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GEBIET DER
ERFINDUNG
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Die vorliegende Endung betrifft das
Gebiet von stabilen Chinon- und photoreaktiven Ketonphosphoramidit-Reagenzien,
die für
die automatisierte Festphasensynthese von Oligomeren, die mit einer
photoreaktiven Gruppierung enden, ausgerichtet sind.
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HINTERGRUND
DER ERFINDUNG
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Der Anbindung einer Reportergruppe
oder einer anderen Konjugation an Oligonucleotide (ONs) war schon
Gegenstand zahlreicher Forschungsarbeiten, da die resultierenden
funktionalisierten ONs großes
Potential als diagnostische oder therapeutische Wirkstoffe besitzen
(S.L. Beaucage, Comprehensive Natural Products Chemistry 7, 153–250, Hrsg.
E.T. Kool, Chefredakteure D. Barton und K. Nakanishi, Pergamon (1999)). Beispielsweise
wurden an Anthrachinon gebundene ONs (Anthrachinon-ONs) und Derivate
davon hergestellt, um die Affinität zu komplementären ONs
durch Interkalation zu erhöhen,
sowie für
Studien über
ortsspezifische Modifikation, Spaltung und Vernetzung von Duplexstrukturen
(K. Mori et al., FEBS lett. 249, 213–218 (1989); S.M. Gasper und
G.B. Schuster, J. Am. Chem. Soc. 119, 12762–12771 (1997); L.G. Puskás et al.,
Nucleosides Nucleotides 14, 967 (1995); H. Kang und S.E. Rokita,
Nucleic acids Res. 24, 3896–3902
(1996)). Eine weitere interessante Anwendung von Anthrachinon-Oligomeren
besteht in der kovalenten Immobilisierung von Oligomeren auf Polymeroberflächen. Die
Immobilisierung von Oligomeren auf verschiedenen Oberflächen (M.H.
Jacobsen und T. Koch, WO 96/31557 (1996)), wie beispielsweise Kunststoffmikrotiterplatten,
Mikrochips und Mikroteilchen, wurde mithilfe verschiedener Mittel
erreicht und stellt den Ausgangspunkt für eine sich rasch weiterentwickelnde
Technologie auf dem Gebiet der diagnostischen Assays und Krankheitsscreeningassays
dar (F.N. Rehman et al., Nucleic acids Res. 27, 649–655 (1999);
P.W. Stevens et al., Nucleic acids Res. 27, 1719–1727 (1999); G. Ramsay, Nature
Biotechnology 16, 40–44
(1998)).
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Bisher wurden zwei allgemeine Verfahren
zur kovalenten Bindung von Anthrachinon an Oligomere mithilfe chemischer
Mittel entwickelt. Das erste Verfahren umfasst die Kopplung eines
aktivierten Anthrachinonderivats an ein vorsynthetisiertes Oligomer,
das eine reaktive Gruppe, wie beispielsweise eine freie primäre Aminofunktion,
umfasst. Dieser Ansatz wurde von Kang und Rokita (Nucleic Acids
Res. 24, 3896–3902
(1996)) beschrieben, die 5'-Ende-Anthrachinon-Oligodesoxynucleotide
(ODNs) für
die Untersuchung von ortsspezifischer und photoinduzierter Alkylierung
von DNA synthetisierten. Ein Dimethylathrachinon-ODN-Konjugat wurde
synthetisiert, indem der N-Hydroxysuccinimidester von 2-(3-Propionsäure)-1,4-dimethylanthrachinon
mit einem an 5'-Aminohexamethylen
gebundenen ODN gekoppelt wurde, das durch herkömmliche automatisierte Festphasensynthese
erhalten wurde. Anthrachinon-ONs wurden außerdem durch die Umsetzung
von "Aminolinker"-modifizierten Nucleobasen
oder Kohlenhydratgruppierungen enthaltenden ONs mit aktivierten
Anthrachinonderivaten hergestellt (Telser et al., J. Am. Chem. Soc.
111, 7226–7232
(1989); Akira et al., Bioconjugate Chem. 4, 499–508 (1993)).
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Das andere Verfahren umfasst die Überführung des
Anthrachinons in ein Synthon, das für automatisierte Festphasensynthese,
beispielsweise die Kopplung des Anthrachinons an ein Phosphoramidit-Reagens, verwendet
werden kann. Je nach Verfügbarkeit
des Bausteins kann argumentiert werden, dass diese direkte Inkorporation
den effizientesten Ansatz darstellt, da die Gesamtsynthese des Anthrachinon-Oligomers
auf einem automatisierten Synthesegerät durchgeführt werden kann.
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An die Anbindung von Anthrachinonderivaten
an ONs durch direkte Inkorporation wurde herangegangen, indem die
Anthrachinongruppe an die 2'-O-Position
von 5'-O-DMT- (4,4'-Dimethoxytrityl-)
3'-O-Phorphoramiditnucleosid-Reagenzien
gebunden wurde. K. Yamana et al. (Bioconjugate Chem. 7, 715–720 (1996))
berichteten von der Synthese von 5'-O-Dimethoxytrityl-2'-O-(2-anthrachinonylmethyl)uridin-3'-O-cyanoethyl)-N,N-diisopropylphosphoramidit,
das für
automatisierte Festphasensynthese von Anthrachinon-ONs verwendet
wurde.
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De Mesmaeker et al. (Bioorganic,
Medicinal Chem. 7, 1869–1874
(1997)) beschrieben die Synthese von Nucleosiddimeren, die eine
3'-5'-Amidbindung enthielten,
worin das Stickstoffatom über
einen Polymethylenlinker an ein Anthrachinonmolekül gebunden
ist. DMT-Schutz der 5'-O-Position
und Phosphitylierung der 3'-O-Position
des Dimers ergab ein Reagens, das für automatisierte Synthese von
Anthrachinon-ONs
geeignet war.
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Ein nichtbasisches Pseudonucleosid,
das eine Anthrachinongruppierung trug, wurde von K.-Y. Lin und M.
Matteucci (Nucleic Acids Res. 19, 3111–3114 (1991) und
US 5.214.136 ) hergestellt. Ausgehend
von 2-Chloranthrachinon und Diethanolamin wurde ein Anthrachinondiolderivat
erhalten, das in ein DMT-H-Phosphonat-Reagens übergeführt wurde, das danach mehrere
Male in ODNs inkorporiert wurde.
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Die oben genannten Reagenzien ermöglichen
die Inkorporation einer Anthrachinonfunktionalität an verschiedenen Positionen
in einem Oligomer.
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Einige Beispiele für Phosphoramidit-Reagenzien,
die nicht von Nucleosiden stammen, die ausschließlich zur Inkorporation von
Anthrachinon am 5'-Terminus
eines Oligomers entwickelt wurden, wobei automatisierte Festphasensynthese
verwendet wurde, wurden berichtet.
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K. Mori et al. (FEBS Lett. 249, 213–218 (1989))
beschreiben die Synthese von Anti-HIV-aktiven 5'-gebundenen Anthrachinon-ODNs, worin
ein Anthrachinonderivat entweder über einen Ethylpiperazinyl-
oder einen Hexamethylenlinker an ein Oligodesoxynucleotid (ODN)
gebunden ist. Die 5'-gebundenen
Anthrachinon-ODNs wurden erhalten, indem ein frisch hergestelltes
Anthrachinon-Ethylpiperazinylphosphoramidit (erhalten in 65 % Ausbeute)
oder Anthrachinonhexamethylen-gebundenes Phosphoramidit mithilfe
herkömmlicher
automatisierter Festphasensynthese an das 5'-Ende einer ODN-Sequenz gekoppelt wurde.
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Das Anthrachinon-Ethylpiperazinylphosphoramidit-Reagens
wurde auch in der WO 90/12802 beschrieben. Das Anthrachinonphosphoramidit
wurde mithilfe desselben Verfahrens synthetisiert, das von K. Mori
et al. beschrieben wurde: 1-Chloranthrachinon wurde mit 1-(2-Hydroxyethyl)piperazin
umgesetzt, was 1-(1-(2-Hydroxyethyl)piperazinyl)anthrachinon ergab,
das durch N,N-Diisopropylphosphoramidochlorid in Gegenwart von N,N-Diisopropylethylamin
phosphityliert wurde, um Anthrachinonethylpiperazinylphosphoramidit zu
erhalten. Das Anthrachinonphosphoramidit wurde ohne weitere Reinigung
in der automatisierten Festphasensynthese von 5'-gebundenen Anthrachinon-ODNs verwendet,
die zur Schwächung
oder Zerstörung
von genetischer Expression in Säugetieren
oder Virenaktivität
verwendet wurden.
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S.M. Gasper und G.B. Schuster (J.
Am. Chem. Soc. 119, 12762–12771
(1997)) beschrieben die Synthese von 5'-gebundenen Anthrachinon-ODNs mit dem
Ziel, zu beweisen, dass oxidative Schädigung in doppelstrangiger
DNA wandern kann. Zu diesem Zweck wurden zwei Anthrachinonphosphoramidite
synthetisiert: N-Etyhl- und N-Pentyl-2-anthrachinoncarboxamidphosphoramidit.
Die zwei Phosphoramidite wurden aus Anthrachinon-2-carbonylchlorid
synthetisiert, das mit 2-Amino-1-ethanol oder 5-Aminopentanol umgesetzt wurde, um N-(2-Hydroxyethyl)-
bzw. N-(5-Hydroxypentyl)-2-anthrachinoncarboxamid
herzustellen. Die Umsetzung dieser Carboxamide mit Chloriden von
N,N-Diisopropylmethylphosphonamiden ergab die entsprechenden Phosphoramidite
nach einer Säulenchromatographie
als dicke rote Öle.
Ein Kopplung dieser Anthrachinonphosphoramidite an den 5'-OH-Terminus von
ODNs als letzten Schritt einer Festphasensynthese ergab Anthrachinon-ODN-Konjugate.
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Die großtechnische Synthese von Anthrachinon-Oligomer-Konjugaten
unter Verwendung von automatisierter Festphasenchemie erfordert
leicht verfügbare
und relativ stabile Anthrachinonsynthone. Erste Versuche, stabile
Anthrachinonphosphoramidit-Reagenzien
zu synthetisieren, zeigten, dass die oben genannten Arten von Reagenzien
offensichtlich instabil sind.
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Die Synthese eines Anthrachinonphosphoramiditderivats
von N-(6-Hydroxyhexyl)-2-anthrachinoncarboxamid
unter Verwendung von N,N,N',N'-Tetraisopropylphosphordiamidit
und Tetrazol ist in Beispiel 1 beschrieben. Der Versuch einer Isolation
dieses Cyanoethylphosphoramidits führte zur Zersetzung. Die Verwendung
des Rohprodukts nach Filtration des Reaktionsgemisches direkt am
DNA-Synthesegerät
innerhalb eines Tages führte
ebenfalls zur Zersetzung. Darauffolgende Versuche, ein Cyanoethylphosphoramiditanalog
des N-(2-Hydroxyethyl)anthrachinoncarboxamids durch Umsetzung von
N-(2-Hydroxyethyl)anthrachinoncarboxamid mit 2-Cyanoethyl-N,N-diisopropylphosphoramidochloridit
in Gegenwart von Ethyldiisopropylamin (siehe Beispiel 2) oder durch
dasselbe Verfahren wie in Beispiel 1 beschrieben herzustellen, ergaben
nach einer Flashchromatographie zuerst einen hellgelben Schaum.
Trocknen dieses Materials unter Hochvakuum über Nacht ergab einen dunkelbraunen
Sirup, was auf Zersetzung hinweist. Aufgrund der Tatsache, dass
alle der oben genannten Anthrachinonphosphoramidit-Reagenzien sofort
nach ihrer Herstellung verwendet werden müssen, sind sie weniger für eine großtechnische
Synthese von Anthrachinon-Oligomer-Konjugaten geeignet.
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ZUSAMMENFASSUNG
DER ERFINDUNG
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Die vorliegende Erfindung betrifft
ein stabiles Phosphoramidit-Reagens, das für eine automatisierte Festphasensynthese
von Oligomeren ausgerichtet ist und die allgemeine Formel Iaufweist:
worin Y und Y' jeweils unabhängig voneinander
aus gegebenenfalls substituiertem C
1-6-Alkyl
ausgewählt
sind und Y und Y' gemeinsam
mit dem Stickstoff, an den sie gebunden sind, einen nichtaromatischen
N-heterozyklischen Ring bilden; W aus O und S ausgewählt ist;
X aus gegebenenfalls substituiertem C
1-6-Alkyl
und gegebenenfalls substituiertem Benzyl ausgewählt ist; R
N aus
Wasserstoff, C
1-4-Alkyl, gegebenenfalls
substituiertem Benzyl, gegebenenfalls substituierten Chinonen und
Nucleosiden ausgewählt
ist; und Q aus gegebenenfalls substituierten Chinonen und gegebenenfalls
substituierten photoreaktiven Ketonen ausgewählt ist, wie beispielsweise
gegebenenfalls substituiertem Benzophenon.
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Die Erfindung betrifft außerdem ein
Oligomer, welches das folgende Fragment umfasst:
worin Q und R
N wie
oben für
Formel I definiert sind; W und W' jeweils
unabhängig
voneinander aus o und S ausgewählt
sind; und V aus gegebenenfalls substituiertem C
1-6-Alkyl,
gegebenenfalls substituiertem Benzyl, Wasserstoff, Li
+,
K
+, Na
+ und NH
4
+ ausgewählt ist.
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Darüber hinaus betrifft die vorliegende
Erfindung ein stabiles Phosphoramidit-Reagens der allgemeinen Formel
II:
worin Y und Y' jeweils unabhängig voneinander
aus gegebenenfalls substituiertem C
1-6-Alkyl
ausgewählt
sind oder Y und Y' gemeinsam
mit dem Stickstoff, an den sie gebunden sind, einen nichtaromatischen
N-heterozyklischen Ring bilden; X aus gegebenenfalls substituiertem
C
1-6-Alkyl und gegebenenfalls substituiertem
Benzyl ausgewählt
ist; W aus O und S ausgewählt
ist; Q aus gegebenenfalls substituierten Chinonen und gegebenenfalls
substituierten photoreaktiven Ketonen ausgewählt ist; n eine ganze Zahl
von 1 bis 10 ist; und m = 0 oder 1 ist.
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Die Erfindung betrifft auch ein Oligomer,
welches das folgende Fragment umfasst:
worin Q, n und m wie oben
für Formel
II definiert sind; W und W' jeweils
unabhängig
voneinander aus O und S ausgewählt
sind; und V aus gegebenenfalls substituiertem C
1-6-Alkyl,
gegebenenfalls substituiertem Benzyl, Wasserstoff, Li
+,
K
+, Na
+ und NH
4
+ ausgewählt ist.
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DETAILLIERTE
BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
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Der Anmelder hat sich erfolgreich
mit der kovalenten Kopplung von synthetischen Oligomeren an kohlenstoffhaltige
Polymere auf zwei verschiedene Weisen beschäftigt. Beim ersten Ansatz wurde
eine Photosonde, die aus einem über
einen Ethylenglykollinker an eine elektrophile Reaktivgruppe gebundenen
Anthrachinon- oder Benzophenonmolekül bestand, durch kurzzeitige
Bestrahlung mit UV-Licht an eine Polymeroberfläche gekoppelt. Dann führte eine
Reaktion zwischen den an das Polymer gebundenen elektrophilen Gruppen und
nucleophilen Aminoalkyl-ONs zur Immobilisierung der Oligomere.
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Der zweite Ansatz umfasst eine automatisierte
Festphasensynthese von Anthrachinon-Oligomeren oder Benzophenon-Oligomeren.
Eine Bestrahlung einer wässrigen
Lösung,
die entweder die Anthrachinon-Oligomere oder Benzophenon-Oligomere
enthielt, mit weichem UV-Licht führte
zur Anbindung der Anthrachinon-Oligomere und Benzophenon-Oligomere
an die Polymeroberfläche
mittels einer kovalenten Bindung zwischen der Anthrachinongruppierung
oder Benzophenongruppierung und der Oberfläche, auf welche die Lösung aufgetragen
worden war.
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Die vorliegende Erfindung beschreibt
die Synthese von überraschend
stabilen Chinon- und photoreaktiven Ketonphosphoramidit-Reagenzien,
die nicht die oben genannten Nachteile mit sich bringen. Diese neuen
Reagenzien können
leicht aus handelsüblichen
Ausgangsmaterialien synthetisiert werden. Im Gegensatz zu weiter
oben beschriebenen 5'-Ende-Anthrachinon-markierenden
Phosphoramiditen werden die Phosphoramidit-Reagenzien gemäß vorliegender
Erfindung als stabile feste Materialien isoliert, die in ein Oligomer inkorporiert
mehrere Monate lang bei –20°C gelagert
werden können,
ohne an Reaktivität
zu verlieren, wobei herkömmliche
automatisierte Festphasensynthese verwendet wird. Auf ähnliche
Weise werden Benzophenonphosphoramidite gemäß vorliegender Erfindung als
stabile Öle
isoliert, die in ein Oligomer inkorporiert mehrere Monate lang bei –20°C gelagert
werden können,
ohne an Reaktivität
zu verlieren, wobei automatisierte Festphasensynthese verwendet
wird.
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Wie oben erwähnt betrifft die vorliegende
Erfindung unter anderem ein stabiles Phosphoramidit-Reagens der
allgemeinen Formel I:
worin Y und Y' jeweils unabhängig voneinander
aus gegebenenfalls substituiertem C
1-6-Alkyl
ausgewählt
sind und Y und Y' gemeinsam
mit dem Stickstoff, an den sie gebunden sind, einen nichtaromatischen
N-heterozyklischen Ring bilden.
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In Bezug auf die möglichen
Y und Y' scheint
vor allem eine Situation, in der Y und Y' beide Ethyl oder Isopropyl oder zusammen
Pyrrolidin, Piperidin oder Morpholin bezeichnen, besonders interessant
zu sein, vor allem eine Situation, in der Y und Y' beide Isopropyl
sind.
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Der Substituent X ist aus der aus
gegebenenfalls substituiertem C1-6-Alkyl
und Benzyl bestehenden Gruppe ausgewählt. Beispiele für das gegebenenfalls
substituierte C1-6-Alkyl sind Methyl, 2-Cyanoethyl, 2-(4-Nitrophenyl)ethyl,
2-(4-Pyridyl)ethyl, 2-(4-Pyridyl)ethyl
und 2-(C1-6-Alkylsulfonyl)ethyl, wovon 2-Cyanoethyl
derzeit am meisten bevorzugt ist.
-
W ist aus O uns S ausgewählt, wobei
O am meisten bevorzugt ist.
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RN ist aus
Wasserstoff und C1-4-Alkyl, wie beispielsweise
Methyl, Ethyl und Isopropyl, gegebenenfalls substituiertem Benzyl,
gegebenenfalls substituierten Chinonen, die mittels geeigneter Linker
gebunden sind, z.B. Methylen und Polymethylen, und Nucleosiden,
die mittels 5'-C
durch einen Methylen- oder Polymethylenlinker gebunden sind, ausgewählt; vorzugsweise
bezeichnet RN Wasserstoff.
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Q stellt eine Gruppe dar, die aus
gegebenenfalls substituierten Chinonen und gegebenenfalls substituierten
photoreaktiven Ketonen ausgewählt
ist.
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Der Begriff "Chinon" bezeichnet ein dihydroaromatisches
System, worin die -CH2-Gruppen durch -C(=O)- ersetzt sind.
Im vorliegenden Zusammenhang umfasst der Begriff "Chinon" Chinone, die von
di- oder tetrahydroaromatischen Systemen stammen, die 2 bis 5 anellierte
Kohlenstoffringe umfassen. Veranschaulichende Beispiele für solche
Chinone stammen von 1,4-Benzochinon, 1,2-Benzochinon, Naphthochinon,
Anthrachinon, Phenanthrenchinon, Alizarin, Rubiadin, Lucidin, Damnacanthal,
Munjistin, Chrysophanol, Frangula-Emodin, Aloe-Emodin, Morindon
und Copareolatin. Wie oben erwähnt
können
Chinone gegebenenfalls substituiert sein, derzeit herrscht jedoch
die Ansicht vor, dass unsubstituierte Chinone, vor allem unsubstituiertes Anthrachinon
und Phenanthrenchinon, insbesondere zu bevorzugen sind.
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Beispiele für besonders interessante photoreaktive
Ketone sind Acetophenon, Benzophenon, Anthron und anthronähnliche
Heterozyklen, d.h. Anthron, worin die Gruppe an der 10-Position
durch O, S oder NH ersetzt ist. Die photoreaktiven Ketone können gegebenenfalls
wie im Folgenden beschrieben substituiert sein. Besonders interessante
photoreaktive Ketone sind Benzophenon und Acetophenon, wobei unsubstiuiertes Benzophenon
derzeit am meisten bevorzugt wird.
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In einer bevorzugten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung weist das Phosphoramidit die folgende
Struktur auf:
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In einer bevorzugten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung weist das Phosphoramidit die folgende
Struktur auf:
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Wenn sie an Oligomere, beispielsweise
ONs oder ODNs, gekoppelt sind, führen
die Reagenzien gemäß vorliegender
Erfindung zu einer neuen Art von Oligomeren. Somit betrifft die
vorliegende Erfindung auch ein Oligomer, welches das folgende Fragment
umfasst:
worin Q und R
N wie
oben für
Formel I definiert sind, W und W' jeweils
unabhängig
voneinander aus O und S ausgewählt
sind, V aus gegebenenfalls substituiertem C
1-6-Alkyl,
gegebenenfalls substituiertem Benzyl, Wasserstoff, Li
+,
K
+, Na
+ und NH
4
+ ausgewählt ist
und "Oligomer" die weiter unten
definierte Bedeutung besitzt. In einer bevorzugten Ausführungsform
ist Q Anthrachinon, R
N Wasserstoff, W und
W' jeweils O und
V Wasserstoff.
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Die Erfindung betrifft außerdem ein
Phosphoramidit-Reagens der Formel II:
worin Y und Y' jeweils unabhängig voneinander
ein gegebenenfalls substituiertes C
1-6-Alkyl
bezeichnen können
oder Y und Y' gemeinsam
mit dem Stickstoff, an den sie gebunden sind, einen nichtaromatischen
N-heterozyklischen Ring bilden.
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In Bezug auf die möglichen
Y und Y' scheint
vor allem eine Situation, in der Y und Y' beide Ethyl oder Isopropyl oder zusammen
Pyrrolidin, Piperidin oder Morpholin bezeichnen, besonders interessant
zu sein, vor allem eine Situation, in der Y und Y' beide Isopropyl
sind.
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Der Substituent X ist aus der aus
gegebenenfalls substituiertem C1-6-Alkyl
und Benzyl bestehenden Gruppe ausgewählt. Beispiele für das gegebenenfalls
substituierte C1-6-Alkyl sind Methyl, 2-Cyanoethyl, 2-(4-Nitrophenyl)ethyl,
2-(2-Pyridyl)ethyl, 2-(4-Pyridyl)ethyl
und 2-(C1-6-Alkylsulfonyl)ethyl, wovon 2-Cyanoethyl
derzeit am meisten bevorzugt wird.
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W ist aus O uns S ausgewählt, wobei
O am meisten bevorzugt ist.
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Q stellt eine Gruppe dar, die aus
gegebenenfalls substituierten Chinonen und gegebenenfalls substituierten
photoreaktiven Ketonen ausgewählt
ist. Veranschaulichende Beispiele für solche Chinone stammen von
Phenanthrenchinon, 1,4-Benzochinon, 1,2-Benzochinon, Naphthochinon,
Anthrachinon, Alizarin, Rubiadin, Lucidin, Damnacanthal, Munjistin,
Chrysophanol, Frangula-Emodin, Aloe-Emodin, Morindon und Copareolatin.
Wie oben erwähnt
können
Chinone gegebenenfalls substituiert sind, derzeit herrscht jedoch
die Ansicht vor, dass unsubstituierte Chinone, vor allem unsubstituiertes
Anthrachinon und Phenanthrenchinon, insbesondere zu bevorzugen sind.
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Beispiele für besonders interessante, gegebenenfalls
substituierte, photoreaktive Ketone sind Benzophenon, Amino-, Hydroxy-,
Halogen-, Acyl-, Nitro- und Cyanobenzophenon, wovon unsubstiuiertes
Benzophenon am meisten bevorzugt ist.
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n ist eine ganze Zahl von 1 bis 10.
Derzeit herrscht die Annahme vor, dass Varianten, bei denen n 1 bis
4 beträgt,
wie beispielsweise 1, 2, 3 oder 4, von spezieller Relevanz sind.
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m = 0 oder 1.
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In einer bevorzugten Ausführungsform
ist sowohl Y als auch Y' Isopropyl,
und X bezeichnet 2-Cyanoethyl.
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Die Kopplung von Phosphoramidit-Reagenzien
der allgemeinen Formel II an die Termini eines Oligomers ergibt
Oligomere, welche das folgende Fragment enthalten. Somit betrifft
die vorliegende Erfindung auch ein Oligomer, welches das folgende
Fragment umfasst:
worin Q, n und m wie oben
für Formel
II definiert sind, W und W' jeweils
unabhängig
voneinander aus O und S ausgewählt
sind, und V aus gegebenenfalls substituiertem C
1-6-Alkyl,
gegebenenfalls substituiertem Benzyl, Wasserstoff, Li
+,
K
+, Na
+ und NH
4
+ ausgewählt ist
und "Oligomer" die weiter unten
definierte Bedeutung besitzt. In einer bevorzugten Ausführungsform
ist Q Anthrachinon oder Phenanthrenchinon, W und W' jeweils 0, V Wasserstoff,
n = 1 und m = 0.
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Außerdem sollte erwähnt werden,
dass die Phosphoramidit-Reagenzien der allgemeinen Formeln I und
II an die 3'-OH-Termini
eines Oligomers gekoppelt werden können, das von 5'→3' synthetisiert wurde.
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Herstellung
von Phosphoramidit-Reagenzien
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In einer bevorzugten Ausführungsform
wurden Anthrachinonphosphoramidite mithilfe der folgenden Verfahren
synthetisiert:
Die Synthese des Anthrachinonphosphoramidits
3 ist in 1 dargestellt
und wurde in zwei Schritten durchgeführt, ausgehend von handelsüblicher
Anthrachinon-2-carbonsäure
(1). Die Kopplung der Verbindung 1 mit 3-Amino-1-propanol in Gegenwart
von Benzotriazol-1-yloxytris(dimethylamino)phosphoniumhexafluorophosphat
(BOP) ergab das Amid 2. Danach ergab eine Phosphitylierung von 2
unter Verwendung von 2-Cyanoethyl-N,N-diisopropylphosphoramidochloridit
das Anthrachinonphosphoramidit 3 nach wässriger Aufarbeitung als rotes Öl. Eine
Wiederauflösung
des Rohprodukts 3 in einer minimalen Menge wasserfreiem Methylenchlorid
und darauf folgende Ausfälllung
in heftig gerührtem
Petrolether bei 0°C
ergab 3 als hellgelbes Pulver. Das Produkt 3 wurde über Nacht
bei Hochvakuum getrocknet und unter Stickstoff bei –20°C gelagert.
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Die Synthese des Anthrachinonphosphoramidits
5 ist in 1 dargestellt
und wurde in einem Schritt durchgeführt, ausgehend von handelsüblichem
2-(Hydroxymethyl)anthrachinon (4). Eine Phosphitylierung von 2-(Hydroxymethyl)anthrachinon
(4) unter Verwendung desselben Verfahrens wie für die Herstellung von 3 beschrieben
wurde ergab das entsprechende Phosphoramidit 5 als gelbes Öl, das zusammen
mit wasserfreiem Acetonitril eingedampft wurde, um 5 als gelben
Feststoff zu erhalten.
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Alternativ dazu ergab die Umsetzung
von 2-(Hydroxymethyl)anthrachinon (4) mit 2-Cyanoethyl-N,N,N',N'-tetraisopropylphosphordiamidit
und Tetrazol das Phosphoramidit 5 nach Filtration und wässriger Aufarbeitung
als hellgelben Feststoff.
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Phosphoramidit 3 wurde in einer automatisierten
Festphasensynthese für
eine große
Anzahl an Anthrachinon-ODN-Konjugaten verwendet. Das Phosphoramidit
3 wurde in einem letzten Schritt einer automatisierten Festphasensynthese
auf einem Synthesegerät
Gene Assembler Special® unter Verwendung einer
0,1 M Lösung
und einer 5-minütigen
Kopplungszeit direkt an die 5'-OH-Termini
eines ODN oder mittels eines 5'-Hexaethyloxyglykol-Spacers
(SpacerTM) an ein ODN gekoppelt. Die Kopplungseffizienz
wurde auf >98 % geschätzt, da
der Versuch der Kopplung eines weiteren Thymidinnucleosid- (T-)
Rests an eine Testsequenz 5'-Anthrachinon-T-3' komplett fehlschlug
(keine 4,4'-Dimethoxytrityl-Abgabe
wurde beobachtet). Die beiden allgemeinen Arten von synthetisiertem
Anthrachinonoligonucleotid sind in 2 dargestellt.
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In einer bevorzugten Ausführungsform
wurden gegebenenfalls substituierte photoreaktive Ketonphosphoramidite,
wie beispielsweise Benzophenonposphoramidite, mithilfe der folgenden
Verfahren synthetisiert:
Die Synthese des Benzophenonphosphoramidits
8 wurde in zwei Schritten durchgeführt, ausgehend von handelsüblicher
Benzoylbenzoesäure
(6). Die Kopplung der Verbindung 6 mit 3-Amino-1-propanol in Gegenwart von
Benzotriazol-1-yloxytris(dimethylamino)phosphoniumhexafluorophosphat
(BOP) ergab das Amid 7. Danach ergab die Phosphitylierung von 7
unter Verwendung von 2-Cyanoethyl-N,N-diisopropylphosphoramidochloridit
das Benzophenonphosphoramidit 8 als blassgelbes Öl. Dieses Öl wurde ohne weitere Reinigung
verwendet und unter Stickstoff bei –20°C gelagert.
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3 die
Synthese eines Benzophenonphosphoramidit-Reagens. Seine Verwendung
zur Herstellung von Benzophenon-Oligonucleotid-Konjugaten entsprach
der irr 2 dargestellten
Herstellung von Anthrachinon-Oligonucleotid-Konjugaten.
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Phosphoramidit 8 wurde in automatisierter
Festphasensynthese für
eine große
Anzahl an Anthrachinon-ODN-Konjugaten verwendet. Das Phosphoramidit
8 kann in einem letzten Schritt einer automatisierten Festphasensynthese
auf einem Synthesegerät
Gene Assembler Special® unter Verwendung einer
0,2 M Lösung
und einer 15-minütigen Kopplungszeit
direkt an die 5'-OH-Termini
eines ODN oder mittels eines 5'-Hexaethyloxyglykol-Spacers
(SpacerTM) an ein ODN gekoppelt werden.
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DNA-Oligomere, die ein 5'-Anthrachinon oder
ein 5'-Benzophenon
tragen, können
durch Bestrahlung auf einem festen Träger kovalent immobilisiert
werden, und die immobilisierten Oligomere sind wirksam beim Einfangen
eines komplementären
DNA-Oligomers.
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Wie in 6 und 7 dargestellt ergeben sowohl
AQ-Oligomere als auch BP-Oligomere ein klar konzentrationsabhängiges Signal.
Als eine nicht komplementäre
Sequenz verwendet wurde, konnte kein Signal detektiert werden. Das
führt zu
dem Schluss, dass sowohl Anthrachinon als auch gegebenenfalls substituierte photoreaktive
Ketonoligomere, wie beispielsweise AQ- und BP-Oligomere, durch Bestrahlung
kovalent an eine feste Oberfläche
gebunden werden können
und dass auf diese Weise gebundene Oligomere zur Hybridisierung
ihrer komplementären
Ziel-DNA-Oligomere fähig
sind.
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DEFINITIONEN
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Im vorliegenden Kontext bezeichnet
der Begriff "C1–6-Alkyl" eine lineare, zyklische
oder verzweigte Kohlenwasserstoffgruppe mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen,
wie beispielsweise Methyl, Ethyl, Propyl, iso-Propyl, Pentyl, Cyclopentyl,
Hexyl, Cyclohexyl; wobei Ethyl, Propyl, iso-Propyl, Butyl, tert-Butyl,
iso-Butyl, Pentyl, Cyclopentyl, Hexyl, Cyclohexyl, vor allem jedoch
Ethyl, bevorzugte Beispiele für "C1–6-Alkyl" sind. Analog dazu bezeichnet
der Begriff "C1–4-Alkyl" eine lineare, zyklische
oder verzweigte Kohlenwasserstoffgruppe mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen,
wie beispielsweise Methyl, Ethyl, Propyl, iso-Propyl, Butyl, iso-Butyl
und tert-Butyl.
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Im vorliegenden Kontext, d.h. in
Zusammenhang mit den Begriffen "Alkyl", "Chinon" und "photoreaktive Ketone", bedeutet der Begriff "gegebenenfalls substituiert", dass die betreffende
Gruppe ein oder mehrere Male, vorzugsweise 1- bis 4-mal, mit aus
Hydroxyl, Amino, Halogen, Acyl, Nitro und Cyano, C1–6-Alkoxy, C1–6-Alkyl
(nur für
Chinon und photoreaktive Ketone von Relevanz), Formyl, Carboxyl,
C1–6-Alkoxycarbonyl, C1–6-Alkylcarbonyl,
Aryl, Aryloxycarbonyl, Arylcarbonyl, Heteroaryl, Mono- und Di(C1–6-alkyl)amino,
Carbamoyl, Mono- und Di(C1–6-alkyl)aminocarbonyl,
Amino-C1–6-alkylaminocarbonyl,
Mono- und Di(C1–6-alkyl)amino-C1–6-alkylaminocarbonyl,
C1–6-Alkylcarbonylamino
und Carbamido ausgewählten
Gruppen substituiert sein kann, wo bei C1–6-Alkyl,
-Aryl und -Heteroaryl 1- bis 5-mal, vorzugsweise 1- bis 3-mal, mit
Hydroxyl, Acyl, C1–4-Alkyl, C1–4-Alkoxy,
Nitro, Cyano, Amino oder Halogen substituiert sein können.
-
"Halogen" umfasst Fluor, Chlor,
Brom und Iod.
-
Im vorliegenden Kontext steht der
Begriff "Oligomer(e)" für Oligonucleotide
(ONs), Oligodesoxynucleotide (ODNs) und Derivate davon, wie beispielsweise
ONs/ODNs, die in der Kohlenwasserstoffgruppierung modifiziert sind,
z.B. "Locked Nucleoside
Analogues" (LNAs),
in der Phosphorodiester-Bindung modifizierte ONs/ODNs, z.B. Thiophosphate,
Phosphoramidate und Methylphosphonate, in der heterozyklischen Base
modifizierte ONs/ODNs und in der "Hauptkette" modifizierte ONs/ODNs, z.B. Peptidnucleinsäure (PNAs).
Die Oligomere können
1 bis 1.000 Einheiten, beispielsweise 1 bis 1.000 Nucleotide, vorzugsweise
1 bis 200, noch bevorzugter 5 bis 30 Einheiten, umfassen, und jedes
Oligomer kann verschiedene Arten von Einheiten umfassen, beispielsweise
ein ODN-LNA-Konjugat. Außerdem
sollte erwähnt
werden, dass der Begriff "Oligomer" für Oligomere
steht, die von 3'→5', mit einem 5'-OH endend, synthetisiert
wurden, sowie für
Oligomere, die von 5'→3', mit einem 3'-OH endend, synthetisiert
wurden.
-
KURZBESCHREIBUNG
DER ABBILDUNGEN
-
1 zeigt
die Synthese der Anthrachinonphosphoramidite 3 und 5.
-
2 zeigt
die Synthese von zwei allgemeinen Anthrachinonoligonucleotid-Arten.
-
3 zeigt
die Synthese eines Benzophenonphosphoramidit-Reagens. Seine Anwendung
in der Herstellung von Benzophenon-Oligonucleotid-Konjugaten entsprach
jener der in 2 beschriebenen
für Anthrachinon-Oligonucleotid-Konjugate.
-
4 zeigt,
dass die Anthrachinon-ODN-Konjugate 1 bis 6 (Tabelle 1) ihre spezifischen
komplementären
biotinylierten Oligomere sehr effizient und bedeutend besser als
die entsprechenden unmodifizierten Kontroll-ODN-Fangsonden A und
B einfangen kann. Es wurde kein Signal beobachtet, wenn die Fangsonden mit
den nicht verwandten komplementären
biotinylierten ODNs inkubiert wurden.
-
5 Die
6 Scans zeigen jeweils eine Anordnung. Jede Anordnung ist eine individuelle
Analyse und wird auf individuellen Objektträgern durchgeführt. Vor
der Hybridisierung mit einer Probe wurde eine Anordnung von AQ-Oligonucleotiden
auf den Objektträgern
aufgetragen und mittels UV-Bestrahlung immobilisiert. Das Muster,
nach dem die Tupfen in der Anordnung aufgebracht sind, ist im Folgenden
dargestellt:
worin Neg eine negative Kontrolle
darstellt, ON8 eine Mutanten fangende Sonde ist, ON7 eine positive
Kontrolle ist und ON9 eine Wildtyp fangende Sonde ist. Dieses Muster
wird 4-mal (2 × 2)
auf jedem Objektträger wiederholt.
-
Die 6 hier analysierten Proben sind:
- 1. Ein homogener Wildtyp, der eine positive
Kontrolle umfasst.
- Nur die "Wildtyp-Tupfen" und die "positiven Kontrolltupfen" werden auf diesem
Objektträger
aufgehellt, und somit ist es möglich,
den "Genotyp" der analysierten
Probe als homogenen Wildtyp zu bestimmen.
- 2. Eine homogene Mutante, die eine positive Kontrolle umfasst.
- Nur die "Mutanten-Tupfen" und die "positiven Kontrolltupfen" werden auf diesem
Objektträger
aufgehellt, und somit ist es möglich,
den "Genotyp" der analysierten
Probe als homogene Mutante zu bestimmen.
- 3. Eine Heterozygote, die eine positive Kontrolle umfasst.
- Sowohl die "Wildtyp-Tupfen" als auch die "Mutanten-Tupfen" und die "positiven Kontrolltupfen" werden auf diesem
Objektträger
aufgehellt, und somit ist es möglich,
den "Genotyp" der analysierten
Probe als heterogenen Wildtyp zu bestimmen.
- 4. Eine Heterozygote ohne positive Kontrolle.
Wie in 3)
werden sowohl die "Wildtyp-Tupfen" als auch die "Mutanten-Tupfen" aufgehellt, und
somit ist es möglich,
den "Genotyp" der analysierten
Probe als heterogenen Wildtyp zu bestimmen. Die "positiven Kontrolltupfen" leuchten nicht,
da während
der Herstellung kein positives Kontroll-Oligo zur Probe zugesetzt wurde,
und so ist es möglich, "Cross-Talk"/unspezifische Hybridisierung
der Proben an die positiven Kontrollpunkte auszuschließen.
- 5. Positive Kontrolle alleine.
Da während der Hybridisierung keine
andere Probe vorhanden ist, werden nur die positiven Kontrolltupfen aufgehellt,
und so ist es möglich, "Cross-Talk" zwischen der positiven
Kontrolle und den "Wildtyp"- bzw. "Mutanten-Tupfen" auszuschließen.
- 6. Blindprobe (negative Kontrolle).
Wenn eine Anordnung
mit einem Puffer hybridisiert wird, der keine Probe oder Kontrollen
enthält,
wird von keinem der Tupfen ein Signal erhalten.
-
Die Signalstärke von den Mutanten- und Wildtyp-Tupfen
auf dem Objektträger
1, 2 und 3 wurde mithilfe eines passenden Programms (Optiquant)
quantifiziert, und die Ergebnisse sind in 5B in einem Balkendiagramm präsentiert.
-
6 zeigt
die Immobilisierungseffizienz als Funktion von einem an Anthrachinon
und Benzophenon gekoppelten Oligonucleotid in 0,2 M NaCl der Typ-A-Sequenz.
-
7 zeigt
die Immobilisierungseffizienz als Funktion von einem an Anthrachinon
und Benzophenon gekoppelten Oligonucleotid in 0,2 M NaCl der Typ-B-Sequenz.
-
EXPERIMENTELLER
TEIL
-
Beispiel 1
-
N-(6-Hydroxyhexyl)-2-anthrachinoncarboxamid
(193 mg, 0,55 mmol) wurde durch einmaliges Eindampfen mit trockenem
Acetonitril getrocknet und in trockenem Acetonitril (5 ml) unter
Stickstoff suspendiert. Zu dieser Suspension wurde 2-Cyanoethyl-N,N,N',N'-tetraisopropylphosphordiamidit
(150 mg, 0,50 mmol) und Tetrazol (1,0 ml einer 0,43 M Lösung in
Acetonitril, 0,43 mmol) zugesetzt. Das Gemisch wurde gerührt und
1 Stunde lang auf 40°C
erhitzt, über
Nacht bei Raumtemperatur gerührt
und (üblicherweise
3 bis 4 Stunden lang) wieder auf 40°C erhitzt, bis ein 31P-NMR
zeigte, dass alle Phosphorreagenzien umgesetzt worden waren (Signale
bei 123 und 132 ppm fehlen, das Produkt ist bei 146,4 ppm). Das
Reaktionsgemisch (eine dicke Aufschlämmung) wurde unter Stickstoff
filtriert (wobei eine Poly-Prep-Säule von Bio-Rad als Filter verwendet wurde), und
der Rückstand
wurde mit trockenem Acetonitril gewaschen, um das Filtrat auf etwa
5 ml zu bringen. Diese Lösung
(ca. 0,1 M an Phosphoramidit) wurde innerhalb eines Tages direkt
auf dem DNA-Synthesegerät verwendet.
Das Phosphoramidit zerfällt
langsam in Lösung
bei Raumtemperatur, und Versuche, es zu isolieren, führten zu
seinem Zerfall.
-
Beispiel 2
-
Zu einer Suspension von N-(2-Hydroxyethyl)-2-anthrachinoncarboxamid
(500 mg, 1,69 mmol) in trockenem CH2Cl2 (5 ml) unter N2 wurde
Diisopropylethylamin (1,0 ml, 5,74 mmol) zugesetzt, wonach 2-Cyanoethyl-N,N-diisopropylphosphoramidochloridit
(0,38 ml, 1,70 mmol) zugetropft wurde. Die resultierende klargelbe Lösung wurde
30 Minuten lang bei Raumtemperatur gerührt und dann in Ethylacetat
(10 ml) gegossen, das Triethylamin (1 ml) enthielt. Das Gemisch
wurde mit gesättigtem
wässrigem
NaHCO3 (2 × 5 ml) und Kochsalzlösung (2 × 5 ml)
gewaschen, getrocknet (Na2SO4)
und unter reduziertem Druck eingedampft. Der Rückstand wurde einer Säulenchromatographie
auf Kieselgel unterzogen (Eluent: 45:45:10, Ethylacetat:Petrolether:Triethylamin)
und ergab 640 mg eines gelben Sirups, der sich nach Trocknung im
Hochvakuum über
Nacht in einen dunkelroten Gummi verwandelte.
-
Eine 120 Minuten dauernde Behandlung
von N-(2-Hydroxyethyl)-2-anthrachinoncarboxamid (510 mg, 1,73 mmol)
mit 2-Cyanoethyl-N,N,N',N'-tetraisopropylphosphoramidit
(0,55 ml, 1,73 mmol) und Tetrazol (3,65 ml einer 0,45 M Lösung in
Acetonitril, 1,64 mmol) in trockenem CH2Cl2 (20 ml) bei Raumtemperatur ergab nach Filtration
des Reaktionsgemischs und wässriger
Aufarbeitung sowie Abdampfung der Lösungsmittel einen gelben Schaum,
der zu einem dunkelbraunen Sirup zusammenfiel, nachdem er über Nacht
unter Hochvakuum getrocknet worden war.
-
Beispiel 3
-
Herstellung von N-(3-Hydroxypropyl)-2-anthrachinoncarboxamid
(2)
-
Zu einer gerührten Suspension von Anthrachinon-2-carbonsäure (Aldrich,
10,00 g, 39,64 mmol) in DMF (130 ml) wurden (Benzotriazol-1-yloxy)tris(dimethylamino)phosphoniumhexafluorophosphat
(17,54 g, 39,66 mmol) und Triethylamin (11,05 ml, 79,28 mmol) zugesetzt.
Das resultierende Gemisch (anfänglich
eine klargrüne
Lösung)
wurde 10 Minuten lang bei Raumtemperatur gerührt, bevor 3-Amino-1-propanol
(3,34 ml, 43,67 mmol) zugetropft wurde. Das Reaktionsgemisch (klarbraune
Lösung)
wurde 17 Stunden lang bei Raumtemperatur im Dunkeln gerührt. Die
Lösung
wurde als dünner
Strahl in Wasser (300 ml), das etwa Eis enthielt, gegossen. Das
ausgefällte
Material wurde durch Filtration isoliert und aus kochendem 96% Ethanol
(ca. 200 ml) umkristallisiert, was die Titelverbindung 2 als hellgelben
Feststoff ergab (6,93 g, 57% Ausbeute).
1H-NMR
(250 MHz, DMSO-d6) δ: 1,74 (2H, Quintett, J = 6,52
Hz, CH2), 3,25–3,44 (2H, m, CH2),
3,50 (2H, breites t, J = 5,80 Hz, CH2),
4,53 (1H, breites s, OH), 7,76–8,00
(2H, m, Ar), 8,04–8,36
(4H, m, Ar), 8,56 (1H, d, J = 1,55 Hz, Ar), 8,89 (1H, t, J = 5,42
Hz, NH). 13C-NMR (250 MHz, DMSO-d6) δ:
32,32, 36,96, 58,68, 125,50, 126,83, 126,85, 127,05, 132,79, 133,04,
133,08, 134,45, 134,66, 139,49, 164,62, 182,11.
-
Beispiel 4
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Herstellung von N-(3-(2-Cyanoethoxy(diisopropylamino)phosphinoxy)propyl)-2-anthrachinoncarboxamid
(3)
-
N-(3-Hydroxypropyl)-2-anthrachinoncarboxamid
(2) (1,00 g, 3,23 mmol) wurde unter N2 in
wasserfreiem CH2Cl2 (30
ml) suspendiert. N,N-Diisopropylethylamin (1,24 ml, 7,12 mmol) wurde
unter Rühren
zugesetzt, wonach 2-Cyanoethyl-N,N-diisopropylphosphoramidochloridit
(0,72 ml, 3,23 mmol) zugetropft wurde. Das resultierende, leicht
trübe Reaktionsgemisch
wurde 25 Minuten lang bei Raumtemperatur gerührt. Das Gemisch wurde filtriert
und mit Ethylacetat (100 ml), das Triethylamin (10 ml) enthielt,
verdünnt
und mit gesättigtem wässrigem
NaHCO3 (2 × 20 ml) gewaschen. Die organische
Lösung
wurde getrocknet (NazSO4) und unter reduziertem
Druck eingedampft. Der Rückstand
wurde in einer minimalen Menge CH2Cl2 gelöst
und zu heftig gerührten,
eisgekühltem
Leicht-Petrolether (200 ml) zugetropft. Das ausgefällte gelbe
Pulver wurde abfiltriert und über
Nacht unter Hochvakuum getrocknet, was 3 (1,26 g, 55 % Ausbeute)
ergab. Diese Verbindung konnte unter N2 bei –20°C mehrere
Monate lang gelagert werden, ohne dass nennenswerte Zersetzung stattfand: 1N-NMR (250 MHz, CDCl3) δ: 1,17 (d,
J = 6,86 Hz, CH3), 1,87–2,15 (m, CH2),
2,70 (t, J = 5,72 Hz, CH2), 3,41–4,04 (m,
CH2, CH), 7,17 (breites t, J = 5,49 Hz,
NH), 7,76–7,87
(m, Ar), 8,24–8,41
(m, Ar), 8,59 (d, J = 1,65 Hz, Ar). 13C-NMR
(250 MHz, CHCl3) δ: 20,43, 20,54, 24,58, 24,69,
30,22, 30,33, 38,53, 43,03, 43,23, 58,19, 58,51, 62,45, 62,74, 117,90,
125,04, 127,39, 127,83, 133,15, 133,42, 134,39, 135,04, 139,80,
165,57, 182,50. 31P-NMR (CDCl3) δ: 148,49.
-
Beispiel 5
-
Herstellung von 2-[2-Cyanoethoxy(diisopropylamino)phosphinoxymethyl]anthrachinon
(5).
-
Zu einer gerührten Suspension von 2-(Hydroxymethyl)anthrachinon
(Fluka, 1,00 g, 4,20 mmol) in wasserfreiem CH2Cl2 (42 ml) unter N2 wurde
2-Cyanoethyl N,N,N',N'-tetraisopropylphosphordiamidit (1,33
ml, 4,20 mmol) zugesetzt, wonach Tetrazol (8,86 ml einer 0,45 M
Lösung
in CH3CN) zugetropft wurde. Das Reaktionsgemisch
wurde bei Raumtemperatur 90 Minuten lang gerührt, und die resultierende
Salze wurden abfiltriert. Das Filtrat wurde mit CH2Cl2 (50 ml) verdünnt und mit gesättigtem
wässrigem
NaHCO3 (2 × 20 ml) und Kochsalzlösung (20
ml) gewaschen. Die organische Lösung
wurde getrocknet (Na2SO4)
und unter reduziertem Druck eingedampft. Das restliche gelbe feste
Material wurde zusammen mit wasserfreiem CH3CN
eingedampft und über
Nacht unter Hochvakuum getrocknet, was 5 als gelben Feststoff ergab
(1,84 g, 100 % Ausbeute).
1H-NMR (400
MHz, CDCl3) δ: 1,23 (d, J = 6,96 Hz, CH3), 2,69 (t, J = 6,41 Hz, CH2);
3,65–3,75
(m, CH), 3,84–3,97
(m, CH2), 4,82–4,95 (m, CH2),
7,77–7,82
(m, Ar), 8,27–8,32
(m, Ar). 13C-NMR (400 MHz, CDCl3) δ: 20,29,
20,35, 24,50, 24,57, 43,13, 43,26, 58,32, 58,51, 64,48, 64,66, 117,40,
125,03, 127,04, 127,10, 127,41, 132,01, 132,21, 132,48, 133,37,
133,39, 133,89, 133,96, 134,07, 145,95, 146,03, 182,68, 182,89. 31P-NMR (CDCl3) δ: 149,76.
-
Beispiel 6
-
Herstellung von 5'-Ende-Anthrachinon-ONs
-
Zuerst wurde eine unmodifizierte
ODN-Sequenz auf einem DNA-Synthesegerät (Pharmacia Gene Assempler
Special®)
synthetisiert, wobei herkömmliche
Phosphoramidit-Kopplungsbedingungen laut Vorschrift (0,2-μmol- oder
1,3-μmol-Maßstab) und
herkömmliches
2'-Desoxynucleosid-CPG
oder herkömmliche Polystyrol-Trägermaterialien
verwendet wurden. Noch auf dem Synthesegerät wurden die 5'-OH-Termini der ODN-Sequenz
unter Verwendung einer 0,1 M Lösung
und 5 Minuten Kopp lungszeit mit dem Phosphoramidit-Reagens (3) oder
(5) gekoppelt. Die Kopplungseffizienz wurde auf >98% geschätzt, da der Versuch der Kopplung
eines weiteren Thymidinnucleosid- (T-) Rests an eine Testsequenz
5'-Anthrachinon-T-3' komplett fehlschlug
(keine 4,4'-Dimethoxytrityl-Abgabe
wurde beobachtet).
-
Nach Beendigung der Synthese wurde
das gewünschte
Anthrachinon-ODN vom Trägermaterial
abgespalten, und die Nucleobase-Schutzgruppen wurden durch 10- bis
15-stündige
Inkubation mit 32% NH4OH bei 55 bis 60°C entfernt.
Das rohe Anthrachinon-ODN-Konjugat wurde durch Umkehrphasen-HPLC
(C-18, 100 Å, 15
m, 300 × 3,9
mm ID) in einem Gradienten von 100 % 0,05 M Triethylammoniumacetat
(pH 7,4) zu 100 % H2O(50%)/CH3CN(50%),
Vol.-%, gereinigt.
-
Tabelle 1: Beispiele für synthetisierte
Anthrachinon-ODN-Konjugate:
-
Beispiel 7
-
Photoimmobilisierte Anthrachinon-ODN-Konjugate,
die effizient und spezifisch mit komplementären ODNs in Mikrotiterplatten
hybridisiert wurden
-
Die Anthrachinon-ODN-Konjugate 1
bis 6 (Tabelle 1) und unmodifizierte Kontroll-ODN-A (5'-aacagctatgaccatg-3') und -ODN-B (5'-gtaaaacgacggccagt-3') wurden wie beschrieben synthetisiert.
Alle ODNs wurden in 0,2 M LiCl auf eine Endkonzentration von 0,1 μM verdünnt, und
100 μl wurden
pro Napf in eine Mikrotiterplatte (MTP, Nunc, Polysorp) gegeben.
Die ODN-Lösungen
wurden 15 Minuten lang mit weichem UV-Licht bestrahlt. Nach der
Bestrahlung wurde die MTP vier Mal mit 300 μl entmineralisiertem Wasser
gewaschen.
-
100 μl pro Napf von 0,004 μM komplementären biotinlyierten
Oligomeren, entweder 5'-Biotin-catggtcatagctgtt-3' (Biotin-Zus. ODN-A)
oder 5'-Biotin-actggccgtcgttttac-3' (Biotin-Zus. ODN-B),
wurden bei Raumtemperatur 2 Stunden lang an die immobilisierten
Oligomere in 2 × SSCT
(30 mM Citrat, 0,3 M NaCl, pH 7,0, 0,1 Vol.-% Tween 20 (registrierter
Markenname)) hybridisiert. Nach dreimaligem Waschen mit 300 μl 1 × SSCT (15
mM Citrat, 0,15 M NaCl, pH 7,0, 0,1 Vol.-% Tween 20) und einmaligem
Waschen mit phosphatgepufferter Kochsalzlösung (PBST, 0,15 M Na+, pH 7,2, 0,05 Vol.-% Tween 20) wurden pro
Napf 100 μl
1 μg/ml
Meerrettich-Peroxidase-konjugiertes Streptavidin (Pierce) zu der
MTP zugesetzt. Die MTP wurde 30 Minuten lang bei Raumtemperatur
inkubiert und drei Mal mit 300 μl
PBST gewaschen.
-
Die Näpfe wurden auf Peroxidaseaktivität untersucht,
indem 100 μl
Substratlösung
(0,1 ml Citrat-Phosphat-Puffer pH 5,0, 0,66 mg/ml Orthophenylendiamindihydrochlorid,
0,012 Vol.-% H2O2)
zugesetzt wurden, und nach 30 Minuten wurde die Reaktion gestoppt,
indem 100 μl
0,5 M H2SO4 zugesetzt
wurden, und das Absorptionsvermögen
bei 492 nm wurde auf einem Mikrotiterplatten-Lesegerät abgelesen.
-
Wie in 4 dargestellt,
fangen die Anthranchinon-ODN-Konjugate 1 bis 6 (Tabelle 1) ihre
spezifischen komplementären
biotinylierten Oligomere sehr effizient und be deutend besser ein
als die entsprechenden unmodifizierten Kontroll-ODN-Fangsonden A
und B. Es wurde kein Signal beobachtet, wenn die Fangsonden mit
den nicht verwandten komplementären
biotinylierten ODNs inkubiert wurden.
-
Beispiel 8
-
Detektion eines Einzelnucleotid-Polymorphismus
(SNP) mit einer Anordnung von Anthrachinon-ON-Konjguaten
-
Vier Lösungen von ArrayItTM-Spotting-Lösung (Telechem,
Chargen-Nr. 99301) wurden hergestellt. Lösung 1 (positive Kontrolle):
7 μM ON7
(Tabelle 1), Lösung
2 (negative Kontrolle): reine Spotting-Lösung (Neg), Lösung 3 (Wildtyp
fangende Sonde): 7 μM
ON8 (Tabelle 1) und Lösung
4 (Mutanten fangende Sonde): 7 μM ON9
(Tabelle 1).
-
Ein Spotting-Roboter Cartesian Tech
PixSys 3500 wurde so programmiert, dass er die 4 verschiedenen Lösungen von
einer Mikrotiterplatte auf silanisierten Objektträgern (Hersteller,
Chargen-Nr.) anordnete. Die Tupfen wurden in einem Abstand von 1
mm in einer 4-mal-4-Anordnung mit jeweils 30 nl angeordnet, wobei 4
Kopien jeder Lösung
laut dem folgenden Muster angeordnet wurden:
-
Nach dem Spotting wurden die Tupfen
10 Minuten bei Raumtemperatur trocknen gelassen und dann 30 Minuten
lang mit einer ULS-20-2-Leuchtquelle mit UV-Licht bestrahlt, wobei
sowohl Ober- als auch Unterlicht und ein Glasplattenhalter verwendet
wurden. Schließlich
wurden die Objektträger
3 × 10
Minuten mit Milli-Q-Wasser (ca. 100 ml pro 25 Objektträger) gewaschen.
-
In einem Hybridisierungsassay wurden
sechs getupfte Objektträger
mit unterschiedlichen Kombinationen aus Proben, Reportersystemen
und positiven Kontrollen inkubiert, wie sie unten beschrieben sind.
Zwei synthetische 50-mer-ODNs, von denen eines die Nucleotidsequenz
des Gens, das den betreffenden SNP enthält, als Mutante (MT) und eines
als Wildtyp (WT) enthielt, wurden als Proben verwendet. Um zu detektieren, ob
ein Proben-50-mer an den immobilisierten Fangsonden hybridisiert
hatte, wurde eine 25-mer-ODN-Detektionssonde, die komplementär zu einer
Sequenz war, die sowohl in der 50-mer-Mutante als auch im -Wildtyp vorhanden
war und die am 5'-Ende
mit einem Biotin markiert war, verwendet (5'-Biotin-ttggaagtgccctgcagctt-3', ODN-Bio). Die Gegenwart
von Biotin wurde durch Inkubation mit Cy5-markiertem Streptavidin (SA/Cy5) detektiert.
Als positive Kontrolle wurde ein ODN verwendet, das zu ON7 komplementär war und
am 5'-Ende mit einem
Cy5-Fluorophor markiert war (Pos-Cy5: 3'-ctaagattttctgcatagcattaat-Cy5-5').
-
Die Objektträger wurden bei 37°C 30 Minuten
lang mit 20 μl
eines Hybridisierungsgemischs unter einem Deckglas inkubiert. Die
folgenden sechs unterschiedlichen Hybridisierungsgemische wurden
verwendet (alle in 2 × SSC):
| 1. "Homozygote" Wildtyp-Probe (0,1 μM): | 3,6 μl WT-50-mer
(Stammlösung:
2,8 μM) |
| | 47,2 μl ODN-Bio
(Stammlösung:
1,06 μM) |
| | 1,0 μl Pos-Cy5
(Stammlösung:
1,0 μM) |
| | 40 μl 5×SSC, 0,1%
SDS (2×SSC
final) |
| | 8,2 μl Milli-Q-Wasser. |
| 2. "Homozygote" Mutanten-Probe (0,1 μM): | 7,1 μl MT-50-mer
(Stammlösung:
1,4 μM) |
| | 47,2 μl ODN-Bio
(Stammlösung:
1,06 μM) |
| | 1,0 μl Pos-Cy5
(Stammlösung:
1,0 μM) |
| | 40 μl 5×SSC, 0,1%
SDS (2×SSC
final) |
| | 4,7 μl Milli-Q-Wasser. |
| 3. "Heterozygote" Probe (0,1 μM): | 3,6 μl WT-50-mer
(Stammlösung:
2,8 μM) |
| | 7,1 μl MT-50-mer
(Stammlösung:
1,4 μM) |
| | 47,2 μl ODN-Bio
(Stammlösung:
1,06 μM) |
| | 1,0 μl Pos-Cy5
(Stammlösung:
1,0 μM) |
| | 40 μl 5×SSC, 0,1
% SDS (2×SSC
final) |
| | 1,1 μl Milli-Q-Wasser. |
| 4. "Heterozygote" Probe (0,1 μM), ÷ Pos-CyS: | 3,6 μl WT-50-mer
(Stammlösung:
2,8 μM) |
| | 7,1 μl MT-50-mer
(Stammlösung:
1,4 μM) |
| | 47,2 μl ODN-Bio
(Stammlösung:
1,06 μM) |
| | 40 μl 5×SSC, 0,1%
SDS (2×SSC
final) |
| | 2,1 μl Milli-Q-Wasser. |
| 5.
Positive Kontrolle alleine (0,01 μM): | 1,0 μl Pos-Cy5
(Stammlösung:
1,0 μM) |
| | 40 μl 5×SSC, 0,1%
SDS (2×SSC
final) |
| | 59 μl Milli-Q-Wasser. |
| 6.
Detektions-Oligo alleine (0,5 μM):
47,2 | μl ODN-Bio
(Stammlösung:
1,06 μM) |
| | 40 μl 5×SSC, 0,1%
SDS (2×SSC
final) |
| | 12,8 μl Milli-Q-Wasser. |
-
Nach der Hybridisierung wurden die
Objektträger
3 × 5
Minuten lang mit 1 × SSC/0,1
% SDS (ca. 50 ml pro 6 Objektträger)
bei Raumtemperatur gewaschen und mit 20 μl SA/Cy5 (2,5 μg/ml in 2 × SSC) unter
einem Deckglas 30 Minuten lang bei Raumtemperatur hybridisiert.
Schließlich
wurden die Objektträger
3 × 5
Minuten lang in 1 × SSC/0,1%
SDS (ca. 50 ml pro 6 Objektträger)
gewaschen, luftgetrocknet und in einem konfokalen Laser-Scanner
gelesen (5A). Das tiff-Bild
des Laser-Scanners wurde mithilfe geeigneter Analyse-Software analysiert,
und das erhaltene Balkendiagramm ist in 5B zu sehen. Es zeigt klar, dass die AQ-Oligos
zur effizienten Produktion von hochqualitativen Oligonucleotid-Anordnungen
verwendet werden können.
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Beispiel 9
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Herstellung von N-(3-Hydroxypropyl)-2-benzophenoncarboxamid
(7)
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Zu einer Lösung von 4-Benzoylbenzoesäure (Fluka, >98%, 5,0 g, 22,1 mmol)
in DMF (70 ml) von HPLC-Reinheit wurden BOP (10,26 g, 23,20 mmol)
und Triethylamin (5,88 ml, 42,19 mmol) zugesetzt, und das resultierende
Gemisch wurde bei Raumtemperatur 10 Minuten lang gerührt. 3-Amino-1-propanol
(1,78 ml, 23,27 mmol) wurde zugesetzt, und das Reaktionsgemisch
wurde über
Nacht bei Raumtemperatur gerührt.
Die dunkelgelbe Lösung
wurde in Wasser (400 ml) gegossen, und das Pro dukt wurde mit Ethylacetat
(3 × 250
ml) extrahiert. Die vereinigten organischen Phasen wurden mit Kochsalzlösung (100
ml) gewaschen, getrocknet (Na2SO4) und unter reduziertem Druck eingedampft.
Der restliche gelbe Sirup, der sich beim Stehen lassen verfestigte,
wurde aus Ethylacetat und Hexan umkristallisiert, was die Verbindung
7 als grauweißen
Feststoff ergab (2,38 g, 38 % Ausbeute.
1N-NMR
(400 MHz, CDCl3) δ: 1,83 (2H, Quintett, J = 5,86
Hz, CH2), 3,65 (2H, "q",
J = 5,85 Hz, CH2), 3,76 (2H, t, J = 5,68
Hz, CH2), 7,46–7,89 (9H, m, Ar). 13C-NMR (400 MHz, CDCl3) δ: 31,60,
37,66, 60,14, 126,81, 128,30, 129,88, 132,79, 136,75, 137,41, 139,86,
167,29, 195,93.
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Herstellung von N-(3-(2-Cyanoethoxy)düsopropylamino)phosphinoxy)propyl)-2-benzophenoncarboxamid
(8)
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Der Alkohol 7 (500 mg, 1,76 mmol)
wurde in trockenem CH2Cl2 (15
ml) unter N2 gelöst. 2-Cyanoethyl-N,N,N',N'-Tetraisopropylphosphordiamidit
(0,56 ml, 1,76 mmol) und Tetrazol (3,80 ml einer 0,45 M Lösung in
CH3CN, 1,71 mmol) wurden zugesetzt, und
das Reaktionsgemisch wurde bei Raumtemperatur 120 Minuten lang gerührt. Der
gebildete Feststoff (Tetrazoliumsalze) wurde abfiltriert und mit
CH2Cl2 (20 ml) gewaschen. Die
vereinigten klaren Filtrate wurden mit gesättigtem wässrigem NaHCO3 (2 × 30 ml)
gewaschen, getrocknet (Na2SO4)
und unter reduziertem Druck eingedampft. Das Rohprodukt wurde unter
Hochvakuum getrocknet, was das Phosphoramidit 8 als blassgelbes Öl ergab
(812 mg, 95 % Ausbeute), das ohne weitere Reinigung eingesetzt wurde. 31P-NMR (CDCl3) δ: 148,45.
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Die Fällung des Phosphoramidits 8
(erhalten durch die Phosphitylierung von 7 mit 2-Cyanoethyl-N,N-phosphoramidochloridit
in Gegenwart von N,N-Diisopropylethylamin) aus CH2Cl2 oder Toluol in Hexan war nicht möglich, was
darauf hinweist, dass dieses Material von Natur aus ein Öl ist. Das
Phosphoramidit 8 kann jedoch bei –20°C unter N2 mehrere
Wochen oder möglicherweise
sogar Monate lang gelagert werden, ohne dass es zerfällt.
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Beispiel 10
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Herstellung von 5'-Ende-Benzophenon-(BP-)Oligodesoxynucleotid-(ODN-)
Konjugaten
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Die folgenden zwei BP-ODN-Konjugate
wurden auf einem DNA-Synthesegerät
EXPEDITETM 8909 synthetisiert.
1) 5'-BP-CONH(CH2)3-HEG-gtaaaacgacggccagt-3'
2) 5'-BP-CONH(CH2)3-HEG-aacagctatgaccatg-3'
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Herkömmliche Phosphoramidit-Kopplungsbedingungen
laut Anleitungen des Synthesegeräts (0,2-μmol-Maßstab) und
herkömmliche
2'-Desoxynucleosid-CPG-Trägermaterialien
wurden verwendet, um die oben genannten Oligonucleotid-Sequenzen
herzustellen. Noch auf dem Synthesegerät wurden die 5'-OH-Termini der ODNs
unter Verwendung einer 0,1 M Lösung
in CH3CN und herkömmlicher Kopplungszeit (100
Sekunden) mit dem Benzophenonphosphoramidit-Reagens 8 gekoppelt.
Die Kopplungseffizienz von 8 wurde auf >98% geschätzt, da der Versuch der Kopplung
eines weiteren Thymidinnucleosidrests an eine Testsequenz 5'-BP-t-3' fehlschlug (bei
abgetrennter Abdeckung wurde keine 4,4'-Dimethoxytrityl-Abgabe beobachtet).
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Die oben genannten BP-ODNs wurden
vom Trägermaterial
abgespalten, freigegeben und wie oben beschrieben (Beispiel 6) gereinigt.
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Die Zusammensetzung des Benzophenons,
das die Oligodesoxynucleotide enthält, wurde durch MALDI-TOF verifiziert.
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DNA-Oligomere, die ein 5-Anthrachinon
oder ein 5'-Benzophenon
tragen, können
durch Bestrahlung auf einem Trägermaterial
kovalent immobilisiert werden, und die immobilisierten Oligomere
sind effizient beim Einfangen eines komplementären DNA-Oligomers.
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Anthrachinon- (AQ-) und Benzophenon-
(BP-) Oligonucleotide wurden in Wasser verdünnt, und die Konzentration
wurde bei 260 nm bestimmt (Typ-A-Oligomere: AQ1-C3-Seq (Tabelle
1, Eintrag 4), AQ1-C3-HEG-Seq (Tabelle 1, Eintrag 5), AQ-1-C3-HEG2-Seq (Tabelle
1, Eintrag 6), AQ2-C3-Seq (Tabelle 1, Eintrag 10) und BP-C3-Seq (Beispiel
10, Oligo 1). Typ-B-Oligomere: AQ1-C3-Seq (Tabelle 1, Eintrag 1), AQ1-C3-HEG-Seq
(Tabelle 1, Eintrag 2), AQ1-C3-HEG2-Seq (Tabelle 1, Eintrag 3),
AQ2-C3-Seq (Tabelle 1, Eintrag 11) und BP-C3-Seq (Beispiel 10, Oligo
2). Gewünschte
Oligo-Konzentrationen wurden in 0,2 M NaCl (12,5 μM) verdünnt, und
weitere 5fache Verdünnungen
in 0,2 M NaCl wurden vorgenommen (2,5, 0,5, 0,1, 0,02, 0,004, 0,0008 μM). Für jedes
Oligomer wurden pro Mikrotiter-Napf 100 μl der einzelnen Konzentrationen genommen.
Der Immobilisierungsvorgang wurde durch 15-minütige Bestrahlung mit weichem
UV-Licht aus einer Entfernung von 10 cm über der Mikrotiterplatte (MTP)
durchgeführt.
Die MTP wurde dann mit 3 × 300 μl/Napf entmineralisiertem
Wasser gewaschen.
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2 μM
komplementäre
biotinylierte Oligonucleotide (komplementär zu Typ-A-Oligomeren: 5'-Biotin-CATGGTCATAGCTGTT-3' und komplementär zu Typ-B-Oligomeren:
5'-Biotin-ACTGGCCGTCGTTTTAC-3') wurden 60 Minuten
lang bei 37°C
in 100 μl/Napf
2 × SSCT
(30 mM Citrat, 0,3 M NaCl, pH 7,0, 0,05 Vol.-% Tween 20) an die
immobilisierten Oligonucleotide hybridisiert. Die MPT wurde dann
mit 3 × 300 μl/Napf phosphatgepufferter
Kochsalzlösung
(1 × PBST,
0,15+, pH 7,2, 0,05 Vol.-% Tween 20) gewaschen und mit 100 μl/Napf 1 μg/ml Streptavidin,
das mit in 1 × PBST
verdünnter
Merrettich-Peroxidase konjugiert war, 15 Minuten lang bei 37°C inkubiert.
Nachdem sie mit 3 × 300 μl/Napf 1 × PBST gewaschen
worden war, wurde eine einfach kalorimetrische Endpunktmessung erhalten,
nachdem 0,66 mg Orthophenylendiamin, 0,1 M Citrat-Phosphat-Puffer,
pH 5,0, 0,012 % H2O2 (100 μl/Napf) zugesetzt
worden waren. Die Reaktion wurde 90 Sekunden nach dem Zusatz von
100 μl/Napf
0,5 M H2SO4 gestoppt,
und die Absorptionsfähigkeit
bei 492 nm wurde in einem Mikrotiterplatten-Lesegerät gemessen.
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Wie in 6 und 7 dargestellt, ergeben sowohl
die AQ-Oligomere als auch die BP-Oligomere
eine klar konzentrationsabhängiges
Signal. Als eine nicht komplementäre Sequenz verwendet wurde,
konnte kein Signal detektiert werden. Die Erfinder sind zu dem Schluss
gekommen, dass sowohl AQ- als auch BP-Oligomere durch Bestrahlung
kovalent an eine feste Oberfläche
gebunden werden können
und dass auf diese Weise gebundene Oligomere zur Hybridisierung
an ihre komplementären
Ziel-DNA-Oligomere
fähig sind.