DE4423338A1 - Detektor für eine Meßvorrichtung - Google Patents
Detektor für eine MeßvorrichtungInfo
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Description
Die Erfindung geht aus von einem Detektor für eine Meß
vorrichtung zur Messung radioaktiver Areale mit zwei
Elektroden, zwischen denen eine Spannung anliegt, und
einem zwischen den Elektroden vorhandenen Zählgas.
Die Messung radioaktiver Areale findet Verwendung ins
besondere für die Bestimmung radioaktiver Dünnschicht
platten, Papierchomtogrammen, Elektrophoresen, Klein
tierschnitten, DNA-Plotting-Streifen oder Kontaminationen
Hierzu wird z. B. ein Geiger-Müller-Zählrohr oder ein
Proportionalzählrohr verwendet. Diese Meßvorrichtungen
werden langsam relativ über die zu messende Oberfläche
bewegt und die gemessene Radioaktivität z. B. mittels
eines Ratemeters, Zählers und Schreibers registriert.
Bei der Erfassung einer Fläche mit einem Proportional
zählrohr wird dieses schrittweise entlang der ab zu
tastenden Bahn versetzt. Eine andere Möglichkeit besteht
darin, daß mehrere hintereinander angeordnete Einzel
zählrohre verwendet werden.
Ferner ist es bekannt radioaktive Areale auf Oberflächen
mit Hilfe eines Drahtgitter-Detektors ( Multiwire-Detek
tor) zu bestimmen. Zwischen den voneinander isoliert auf
gehängten Drahtgittern wird in den radioaktiven Berei
chen eine Ionisation im Zählgas ausgelöst und die ört
liche Zuordnung der radioaktiven Areale im Drahtgitter
nach bekannten elektronischen Methoden der radioaktiven
Meßtechnik auf einem Bildschirm angezeigt. Die örtliche
Verteilung der Radioaktivität in einer Probe kann auch
mittels photographischer Methoden registriert werden.
Ferner ist bekannt, die Verteilung der Radioaktivität
auf Oberflächen durch Auflegen einer photographischen
Schicht, welche durch die Radioaktivität geschwärzt
wird (Autorradiographie), zu messen. Nachteil dieser
Methode ist jedoch, daß je nach Aktivität lange Be
lichtungszeiten bis zu mehreren Monaten in Kauf genommen
werden müssen. In der jüngeren Vergangenheit ist die
Autoradiographie fortentwickelt worden. Zur Vermeidung
langer Belichtungszeiten wird z. B. eine Phosphorschicht
verwendet, in der Elektronen der Phosphorschicht in
einen angeregten Zustand versetzt werden und diese durch
abscannen mit einem Laserstrahl in ein optisches Bild
umgesetzt wird.
Nachteilig bei dieser Methode ist jedoch, daß eine
quantitative Bestimmung der örtlichen Verteilung der
Radioaktivität nur unbefriedigend ist.
Bei der Verwendung eines Multiwiredetektors ist die
räumliche Auflösung engbenachbarter Radioaktivitätsareale
schlecht, da auch schräg einfallende Stahlung eine
Gasionisation auslöst. Man versucht diesen Fehler zu eli
minieren, indem zwischen der radiaktiven Oberfläche und
dem Detektor ein Viellochkollimator verwendet wird. Die
ser hat jedoch den Nachteil, daß die Empfindlichkeit
der Meßvorrichtung erheblich reduziert wird. Ferner hat
sich herausgestellt, daß die mangelnde Starrheit und
Stabilität von Drahtgittern als Elektroden zu Problemen
in Bezug auf Reproduzierbarkeit der Messungen führen
kann.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde
den Detektor so weiterzubilden, daß die Ortsauflösung
weiter verbessert wird. Ferner soll die Reproduzier
barkeit der Messungen verbessert werden.
Dieses Ziel wird durch einen Detektor für eine Meßvor
richtung zur Messung radioaktiver Areale mit den Merk
malen des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbil
dungen sind Gegenstand der Unteransprüche.
Der erfindungsgemäße Detektor zeichnet sich dadurch
aus, daß die Elektroden auf gegenüberliegenden
Flächen eines Trägers angeordnet sind. Ferner sind
Kanäle vorgesehen, die die Elektroden und den Träger
durchdringen, wobei das Zählgas über die Kanäle
mit den Elektroden in Verbindung steht.
Das Zählgas befindet sich in den einzelnen Kanälen.
Somit wirkt jeder Kanal als Kollimator und Zählrohr,
in welchem beim Eindringen einer radioaktiven Strahlung
eine Gasionisation und schließlich durch Avalanceverstär
kung eine Photonanregung erfolgt, die z. B. durch bekann
te photographische Methoden leicht und schnell nachweisbar
ist. Über die Gesamtzahl der Kanäle in dem erfindungsge
mäßen Detektor erhält man ein Abbild der Radioaktivitäts
verteilung auf der zu messenden Oberfläche. Ferner wird
sichergestellt, daß eine nahezu hunterprozentige Detektier
barkeit der senkrecht zur Meßebene fliegenden Teilchen oder
Quanten sichergestellt wird und eine durch schrägfliegende
Teilchen oder Quanten bewirkte Verschlechterung der
Ortsauflösung verhindert wird.
Der Detektor als solcher ist starr und stabil, so
daß eine Reprodozierbarkeit der Messungen sichergestellt
ist.
Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung sind die
Elektroden unmittelbar auf dem Träger angeordnet. Der
Träger besteht aus einem elektrisch nichtleitendem
Werkstoff. Der Träger kann ganz oder teilweise aus einem
keramischen Werkstoff bestehen. Andere Werkstoffe wie
z. B. Teflon oder Epoxid sind möglich.
Der Träger kann auch aus einem elektrischleitendem
Werkstoff bestehen. In diesem Fall wird vorgeschlagen
zwischen den Elektroden und dem Träger jeweils eine
Isolationsschicht vorzusehen. Die Verwendung eines
elektrischleitenden Werkstoffes ist u. U. dann vom Inter
esse, wenn die Ausbildung der Kanäle hierdurch ver
einfacht wird.
Gemäß einem weiteren erfindungsgemäßen Gedanken wird vor
geschlagen über den Kanälen erste und zweite elektrische
Leiter anzuordnen. Die ersten Leiter erstrecken sich
in einer ersten und die zweiten Leiter in einer
zweiten Richtung. Die ersten und zweiten Leiter bilden
ein gitterförmiges Netz. Die einzelnen Leiter sind
voneinander elektrisch isoliert. Die einzelnen Leiter
bahnen in den beiden Richtungen einer Ebene, welche
parallel zu der Elektrodenebene liegt. Sie dienen
als Auslöseelektroden für die Ionisationsvorgänge in den
einzelnen Kanälen. Wird in einem Kanal ein Ionisationsvor
gang ausgelöst, so wird an dem Kreuzungspunkt der beiden
Leiterbahnen eine Spannung induziert, die in einer Aus
werteeinheit ausgewertet werden kann und z. B. auf einem
Bildschirm dargestellt wird. Durch diese Weiterbildung
kann auf eine Auswertung mittels photographischer
Methoden verzichtet werden. Hierdurch bedingt kann die
Meßzeit verringert werden. Von Vorteil ist es, wenn der
Durchmesser der Kanäle zwischen 0,2 und 0,05 mm beträgt.
Der Abstand zwischen benachbarten Kanälen beträgt vor
teilhafterweise zwischen 0,1 bis 1 mm.
Der Abstand der Elektroden zueinander sollte vorzugs
weise zwischen 3 bis 10 mm betragen. Dieser Abstand kann
jedoch entsprechend der Energie der zu messenden Teilchen
oder Quanten angepaßt werden.
Statt der Anpassung des Abstandes der Elektroden zuein
ander wird vorgeschlagen den Druck des Zählgases ent
sprechend der Energie zu messenden Teilchen oder Quan
ten zu variieren. Dies hat den Vorteil, daß mit einem
Detektor durch Variationen des Druckes unter schied
liche Teilchen oder Quanten gemessen werden können.
Vorteilhafterweise ist der Detektor in einem Gehäuse angeord
net, wobei wenigstens eine Wand für die zu messende Strah
lungsart durchlässig ist.
Es hat sich herausgestellt, daß das Zählgas vorteilhafter
weise eine Mischung aus Neon, Helium und Methan ist.
Methan dient hierbei als Quenschgas.
Weitere Vorteile und Merkmale des Gegenstandes der Er
findung werden anhand eines Ausführungsbeispiels er
läutert. Hierbei zeigt:
Fig. 1 eine perspektivische Darstellung eines Detek
tors,
Fig. 2 eine zweite Darstellung eines Detektors,
Fig. 3 einen Detektor in einem Gehäuse.
Der Detektor 7 umfaßt zwei Elektroden 1, 2, zwischen
denen eine Spannung V anliegt. Die Elektroden 1, 2 sind
auf gegenüberliegenden Flächen 4, 5 eines Trägers 3 an
geordnet. Die Elektroden 1, 2 und der Träger 3 sind
durch Kanäle durchsetzt. Das Zählgas Z steht über die
Kanäle 6 mit den Elektroden 1, 2 in Verbindung.
Der Detektor 7 weist eine Vielzahl von Kanälen 6 auf.
Die Kanäle sind in den beiden Richtungen X und Y ausge
bildet. Sie sind äquidistant zueinander. Jeder Kanal
wirkt als Kollimator und Zählrohr.
Über den Kanälen 6 sind erste und zweite elektrische Lei
ter 8, 9 angeordnet. Die ersten Leiter 8 erstrecken sich
in einer ersten Richtung in der gewählten Darstellung
in der X-Richtung. Die zweiten Leiter 9 erstrecken
sich in einer zweiten Richtung (Y-Richtung). Die einzel
nen Leiter 8 und 9 sind voneinander elektrisch isoliert.
Die Kreuzungspunkte 8, 9 liegen über den Kanälen 6. Jeder
einzelne Leiter 8, 9 ist mit einer Auswerteeinheit,
welche nicht dargestellt ist, verbunden. Die Leiter 8 bzw. 9
können in einer elektrisch nichtleitenden Schicht einge
bracht sein. Diese Schichten können direkt auf einer
Elektrode aufgebracht sein. Die Schichten können auch im
Abstand zu der Elektrode angeordnet sein, wie noch beschrie
ben wird.
An jedem Leiter kann ein Ohm′scher Widerstand vorge
sehen werden. Jeder Leiter ist mit einer konstanten
Spannung beaufschlagt. Findet eine Ionisation in einem
Kanal 6 statt, so wird in den zum Kanal 6 zugeordneten
Leiter 8, 9 eine Spannung induziert. Aus der Veränderung
der Spannung in den einzelnen Leitern 8, 9 kann der Ort
des Ereignisses bestimmt werden.
Der Detektor kann in einem Gehäuse 10 angeordnet sein.
Das Gehäuse 10 weist eine Gaseintrittsöffnung 11 und
eine Gasaustrittsöffnung 12 auf. Die der Elektrode 1
gegenüberliegende Wand 13 ist mit einer Öffnung 14 ver
sehen, die der Elektrode 1 entspricht. Über der Öffnung 14
kann mittels einer nicht dargestellten Einrichtung eine
photographische Schicht eingebracht werden. Die Einrich
tung dichtet auch die Öffnung 14 ab.
Wird ein Detektor mit einem Gehäuse, wie in Fig. 3 dar
gestellt verwendet, so ist der durch das Gehäuse und
einem nicht dargestellten Verschluß der Öffnung 14
gebildeten Innenraum durch ein Spülgas zu spülen. Nachdem
der Innenraum gespült worden ist, wird ein Zählgas in den
Innenraum geführt. Der Gasdruck im Innenraum wird
gemessen und durch eine nicht dargestellte Regelung
konstant gehalten, um eine gleichmäßige Emfindlich
keit zu erreichen.
Statt der Öffnung 14 kann die Wand 13 für die zu messen
de Stahlungsart aus durchlässigem Werkstoff bestehen. Das
Gehäuse des Detektors kann dann für sich hermetisch
abgeschlossen sein, so daß keine Gasverluste eintreten.
Claims (13)
1. Detektor für eine Meßvorrichtung zur Messung
radioaktiver Areale, mit zwei Elektroden (1; 2),
zwischen den eine Spannung (V) anliegt, und einem Zähl
gas (Z), dadurch gekennzeichnet, daß die Elektroden (1; 2)
auf gegenüberliegenden Flachen (4; 5) eines Trägers (3)
angeordnet sind, und daß Kanäle (6) vorgesehen sind,
die die Elektroden (1; 2) und den Träger (3) durchdrin
gen, wobei das Zählgas (Z) über die Kanäle (6) mit den
Elektroden (1; 2) in Verbindung steht.
2. Detektor nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Elektroden (1; 2) unmittelbar auf dem
Träger (3) angeordnet sind, und der Träger (3) aus einem
elektrisch nichtleitendem Werkstoff besteht.
3. Detektor nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß zwischen den Elektroden (1; 2) und dem Träger (3)
jeweils eine Isolationsschicht vorgesehen ist.
4. Detektor nach Anspruch 1 oder 3, dadurch gekennzeichnet,
daß der Träger (3) ganz oder teilweise aus einem
keramischen Werkstoff besteht.
5. Detektor nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
gekennzeichnet durch eine Anzahl von ersten und
zweiten elektrischen Leitern (8; 9), die über den
Kanälen (6) angeordnet sind, wobei sich die ersten Leiter (8)
in einer ersten Richtung (X) und die zweiten Leiter (9)
in einer zweiten Richtung (Y) erstrecken, und daß die
Leiter (8; 9) mit einer Auswerteeinheit
verbunden sind.
6. Detektor nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß der Durchmesser
der Kanäle (6) zwischen 0,2 und 0,005 mm beträgt.
7. Detektor nach einem oder mehreren Ansprüchen
1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Ab
stand zwischen benachbarten Kanälen (6) 0,1 bis 1 mm
beträgt.
8. Detektor nach einem oder mehreren Ansprüchen
1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstand
der Elektroden (1; 2) entsprechend der Energie der zu
messenden Teilchen oder Quanten vorzugsweise im Be
reich von 3 bis 10 mm angepaßt wird.
9. Detektor nach einem oder mehreren Ansprüchen 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß der Druck des Zähl
gases entsprechend der Energie der zu messenden Teil
chen oder Quanten anpaßbar ist.
10. Meßvorrichtung mit einem Detektor nach einem
oder mehreren vorstehenden Ansprüchen, dadurch
gekennzeichnet, daß der Detektor in einem Gehäuse (10)
angeordnet ist, wobei wenigstens eine Wand für die
zu messende Strahlungsart durchlässig ist.
11. Meßvorrichtung mit einem Detektor nach einem
oder mehreren Ansprüchen 1 bis 9, dadurch gekenn
zeichnet, daß das Zählgas eine Mischung aus Neon,
Helium und Methan ist.
12. Meßvorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekenn
zeichnet, daß das Zählgas 30-95% Neon, 0-65%
Helium und 3,5-5% Methan enthält.
13. Meßvorrichtung nach Anspruch 12, dadurch ge
kennzeichnet, daß das Zählgas 65,5% Neon,
30% Helium und 4,5% Methan enthält.
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