DE4430164C2 - Verwendung eines interaktiven Informationssystems - Google Patents
Verwendung eines interaktiven InformationssystemsInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Verwendung eines interaktiven Informationssystems, um
fassend mindestens einen Computer, mindestens eine Schnittstelle zum Anschluß
des Computers an ein privates oder öffentliches Telefonnetz, ein Computerprogramm
zum Auswerten und Umsetzen der über das Telefonnetz einspeisbaren Eingabe
signale und mindestens eine Ausgabevorrichtung, mit der in digitaler Form abgespei
cherte Geräusche, insbesondere in sogenannten Sprach-Dateien abgelegte Sprach
signale, wiedergebbar sind.
Derartige interaktive Informationssysteme werden bereits in einigen Bereichen des
täglichen Lebens eingesetzt. Bekannt ist z. B. "Karlchen", ein Auskunftssystem, das
zeitweise von der Deutschen Bundesbahn eingesetzt wurde. Der Kunde konnte über
"Karlchen" telefonisch Auskunft über Bahnverbindungen innerhalb Deutschlands ein
holen. Dazu wurde ein Computer telefonisch angewählt. Mit dem Zustandekommen
der Verbindung wurde eine Sprach-Datei aufgerufen, welches dem Kunden die
"Spielregeln" mitteilte und den Kunden aufforderte, über die Wahltastatur des Tele
fons sowohl die Postleitzahl des Ausgangsortes als auch die Postleitzahl des Zielor
tes anzugeben. Diese Eingabedaten wurden ausgewertet. Anschließend wurde eine
entsprechende Sprach-Datei aufgerufen, über die dem Kunden die gewünschte
Bahnverbindung mit einer menschlich klingenden Computerstimme mitgeteilt wurde.
Mit der EP 02 14 347 A1 wird die Verwendung eines interaktiven Informations
systems für Prüfungen wie Multiple Choice Tests vorgeschlagen.
In der DE 37 32 849 A1 und in der GB 21 65 969 wird die Verwendung von interakti
ven Informationssystemen, sogenannten Dialogsystemen, für automatische Aus
kunfts- und Beratungsdienste, wie Bahn- und Flugauskunft, automatische Transfer
dienste, wie Buchung oder Bestellung nach Katalog, oder Büroverwaltungsdienste,
vorgeschlagen.
Die Druckschrift "US-Z: Shiffman, Smadar et al.: "Building a Speech Interface to a
Medical Diagnostic System". In IEEE Expert 2/1991, Seiten 41 bis 50" schlägt die
Verwendung eines Sprach-Interfaces für ein medizinisches Diagnosesystem vor.
Durch strukturierte Eingabe der Symptome eines Patienten kann der Arzt mit Hilfe
dieses Diagnosesystems die Klasse der in Frage kommenden Erkrankungen immer
weiter einschränken und auf diese Weise gezielte Untersuchungen im Rahmen der
Diagnose vornehmen.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine benutzerfreundliche Möglichkeit zur
Automatisierung von Routineabläufen im Bereich der medizinischen und psycholo
gischen Betreuung anzugeben.
Mit dem Patentanspruch 1 wird die Verwendung des in Rede stehenden interaktiven
Informationssystems zur Vorbereitung und Unterstützung von Therapien im medizini
schen und psychologischen Bereich vorgeschlagen, wobei die Identität eines Pati
enten vom interaktiven Informationssystem abgefragt und protokolliert wird und dar
aufhin der Patient personen- und diagnosespezifische Informationen abfragt und ein
Therapieprotokoll für den behandelnden Arzt oder Psychologen angefertigt wird.
Erfindungsgemäß ist nämlich erkannt worden, daß auch der Dialog mit einem Com
puter einen therapiefördernden, psychologischen Effekt auf bestimmte Patienten
ausüben kann. Außerdem ist erkannt worden, daß viele Routineabläufe im Bereich
der medizinischen Betreuung auch von einem Computer erfüllt werden können.
Das in Rede stehende interaktive Informationssystem wird
eingesetzt, wenn es um die individuelle Betreuung einzelner Patienten
geht. Dazu muß zunächst die Identität des Patienten festgestellt werden. Das in
teraktive Informationssystem wird - nachdem die Verbindung zu dem Computer her
gestellt worden ist - die Identität des Patienten abfragen und protokollieren, was
gleichzeitig den Effekt hat, daß sich der Patient persönlich angesprochen fühlt. Die
Identifikation selbst kann in unterschiedlichster Form erfolgen, bspw. durch Eingabe
eines Zahlencodes über die Tastatur des Telefons oder aber auch durch ein Sprach
signal. Der Patient spricht dazu nach Aufforderung des Informationssytems entweder
seinen Namen oder aber eine standardisierte Wortsequenz. Mit Hilfe automatischer
Spracherkennung kann der Name des Patienten identifiziert werden. Besonders si
cher ist die Auswertung einer standardisierten Wortsequenz, bei der nicht die Laut
folge der Worte identifiziert wird, sondern der Patient selbst aufgrund von sprecher
spezifischen Eigenschaften des Sprachsignals.
Die Identifikation des Anrufers ist besonders dann wichtig, wenn der Patient diagno
sespezifische Informationen, nämlich z. B. ein Untersuchungsergebnis, abruft. Neben
solchen Informationen, die einer strengen Geheimhaltung bedürfen, gibt es aber
auch andere patientenspezifische Informationen, die in vorteilhafter Weise unter
Verwendung des in Rede stehenden interaktiven Informationssystems automatisch
abgefragt werden können, nämlich Verhaltensanweisungen und Ratschläge, die auf
die spezielle Situation eines Patienten abgestimmt sind.
Ein wesentlicher Bestandteil der gesundheitlichen Betreuung sind Maßnahmen zur
Prävention, d. h. Vorsorgemaßnahmen, die schon das Auftreten einer Krankheit ver
hindern sollen. Dazu ist eine umfangreiche Aufklärung der Bevölkerung erforderlich,
die in der Regel nicht personenspezifisch ist, sondern große Teile der Bevölkerung
betrifft. Das in Rede stehende interaktive Informationssystem kann im Rahmen sol
cher Aufklärungsmaßnahmen vorteilhaft eingesetzt werden und führt zu einer erheb
lichen zeitlichen Entlastung der zuständigen Behörden und Institutionen, wie z. B. von
Ärzten, Krankenhäusern, Apotheken und Pharmaherstellern. Der Benutzer des in
teraktiven Informationssystems kann über definierte Eingabesignale bestimmte
Sprach-Dateien aufrufen und so wahlweise Informationen abfragen, wie z. B. über
gesundheitliche Risikofaktoren und Risikoverhalten, über medizinische Vorgänge,
über Institutionen, wie Kurorte, Sanatorien und Heilstätten, über gesundheitsrele
vante Veranstaltungen, wie Selbsthilfegruppen, Beratungsstellen und Sportvereine,
aber auch ärztliche Empfehlungen für den Notfall oder bezüglich Krankheits-Prophy
laxen, wie Impfungen, Allergien, Wetterfühligkeit und Vorsorgeuntersuchungen. Zur
weiteren Entlastung des Personals können auch Informationen über Kosten im
Gesundheitswesen, über ärtzliche Notdienste, Apothekennotdienste und Pra
xisvertretungen abgefragt werden. All diese Informationen sind allgemeiner Natur,
d. h. sie betreffen nicht die persönliche Situation und das persönliche Krankheitsbild
eines Patienten und müssen daher auch nicht vertraulich behandelt werden.
Aus didaktischen Gründen kann es vorteilhaft sein, wenn das interaktive Informa
tionssystem in gewissen zeitlichen Abständen die Anwesenheit und Aufmerksamkeit
des Patienten überprüft, indem der Patient während der Wiedergabe einer Sprach-
Datei zur Eingabe bestimmter Kontrollsignale aufgefordert wird. Beispielsweise kann
der Patient einfach aufgefordert werden, eine bestimmte Ziffer auf seiner Telefon
tastatur zu wählen. Eine andere Möglichkeit besteht darin, in die Informationen der
Sprach-Datei Fragen bezüglich der vorangegangenen Erläuterungen einzuflechten
und nur dann mit der Wiedergabe der Sprach-Datei fortzufahren, wenn der Patient
diese Fragen richtig beantwortet hat.
Das interaktive Informationssystem kann in besonders vorteilhafter Weise im Rah
men von Langzeittherapien eingesetzt werden, bei denen der Patient u. a. psycholo
gisch geschult wird und je nach Therapiestand unterschiedliche Lektionen zu lernen
hat. Das in Rede stehende interaktive Informationssystem kann derartige Therapien
automatisch unterstützen, indem es zunächst die Identität des Patienten abfragt und
diese Information zusammen mit der registrierten Häufigkeit der Anrufe dieses Pati
enten auswertet. Auf diese Weise kann das Therapiestadium des Patienten ermittelt
werden und automatisch, in Abhängigkeit von der Identität des Patienten und dem
ermittelten Therapiestadium, eine entsprechende Sprach-Datei - d. h. die entspre
chende Lektion - aufgerufen und wiedergegeben werden.
Das Therapiestadium eines Patienten kann auch auf andere Weise, nämlich interak
tiv, bestimmt werden, indem verschiedene Zustandsdaten des Patienten abgefragt
und protokolliert werden. Bspw. könnte ein Patient, der sich das Rauchen abgewöh
nen will, täglich nach der Anzahl der gerauchten Zigaretten gefragt werden. Patienten
mit Gewichtsproblemen könnten nach ihren Eßgewohnheiten befragt werden. Durch
Abfrage von bestimmten Zustandsdaten könnten aber bspw. auch Dauersituationen
überwacht werden, wie z. B. Schwangerschaften, indem der Patient täglich aufgefor
dert wird, Angaben zu Blutdruck, Temperatur, Gewicht, Übelkeit, Kindsbewegungen,
etc. zu machen.
Das interaktive Informationssystem könnte derartige Angaben des Patienten automa
tisch, ganz oder teilweise auswerten und bspw. auch für den Patienten kommentie
ren. Auch derartige Kommentare sind dazu geeignet, eine positive psychologische
Wirkung auf den Patienten auszuüben, indem sich der Patient individuell und persön
lich angesprochen fühlt. Im Falle des Patienten, der sich das Rauchen abgewöhnen
will, könnte bspw. die Anzahl der gerauchten Zigaretten mit Lob oder Tadel kommen
tiert werden.
Gleichzeitig könnte ein Therapieprotokoll für den behandelnden Arzt oder Psycholo
gen angefertigt werden, so daß dieser stets auf dem laufenden ist und über die Fort
schritte und Rückschläge einer Therapie informiert ist. Auch die Therapieprotokolle
könnten ausgewertet und kommentiert werden, bspw. so, daß der behandelnde Arzt
oder Psychologe dann alarmiert wird, wenn sein persönliches Eingreifen erforderlich
wird.
Insgesamt eignet sich das in Rede stehende interaktive Informationssytem beson
ders gut zur Therapie von Patienten mit Suchtproblemen, Gewichtsproblemen, Aller
gien oder Streßsymptomen.
Hinsichtlich aller erfindungsgemäß vorgeschlagenen Verwendungsmöglichkeiten ei
nes interaktiven Informationssystems sei noch darauf hingewiesen, daß der Compu
ter in der Regel vom Benutzer angerufen werden kann. Es kann jedoch auch von
Vorteil sein, wenn der Computer den Benutzer automatisch anrufen kann, bspw. im
Rahmen einer Langzeittherapie.
Wie bereits angedeutet, gibt es prinzipiell zwei Möglichkeiten für den Benutzer, mit
dem Computer bzw. dem entsprechenden Computerprogramm zu kommunizieren.
Zum einen kann der Benutzer über gesprochene Sprache mit dem Computerpro
gramm kommunizieren, indem das Sprachsignal als Eingabesignal ausgewertet und
umgesetzt wird. Dazu sind aus dem Stand der Technik bereits verschiedene Verfah
ren zur Spracherkennung und Sprachsignalauswertung bekannt. Eine andere Mög
lichkeit besteht darin, bestimmte Zahlenkombinationen über die Tastatur des Tele
fons einzugeben. Diese Signale können dann entweder über die Anzahl der Wählim
pulse ausgewertet werden oder - falls es sich um einen Apparat mit Mehrfrequenz-
Wahlmöglichkeit handelt - über die Abfolge von Frequenzen.
Das zur Auswertung und Umsetzung der Eingabesignale und letztlich zur Steuerung
des Computers dienende Computerprogramm kann in unterschiedlichen Program
miersprachen erstellt worden sein. Als besonders geeignet hat sich die objektorien
tierte Programmiersprache C++ erwiesen. Assembler hat gegenüber C++ den Vorteil,
daß diese Sprache maschinennäher ist und das Programm daher vergleichsweise
schnell arbeitet.
Es gibt nun verschiedene Möglichkeiten, die Lehre der vorliegenden Erfindung in
vorteilhafter Weise auszugestalten und weiterzubilden.
Dazu ist einerseits auf die
Unteransprü
che, andererseits auf die nachfolgende Erläuterung eines Ausführungsbeispiels der
Erfindung anhand der Zeichnung zu verweisen. In Verbindung mit der Erläuterung
dieses Ausführungsbeispiels der Erfindung anhand der Zeichnung werden auch im
allgemeinen bevorzugte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Lehre erläutert.
Die einzige Figur zeigt schematisch einen Aufbau eines erfindungsgemäß
verwendeten interaktiven Informationssystems.
Die einzige Figur dient der Erläuterung der erfindungsgemäßen Verwendung eines
interaktiven Informationssystems 1, welches lediglich schematisch dargestellt ist, zur
Vorbereitung und Unterstützung von Therapien im medizinischen und psychologi
schen Bereich.
Das dargestellte Informationssystem 1 umfaßt einen Computer 2, der über eine
Schnittstelle 3 an ein öffentliches Telefonnetz 4 angeschlossen ist. Über diese
Schnittstelle 3 ist aber auch der Anschluß an ein privates Telefonnetz möglich. Der
Computer 2 wird über ein Computerprogramm 5 gesteuert, welches auch zum Aus
werten und Umsetzen der über das Telefonnetz 4 einspeisbaren Eingabesignale
dient. Außerdem umfaßt der Computer 2 eine Ausgabevorrichtung 6, mit der in digi
taler Form abgespeicherte Geräusche wiedergebbar sind. In dem hier dargestellten
Ausführungsbeispiel sind Sprach-Dateien 7 abgespeichert und über die Ausgabevor
richtung 6 wiedergebbar.
Eine Möglichkeit der Realisierung eines derartigen Computers 2 besteht in dem Ein
bau einer Voice-Mail (VM) Steckkarte und Ankopplung an das Telefonnetz 4. Wie be
reits erwähnt erfolgt die Steuerung des Computers 2 mit einer solchen VM-Steck
karte über das Computerprogramm 5. Dieses kann in verschiedenen Program
miersprachen erstellt sein. Insbesondere bieten sich hierfür C++ oder die maschi
nennahe Programmiersprache Assembler an.
Das interaktive Informationssystem 1 stellt ein multifunktionales Unterstützungssy
stem für das Gesundheitswesen dar und ist insbesondere zur Entlastung des Arztes
oder Psychologen und des Praxispersonals einsetzbar. Die verschiedenen
Einsatzmöglichkeiten im Bereich der Vorsorge, der Therapieunterstützung, aber auch
der Praxisverwaltung sollen im folgenden erläutert werden.
Vorsorgemaßnahmen, die schon das Auftreten von bestimmten Krankheiten verhin
dern sollen, erfordern eine umfassende Aufklärung der Patienten. Solche Informatio
nen sind personenunabhängig, d. h. es besteht keine Veranlassung, diese Informatio
nen vor bestimmten Patienten zurückzuhalten. Beispielhaft erwähnt seien hier Infor
mationen über gesundheitliche Risikofaktoren und Risikoverhalten, über medizini
sche Vorgänge, über Institutionen, wie Kurorte, Sanatorien und Heilstätten, über
gesundheitsrelevante Veranstaltungen, wie Selbsthilfegruppen, Beratungsstellen und
Sportvereine, aber auch ärztliche Empfehlungen bezüglich Krankheits-Prophylaxen
wie Impfungen, Allergien, Wetterfühligkeit und Vorsorgeuntersuchungen.
Derartige Informationen sind, nach Themen getrennt, in unterschiedlichen Sprach-
Dateien 7 abgespeichert. Ein interessierter Patient 10 kann diese Informationen te
lefonisch abrufen, indem er den Computer 2 anruft und auf diese Weise eine Verbin
dung zu dem Computerprogramm 5 herstellt. Dieses Programm könnte dann bspw.
durch Wiedergabe einer Standard-Sprach-Datei 7 den Patienten 10 auffordern, ein
bestimmtes Thema und also eine Sprach-Datei 7 durch ein entsprechendes Einga
besignal auszuwählen. Die Auswahl kann in Form von gesprochener Sprache erfol
gen. In diesem Falle sind entsprechende Mittel zur Spracherkennung, d. h. zur Aus
wertung des Sprachsignals des Patienten 10, erforderlich. Einfacher ist es, wenn der
Patient 10 über die Tastatur seines Telefons eine der gewünschten Sprach-Datei 7
zugeordnete Zahlenkombination eingibt, die dann entweder durch Auswertung der
Wählimpulse oder des Mehrfrequenzsignals ausgewertet wird. Auf jeden Fall besteht
für den Patienten die Wahlmöglichkeit zwischen verschiedenen Sprach-Dateien 7.
Das wiederholte Anhören bestimmter Sprachsequenzen ist insbesondere bei solchen
Patienten sinnvoll, die aufgrund ihres Verhaltens und ihrer Lebensweise zu be
stimmten Krankheiten neigen, die also einer Risikogruppe angehören. Als Risikofak
toren seien hier beispielhaft das Rauchen, Alkoholgenuß, Über- und Untergewicht,
Streß, etc. genannt. Da die Aufklärung der Patienten äußerst zeitaufwendig ist,
könnte ein Arzt bspw. das Anhören von geeigneten Sprach-Dateien "verschreiben".
Das Anhören könnte sowohl in einem Behandlungs-Ruhe-Raum, als auch im War
tezimmer über Kopfhörer erfolgen, wobei lediglich ein privates Telefonnetz erforder
lich wäre. Selbstverständlich ist auch ein Anhören der Sprach-Dateien über das öf
fentliche Telefonnetz möglich. Die Sprach-Dateien sind so aufgebaut, daß sie mittels
ihrer Suggestivität die gewünschte psychologische Wirkung erzielen, insbesondere
bei mehrfachem Anhören. Dabei kann das interaktive Informationssystem auch in
gewisser Weise kontrollieren, ob der Patient die "verschriebene" Sprach-Datei wirk
lich anhört. Während des Anhörens kann nämlich eine Überprüfung der Anwesenheit
erfolgen, indem das System bestimmte Kontrolleingaben des Patienten verlangt. Au
ßerdem wird erfindungsgemäß die Identität des Patienten abgefragt und protokolliert. Dazu
kann der Patient bspw. seinen Namen oder auch eine Patientennummer eingeben.
Beschließt der Patient nun sein Verhalten zu ändern, also bspw. mit dem Rauchen
aufzuhören, so kann der Arzt neben unterstützenden Präparaten auch das intervall
mäßige Anhören von Therapiemodulen, d. h. Sprach-Dateien, die wie Lernlektionen
aufeinander aufbauen, verordnen. Gibt der Patient dem interaktiven In
formationssystem seine Kennung ein, so daß er identifiziert werden kann, so ermittelt
das Informationssystem automatisch anhand der Häufigkeit der Anrufe dieses Pati
enten das Therapiestadium des Patienten. Für jeden Therapieschritt sind geeignete
Sprach-Dateien abgespeichert, die psychologisch auf den Patienten einwirken. Sie
motivieren, belohnen, weisen auf weitere Arztbesuche hin, etc..
Außerdem kann das interaktive Informationssystem auch verschiedene Zustandsda
ten des Patienten abfragen und protokollieren. So kann bspw. täglich die Anzahl der
gerauchten Zigaretten abgefragt und kommentiert werden. In dem dargestellten
Ausführungsbeispiel werden die persönlichen Daten des Patienten, nämlich die Iden
tität des Patienten zusammen mit seinen Zustandsdaten, in einem dafür vorgese
henen Speicher 8 abgelegt. Das System kann den Patienten z. B. loben, unterstüzten
oder auch tadeln. Bei Gefährdung der Therapie, also bei drohendem Rückfall fordert
es den Patienten automatisch zum Arztbesuch auf. Daneben wird erfindungsgemäß für den be
handelnden Arzt bzw. Psychologen, beispielsweise nach jedem Therapieschritt, ein Therapieprotokoll
angefertigt, welches wahlweise zum Ausdruck oder zur Anzeige bereitsteht.
Ggf. können von dem interaktiven Informationssystem auch kommentierte Therapie
protokolle und insbesondere "Alarmausgaben" produziert werden, die den Arzt ver
anlassen sollen, den Patienten von sich aus anzusprechen, wenn der Erfolg der The
rapie gefährdet ist. Der Einsatz des interaktiven Informationssystems ermöglicht also
eine intensive Betreuung des Patienten.
In besonders gelagerten Fällen kann das interaktive Informationssystem auch aktiv
werden und den Patienten automatisch, bspw. täglich zu einer bestimmten Uhrzeit,
anrufen und ihn damit an seine Therapie erinnern.
Selbstverständlich läßt sich das beispielhaft beschriebene interaktive Informations
system nicht nur zum Abgewöhnen des Rauchens verwenden. Beispielhaft sei hier
auch die Einsatzmöglichkeit zur Überwachung von Ernährungsplänen für Diabetiker
oder andere Patienten, die Diät halten müssen, erwähnt.
Schließlich sei noch darauf hingewiesen, daß das dargestellte interaktive Informa
tionssystem erfindungsgemäß auch zur Unterstützung der Administration im Ge
sundheitswesen eingesetzt werden kann. Bspw. können personen- und diagno
sespezifische Informationen, wie Untersuchungsergebnisse, Verhaltensanweisungen
und Ratschläge in Sprach-Dateien 7 abgespeichert werden, die dann lediglich von
den entsprechenden Patienten direkt per Telefon ohne Zwischenschaltung eines
Arztes, Psychologen oder einer Sprechstundenhilfe abgefragt werden können.
Eine weitere wichtige Anwendung besteht in der Terminvereinbarung. In dem in der
einzigen Figur dargestellten Ausführungsbeispiel ist ein Terminkalender 9 eines be
handelnden Arztes an den Computer 2 angeschlossen. Selbstverständlich kann der
Terminkalender 9 auch innerhalb des Computers geführt werden. Der Patient 10
kann nun per Telefon den Computer 2 anrufen und seinen Wunsch zum Besuch des
Arztes äußern. Das Computerprogramm 5 wertet diese Eingabe des Patienten aus
und macht dem Patienten nach Abfrage des Terminkalenders 9 Terminvorschläge.
Dies kann durch Wiedergabe entsprechender Sprach-Dateien erfolgen oder aber
auch durch ein geeignetes Sprachsyntheseverfahren. Der Patient 10 kann dann in
der Regel einen von mehreren Terminvorschlägen auswählen, den das Computer
programm 5 dann nochmals bestätigt.
Hinsichtlich weiterer erfindungsgemäßer und vorteilhafter Verwendungsmöglichkeiten
des in Rede stehenden interaktiven Informationssystems wird auf den allgemeinen
Teil der Beschreibung verwiesen.
Abschließend sei darauf hingewiesen, daß die erfindungsgemäße Lehre keinesfalls
auf das voranstehende Ausführungsbeispiel und insbesondere die dort genannten
Therapiefälle beschränkt ist. Vielmehr läßt sich die erfindungsgemäße Lehre auch bei
anderen therapierbaren Sachverhalten realisieren.
Claims (9)
1. Verwendung eines interaktiven Informationssystems (1), umfassend min
destens einen Computer (2), mindestens eine Schnittstelle (3) zum Anschluß des
Computers an ein privates oder öffentliches Telefonnetz (4), ein Computerprogramm
(5) zum Auswerten und Umsetzen der über das Telefonnetz (4) einspeisbaren Ein
gabesignale und mindestens eine Ausgabevorrichtung (6), mit der in digitaler Form
abgespeicherte Geräusche, insbesondere in sogenannten Sprach-Dateien (7) abge
legte Sprachsignale, wiedergebbar sind,
zur Vorbereitung und Unterstützung von Therapien im medizinischen und psy chologischen Bereich, wobei die Identität eines Patienten (10) vom interaktiven In formationssystem (1) abgefragt und protokolliert wird und daraufhin der Patient (10) personen- und diagnosespezifische Informationen abfragt und ein Therapieprotokoll für den behandelnden Arzt oder Psychologen angefertigt wird.
zur Vorbereitung und Unterstützung von Therapien im medizinischen und psy chologischen Bereich, wobei die Identität eines Patienten (10) vom interaktiven In formationssystem (1) abgefragt und protokolliert wird und daraufhin der Patient (10) personen- und diagnosespezifische Informationen abfragt und ein Therapieprotokoll für den behandelnden Arzt oder Psychologen angefertigt wird.
2. Verwendung eines interaktiven Informationssystems (1) nach Anspruch 1, da
durch gekennzeichnet, daß die personen- und diagnosespezifischen Informationen
Untersuchungsergebnisse, Verhaltensanweisungen und/oder Ratschläge sind.
3. Verwendung eines interaktiven Informationssystems (1) nach einem der Ansprü
che 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß zusätzlich zur Identität des Patienten
(10) verschiedene Zustandsdaten des Patienten (10) abgefragt und protokolliert wer
den.
4. Verwendung eines interaktiven Informationssystems (1) nach einem der Ansprü
che 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß mittels definierter Eingabesignale be
stimmte Sprach-Dateien (7) aufgerufen werden und so wahlweise Informationen
- - über gesundheitliche Risikofaktoren und Risikoverhalten,
- - über medizinische Vorgänge,
- - über Kosten im Gesundheitswesen,
- - über Institutionen, wie Kurorte, Sanatorien und Heilstätten, - über gesundheitsrelevante Veranstaltungen, wie Selbsthilfegruppen, Bera tungsstellen und Sportvereine,
- - über ärztliche Notdienste, Apothekennotdienste und Praxisvertretungen oder
- - ärztliche Empfehlungen für den Notfall aber auch bzgl. Krankheits-Prophylaxen, wie Impfungen, Allergien, Wetterfühligkeit und Vorsorgeuntersuchungen, abgefragt werden.
5. Verwendung eines interaktiven Informationssystems (1) nach einem der An
sprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Anwesenheit und Aufmerksamkeit
des Patienten (10) während der Wiedergabe einer Sprach-Datei (7) abgefragt wird,
indem der Patient (10) zur Eingabe bestimmter Kontrollsignale aufgefordert wird.
6. Verwendung eines interaktiven Informationssystems (1) nach einem der An
sprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß im Dialog zwischen Computer und
Patient Terminvereinbarungen mit dem behandelnden Arzt oder Psychologen ge
troffen werden.
7. Verwendung eines interaktiven Informationssystems (1) nach einem der An
sprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß - durch Auswertung der Identität des
Patienten (10) und der Häufigkeit der Anrufe dieses Patienten (10) - das Therapie
stadium des Patienten (10) ermittelt wird und daß automatisch, in Abhängigkeit von
der Identität des Patienten (10) und dem ermittelten Therapiestadium, eine entspre
chende Sprach-Datei (7) aufgerufen und wiedergegeben wird.
8. Verwendung eines interaktiven Informationssystems (1) nach einem der An
sprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest ein Teil der Angaben des
Patienten (10) automatisch ausgewertet und für den Patienten (10) kommentiert wird.
9. Verwendung eines interaktiven Informationssystems (1) nach einem der An
sprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest ein Teil des Therapieproto
kolls automatisch ausgewertet und für den behandelnden Arzt oder Psychologen
kommentiert wird.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE4430164A DE4430164C2 (de) | 1994-08-25 | 1994-08-25 | Verwendung eines interaktiven Informationssystems |
Applications Claiming Priority (1)
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| DE4430164A DE4430164C2 (de) | 1994-08-25 | 1994-08-25 | Verwendung eines interaktiven Informationssystems |
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| DE4430164A Expired - Fee Related DE4430164C2 (de) | 1994-08-25 | 1994-08-25 | Verwendung eines interaktiven Informationssystems |
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| DE4430164A1 (de) | 1996-02-29 |
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