DE4446340C1 - Vorrichtung und Verfahren zum Waschen von kontinuierlich naßgesponnenen Elastanfäden - Google Patents
Vorrichtung und Verfahren zum Waschen von kontinuierlich naßgesponnenen ElastanfädenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine neue Waschvorrichtung zur kontinuierlichen
Herstellung von Elastanfäden, die nach einem Naßspinnprozeß produziert werden.
Elastanfäden werden hauptsächlich nach Trocken- und Naßspinnverfahren
gesponnen. Während beim Trockenspinnprozeß das Spinnlösungsmittel,
beispielsweise Dimethylacetamid, durch heißes Gas im Spinnschacht und durch
hohe Schachttemperaturen nahezu vollkommen entfernt wird, muß man im Falle
des Naßspinnprozesses das Spinnlösungsmittel durch Waschen mit Wasser und
anschließendes Trocknen und Fixieren entfernen. In der Regel sind beim
sogenannten Fadenscharverfahren nach dem Spinnbad mehrere Waschbäder mit
Umlenkrollen und Stiften zur Fadenführung notwendig, um das Spinnlösungsmittel
aus den Filamenten zum größeren Teil zu entfernen.
Diese sogenannten Extraktionsbäder werden zumeist im
Gegenstrom zur besseren Lösungsmittelent
fernung betrieben (vgl. F. Fourn´, Chemiefasern/Textilindustrie 44/96, Jahrgang
1994, Seite 394).
Im allgemeinen benutzt man mehrere Extraktionsbäder, deren Anzahl, wie in der
deutschen Offenlegungsschrift DE 16 60 141 A1, Seite 4, oben erwähnt, von
verschiedenen Faktoren abhängig ist, z. B. dem gewünschten Gehalt an restlichem
Lösungsmittel in den Fäden, der Badtemperatur und der Spinngeschwindigkeit.
In einem weiter bekannt gewordenen Naßspinnverfahren erfolgt die Wäsche in
einem mit Rollen versehenen Waschbad durch mehrfaches Umschlingen der
Filamente über die Rollen. Dieses Verfahren, wie es in der US-Patentschrift
3 526 689, Spalte 4, Beispiel 1, beschrieben ist, hat ebenfalls industrielle Be
deutung erlangt. Ziel aller bekannter Waschverfahren ist es, die mitgeschleppte
Lösungsmittelmenge der Fäden aus dem Fällbad niedrig zu halten und einen hohen
Auswascheffekt des Spinnlösungsmittels zu erreichen. So wird beispielsweise in
der US-Patentschrift 2 786 737 auf diese Vorteile hingewiesen, die man in diesem
Falle durch einen von unten nach oben gerichteten Spinnprozeß mit
Celluloseacetat erhält. Man kann die Fäden einfacher wickeln, hat kürzere
Fadenlauflängen und weniger Spinnlösungsmittelverluste. Aufgabe der vorlie
genden Erfindung ist es, eine geeignete Vorrichtung für den Waschprozeß beim
Naßspinnen von Elastanfäden bereitzustellen mit der eine deutliche Reduzierung
sowohl der mitgeschleppten Lösungsmittelmenge und Flüssigkeitsmenge als auch
ein deutlich verbessertes Auswaschen des Spinnlösungsmittels im Waschbad
gegenüber den bekannten Vorrichtungen erzielt wird. Neben den bereits erwähnten
ökonomischen Vorteilen sind auch ökologische Vorteile zu erwarten, da ein
größerer Lösungsmittelanteil der direkten Lösungsmittelrückgewinnung zugeführt
werden kann.
Ein weiterer kritischer Punkt ist das Laufverhalten der Elastanfäden während des
Spinn- und Waschprozesses. Wenn es nicht gelingt, den Feuchte- und
Restlösungsmittelgehalt im kontinuierlichen Gesamtverfahren vor dem Fixieren der
Fasern zu reduzieren, kommt es, wie schon in der US-Patentschrift 2 786 737
erwähnt, zu erheblichen Wickelstörungen und Abrissen während des Fixierens.
Es wurde gefunden, daß durch die gleichzeitige Kombination mehrerer neuer
konstruktiver Details der Waschstrecke beim Waschprozeß die Laufweise der
Fäden erheblich verbessert wird und der Restlösungsmittelgehalt in naßge
sponnenen Elastanfäden überraschenderweise um mehr als 30%, vorzugsweise 50
% und mehr gegenüber dem Stand der Technik vermindert werden kann.
Gegenstand der Erfindung ist eine Vorrichtung zum Waschen von Elastanfäden als
Teil einer kontinuierlichen Naßspinnvorrichtung mit Naßspinneinheit, Wasch
strecke und Nachbehandlungsstrecke bestehend wenigstens aus einer Abstreif
einheit aus Umlenkrolle, Abquetschrolle und Abstreifer und einer Wascheinheit
mit Waschrollen, Waschwanne und einer weiteren Abquetschrolle, bei der die
Abstreifeinheit und die Wascheinheit gestaffelt oberhalb des Fällbades der Naß
spinneinrichtung angebracht sind und die das Fällbad verlassenden Elastanfäden
über die Abstreifeinheit der Wascheinheit zugeführt werden und von dort der
weiteren Nachbehandlungsstrecke, vorzugsweise bestehend aus Fixierer, Trockner,
Präparationsstelle und Wickler, zugeführt werden.
Durch das Anbringen der Umlenkrolle am Ende des Fällbades knapp oberhalb der
Fällbadflüssigkeit anstelle des im Stand der Technik bekannten Eintauchens der
Umlenkrolle fließt ein großer Teil der durch die Elastanfäden mitgeschleppten
Fällbadflüssigkeit und Lösungsmittelmenge in das Fällbad zurück. Durch die
Abquetschrolle, die weiteres Schleppwasser an der Umlenkrolle von der
Elastanfadenschar abführt, wird dieser Vorgang nochmals deutlich unterstützt.
Durch Abstreifer an der Umlenkrolle wird zusätzlich verhindert, daß sich ein
geschlossener Flüssigkeitsfilm auf der Umlenkrolle bildet. Die durch die genannte
Konstruktion schon deutlich reduzierten Feuchte- und Spinnlösungsmittelgehalte
der frisch gesponnenen Elastanfäden werden durch die weitere Abquetschrolle, die
an der oberen Waschrolle des Fällbades angepreßt wird, weiter vermindert. Die
Abquetschrolle ist in ihrer Breite vorzugsweise so bemessen, daß sie lediglich die
Fäden, die die obere Waschrolle in Richtung der Nachbehandlungsstrecke z. B. zum
Fixierer verlassen, abquetscht. Beide Abquetschrollen sind bevorzugt aus einem
Kautschukmaterial mit einem Härtegrad von 60 bis 80 Shore.
Weitere bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung sind den Unteransprüchen
zu entnehmen.
Ohne die Abquetschrolle ist bei der höheren bevorzugten Abzugsgeschwindigkeit
von 100 m/min und mehr überhaupt keine kontinuierliche Fahrweise über längere
Zeit möglich, da die Fäden ständig in der Nachbehandlungsstrecke beim
anschließenden Fixierprozeß infolge zu hoher Feuchte- und Restlösungsmittelge
halte abreißen. Man beobachtet hierbei sogenannte "tanzende Fadenscharen" und
eine unruhige Laufweise der Elastanfäden. In einer besonderen Ausführungsform
der Erfindung kann die obere Abquetschrolle gegebenenfalls so bemessen sein,
daß sie die obere Waschrolle in ihrer ganzen Länge anpreßt. Es hat sich jedoch
gezeigt, daß diese verlängerte Form der Abquetschrolle nur bei Spinngeschwindig
keiten bis ca. 80 m/min erfolgreich eingesetzt werden kann, wohingegen die
Abquetschrolle, deren Breite so bemessen ist, daß sie lediglich die Fäden, die das
Waschbad in Richtung Fixierschritt verlassen, anpreßt, universell eingesetzt
werden kann.
Nur die Einhaltung aller vier konstruktiven Merkmale gemeinsam führt zu einer
guten kontinuierlichen Laufweise und zu dem überraschend hohen Auswascheffekt
mit einer Restlösungsmittelreduzierung von mind. 30%, vorzugsweise 50% und
mehr gegenüber einem Spinn- und Waschprozeß ohne diese Maßnahmen der in die
Nachbehandlungsstrecke auslaufenden Elastanfäden.
Besonders der Einsatz der Abquetschrollen hat sich als sehr effektiv erwiesen.
Weiterer Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zum Waschen von
Elastanfäden aus einem kontinuierlichen Naßspinnprozeß unter Verwendung der
erfindungsgemäßen Vorrichtung dadurch gekennzeichnet, daß frisch naßge
sponnene Elastanfäden mit einer Abzugsgeschwindigkeit von mindestens 50 m/min
abgezogen und an der Abstreifeinheit weitestgehend von anhaftendem mitge
schlepptem Wasser des Fällbades befreit werden, wobei abgestreiftes Wasser in
das Fällbad zurückfließt und in der nachfolgenden Wascheinheit aus mindestens
einem Waschrollenpaar, einer Waschwanne und einer weiteren Abquetschrolle
durch mehrfaches Tauchen in die Waschflüssigkeit mit einer Temperatur von min
destens 90°C zu mindestens 30 Gew.-% vom Spinnlösungsmittel befreit werden.
Im folgenden wird die Erfindung anhand der Figuren beispielhaft näher erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 ein Schema der erfindungsgemäßen Waschvorrichtung
Fig. 2 den Restlösungsmittelgehalt (an Dimethylacetamid) von Elastanfäden
hergestellt mit konventionellen und erfindungsgemäßen Naßspinnverfahren
in Abhängigkeit von der Verweilzeit in Sekunden
Fig. 3 den Restlösungsmittelgehalt (DMAC) zweier erfindungsgemäß behandelter
Elastanfäden in Abhängigkeit von der Verweilzeit.
Die folgenden Beispiele dienen der näheren Erläuterung der Erfindung, ohne sie
selbst einzuschränken. Die Prozentangaben beziehen sich, wenn nicht ausdrücklich
anders vermerkt, auf das Gewicht.
Eine 30%ige Elastanspinnlösung hergestellt entsprechend Beispiel 7 nach der
deutschen Offenlegungsschrift DE 42 22 772, die mit 0,8% Diethylamin ca. 10
Minuten bei 130°C vorbehandelt wurde und eine Spinnviskosität von 21 Pa·s bei
70°C aufwies, wurde aus einer 60-Lochdüse in ein 20% Dimethylacetamid
(DMAC)-haltiges Fällbad gesponnen. Die Fäden wurden über die Umlenkrolle 3,
die oberhalb der Fällbadflüssigkeit 13 lag, mit 52 m/min abgezogen, koalesziert,
mit der Abquetschrolle 4 angepreßt und der Flüssigkeitsfilm auf der Umlenkrolle 3
durch die Gummiabstreifer 5 unterbunden. Der verzwirnte Faden 12 wurde
anschließend im Waschbad 9 durch 6-faches Umschlingen der beiden Waschrollen
6 und 8 gewaschen, was einer Gesamtverweilzeit von ca. 5,9 Sekunden entspricht.
Nach Abschluß des Anlegevorgangs wurde die obere Abquetschrolle 7, die
lediglich die Elastanfäden anpreßt, welche die Waschrolle in Richtung der Nach
behandlung speziell zum Fixierschritt verlassen, an die obere Waschrolle 6
angelegt. Der Anpreßdruck der 5 cm breiten Abquetschrolle 7 lag bei 10 N. Die
Waschbadtemperatur betrug 94°C. Beide Abquetschrollen 4 und 7 hatten einen
Härtegrad von 70 Shore und einen Anpreßdruck von 2 N/cm Rollenbreite. Der
Anpreßdruck läßt sich durch Auflage verschiedener Kontergewichte regulieren.
Der verzwirnte Faden, der einen Titer von 545 dtex aufweist, hatte einen
Feuchtegehalt von ca. 74% und einen Rest-DMAC-Gehalt um 12,9%, bezogen
auf Elastan-Feststoff. Es wurde über mehrere Tage ein einwandfreier,
kontinuierlicher Naßspinnprozeß aufrecht erhalten, der schnell und betriebssicher
lief.
Die Elastanspinnlösung aus Beispiel 1 wurde, wie dort beschrieben, versponnen,
wobei jedoch die Umlenkrolle 3 am Fällbadende gerade die Oberfläche des Fall
bades 1 berührte, die Gummiabstreifer 5 und die Abquetschrollen 4 und 7 fehlten.
Der verzwirnte Faden wurde, wie in Beispiel 1 beschrieben, gewaschen und
anschließend Titer-, Feuchte- und der Rest-DMAC-Gehalt an den Fäden bestimmt.
Der Titer lag bei 548 dtex, die Feuchte betrug 107% und der Rest-DMAC-Gehalt
18,7%. Die Laufweise des Fadens war unruhig. Es wurden sogenannte "tanzende
Fadenscharen" im Fixierbereich beobachtet. Ein kontinuierlicher Lauf bei der ver
gleichsweise hohen Abzugsgeschwindigkeit war über einen längeren Zeitraum
nicht möglich. Es kam verstärkt zu Fadenabrissen im Fixierbereich unmittelbar
nach Anlegen des verzwirnten Fadens.
In der Fig. 2 sind für verschiedene Verweilzeiten im Waschbad, die man über die
Anzahl der Umschlingungen der Elastanfäden über die Waschrollen einstellen
kann, die Rest-DMAC-Gehalte in den Elastanfilamenten für den Titer 550 dtex für
95°C Waschtemperatur wiedergegeben. Fig. 2a bezieht sich auf die konventionelle
Fahrweise gemäß dem Stand der Technik und Fig. 2b bezieht sich auf das
erfindungsgemäße Verfahren. Der Rest-DMAC-Gehalt in den Elastanfäden bezieht
sich auf die Trockensubstanz. Wie man der Abb. 2 entnehmen kann, lassen
sich je nach Verweilzeit der Rest-DMAC-Gehalt in den Elastanfäden durch die
erfindungsgemäßen Maßnahmen um 30% und mehr senken. So beträgt
beispielsweise der Rest-DMAC-Gehalt von Elastanfäden mit 550 dtex bei 15,6
Sekunden Verweilzeit im Waschbad ohne die Anwendung der erfindungsgemäßen
Waschstrecke 12,6% und nur 5,8% bei Anwendung der Waschstrecke.
Naturgemäß werden für jeden Titer andere spezifische Rest-DMAC-Gehalte in den
Elastanfäden nach der Wäsche gefunden. Dies ist auf unterschiedliche Prozeß
parameter (andere Fällbadkonzentration, andere Abzugsgeschwindigkeit usw.)
zurückzuführen. So läßt sich z. B. der Titer 160 dtex besser aus einem Fällbad mit
12% DMAC anstatt 20% DMAC für den Titer 550 dtex (vgl. Beispiel 1)
spinnen. In der Fig. 3d sind die Rest-DMAC-Gehalte von Elastanfäden für die
Titer 160 und in der Fig. 3c die Rest-DMAC-Gehalte von Elastanfäden für den
Titer 550 dtex für verschieden lange Auswaschzeiten bei 91°C Waschtemperatur
und ohne die Anwendung der erfindungsgemäßen Waschstrecke angegeben. Ganz
allgemein läßt sich feststellen, je gröber der Titer ist, um so höher ist der
Restlösungsmittelgehalt der Elastanfäden nach der Wäsche.
Das erfindungsgemäße Verfahren ist jedoch unabhängig vom Titer und für das
gesamte Titerspektrum beim Naßspinnen, vorzugsweise im Bereich von 20 bis
2500 dtex und mehr, anwendbar.
Claims (5)
1. Vorrichtung zum Waschen von Elastanfäden als Teil einer kontinuierlichen
Naßspinneinrichtung mit Naßspinneinheit, Waschstrecke und Nachbehand
lungsstrecke bestehend wenigstens aus einer Abstreifeinheit (10) aus
Umlenkrolle (3) und Abquetschrolle (4) und Abstreifer (5) und einer Wasch
einheit (11) mit Waschrollen (6, 8), Waschwanne (9) und einer weiteren
Abquetschrolle (7), bei der die Abstreifeinheit (10) und die Wascheinheit (11)
gestaffelt oberhalb des Fällbades (1) der Naßspinneinrichtung angebracht
sind und die das Fällbad verlassenden Elastanfäden (12) über die Abstreif
einheit (10) der Wascheinheit (11) zugeführt werden und von dort der weiteren
Nachbehandlungsstrecke zugeführt werden.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Abquetsch
rolle (7) an der oberen Rolle (6) des Waschbades (9) nur die Breite der die
Waschrolle in Richtung der Nachbehandlungsstrecke verlassenden Elastan
fadenschar bedeckt.
3. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß
die Härte der Abquetschrollen (4) und (7) von 60 bis 80 Shore und der
Anpreßdruck der Abquetschrollen (4, 7) mindestens 1,5 N pro cm Rollen
breite beträgt.
4. Verfahren zum Waschen von Elastanfäden aus einem kontinuierlichen
Naßspinnprozeß unter Verwendung einer Vorrichtung gemäß Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß frisch naßgesponnene Elastanfäden mit einer
Abzugsgeschwindigkeit von mindestens 50 m/min abgezogen und an der
Abstreifeinheit (10) weitestgehend von anhaftend ein mitgeschleppten Wasser
des Fällbades befreit werden, wobei abgestreiftes Wasser in das Fällbad
zurückfließt und in der nachfolgenden Wascheinheit (11) aus mindestens
einem Waschrollenpaar (6, 8) einer Waschwanne (9) und einer weiteren
Abquetschrolle (7) durch mehrfaches Tauchen in die Waschflüssigkeit mit
einer Temperatur von mindestens 90°C zu mindestens 30 Gew.-%, bezogen auf das
Spinnlösungsmittel, vom Spinnlösungsmittel befreit werden.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß
das Spinnlösungsmittel für die Elastanfäden Dimethylacetamid ist.
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Also Published As
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