DE4409848A1 - Vorrichtung zur Zumessung und Zerstäubung von Fluiden - Google Patents
Vorrichtung zur Zumessung und Zerstäubung von FluidenInfo
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Description
Die verschiedenen Betriebsbedingungen von Verbrennungsmotoren
sind insbesondere einerseits die Kaltstartphase und anderer
seits der Dauerbetrieb des Motors mit stationär durchgewärm
ten Motor. Bezüglich der Kaltstartphase ist vor allem die
Bedingung zu erfüllen, daß der jeweils im Ansaugtrakt des Mo
tors eingespritzte Kraftstoff so stark zerstäubt in den Zy
linder gelangt, daß auch tatsächlich die bestimmungsgemäße
Kraftstoffverbrennung erfolgt. In der Dauerbetriebsphase, die
Betriebstemperatur aller Motorteile ist erreicht, ist
insbesondere ein heißes Einlaßventil vorhanden, das sich zur
Kraftstoffeinverteilung bzw. -verdampfung eignet. Es ist
dementsprechend üblich, den einzuspritzenden Kraftstoff mit
einem weitgehend fadenförmigen oder nur gering aufgefächerten
Einspritzstrahl auf den heißen Ventilteller zu richten und
dort auftreffen zu lassen.
Es wurde festgestellt, daß es nicht vorteilhaft ist, in der
Dauerbetriebsphase des Motors eine schon direkt von der Ein
spritzdüse ausgehende größere Verteilung oder Zerstäubung des
einzuspritzenden Kraftstoffs vorzusehen. Es ist beobachtet
worden, daß trotz hoher Betriebswärme durchaus nachteilige
Zustände bei schon von der Düse weg fein verteiltem oder
zerstäubtem Kraftstoff auftreten. Zum einen können im doch
nur begrenzt stark erwärmten Ansaugrohr noch Abscheidungen
von Kraftstofftröpfchen erfolgen, die dann erst zeitverzögert
durch Wiederabdampfen in den Zylinder gelangen. Luftsäulen
schwingungen im Ansaugrohr können dazu führen, daß schon von
der Düse weg zerstäubter Kraftstoff nicht zum gewollten
Zeitpunkt in den jeweiligen Zylinder gelangt. Damit sind in
jedem Fall unerwünschte Verschiebungen hinsichtlich des
Kraftstoff-Luft-Verhältnisses verbunden, das beabsichtigter
Weise möglichst genau einzuhalten ist.
Aus der Offenlegungsschrift DE 38 33 093 A1 ist ein Kraft
stoff-Einspritzventil mit steuerbarer Charakteristik des
Kraftstoffstrahls bekannt. Mittels eines piezoelektrischen
Antriebselements wird die Kraftstoff-Austrittsöffnung des
Einspritzventils zu Schwingungen angeregt. Diese Schwingun
gen, die in Richtung der Ventillängsachse wirken, führen ge
mäß den Gesetzen der Strömungsmechanik zum Zerfall des Treib
stoffstrahls in einzelne Tröpfchen. Bei der in der DE 38 33
093 Al beschriebenen Anordnung ist jedoch von Nachteil, daß
die Zerstäubung des Treibstoffstrahls dadurch erfolgt, daß
der gesamte Ventilsitz zu Schwingungen angeregt wird. Das be
deutet eine im allgemeinen nichtlineare Kopplung der Dosier
funktion mit der Zerstäuberfunktion. Da die Ventilzustände
"offen" oder "geschlossen" von der momentanen Auslenkung des
Ventilsitzes abhängig sind, erfolgt die Treibstoffzumessung
nicht linear. Das Piezoelement, das die Einspritzdüse, die
gleichzeitig die Funktion der Zerstäubung übernimmt, in
Schwingungen versetzt, wird mit einer Frequenz oberhalb von 1
kHz angeregt. Da der Lauf des Motors Vibrationen im Frequenz
bereich zwischen 5 kHz und 20 kHz erzeugt, muß damit gerech
net werden, daß eine Zerstäubung auch unerwünschter Weise
durch die Motorvibration angeregt wird.
Ein weiterer Nachteil der in der DE 38 33 093 beschriebenen
Ausführung liegt in der Tatsache begründet, daß sich die Kon
struktion in der Praxis nicht weiter verkleinern läßt. Zum
einen steht nämlich der mittels eines piezokeramischen An
triebselements erreichbare Hub in direktem Verhältnis zu
seinen Abmessungen, so daß wegen der benötigten Hübe das Pie
zoelement und damit der gesamte Aufbau nicht beliebig ver
kleinert werden kann. Zum anderen begrenzen die erreichbare
Fertigungsgenauigkeit, sowie die bei der Automobilanwendung
geforderte mechanische Stabilität der Konstruktion eine Mi
niaturisierung. Damit ist eine Integration in herkömmliche
Einspritzventile nicht möglich, ohne massiv in deren Kon
struktion einzugreifen.
Da sowohl der die Ventilnadel antreibende Piezostack als auch
das für den Strahlzerfall notwendige Piezoelement in Ventil
längsrichtung arbeitet, ist der Durchfluß durch die Düsenboh
rung als nicht konstant anzusehen.
Die Aufgabe der Erfindung ist es, eine Vorrichtung zu schaf
fen, bei der ein Fluid steuerbar zerstäubbar ist und die Do
sierung des Fluids exakt erfolgt.
Die Aufgabe wird durch eine Vorrichtung gemäß dem Anspruch 1
gelöst.
Ein Vorteil der Erfindung liegt in der Flexibilität der Vor
richtung. Die Zerstäuberfunktion kann auf die jeweiligen Ein
satzbedingungen einfach angepaßt werden. Die Zumessung ist
ebenso unabhängig und ungeachtet der Zerstäuberfunktion ein
fach auf die Umgebungsbedingungen einstellbar.
So ist es von Vorteil die Düsenplatte, welche eine Zerstäu
beröffnung aufweist, auf eine Trägerplatte zu montieren, weil
damit eine für die Schwingungsübertragung gut geeignete An
kopplung des Antriebselements an die Düsenplatte erfolgen
kann.
Als Antriebselement eignet sich besonders ein piezoelektri
scher Antrieb, weil dieser für schnelle Bewegungen prädesti
niert ist.
Um einer Zerstörung des Piezoelements vorzubeugen kann dieses
vorteilhafterweise mechanisch, beispielsweise mit einer Fe
der vorgespannt werden.
Die Vorrichtung eignet sich besonders für die Zumessung und
Zerstäubung von Kraftstoff für Verbrennungsmotoren.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus
den abhängigen Ansprüchen.
Die Aufgabe wird bei der Vorrichtung zur Zumessung und Zer
stäubung von Kraftstoff für Verbrennungsmotoren somit dadurch
gelöst, daß eine funktionelle Trennung zwischen Kraftstoffdo
sierung und Kraftstoffzerstäubung erfolgt. Der Öffnungsquer
schnitt des Ventilauslasses bestimmt die austretende Kraft
stoffmenge. Eine in einer Düsenplatte vorgesehene zweite Öff
nung, welche der Ventilauslaßöffnung nachfolgt, wird im Quer
schnitt und in ihrer Lage periodisch variiert, um die Ober
flächenspannung des austretenden Kraftstoffs entsprechend zu
vergrößern oder zu verkleinern, was zu einer Zerstäubung des
Kraftstoffs führt.
Die Erfindung wird im folgenden anhand zweier Figuren weiter
erläutert.
Die Fig. 1 zeigt einen Ventilkopf mit Zerstäuber.
Die Fig. 2 zeigt eine weitere Variante des Ventilkopfs mit
Zerstäuber.
Die Fig. 3a-l zeigt eine Auswahl möglicher Düsenplatten
mit verschiedenen Düsenlöchern.
Die Fig. 4 zeigt den Strahlzerfall bei einem runden
Düsenloch gegenüber dem bei einem rechteckigen Düsenloch.
Die Fig. 5 zeigt eine mögliche Kombination von verschiedenen
Düsenlochdurchmessern in einer Düsenplatte.
Die Fig. 6a-c zeigt das prinzipielle galvanoplastische
Herstellungsverfahren für eine Düsenplatte.
Die Fig. 7a, b zeigt eine Düse mit quadratischem Düsenloch
in der Draufsicht und im Querschnitt beim anisotropen
Ätzverfahren.
Die Fig. 8a, b zeigt eine konventionelle Düse im Vergleich
zu mehreren neuartigen Düsen in der Draufsicht und im
Querschnitt.
Die Vorrichtung, wie in Fig. 1 gezeigt, ist zur Zumessung
und Zerstäubung von Kraftstoff für Verbrennungsmotoren geeig
net. Eine Ventilnadel VN ist in einem Ventilgehäuse V beweg
lich gelagert. Sie kann mittels der in der Patentanmeldung P
43 06 073.0 beschriebenen Mechanik angetrieben werden. Der
Kraftstoff strömt durch einen Kanal K in Richtung des Dicht
sitzes DS. Drückt die Ventilnadel VN auf den Dichtsitz DS, so
wird der Kraftstofffluß gehemmt. Wird die Ventilnadel VN vom
Dichtsitz abgehoben, so strömt der Kraftstoff durch die Zu
meßöffnung ZMO im Dichtsitz DS, die Bohrung in der Ummante
lung DH und die Zerstäuberöffnung ZSO in der Düsenplatte DP
nach außen.
Die Zerstäubung wird durch die dünne Blechmembran DP (orifice
disk), auch als Düsenplatte oder Zerstäuberplatte bezeichnet,
die im Zentrum eine kreisförmige Öffnung ZSO mit sehr eng
tolerierter Geometrie aufweist, bestimmt. Der Lochdurchmesser
d der Zerstäuberöffnung ZSO weist eine Toleranz im Bereich
von 1 µm und eine genau definierte Eckenverrundung des
Lochrandes auf. Die Membran DP mit der Zerstäuberöffnung ZSO
wird auf eine Trägerplatte TP gesetzt. Die Düsenplatte DP
kann beispielsweise durch Schweißen mit der Trägerplatte TP
verbunden werden. Die Trägerplatte TP liegt auf einem
Antriebselement P, einer Piezokeramik, auf, die sich wiederum
am Ventilgehäuse V abstützt. Die gesamte Anordnung befindet
sich in einem Gehäuse ZK, welches am Ventil befestigt ist.
Die Blattfeder BF zwischen dem Gehäuse ZK und der
Trägerplatte TP wird bei der Montage der Zerstäubereinheit
zusammengedrückt und sorgt so für die notwendige mechanische
Vorspannung und zum ordnungsgemäßen Betrieb der Piezokeramik
P. Damit die Ventilteile im Bereich der Austrittsöffnung
(Ventilsitz DS, O-Ring OR, Zentrierung ZR u. a.) sich nicht
aus dem Verbund lösen können, werden sie mittels einer
Ummantelung DH, welche schraubbar ist, zusammengedrückt.
Legt man an die Piezokeramik P eine periodische Wechselspan
nung an, beispielsweise eine Sinusspannung, so werden die
Trägerplatte TP und die Membran DP zwangsweise, nicht reso
nant, in Schwingungen versetzt. Diese erzwungene Bewegung der
Membran führt gemäß einer von Lord Rayleigh entwickelten
Theorie der schwingungsinduzierten Erzeugung von Flüssig
keitströpfchen zum Zerfall des Treibstoff-Strahls in kleine
Tropfen. Die optimale Anregungsfrequenz liegt im Falle der
Anordnung gemäß Fig. 1 bei etwa 5 kHz, jedoch ist eine ef
fektive Anregung der Düsenplatte zum Strahlzerfall auch mit
anderen Frequenzen erzielbar.
Die in Fig. 2 beschriebene Zerstäuberkomponente wird im Ge
gensatz zu der in der Fig. 1 beschriebenen Ausführungsform
im Resonanzfrequenzbereich bei ca. 130 kHz angeregt. Das Pie
zoelement P stützt sich wiederum am Ventilgehäuse V ab. Die
mechanische Vorspannung des Piezoelements P ist mittels einer
Mutter M und einer Tellerfeder TF einstellbar. Eine Unterleg
scheibe US sorgt für eine gleichmäßige Druckverteilung auf
das Piezoelement P. Wie bei der in Fig. 1 beschriebenen Aus
führungsform wird die Düsenplatte DP zu Schwingungen ange
regt, was gemäß der Strömungstheorie, zum Zerfall der Flüs
sigkeit führt.
Gegenüber der Darstellung in Fig. 1 werden die Ventilinnen
teile, der Zentrierring ZR, der Dichtsitz DS, der O-Ring OR,
die Ventilnadel VN und die Düsenplatte durch einrollen des
Ventilgehäuses V zusammengehalten. Die in den Fig. 1 und 2
gezeigten Lösungen sind austauschbar. Abhängig vom Anwen
dungsfall sollte die in Fig. 1 oder die in Fig. 2 gezeigte
Halterung der Ventilinnenteile gewählt werden.
Um den Kraftstoff exakt dosieren zu können, wurde im Bereich
zwischen Ventil-Austrittsöffnung ZMO der Kraftstoffzumessung
und dem Zerstäuberloch ZSO das Totvolumina möglichst gering
gehalten. Deshalb ist die in Fig. 1 gezeigte Ummantelung DH
der Ventilinnenteile so konstruiert, daß sich zwischen der
Membran DP und dem Ventildichtsitz DS nur ein minimales Tot
volumen ergibt.
Die Membran DP ist bei der Herstellung zur Bestimmung der Ab
strahlrichtung kalottenförmig formbar.
Die Erfindung bezieht sich insbesondere auf eine Niederdruck
einspritzung mit etwa 1 bis 10 bar.
Der Einsatzbereich der Erfindung beschränkt sich nicht auf
die Zumessung und Zerstäubung von Kraftstoff für
Verbrennungsmotoren, sondern ist überall dort einsetzbar, wo
ein Fluid exakt zu dosieren ist und die Möglichkeit der
Zerstäubung gegeben sein muß.
Die Anregungsfrequenz F des Piezoelements P, das die Zerstäu
berplatte DP in Schwingung versetzt, ist auf den Zerstäuber-
Lochdurchmesser d der Zerstäuberplatte DP abzustimmen. Je
höher die Anregungsfrequenz F ist, desto kleiner ist die Ein
dringtiefe in die Flüssigkeit. Zwischen der Anregungsfrequenz
F und dem Zerstäuber-Lochdurchmesser d ergibt sich folgender
Zusammenhang:
mit d = Durchmesser des Düsenlochs und
F = Anregungsfrequenz des Piezoelements, das das Düsen loch ZSO bzw. die Düsenplatte DP in Schwingungen ver setzt.
F = Anregungsfrequenz des Piezoelements, das das Düsen loch ZSO bzw. die Düsenplatte DP in Schwingungen ver setzt.
In Fig. 3a-l sind verschiedene zur Unterstützung des
Strahlzerfalls geeignete Düsenplatten dargestellt. Die
Düsenplatte wie sie in Fig. 3a gezeigt ist, weist mehrere
runde Öffnungen auf, deren Durchmesser weniger als 100 µm
betragen. Bei den Düsenplatten, wie sie in Fig. 3a bis l
gezeigt sind, liegt das Aspektverhältnis bei ca. 1,5 bis 5,
d. h. die Länge des Düsenlochs ist gegenüber dem
Düsenlochdurchmesser um ein vielfaches größer. Weitere
besonders geeignete Lochformen sind in Fig. 3g und 3l
abgebildet. Die Düsenplattenlöcher können nahezu beliebige
Formen haben. Die bei einer nicht kreisförmigen
Querschnittsfläche des austretenden Kraftstoffstrahls
induzierte Asymmetrie der Strömungs- und
Oberflächenspannungskräfte führt, wie in Fig. 4 dargestellt,
zu einer Verstärkung der periodischen Aufwellungen des
Strahlquerschnitts, wodurch der beschleunigte Zerfall der
Flüssigkeit in sehr kleine Tropfen bewirkt wird. Bei
laminarer Düsenströmung gelten dabei in erster Näherung
folgende Zusammenhänge zwischen dem Tropfenabstand X, dem
Tropfendurchmesser D und dem Düsenlochdurchmesser d (bei
nicht kreisförmiger Düsenquerschnittsfläche ist anstelle des
Düsenlochdurchmessers d der Ersatzdurchmesser einer der
Düsenquerschnittsfläche nach äquivalenten kreisförmigen Düse
zu verwenden):
λ ≅ 4,5 · d
D ≅ 1,9 · d
D ≅ 1,9 · d
Im Unterschied zur annähernd konstanten Tropfengröße bei la
minarer Strömung, führen turbulente Strömungsvorgänge zu
einer charakteristischen Tropfengrößenverteilung, d. h. neben
dem häufigen Auftreten einer mittleren Tropfengröße sind auch
erhebliche Anteile klein- und großvolumiger Tropfen im
Aerosol enthalten. Dieser häufig zum Zerstäuben genutzte
Effekt kann durch besonders extreme Querschnittsprofile mit
scharfen Spitzen und Kanten, wie sie in Fig. 3f, g, h, i, j,
k, l gezeigt sind, verstärkt werden. Die Düsen haben in
diesem Fall die Funktion von Turbulatoren.
Wie in Fig. 4 gezeigt, bewirkt eine von der Kreisform abwei
chende Düsenquerschnittsform einen früheren Zerfall des
Flüssigkeitsstrahls in Einzeltropfen. Die aus einem runden
Düsenloch austretende Flüssigkeit zerfällt im Abstand l₁ in
einzelne Tropfen, wohingegen eine durch eine rechteckige
Querschnittsform hindurchtretende Flüssigkeit bereits im
Abstand l₂ in einzelne Tropfen zerfällt, wobei gilt l₂ < l₁.
Neben der Düsenlochform kann auch die Anordnung und Größe der
Düsenlöcher auf der Düsenplatte in weiten Grenzen verändert
werden, wie in Fig. 5 gezeigt. Die Düsenplatte weist im
Zentrum ein großes Düsenloch auf, welches von vielen kleinen
Düsenlöchern in Form eines Sechsecks umgeben ist. Durch
Kombination verschiedener Düsenlochgrößen, Düsenlochformen
und der Düsenlochanordnung auf einer Düsenplatte können die
Strahleigenschaften den unterschiedlichen Erfordernissen
angepaßt werden. Damit lassen sich unterschiedliche
Betriebsbedingungen des Motors besser abdecken, da einerseits
durch den feinen Aerosolmantel ein homogeneres
Kraftstoff/Luftgemisch erzeugt wird, wodurch beim Kaltstart
die Wandbenetzung und der Schadstoffausstoß reduziert werden
und gleichzeitig andererseits bei betriebswarmen Motor eine
gute Füllung (Leistungsabgabe) durch den kompakten
Zentralstrahl erzielt werden kann. Zusätzlich wird die
Verstopfungsgefahr der Düse verringert.
Hergestellt werden können derartige Düsenplatten nach dem
Galvanoplastikverfahren mit der Siemens Mikrostrukturtechnik
(MS). Wie in Fig. 6a-c dargestellt, wird bei der Siemens
Mikrostrukturtechnologie ein auf ein Substrat S kaschierter
Negativresist NR durch eine vorher durch Photostrukturierung
hergestellte sehr dünne mit dem Substrat S verbundene Maske M
mit UV-Licht UVL bestrahlt. Zur Belichtung des Photoresists
kann auch Synchrotronstrahlung verwendet werden. Anschließend
wird der unbestrahlte Photoschichtanteil im Entwickler
ausgewaschen. Die vormalige Maske M kann an den freiliegenden
Stellen galvanisch verstärkt, der Photoresist (Negativresist)
also bis knapp zu seiner vollen Höhe abgeformt und die so
additiv erzeugte Metallschicht aus z. B. NI, CU, AU oder AG
als gewünschtes Flachteil chemisch oder mechanisch abgetrennt
werden. Mit speziellen Belichtungstechniken und Photolacken
ist zudem die Erzeugung von Doppeldüsen, also z. B. ein
Einlauf und zwei Düsenaustritte, schrägen Düsen und Düsen mit
konischen oder exponentiellen Einlauftrichtern möglich.
Beschrieben ist dies in Trausch Günter: "Neuartige
photolithographische Strukturerzeugung zur Herstellung von
Präzisionsflachteilen im Galvanoplastikverfahren", Siemens-
Forschungs- und Entwicklungsbericht Band 8, 1979, Nr. 6.
Fig. 4c zeigt die fertige Galvanoplastik GB im Querschnitt.
Eine andere Möglichkeit zur Herstellung der Düsenplatten be
steht in der Verwendung der anisotropen Ätztechnik. Man macht
sich die nach kristallographischer Orientierung stark
unterschiedliche Ätzrate bei einigen einkristalligen
Materialien, wie Silizium und Gallium, in bestimmten
Ätzlösungen, wie EDP (Ethylendiamin) oder KOH zunutze. Dazu
wird wie in Fig. 7 gezeigt, beispielsweise ein (100)
orientiertes Si-Substrat zunächst mit einer beidseitigen
Ätzstopschicht, z. B. in Form von SiO₂ oder Si₃N₄ versehen, in
die einseitig quadratische Öffnungen der Länge WB geätzt
werden, wobei die Kanten der freiliegenden Bereiche parallel
zu den kristallographischen (110) Richtungen des Substrats
ausgerichtet sein müssen. Beim darauf folgenden
selbststoppenden Naßätzprozeß in EDP oder KOH entstehen
pyramidenförmige Vertiefungen mit (101) orientierten
Seitenwänden unter ϕ = 54,74° Neigung. Bei geeigneter
Dimensionierung des Ätzfensters WB bilden sich quadratische
Durchbrüche mit einer Kantenlänge W₀ von
wobei tSi die Dicke des Si- Substrates ist. Durch Abätzen der
SiO₂ oder Si₃N₄ Ätzstopschicht werden die Düsen abschließend
freigelegt. Auch die Herstellung rechteckiger Düsenquer
schnittsformen ist nach diesem Verfahren möglich.
Fig. 8 zeigt einen Vergleich einer konventionellen Düse in
der Draufsicht und im Querschnitt (Fig. 8a) im Vergleich zu
mehreren sechseckig angeordneten Düsen, wie sie im vorigen
beschrieben wurden (Fig. 8b). Bisher übliche Düsendurchmesser
d lagen im Bereich von ca. d = 0,3 mm bis d = 0,6 mm bei
typischen Dicken der Düsenplatte von ca. DDP = 0,05 bis 0,15
mm. Als Aspektverhältnis ergibt sich daraus ca. η = 1,5-5.
Mit Hilfe von Photostrukturtechniken in Verbindung mit
galvanischen Abformtechniken oder anisotroper Ätztechniken
können Düsenlöcher mit Aspektverhältnissen von η 0,5
hergestellt werden, vgl. Fig. 8b. Bei Verwendung von
Synchrotronstrahlung zur Belichtung des Photoresists sind
sogar Aspektverhältnisse η < 100 möglich. Der Düsendurch
messer d einer jeden Düse liegt bei ca. 20 µm. Die Dicke der
Düsenplatte beträgt ca. DDP = 100 µm.
Claims (12)
1. Vorrichtung zur Zumessung und Zerstäubung von Fluiden,
- - bei der ein Gehäuse (DH, V) vorgesehen ist, welches eine den Durchfluß des Fluids bestimmende Zumeßöffnung (ZMO) aufweist,
- - bei der ein Schließelement (VN) vorgesehen ist, welches auf die Zumeßöffnung (ZMO) wahlweise schließend oder öffnend wirkt,
- - bei der ein der Zumeßöffnung (ZMO) nachfolgendes Mittel mit wenigstens einer Zerstäuberöffnung (ZSO) vorgesehen ist, und
- - bei der ein Antriebselement (P) vorgesehen ist, welches die Zerstäuberöffnung (ZSO) in Schwingung versetzen kann.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
bei der das Mittel eine Platte (DP) ist, welche am Gehäuse
(DH, V) anliegt.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2,
bei der eine Trägerplatte (TP) vorgesehen ist, welche die
Platte (DP) mit dem Antriebselement (P) verbindet.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3,
bei der die Platte (DP) mit der Trägerplatte (TP) kraft
schlüssig verbunden ist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1-4,
bei der das Antriebselement (P) ein Piezoelement ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1-5,
bei der eine Feder (BF) vorgesehen ist, die die Trägerplatte
(TP) gegen das Antriebselement (P) drückt und das Antriebs
element (P) unter einer mechanischen Vorspannung hält.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6,
bei der ein topfförmiges Gehäuse (ZK) vorgesehen ist, an dem
sich die Feder (BF) abstützt.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
bei der die Schwingungsanregung der Zumeßöffnung ZMO bei
deren Resonanzfrequenz erfolgt.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
bei der die Platte (DP) wenigstens ein Loch mit einem
Lochdurchmesser im Bereich von 10-20 µm aufweist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9,
bei der die Platte (DP) wenigstens ein weiteres Loch mit
einem Lochdurchmesser von mehr als 20 µm aufweist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 9 oder 10,
bei der die Form des Lochs rund, oval, dreieckig, viereckig,
mehreckig oder sternförmig ist.
12. Verwendung der Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1-11
als Vorrichtung zur Kraftsoffzumessung und Zerstäubung für
Verbrennungsmotoren.
Priority Applications (6)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4409848A DE4409848A1 (de) | 1994-03-22 | 1994-03-22 | Vorrichtung zur Zumessung und Zerstäubung von Fluiden |
| EP95103431A EP0681873B1 (de) | 1994-03-22 | 1995-03-09 | Vorrichtung zur Zumessung und Zerstäubung von Fluiden |
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| US08/408,158 US5685485A (en) | 1994-03-22 | 1995-03-21 | Apparatus for apportioning and atomizing fluids |
| KR1019950006396A KR950031240A (ko) | 1994-03-22 | 1995-03-22 | 유체를 분배하고 원자화하기 위한 장치 |
| JP7063140A JPH07256155A (ja) | 1994-03-22 | 1995-03-22 | 流体を調量しかつ噴霧するための装置 |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4409848A DE4409848A1 (de) | 1994-03-22 | 1994-03-22 | Vorrichtung zur Zumessung und Zerstäubung von Fluiden |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4409848A1 true DE4409848A1 (de) | 1995-10-19 |
Family
ID=6513506
Family Applications (2)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE4409848A Withdrawn DE4409848A1 (de) | 1994-03-22 | 1994-03-22 | Vorrichtung zur Zumessung und Zerstäubung von Fluiden |
| DE59505999T Expired - Fee Related DE59505999D1 (de) | 1994-03-22 | 1995-03-09 | Vorrichtung zur Zumessung und Zerstäubung von Fluiden |
Family Applications After (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE59505999T Expired - Fee Related DE59505999D1 (de) | 1994-03-22 | 1995-03-09 | Vorrichtung zur Zumessung und Zerstäubung von Fluiden |
Country Status (5)
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|---|---|
| US (1) | US5685485A (de) |
| EP (1) | EP0681873B1 (de) |
| JP (1) | JPH07256155A (de) |
| KR (1) | KR950031240A (de) |
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