DE4427179A1 - Verfahren zur Verwertung von Metallteilen, die durch Uran radioaktiv kontaminiert sind - Google Patents
Verfahren zur Verwertung von Metallteilen, die durch Uran radioaktiv kontaminiert sindInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Verwertung von Me
tallteilen, die durch Uran radioaktiv kontaminiert sind, wo
bei die Metallteile aufgeschmolzen werden, so daß sich eine
Schmelze und eine Schlacke bilden, und wobei den Metallteilen
und/oder der Schmelze und/oder der noch nicht erstarrten
Schlacke an U 235 verarmtes Uran beigemischt wird.
Beim Abbau und auch beim Betrieb kerntechnischer Anlagen
fällt in großem Umfang kontaminierter metallischer Schrott
an, der beseitigt oder verwertet werden muß. Es ist üblich,
diesen Schrott der sogenannten Schmelzdekontamination zu un
terziehen. Dabei wird das Metall aufgeschmolzen. Einige die
Kontamination verursachenden radioaktiven Stoffe, die sich
vor dem Aufschmelzen auf der Oberfläche der Metallteile be
funden haben, werden während des Schmelzdekontaminationspro
zesses in die sich bildende Schlacke eingebunden. Die sich
außerdem bildende Schmelze, deren Volumen deutlich größer ist
als das Volumen der Schlacke, bleibt weitgehend frei von ra
dioaktiven Stoffen.
Die Schlacke muß in der Regel als radioaktiver, kernbrenn
stoffhaltiger Abfall eingestuft werden, was besondere Sicher
heitsvorkehrungen bei der Handhabung und bei der Entsorgung
erfordert. Sofern die Kontamination durch Uran-Kernbrennstoff
hervorgerufen worden ist, der beispielsweise 3,1% U 235 ent
hält, kann eine Schmelzdekontamination nur eingeschränkt an
gewandt werden, falls in 100 kg Schlacke mehr als ungefähr 3
Gramm U 235 zu erwarten sind. Weil beim Schmelzprozeß das
Uran in die Schlacke übergeht und dort aufkonzentriert wird,
wird dieser Grenzwert in der Regel überschritten, sofern
keine zusätzlichen Maßnahmen ergriffen werden.
Ein Überschreiten des Grenzwertes könnte vermieden werden,
indem der Schlacke, die Uran enthält, eine andere Schlacke,
die kein Uran enthält, beigemischt wird. Mit einer ausrei
chend großen Menge uranfreier Schlacke könnte die Urankonzen
tration im notwendigen Ausmaß verkleinert werden. Die notwen
dige Schlackenmenge wäre aber so groß, daß die Gesamt
schlackenmenge unwirtschaftlich erhöht würde. Es müßte deut
lich mehr Schlacke als zuvor verwertet werden.
Es ist auch schon ein Verfahren vorgeschlagen worden, das ei
ne Renaturierung des Urans, das die Kontamination verursacht,
vorsieht. Es kommt dabei darauf an, daß die Iso
topenzusammensetzung des Urans, das in die Schlacke eingebun
den werden soll oder bereits eingebunden ist, derart verän
dert wird, daß sie der Isotopenzusammensetzung des natürli
chen Urans entspricht. Das bedeutet, daß der Anteil des U 235
im Uran nicht größer als ungefähr 0,7% sein darf. Uran, das
in seiner Isotopenzusammensetzung dem natürlichen Uran
gleichkommt, braucht nicht den Sicherheitsbestimmungen unter
worfen zu werden, die für Uran-Kernbrennstoff gelten.
Es ist bereits bekannt, daß zur Verringerung des Isotopenan
teils des U 235 den Metallteilen, der Schmelze und/oder der
noch nicht erstarrten Schlacke an U 235 verarmtes Uran beige
mischt wird. Dadurch erhält man, wenn das Verfahren durchge
führt ist, eine Schlacke, in die Uran eingebunden ist, dessen
U 235-Isotopenanteil dem U 235-Isotopenanteil von natürlichem
Uran entspricht oder diesen sogar unterschreitet.
Bisher war es üblich, das an U 235 verarmte Uran in der Form
von UO₂ oder U₃O₈ beizumischen. Diese Oxide liegen als Pulver
vor. Ein solches Pulver wird erfahrungsgemäß nicht
gleichmäßig in der Schmelze oder in der Schlacke verteilt.
Folglich kann es dazu kommen, daß eine Schlackenprobe nicht
den gewünschten niedrigen U 235-Isotopenanteil hat. Beim
Zumischen dieses Pulvers gelangt Staub in die Umgebungsluft.
Der Staub muß dann zum Schutz des Personals durch Filter
entfernt werden.
Der Erfindung lag die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur
Verwertung von Metallteilen, die durch Uran radioaktiv
kontaminiert sind, anzugeben, mit dem eine zuverlässige und
vollständige Renaturierung des Urans möglich ist, so daß dann
die gebildete Schlacke in einfacher Weise zu handhaben und zu
entsorgen ist.
Die Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß das
an U 235 verarmte Uran in der Form von Uranglas beigemischt
wird.
Damit wird der Vorteil erzielt, daß das an U 235 verarmte
Uran während des Schmelzdekontaminationsprozesses homogen mit
dem Uran, das die Kontamination verursacht hat, vermischt
werden kann. Man erzielt den gleichen Vorteil, wenn man das
Uranglas, das das an U 235 verarmte Uran enthält, dem noch
unbehandelten, metallischen Schrott, und/oder der Schmelze
und/oder der noch flüssigen Schlacke, wenn diese bereits von
der übrigen Schmelze abgetrennt ist, beimischt.
Durch die homogene Vermischung und Einbindung des Urans aus
dem Uranglas wird der Vorteil erzielt, daß die Isotopenzusam
mensetzung des Urans in der Schlacke ebenfalls homogen ist.
Es kann keine einzelnen Zonen in der Schlacke geben, die eine
zu hohe U 235-Konzentration haben. Folglich braucht die ge
samte Schlacke, da ihr Urananteil hinsichtlich der Isotopen
zusammensetzung dem natürlichen Uran entspricht, nicht als
kernbrennstoffhaltiger Abfall behandelt zu werden. Man kann
vorteilhafterweise die Schlacke in einfacher Weise handhaben
und entsorgen.
Das an U 235 verarmte Uran wird beispielsweise in der Form
von Uranglasgrieß, Uranglasperlen, Uranglasstäben und/oder
Uranglasstücken beigemischt. Derartige Teile aus Uranglas
sind mit bekannten Verfahren herzustellen und können bevorra
tet werden.
Beispielsweise wird ein bei niedriger Temperatur schmelzendes
Uranglas beigemischt. Dabei kommt es darauf an, daß das Uran
glas ein bei der Schmelztemperatur des Metalls der Metall
teile dünnflüssiges Glas ist. Damit wird der Vorteil erzielt,
daß allein durch das Glas, unabhängig von dessen Urananteil,
eine verbesserte Schlackenverflüssigung erzielt wird. Diese
führt dann zu einer noch besseren homogenen Verteilung des
beigemischten Urans.
Beispielsweise wird Uranglas des Typs Alkalioxid/SiO₂/UO₂
beigemischt. Ein solches Glas kann 50% Uran enthalten. Das
Alkalioxid kann z. B. Na₂O sein.
Beispielsweise wird Uranglas, dessen Uran einen U 235 Iso
topenanteil unter 0,7%, z. B. ca. 0,2%, hat, beigemischt.
Man erreicht dann bei ausreichender Zugabe vorteilhafterwei
se, selbst falls der U 235 Isotopenanteil des Urans, das die
Kontamination verursacht hat, 3,1% betragen sollte, einen
U 235-Isotopenanteil in der Schlacke, der kleiner als 0,7%
ist.
Im folgenden wird an einem Beispiel erläutert, wieviel Uran
glas für das Verfahren nach der Erfindung benötigt wird:
Bei einer Schmelzdekontamination von kontaminierten Metall
teilen sind 55,4 kg Schlacke gebildet worden, die 69,25 g
U 238 und 2,21 g U 235 enthalten. Das entspricht einem U 235
Isotopenanteil von 3,09%. Zur Renaturierung soll der U 235-
Isotopenanteil von 3,09% auf 0,5% erniedrigt werden. Dieser
Anteil liegt unterhalb des U 235 Isotopenanteils von natürli
chem Uran. Um die gewünschte Erniedrigung zu erzielen, wird
an U 235 verarmtes oder abgereichertes Uran eingesetzt. Der
U 235 Isotopenanteil dieses verarmten Urans beträgt z. B.
0,2%. Von diesem verarmten Uran sind 620 g notwendig, um
eine Schlacke mit 0,5% U 235 Isotopenanteil zu bekommen.
Beim Verfahren nach der Erfindung wird das verarmte Uran in
der Form von Uranglas beigemischt. Dieses Uranglas enthält
beispielsweise 10% Uran, dessen U 235 Isotopenanteil 0,2%
ist. Dann sind vorteilhafterweise nur 6,2 kg Glas erforder
lich, um den U 235 Isotopenanteil von 55,4 kg Schlacke soweit
zu erniedrigen, daß die Schlacke leicht handhabbar und mit
einfachen Mitteln zu lagern und zu entsorgen ist.
Mit dem Verfahren nach der Erfindung wird insbesondere der
Vorteil erzielt, daß die bei einer Schmelzdekontamination
entstehende Schlacke, die Uran enthält, leicht zu entsorgen
ist. Die Belastung des Personals und von Staubfiltern mit
Uranstaub wird weitgehend vermieden.
Claims (5)
1. Verfahren zur Verwertung von Metallteilen, die durch Uran
radioaktiv kontaminiert sind, wobei die Metallteile
aufgeschmolzen werden, so daß sich eine Schmelze und eine
Schlacke bilden, und wobei den Metallteilen und/oder der
Schmelze und/oder der noch nicht erstarrten Schlacke an U 235
verarmtes Uran beigemischt wird,
dadurch gekennzeichnet, daß das
an U 235 verarmte Uran in der Form von Uranglas beigemischt
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß das
Uranglas die Form von Grieß und/oder Perlen und/oder Stäben
und/oder Stücken hat.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß das
Uranglas ein bei der Schmelztemperatur des Metalls der
Metallteile dünnflüssiges Glas ist.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß das
Uranglas ein Glas des Typs Alkalioxid/SiO₂/UO₂ ist.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß der
U 235-Isotopenanteil im Uran des Uranglases unter 0,7%
beträgt.
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