DE4409037C2 - Verfahren zum Betrieb eines Prallbrechers und Meßmittel zur Durchführung des Verfahrens - Google Patents
Verfahren zum Betrieb eines Prallbrechers und Meßmittel zur Durchführung des VerfahrensInfo
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- B02C13/28—Shape or construction of beater elements
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Betrieb
eines Prallbrechers nach dem Oberbegriff des Patentan
spruchs 1 und ein Meßmittel nach dem Oberbegriff
des Patentanspruchs 2.
Ein herkömmlicher Prallbrecher weist eine von einem Motor
angetriebene Schlagwalze auf. Der Antriebsmotor, zumeist
ein Elektromotor, wird in seiner Drehzahl von dem Bedie
nungsmann mehr oder weniger willkürlich eingestellt. Die
Schlagwalze weist am Umfang angeordnete Schlagleisten auf,
zumeist zwei diametral gegenüberliegende Schlagleisten,
während um 90° versetzt dazu sogenannte Konterschlaglei
sten angeordnet sind, die eine deutlich geringere Höhe als
die schlagenden Schlagleisten aufweisen. Die Schlagleisten
bekannter Prallbrecher sind an der Außenseite angeschrägt
mit einem in Drehrichtung verlaufenden Gefälle. Die Schlag
leisten sind Verschleißteile, die nach einer gewissen
Betriebsdauer ausgewechselt werden müssen. Während dieser
Zeit ist der Betrieb des Prallbrechers unterbrochen.
Die Schlagleisten wirken mit mindestens einem Prallwerk im
Gehäuse des Brechers zusammen, einem sogenannten Monoblock,
das üblicherweise in seinem Abstand zur Umlaufbahn der
Schlagleisten veränderbar ist, um die gewünschte Korngröße
zu erzielen. Bei bekannten Prallbrechern sind mindestens
zwei Prallwerke dem Umfang der Schlagwalze zugeordnet,
wobei das eine nahe dem Aufgabemaul und das andere im Um
fangsabstand dazu angeordnet ist.
Aus der AT 327 657 ist bekanntgeworden, am Auslauf eines
Brechers eine Sortiervorrichtung vorzusehen, die den Über
kornanteil vom Normalkornanteil trennt. Ferner ist eine
Wiegevorrichtung für den Überkornanteil vorgesehen, deren
Ausgangssignale in einer Steuervorrichtung zur Steuerung
eines Verstellantriebs für den ersten Monoblock gegeben
werden. Die Steuervorrichtung ändert die Lage des Mono
blocks gegenüber der Schlagwalze, wenn das Verhältnis von
Normal- zu Überkornanteil vom vorgegebenen Wert abweicht.
Auf diese Weise wird die Kornzusammensetzung konstant ge
halten. Zur Änderung des Mengenverhältnisses ist bei dem
bekannten Prallbrecher auch vorgesehen, die Drehzahl des
Antriebsmotors für die Schlagwalze zu verändern.
Das Brechkorn ist in seiner Größe abhängig von dem Spalt
zwischen den Prallwerken und dem Schlagkreis der Schlag
leisten. Je nach dem anfallenden Material ändert sich
jedoch bei konstantem Spalt die Korngröße. Bei einer Ände
rung des Materials ist daher eine entsprechende Anpassung
des Spaltes erforderlich. Bei einem wirtschaftlich betrie
benen Brecher soll die Durchsatzmenge nach Möglichkeit
maximal sein. Diese hängt jedoch ab von dem Anteil des
sogenannten Überkorns bzw. der Menge des Normalkorns. Je
größer im Verhältnis die Menge des Überkorns ist, um so
größer ist der Durchsatz. Der Anteil des Überkorns ist
normalerweise vorgegeben. Aus der DE 39 11 086 A1 ein
Prallbrecher bekanntgeworden, mit dem der jeweils maximal
erlaubte Überkornanteil erzielt wird. Am Auslauf des Bre
chers ist eine Sortiervorrichtung angeordnet, die den
Normalkornanteil vom Überkornanteil trennt. Wiegevorrich
tungen wiegen die Normal- und Überkornanteile und erzeugen
Ausgangssignale für eine Steuervorrichtung, die den Mono
block gegenüber dem Schlagkreis der Schlagwalze ändert,
wenn das Verhältnis von Überkornanteil zum Normalkornan
teil von einem vorgegebenen Wert abweicht.
Mit dem zuletzt beschriebenen bekannten Prallbrecher läßt
sich das Verhältnis von Überkorn- und Normalkornanteil in
der Tat einstellen. Wie sich jedoch herausgestellt hat,
ist die maximale Durchsatzmenge nicht nur von diesem Ver
hältnis abhängig.
Aus DE-Z. Aufbereitungs-Technik 1993, Nr. 11, Seite 596/
597 ist bekannt, die Spaltbreite zu messen und sie von
einer Steuerwarte aus mit Fernverstellung den Anforderun
gen anzupassen. Es ist aus dieser Druckschrift ferner be
kannt, eine steuerbare bzw. regelbare Antriebsmaschine für
den Rotor vorzusehen, um eine optimale Anpassung an das
Fertigprodukt zu erzielen.
Aus DE 26 55 655 C2 ist bekannt geworden, den Verschleiß der
Schlagleisten eines Prallbrechers zu messen und entspre
chend dem Verschleiß den Spalt gleichzuhalten. Bei dem be
kannten Brecher wird eine Meßvorrichtung in Form eines He
bels vorgesehen, der dem Schlagkreis angenähert wird, bis
er vom Profil der Schlagleiste erfaßt und umgelegt wird.
Die Verschiebung des Hebels bis zum Umschwenken ist ein
Maß für den Schlagleistenverschleiß.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren
zum Betrieb eines Prallbrechers anzugeben, das eine maxi
male Durchsatzleistung bei minimalem Verschleiß gewährlei
sten soll, und ein Meßmittel zur Durchführung des
Verfahrens.
Diese Aufgabe wird bei dem Verfahren durch die Merkmale des Patentanspruchs
1 gelöst und bei dem Meßmittel durch die
Merkmale des Patentanspruchs 2.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird in vorgegebenen
Abständen die Höhe des Profils, insbesondere der vorderen
Kante der Schlagleiste gemessen. In Abhängigkeit von der
Höhe des Profils werden die Motordrehzahl und die Spalt
breite, d. h. der Abstand zwischen Prallwerk und Schlag
kreis eingestellt. Die Höhe und auch das Profil der
Schlagleisten ändert sich mit zunehmendem Betrieb, insbe
sondere nimmt die Höhe zunehmend ab. Demgemäß werden nach
einem leicht zu bestimmenden Algorithmus nach Maßgabe der
gemessenen Werte die Drehzahl des Antriebsmotors und die
Spaltbreite zwischen Schlagkreis und Prallwerk verringert.
Es versteht sich, daß der Algorithmus auch abhängig ist
von dem zu brechenden Material, beispielsweise Beton, Bi
tumen, Ziegel, Naturstein usw.
Zum Betrieb eines Prallbrechers nach dem erfindungsgemäßen
Verfahren wird ein Prozeßrechner verwendet, in den die
verschiedenen Materialarten eingegeben werden sowie der
Algorithmus, der eine Umrechnung vornimmt für die Drehzahl
und den Spaltabstand nach Maßgabe der jeweils gemessenen
Höhe des Schlagleistenprofils.
Das erfindungsgemäße Verfahren geht von folgenden Über
legungen aus. Die Zerkleinerungswirkung in einem Prall
brecher geht zum einen auf einen Pralleffekt zurück, den
das Material durch Aufschlagen auf das Prallwerk erleidet.
Zum anderen stellt sich ein sogenannter Mahleffekt ein.
Bei herkömmlichen Prallbrechern liegt das Verhältnis von
Pralleffekt zu Mahleffekt bei 40% zu 60%. Der Verschleiß
der Schlagleisten und der Prallwerke geht in erster Linie
auf den Mahleffekt zurück. Wenn es daher gelingt, den Ver
schleiß zu minimieren, führt dies ebenfalls zu einer hohen
Durchsatzleistung, da das Auswechseln der Schlagleisten,
wie beschrieben, eine aufwendige Betriebsunterbrechung im
Gefolge hat. Eine Maximierung der Endkörnung ist daher
nicht automatisch eine Maximierung der Durchsatzleistung.
Sie wäre nur dann erfüllt, wenn gleichzeitig für eine Mi
nimierung des Verschleißes gesorgt ist. Dies ist bei dem
Verfahren nach der Erfindung der Fall. Zu Beginn bei un
verbrauchten Schlagleisten kann bei der Erfindung eine re
lativ hohe Drehzahl gefahren werden. Eine hohe Drehzahl
führt zu einem guten Pralleffekt, da eine hohe Schlagge
schwindigkeit erreicht wird. Die Durchsatzleistung ist
maximal, weil durch die hohe Schlaggeschwindigkeit die
Verweilzeit des Brechgutes im Schlagwalzenraum minimal
ist. Diese hohe Geschwindigkeit kann jedoch bei sich redu
zierender Höhe des Schlagleistenprofils nicht beibehalten
werden, sondern muß stetig verringert werden. Gleichwohl
führt die Anpassung der Drehzahl an die Höhe des Schlag
leistenprofils noch bei der jeweiligen Beschaffenheit der
Schlagleiste zu einem maximalen Durchsatz bei minimalem
Verschleiß der Schlagleisten.
Es sind verschiedene Methoden denkbar, die Höhe des Schlag
leistenprofils zu messen, insbesondere seiner vorderen
Kante. Es ist zwar denkbar, eine geeignete Meßvorrichtung
einzusetzen, um die Höhe der Schlagleiste permanent zu
messen, wegen des rauhen Betriebs eines Brechers dürfte es
jedoch Schwierigkeiten bereiten, eine derartige Meßvor
richtung betriebssicher zu installieren. Daher sieht eine
Ausgestaltung der Erfindung vor, daß ein Satz von Schablo
nen vorgesehen ist, die eine dem Profil der Schlagleisten
entsprechende Ausnehmung aufweisen und die Ausnehmungen
eines Schablonensatzes sich durch unterschiedliche Tiefe
der Ausnehmungen unterscheiden. Jede Schablone weist eine
Kennzeichnung auf. Der Bedienungsmann prüft in einer Be
triebspause, welche Schablone zu den Schlagleisten paßt.
Die auf der Schablone aufgebrachte Kennzeichnung wird dann
unmittelbar oder durch eine entsprechende Umsetzung in den
Prozeßrechner gegeben, der aus der neu ermittelten Höhe
der Schlagleiste einen neuen Wert für die Drehzahl des
Antriebsmotors und den Spalt des Prallwerks ermittelt. Die
Verstellvorrichtung für das Prallwerk verstellt dieses
nach Maßgabe dieses Wertes. Der Antriebsmotor stellt sich
auf die neue Drehzahl ein, wenn der Prallbrecher wieder in
Betrieb gesetzt wird.
Die Schlagleiste ist vorzugsweise außen dachförmig ge
schrägt mit einem in Drehrichtung ver
laufenden Anstieg. Die vordere Kante eines Schlagleisten
profils hat daher die größte Höhe der Schlagleiste. Es hat
sich herausgestellt, daß ein derartiges Schlagleistenpro
fil eine maximale Produktionsleistung bei minimalem Ver
schleiß gewährleistet.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Zeichnungen
näher erläutert.
Fig. 1 zeigt schematisch einen Schnitt durch eine Schlag
walze eines Prallbrechers zur Durchführung des er
findungsgemäßen Verfahrens.
Fig. 2 zeigt zwei im Profil unterschiedliche Schlagleisten.
Fig. 3 zeigt ein Blockschaltbild zur Erläuterung des er
findungsgemäßen Verfahrens.
Eine Schlagwalze 10 eines nicht dargestellten Prallbre
chers wird durch einen nicht gezeigten Elektromotor in
Uhrzeigerrichtung mit der Drehzahl n angetrieben. Die
Schlagwalze hat diametral gegenüberliegend Schlagleisten
12, 14 sowie um 90° versetzt dazu Konterschlagleisten 16,
18. Die Konterschlagleisten 16, 18 weisen eine geringere
radiale Erstreckung oder Höhe auf als die schlagenden
Schlagleisten 12, 14. Das Übermaß der schlagenden Schlag
leisten ist mit / H bezeichnet. Wie außerdem zu erkennen,
weisen die Schlagleisten 12, 14 an der Außenseite eine
dachförmige Schräge 20 auf, deren Steigung in Richtung der
Drehrichtung verläuft.
Der Schlagwalze 10 ist ein Prallwerk 22 zugeordnet in Form
eines Monoblocks, das im oberen Bereich bei 24 schwenkbar
im nicht gezeigten Gehäuse angelenkt ist und mit Hilfe
eines Verstellantriebs 26 verschwenkt werden kann zur Ver
änderung des Spaltes a zwischen dem Schlagkreis 26 der
schlagenden Schlagleisten 12, 14 und der unteren der
Schlagwalze 10 zugekehrten Kante des Monoblocks 22.
In Fig. 2 ist die Schlagwalze 10 angedeutet mit einer
schlagenden Schlagleiste 12a in einem Fall und einer
schlagenden Schlagleiste 12b im anderen Fall. Die Schlag
leiste 12a ist noch unverbraucht und weist die typische
Dachschräge 20a auf. Nach einer gewissen Betriebszeit wird
die Schlagleiste verbraucht und verringert mithin ihre
Höhe und auch ihre Neigung, wie in der rechten Hälfte von
Fig. 2 zu erkennen. Zur Bestimmung des Profils und der
Höhe der Schlagleisten 12, 12a, 12b wird ein Satz von
Schablonen, zum Beispiel aus geeignetem Kunststoffmaterial
verwendet, von denen in Fig. 1 die erste Schablone 30 ge
zeigt ist. Sie ist mit P01 gekennzeichnet und weist eine
Ausnehmung 32 auf, welche dem Profil der Schlagleiste 12a
entspricht. Wie aus der rechten Darstellung in Fig. 2 zu
erkennen, ergibt sich beim Ansetzen der Schablone 30 in
der Ausnehmung 32 ein Freiraum. Es wird daher die nächste
Schablone P02 verwendet, deren Ausnehmung 32 geringer ist.
Jede Schablone ist mithin kennzeichnend für eine bestimmte
Höhe bzw. ein bestimmtes Profil der Schlagleiste. Hat der
Bedienungsmann die betreffende Schablone gefunden, kann er
an der Kennzeichnung erkennen, welchen Wert er in den ent
sprechenden Prozeßrechner einzugeben hat. Dieser ist in
Fig. 3 mit 40 gekennzeichnet. In dem Block 42 sind die
verschiedenen Schablonen eines Satzes angegeben. Im vor
liegenden Fall liegen sechs Schablonen P01 bis P06 vor.
Der Prozeßrechner hat ferner eine Eingabetastatur mit den
Kennzeichen M01 bis M06, welche verschiedenen Materialar
ten, die mit dem Prallbrecher zu zerkleinern sind, ent
sprechen. Die Bedienungsperson gibt daher die Werte für
das Material und für die betreffende Schablone, die auf
die abgemessene Schlagleiste paßt, in den Prozeßrechner
40. Dieser errechnet nach einem Algorithmus Steuersignale
für eine Steuervorrichtung 44 für einen Elektromotor 46,
d. h. für eine bestimmte Drehzahl n. Ferner für eine Steuer
vorrichtung 48 zur Verstellung der Verstellvorrichtung 26
(siehe auch Fig. 1), um den Spalt a des Monoblocks 22 nach
Fig. 1 zu verändern.
Üblicherweise haben Prallbrecher zwei oder mehr Monoblocks.
Die Spaltverstellung, wie sie oben beschrieben wurde, be
zieht sich insbesondere auf die Verstellung des in Dreh
richtung letzten Monoblocks.
Nachstehend wird ein Beispiel (Algorithmus) für den Zusam
menhang von Verschleiß, Umfangsgeschwindigkeit und Spalt
abstand für ein gewünschtes Normalkorn gegeben.
Der Zusammenhang zwischen dem Verschleiß der Schlagleisten
und der Verringerung des Spaltabstands ist annähernd li
near, während die Geschwindigkeitsabnahme abhängig vom
Verschleiß leicht degressiv verläuft, d. h. nimmt nicht in
gleichem Maße ab wie die erwähnte Höhendifferenz ΔH.
Claims (2)
1. Verfahren zum Betrieb eines Prallbrechers, der eine von
einem Motor angetriebene Schlagwalze, an deren Umfang
mindestens zwei diametral gegenüberliegende Schlag
leisten angeordnet sind, und mindestens ein dem Umfang
der Schlagwalze zugeordnetes Prallwerk aufweist, das
mittels einer Verstellvorrichtung verstellbar ist zur
Veränderung des zwischen Prallwerk und Schlagkreis ge
bildeten Spalts, wobei in vorgegebenen Zeitabständen
die Höhe des Profils der Schlagleisten gemessen und die
Spaltbreite nach Maßgabe der Höhenabnahme des Profils
eingestellt wird, dadurch gekennzeichnet, daß mittels
eines Prozeßrechners in Abhängigkeit vom zu brechenden
Material und nach Maßgabe der Höhenabnahme des Profils
sowohl die Drehzahl (n) des Motors von einem maximalen
Drehzahlwert bei einer unverbrauchten Schlagleiste aus
gehend als auch die Spaltbreite (a) zunehmend verrin
gert wird.
2. Meßmittel zur Bestimmung der Höhe und ggf. der Neigung
des Profils der Schlagleisten zur Durchführung des Ver
fahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
ein Satz (42) von Schablonen (P01 bis P06) vorgesehen
ist, die eine dem Profil der Schlagleisten entsprechen
de Ausnehmung (32) aufweisen und die Ausnehmungen eines
Schablonensatzes sich durch unterschiedliche Tiefe un
terscheiden, wobei jede Schablone eine Kennzeichnung
trägt.
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Publications (2)
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