie Trimethylsilyl und dergl.
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2. Carboxy-Schutzgruppen
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Wie vorstehend erörtert, bezieht sich der Ausdruck "Carboxy-Schutzgruppe" auf eine Ester-
oder Amidgruppe zum Schutz einer Carbonsäure, die zum Blockieren oder
Schützen
der funktionellen Carbonsäuregruppe
verwendet wird, während
Reaktionen an anderen funktionellen Stellen der Verbindung durchgeführt werden.
Carboxy-Schutzgruppen
werden in Greene, "Protective
Groups in Organic Synthesis",
(1981), S. 152–186
(auf diese Druckschrift wird durch Verweis Bezug genommen) beschrieben.
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Ferner kann eine Carboxy-Schutzgruppe
als Proarzneistoff verwendet werden, wobei die Carboxy-Schutzgruppe
in vivo leicht abgespalten werden kann, beispielsweise durch enzymatische
Hydrolyse, um die biologisch aktive Ausgangsverbindung freizusetzen.
Derartige Carboxy-Schutzgruppen sind dem Fachmann geläufig und
werden in starkem Umfang beim Schutz von Carboxylgruppen auf dem
Gebiet der Penicilline und Cephalosporine verwendet, wie es in den
US-Patenten 3 840 556 und 3 719 667 (auf diese Druckschriften wird
durch Verweis Bezug genommen) beschrieben ist. Repräsentative
Carboxy-Schutzgruppen sind C1-C8-Niederalkyl
(z. B. Methyl, Ethyl oder tert.-Butyl und dergl.); Arylalkyl, wie
Phenethyl oder Benzyl und substituierte Derivate davon, wie Alkoxybenzyl-
oder Nitrobenzylgruppen und dergl.; Arylalkenyl, wie Phenylethenyl
und dergl.; Aryl und substituierte Derivate davon, wie 5-Indanyl
und dergl.; Dialkylaminoalkyl, wie Dimethylaminoethyl und dergl.;
Alkanoyloxyalkylgruppen, wie Acetoxymethyl, Butyryloxymethyl, Valeryloxymethyl,
Isobutyryloxymethyl, Isovaleryloxymethyl, 1-(Propionyloxy)-1-ethyl, 1-(Pivaloyloxy)-1-ethyl,
1-Methyl-1-(propionyloxy)-1-ethyl,
Pivaloyloxymethyl, Propionyloxymethyl und dergl.; Cycloalkanoyloxyalkylgruppen,
wie Cyclopropylcarbonyloxymethyl, Cyclobutylcarbonyloxymethyl, Cyclopentylcarbonyloxymethyl,
Cyclohexylcarbonyloxymethyl und dergl.; Aroyloxyalkyl, wie Benzoyloxymethyl,
Benzoyloxyethyl und dergl.; Arylalkylcarbonyloxyakyl, wie Benzylcarbonyloxymethyl,
2-Benzylcarbonyloxyethyl und dergl.; Alkoxycarbonylalkyl oder Cycloalkyloxycarbonylalkyl,
wie Methoxycarbonylmethyl, Cyclohexyloxycarbonylmethyl, 1-Methoxycarbonyl-1-ethyl und dergl.;
Alkoxycarbonyloxyalkyl oder Cycloalkyloxycarbonyloxyalkyl, wie Methoxycarbonyloxymethyl,
tert.-Butyloxycarbonyloxymethyl,
1-Ethoxycarbonyloxy-1-ethyl, 1-Cyclohexyloxycarbonyloxy-1-ethyl
und dergl.; Aryloxycarbonyloxyalkyl, wie 2-(Phenoxycarbonyloxy)-ethyl,
2-(5-Indanyloxycarbonyloxy)-ethyl und dergl.; Alkoxyalkylcarbonyloxyalkyl,
wie 2-(1-Methoxy-2-methylpropan-2-oyloxy)-ethyl und dergl.; Arylalkyloxycarbonyloxyalkyl,
wie 2-(Benzyloxycarbonyloxy)-ethyl
und dergl.; Arylalkenyloxycarbonyloxyalkyl, wie 2-(3-Phenylpropen-2-yloxycarbonyloxy)-ethyl
und dergl.; Alkoxycarbonylaminoalkyl, wie tert.-Butyloxycarbonylaminomethyl und
dergl.; Alkylaminocarbonylaminoalkyl, wie Methylaminocarbonylaminomethyl
und dergl.; Alkanoylaminoalkyl, wie Acetylaminomethyl und dergl.;
Heterocyclocarbonyloxyalkyl, wie 4-Methylpiperazinylcarbonyloxymethyl
und dergl.; Dialkylaminocarbonylalkyl, wie Dimethylaminocarbonylmethyl,
Diethylaminocarbonylmethyl und dergl.; (5-(Niederalkyl)-2-oxo-1,3-dioxolen-4-yl)-alkyl,
wie (5-tert.-Butyl-2-oxo-1,3-dioxolen-4-yl)-methyl und dergl.; und
(5-Phenyl-2-oxo-1,3-dioxolen-4-yl)-alkyl, wie (5-Phenyl-2-oxo-1,3-dioxo1en-4-yl)-methyl
und dergl.
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Repräsentative Amidcarboxy-Schutzgruppen
sind Aminocarbonyl- und Niederalkylaminocarbonylgruppen.
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Bei bevorzugten erfindungsgemäßen carboxygeschützten Verbindungen
handelt es sich um Verbindungen, bei denen folgende Carboxy-Schutzgruppen
vorliegen: Niederalkyl-, Cycloalkyl- oder Arylalkylester, z. B.
Methylester, Ethylester, Propylester, Isopropylester, Butylester,
sec.-Butylester,
Isobutylester, Amylester, Isoamylester, Octylester, Cyclohexylester,
Phenylethylester und dergl., oder ein Alkanoyloxyalkyl-, Cycloalkanoyloxyalkyl-,
Aroyloxyalkyl- oder Arylalkylcarbonyloxyalkylester. Bevorzugte Amidcarboxy-Schutzgruppen sind
Niederalkylaminocarbonylgruppen. Beispielsweise kann Asparaginsäure am α-C-Terminus durch
eine säurelabile
Gruppe (z. B. tert.-Butyl) und am β-C-Terminus durch eine gegenüber einer
Hydrierung labile Gruppe (z. B. Benzyl) geschützt sein und anschließend während der
Synthese selektiv einer Schutzgruppenentfernung unterzogen werden.
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B. Modifikation von ITPs
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Die Art der Herstellung der erfindungsgemäßen modifizierten
ITPs kann stark variieren, und zwar je nach der Art der verschiedenen
Elemente, die das ITP umfassen. Die Syntheseverfahren werden so
gewählt, dass
sie einfach ablaufen, hohe Ausbeuten ergeben und zu einem hochgereinigten
Produkt führen.
Normalerweise wird die chemisch reaktive Gruppe in der letzten Synthesestufe
erzeugt, beispielsweise bei einer Carboxylgruppe unter Veresterung
zur Bildung eines aktiven Esters. Nachstehend sind spezielle Verfahren
zur Herstellung von erfindungsgemäßen modifizierten ITPs beschrieben.
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Jedes ausgewählte ITP, das einer Modifikation
mit einem Linker und einem reaktiven Mittel unterzogen werden soll,
wird gemäß den folgenden
Kriterien modifiziert: wenn eine Carboxylgruppe, die für die Beibehaltung
der pharmakologischen Aktivität
nicht kritisch ist, am ursprünglichen
ITP verfügbar
ist und keine weitere reaktive funktionelle Gruppe am ITP vorhanden
ist, so wird die Carbonsäuregruppe
als Verknüpfungsstelle
für die
Modifikation der Linker-reaktiven Einheit ausgewählt. wenn keine Carbonsäuren verfügbar sind,
so werden andere funktionelle Gruppen, die für die Beibehaltung der pharmakologischen
Aktivität
nicht kritisch sind, als Verknüpfungspunkt
für die
Modifikation der Linker-reaktiven Einheit ausgewählt. Wenn mehrere funktionelle Gruppen
an einem ITP verfügbar
sind, so wird eine Kombination von Schutzgruppen in der Weise herangezogen,
dass nach Addition der Linker-reaktiven Einheit und Schutzgruppenentfernung
sämtlicher
geschützter funktioneller
Gruppen immer noch eine Beibehaltung der pharmakologischen Aktivität erreicht
wird. Wenn am ITP keine funktionellen Gruppen verfügbar sind,
so ermöglichen
Synthesebemühungen
eine Modifikation des ursprünglichen
ITP auf solche Weise, dass eine Beibehaltung der biologischen Aktivität und eine
Beibehaltung des Rezeptors oder der Zielspezifität erreicht werden.
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Die chemisch reaktive Einheit wird
so platziert, dass bei Bindung des ITP an die Blutkomponente das ITP
einen wesentlichen Anteil der Aktivität des unmodifizierten ITP beibehält.
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In noch spezifischerer Weise werden
die einzelnen ITPs, die für
die Derivatisierung mit einem Linker und einer reaktiven Einheit
ausgewählt
sind, gemäß den folgenden
Kriterien modifiziert: wenn eine terminale Carboxylgruppe am therapeutischen
Peptid verfügbar
ist und für
die Beibehaltung der pharmakologischen Aktivität nicht kritisch ist und keine
weiteren empfindlichen funktionellen Gruppen am ITP vorhanden sind,
so wird die Carbonsäure
als Verknüpfungspunkt
für die
Modifikation der Linker-reaktiven Einheit gewählt. Wenn die terminale Carboxylgruppe
an der pharmakologischen Aktivität
beteiligt ist oder wenn keine Carbonsäuren verfügbar sind, so werden beliebige
andere empfindliche funktionelle Gruppen, die für die Beibehaltung der pharmakologischen
Aktivität
nicht kritisch sind, als Verknüpfungspunkt
für die
Modifikation der Linker-reaktiven Einheit ausgewählt. Wenn mehrere empfindliche
funktionelle Gruppen an einem ITP verfügbar sind, so wird eine Kombination
von Schutzgruppen in der Weise herangezogen, dass nach Addition
der Linker-reaktiven Einheit und Schutzgruppenentfernung von sämtlichen
geschützten
empfindlichen funktionellen Gruppen immer noch eine Beibehaltung
der pharmakologischen Aktivität
erreicht wird. Wenn keine empfindlichen funktionellen Gruppen am
therapeutischen Peptid verfügbar
sind, so ermöglichen
es Synthesebemühungen,
eine Modifikation des ursprünglichen
Peptids in der weise vorzunehmen, dass ein Weg für die Beibehaltung der biologischen Aktivität und für die Beibehaltung
der Rezeptor- oder Zielspezifität
gefunden wird. In diesem Fall erfolgt die Modifikation am gegenüberliegenden
Ende des Peptids.
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Ein NHS-Derivat kann aus einer Carbonsäure in Abwesenheit
von weiteren empfindlichen funktionellen Gruppen im therapeutischen
Peptid synthetisiert werden. Speziell wird ein derartiges therapeutisches
Peptid mit N-Hydroxysuccinimid in wasserfreiem CH2Cl2 und mit EDC umgesetzt. Das Produkt wird
durch Chomatographie gereinigt oder aus dem entsprechenden Lösungsmittelsystem
umkristallisiert, wodurch man das NHS-Derivat erhält.
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Alternativ kann ein NHS-Derivat aus
einem ITP, das eine Amino- und/oder
Thiolgruppe und eine Carbonsäure
enthält,
synthetisiert werden. Wenn im Molekül eine freie Amino- oder Thiolgruppe
vorhanden ist, so ist es bevorzugt, diese empfindlichen funktionellen
Gruppen vor Durchführung
der Addition des NHS-Derivats zu schützen. Wenn beispielsweise das
Molekül
eine freie Aminogruppe enthält,
ist eine Umwandlung des Amins in ein mit Fmoc geschütztes Amin
oder vorzugsweise in ein mit tBoc geschütztes Amin erforderlich, um die
vorstehend beschriebenen chemischen Reaktionen durchzuführen. Die
Aminfunktionalität
wird nach Herstellung des NHS-Derivats nicht einer Schutzgruppenentfernung
unterzogen. Daher gilt dieses Verfahren nur für eine Verbindung, deren Amingruppe
zur Herbeiführung
einer angestrebten pharmakologischen Wirkung freigelegt werden muss.
Zusätzlich
kann ein NHS-Derivat aus einem therapeutischen Peptid, das eine
Amino- oder eine Thiolgruppe und keine Carbonsäure enthält, synthetisiert werden. Wenn
das gewählte
Molekül
keine Carbonsäure
enthält,
kann eine Reihe von bifunktionellen Linkem zur Umwandlung des Moleküls in ein
reaktives NHS-Derivat verwendet werden. Beispielsweise erhält man durch
Lösen von
Ethylenglykol-bis-(succinimidylsuccinat)
(EGS) und Triethylamin in DMF und durch Zugabe zu dem eine freie
Aminogruppe enthaltenden Molekül
(in einem Verhältnis
von 10:1 zugunsten von EGS) das Mono-NHS-Derivat. Zur Bildung eines NHS-Derivats aus einem
mit Thiol derivatisierten Molekül
kann man N-[y-Maleinimidobutyryloxy]-succinimidester
(GMBS) und Triethylamin in DMF verwenden. Die Maleinimidogruppe
reagiert mit dem freien Thiol und das NHS-Derivat wird aus dem Reaktionsgemisch
durch Chromatographie an Siliciumdioxid oder durch HPLC gereinigt.
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Ein NHS-Derivat kann auch aus einem
ITP mit einem Gehalt an mehreren empfindlichen funktionellen Gruppen
synthetisiert werden. Jeder Einzelfall ist zu analysieren und unterschiedlich
zu lösen.
Jedoch ist die Erfindung dank der Tatsache, dass eine große Reihe
von Schutzgruppen und bifunktionellen Linkern handelsüblich sind,
auf beliebige therapeutische Peptide anwendbar, wobei vorzugsweise
nur eine einzige chemische Stufe zur Derivatisierung des ITP oder
zwei Stufen, wobei zunächst
eine empfindliche Gruppe geschützt
wird, oder drei Stufen (Einführung
der Schutzgruppe, Aktivierung und Schutzgruppenentfernung) erforderlich
sind. In Ausnahmefällen
ist eine Synthese unter Anwendung von zahlreichen Stufen (über drei
Stufen hinaus) erforderlich, um ein therapeutisches Peptid in ein
aktives NHS- oder Maleinimid-Derivat umzuwandeln.
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Ein Maleinimid-Derivat kann auch
aus einem ITP mit einem Gehalt an einer freien Aminogruppe und einer
freien Carbonsäure
synthetisiert werden. Zur Herstellung eines Maleinimid-Derivats
aus einem aminoderivatisierten Molekül kann man N-[γ-Maleinimidobutyryloxy]-succinimidester (GMBS)
und Triethylamin in DMF verwenden. Die Succinimidestergruppe reagiert
mit der freien Aminogruppe und das Maleinimid-Derivat wird aus dem
Reaktionsgemisch durch Kristallisation oder durch Chromatographie
an Siliciumdioxid oder durch HPLC gereinigt.
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Schließlich lässt sich ein Maleinimid-Derivat
aus einem therapeutischen Peptid, das zahlreiche weitere empfindliche
funktionelle Gruppen und keine freien Carboxylgruppen enthält, synthetisieren.
Wenn das gewählte
Molekül
keine Carbonsäure
enthält,
kann eine Reihe von bifunktionellen Vernetzungsmitteln dazu verwendet
werden, das Molekül
in ein reaktives NHS-Derivat umzuwandeln. Beispielsweise kann Maleinimidopropionsäure (MPA)
an das freie Amin unter Bildung eines Maleinimid-Derivats durch
eine Umsetzung des freien Amins mit der Carbonsäuregruppe von MPA unter Anwendung
einer HBTU/HOBt/DIEA-Aktivierung
in DMF gekuppelt werden.
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Alternativ können zahlreiche andere handelsübliche,
heterobifunktionelle Vernetzungsmittel je nach Bedarf verwendet
werden. Eine große
Anzahl von bifunktionellen Verbindungen sind für die Verknüpfung mit Einheiten verfügbar. Zu
beispielhaften Reagenzien gehören:
Azidobenzoylhydrazid, N-[4-(p-Azidosalicylamino)-butyl]-3'-(2'- pyridyldithio)-propionamid, Bis-sulfosuccinimidylsuberat,
Dimethyladipimidat, Disuccinimidyltartrat, N-y-Maleinimidobutyryloxysuccinimidester,
N-Hydroxysulfosuccinimidyl-4-azidobenzoat,
N-Succinimidyl-(4-azidophenyl]-1,3'-dithiopropionat, N-Succinimidyl-(4-iodacetyl]-aminobenzoat,
Glutaraldehyd und Succinimidyl-4-(N-maleinimidomethyl]-cyclohexan-1-carboxylat.
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4. Anwendungsmöglichkeiten
von modifizierten ITP
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Die erfindungsgemäßen modifizierten ITPs finden
zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten,
einschließlich:
Verwendung zur Behandlung von Diabetes, als Sedativum, zur Behandlung
von Störungen
des Nervensystems, zur Herbeiführung
einer anxiolytischen Wirkung am ZNS, Zur Aktivierung des ZNS, zur
postoperativen Behandlung und zur Behandlung von Insulin-Resistenz.
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A. Diabetes-Behandlungen
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Die erfindungsgemäßen modifizierten ITPs bewirken
im allgemeinen eine Normalisierung von Hyperglykämie über glucoseabhängige, insulinabhängige und
insulinunabhängige
Mechanismen. Als solche sind die modifizierten ITPs wertvoll als
primäre
Mittel zur Behandlung von Diabetes mellitus vom Typ II und als unterstützende Mittel
zur Behandlung von Diabetes mellitus vom Typ I.
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Die Verwendung einer wirksamen Menge
von modifizierten ITPs zur Behandlung von Diabetes mellitus hat
den Vorteil, dass diese Produkte wirksamer als unmodifizierte ITPs
sind. Da die modifizierten ITPs in vivo stabiler sind, können für eine wirksame
Behandlung geringere Mengen des Moleküls verabreicht werden. Die
vorliegende Erfindung eignet sich insbesondere zur Behandlung von
Patienten mit Diabetes sowohl vom Typ I als auch vom Typ II insofern,
als die Wirkung des Peptids von der Glucosekonzentration im Blut
abhängig ist
und somit das Risiko von hyperglykämischen Nebenwirkungen im Vergleich
zu den Risiken bei Anwendung der derzeitigen Behandlungsverfahren
stark verringert ist.
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Die vorliegende Erfindung stellt
auch ein Verfahren zur Behandlung von Diabetes mellitus bei einer Person
bereit, wobei das Verfahren die Bereitstellung einer Menge an modifiziertem
ITP, die zur Behandlung von Diabetes ausreicht, umfasst, wobei die
Zusammensetzung ein modifiziertes ITP enthält.
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B. Behandlung von Störungen des
Nervensystems
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Die erfindungsgemäßen modifizierten ITPs finden
auch als Sedativa Anwendung. Gemäß einem
Aspekt der Erfindung wird ein Verfahren zum Sedieren eines Säugetiersubjekts
mit einer Abnormalität,
die zu einer verstärkten
Aktivierung des zentralen oder peripheren Nervensystems führt, unter
Verwendung der modifizierten ITPs bereitgestellt. Das Verfahren
umfasst die Verabreichung eines modifizierten ITP an das Subjekt in
einer ausreichenden Menge, um bei dem Subjekt eine sedative oder
anxiolytische Wirkung herbeizuführen. Das
modifizierte ITP kann intrazerebroventrikulär, oral, subkutan, intramuskulär, oder
intravenös
verabreicht werden. Derartige Verfahren eignen sich zur Behandlung
oder Besserung von Zuständen
des Nervensystems, wie Angstzustände,
Bewegungsstörungen,
Aggression, Psychosen, Anfällen,
panischen Attacken, Hysterie und Schlafstörungen.
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Gemäß einem verwandten Aspekt umfasst
die Erfindung ein Verfahren zur Verstärkung der Aktivität eines
Säugetiersubjekts,
wobei das Verfahren die Verabreichung eines modifizierten ITP an
das Subjekt in einer Menge, die zur Herbeiführung einer Aktivierungswirkung
bei dem Subjekt ausreicht, umfasst. Vorzugsweise befindet sich das
Subjekt in einem Zustand, der zu einer verminderten Aktivierung
des zentralen oder peripheren Nervensystems führt. Die modifizierten ITPs
finden insbesondere Anwendung bei der Behandlung oder Besserung
von Depressionen, schizoaffektiven Störungen, Schlafapnoe, Aufmerksamkeitsdefizitsyndromen mit
geringer Konzentrationsfähigkeit,
Gedächtnisverlust,
Vergesslichkeit und Narkolepsie, um nur einige Zustände aufzuführen, bei
denen ein Arousal des Zentralnervensystems vorteilhaft sein kann.
Die erfindungsgemäßen modifizierten
ITPs können
zur Herbeiführung
eines Arousals zur Behandlung oder Besserung von Depressionen, schizoaffektiven
Störungen,
Schlafapnoe, Aufmerksamkeitsdefizitsyndromen mit geringer Konzentrationsfähigkeit,
Gedächtnisverlust,
Vergesslichkeit und Narkolepsie verwendet werden. Die therapeutische
Wirksamkeit der Behandlung mit dem modifizierten ITP kann durch
Befragung des Patienten zur Bestimmung von dessen Zustand, durch
psychologisch/neurologische Tests oder aufgrund der Besserung der
mit diesen Zuständen
verbundenen Symptomen verfolgt werden. Beispielsweise kann die Behandlung
von Narkolepsie durch Überwachung
des Auftretens von narkoleptischen Anfällen verfolgt werden. Als weiteres
Beispiel können
die Einflüsse
von modifizierten ITPs auf die Konzentrationsfähigkeit oder auf die Gedächtniskapazität eines
Patienten unter Anwendung zahlreicher diagnostischer Tests, die
dem Fachmann geläufig
sind, getestet werden.
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C. Postoperative Behandlung
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Die erfindungsgemäßen modifizierten ITPs können für postoperative
Behandlungen herangezogen werden. Ein Patient benötigt die
erfindungsgemäßen modifizierten
ITPs etwa 1 bis 16 Stunden vor Durchführung eines chirurgischen Eingriffs,
während
des Eingriffs am Patienten und nach dem Eingriff für eine Zeitspanne
von nicht mehr als etwa 5 Tage.
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Die erfindungsgemäßen modifizierten ITPs werden
in einem Zeitraum von etwa 16 Stunden bis etwa 1 Stunde vor Beginn
der Operation verabreicht. Der Zeitpunkt vor der Operation, an dem
die erfindungsgemäßen Verbindungen
zur Verringerung von katabolischen Effekten und der Insulin-Resistenz
zu verabreichen sind, hängt
von einer Anzahl von Faktoren ab. Diese Faktoren sind dem Arzt mit üblicher
Erfahrung im allgemeinen bekannt. Hierzu gehören insbesondere die Tatsache,
ob der Patient nüchtern
ist oder eine Glucoseinfusion, ein Getränk oder eine beliebige andere
Form einer Unterstützung
während
der Vorbereitungsperiode vor der Operation erhalten hat. Zu weiteren
wichtigen Faktoren gehören
das Geschlecht, das Gewicht und das Alter des Patienten, die Ursachen,
die einer etwaigen Unfähigkeit
zur Regulierung der Blutglucose zugrunde liegen, das zu erwartende
Ausmaß des
durch die Operation verursachten Traumas, die Verabreichungswege und
die biologische Verfügbarkeit,
die Beständigkeit
im Körper,
die Zubereitungsart und die Wirkungsstärke der verabreichten Verbindung.
Eine bevorzugte Zeitspanne, innerhalb der die Verabreichung der
erfindungsgemäßen modifizierten
ITPs beginnen soll, beträgt
etwa 1 bis etwa 10 Stunden vor Operationsbeginn. Eine besonders
bevorzugte Zeitspanne für
den Beginn der Verabreichung beträgt 2 bis 8 Stunden vor Operationsbeginn.
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Eine Insulin-Resistenz im Anschluss
an einen bestimmten Operationstyp, einer selektiven Bauchoperation,
ist am ersten Tag nach der Operation besonders intensiv, dauert
mindestens 5 Tage und kann bis zur Normalisierung bis zu 3 Wochen
benötigen.
Der postoperative Patient benötigt
möglicherweise
eine Verabreichung der erfindungsgemäß verwendeten ITPs für eine Zeitspanne
im Anschluss an das Operationstrauma, die von Faktoren abhängt, die
der Arzt mit üblicher
Erfahrung erkennt und festlegen kann. Hierzu gehören die Tatsache, ob der Patient
nüchtern
ist oder eine Glucoseinfusion, ein Getränk oder eine beliebige andere
Form einer Unterstützung
im Anschluss an die Operation erhalten hat, sowie ferner (ohne Beschränkung hierauf) das
Geschlecht, das Gewicht und das Alter des Patienten, die Ursachen,
die einer etwaigen Unfähigkeit
zur Regulierung der Blutglucose zugrunde liegen, das zu erwartende
Ausmaß des
durch die Operation verursachten Traumas, der Verabreichungsweg
und die biologische Verfügbarkeit,
die Beständigkeit
im Körper,
die Zubereitungsart und die Wirkungsstärke der verabreichten Verbindung.
Die bevorzugte Verabreichungsdauer der erfindungsgemäß verwendeten
Verbindungen beträgt
nicht mehr als 5 Tage im Anschluss an die Operation.
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D. Behandlung von Insulin-Resistenz
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Die erfindungsgemäßen modifizierten ITPs können zur
Behandlung von Insulin-Resistenz unabhängig von ihrer Verwendung bei
der postoperativen Behandlung eingesetzt werden. Eine Insulin-Resistenz
kann auf eine Verringerung der Bindung von Insulin an Zelloberflächenrezeptoren
oder auf Veränderungen
im intrazellulären
Stoffwechsel zurückzuführen sein.
Der erste Typ, der durch eine Verringerung der Insulinempfindlichkeit
charakterisiert ist, kann typischerweise durch eine erhöhte Insulinkonzentration überwunden
werden. Der zweite Typ, der durch eine Verringerung der Insulin-Reaktionsfähigkeit
charakterisiert ist, kann nicht durch große Mengen an Insulin überwunden
werden. Eine Insulin-Resistenz
im Anschluss an ein Trauma kann durch Insulindosen überwunden
werden, die proportional zum Grad der Insulin-Resistenz sind. Sie
ist somit offensichtlich durch eine Verringerung der Insulin-Empfindlichkeit
hervorgerufen.
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Die Dosis von modifizierten ITPs,
die eine Normalisierung des Blutglucosespiegels eines Patienten
bewirken, hängt
von einer Anzahl von Faktoren ab, wozu (ohne Beschränkung hierauf)
folgende Faktoren gehören:
Geschlecht, Gewicht und Alter des Patienten, die Schwere der Unfähigkeit
zur Regulierung der Blutglucose die Ursachen, die einer Unfähigkeit
zur Regulierung der Blutglucose, zugrunde liegen, die Tatsache,
ob Glucose oder eine andere Kohlenhydratquelle gleichzeitig verabreicht
wird, der Verabreichungsweg und die biologische Verfügbarkeit,
die Beständigkeit
im Körper,
die Zubereitungsart und die Wirkungsstärke.
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5. Verabreichung der modifizierten
ITPs
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Die modifizierten ITPs werden in
einem physiologisch verträglichen
Medium verabreicht, z. B. in entionisiertem Wasser, phosphatgepufferter
Kochsalzlösung
(PBS), Kochsalzlösung,
wässrigem
Ethanol oder einem anderen Alkohol, Plasma, proteinartigen Lösungen,
Mannit, wässriger
Glucose, Alkohol, Pflanzenölen oder
dergl. Zu weiteren Additiven, die zugesetzt werden können, gehören Puffer,
wobei die Medien im allgemeinen auf einen pH-Wert im Bereich von
etwa 5 bis 10 gepuffert werden, wobei der Puffer im allgemeinen eine
Konzentration von etwa 50 bis 250 mM aufweist, wobei die Salzkonzentration
im allgemeinen im Bereich von etwa 5 bis 500 mM liegt. Ferner sind
physiologisch verträgliche
Stabilisatoren und dergl. enthalten. Die Zusammensetzungen können aus
Zweckmäßigkeitsgründen für die Lagerung
und den Transport lyophilisiert werden.
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Die modifizierten ITPs werden großenteils
oral, parenteral, z. B. intravaskulär (IV), intraarteriell (IA), intramuskulär (IM),
subkutan (SC) oder dergl. verabreicht. Die Verabreihung kann in
geeigneten Situationen durch Transfusion erfolgen. In einigen Fällen, bei
denen die Reaktion der funktionellen Gruppe relativ langsam ist,
kann die Verabreichung oral, nasal, rektal, transdermal oder über ein
Aerosol erfolgen, wobei die Natur des Konjugats eine Übertragung
auf das vaskuläre
System ermöglicht. Üblicherweise
wird eine einzige Injektion angewandt, obgleich gegebenenfalls auch
mehr als eine Injektion angewandt werden kann. Die modifizierten ITPs
werden mit beliebigen zweckmäßigen Mitteln,
z. B. Spritzen, Trokars, Katheter oder dergl., verabreicht. Die spezielle Verabreichungsart hängt von
der zu verabreichenden Menge, der Tatsache, ob ein einziger Bolus gegeben
oder eine kontinuierliche Verabreichung durchgeführt werden soll, oder dergl.
ab. Vorzugsweise erfolgt die Verabreichung intravaskulär, wobei
die Zufuhrstelle für
die Erfindung nicht kritisch ist und die Zufuhr vorzugsweise an
einer Stelle erfolgt, wo eine rasche Durchblutung vorliegt, z. B.
an einer intravenösen,
peripheren oder zentralen Vene. Weitere Verabreichungswege finden
dann Anwendung, wenn die Verabreichung mit Techniken mit langsamer
Wirkstofffreisetzung oder einer Schutzmatrix gekuppelt sind. Es
ist beabsichtigt, die ITPs wirksam im Blut zu verteilen, so dass
sie zu einer Reaktion mit den Blutkomponenten befähigt sind. Die
Konzentration des Konjugats variiert in breitem Umfang und reicht
im allgemeinen von etwa 1 pg/ml bis 50 mg/ml. Die intravaskulär verabreichte
Gesamtmenge liegt im allgemeinen im Bereich von etwa 0,1 mg/ml bis etwa
10 mg/ml und insbesondere von etwa 1 mg/ml bis etwa 5 mg/ml.
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Aufgrund der Bindung an langlebige
Komponenten des Bluts, wie Immunoglobulin, Serumalbumin, rote Blutkörperchen
und Blutplättchen,
ergibt sich eine Reihe von Vorteilen. Die Aktivität der modifizierten ITP-Verbindung
wird auf Tage bis Wochen verlängert.
Während
dieser Zeitspanne braucht nur eine einzige Verabreichung zu erfolgen.
Es lässt
sich eine höhere
Spezifität
erreichen, da der Wirkstoff vorwiegend an große Moleküle gebunden wird, wo die Wahrscheinlichkeit
geringer ist, dass er intrazellulär aufgenommen wird und andere
physiologische Vorgänge
stört.
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Die Bildung der kovalenten Bindung
zwischen der Blutkomponente kann in vivo oder ex vivo erfolgen. Zur
ex vivo-Bildung einer kovalenten Bindung wird das modifizierte ITP
zu Blut, Serum oder Kochsalzlösung mit
einem Gehalt an humanem Serumalbumin oder IgG gegeben, um die Ausbildung
einer kovalenten Bindung zwischen dem modifiziertem ITP und der
Blutkomponente zu ermöglichen.
Gemäß einer
bevorzugten Ausführungsform
wird das ITP mit Maleinimid modifiziert und mit Humanserumalbumin
in Kochsalzlösung
umgesetzt. Nachdem das modifizierte ITP mit der Blutkomponente unter
Bildung eines ITP-Protein-Konjugats reagiert hat, kann das Konjugat
dem Patienten verabreicht werden.
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Alternativ kann das modifizierte
ITP dem Patienten direkt verabreicht werden, so dass die kovalente Bindung
zwischen dem modifizierten ITP und der Blutkomponente in vivo entsteht.
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6. Überwachung der Anwesenheit
von modifizierten ITPs
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Das Blut des Säugetier-Wirts kann in Bezug
auf die Aktivität
der ITPs und/oder das Vorliegen der modifizierten ITPs überwacht
werden. Entnimmt man einen Teil oder eine Probe des Bluts des Wirts
zu verschiedenen Zeitpunkten, so lässt sich feststellen, ob das
ITP eine Bindung mit den langlebigen Blutkomponenten in ausreichender
Menge eingegangen ist, um eine therapeutische Wirkung zu erzielen.
Anschließend
wird der Spiegel der ITP-Verbindung im Blut bestimmt. Gegebenenfalls
kann man auch feststellen, an welche Blutkomponenten die ITP-Moleküle gebunden
sind. Dies ist bei Anwendung nicht-spezifischer ITPs von besonderer Bedeutung.
Für spezifische
Maleinimid-ITPs ist es wesentlich einfacher, die Halbwertszeit von
Serumalbumin und IgG zu berechnen.
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Die modifizierten GLPS können unter
Anwendung von Tests auf insulinotrope Aktivität, HPLC-MS oder von gegen ITPs
gerichtete Antikörper überwacht
werden.
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A. Test auf insulinotrope
Aktivität
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Die vorliegende Erfindung betrifft
modifizierte ITP-Derivate, deren insulinotrope Aktivität größer oder gleich
groß wie
die insulinotrope Aktivität
der nicht-modifizierten ITPs ist. Die insulinotrope Beschaffenheit
einer Verbindung lässt
sich bestimmen, indem man diese Verbindung Säugetierzellen zur Verfügung stellt
oder die Verbindung Tieren injiziert und die Freisetzung von immunoreaktivem
Insulin (IRI) in das Medium bzw. in das Kreislaufsystem des Tiers überwacht.
Die Anwesenheit von IRI wird durch Anwendung eines Radioimmunoassay,
der spezifisch Insulin nachweisen kann, erfasst.
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Obgleich beliebige Radioimmunoassays,
die zum Nachweis der Anwesenheit von IRI befähigt sind, herangezogen werden
können,
ist es bevorzugt, eine Modifikation des Testverfahrens von J. D.
M. Albano et al. (Acta Endocrinol., Bd. 70 (1972), S. 487–509) heranzuziehen.
Bei dieser Modifikation wird ein Phosphat/Albumin-Puffer mit einem
pH-Wert von 7,4 verwendet. Das Inkubationsgemisch wird hergestellt,
indem man nacheinander 500 μl
Phosphatpuffer, 50 μl
Perfusatprobe oder Ratten-Insulinstandard
in Perfusat, 100 μl
anti-Insulin-Antiserum (Wellcome Laboratories, Verdünnung 1:40
000) und 100 μl
[125I]-Insulin unter Bildung eines Gesamtvolumens
von 750 μl
in ein Einmal-Glasröhrchen
der Abmessungen 10 × 75
mm gibt. Nach 2- bis 3-tägiger
Inkubation bei 4°C
wird freies Insulin durch Aktivkohletrennung von dem an Antikörper gebundenem
Insulin getrennt. Die Testempfindlichkeit beträgt im allgemeinen 1–2 μU/ml. Um
die Freisetzung von IRI in das Zellkulturmedium von gezüchteten
Zellen in einer Gewebekultur zu messen, baut man vorzugsweise eine
radioaktive Markierung in das Proinsulin ein. Obgleich man beliebige
radioaktive Markierungen, die zur Markierung eines Polypeptids befähigt sind,
verwenden kann, ist es bevorzugt, [3H]-Leucin
zu verwenden, um eine Markierung von Proinsulin zu erreichen. Die
Markierung kann für
eine beliebige Zeitspanne durchgeführt werden, die ausreicht,
einen nachweisbar markierten Pool von Proinsulinmolekülen zu bilden.
Es ist jedoch bevorzugt, Zellen in Gegenwart einer radioaktiven
Markierung während
einer 60-minütigen
Zeitspanne zu inkubieren. Obgleich beliebige Zellen, die zur Expression
von Insulin befähigt
sind, herangezogen werden können,
um festzustellen, ob eine Verbindung eine insulinotrope Wirkung
besitzt, ist es bevorzugt, Ratten-Insulinomzellen und insbesondere
RIN-38-Ratten-Insulinomzellen zu verwenden. Derartige Zellen können in
beliebigen geeigneten Medien gezüchtet
werden. Jedoch ist die Züchtung
unter Verwendung von DME-Medium mit einem Gehalt an 0,1 % BSA und
25 mM Glucose bevorzugt.
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Die insulinotrope Beschaffenheit
eines modifizierten ITP kann auch durch pankreatische Infusion bestimmt
werden. Das in situ isolierte, perfundierte Ratten-Pankreaspräparat stellt
eine Modifikation des Verfahrens von J. C. Penhos et al. (Diabetes,
Bd. 18 (1969), S. 733–738)
dar. Gemäß einem
derartigen Verfahren werden Ratten in nüchternem Zustand (vorzugsweise
männliche
Albino-Ratten von Charles River-Stamm) mit einem Gewicht von 350–600 g mit
einer intraperitonealen Injektion von Amytal-Natrium (Eli Lilly and Co., 160 ng/kg)
betäubt.
Renale, adrenale, gastrische und untere Colon-Blutgefäße werden
abgebunden. Der gesamte Dünndarm
wird einer Resektion unterworfen, ausgenommen etwa 4 cm des Duodenums
und das Kolon descendens und das Rektum. Somit wird nur ein geringer
Teil des Dünndarms
perfundiert, wodurch eine mögliche
Störung
durch enterische Substanzen mit insulinotroper Immunoreaktivität auf ein
Minimum beschränkt wird.
Beim Perfusat handelt es sich vorzugsweise um einen modifizierten
Krebs-Ringer-Bicarbonatpuffer mit 4 % Dextran T70 und 0,2 % Rinderserumalbumin
(Fraktion V). Vorzugsweise wird ein Gemisch aus 95 % O2 und 5
% CO2 eingeleitet. Eine Vierkanal-Walzenlagerpumpe
mit nicht-pulsierendem Strom (Buchler polystatic, Buchler Instruments
Division, Nuclear-Chicago Corp.) wird vorzugsweise verwendet. Ein Übergang
von einer Perfusatquelle auf eine andere wird vorzugsweise durch
Schalten eines Dreiweghahns erreicht. Die Art und Weise der Durchführung, Modifikation
und Analyse der Perfusion erfolgt vorzugsweise gemäß den Verfahren von
G. C. Weir et al. (J. Clin. Invest., Bd. 54 (1974), S. 1403–1412 (auf
diese Druckschrift wird durch Verweis Bezug genommen).
-
B. HPLC-MS
-
Mit Massenspektrometrie (MS) gekuppelte
HPLC kann zum Test auf die Anwesenheit von Peptiden und modifizierten
Peptiden herangezogen werden, wie es dem Fachmann geläufig ist.
Typischerweise werden zwei mobile Phasen verwendet: 0,1 % TFA/Wasser
und 0,1 % TFA/Acetonitril. Die Säulentemperaturen
sowie die Gradientenbedingungen können variiert werden. Spezielle
Einzelheiten hierzu finden sich im nachstehenden Beispielteil.
-
C. Antikörper
-
Ein weiterer Aspekt der Erfindung
betrifft Verfahren zur Bestimmung der Konzentration der ITPs oder von
deren Konjugaten in biologischen Proben (z. B. Blut), unter Verwendung
von für
die ITPS spezifischen Antikörpern
sowie die Verwendung derartiger Antikörper zur Behandlung von Toxizität, die potentiell
mit derartigen ITPs oder Konjugaten verbunden ist. Dies ist vorteilhaft,
weil die erhöhte
Stabilität
und Lebensdauer der ITPs in vivo im Patienten zu neuen Schwierigkeiten
während
der Behandlung, einschließlich
einer erhöhten Toxizitätsgefahr,
führen
kann.
-
Die Verwendung von anti-ITP-Antikörpern, entweder
monoklonal oder polyklonal, mit Spezifität für bestimmte ITPs kann zur Lösung derartiger
Probleme beitragen. Der Antikörper
kann von einem Wirt, der mit dem speziellen, modifizierten ITP oder
mit einem immunogenen Fragment des Mittels oder einem synthetisierten Immunogen,
das einer antigenen Determinante des Mittels entspricht, immunisiert
worden ist, erzeugt oder abgeleitet werden. Bevorzugte Antikörper weisen
eine hohe Spezifität
und Affinität
für die
nativen, derivatisierten und konjugierten Formen des modifizierten
ITP auf. Derartige Antikörper
können
auch mit Enzymen, Fluorochromen oder radioaktiven Markierungen markiert
sein.
-
Für
modifizierte ITPs spezifische Antikörper lassen sich unter Verwendung
von gereinigten ITPs zur Induktion von derivatisierten, ITP-spezifischen Antikörpern erzeugen.
Unter "Induktion
von Antikörpern" sind nicht nur die
Stimulation einer Immunantwort durch Injektion an Tiere zu verstehen,
sondern auch analoge Stufen bei der Herstellung von synthetischen
Antikörpern
oder anderen spezifisch bindenden Molekülen, z. B. ein Screening von
rekombinanten Immunoglobulin-Bibliotheken. Sowohl monoklonale als
auch polyklonale Antikörper
können
gemäß aus dem
Stand der Technik bekannten Verfahren erzeugt werden.
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Die Antikörper können zur Überwachung der Anwesenheit
von ITP-Peptiden
im Blutstrom verwendet werden. Blut- und/oder Serumproben können durch
SDS-PAGE und Western-Blotting analysiert werden. Derartige Techniken
ermöglichen
die Analyse von Blut oder Serum zur Bestimmung der Bindung der modifizierten ITPs
an Blutkomponenten.
-
Die Antikörper gegen das therapeutische
Mittel können
auch zur Behandlung einer Toxizität, die durch die Verabreichung
des modifizierten ITP herbeigeführt
worden ist, verwendet werden. Sie können ex vivo oder in vivo verwendet
werden. Ex vivo-Verfahren umfassen eine Immunodialyse-Behandlung von Toxizität unter Verwendung
von Antikörpern
gegen das therapeutische Mittel, die an festen Trägern fixiert
sind. In vivo-Verfahren
umfassen die Verabreichung von Antikörpern gegen das therapeutische
Mittel in Mengen, die die Herbeiführung einer Clearance von Antikörper-Mittel-Komplexen
bewirken.
-
Die Antikörper können zur Entfernung der modifizierten
ITPs und von Konjugaten hiervon aus dem Blut eines Patienten unter
ex vivo-Kontakt des Bluts mit den Antikörpern unter sterilen Bedingungen
entfernt werden. Beispielsweise können die Antikörper an
einer Säulenmatrix
fixiert oder anderweitig immobilisiert werden und das Blut kann
dem Patienten entnommen und über
die Matrix geleitet werden. Die modifizierten ITPs binden an die
Antikörper.
Das Blut, das eine geringe Konzentration an dem ITP enthält, kann
sodann in das Kreislaufsystem des Patienten zurückgeleitet werden. Die Menge
des entfernten modifizierten ITP kann durch Einstellen von Druck
und Strömungsgeschwindigkeit
gesteuert werden. Eine bevorzugte Entfernung der modifizierten ITPs
aus der Plasmakomponente von Patientenblut kann beispielsweise unter
Verwendung einer semipermeablen Membran erreicht werden oder indem
man zunächst
die Plasmakomponente von der zellulären Komponente durch aus dem
Stand der Technik bekannte Maßnahmen
abtrennt, bevor man die Plasmakomponente über eine Matrix, die die antitherapeutischen
Antikörper
enthält,
leitet. Alternativ kann die bevorzugte Entfernung von ITP-konjugierten
Blutzellen, einschließlich
roten Blutkörperchen,
durchgeführt
werden, indem man die Blutzellen gewinnt und im Patientenblut einengt
und diese Zellen mit fixierten anti-ITP-Antikörpern kontaktiert, um die Serumkomponente
des Patientenbluts auszuschließen.
-
Die anti-ITP-Antikörper können in
vivo parenteral einem Patienten verabreicht werden, der eine Behandlung
mit dem modifizierten ITP oder Konjugaten davon erhalten hat. Die
Antikörper
binden die ITP-Verbindungen und Konjugate hiervon. Nach erfolgter
Bindung wird die ITP-Aktivität
behindert, wenn nicht sogar vollständig blockiert, wodurch die
biologisch wirksame Konzentration der ITP-Verbindung im Blutkreislauf
des Patienten verringert und schädliche
Nebenwirkungen auf ein Minimum begrenzt werden. Außerdem erleichtert der
gebundene Antikörper-ITP-Komplex
die Clearance der ITP-Verbindungen und der Konjugate hiervon aus dem
Blutkreislauf des Patienten.
-
Nachstehend wird die Erfindung durch
die folgenden nicht-beschränkenden
Beispiele erläutert.
-
Beispiele
-
Allgemeines
-
Festphasen-Peptidsynthesen der insulinotropen
Peptide im 100 μmol-Maßstab wurden
unter Anwendung einer Festphasensynthese und eines manuellen Symphony
Peptide Synthesizer-Geräts
mit Fmoc-geschütztem
Rink Amide MBHA-Harz, Fmoc-geschützten
Aminosäuren,
O-Benzotriazol-1-yl-N,N,N',N'-tetramethyluronium-hexafluorphosphat
(HBTU) in N,N-Dimethylformamid
(DMF)-Lösung
und Aktivierung mit N-Methylmorpholin (NMM) und Entfernung der Fmoc-Schutzgruppen
mit Piperidin durchgeführt
(Stufe 1). Falls erforderlich, wurde eine selektive Schutzgruppenentfernung
der Lys(Aloc)-Gruppe manuell durchgeführt und erreicht, indem man
das Harz mit einer Lösung
von 3 Äquivalenten
Pd(PPh
3)
4 in Lösung in
5 ml CHCl
3:NMM:HOAc (18:1:0,5) 2 Stunden
lang behandelte (Stufe 2). Sodann wurde das Harz mit CHCl
3 (6 × 5
ml), 20 % HOAc in DCM (6 × 5
ml), DCM (6 × 5
ml) und DMF (6 × 5
ml) gewaschen. In einigen Fällen
wurde sodann die Synthese für
die Addition einer AEEA-Gruppe (Aminoethoxyethoxyessigsäure-Gruppe), für die Addition
von Essigsäure
oder für
die Addition von 3-Maleinimidopropionsäure (MPA)
reautomatisiert (Stufe 3). Die Spaltung vom Harz und die Isolierung
des Produkts wurden unter Verwendung von 85 % TFA/5 % TIS/5 % Thioanisol
und 5 % Phenol durchgeführt,
wonach die Fällung
mit eiskaltem Et
2O erfolgte (Stufe 4). Die
Produkte wurden durch präparative
Umkehrphasen-HPLC unter Verwendung eines präparativen binären Varian
(Rainin)-HPLC-Systems gereinigt: Gradientenelution mit 30–55 % B
(0,045 % TFA in H
2O (A) und 0,045 % TFA
in CH
3CN (B)) innerhalb von 180 Minuten
mit 9,5 ml/min unter Verwendung einer Phenomex Luna 10 μ-Phenyl-Hexyl (21 mm × 25 cm)-Säule und
eines UV-Detektors (Varian Dynamax UVD II) bei λ 214 und 254 nm. Die Reinheit
des Produkts wurde durch RP-HPLC-Massenspektrometrie
unter Verwendung eines Hewlett Packard LCMS-1100-Spektrometers, der mit einem Diodenfelddetektor
ausgerüstet
war, unter Anwendung einer "Elektro-spray"-Ionisierung zu 95
% bestimmt. Beispiel
1
Herstellung von Tyr
32-Exendin-4(1-32)-NH
2
-
Die Festphasen-Peptidsynthese des
Analogen im 100 μmol-Maßstab wird
unter Anwendung der manuellen Festphasensynthese und eines Symphony
Peptide Synthesizer-Geräts
unter Verwendung von Fmoc-geschütztem
Rink Amide MBHA-Harz, Fmoc-geschützten
Aminosäuren,
O-Benzotriazol-1-yl-N,N,N',N'-tetramethyluronium-hexafluorphosphat
(HBTU) in N,N-Dimethylformamidlösung (DMF-Lösung) und
Aktivierung mit N-Methylmorpholin (NMM) und Entfernung von Fmoc-Schutzgruppen
mit Piperidin durchgeführt
(Stufe 1). Die Abspaltung vom Harz und die Isolierung des Produkts
werden unter Verwendung von 85 % TFA/5 % TIS/5 % Thioanisol und
5 % Phenol und durch anschließende
Fällung
mit Trockeneis-gekühltem
Et
2O durchgeführt (Stufe 2). Das Produkt
wird durch präparative
Umkehrphasen-HPLC unter Verwendung eines präparativen binären Varian
(Rainin)-HPLC-Systems gereinigt: Gradientenelution mit 30–55 % B (0,045
% TFA in H
2O (A) und 0,045 % TFA in CH3CN
(B)) innerhalb von 180 Minuten mit 9,5 ml/min unter Verwendung einer
Phenomenex Luna 10 μ Phenyl-Hexyl-Säule der
Abmessungen 21 mm × 25
cm und eines UV-Detektors (Varian Dynamax UVD II) bei λ 214 und
254 nm durchgeführt.
Man erhält
das gewünschte
Peptid in einer durch RP-HPLC bestimmten Reinheit von >95 %. Beispiel
2
Herstellung von Tyr
31-Exendin-4(1-31)
-
Die Festphasen-Peptidsynthese des
Analogen im 100 μmol-Maßstab wird
unter Anwendung der manuellen Festphasensynthese und eines Symphony
Peptide Synthesizer-Geräts
unter Verwendung von Fmoc-geschütztem
Rink Amide MBHA-Harz, Fmoc-geschützten
Aminosäuren,
O-Benzotriazol-1-yl-N,N,N',N'-tetramethyluronium-hexafluorphosphat
(HBTU) in N,N-Dimethylformamidlösung (DMF-Lösung) und
Aktivierung mit N-Methylmorpholin (NMM) und Entfernung von Fmoc-Schutzgruppen
mit Piperidin durchgeführt
(Stufe 1). Die Abspaltung vom Harz und die Isolierung des Produkts
werden unter Verwendung von 85 % TFA/5 % TIS/5 % Thioanisol und
5 % Phenol und durch anschließende
Fällung
mit Trockeneis-gekühltem
Et
2O durchgeführt (Stufe 2). Das Produkt
wird durch präparative
Umkehrphasen-HPLC unter Verwendung eines präparativen binären Varian
(Rainin)-HPLC-Systems gereinigt: Gradientenelution mit 30–55 % B (0,045
% TFA in H
2O (A) und 0,045 % TFA in CH3CN
(B)) innerhalb von 180 Minuten mit 9,5 ml/min unter Verwendung einer
Phenomenex Luna 10 μ Phenyl-Hexyl-Säule der
Abmessungen 21 mm × 25
cm und eines UV-Detektors (Varian Dynamax UVD II) bei λ 214 und
254 nm durchgeführt.
Man erhält
das gewünschte
Peptid in einer durch RP-HPLC bestimmten Reinheit von >95 %. Beispiel
3
Herstellung von Exendin-4(9-39)-NH
2
-
Die Festphasen-Peptidsynthese des
Analogen im 100 μmol-Maßstab wird
unter Anwendung der manuellen Festphasensynthese und eines Symphony
Peptide Synthesizer-Geräts
unter Verwendung von Fmoc-geschütztem
Rink Amide MBHA-Harz, Fmoc-geschützten
Aminosäuren,
O-Benzotriazol-1-yl-N,N,N',N'-tetramethyluronium-hexafluorphosphat
(HBTU) in N,N-Dimethylformamidlösung (DMF-Lösung) und
Aktivierung mit N-Methylmorpholin (NMM) und Entfernung von Fmoc-Schutzgruppen
mit Piperidin durchgeführt
(Stufe 1). Die Abspaltung vom Harz und die Isolierung des Produkts
werden unter Verwendung von 85 % TFA/5 % TIS/5 % Thioanisol und
5 % Phenol und durch anschließende
Fällung
mit Trockeneis-gekühltem
Et2O durchgeführt (Stufe 2). Das Produkt
wird durch präparative
Umkehrphasen-HPLC unter Verwendung eines präparativen binären Varian
(Rainin)-HPLC-Systems gereinigt: Gradientenelution mit 30–55 % B (0,045
% TFA in H2O (A) und 0,045 % TFA in CH3CN (B)) innerhalb von 180 Minuten mit 9,5
ml/min unter Verwendung einer Phenomenex Luna 10 μ Phenyl-Hexyl-Säule der
Abmessungen 21 mm × 25
cm und eines UV-Detektors (Varian Dynamax UVD II) bei λ 214 und
254 nm durchgeführt.
Man erhält
das gewünschte
Peptid in einer durch RP-HPLC bestimmten Reinheit von >95 %.
-
Beispiel 4
-
Herstellung von GLP-1(1-36)-Lys37(ε-MPA)-NH2 · 5TFA;
-
His-Asp-Glu-Phe-Glu-Arg-His-Ala-Glu-Gly-Thr-Phe-Thr-Ser-Asp-Val-Ser-Ser-Tyr-Leu-Glu-Gly-Gln-A1a-Ala-Lys-Glu-Phe-Ile-Ala-Trp-Leu-Val-Lys-Gly-Arg-Lys (ε-MPA) -NH2 · 5TFA
-
Das modifizierte GLP-1-Peptid wird
durch Entknüpfen
der Aminogruppe des addierten Lysinrestes gemäß dem nachstehenden Schema
synthetisiert.
-
Unter automatisierter Peptidsynthese
wurden die folgenden geschützten
Aminosäuren
nacheinander an Rink Amide MBHA-Harz addiert: Fmoc-Lys(Aloc)-OH,
Fmoc-Arg(Pbf)-OH, Fmoc-Gly-OH, Fmoc-Lys(tBoc)-OH, Fmoc-Val-OH, Fmoc-Leu-OH,
Fmoc-Trp-OH, Fmoc-Ala-OH, Fmoc-Ile-OH, Fmoc-Phe-OH, Fmoc-Glu(OtBu)-OH, Fmoc-Lys(tBoc)-OH,
Fmoc-Ala-OH, Fmoc-Ala-OH, Fmoc-Gln(Trt)-OH, Fmoc-Gly-OH, Fmoc-Glu(OtBu)-OH,
Fmoc-Leu-OH, Fmoc- Tyr(Pbf)-OH,
Fmoc-Ser(tBu)-OH, Fmoc-Ser(tBu)-OH, Fmoc-Val-OH, Fmoc-Asp(OtBu)-OH, Fmoc-Ser(tBU)-OH,
Fmoc-Thr(tBu)-OH, Fmoc-Phe-OH, Fmoc-Thr(tBu)-OH, Fmoc-Gly-OH, Fmoc-Glu(OtBu)-OH,
Fmoc-Ala-OH, Boc-His(N-Trt)-OH, Fmoc-Arg(Pbf)-OH,
Fmoc-Glu(OtBu)-OH, Fmoc-Phe-OH, Fmoc-Glu(OtBu)-OH, Fmoc-Asp(OtBu)-OH, Boc-His(N-Trt)-OH
(Stufe 1).
-
Die selektive Entfernung der Lys(Aloc)-Schutzgruppe
wurde manuell durchgeführt
und durch Behandlung des Harzes mit einer Lösung von 3 Äquivalenten Pd(PPh3)4 in Lösung
in 5 ml CHCl3:NMM:HOAc (18:1:0,5) für 2 Stunden
erreicht (Stufe 2). Das Harz wurde sodann mit CHCl3 (6 × 5 ml),
20 % HOAc in DCM (6 × 5
ml), DCM (6 × 5
ml) und DMF (6 × 5
ml) gewaschen. Die Synthese wurde sodann für die Addition von 3-Maleinimidopropionsäure reautomatisiert
(Stufe 3). Die Abspaltung vom Harz und die Isolierung des Produkts
wurden unter Verwendung von 85 % TFA/5 % TIS/5 % Thioanisol und
5 % Phenol und durch anschließende
Fällung
mit Trockeneis-gekühltem
Et2O durchgeführt (Stufe 4). Das Produkt
wurde durch präparative Umkehrphasen-HPLC unter Verwendung
eines präparativen
binären
Varian (Rainin)-HPLC-Systems
gereinigt: Gradientenelution mit 30–55 % B (0,045 % TFA in H2O (A) und 0,045 % TFA in CH3CN (B)) innerhalb
von 180 Minuten mit 9,5 ml/min unter Verwendung einer Phenomenex
Luna 10 μ Phenyl-Hexyl-Säule der
Abmessungen 21 mm × 25
cm und eines UV-Detektors (Varian Dynamax UVD II) bei λ 214 und
254 nm. Die Reinheit des Produkts wurde durch RP-HPLC-Massenspektrometrie
unter Verwendung eines Hewlett Packard LCMS-1100-Spektrometers, der mit einem Diodenfelddetektor
ausgerüstet
war, unter Anwendung einer "Elektrospray"-Ionisierung zu >95 % bestimmt.
-
Beispiel 5
-
Herstellung von GLP-1(1-36)-Lys37(ε-AEEA-AEEA-MPA)-NH2 · 5TFA;
-
His-Asp-Glu-Phe-Glu-Arg-His-Ala-Glu-Gly-Thr-Phe-Thr-Ser-Asp-Val-Ser-Ser-Tyr-Leu-Glu-Gly-Gln-Ala-Ala-Lys-Glu-Phe-Ile-Ala-Trp-Leu-Val-Lys-Gly-Arg-Lys(ε-AEEA-AEEA-MPA)-NH2 · 5TFA
-
Das modifizierte GLP-1-Peptid wird
durch Entknüpfen
des ε-N-Terminus
des addierten Lysinrestes gemäß dem nachstehenden
Schema synthetisiert.
-
Unter automatisierter Peptidsynthese
wurden die folgenden geschützten
Aminosäuren
nacheinander an Rink Amide MBHA-Harz addiert: Fmoc-Lys(Aloc)-OH,
Fmoc-Arg(Pbf)-OH, Fmoc-Gly-OH, Fmoc-Lys(tBoc)-OH, Fmoc-Val-OH, Fmoc-Leu-OH,
Fmoc-Trp-OH, Fmoc-Ala-OH, Fmoc-Ile-OH, Fmoc-Phe-OH, Fmoc-Glu(OtBU)-OH, Fmoc-Lys(tBoc)-OH,
Fmoc-Ala-OH, Fmoc-Ala-OH, Fmoc-Gln(Trt)-OH, Fmoc-Gly-OH, Fmoc-Glu(OtBu)-OH,
Fmoc-Leu-OH, Fmoc-Tyr(Pbf)-OH,
Fmoc-Ser(tBu)-OH, Fmoc-Ser(tBu)-OH, Fmoc-Val-OH, Fmoc-Asp(OtBu)-OH, Fmoc-Ser(tBu)-OH,
Fmoc-Thr(tBu)-OH, Fmoc-Phe-OH, Fmoc-Thr(tBu)-OH, Fmoc-Gly-OH, Fmoc-Glu(OtBu)-OH,
Fmoc-Ala-OH, Boc-His(N-Trt)-OH, Fmoc-Arg(Pbf)-OH,
Fmoc-Glu(OtBu)-OH, Fmoc-Phe-OH, Fmoc-Glu(OtBu)-OH, Fmoc-Asp(OtBu)-OH, Boc-His(N-Trt)-OH
(Stufe 1).
-
Die selektive Entfernung der Lys(Aloc)-Schutzgruppe
wurde manuell durchgeführt
und durch Behandlung des Harzes mit einer Lösung von 3 Äquivalenten Pd(PPh3)4 in Lösung
in 5 ml CHCl3:NMM:HOAc (18:1:0,5) für 2 Stunden
erreicht (Stufe 2). Das Harz wurde sodann mit CHCl3 (6 × 5 ml),
20 % HOAc in DCM (6 × 5
ml), DCM (6 × 5
ml) und DMF (6 × 5
ml) gewaschen. Die Synthese wurde sodann für die Addition der zwei AEEA-Gruppen
(Aminoethoxyethoxyessigsäuregruppen)
und für
die Addition der 3-Maleinimidopropionsäure reautomatisiert
(Stufe 3). Die Abspaltung vom Harz und die Isolierung des Produkts
wurden unter Verwendung von 85 % TFA/5 % TIS/5 % Thioanisol und
5 % Phenol und durch anschließende
Fällung
mit Trockeneis-gekühltem
Et2O durchgeführt (Stufe 4). Das Produkt
wurde durch präparative
Umkehrphasen-HPLC unter Verwendung eines präparativen binären Varian
(Rainin)-HPLC-Systems gereinigt: Gradientenelution mit 30–55 % B
(0,045 % TFA in H2O (A) und 0,045 % TFA in CH3CN (B)) innerhalb
von 180 Minuten mit 9,5 ml/min unter Verwendung einer Phenomenex
Luna 10 μ Phenyl-Hexyl-Säule der
Abmessungen 21 mm × 25
cm und eines UV-Detektors
(Varian Dynamax UVD II) bei λ 214
und 254 nm. Die Reinheit des Produkts wurde durch RP-HPLC-Massenspektrometrie
unter Verwendung eines Hewlett Packard LCMS-1100-Spektrometers,
der mit einem Diodenfelddetektor ausgerüstet war, unter Anwendung einer "Elektrospray"-Ionisierung zu >95 % bestimmt. ESI-MS
m/z für
C174H265N44O56 (MH+), ber. 3868, gef. [M+H2)2+ 1934, [M+H3)3+ 1290, [M+H4]4+ 967.
-
Beispiel 6
-
Herstellung von GLP-1(7-36)-Lys37(ε-MPA)-NH2 · 4TFA;
-
His-Ala-Glu-Gly-Thr-Phe-Thr-Ser-Asp-Val-Ser-Ser-Tyr-Leu-Glu-Gly-Gln-Ala-Ala-Lys-Glu-Phe-Ile-Ala-Trp-Leu-Val-Lys-Gly-Arg-Lys(ε-MPA)-NH2 · 4TFA
-
Das modifizierte GLP-1-Peptid wird
durch Entknüpfen
des ε-N-Terminus
des addierten Lysinrestes auf die nachstehend beschriebene Weise
synthetisiert.
-
Unter Anwendung einer automatisierten
Peptidsynthese wurden die folgenden geschützten Aminosäuren sequenziell
an Rink Amide MBHA-Harz addiert: Fmoc-Lys(Aloc)-OH, Fmoc-Arg(Pbf)-OH, Fmoc-Gly-OH,
Fmoc-Lys(tBoc)-OH,
Fmoc-Val-OH, Fmoc-Leu-OH, Fmoc-Trp-OH, Fmoc-Ala-OH, Fmoc-Ile-OH, Fmoc-Phe-OH,
Fmoc-Glu(OtBu)-OH, Fmoc-Lys(tBoc)-OH, Fmoc-Ala-OH, Fmoc-Ala-OH, Fmoc-Gln(Trt)-OH,
Fmoc-Gly-OH, Fmoc-Glu(OtBu)-OH, Fmoc-Leu-OH, Fmoc-Tyr(Pbf)-OH, Fmoc-Ser(tBu)-OH,
Fmoc-Ser(tBu)-OH, Fmoc-Val-OH, Fmoc-Asp(OtBu)-OH, Fmoc-Ser(tBu)-OH, Fmoc-Thr(tBu)-OH,
Fmoc-Phe-OH, Fmoc-Thr(tBu)-OH,
Fmoc-Gly-OH, Fmoc-Glu(OtBu)-OH, Fmoc-Ala-OH, Boc-His(N-Trt)-OH (Stufe 1).
-
Die selektive Entfernung der Lys(Aloc)-Schutzgruppe
wurde manuell durchgeführt
und durch Behandlung des Harzes mit einer Lösung von 3 Äquivalenten Pd(PPh3)4 in Lösung
in 5 ml CHCl3:NMM:HOAc (18:1:0,5) für 2 Stunden
erreicht (Stufe 2). Das Harz wurde sodann mit CHCl3 (6 × 5 ml),
20 % HOAc in DCM (6 × 5
ml), DCM (6 × 5
ml) und DMF (6 × 5
ml) gewaschen. Die Synthese wurde sodann für die Addition von 3-Maleinimidopropionsäure reautomatisiert
(Stufe 3). Die Abspaltung vom Harz und die Isolierung des Produkts
wurden unter Verwendung von 85 % TFA/5 % TIS/5 % Thioanisol und
5 % Phenol und durch anschließende
Fällung
mit Trockeneis-gekühltem
Et2O durchgeführt (Stufe 4). Das Produkt
wurde durch präparative Umkehrphasen-HPLC unter Verwendung
eines präparativen
binären
Varian (Rainin)-HPLC-Systems
gereinigt: Gradientenelution mit 30–55 % B (0,045 % TFA in H2O (A) und 0,045 % TFA in CH3CN
(B)) innerhalb von 180 Minuten mit 9,5 ml/min unter Verwendung einer
Phenomenex Luna 10 u Phenyl-Hexyl-Säule der Abmessungen 21 mm × 25 cm
und eines UV-Detektors (Varian Dynamax UVD II) bei λ 214 und
254 nm. Die Reinheit des Produkts wurde durch RP-HPLC-Massenspektrometrie
unter Verwendung eines Hewlett Packard LCMS-1100-Spektrometers, der mit einem Diodenfelddetektor
ausgerüstet
war, unter Anwendung einer "Elektrospray"-Ionisierung zu >95 % bestimmt.
-
Beispiel 7
-
Herstellung von GLP-1(7-36)-Lys37(ε-AEEA-AEEA-MPA)-NH2 · 4TFA;
-
His-Ala-Glu-Gly-Thr-Phe-Thr-Ser-Asp-Val-Ser-Ser-Tyr-Leu-Glu-Gly-Gln-Ala-Ala-Ala-Lys-Glu-Phe-Ile-Ala-Trp-Leu-Val-Lys-Gly-Arg-Lys(ε-AEEA-AEEA-MPA)-NH2 · 4TFA
-
Das modifizierte GLP-1-Peptid wird
durch Entknüpfen
des ε-N-Terminus
des addierten Lysinrestes auf die nachstehend beschriebene weise
synthetisiert.
-
Unter Anwendung einer automatisierten
Peptidsynthese wurden die folgenden geschützten Aminosäuren sequenziell
an Rink Amide MBHA-Harz addiert: Fmoc-Lys(Aloc)-OH, Fmoc-Arg(Pbf)-OH, Fmoc-Gly-OH,
Fmoc-Lys(tBoc)-OH,
Fmoc-Val-OH, Fmoc-Leu-OH, Fmoc-Trp-OH, Fmoc-Ala-OH, Fmoc-Ile-OH, Fmoc-Phe-OH,
Fmoc-Glu(OtBu)-OH, Fmoc-Lys(tBoc)-OH, Fmoc-Ala-OH, Fmoc-Ala-OH, Fmoc-Gln(Trt)-OH,
Fmoc-Gly-OH, Fmoc-Glu(OtBu)-OH, Fmoc-Leu-OH, Fmoc-Tyr(Pbf)-OH, Fmoc-Ser(tBu)-OH,
Fmoc-Ser(tBu)-OH, Fmoc-Val-OH, Fmoc-Asp(OtBu)-OH, Fmoc-Ser(tBu)-OH, Fmoc-Thr(tBu)-OH,
Fmoc-Phe-OH, Fmoc-Thr(tBu)-OH,
Fmoc-Gly-OH, Fmoc-Glu(OtBu)-OH, Fmoc-Ala-OH, Boc-His(N-Trt)-OH (Stufe 1).
-
Die selektive Entfernung der Lys(Aloc)-Schutzgruppe
wurde manuell durchgeführt
und durch Behandlung des Harzes mit einer Lösung von 3 Äquivalenten Pd(PPh3)4 in Lösung
in 5 ml CHCl3:NMM:HOAc (18:1:0,5) für 2 Stunden
erreicht (Stufe 2). Das Harz wurde sodann mit CHCl3 (6 × 5 ml),
20 % HOAc in DCM (6 × 5
ml), DCM (6 × 5
ml) und DMF (6 × 5
ml) gewaschen. Die Synthese wurde sodann für die Addition der zwei AEEA-Gruppen
(Aminoethoxyethoxyessigsäuregruppen)
und für
die Addition von 3-Maleinimidopropionsäure reautomatisiert
(Stufe 3). Die Abspaltung vom Harz und die Isolierung des Produkts
wurden unter Verwendung von 85 % TFA/5 % TIS/5 % Thioanisol und
5 % Phenol und durch anschließende
Fällung
mit Trockeneis-gekühltem
Et2O durchgeführt (Stufe 4). Das Produkt
wurde durch präparative
Umkehrphasen-HPLC unter Verwendung eines präparativen binären Varian
(Rainin)-HPLC-Systems gereinigt: Gradientenelution mit 30–55 % B
(0,045 % TFA in H2O (A) und 0,045 % TFA
in CH3CN (B)) innerhalb von 180 Minuten
mit 9,5 ml/min unter Verwendung einer Phenomenex Luna 10 μ Phenyl-Hexyl-Säule der
Abmessungen 21 mm × 25
cm und eines UV-Detektors
(Varian Dynamax UVD II) bei λ 214
und 254 nm. Die Reinheit des Produkts wurde durch RP-HPLC-Massenspektrometrie
unter Verwendung eines Hewlett Packard LCMS-1100-Spektrometers,
der mit einem Diodenfelddetektor ausgerüstet war, unter Anwendung einer "Elektrospray"-Ionisierung zu >95 % bestimmt.
-
Beispiel 8
-
Herstellung von D-Ala8 GLP-1(7-36)-Lys37(ε-MPA)-NHZ · 4TFA;
-
His-D-Ala-Glu-Gly-Thr-Phe-Thr-Ser-Asp-Val-Ser-Ser-Tyr-Leu-Glu-Gly-Gln-Ala-Ala-Lys-Glu-Phe-Ile-Ala-Trp-Leu-Val-Lys-Gly-Arg-Lys(ε-MPA)-NH2 · 4TFA
-
D-Ala
8 GLP-1(7-36)-Amid
wurde gemäß dem nachstehenden
Schema synthetisiert. A.
Herstellung von D-Ala
8-GLP-1(7-36)-Amid
-
Die Festphasen-Peptidsynthese des
GLP-1-Analogen im 100 μmol-Maßstab wird
unter Anwendung der manuellen Festphasensynthese und eines Symphony
Peptide Synthesizer-Geräts
unter Verwendung von Fmoc-geschütztem
Rink Amide MBHA-Harz, Fmoc-geschützten
Aminosäuren,
O-Benzotriazol-1-yl-N,N,N',N'-tetramethyluronium-hexafluorphosphat
(HBTU) in N,N-Dimethylformamidlösung (DMF-Lösung) und
Aktivierung mit N-Methylmorpholin (NMM) und Entfernung von Fmoc-Schutzgruppen
mit Piperidin durchgeführt
(Stufe 1). Die Abspaltung vom Harz und die Isolierung des Produkts
werden unter Verwendung von 85 % TFA/5 % TIS/5 % Thioanisol und
5 % Phenol und durch anschließende
Fällung
mit Trockeneis-gekühltem
Et2O durchgeführt (Stufe 2). Das Produkt
wird durch präparative
Umkehrphasen-HPLC unter Verwendung eines präparativen binären Varian
(Rainin)-HPLC-Systems gereinigt: Gradientenelution mit 30–55 % B (0,045
% TFA in H2O (A) und 0,045 % TFA in CH3CN
(B)) innerhalb von 180 Minuten mit 9,5 ml/min unter Verwendung einer
Phenomenex Luna 10 μ Phenyl-Hexyl-Säule der
Abmessungen 21 mm × 25
cm und eines UV-Detektors (Varian Dynamax UVD II) bei λ 214 und
254 nm durchgeführt.
Man erhält
das gewünschte
Peptid in einer durch RP-HPLC bestimmten Reinheit von >95 %.
-
Das modifizierte GLP-1-Peptid wird
durch Entknüpfen
des ε-N-Terminus
des addierten Lysinrestes gemäß dem nachstehenden
Schema synthetisiert. B.
Herstellung von D-Ala
8-GLP-1(7-36)-Lys
37(ε-MPA)-Amid
Unter Anwendung einer automatisierten Peptidsynthese
wurden die folgenden geschützten
Aminosäuren
sequenziell an Rink Amide MBHA-Harz addiert: Fmoc-Lys(Aloc)-OH,
Fmoc-Arg(Pbf)-OH, Fmoc-Gly-OH, Fmoc-Lys(tBoc)-OH, Fmoc-Val-OH, Fmoc-Leu-OH,
Fmoc-Trp-OH, Fmoc-Ala-OH, Fmoc- Ile-OH, Fmoc-Phe-OH,
Fmoc-Glu(OtBu)-OH, Fmoc-Lys(tBoc)-OH, Fmoc-Ala-OH, Fmoc-Ala-OH,
Fmoc-Gln(Trt)-OH, Fmoc-Gly-OH, Fmoc-Glu(OtBu)-OH, Fmoc-Leu-OH, Fmoc-Tyr(Pbf)-OH,
Fmoc-Ser(tBu)-OH, Fmoc-Ser(tBu)-OH, Fmoc-Val-OH, Fmoc-Asp(OtBu)-OH,
Fmoc-Ser(tBu)-OH, Fmoc-Thr(tBU)-OH, Fmoc-Phe-OH, Fmoc-Thr(tBu)-OH, Fmoc-Gly-OH,
Fmoc-Glu(OtBu)-OH, Fmoc-d-Ala-OH, Boc-His(N-Trt)-OH (Stufe 1).
-
Die selektive Entfernung der Lys(Aloc)-Schutzgruppe
wurde manuell durchgeführt
und durch Behandlung des Harzes mit einer Lösung von 3 Äquivalenten Pd(PPh3)4 in Lösung in
5 ml CHCl3:NMM:HOAc (18:1:0,5) für 2 Stunden
erreicht (Stufe 2). Das Harz wurde sodann mit CHCl3 (6 × 5 ml),
20 % HOAc in DCM (6 × 5
ml), DCM (6 × 5
ml) und DMF (6 × 5
ml) gewaschen. Die Synthese wurde sodann für die Addition von 3-Maleinimidopropionsäure reautomatisiert
(Stufe 3). Die Abspaltung vom Harz und die Isolierung des Produkts
wurden unter Verwendung von 85 % TFA/5 % TIS/5 % Thioanisol und
5 % Phenol und durch anschließende
Fällung
mit Trockeneis-gekühltem
Et2O durchgeführt (Stufe 4). Das Produkt
wurde durch präparative Umkehrphasen-HPLC unter Verwendung
eines präparativen
binären
Varian (Rainin)-HPLC-Systems
gereinigt: Gradientenelution mit 30–55 % B (0,045 % TFA in H2O (A) und 0,045 % TFA in CH3CN
(B)) innerhalb von 180 Minuten mit 9,5 ml/min unter Verwendung einer
Phenomenex Luna 10 μ Phenyl-Hexyl-Säule der
Abmessungen 21 mm × 25
cm und eines UV-Detektors (Varian Dynamax UVD II) bei λ 214 und
254 nm. Die Reinheit des Produkts wurde durch RP-HPLC-Massenspektrometrie
unter Verwendung eines Hewlett Packard LCMS-1100-Spektrometers, der mit einem Diodenfelddetektor
ausgerüstet
war, unter Anwendung einer "Elektrospray"-Ionisierung zu >95 % bestimmt.
-
Beispiel 9
-
Herstellung von D-Ala8-GLP-1(7-36)-Lys37(ε-AEEA-AEEA-MPA)-NH2 · 4TFA;
-
His-D-Ala-Glu-Gly-Thr-Phe-Thr-Ser-Asp-Val-Ser-Ser-Tyr-Leu-Glu-Gly-Gln-Ala-Ala-Lys-Glu-Phe-Ile-Ala-Trp-Leu-Val-Lys-Gly-Arg-Lys(ε-AEEA-AEEA-MPA)-NH2 · 4TFA
-
Das modifizierte GLP-1-Peptid wird
durch Entknüpfen
des ε-N-Terminus
des addierten Lysinrestes gemäß dem nachstehenden
Schema synthetisiert.
-
-
Unter Anwendung einer automatisierten
Peptidsynthese wurden die folgenden geschützten Aminosäuren sequenziell
an Rink Amide MBHA-Harz addiert: Fmoc-Lys(Aloc)-OH, Fmoc-Arg(Pbf)-OH, Fmoc-Gly-OH,
Fmoc-Lys(tBoc)-OH,
Fmoc-Val-OH, Fmoc-Leu-OH, Fmoc-Trp-OH, Fmoc-Ala-OH, Fmoc-Ile-OH, Fmoc-Phe-OH,
Fmoc-Glu(OtBu)-OH, Fmoc-Lys(tBoc)-OH, Fmoc-Ala-OH, Fmoc-Ala-OH, Fmoc-Gln(Trt)-OH,
Fmoc-Gly-OH, Fmoc-Glu(OtBu)-OH, Fmoc-Leu-OH, Fmoc-Tyr(Pbf)-OH, Fmoc-Ser(tBu)-OH,
Fmoc-Ser(tBu)-OH, Fmoc-Val-OH, Fmoc-Asp(OtBu)-OH, Fmoc-Ser(tBu)-OH, Fmoc-Thr(tBu)-OH,
Fmoc-Phe-OH, Fmoc-Thr(tBu)-OH,
Fmoc-Gly-OH, Fmoc-Glu(OtBU)-OH, Fmoc-d-Ala-OH, Boc-His(N-Trt)-OH (Stufe 1).
-
Die selektive Entfernung der Lys(Aloc)-Schutzgruppe
wurde manuell durchgeführt
und durch Behandlung des Harzes mit einer Lösung von 3 Äquivalenten Pd(PPh3)4 in Lösung
in 5 ml CHCl3:NMM:HOAc (18:1:0,5) für 2 Stunden
erreicht (Stufe 2). Das Harz wurde sodann mit CHCl3 (6 × 5 ml),
20 % HOAC in DCM (6 × 5
ml), DCM (6 × 5
ml) und DMF (6 × 5
ml) gewaschen. Die Synthese wurde sodann für die Addition der zwei AEEA-Gruppen
(Aminoethoxyethoxyessigsäuregruppen)
und für
die Addition von 3-Maleinimidopropionsäure reautomatisiert
(Stufe 3). Die Abspaltung vom Harz und die Isolierung des Produkts
wurden unter Verwendung von 85 % TFA/5 % TIS/5 % Thioanisol und
5 % Phenol und durch anschließende
Fällung mit
Trockeneis-gekühltem
Et2O durchgeführt (Stufe 4). Das Produkt
wurde durch präparative
Umkehrphasen-HPLC unter Verwendung eines präparativen binären Varian
(Rainin)-HPLC-Systems gereinigt: Gradientenelution mit 30–55 % B
(0,045 % TFA in H2O (A) und 0,045 % TFA
in CH3CN (B)) innerhalb von 180 Minuten
mit 9,5 ml/min unter Verwendung einer Phenomenex Luna 10 μ Phenyl-Hexyl-Säule der
Abmessungen 21 mm × 25
cm und eines UV-Detektors
(Varian Dynamax UVD II) bei λ 214
und 254 nm. Die Reinheit des Produkts wurde durch RP-HPLC-Massenspektrometrie
unter Verwendung eines Hewlett Packard LCMS-1100-Spektrometers,
der mit einem Diodenfelddetektor ausgerüstet war, unter Anwendung einer "Elektrospray"-Ionisierung zu >95 % bestimmt.
-
Beispiel 10
-
Herstellung von Exendin-4(1-39)-Lys40(ε-MPA)-NH2
-
His-Gly-Glu-Gly-Thr-Phe-Thr-Ser-Asp-Leu-Ser-Lys-Gln-Met-Glu-Glu-Glu-Ala-Val-Arg-Leu-Phe-Ile-Glu-Trp-Leu-Lys-Asn-Gly-Gly-Pro-Ser-Ser-Gly-Ala-Pro-Pro-Pro-Ser-Lys(ε-MPA)-NH2 · 5TFA
-
Exendin-4 wird gemäß dem nachstehenden
Schema synthetisiert. A.
Herstellung von Exendin-4
-
Eine Festphasen-Peptidsynthese von
Exendin-4 im 100 μmol-Maßstab wird
unter Anwendung der manuellen Festphasensynthese und eines Symphony
Peptide Synthesizer-Geräts
unter Verwendung von Fmoc geschütztem
Rink Amide MBHA-Harz durchgeführt.
Die folgenden geschützten
Aminosäuren
werden sequenziell an das Harz addiert: Fmoc-Ser(tBu)-OH, Fmoc-Pro-OH,
Fmoc-Pro-OH, Fmoc-Pro-OH, Fmoc-Ala-OH, Fmoc-Gly-OH, Fmoc-Ser(tBu)-OH,
Fmoc-Ser(tBu)-OH, Fmoc-Pro-OH, Fmoc-Gly-OH, Fmoc-Gly-OH, Fmoc-Asn(Trt)-OH, Fmoc-Lys(Boc)-OH,
Fmoc-Leu-OH, Fmoc-Trp(Boc)-OH, Fmoc-Glu(OtBu)-OH, Fmoc-Ile-OH, Fmoc-Phe-OH,
Fmoc-Leu-OH, Fmoc-Arg(Pbf)-OH, Fmoc-Val-OH, Fmoc-Ala-OH, Fmoc-Glu(OtBu)-OH,
Fmoc-Glu(OtBu)-OH, Fmoc-Glu(OtBu)-OH, Fmoc-Met-OH, Fmoc-Gln(Trt)-OH,
Fmoc-Lys(Boc)-OH, Fmoc-Ser(tBu)-OH, Fmoc-Leu-OH, Fmoc-Asp(OtBu)-OH, Fmoc-Ser(tBu)-OH,
Fmoc-Thr(tBu)-OH, Fmoc-Phe-OH,
Fmoc-Thr(tBu)-OH, Fmoc-Gly-OH, Fmoc-Glu(OtBu)-OH, Fmoc-Gly-OH, Boc-His(Trt)-OH. Die Bestandteile
werden in N,N-Dimethylformamid (DMF) gelöst und entsprechend der Sequenz
unter Verwendung von O-Benzotriazol-1-yl-N,N,N',N'-tetramethyluronium-hexafluorphosphat
(HBTU) und Diisopropylethylamin (DIEA) aktiviert. Die Entfernung
der Fmoc-Schutzgruppe
wird unter Verwendung einer Lösung
von 20 % (Vol./Vol.) Piperidin in N,N-Dimethylformamid (DMF) für eine Zeitspanne
von 20 Minuten erreicht (Stufe 1). Die Spaltung vom Harz und die
Isolierung des Produkts wird unter Verwendung von 85 % TFA/5 % TIS/5
% Thioanisol und 5 % Phenol unter anschließender Fällung mit eiskaltem Et2O durchgeführt (Stufe 2). Das Produkt wird
durch präparative
Umkehrphasen-HPLC unter Verwendung eines präparativen binären Varian
(Rainin)-HPLC-Systems gereinigt: Gradientenelution mit 30–55 % B
(0,045 % TFA in H2O (A) und 0,045 % TFA
in CH3CN (B)) innerhalb von 180 Minuten
mit 9,5 ml/min unter Verwendung einer Phenomenex Luna 10 μ Phenyl-Hexyl-Säule der
Abmessungen 21 mm × 25
cm und eines UV-Detektors (Varian Dynamax UVD II) bei λ 214 und
254 nm durchgeführt.
Man erhält
das gewünschte
Peptid in einer durch RP-HPLC bestimmten Reinheit von >95 %.
-
B. Herstellung von modifiziertem
Exendin-4 (SEQ ID NO: 18)
-
Das modifizierte Exendin-4-Peptid
wird durch Entknüpfen
des ε-N-Terminus des addierten
Lysinrestes gemäß dem nachstehenden
Schema synthetisiert.
-
Unter Anwendung einer automatisierten
Peptidsynthese wurden die folgenden geschützten Aminosäuren sequenziell
an Rink Amide MBHA-Harz addiert: Fmoc-Lys(Aloc)-OH, Fmoc-Ser(tBu)-OH, Fmoc-Pro-OH,
Fmoc-Pro-OH, Fmoc-5 Pro-OH, Fmoc-Ala-OH, Fmoc-Gly-OH, Fmoc-Ser-OH, Fmoc-Ser(tBu)-OH,
Fmoc-Pro-OH, Fmoc-Gly-OH, Fmoc-Gly-OH, Fmoc-Asn(Trt)-OH, Fmoc-Lys(Boc)-OH, Fmoc-Leu-OH,
Fmoc-Trp-OH, Fmoc-Glu(OtBu)-OH, Fmoc-Ile-OH, Fmoc-Phe-OH, Fmoc-Leu-OH, Fmoc-Arg(Bpf)-OH,
Fmoc-Val-OH, Fmoc-Ala-OH, Fmoc-Glu(OtBu)-OH, Fmoc-Glu(OtBu)-OH,
Fmoc-Glu(OtBu)-OH, Fmoc-Met-OH, Fmoc-Gln(Trt)-OH, Fmoc-Lys(Boc)-OH,
Fmoc-Ser(tBu)-OH, Fmoc-Leu-OH, Fmoc-Asp(OtBu)-OH, Fmoc-Ser(tBu)-OH, Fmoc-Thr(tBu)-OH,
Fmoc-Phe-OH, Fmoc-Thr(tBu)-OH, Fmoc-Gly-OH,
Fmoc-Glu(OtBu)-OH, Fmoc-Gly-OH, Boc-His(Trt)-OH (Stufe 1).
-
Die selektive Entfernung der Lys(Aloc)-Schutzgruppe
wurde manuell durchgeführt
und durch Behandlung des Harzes mit einer Lösung von 3 Äquivalenten Pd(PPh3)4 in Lösung
in 5 ml CHCl3:NMM:HOAc (18:1:0,5) für 2 Stunden
erreicht (Stufe 2). Das Harz wurde sodann mit CHCl3 (6 × 5 ml),
20 % HOAc in DCM (6 × 5
ml), DCM (6 × 5
ml) und DMF (6 × 5
ml) gewaschen. Die Synthese wurde sodann für die Addition von 3-Maleinimidopropionsäure reautomatisiert
(Stufe 3). Die Abspaltung vom Harz und die Isolierung des Produkts
wurden unter Verwendung von 85 % TFA/5 % TIS/5 % Thioanisol und
5 % Phenol und durch anschließende
Fällung
mit Trockeneis-gekühltem
Et2O durchgeführt (Stufe 4). Das Produkt
wurde durch präparative Umkehrphasen-HPLC unter Verwendung
eines präparativen
binären
Varian (Rainin)-HPLC-Systems
gereinigt: Gradientenelution mit 30–55 % B (0,045 % TFA in H2O (A) und 0,045 % TFA in CH3CN (B)) innerhalb
von 180 Minuten mit 9,5 ml/min unter Verwendung einer Phenomenex
Luna 10 μ Phenyl-Hexyl-Säule der
Abmessungen 21 mm × 25
cm und eines UV-Detektors (Varian Dynamax UVD II) bei λ 214 und
254 nm. Die Reinheit des Produkts wurde durch RP-HPLC-Massenspektrometrie
unter Verwendung eines Hewlett Packard LCMS-1100-Spektrometers, der mit einem Diodenfelddetektor
ausgerüstet
war, unter Anwendung einer "Elektrospray"-Ionisierung zu >95 % bestimmt.
-
Beispiel 11
-
Herstellung von modifiziertem
Exendin-4(1-39)-Lys40(ε-AEEA-AEEA-MPA)-NH2 · 5TFA;
-
His-Gly-Glu-Gly-Thr-Phe-Thr-Ser-Asp-Leu-Ser-Lys-Gln-Met-Glu-Glu-Glu-Ala-Val-Arg-Leu-Phe-Ile-Glu-Trp-Leu-Lys-Asn-Gly-Gly-Pro-Ser-Ser-Gly-Ala-Pro-Pro-Pro-Ser-Lys(ε-AEEA-AEEA-MPA)-NH2 · 5TFA
-
Das modifizierte Exendin-4-Peptid
wird durch Entknüpfen
des ε-N-Terminus des addierten
Lysinrestes gemäß dem nachstehenden
Schema synthetisiert.
-
-
Unter Anwendung einer automatisierten
Peptidsynthese wurden die folgenden geschützten Aminosäuren sequenziell
an Rink Amide MBHA-Harz addiert: Fmoc-Lys(Aloc)-OH, Fmoc-Ser(tBu)-OH, Fmoc-Pro-OH,
Fmoc-Pro-OH, Fmoc-Pro-OH, Fmoc-Ala-OH, Fmoc-Gly-OH, Fmoc-Ser-OH, Fmoc-Ser(tBu)-OH,
Fmoc-Pro-OH, Fmoc-Gly-OH, Fmoc-Gly-OH, Fmoc-Asn(Trt)-OH, Fmoc-Lys(Boc)-OH, Fmoc-Leu-OH,
Fmoc-Trp-OH, Fmoc-Glu(OtBu)-OH, Fmoc-Ile-OH, Fmoc-Phe-OH, Fmoc-Leu-OH, Fmoc-Arg(Bpf)-OH,
Fmoc-Val-OH, Fmoc-Ala-OH, Fmoc-Glu(OtBu)-OH,
Fmoc-Glu(OtBu)-OH, Fmoc-Glu(OtBu)-OH, Fmoc-Met-OH, Fmoc-Gln(Trt)-OH, Fmoc-Lys(Boc)-OH,
Fmoc-Ser(tBu)-OH, Fmoc-Leu-OH, Fmoc-Asp(OtBu)-OH, Fmoc-Ser(tBu)-OH, Fmoc-Thr(tBu)-OH,
Fmoc-Phe-OH, Fmoc-Thr(tBu)-OH, Fmoc-Gly-OH,
Fmoc-Glu(OtBu)-OH, Fmoc-Gly-OH, Boc-His(Trt)-OH (Stufe 1).
-
Die selektive Schutzgruppenentfernung
der Lys(Aloc)-Gruppe wurde manuell durchgeführt und unter Behandlung des
Harzes mit einer Lösung
von 3 Äquivalenten
Pd(PPh3)4 in 5 ml
CHCl3:NMM:HOAc (18:1:0,5) für eine Zeitspanne
von 2 Stunden erreicht (Stufe 2). Das Harz wurde sodann mit CHCl3 (6 × 5
ml), 20 % HOAc in DCM (6 × 5
ml), DCM (6 × 5
ml) und DMF (6 × 5
ml) gewaschen. Die Synthese wurde sodann für die Addition der zwei AEEA-Gruppen
(Aminoethoxyethoxyessigsäuregruppen)
und für
die Addition von 3-Maleinimidopropionsäure reautomatisiert (Stufe
3). Die Abspaltung vom Harz und die Isolierung des Produkts wurden
unter Verwendung von 85 % TFA/5 % TIS/5 % Thioanisol und 5 % Phenol
und durch anschließende
Fällung
mit Trockeneis-gekühltem
Et2O durchgeführt (Stufe 4). Das Produkt
wurde durch präparative
Umkehrphasen-HPLC unter Verwendung eines präparativen binären Varian
(Rainin)-HPLC-Systems gereinigt: Gradientenelution mit 30–55 % B
(0,045 % TFA in H2O (A) und 0,045 % TFA
in CH3CN (B)) innerhalb von 180 Minuten
mit 9,5 ml/min unter Verwendung einer Phenomenex Luna 10 μ Phenyl-Hexyl-Säule der
Abmessungen 21 mm × 25
cm und eines W-Detektors
(Varian Dynamax UVD II) bei λ 214
und 254 nm. Die Reinheit des Produkts wurde durch RP-HPLC-Massenspektrometrie
unter Verwendung eines Hewlett Packard LCMS-1100-Spektrometers,
der mit einem Diodenfelddetektor ausgerüstet war, unter Anwendung einer "Elektrospray"-Ionisierung zu >95 % bestimmt.
-
Beispiel 12
-
Herstellung von Exendin-3(1-39)-Lys40(ε-MPA)-NH2 · 5TFA
-
His-Ser-ASp-Gly-Thr-Phe-Thr-Ser-Asp-Leu-Ser-Lys-Gln-Met-Glu-Glu-Glu-Ala-Val-Arg-Leu-Phe-Ile-Glu-Trp-Leu-Lys-Asn-Gly-Gly-Pro-Ser-Ser-Gly-Ala-Pro-Pro-Pro-Ser-Lys(ε-MPA)-NH2 · 5TFA
-
A. Herstellung von Exendin-3
-
Zunächst wird das Exendin-3-Peptid
gemäß dem nachstehenden
Schema synthetisiert.
-
-
Die Festphasen-Peptidsynthese von
Exendin-3 im 100 μmol-Maßstab wird
unter Anwendung einer manuellen Festphasensynthese und eines Symphony
Peptide Synthesizer-Geräts
unter Verwendung von Fmoc-geschütztem
Rink Amide MBHA-Harz durchgeführt.
Die folgenden geschützten
Aminosäuren
werden sequenziell an das Harz addiert: Fmoc-Ser(tBu)-OH, Fmoc-Pro-OH, Fmoc-Pro-OH,
Fmoc-Pro-OH, Fmoc-Ala-OH, Fmoc-Gly-OH, Fmoc-Ser(tBu)-OH, Fmoc-Ser(tBu)-OH
Fmoc-Pro-OH, Fmoc-Gly-OH, Fmoc-Gly-OH, Fmoc-Asn(Trt)-OH, Fmoc-Lys(Boc)-OH,
Fmoc-Leu-OH, Fmoc-Trp(Boc)-OH, Fmoc-Glu(OtBu)-OH, Fmoc-Ile-OH, Fmoc-Phe-OH,
Fmoc-Leu-OH, Fmoc-Arg(Pbf)-OH, Fmoc-Val-OH, Fmoc-Ala-OH, Fmoc-Glu(OtBu)-OH, Fmoc-Glu(OtBu)-OH,
Fmoc-Glu(OtBu)-OH, Fmoc-Met-OH,
Fmoc-Gln(Trt)-OH, Fmoc-Lys(Boc)-OH, Fmoc-Ser(tBu)-OH, Fmoc-Leu-OH, Fmoc-Asp(OtBu)-OH,
Fmoc-Ser(tBu)-OH, Fmoc-Thr(tBu)-OH, Fmoc-Phe-OH, Fmoc-Thr(tBu)-OH,
Fmoc-Gly-OH, Fmoc-Asp(OtBu)-OH, Fmoc-Ser(tBu)-OH, Boc-His(Trt)-OH. Die
Bestandteile werden in N,N-Dimethylformamid (DMF) gelöst und entsprechend
der Sequenz unter Verwendung von O-Benzotriazol-1-yl-N,N,N',N'-tetramethyluronium-hexafluorphosphat
(HBTU) und Diisopropylethylamin (DIEA) aktiviert.
-
Die Entfernung der Fmoc-Schutzgruppe
wird unter Verwendung einer Lösung
von 20 % (Vol./Vol.) Piperidin in N,N-Dimethylformamid (DMF) für eine Zeitspanne
von 20 Minuten erreicht (Stufe 1). Die Abspaltung vom Harz und die
Isolierung des Produkts werden unter Verwendung von 85 % TFA/5 %
TIS/5 % Thioanisol und 5 % Phenol und durch anschließende Fällung mit
Trockeneis-gekühltem
Et2O durchgeführt (Stufe 2). Das Produkt
wird durch präparative
Umkehrphasen-HPLC unter Verwendung eines präparativen binären Varian (Rainin)-HPLC-Systems
gereinigt: Gradientenelution mit 30–55 % B (0,045 % TFA in H2O (A) und 0,045 % TFA in CH3CN
(B)) innerhalb von 180 Minuten mit 9,5 ml/min unter Verwendung einer
Phenomenex Luna 10 μ Phenyl-Hexyl-Säule der
Abmessungen 21 mm × 25
cm und eines UV-Detektors
(Varian Dynamax UVD II) bei λ 214
und 254 nm. Die Reinheit des Produkts wird durch RP-HPLC-Massenspektrometrie
unter Verwendung eines Hewlett Packard LCMS-1100-Spektrometers,
der mit einem Diodenfelddetektor ausgerüstet war, unter Anwendung einer "Elektrospray"-Ionisierung zu >95 % bestimmt.
-
B. Herstellung von modifiziertem
Exendin-3
-
Unter Anwendung einer automatisierten
Peptidsynthese wurden die folgenden geschützten Aminosäuren sequenziell
an Rink Amide MBHA-Harz addiert: Fmoc-Lys(Aloc)-OH, Fmoc-Ser(tBu)-OH, Fmoc-Pro-OH,
Fmoc-Pro-OH, Fmoc-Pro-OH, Fmoc-Ala-OH, Fmoc-Gly-OH, Fmoc-Ser-OH, Fmoc-Ser(tBu)-OH,
Fmoc-Pro-OH, Fmoc-Gly-OH, Fmoc-Gly-OH, Fmoc-Asn(Trt)-OH, Fmoc-Lys(Boc)-OH Fmoc-Leu-OH,
Fmoc-Trp-OH, Fmoc-Glu(OtBu)-OH, Fmoc-Ile-OH, Fmoc-Phe-OH, Fmoc-Leu-OH, Fmoc-Arg(Bpf)-OH,
Fmoc-Val-OH, Fmoc-Ala-OH, Fmoc-Glu(OtBu)-OH, Fmoc-Glu(OtBu)-OH, Fmoc-Glu(OtBu)-OH,
Fmoc-Met-OH, Fmoc-Gln(Trt)-OH, Fmoc-Lys(Boc)-OH, Fmoc-Ser(tBu)-OH,
Fmoc-Leu-OH, Fmoc-Asp(OtBu)-OH, Fmoc- Ser(tBu)-OH, Fmoc-Thr(tBu)-OH, Fmoc-Phe-OH,
Fmoc-Thr(tBu)-OH, Fmoc-Gly-OH,
Fmoc-Asp(OtBu)-OH, Fmoc-Ser(OtBu)-OH, Boc-His(Trt)-OH (Stufe 1).
Das modifizierte Exendin-3 wird durch Entknüpfen des ε-N-Terminus des addierten Lysinrestes
synthetisiert.
-
Die selektive Entfernung der Lys(Aloc)-Schutzgruppe
wurde manuell durchgeführt
und durch Behandlung des Harzes mit einer Lösung von 3 Äquivalenten Pd(PPh3)4 in Lösung
in 5 ml CHCl3:NMM:HOAc (18:1:0,5) für 2 Stunden
erreicht (Stufe 2). Das Harz wurde sodann mit CHCl3 (6 × 5 ml),
20 % HOAc in DCM (6 × 5
ml), DCM (6 × 5
ml) und DMF (6 × 5
ml) gewaschen. Die Synthese wurde sodann für die Addition von 3-Maleinimidopropionsäure reautomatisiert
(Stufe 3). Die Abspaltung vom Harz und die Isolierung des Produkts
wurden unter Verwendung von 85 % TFA/5 % TIS/5 % Thioanisol und
5 % Phenol und durch anschließende
Fällung
mit Trockeneis-gekühltem
Et2O durchgeführt (Stufe 4). Das Produkt
wurde durch präparative Umkehrphasen-HPLC unter Verwendung
eines präparativen
binären
Varian (Rainin)-HPLC-Systems
gereinigt: Gradientenelution mit 30–55 % B (0,045 % TFA in H2O (A) und 0,045 % TFA in CH3CN
(B)) innerhalb von 180 Minuten mit 9,5 ml/min unter Verwendung einer
Phenomenex Luna 10 μ Phenyl-Hexyl-Säule der
Abmessungen 21 mm × 25
cm und eines UV-Detektors (Varian Dynamax UVD II) bei λ 214 und
254 nm. Die Reinheit des Produkts wurde durch RP-HPLC-Massenspektrometrie
unter Verwendung eines Hewlett Packard LCMS-1100-Spektrometers, der mit einem Diodenfelddetektor
ausgerüstet
war, unter Anwendung einer "Elektrospray"-Ionisierung zu >95 % bestimmt.
-
Beispiel 13
-
Herstellung von Exendin-3(1-39)-Lys4
0(ε-AEEA-AEEA-MPA)-NH2 · 5TFA;
-
His-Ser-Asp-Gly-Thr-Phe-Thr-Ser-Asp-Leu-Ser-Lys-Gln-Met-Glu-Glu-Glu-Ala-Val-Arg-Leu-Phe-Ile-Glu-Trp-Leu-Lys-Asn-Gly-Gly-Pro-Ser-Ser-Gly-Ala-Pro-Pro-Pro-Ser-Lys(ε-AEEA-AEEA-MPA)-NH2 · 5TFA
-
Das modifizierte Exendin-3-Peptid
wird durch Entknüpfen
des ε-N-Terminus des addierten
Lysinrestes gemäß den nachstehenden
Angaben synthetisiert.
-
Unter Anwendung einer automatisierten
Peptidsynthese wurden die folgenden geschützten Aminosäuren sequenziell
an Rink Amide MBHA-Harz addiert: Fmoc-Lys(Aloc)-OH, Fmoc-Ser(tBu)-OH, Fmoc-Pro-OH,
Fmoc-Pro-OH, Fmoc-Pro-OH, Fmoc-Ala-OH, Fmoc-Gly-OH, Fmoc-Ser-OH, Fmoc-Ser(tBu)-OH,
Fmoc-Pro-OH, Fmoc-Gly-OH, Fmoc-Gly-OH, Fmoc-Asn(Trt)-OH, Fmoc-Lys(Boc)-OH, Fmoc-Leu-OH,
Fmoc-Trp-OH, Fmoc-Glu(OtBu)-OH, Fmoc-Ile-OH, Fmoc-Phe-OH, Fmoc-Leu-OH, Fmoc-Arg(Bpf)-OH,
Fmoc-Val-OH, Fmoc-Ala-OH, Fmoc- Glu(OtBu)-OH,
Fmoc-Glu(OtBu)-OH, Fmoc-Glu(OtBu)-OH, Fmoc-Met-OH, Fmoc-Gln(Trt)-OH, Fmoc-Lys(Boc)-OH,
Fmoc-Ser(tBu)-OH, Fmoc-Leu-OH, Fmoc-Asp(OtBu)-OH, Fmoc-Ser(tBu)-OH, Fmoc-Thr(tBu)-OH,
Fmoc-Phe-OH, Fmoc-Thr(tBu)-OH, Fmoc-Gly-OH,
Fmoc-Asp(OtBu)-OH, Fmoc-Ser(OtBu)-OH, Boc-His(Trt)-OH (Stufe 1).
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Die selektive Entfernung der Lys(Aloc)-Schutzgruppe
wurde manuell durchgeführt
und durch Behandlung des Harzes mit einer Lösung von 3 Äquivalenten Pd(PPh
3)
4 in Lösung
in 5 ml CHCl
3:NMM:HOAc (18:1:0,5) für 2 Stunden
erreicht (Stufe 2). Das Harz wurde sodann mit CHCl
3 (6 × 5 ml),
20 % HOAc in DCM (6 × 5
ml), DCM (6 × 5
ml) und DMF (6 × 5
ml) gewaschen. Die Synthese wurde sodann für die Addition der zwei AEEA-Gruppen
(Aminoethoxyethoxyessigsäuregruppen)
und für
die Addition von 3-Maleinimidopropionsäure reautomatisiert
(Stufe 3). Die Abspaltung vom Harz und die Isolierung des Produkts
wurden unter Verwendung von 85 % TFA/5 % TIS/5 % Thioanisol und
5 % Phenol und durch anschließende
Fällung
mit Trockeneis-gekühltem
Et
2O durchgeführt (Stufe 4). Das Produkt
wurde durch präparative
Umkehrphasen-HPLC unter Verwendung eines präparativen binären Varian
(Rainin)-HPLC-Systems gereinigt: Gradientenelution mit 30–55 % B
(0,045 % TFA in H
2O (A) und 0,045 % TFA
in CH
3CN (B)) innerhalb von 180 Minuten
mit 9,5 ml/min unter Verwendung einer Phenomenex Luna 10 μ Phenyl-Hexyl-Säule der
Abmessungen 21 mm × 25
cm und eines UV-Detektors
(Varian Dynamax UVD II) bei λ 214
und 254 nm. Die Reinheit des Produkts wurde durch RP-HPLC-Massenspektrometrie
unter Verwendung eines Hewlett Packard LCMS-1100-Spektrometers,
der mit einem Diodenfelddetektor ausgerüstet war, unter Anwendung einer "Elektrospray"-Ionisierung zu >95 % bestimmt. Beispiel
14
Herstellung von Lys
26(ε-MPA)GLP-1(7-36)-NH
2
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Eine Festphasen-Peptidsynthese des
DAC:GLP-1-Analogen im 100 μmol-Maßstab wird
manuell und an einem Symphony Peptide Synthesizer-Gerät unter
Verwendung von Fmoc-geschütztem
Rink Amide MBHA-Harz durchgeführt.
Die folgenden geschützten
Aminosäuren
werden sequenziell an das Harz addiert: Fmoc-Arg(Pbf)-OH, Fmoc-Gly-OH,
Fmoc-Lys(Boc)-OH, Fmoc-Val-OH, Fmoc-Leu-OH, Fmoc-Trp(Boc)-OH, Fmoc-Ala-OH,
Fmoc-Ile-OH, Fmoc-Phe-OH, Fmoc-Glu(OtBu)-OH, Fmoc-Lys(Aloc)-OH,
Fmoc-Ala-OH, Fmoc-Ala-OH, Fmoc-Gln(Trt)-OH,
Fmoc-Gly-OH, Fmoc-Glu(OtBu)-OH, Fmoc-Leu-OH, Fmoc-Tyr(tBu)-OH, Fmoc-Ser(tBu)-OH,
Fmoc-Ser(tBu)-OH, Fmoc-Val-OH, Fmoc-Asp(tBu)-OH, Fmoc-Ser(tBu)-OH, Fmoc-Thr(tBu)-OH,
Fmoc-Phe-OH, Fmoc-Thr(tBu)-OH, Fmoc-Gly-OH, Fmoc-Glu(OtBu)-OH, Fmoc-Ala-OH, Boc-His(Trt)-OH.
Die Bestandteile werden in N,N-Dimethylformamid (DMF) gelöst und entsprechend
der Sequenz unter Verwendung von O-Benzotriazol-1-yl-N,N,N',N'-tetramethyluroniumhexafluorphosphat
(HBTU) und Diisopropylethylamin (DIEA) aktiviert. Die Entfernung
der Fmoc-Schutzgruppe wird unter Verwendung einer Lösung von
20 % (Vol./Vol.) Piperidin in N,N-Dimethylformamid (DMF) für eine Zeitspanne
von 20 Minuten erreicht (Stufe 1). Die selektive Entfernung der
Lys(Aloc)-Schutzgruppe wird manuell durchgeführt und durch Behandlung des
Harzes mit einer Lösung
von 3 Äquivalenten
Pd(PPh3)4 in Lösung
in 5 ml CHCl3:NMM:HOAc (18:1:0,5) für 2 Stunden
erreicht (Stufe 2). Das Harz wird sodann mit CHCl3 (6 × 5 ml),
20 % HOAc in DCM (6 × 5
ml), DCM (6 × 5
ml) und DMF (6 × 5
ml) gewaschen. Die Synthese wird sodann für die Addition von 3-Maleinimidopropionsäure reautomatisiert
(Stufe 3). Die Abspaltung vom Harz und die Isolierung des Produkts werden
unter Verwendung von 86 % TFA/5 % TIS/5 % H2O/2
% Thioanisol und 2 % Phenol und durch anschließende Fällung mit Trockeneis-gekühltem Et2O durchgeführt (Stufe 4). Das Produkt
wird durch präparative
Umkehrphasen-HPLC unter Verwendung eines präparativen binären Varian
(Rainin)-HPLC-Systems mit einer Dynamax C18,
60Ȧ, 8 mμ,
21 mm × 25
cm-Säule,
die mit einem Dynamax C18, 60Ȧ ,
8 μm Guard-Modul
(21 mm × 25
cm-Säule)
und einem UV-Detektor (Varian Dynamax UVD II) ausgerüstet ist,
bei λ 214
und 254 nm gereinigt. Man erhält
das angestrebte DAC in einer durch RP-HPLC bestimmten Reinheit von >95 %.
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Beispiel 15
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Herstellung von GLP-1(7-36)-EDA-MPA
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Eine Festphasen-Peptidsynthese des
modifizierten GLP-1-Analogen im 100 μmol-Maßstab wird manuell und an einem
Symphony Peptide Synthesizer- Gerät mit SASRIN
(supersäureempfindliches
Harz) durchgeführt.
Die folgenden geschützten
Aminosäuren
werden sequenziell an das Harz addiert: Fmoc-Arg(Pbf)-OH, Fmoc-Gly-OH,
Fmoc-Lys(Boc)-OH, Fmoc-Val-OH, Fmoc-Leu-OH, Fmoc-Trp(Boc)-OH, Fmoc-Ala-OH, Fmoc-Ile-OH,
Fmoc-Phe-OH, Fmoc-Glu(OtBu)-OH,
Fmoc-Lys(Boc)-OH, Fmoc-Ala-OH, Fmoc-Ala-OH, Fmoc-Gln(Trt)-OH, Fmoc-Gly-OH,
Fmco-Glu(OtBu)-OH, Fmoc-Leu-OH, Fmoc-Tyr(tBu)-OH, Fmoc-Ser(tBu)-OH, Fmoc-Ser(tBu)-OH,
Fmoc-Val-OH, Fmoc-Asp(tBu)-OH, Fmoc-Ser(tBu)-OH, Fmoc-Thr(tBu)-OH, Fmoc-Phe-OH,
Fmoc-Thr(tBu)-OH, Fmoc-Gly-OH,
Fmoc-Glu(OtBu)-OH, Fmoc-Ala-OH, Boc-His(Trt)-OH. Die Bestandteile
werden in N,N-Dimethylformamid (DMF) gelöst und entsprechend der Sequenz
unter Verwendung von O-Benzotriazol-1-yl-N,N,N',N'-tetramethyluroniumhexafluorphosphat
(HBTU) und Diisopropylethylamin (DIEA) aktiviert. Die Entfernung
der Fmoc-Schutzgruppe wird unter Verwendung einer Lösung von
20 % (Vol./Vol.) Piperidin in N,N-Dimethylformamid (DMF) für eine Zeitspanne
von 20 Minuten erreicht (Stufe 1). Das vollständig geschützte Peptid wird vom Harz durch
Behandlung mit 1 % TFA/DCM abgespalten (Stufe 2). Ethylendiamin
und 3-Maleinimidopropionsäure
werden sodann sequenziell an den freien C-Terminus addiert (Stufe
3). Die Schutzgruppen werden unter Verwendung von 86 % TFA/ 5 %
TIS/5 % H2O/2 % Thioanisol und 2 % Phenol
abgespalten und das Produkt durch Fällung mit Trockeneis-gekühltem Et2O isoliert (Stufe 4). Das Produkt wird durch
präparative
Umkehrphasen-HPLC
unter Verwendung eines präparativen binären Varian
(Rainin)-HPLC-Systems
mit einer Dynamax C18, 60Ȧ, 8 mμ, 21 mm × 25 cm-Säule, die
mit einem Dynamax C18, 60Ȧ , 8 μm Guard-Modul
(21 mm × 25
cm-Säule)
und einem UV-Detektor (Varian Dynamax UVD II) ausgerüstet ist,
bei λ 214
und 254 nm gereinigt. Man erhält
das angestrebte DAC in einer durch RP-HPLC bestimmten Reinheit von >95 %.
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Beispiel 16
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Herstellung von Exendin-4(1-39)-EDA-MPA
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Das nachstehende Schema erläutert die
Synthese von Exendin-4(1-39)-EDA-MPA.
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Eine Festphasen-Peptidsynthese des
modifizierten Exendin-4-Analogen im 100 μmol-Maßstab wird manuell und an Symphony
Peptide Synthesizer-SASRIN
(supersäureempfindliches
Harz) durchgeführt.
Die folgenden geschützten
Aminosäuren
werden sequenziell an das Harz addiert: Fmoc-Ser(tBu)-OH, Fmoc-Pro-OH, Fmoc-Pro-OH,
Fmoc-Pro-OH, Fmoc-Ala-OH, Fmoc-Gly-OH,
Fmoc-Ser(tBu)-OH, Fmoc-Ser(tBu)-OH, Fmoc-Pro-OH, Fmoc-Gly-OH Fmoc-Gly-OH,
Fmoc-ASn(Trt)-OH, Fmoc-Lys(Boc)OH, Fmoc-Leu-OH, Fmoc-Trp(Boc)-OH, Fmoc-Glu(OtBu)-OH,
Fmoc-Ile-OH, Fmoc-Phe-OH, Fmoc-Leu-OH, Fmoc-Arg(Pbf)-OH, Fmoc-Val-OH,
Fmoc-Ala-OH, Fmoc-Glu(OtBu)-OH, Fmoc-Glu(OtBu)-OH, Fmoc-Glu(OtBu)-OH, Fmoc-Met-OH,
Fmoc-Gln(Trt)-OH, Fmoc-Lys(Boc)-OH,
Fmoc-Ser(tBu)-OH, Fmoc-Leu-OH, Fmoc-Asp(OtBu)-OH, Fmoc-Ser(tBu)-OH, Fmoc-Thr(tBu)-OH,
Fmoc-Phe-OH, Fmoc-Thr(tBu)-OH, Fmoc-Gly-OH, Fmoc-Glu(OtBu)-OH, Fmoc-Gly-OH,
Boc-His(Trt)-OH. Die Bestandteile werden in N,N-Dimethylformamid
(DMF) gelöst
und entsprechend der Sequenz unter Verwendung von O-Benzotriazol-1-yl-N,N,N',N'-tetramethyluroniumhexafluorphosphat
(HBTU) und Diisopropylethylamin (DIEA) aktiviert. Die Entfernung
der Fmoc-Schutzgruppe wird unter Verwendung einer Lösung von
20 % (Vol./Vol.) Piperidin in N,N-Dimethylformamid (DMF) für eine Zeitspanne
von 20 Minuten erreicht (Stufe 1). Das vollständig geschützte Peptid wird vom Harz durch
Behandlung mit 1 % TFA/DCM abgespalten (Stufe 2). Ethylendiamin
und 3-Maleinimidopropionsäure
werden sodann sequenziell an den freien C-Terminus addiert (Stufe
3). Die Schutzgruppen werden unter Verwendung von 86 % TFA/ 5 %
TIS/5 % H
2O/2 % Thioanisol und 2 % Phenol
abgespalten und das Produkt durch Fällung mit Trockeneis-gekühltem Et
2O isoliert (Stufe 4). Das Produkt wird durch
präparative
Umkehrphasen-HPLC
unter Verwendung eines präparativen
binären
Varian (Rainin)-HPLC-Systems mit
einer Dynamax C
18, 60Ȧ, 8 mμ, 21 mm × 25 cm-Säule, die
mit einem Dynamax C
18, 60Ȧ , B μm Guard-Modul
(21 mm × 25
cm-Säule)
und einem UV-Detektor (Varian Dynamax UVD II) ausgerüstet ist,
bei λ 214
und 254 nm gereinigt. Man erhält
das angestrebte DAC in einer durch RP-HPLC bestimmten Reinheit von >95 %. SEQUENZLISTS