DE4424929C2 - Halterung für Trägerkörper in einer Vorrichtung zur Abscheidung von Halbleitermaterial - Google Patents
Halterung für Trägerkörper in einer Vorrichtung zur Abscheidung von HalbleitermaterialInfo
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Description
Gegenstand der Erfindung sind Halterungen für Trägerkörper
in einer Vorrichtung zur Abscheidung von Halbleitermaterial
auf aufgeheizte Trägerkörper und eine bevorzugte Verwendung
derartiger Halterungen.
Vorrichtungen zur Abscheidung von Halbleitermaterial auf
aufgeheizte Trägerkörper sind seit langem bekannt. Exempla
risch sei hierzu auf die Patentschrift US-4,173,944
und die Offenlegungsschrift DE 28 54 707 verwie
sen. In der gebräuchlichsten Ausführungsform bestehen solche
Vorrichtungen im wesentlichen aus einer metallischen Grund
platte und einer kühlbaren Glocke, die auf die Grundplatte
gesetzt ist, so daß ein geschlossener Reaktionsraum im Inne
ren der Glocke entsteht. Die Abscheidevorrichtung muß gas
dicht und druckfest verschließbar sein, da die Abscheidung
gewöhnlich unter Druckanwendung ausgeführt wird und die Ab
scheidegase korrosiv wirken und im Gemisch mit Luft zur
Selbstentzündung neigen. Die Grundplatte ist mit Halterungen
versehen, mit deren Hilfe die Trägerkörper im Reaktionsraum
gehalten werden. Als Trägerkörper dienen üblicherweise Stä
be, die durch direkten Stromdurchgang auf die notwendige Ab
scheidetemperatur aufgeheizt werden. Zweckmäßigerweise sind
zwei benachbarte Stäbe an ihren freien, den gehaltenen
Fußenden gegenüberliegenden Enden durch eine Brücke zu einem
U-förmigen Trägerkörper verbunden. Die Zuführung des elek
trischen Stroms erfolgt durch das den U-förmigen Trägerkör
per haltende Halterungspaar.
Zu einer Halterung gehört eine Stromdurchführung, die durch
die Grundplatte führt und die außerhalb der Abscheidevor
richtung an eine Stromquelle angeschlossen ist. Innerhalb
der Abscheidevorrichtung ist die Stromdurchführung als Elek
trodenfassung ausgebildet oder mit einer separaten Elektro
denfassung fest verbunden. Auf die Elektrodenfassung ist
eine Graphitelektrode aufgesetzt, die in den Reaktionsraum
gerichtet ist. Die Graphitelektrode weist üblicherweise oben
eine Aussparung auf, in die der Trägerkörper gesteckt wird.
Die Halterungen sind so ausgestaltet, daß die gehaltenen
Trägerkörper fixiert sind und nicht bewegt werden können.
Die Stromdurchführung und gegebenenfalls auch die Elektro
denfassung sind mit einem Kühlkanal ausgestattet, durch die
während der Abscheidung ein Kühlmittel gepumpt wird. Damit
wird verhindert, daß sich Halbleitermaterial auf der Halte
rung des Trägerkörpers abscheidet.
Seit der Entwicklung der ersten Abscheidevorrichtungen be
steht ein anhaltender Trend, immer großvolumigere Halblei
terkörper durch Abscheidung von Halbleitermaterial auf auf
geheizte Trägerkörper herzustellen. Derzeit werden mit stab
förmigen Trägerkörpern Halbleiterstäbe erzeugt, deren Länge
bis zu 3000 mm und deren Durchmesser bis zu 200 mm betragen.
Bei der Herstellung großer Halbleiterkörper ist relativ häu
fig zu beobachten, daß sie im Endstadium der Abscheidung
oder während der Abkühlphase nach der Abscheidung aus den
Halterungen kippen und/oder Beschädigungen im Bereich der
Fußenden aufweisen. Dieses Phänomen verzögert nicht nur die
Weiterbearbeitung der Halbleiterkörper zu den überwiegend in
der Elektronikindustrie benötigten Produkten, sondern verur
sacht auch einen hohen finanziellen Schaden, da gekippte
Halbleiterkörper nicht mehr wie vorgesehen weiterverarbeitet
werden können.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung bestand deshalb da
rin, Mittel bereitzustellen, die die beschriebenen Nachteile
weitgehend verhindern.
Die Aufgabe wird durch eine Halterung für Trägerkörper ge
löst, die gekennzeichnet ist durch mindestens ein Federele
ment, das zwischen der Stromdurchführung und der Elektroden
fassung angeordnet ist, eine Bewegung der Elektrodenfassung
relativ zur Stromdurchführung gestattet und diese Bewegung
abfedert.
Nachforschungen der Erfinder haben ergeben, daß letztlich
Wärmespannungen für die nachteiligen Effekte verantwortlich
sind. Ursache solcher Wärmespannungen sind die gekühlten
Halterungen, Unterschiede im Halbleiterkörper hinsichtlich
der Geschwindigkeit des Abkühlens nach der Abscheidung und
bei U-förmigen Halbleiterkörpern das Schrumpfen der die Stä
be verbindenden Brücke während der Abkühlphase.
Eine Halterung gemäß der vorliegenden Erfindung gestattet
eine gewisse Eigenbewegung der Halbleiterkörper, so daß die
Wärmespannungen vermindert werden. Ein weiterer Vorteil die
ser Halterung ist, daß bereits bestehende Abscheidevorrich
tungen mit ihr nachgerüstet werden können.
Nachfolgend wird die Erfindung mit Hilfe zweier Figuren an
einem bevorzugten Ausführungsbeispiel erklärt. Fig. 1 zeigt
einen Längsschnitt durch eine Halterung, die zwei Federele
mente aufweist. In Fig. 2 ist ein Querschnitt durch diese
Halterung dargestellt, wobei entlang der in Fig. 1 gezeig
ten Linie A-A geschnitten wurde.
Gemäß Fig. 1 führt die mit einem Kühlkanal 1 ausgestattete
Stromdurchführung 2 des unteren Teils der Halterung 3 durch
eine Öffnung in der Grundplatte 4 einer Abscheidevorrich
tung. Die Stromdurchführung 2 ist durch eine Isolierung 5
gegen die Grundplatte 4 elektrisch isoliert. Die Isolierung
5 und die Stromdurchführung 2 verschließen gemeinsam gas
dicht und druckfest die Öffnung in der Grundplatte. Im ein
gebauten Zustand sitzt die Stromdurchführung ortsfest und
unbeweglich in der Öffnung. Demgegenüber kann sich die über
der Stomdurchführung 2 angeordnete und die Stromdurchführung
abdeckende Elektrodenfassung 6 insbesondere in die mit einem
Pfeil angegebene Richtung bewegen. Neben dieser horizontalen
translatorischen Bewegung in Pfeilrichtung gestatten die
Federelemente auch eine leicht kippende Bewegung der Elek
trodenfassung. Die Elektrodenfassung 6 ist an ihrer Unter
seite zu einem Steg 7 verlängert. Dieser Steg liegt zunächst
berührend an einer ebenfalls stegartigen Verlängerung 8 der
Stromzuführung 2 an (Fig. 2). Erst wenn eine Kraft die Elek
trodenfassung in Pfeilrichtung ausgelenkt, entsteht zwischen
dem zur Stromdurchführung gehörenden, ortsfesten Steg 8 und
dem Steg 7 der ausgelenkten Elektrodenfassung ein Spalt mit
einer Breite, die dem von der Elektrodenfassung zurückgeleg
ten Weg entspricht. Die Bewegung der Elektrodenfassung wird
gemäß der Darstellung in den Figuren durch zwei Federelemente
9, 10 ermöglicht, die zwischen der Stromdurchführung 2
und der Elektrodenfassung 6 angeordnet sind. Die Federele
mente sind in der Richtung der Bewegung der Elektrodenfas
sung elastisch verformbar und federn die Bewegung der Elek
trodenfassung ab.
Gemäß der bevorzugten Ausführung der Erfindung besteht ein
Federelement aus einem Paket von Blattfedern, die senkrecht
zur Grundplatte 4 ausgerichtet sind. Die Federelemente 9, 10
sind an ihren Seitenkanten über die Distanzstücke 11, 12
miteinander verbunden. Eines der beiden Federelemente ist in
der Mitte mit dem Steg 7, das andere mit dem Steg 8 verbun
den. Die Verbindung der beiden Federelemente und die Verbin
dung eines Federelements mit dem benachbarten Steg kann über
Nieten 13 erfolgen oder beispielsweise auch geschraubt oder
geschweißt sein. Die die Federelemente berührenden Seiten
flächen der Stege sind vorzugsweise, wie in Fig. 2 darge
stellt, leicht gerundet ausgestaltet, damit sich die Blatt
federn bei der horizontalen translatorischen Bewegung der
Elektrodenfassung an diese Flächen anschmiegen können.
Die Graphitelektrode 14 ist als Bestandteil der Halterung 3
in an sich bekannter Weise mit der der Grundplatte 4 gegen
überliegenden Seite der Elektrodenfassung verbunden. Der
Trägerkörper 15 ist in einer Aussparung 16 der konisch zu
laufenden Spitze der Graphitelektrode 14 gesteckt. Die auf
die Elektrodenfassung wirkende Gewichtskraft kann über die
Federelemente oder direkt auf die Stromdurchführung abge
stützt sein. Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung
sieht mindestens ein Gleitlager 17, beispielsweise einen
Gleitstein aus Graphit, vor, der das Gewicht des Trägerkör
pers abstützt.
Obwohl in den Figuren eine Halterung mit zwei Federelementen
gezeigt ist, die spiegelsymmetrisch angeordnet sind, reicht
bereits ein einziges der Federelemente aus, um die beabsich
tigte Bewegungsmöglichkeit der Elektrodenhalterung zu schaf
fen. Bei einer Halterung mit nur einem Federelement nimmt
ein entsprechend verbreiterter, zur Elektrodenfassung oder
zur Stromdurchführung gehörender Steg den Platz des zweiten
Federelements ein.
Die Halterung muß elektrischen Strom und Wärme gut lei
ten können und darüber hinaus korrosionsfest sein. Es ist
deshalb besonders bevorzugt, die Stromdurchführung, die
Elektrodenhalterung, die Federelemente und die sie verbin
denden Befestigungsmittel aus Silber zu fertigen oder zumin
dest mit Silber zu beschichten.
In einem Paar von Halterungen, in denen die Fußenden eines
U-förmigen Trägerkörpers gehalten werden, sollte mindestens
eine der Halterungen eine Halterung vom erfindungsgemäßen
Typ sein. Die Anordnung der Halterung auf der Grundplatte
der Abscheideanlage erfolgt so, daß die horizontale transla
torische Bewegung der Elektrodenfassung in Richtung zur
zweiten Halterung des Paars erfolgen kann. Verkürzt sich am
Ende der Abscheidung oder während der Abkühlphase in Folge
von auftretenden Wärmespannungen der Abstand der Fußenden
des hergestellten Halbleiterkörpers, setzt die bewegliche
Halterung der Verkürzungsbewegung keinen schadenbringenden
Widerstand entgegen. Hingegen würde, besonders bei großen
Halbleiterkörpern, die Verwendung zweier starrer Halterungen
mit einiger Wahrscheinlichkeit zum Kippen des Halbleiterkör
pers und/oder zur Beschädigung des Halbleiterkörpers im Be
reich der Fußenden führen.
Claims (5)
1. Halterung für Trägerkörper in einer Vorrichtung zur Ab
scheidung von Halbleitermaterial auf aufgeheizte Träger
körper, mit einer durch die Grundplatte der Abscheide
vorrichtung geführten, ortsfesten Stromdurchführung und
einer Elektrodenfassung mit einer Unterseite, die über
der Stromdurchführung angeordnet ist, und einer Obersei
te, die mit einer Graphitelektrode verbunden ist, in die
ein Trägerkörper gesteckt werden kann,
gekennzeichnet durch mindestens ein Federelement, das
zwischen der Stromdurchführung und der Elektrodenfassung
angeordnet ist, eine Bewegung der Elektrodenfassung re
lativ zur Stromdurchführung gestattet und diese Bewegung
abfedert.
2. Halterung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch ein
Federelement, das aus Blattfedern besteht, die zu einem
Paket zusammengefaßt und senkrecht zur Grundplatte aus
gerichtetet sind.
3. Halterung nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, gekennzeich
net durch ein spiegelsymmetrisch zum Federelement an
geordnetes und mit diesem über Distanzstücke verbunde
nes, weiteres Federelement.
4. Halterung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, gekennzeich
net durch ein Gleitlager, das das Gewicht des Trägerkör
pers abstützt.
5. Verwendung mindestens einer Halterung gemäß einem der
Ansprüche 1 bis 4 in einem Paar von Halterungen, die in
einer Vorrichtung zur Abscheidung von Halbleitermaterial
auf aufgeheizte Trägerkörper die beiden Fußenden eines
U-förmigen Trägerkörpers halten, wobei die Halterung so
ausgerichtet ist, daß eine Bewegung der Elektrodenfas
sung in Richtung zur zweiten Halterung des Paars erfol
gen kann.
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