DE4432677A1 - Endoskoprohrsystem - Google Patents
EndoskoprohrsystemInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Endoskoprohrsystem nach
dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
Bekannte derartige Endoskoprohrsysteme besitzen zur Bewerk
stelligung der Biegebewegung des elastisch biegbaren Ab
schnitts Zugseile, die durch Bohrungen im Umfangsbereich der
Einzelglieder hindurchgeführt sind. Ein derartiges flexibles
Endoskoprohr ist beispielsweise in DE 26 18 732 B2 beschrie
ben. Die Einzelglieder sind hierbei untereinander gelenkig
verbunden.
Diese bekannten Endoskoprohrsysteme sind, wenn überhaupt, nur
mit großen Aufwand zerlegbar. Außerdem ist die Zugseildurch
führung vergleichsweise störungsanfällig, und die gesamte
Rohranordnung läßt sich aufgrund ihrer mangelnden Zerlegbar
keit nur mit großem Aufwand reinigen, wobei gerade die Ge
lenkverbindungen der Einzelglieder und die Zugseildurchfüh
rungen schmutzanfällig sind.
In der deutschen Patentanmeldung P 44 14 810.0-35 ist bereits
ein Endoskoprohrsystem angegeben, das mit geringem Aufwand in
Einzelkomponenten, die insbesondere auch leicht zu reinigen
sind, zerlegbar, wenig schmutzanfällig, vielseitig verwendbar
und wenig störungsanfällig ist. Zu diesem Zweck weist das
dortige Endoskoprohrsystem bereits die Merkmale a) bis d) des
vorliegenden Anspruchs 1 auf.
Die vorliegende Anmeldung ist eine Zusatzanmeldung zu dieser
deutschen Patentanmeldung P 44 14 810.0-35, deren Inhalt hier
zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen in vollem Umfang
durch Verweis aufgenommen wird. Ebenso wird durch Verweis der
Inhalt der deutschen Patentanmeldung P 44 14 809.7-35 in vol
lem Umfang aufgenommen, die sich auf eine Handbedieneinrich
tung für ein Endoskop bezieht, welche z. B. zur Bedienung des
vorliegenden Endoskoprohrsystems geeignet ist.
Die Steifigkeit des biegbaren Abschnitts eines Endoskoprohr
systems mit den Merkmalen a) bis d) des Anspruchs 1 ist in
Biegerichtung durch die Steifigkeiten von Stabilisierungs-
und Zugfederband bestimmt, solange die Biegung nicht dadurch
begrenzt wird, daß einander zugewandte Bereiche benachbarter
Einzelglieder gegeneinander zur Anlage kommen, was den maxi
malen Biegewinkel definiert, oder zusätzlich versteifende
Maßnahmen vorgesehen sind. Als eine solche Maßnahme wird in
der Hauptanmeldung P 44 14 810.0-35 bereits vorgeschlagen,
die Einzelglieder mit axial abstehenden Schuppenteilen so
auszubilden, daß sich die Schuppen benachbarter Einzelglieder
quer zur Biegerichtung versteifend überlappen. In den Rich
tungen mit Ausnahme der Biegerichtung trägt zusätzlich das
axiale Festhalten des Zugfederbandes zur Steifigkeit bei. Für
manche Anwendungsfälle kann es erwünscht sein, Zwischenposi
tionen zwischen geradlinigem Verlauf und maximalem Biegewin
kel mit vergleichsweise hoher Steifigkeit auch in Biegerich
tung einstellen zu können.
Der Erfindung liegt daher als technisches Problem die Bereit
stellung eines Endoskoprohrsystems zugrunde, das über die Sy
stemeigenschaften nach der deutschen Patentanmeldung P 44 14
810.0-35 hinaus die Einstellbarkeit des elastisch biegbaren
Abschnitts in verschiedenen Biegewinkeln mit jeweils ver
gleichsweise hoher Steifigkeit ermöglicht.
Dieses Problem wird durch ein Endoskoprohrsystem mit den
Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst. Neben den durch die
Merkmale a) bis d) gegebenen Vorteile, wie sie in der zugehö
rigen Hauptanmeldung P 44 14 810.0-35 angegeben sind, bieten
die weiteren Merkmale e) und f) die Möglichkeit, den ela
stisch biegbaren Abschnitt auch in Zwischenpositionen zwi
schen geradlinigem Verlauf und maximaler Biegung sehr biege
steif einstellen zu können. Hierzu wird das Versteifungsüber
rohr mit einem Endbereich in jeweils gewünschter Länge über
einen entsprechend langen, hinteren Teil des elastisch bieg
baren Abschnitts geschoben. Die Steifigkeit des Versteifungs
überrohrs ist so gewählt, daß sich der von dessen Endbereich
umschlossene Teil des elastisch biegbaren Abschnitts der Form
des umschließenden Rohrendbereichs anpaßt, der insbesondere
geradlinig sein kann. Damit wird eine effektive Verkürzung
des übrigen Teils des elastisch biegbaren Abschnitts ereicht,
der jeweils noch mit dem Zugfederband in seiner Krümmung ver
ändert werden kann. Durch diese Verkürzung und die zusätzli
che Steifigkeit des Versteifungsüberrohrs ergibt sich eine
hohe Steifigkeit der Anordnung in jeder Biegestellung auch in
der Biegerichtung.
Eine besonders hohe Steifigkeit ergibt sich durch eine Wei
terbildung der Erfindung nach Anspruch 2, indem für jeden
Biegewinkel gerade die jeweils dafür erforderlichen, vornlie
genden Einzelglieder um den maximal möglichen Kippwinkel ver
kippt sind, während die ggf. übrigen Einzelglieder im Ver
steifungsüberrohr aufgenommen sind. Die verkippten Einzel
glieder liegen umfangsseitig wenigstens an der Krümmungsin
nenseite, bevorzugt am ganzen Umfang, gegeneinander an und
tragen dadurch wesentlich zur erhöhten Steifigkeit auch in
Biegerichtung bei.
Eine Weiterbildung der Erfindung nach Anspruch 3 hat den Vor
teil, daß mit einer einzigen Betätigung über Kopplungsmecha
nismus das Zugfederband und das Versteifungsüberrohr aufein
ander abgestimmt axial bewegt werden können, wobei der Kopp
lungsmechanismus die ggf. erforderliche Übersetzung zwischen
den beiden Axialbewegungen beinhaltet. Die Abstimmung dieser
Bewegungen berücksichtigt, daß jeweils bei Verschiebung des
Versteifungsüberrohrs um die axiale Länge eines Einzelgliedes
das Zugfederband so weit axial bewegt wird, daß sich der Bie
gewinkel des elastisch biegbaren Abschnitts um den maximalen
Einzelglied-Kippwinkel ändert, da solchermaßen jeweils ein
Einzelglied mehr oder weniger zur Biegung beiträgt. Der Kopp
lungsmechanismus erspart folglich eine entsprechende getrenn
te Betätigung von Versteifungsüberrohr und Zugfederband.
In alternativer Weiterbildung der Erfindung ist gemäß An
spruch 4 das Zugfederband federelastisch axial in Richtung
maximaler Biegung des elastisch biegbaren Abschnitts vorge
spannt gehalten, wobei sich eine zugehörige Feder z. B. an ei
nem Endoskopgriffstück oder einem mit diesem starr verbunden
Bauteil abstützt. Die Vorspannung des Zugfederbandes hat zur
Folge, daß der elastisch biegbare Abschnitt automatisch seine
durch die aneinanderstoßenden Einzelglieder definierte, maxi
male Biegestellung einnimmt, wenn er vollständig vom Verstei
fungsüberrohr freigegeben ist. Durch Vorschieben des Verstei
fungsüberrohrs aus dieser freigebenden Lage heraus lassen
sich dann die Einzelglieder des elastisch biegbaren Ab
schnitts sukzessive im zugehörigen Überrohrendbereich aufneh
men, wodurch immer weniger Einzelglieder zur Biegung des ela
stisch biegbaren Abschnitts beitragen, so daß sich folglich
dessen Biegewinkel schrittweise um jeweils den maximalen Ein
zelglied-Kippwinkel verringert. Auf diese Weise lassen sich
die verschiedenen Biegestellungen des elastisch biegbaren Ab
schnitts allein durch die Axialbewegung des Versteifungsüber
rohrs einstellen, wobei automatisch eine hohe Steifigkeit der
jeweiligen Biegestellung gegeben ist, indem der eine Teil der
Einzelglieder vom Versteifungsüberrohr aufgenommen ist, wäh
rend die übrigen Einzelglieder ihre steifigkeitserhöhende,
maximal gegeneinander verkippte Lage einnehmen.
Eine Weiterbildung der Erfindung nach Anspruch 5 wirkt sich
vorteilhaft auf die Zerlegbarkeit eines Endoskoprohrsystems
mit wenigstens drei koaxialen Rohrstücken aus, indem an einem
Montageende wenigstens eines Rohres, z. B. des Versteifungs
überrohrs oder des Zugrohrs zur Axialbewegung des Zugfeder
bandes, eine Steckmuffe mit radial nachgiebiger Umfangs
rastung vorgesehen ist, auf die ein Axialbetätigungselement
lösbar aufgesteckt werden kann. Mit dieser Maßnahme läßt sich
die bereits in der Hauptanmeldung beschriebene gute Zerleg
barkeit des Systems, das neben starren Rohren zur Halterung
des Stabilisierungs- und des Zugfederbandes auch ein Rohr zur
Drehung eines auf den elastisch biegbaren Abschnitt aufsetz
baren Kopfstücks beinhalten kann, auch bei Ergänzung um das
Versteifungsüberrohr voll aufrechterhalten.
Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung sind in den Zeich
nungen dargestellt und werden nachfolgend beschrieben. Es
zeigen:
Fig. 1 ein Endoskoprohrsystem mit axial federelastisch vor
gespanntem Zugfederband bei zurückgeschobenem Ver
steifungsüberrohr in einer Seitenansicht,
Fig. 2 die Seitenansicht von Fig. 1 bei vollständig vorge
schobenem Versteifungsüberrohr,
Fig. 3 eine schematische Seitenansicht eines Endoskoprohrsy
stems mit Kopplungsmechnismus zwischen Zugfederband
und Versteifungsüberrohr in zurückgeschobener Ver
steifungsüberrohrstellung,
Fig. 4 die Ansicht von Fig. 3 bei vorgeschobenem Verstei
fungsüberrohr,
Fig. 5 Seitenansichten des elastisch biegbaren Abschnitts
und des vorderen Endbereichs des Versteifungsüber
rohrs der Endoskoprohrsysteme der Fig. 1 bis 4 in un
terschiedlichen Biegewinkelstellungen des elastisch
biegbaren Abschnitts,
Fig. 6 eine hälftig geschnittene Seitenansicht des betäti
gungsseitigen Endes des Versteifungsüberrohrs der En
doskoprohrsysteme der Fig. 1 bis 4,
Fig. 7 eine hälftig geschnittene Seitenansicht einer Varian
te des betätigungsseitigen Endes des Versteifungs
überrohrs und
Fig. 8 eine Seitenansicht zweier benachbarter Einzelglieder
der Systeme der Fig. 1 bis 7.
Das in den Fig. 1 und 2 lediglich mit seinen hier wesentli
chen Komponenten dargestellte und ansonsten einem solchen,
wie sie in der Hauptanmeldung beschrieben sind, entsprechen
des Endoskoprohrsystem beinhaltet einen elastisch biegbaren
Rohrabschnitt (2), der an das vordere Ende einer nicht näher
gezeigten, starren Rohrverlängerung anschließt und an dessen
vorderem Ende ein Endoskopfunktionskopfteil anschließbar ist.
Der elastisch biegbare Rohrabschnitt (2) beinhaltet in axia
lem Abstand hintereinanderliegende, ringförmige Einzelglieder
(1) , die im wesentlichen von der in der Hauptanmeldung be
schriebenen Art sind und insbesondere aus zwei koaxialen
Ringteilen aufgebaut sein können. Das vorderste Einzelglied
(1′) dient als Anschluß für das nicht gezeigte Kopfteil. Ent
lang einer Innenseite der hohlzylindrischen Einzelglieder (1)
verläuft ein Stabilisierungsfederband (3), an dem sämtliche
Einzelglieder (1) unlösbar festgelegt sind. Dem Stabilisie
rungsfederband (3) gegenüberliegend verläuft ein Zugfederband
(4), das nur mit dem vordersten Einzelglied (1′) verbunden
und mit seinem anderen Ende an einem axial beweglichen
Zugrohr (6) festgelegt ist. Das Stabilisierungsfederband (3)
ist über die zugehörige Rohrverlängerung axial unbeweglich
mit einem Endoskopgriffstück verbunden, von dem nur symbo
lisch ein Griffansatzstück (7) dargestellt ist. Zur Haltung
und Bedienung eines solchen Endoskoprohrsystems eignet sich
ein Endoskopgriffstück nach der oben angegebenen, in Bezug
genommenen Patentanmeldung P 44 14 809.7-35.
Durch axiale Bewegung des Zugfederbandes (4) über die zugehö
rige Rohrverlängerung (6) relativ zum Stabilisierungsfeder
band (3) und damit zum Griffansatzstück (7) läßt sich der
Einzelgliedabschnitt (2) in einem gewünschten Krümmungswinkel
biegen. In Fig. 1 ist der elastisch biegbare Rohrabschnitt
(2) in seinem maximal erreichbaren Biegewinkel von vorliegend
etwa 108° zur Längsachse des Rohrsystems dargestellt. In die
ser Stellung sind benachbarte Einzelglieder (1) gegeneinander
um einen Winkel (α) von vorliegend 12° bezüglich ihrer Längs
achse verkippt und liegen entlang ihres gesamten, einander
zugewandten Umfangs gegeneinander an, was eine weitere Bie
gung begrenzt und gleichzeitig diese maximale Biegestellung
auch in Biegerichtung versteift.
Aus Fig. 8 ist die hierzu speziell gewählte Einzelgliederge
staltung zu erkennen. Im Unterschied zu der in der Hauptan
meldung explizit wiedergegebenen Gestaltung der hohlzylindri
schen Einzelglieder mit zur Längsachse senkrechten stirnsei
tigen Abschlüssen und beabstandeter Anbringung am Stabilisie
rungsfederband sind diese Ringstirnseiten (31, 32) hier in
symmetrisch schräg zur Längsachse verlaufenden Ebenen liegend
so ausgebildet, daß sich die Einzelglieder axial von der dem
Stabilisierungsfederband zugewandten Seite (34) zur dem Zug
federband zugewandten Seite (35) verjüngen, wobei die Einzel
glieder mit ihrem Umfangsbereich größter axialer Länge punk
tuell an einer umfangsseitigen Stelle (33) aneinanderliegend
am Stabilisierungsband (3) festgelegt sind. Durch Ziehen am
Zugfederband (3) läßt sich folglich das eine Einzelglied (1b)
gegenüber dem benachbarten Einzelglied (1a) bis zu dem maxi
malen Winkel (α) gegeneinander verkippen. In dieser Stellung
(1b′), die in Fig. 8 gestrichelt angedeutet ist, liegt dann
das Stirnende (31) des einen Einzelgliedes (1b) entlang des
gesamten Umfangs an der jeweils zugewandten Stirnseite (32)
des benachbarten Einzelgliedes (1a) an, woraus eine entspre
chend hohe Steifigkeit resultiert. Zu letzterer tragen auch,
wie in der Hauptanmeldung erwähnt, die sich quer zur Biege
richtung überlappenden Schuppenteile (30) der Einzelglieder
(1a, 1b), von denen in Fig. 8 nur die am einen der beiden
koaxialen Einzelgliedringteile angeformten zu sehen sind, so
wie das axiale Festhalten des Zugrohrs (6) und damit des Zug
federbandes (4) bei, da eine Bewegung des biegbaren Rohrab
schnitts (2) in Richtung schwächerer Krümmung ein entspre
chendes axiales Nachführen des Zugfederbandes (4) erfordert.
Um nun die für die in Fig. 1 gezeigte maximale Biegung des
biegbaren Rohrabschnitts (2) gegebene erhöhte Steifigkeit
durch Aneinanderstoßen benachbarter Einzelglieder (1) auch
für Stellungen des Einzelgliedabschnitts (2) mit geringerem
Biegewinkel zu erzielen, ist ein zusätzliches Versteifungs
überrohr (8) über die sonstige Verlängerungsrohranordnung ge
zogen. Der eine, vordere Endbereich (11) des Versteifungs
überrohrs (8) wirkt mit dem Einzelgliedabschnitt (2) zusam
men, während am gegenüberliegenden Versteifungsüberrohrende
(10) ein Betätigungselement (9) angeordnet ist, über welches
das Versteifungsüberrohr (8) axial bezüglich dem Griffansatz
stück (7) und somit auch bezüglich des elastisch biegbaren
Rohrabschnitts (2) verschiebbar ist. Gleichzeitig ist an dem
griffseitigen Ende des Zugrohrs (6) eine federelastische Vor
spannung desselben vorgesehen, indem der zugehörige Zugrohr
endbereich von einer Spiralfeder (13) umgeben ist, die sich
einerseits am Griffansatzstück (7) und andererseits an einem
Endanschlag (12) des Zugrohrs (6) abstützt. Durch die Kraft
der Spiralfeder (13) wird der biegbare Rohrabschnitt (2) über
das Zugrohr (6) in der in Fig. 1 darstellten, maximalen Bie
gestellung gehalten, wenn sich das Versteifungsüberrohr (8)
in der entsprechenden, zurückgeschobenen Stellung befindet,
in welcher es den biegbaren Abschnitt (2) vollständig frei
gibt.
Wird das Versteifungsüberrohr (8) aus dieser Stellung heraus
durch Einwirken mit einer axialen Schubkraft (S) am zugehöri
ge Bedienelement (9) gegenüber dem Griffansatzstück (7) axial
nach vorn bewegt, so nimmt der vornliegende Endbereich (11)
des Versteifungsüberrohrs (8) die Einzelglieder (1) des bieg
baren Rohrabschnitts (2) sukzessive von hinten nach vorne
auf. Das Versteifungsüberrohr (8) ist dabei mit seinem vorde
ren Endbereich (11) geradlinig und mit solcher Steifigkeit
ausgeführt, daß das Vorschieben des Versteifungsüberrohrs (8)
die jeweils vom vorderen Endbereich (11) aufgenommenen Ein
zelglieder (1) des biegbaren Rohrabschnitts (2) in die gerad
linig hintereinanderliegende Position zwingt, wobei sich
gleichzeitig das Zugfederband (4) und damit das Zugrohr (6)
unter Zusammendrücken der vorspannenden Feder (13) automa
tisch in der jeweils richtigen Länge axial nach vorn schiebt.
In der in Fig. 2 gezeigten vordersten Stellung des Verstei
fungsüberrohrs (8) ist der biegbare Rohrabschnitt (2) gänz
lich im vorderen Endbereich (11) des Versteifungsüberrohrs
(8) aufgenommen. Wiederum unter alleiniger Verschiebung des
Versteifungsüberrohrs (8), in diesem Fall in umgekehrter
Richtung nach hinten, läßt sich der biegbare Rohrabschnitt
(2) aus dieser geradlinigen Stellung heraus in eine gewünsch
te Biegestellung verbringen, wobei die vorspannende Feder
(13) das Zugrohr (6) und damit das Zugfederband (4) in jeder
Versteifungsüberrohrstellung soweit zurückzieht, bis die vom
Versteifungsüberrohr (8) freigegebenen Einzelglieder (1) an
der Krümmungsinnenseite gegeneinanderstoßen.
Diese Art der Biegewinkeleinstellung für den biegbaren Rohr
abschnitt (2) ist genauer aus Fig. 5 zu erkennen. Die vom
Versteifungsüberrohr freigegebenen Einzelglieder (1) sind je
weils um den maximalen Kippwinkel (α), der vorliegend 12° be
trägt, gegeneinander verkippt. In der untersten Rohrstellung
von Fig. 5 ist gerade das vorderste Einzelglied (1′) des
biegbaren Rohrabschnitts (2) freigegeben und durch die Wir
kung der Vorspannfeder (13) um den maximalen Kippwinkel (α)
gegenüber dem dahinterliegenden Einzelglied (1′′) verkippt,
während die übrigen, im Versteifungsüberrohr (8) aufgenomme
nen Einzelglieder aufgrund dessen Steifigkeit in ihrer gerad
linig hintereinanderliegenden Lage verbleiben. Demgemäß ent
spricht in dieser Einstellung des Endoskoprohrsystems der
Biegewinkel (β) dem maximalen Kippwinkel (α).
Die in Fig. 5 darüberliegend gezeigten Endoskoprohrstellungen
entsprechen jeweils denjenigen, die durch zusätzliches Frei
geben eines Einzelgliedes (1) mittels Zurückschieben des Ver
steifungsüberrohrs (8) um eine Länge (dx), die der axialen
Länge (dl) eines Einzelgliedes (1) entspricht, erreicht wer
den. Mit jedem zusätzlich vom Versteifungsüberrohrendbereich
(11) freigegebenen Einzelglied (1) verkippt dieses zusätzlich
zu den bereits freigegebenen Einzelgliedern gegenüber seinem
dahinterliegenden Einzelglied um den maximalen Kippwinkel
(α), so daß diese aufeinanderfolgend gezeigten Stellungen
jeweils einen Biegewinkelzuwachs um den maximalen Kippwinkel
(α) von 12° entsprechen. Da sich das hinterste Einzelglied
nicht mehr verkippen läßt, entsteht so für den gezeigten, aus
zehn Einzelgliedern (1) bestehenden, biegbaren Abschnitt (2)
der in der obersten Stellung von Fig. 5 gezeigte maximale
Biegewinkel (β) von 108°. In jeder der in Fig. 5 gezeigten
Biegestellungen nimmt der freigebene Teil des biegbaren Rohr
abschnitts (2) jeweils seine maximale Krümmung ein, so daß
die zugewandten Stirnseiten der freigegebenen Einzelglieder
(1) jeweils entlang des gesamten Umfangs gleichmäßig aneinan
derstoßen, wodurch sich eine beträchtliche Versteifungswir
kung, insbesondere auch in Biegerichtung, ergibt. Die Stei
figkeit der Anordnung in anderen Richtungen ist vor allem
auch durch dem Widerstand bestimmt, den die Vorspannungsfeder
(13) einer Verschiebung des Zugrohrs (6) nach vorn entgegen
setzt. Mit dem in den Fig. 1 und 2 gezeigten Endoskoprohrsy
stem läßt sich folglich ein gewünschter Endoskopkopfbiegewin
kel mit vergleichsweise hoher Steifigkeit allein durch Axial
verschiebung des Versteifungsüberrohrs (8) einstellen.
Eine Variante des Endoskoprohrsystems der Fig. 1 und 2, bei
der das Zugrohr (6) über einen Kopplungsmechanismus (17) ge
eignet mit der Axialbewegung des Versteifungsüberrohrs (8)
mitbewegt wird, ist in den Fig. 3 und 4 dargestellt, das im
übrigen dem obigen Beispiel entspricht, wobei insoweit glei
che Bezugszeichen für gleiche funktionelle Teile verwendet
sind. Der Kopplungsmechnanismus (17) ersetzt die Vorspan
nungsfeder (13) von Fig. 1 und beinhaltet einen dreieckförmi
gen, schwenkbeweglichen Nocken (15), der zum einen gegen ei
nen Endabsatz (16) des Zugrohrs (6) und zum anderen gegen ei
ne Schrägfläche eines untersetzt mit der Axialbewegung des
Versteifungsüberrohrs (8) mitbewegten Keils (14) anliegt. Da
das Zugfederband, wie in der Hauptanmeldung beschrieben, im
entspannten Zustand gekrümmt verlaufend ausgebildet und so in
das Endoskoprohrsystem eingesetzt ist, daß es in der entge
gengesetzten Richtung abbiegbar ist, steht das Zugrohr (6)
unter einer in den Fig. 3 und 4 nach rechts gerichteten,
axialen Zugkraft, welche den Zugrohrendanschlag (16) gegen
den Nocken (15) gedrückt hält. In der in Fig. 3 gezeigten
Stellung, die der Stellung von Fig. 1 im obigen Beispiel ent
spricht und in welcher der biegbare Abschnitt (2) seine maxi
male Biegestellung einnimmt, befindet sich das Zugrohr (6) in
der am weitesten nach links, d. h. bezüglich der Endoskop
rohranordnung nach hinten, herausgezogenen Stellung. Entspre
chend befindet sich das Versteifungsüberrohr (8) in seiner
gänzlich zurückgeschobenen Position.
Wird das Versteifungsüberrohr (8) aus dieser Stellung heraus
wiederum durch Einwirken mit der Schubkraft (S) am zugehöri
gen Bedienelement (9) nach vorn geschoben, so nimmt der vor
dere Endbereich (11) wiederum sukzessive die Einzelglieder
(1) des biegbaren Abschnitts (2) auf. Gleichzeitig wird der
mit dem Bedienelement (9) des Versteifungsüberrohrs (8) in
geeignet untersetzter, üblicher und daher nicht näher gezeig
ter Weise bewegungsgekoppelte Keil (14) nach vorn mitgenom
men, wodurch die Keilschrägfläche eine korrespondierende
Drehbewegung des Nockens (15) in die in Fig. 4 gezeigte Stel
lung zuläßt. Dadurch gibt der Nocken (15) eine Verschiebebe
wegung des Zugrohrs (6) nach vorn frei, was Voraussetzung da
für ist, daß sich durch das Vorwärtsschieben des Verstei
fungsüberrohrs (8) der biegbare Abschnitt (2) in Stellungen
mit geringerem Biegewinkel verbringen läßt. In Fig. 4 ist die
vollständig geradlinige Einstellung des Endoskoprohrsystems
dargestellt, bei der der biegbare Abschnitt (2) ganz im zuge
hörigen Endbereich (11) des Versteifungsüberrohrs (8) aufge
nommen ist. Es versteht sich, daß der Kopplungsmechanismus
(17) so abgestimmt ist, z. B. durch die Form der Keilschräg
fläche und der Nockenflächen, daß der Axialbewegung des Ver
steifungsüberrohrs (8) um die axiale Länge eines Einzelglie
des (1) jeweils eine axiale Verschiebung des Zugrohrs (8)
entspricht, die zum Verkippen eines Einzelgliedes (1) um den
maximalen Kippwinkel (α) gegenüber dem dahinterliegenden
Einzelglied erforderlich ist. Auf diese Weise werden für die
Anordnung der Fig. 3 und 4 derselbe Biegebewegungsablauf wie
zu Fig. 5 beschrieben sowie dieselben Vorteile hinsichtlich
hoher Steifigkeit jeder Biegestellung erzielt. Auch bei die
sem Beispiel läßt sich die gewünschte Biegung der Endoskop
rohranordnung allein durch Betätigen des Bedienelements (9)
des Versteifungsüberrohrs (8) einstellen.
Alternativ ist es selbstverständlich auch möglich, auf den
gezeigten Kopplungsmechanismus (17) oder die Zugrohrvorspan
nung zu verzichten und das Versteifungsüberrohr (8) bei an
sonsten unverändertem Endoskoprohrsystem gemäß Hauptanmeldung
anzubringen. In solchen Fällen wird dann beim Zurückschieben
des Versteifungsüberrohrs (8) nicht automatisch eine Krüm
mungsbewegung des biegbaren Abschnitts (2) eingeleitet, viel
mehr ist diese dann zusätzlich an dem Zugrohrbedienelement
vorzunehmen. Bei Verwendung der Vorspannungsfeder (13) kann
vorgesehen sein, das bei den Endoskoprohrsystemen nach der
Hauptanmeldung für das Zugrohr vorgesehene Bedienelement nun
mehr als Bedienelement (9) für das Versteifungsüberrohr (8)
zu verwenden. Bei Einsatz eines Endoskophandgriffstücks der
in der Patentanmeldung P 44 14 809.7-35 beschriebenen Art
kann hierbei das Bedienelement (9) zwei gegenüberliegende,
radial abkragende Segmente aufweisen, mit denen es unter
leichtem Verkanten in eine Aufnahme eines am Griffstück axial
beweglich angeordneten Bedienorgans eingefügt und wieder her
ausgenommen werden kann. Alternativ ist es unter weiterer
Teileeinsparung möglich, das Bedienelement (9) des Verstei
fungsüberrohrs (8) selbst am Griffstück axialbeweglich anzu
ordnen. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, das Be
dienelement (9) für das Versteifungsüberrohr (8) an der in
nenseitig angrenzenden Rohrverlängerung, welche das Stabili
sierungsfederband (3) hält und am Griffstück (7) fixiert ist,
axialbeweglich zu führen.
Das Bedienelement (9) für das Versteifungsüberrohr (8) kann
insbesondere aus einer Steckhülse mit radial abgragendem End
flansch bestehen, welche auf eine am zugehörigen Ende (10)
des Versteifungsüberrohrs (8) angebrachte Steckmuffe lösbar
aufgesteckt wird. Realisierungen einer solchen Steckmuffe
sind in den Fig. 6 und 7 dargestellt. Die in Fig. 6 gezeigte
Steckmuffe (18) ist unlösbar am zugehörigen Ende (10) des
Versteifungsüberrohrs (8) fixiert. Die Muffe (18) ist als auf
dieses Rohrende (10) aufgesetzter Ringkörper gestaltet, der
in einem axial mittleren Bereich innenseitig bis auf eine
dünne Verbindungswandung (21) ausgespart ist, welche die
dicht gegen den Umfang des Versteifungsüberrohrs (8) anlie
genden, axialen Muffenendbereiche verbindet. Im axialmittigen
Abschnitt dieses dünnwandigen Muffenbereichs (21) besitzt die
Muffe (18) einen außenumfangseitigen Aufrastring (19), der
mit einer entsprechend gestalteten Ringnut an Innenumfang ei
nes über die Muffe (18) zu steckenden Hülsenteils des Be
dienelements (9) des Versteifungsüberrohrs (8) steckbar ra
stend zusammenwirkt. Durch die Muffenaussparung (20) und der
folglich dünnwandigen Tragfläche (21) für den Rastring (19)
ist dieser zur Realisierung der Ein- und Austeckbewegung in
geeignetem Maß in radialer Richtung nachgiebig. Ein besonde
rer Vorteil der mit dieser Muffe (18) erzielbaren Steckhalte
rung des Bedienelements (9) liegt in der Zerlegbarkeit der
Anordnung des Versteifungsüberrohrs (8) bei geringer Schmutz
anfälligkeit. Die Muffe (18) besitzt eine leicht zu reinigen
de Oberfläche und der ausgesparte Bereich (20) zur Bereit
stellung der elastischen Nachgiebigkeit für den Rastring (19)
ist durch die axialen Muffenendbereiche nach außen dicht ab
geschlossen.
Analoge Vorteile besitzt eine Variante in der Gestaltung der
Steckmuffe gemäß Fig. 7. Auch die dortige Steckmuffe (22) ist
unlösbar auf dem zugehörigen Ende (10′) eines damit versehe
nen Versteifungsüberrohrs (8′) fixiert. Die Muffe (22) ragt
über das Rohrende (10′) mit einem verdünnten Wandbereich (24)
hinaus, in den zwei diametral gegenüberliegende Axialschlitze
(25) eingebracht sind. Der vorstehende, dünne Muffenwandbe
reich (24) ist somit in zwei Halbschalen unterteilt, auf de
nen jeweils ein Rasthalbring (23) ausgeformt ist. Diese Rast
halbringe (23) wirken wiederum mit passenden Innenumfangsnu
ten des nicht näher gezeigten Bedienelements für das Verstei
fungsüberrohr (8′) steckbar rastend zusammen, wobei die Ein
steck- und Aussteckbewegung dadurch ermöglicht wird, daß die
Muffenhalbschalen (24), welche die Rasthalbringe (23) tragen,
aufgrund der eingebrachten Schlitze (25) radial nachgiebig
sind. Wiederum ist die Zerlegbarkeit des Rohrsystems bei ge
ringer Schmutzanfälligkeit gewährleistet, da auch hier die
Steckmuffe (22) eine sehr leicht zu reinigende und sauber zu
haltende Oberfläche besitzt.
Es versteht sich, daß Steckmuffenverbindungen nach Art der
Fig. 6 und 7 nicht nur für das Versteifungsüberrohr, sondern
auch für die übrigen Rohre des Endoskoprohrsystems verwendbar
sind, z. B. zur Anbringung eines Bedienelements für das axial
bewegliche Zugrohr eines Systems nach der Hauptanmeldung an
einem Endoskopgriffstück nach Art der Patentanmeldung P 44 14
810.0-35.
Claims (5)
1. Endoskoprohrsystem mit
- a) einem elastisch biegbaren Abschnitt (2), der axial mit Abstand hintereinander angeordnete Einzelglieder (1) be inhaltet, gekennzeichnet durch
- b) ein axial verlaufendes Stabilisierungsfederband (3), an dem jedes Einzelglied (1) an einem Umfangsbereich festge legt ist,
- c) ein axial verlaufendes, dem Stabilisierungsfederband ge genüberliegendes und relativ zu diesem axialbewegliches Zugfederband (4), an dem lediglich das vorderste (1′) der Einzelglieder festgelegt ist, wobei
- d) wenigstens eines der beiden Federbänder (3, 4) im ent spannten Zustand gekrümmt verläuft und der elastisch biegbare Abschnitt (2) durch Axialbewegung des Zugfeder bandes in der dieser Krümmung entgegengesetzten Richtung abbiegbar ist, und
- e) ein axialbewegliches Versteifungsüberrohr (8), das mit einem Endbereich (11) den elastisch biegbaren Abschnitt (2) von seinem hinteren Ende her in einstellbarer Länge umschließt, wobei
- f) der Überrohrendbereich biegesteifer als der elastisch biegbare Abschnitt ist.
2. Endoskoprohrsystem nach Anspruch 1, weiter dadurch ge
kennzeichnet, daß
- - benachbarte Einzelglieder (1a, 1b) des elastisch biegba ren Abschnitts (2) bis zu einem vorgegebenen maximalen Kippwinkel (α), bei dem sie mit zugewandten Umfangsberei chen aneinanderstoßen, relativ zueinander verkippbar sind und
- - in jeder Biegestellung des elastisch biegbaren Abschnitts eine dazu gehörige Anzahl von Einzelgliedern vom Verstei fungsüberrohr (8) freigegeben werden, wobei die freigege benen Einzelglieder jeweils ihre um den maximalen Kipp winkel gegeneinander verkippte Lage einnehmen.
3. Endoskoprohrsystem nach Anspruch 2, weiter gekennzeichnet
durch einen Kopplungsmechanismus (17) zur mechanischen Kopp
lung der Axialbewegungen von Versteifungsüberrohr (8) und
Zugfederband (4).
4. Endoskoprohrsystem nach Anspruch 2, weiter dadurch ge
kennzeichnet, daß das Zugfederband (4) axial in Richtung ma
ximaler Biegung des elastisch biegbaren Abschnitts (2) feder
elastisch vorgespannt ist.
5. Endoskoprohrsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wei
ter gekennzeichnet durch eine starre Rohrverlängerung, die
ein erstes starres Rohr, an dem das Stabilisierungsfederband
festgelegt ist, und ein relativ zum ersten koaxial angeordne
tes und axial bewegliches zweites Rohr, an dem das Zugfeder
band festgelegt ist, umfaßt, wobei das Versteifungsüberrohr
(8) koaxial über der Rohrverlängerung angeordnet und das hin
tere Ende wenigstens eines (8) der drei Rohre mit einer
Steckmuffe (18) versehen ist, die eine radial nachgiebige Um
fangsrastung (19) zum lösbaren Aufstecken eines Axialbetäti
gungselements (9) für das Rohr (8) aufweist.
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