DE4437538A1 - System für die Erfassung und/oder Übertragung von Biosignalen bzw. Vitalfunktionen - Google Patents
System für die Erfassung und/oder Übertragung von Biosignalen bzw. VitalfunktionenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein System für die Erfassung und/oder
Übertragung von Biosignalen bzw. Vitalfunktionen wie z. B.
EKG-Signale, Herzpuls usw. nach dem Oberbegriff des
Anspruchs 1.
Systeme für die Erfassung und/oder Übertragung von
Biosignalen bzw. Vitalfunktionen wie z. B. EKG-Signale,
Herzpuls usw. von Patienten, Sportlern o. dgl. sind aus der
Medizintechnik und den Sportwissenschaften bekannt. Die
Systeme dienen der Eigenüberwachung von Körpersignalen der
oben genannten Personen. Die Systeme sind gewöhnlich so
ausgeführt, daß sich die Personen dabei frei bewegen können,
d. h. an der Person oder in unmittelbarer Nähe der Person
befindet sich als Empfangsstation ein Anzeigegerät z. B. in
Form einer Armbanduhr oder einer tachoartigen Anzeige an
einem Fahrradlenker. Die Übertragung von Sensoren auf eine
Empfangsstation kann über eine Leitung oder drahtlos
(telemetrisch) stattfinden.
Die telemetrische Übertragung von Signalen ist bereits aus
den Offenlegungsschriften DE 42 15 549 A1 und DE 42 23 657 A1
bekannt. Bei den dort beschriebenen Systemen, die im
wesentlichen aus einem Sensor, einem Sensorsender zur
Aufnahme und Weitergabe des Sensorsignals und einer
Empfangsstation bestehen, ist eine lediglich geringe
Reichweite des Sensorsenders gegeben. Es ist nicht möglich
die Empfangsstation zur externen Überwachung des Sportlers
oder des Patienten in größerer Entfernung vom Sportler oder
Patienten zu positionieren. Genausowenig ist es möglich eine
ganze Gruppe von den genannten Personen damit telemetrisch zu
überwachen oder im Sichtbereich der Personen zu ihrer
Selbstkontrolle eine leicht ablesbare Anzeigeeinheit
aufzustellen. Die Systeme erlauben auch keine langfristige
Archivierung und Auswertung der oben genannten Körpersignale.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Nachteile des
Standes der Technik zu verbessern und eine universelle
Einsatzmöglichkeit des Systems zur Bewältigung von komplexen
Überwachungssituationen z. B. im Sport-, Reha- und
Gesundheitswesen zu ermöglichen.
Die Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
In den Unteransprüchen sind vorteilhafte und zweckmäßige
Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Systems angegeben.
Der Kerngedanke der Erfindung ist es, daß das
erfindungsgemäße System einen netzunabhängigen Sender
besitzt, der an oder im Bereich der Patienten, Sportler o. dgl.
angebracht wird und durch sein Gewicht und seine
Baugröße die Bewegungsfreiheit des Sportlers oder Patienten
nicht einschränkt. Dabei hat der Sender eine Sendeleistung,
die eine ungestörte Übertragung des Sensorsignals auch über
größere Entfernungen erlaubt. Beim gleichzeitigen Betreiben
einer Vielzahl voneinander nicht abgeschirmten Sendern im
Empfangsbereich einer Empfangsstation liegen die
Sendefrequenzen der Sender und entsprechend die
Empfangsfrequenzen der Empfänger in einem sich nicht
überschneidenden Frequenzraster. Wenn die Sensorsignale einen
nicht deckungsgleichen zeitlichen Verlauf aufweisen, kann
mehr als ein Sender (z. B. zwei Sender) auf eine Sendefrequenz
gelegt werden. Dabei kann bei Bedarf durch eine entsprechende
Codierung der Sensorsignale die Anzahl der auf einem Kanal
arbeitenden Sender weiter erhöht werden.
Besonders bevorzugt ist es, wenn der Sender ein zusätzlicher
im Bereich des Patienten, Sportler o. dgl. befindlicher
Sender ist, und der Sender zur Aufnahme eines aus geringer
Entfernung (<2m) übertragenen Sensorsignals, von einem
handelsüblichen Sensor mit Sensorsender, eine
Empfangsschaltung bzw. eine Sensoranpassung und einen
Verstärker besitzt.
In einer einfachen Ausgestaltung der Erfindung ist es
vorteilhaft, daß die Empfangsstation zur Aufbereitung und
Ausgabe der Biosignale bzw. Vitalfunktionen wenigstens ein
Anzeigeorgan mit Mikroprozessor besitzt. Das Anzeigeorgan
(wie z. B. ein großes gut ablesbares LED-Display oder LCD-
Display) kann im Sichtbereich des Patienten oder Sportlers
aufgestellt werden, um dem Sportler oder Patienten eine
Selbstkontrolle und Leistungsanpassung zum Schutz vor
physischer Überlastung kontinuierlich zu ermöglichen.
Zusätzlich kann dadurch der Überwachungsvorgang insbesondere
durch Dritte erfolgen.
Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Empfangsstation von
einem oder mehreren Systemen eine oder mehrere Schnitt stellen
zu einem Personal-Computer (PC) besitzt, wobei zum
gleichzeitigen Betreiben einer Vielzahl von Systemen an einem
PC das Bussystem von Schnittstellen zum PC einen Multiplexer
umfaßt. Dadurch hat man die Möglichkeit eine kontinuierliche
Protokollierung der übertragenen Signale mit Hilfe des PC′s
vorzunehmen, um daraus eine Langzeitanalyse für z. B. die
Trainingsoptimierung zu erstellen.
Ebenso hat man die Möglichkeit über einen definierten
Zeitraum mehrere Signalverläufe von den absolvierten
Trainingseinheiten zur Leistungs- und Vergleichsanalyse
aufzunehmen.
Desweiteren ist es von Vorteil, daß zur Identifikation der
einzelnen Sender jeder Sender vor der Übertragung das
Sensorsignal mit einer Senderkennung versieht.
Letztlich ist es günstig, wenn die Empfangsstation zur
Anzeige von individuellen Signalgrenzwerten akustische
und/oder optische Organe zu Alarmgebung besitzt. Auf diese
Weise kann verhindert werden, daß der Sportler, Patient o. dgl.
Gefahr läuft, sich physisch zu überlasten. Die
Programmierung der Grenzwerte kann über ein spezielles
Grenzwertprogrammiergerät erfolgen.
Verschiedene Ausführungsbeispiele von Systemkomponenten der
Erfindung sind unter Angabe weiterer Vorteile und
Einzelheiten in den Zeichnungen dargestellt. Es zeigen
Fig. 1 ein schematisches Blockschaltbild eines
Sensors mit leitungsgebundener Übertragung zu
einem zusätzlichen Sender,
Fig. 2 ein schematisches Blockschaltbild eines
Sensors mit telemetrischer Übertragung zu
einem zusätzlichen Sender,
Fig. 3 das schematische Blockschaltbild einer
Empfangsstation mit Anzeigeorgan und
Fig. 4 das schematische Blockschaltbild einer
Empfangsstation für eine Vielzahl von Sendern
mit Multiplexer und PC.
Das Ausführungsbeispiel eines Sensors und eines zusätzlichen
Senders aus Fig. 1 besteht aus einem Sensor mit Sensorsender
1 (wie z. B. einem Infrarotsensor oder einer EKG-Elektrode),
einer Signalleitung 2, einer Sensoranpassung 3, einem
Verstärker 4, einem Signalformer 5, einem Mikroprozessor 6
und einem HF-Sendemodul 7. Das Ausführungsbeispiel eines
Sensors mit Sensorsender und zusätzlichem Sender aus Fig. 2
setzt sich aus einem Sensor mit Sensorsender 8 zur
telemetrischen Übertragung von Sensorsignalen zur
Empfangsschaltung 9 des zusätzlichen Senders 10, einem
Verstärker 11, einem Signalformer 12, einem Mikroprozessor 13
und einem HF-Sendemodul 14 zusammen.
Die Empfangsstation des Systems nach Fig. 3 umfaßt ein HF-
Empfangsmodul 15, einen Decodierer 16, einen
Mikroprozessor 17 mit einer Schnittstelle 18, einen Display-
Treiber 19 sowie zwei LCD-Displays 20, 21. Schließlich ist in
Fig. 4 eine Empfangsstation des erfindungsgemäßen Systems
dargestellt, die "n" Empfangseinheiten 22 besitzt, welche
sich im einzelnen aus den bereits erwähnten Modulen
HF-Empfänger 15, Decodierer 16, Mikroprozessor 17 und
Schnittstelle 18 zusammensetzen. Zur Kommunikation mit einem
PC 24 umfaßt das Ausführungsbeispiel ein Bussystem 25 und
einen Multiplexer 26.
Der Patient oder Sportler trägt beispielsweise bei der
Pulserfassung im Herzbereich den Sensor mit Sensorsender 8,
der telemetrisch das Pulssignal zum zusätzlichen Sender 10
weitergibt. Der Sender 10 befindet sich an einer günstigen
Stelle an der Kleidung des Patienten oder Sportlers und
überträgt HF-moduliert das Signal zur in einer größeren
Entfernung befindlichen Empfangsstation 22. Alternativ kann
zur Pulserfassung am Patienten oder Sportler der
leitungsverbundene Sensor 1 (z. B. Ohrklipssensor) angebracht
werden. Dabei wird über die Signalleitung 2 das Sensorsignal
dem zusätzlichen Sender 10 zugeführt.
Die Empfangsstation 22 verfügt über zwei LCD-Displays 20, 21,
die im Sichtbereich des Sportlers oder Patienten angebracht
werden können.
Der Sender 10 ist eine quartzgesteuerte Schmalbandausführung
(in Deutschland beispielsweise im 434-MHz-Band) mit einem
definierten Frequenzraster, wodurch ein äußerst zuverlässiger
und interferenzfreier Betrieb gewährleistet ist, d. h. es
können mehrere, deren Anzahl abhängig vom gewählten
Frequenzraster ist, sich im Empfangsbereich des
Überwachungssystems befindliche Personen simultan erfaßt
werden. Der aufgenommene Sensorwert wird nach der
Anpassungsschaltung 3 bzw. einer Empfangsschaltung 9 durch
einen Verstärker 4, 11 entsprechend verstärkt. Der
Signalformer 5, 12 generiert ein für den nachgeschalteten im
Sender sich befindenden Mikroprozessor 6, 13 verwertbares
Signal. Der Mikroprozessor 6, 13 berechnet aus mehreren
eingehenden Sensorsignalen einen Mittelwert führt
Plausibilitätsprüfungen durch und generiert das
Datenprotokoll, welches dem HF-Sendemodul 7, 14 zugeführt
wird. Das Datenprotokoll enthält die Senderkennung, die
Signalwertkennung (z. B. für Herzpuls oder EKG-Signal), die
Signalwertinformation und die Systemzeit. Zur Anpassung an
verschiedene Einsatzbereiche ist die Sendeleistung
einstellbar. Das HF-Empfangsmodul 15 der Empfangsstation 22
empfängt die vom HF-Sendemodul 7, 14 abgestrahlten codierten
Daten und leitet diese an den Decoder 16 weiter. Die
decodierten Signale werden vom Mikroprozessor 17 verarbeitet.
Der Mikroprozessor kann eine Minimum- bzw. Maximum-Auswertung
veranlassen und bei Über- bzw. Unterschreitung von
einprogrammierten Grenzwerten ein Alarmsignal auslösen. Über
den Display-Treiber 19 werden die Sensorsignalwerte auf den
beiden LCD-Displays 20, 21 dargestellt. Parallel dazu kann
eine Datenausgabe über die Schnittstelle 18 (z. B. RS 232
Schnittstelle) an einen PC 24 erfolgen.
Bei einer Vielzahl von gleichzeitig betriebenen Systemen mit
Empfangseinheit 23 kann die Datenausgabe lediglich auf den PC
24 erfolgen. Die Daten werden über die Schnittstellen 18 das
Bussystem 25 und den Multiplexer 26 in den PC 24 eingelesen.
Mit Hilfe der Senderkennung findet die Zuordnung zum
jeweiligen Sender statt. Der PC kann in einfacher Weise die
ankommenden Daten aufzeichnen, speichern und in Form von
Tabellen, Grafiken und Kalkulationen in Echtzeit über Monitor
oder einen angeschlossenen Printer darstellen oder ausgeben.
Claims (6)
1. System für die Erfassung und/oder Übertragung von
Biosignalen bzw. Vitalfunktionen wie z. B. EKG-Signale,
Herzpuls usw. von Patienten, Sportlern o. dgl., bestehend aus
einem Sensor, einem Sensorsender zur Aufnahme und Weitergabe
des Sensorsignals und einer Empfangsstation, dadurch
gekennzeichnet, daß die Sendeleistung eines am oder im
Bereich des Patienten, Sportler oder dgl. befindlichen
Senders (10) derart ausgelegt ist, daß eine ungestörte
telemetrische Übertragung des Sensorsignals zur
Empfangsstation (22) wenigstens im Bereich von Gebäuden,
Sportanlagen, Stadien oder ähnlichem gegeben ist, und wobei
zum gleichzeitigen Betreiben einer Vielzahl voneinander nicht
abgeschirmten Sendern (10) im Empfangsbereich der
Empfangsstation (22) die Sendefrequenzen der Sender (10) in
einem sich nicht überschneidenden Frequenzraster liegen.
2. System nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der
Sender ein zusätzlicher am oder im Bereich des Patienten,
Sportler o. dgl. befindlicher Sender ist, und der Sender (10)
zur Aufnahme eines aus geringer Entfernung übertragenen
Sensorsignals, von einem handelsüblichem Sensor mit
Sensorsender (1, 8), eine Empfangsschaltung (9) bzw. eine
Sensoranpassung (3) und einen Verstärker (4, 11) besitzt.
3. System nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Empfangsstation (22) zur Aufbereitung und Ausgabe der
Biosignale bzw. Vitalfunktionen wenigstens ein
Anzeigeorgan (20) mit Mikroprozessor (17) besitzt.
4. System nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch
gekennzeichnet, daß die Empfangsstation (22) von einem oder
mehreren Systemen eine oder mehrere Schnittstellen (18) zu
einem Personal-Computer (24) besitzt, wobei zum
gleichzeitigen Betreiben einer Vielzahl von Systemen an einem
PC (24) das Bussystem (25) von Schnittstellen (18) zum
PC (24) einen Multiplexer (26) umfaßt.
5. System nach Anspruch 1, 2, 3 oder 4, dadurch
gekennzeichnet, daß zur Zuordnung der Sender (10) beim
gleichzeitigen Betreiben einer Vielzahl von Systemen das
Sendersignal eine Senderkennung besitzt.
6. System nach einem der oben aufgeführten Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Empfangsstation (22) zur
Anzeige von individuellen Signalgrenzwerten akustische
und/oder optische Organe zur Alarmgebung und ein
Programmiergerät zur Eingabe der Grenzwerte besitzt.
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| 8139 | Disposal/non-payment of the annual fee |