DE4339379A1 - Streulichtsensoranordnung - Google Patents
StreulichtsensoranordnungInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Streulichtsensor
anordnung mit einer Lichtquelle, vorzugsweise einer modulier
baren Lichtquelle, z. B. einer Laserdiode, deren Licht ein
Meßvolumen beleuchtet, wobei außerhalb des ungestreuten
Lichtes mindestens ein Detektor, z. B. eine Photodiode, zum
Detektieren des Streulichts angeordnet ist.
Derartige Streulichtsensoranordnungen sind allgemein bekannt.
Sie werden insbesondere zur Partikeldetektion in Reinräumen
verwendet. Dabei wird das Licht der Lichtquelle über eine
Kollimieroptik dem Meßvolumen zugeführt und an den Partikeln
im Meßvolumen gestreut. Um ein möglichst hohes Signal-Rausch-
Verhältnis zu erreichen, wird das Meßvolumen über eine
Abbildungsoptik auf einen Detektor abgebildet.
Obige Anordnung ist relativ kostspielig. Die Aufgabe der
vorliegenden Erfindung besteht folglich darin, eine Streu
lichtsensoranordnung zu schaffen, die sehr kostengünstig ist
und dennoch zuverlässig arbeitet.
Die Aufgabe wird dadurch gelöst, daß zwischen Meßvolumen und
Detektor keine Abbildungsoptik angeordnet ist.
Überraschenderweise hat sich nämlich herausgestellt, daß sich
das Signal-Rausch-Verhältnis trotz Weglassens der
Abbildungsoptik in erträglichen Größen bewegt.
Lichtstreuung erfolgt größtenteils um kleine Winkel bezüglich
der optischen Achse. Vorzugsweise ist der mindestens eine
Detektor daher von der Lichtquelle aus gesehen im
wesentlichen hinter dem Meßvolumen angeordnet.
Das Signal-Rausch-Verhältnis kann erhöht werden, wenn mehrere
Detektoren ringförmig um das ungestreute Licht herum
angeordnet sind, wobei die von den Detektoren gelieferten
Meßsignale in einem Additionsglied additiv verknüpft sind.
Das Signal-Rausch-Verhältnis kann noch weiter erhöht werden,
wenn von der Lichtquelle aus gesehen hinter dem Meßvolumen
eine Lichtfalle zum Abschatten des ungestreuten Lichts ange
ordnet und/oder zur Signalverstärkung zwischen der Licht
quelle und dem Meßvolumen eine Kollimieroptik angeordnet ist.
Die Streulichtsensoranordnung arbeitet besonders effektiv,
wenn das Meßvolumen - von der Lichtquelle aus gesehen - von
einem Querstrom eines Probegases, z. B. Luft, durchströmt
wird.
Ein typischer Verwendungszweck für die erfindungsgemäße
Streulichtsensoranordnung ist die Partikelmessung bzw. die
Keimzahlbestimmung in Operationssälen.
Weitere Vorteile und Einzelheiten ergeben sich aus der nach
folgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels und in Ver
bindung mit den Zeichnungen. Dabei zeigen:
Fig. 1 eine Keimzahlbestimmungsanordnung in einem
Operationssaal,
Fig. 2 und 3 je eine Streulichtsensoranordnung und
Fig. 4 die Detektoranordnung bei der Streulichtsensor
anordnung gemäß Fig. 3.
Gemäß Fig. 1 ist innerhalb eines Operationssaals 1 eine
Sensoranordnung 2 zur Detektierung von Staubpartikeln in der
Luft des Operationssaals 1 angeordnet. Die Luft wird dabei
über die Pumpe 3 durch die Düse 4 und den Schlauch 5 ange
saugt. Die von der Sensoranordnung 2 ermittelte Anzahl von
Staubpartikeln in der Raumluft des Operationssaals 1 wird an
die Auswerteeinheit 6 (hier einen PC) gemeldet und dort
ausgewertet. Insbesondere bestimmt die Auswerteeinheit 6 auf
grund der bekannten Korrelation zwischen Anzahl von Partikeln
und Keimzahl die Keimzahl in der Raumluft des Operationssaals
1.
Die so bestimmte Keimzahl wird auf der Anzeigeeinheit 7, z. B.
einem Leuchtdiodendisplay, dargestellt. Die bestimmte Keim
zahl wird auch laufend mit einem vom Operateur vorgebbaren
Grenzwert verglichen. Wenn die bestimmte Keimzahl den Grenz
wert überschreitet, wird zusätzlich zur Anzeige über die
Warnlampe 8 und/oder die Warnhupe 9 ein optisches bzw. aku
stisches Warnsignal ausgegeben. Ferner ist über die Warnlampe
8 und die Warnhupe 9 auch eine Tendenzanzeige möglich.
Die Keimzahl wird immer wieder bestimmt, z. B. jede Minute.
Die im Verlauf einer Operation bestimmten Keimzahlen sind
daher über die Ausgabeeinheit 10, hier einen Drucker, ausgeb
bar. Bei jedem Ausdruck werden Datum und Uhrzeit mit ausge
druckt. Dadurch ist der Keimzahlverlauf protokolliert und
dokumentiert.
Zwischen der Sensoranordnung 2 und der Pumpe 3 ist eine
Unterdruckmeßeinrichtung 11 angeordnet, deren Ausgangssignal
ebenfalls der Auswerteeinheit 6 zugeführt wird. Dadurch ist
erkennbar, wenn in der Düse 4, dem Schlauch 5 oder der
Sensoranordnung 2 eine Verstopfung des Luftkanals auftritt.
Die Sensoranordnung 2 kann daher auf ihre Funktionsfähigkeit
überprüft werden.
In der Nähe der Unterdruckmeßeinrichtung 11 ist auch ein -
der Übersichtlichkeit halber nicht dargestellter - heizbarer
Halbleiter-Gassensor, z. B. auf SnO₂- oder ZnO-Basis, an
geordnet. Mit diesem Sensor sind sowohl oxidierbare als auch
nicht oxidierbare Gase quantitativ bestimmbar. Insbesondere
ist mittels des Sensors die Konzentration von Narkosegasen
(z. B. Lachgas) meßbar. Diese Konzentration wird ebenfalls
auf der Anzeigeeinheit 7 dargestellt. Anstelle des Halblei
tersensors könnte auch ein elektrochemischer Sensor verwendet
werden.
Wie aus Fig. 1 ersichtlich ist, sind sowohl die Sensoranord
nung 2 mit ihren Zubehörteilen 3, 4, 5 und 11 sowie die
Anzeigeeinrichtungen 7 bis 9 im Operationssaal 1 angeordnet,
während die Auswerteeinheit 6 und der Drucker 10 außerhalb
des Operationssaales 1 angeordnet sind. Dadurch, daß die
Auswerteeinheit 6 und der Drucker 10 außerhalb des Opera
tionssaales 1 angeordnet sind, wird die Einwirkung der Keim
zahlbestimmungsanordnung, die aus den Elementen 2 bis 11 be
steht, auf die Raumluft des Operationssaales 1 minimiert.
Alle innerhalb des Operationssaales 1 angeordneten Elemente
der Keimzahlbestimmungsanordnung sind sterilisierbar. Dadurch
können Keime nicht von der Sensoranordnung 2 und ihren
Zubehörteilen ausgehen.
Wie aus Fig. 2 ersichtlich ist, ist die Sensoranordnung 2 im
vorliegenden Fall als Streulichtsensoranordnung ausgebildet.
Hierzu emittiert die Laserdiode 12 Licht. Dieses Licht ist
moduliert, wie durch den Wellenzug 13 angedeutet ist. Das
modulierte Licht wird durch die Linse 14, die als
Kollimieroptik zwischen Laserdiode 12 und Meßvolumen 15
angeordnet ist, kollimiert. Das Meßvolumen 15 wird durch ein
durchsichtiges Rohr 15′ umgrenzt, durch das von der Laser
diode 12 aus gesehen quer zur optischen Achse die zu unter
suchende Luft strömt. Das Rohr 15′ kann aber auch entfallen.
Der Großteil des von der Laserdiode 12 emittierten Lichts
durchdringt das Rohr 15′ ungestreut. Dieser Teil wird durch
die Lichtfalle 16 abgeschattet. Vom gestreuten Licht wird ein
Teil durch die Linse 17, die als Abbildungsoptik zwischen
Rohr 15 und Detektor 18 (hier einer Photodiode) angeordnet
ist, auf den Detektor 18 abgebildet. Das vom Detektor 18
detektierte Signal wird der Auswerteeinheit 6 zugeführt.
Dieses Signal ist selbstverständlich gemäß dem von der
Laserdiode 12 emittierten Licht moduliert, wie durch den
Wellenzug 13′ angedeutet ist.
Durch die Modulation des von der Laserdiode 12 emittierten
Lichts wird das Signal-Rausch-Verhältnis deutlich erhöht. Es
ist also mit dem modulierten Licht erheblich leichter, die
Anzahl von Partikeln bzw. den Luftdruck im Meßvolumen 15 zu
bestimmen, als mit unmoduliertem Licht.
Im Vergleich zu Fig. 2 besticht die Streulichtsensoranordnung
gemäß Fig. 3 durch ihre Einfachheit und Robustheit. Gemäß Fig.
3 sind die Detektoren 18 nunmehr nämlich im wesentlichen
hinter dem Meßvolumen 15 auf der Lichtfalle 16, allerdings
außerhalb des Lichtkegels des ungestreuten Lichts, ange
ordnet. Zwischen den Detektoren 18 und dem Meßvolumen 15 ist
dabei keinerlei abbildende Optik angeordnet.
Wie aus Fig. 4 ersichtlich ist, sind vier Detektoren 18
ringförmig um den Lichtkegel 19 des ungestreuten Lichts herum
angeordnet. Die Ausgangssignale dieser Detektoren 18 werden
im Additionsglied 20 additiv miteinander verknüpft.
Mit der Anordnung gemäß den Fig. 3 und 4 ist eine sehr
einfache Möglichkeit zur Realisierung einer Streulichtsensor
anordnung bei dennoch befriedigendem Signal-Rausch-Verhältnis
gegeben.
Wie obenstehend erwähnt, wird durch die Sensoranordnung 2 die
Anzahl der im Meßvolumen 15 vorhandenen Staubpartikel ge
messen und aus diesem Meßwert durch die Auswerteeinheit 6 die
Zahl der im Meßvolumen 15 vorhandenen Keime bestimmt. Da sich
der Nullpunkt und die Empfindlichkeit der Sensoranordnung 2
im Laufe der Zeit ändern können, wird von Zeit zu Zeit eine
Kalibrierung durchgeführt. Hierzu wird - bei partikelfreier
Luft - eine Vergleichsmessung zwischen der Sensoranordnung 2
und dem Luftdruckmesser 21 durchgeführt. Dabei werden der
Sensoranordnung 2 und dem Luftdruckmesser 21 eine Reihe von
Atmosphären unterschiedlichen Drucks vorgegeben. Die Meß
reihen der Sensoranordnung 2 und des Luftdruckmessers 21 wer
den miteinander verglichen. Zur Erhöhung der Meßgenauigkeit
bzw. des Signal-Rausch-Verhältnisses erfolgt auch die Kali
brierung der Sensoranordnung 2 stets mit moduliertem Licht.
Aufgrund eines Vergleichs der Meßreihen ist eine Bestimmung
der Meßempfindlichkeit und der Nullpunktverschiebung der Sen
soranordnung 2 möglich. Anstelle eines direkten Vergleichs
der Meßwerte der Sensoranordnung 2 mit den tatsächlichen
Luftdrücken können die Meßwerte selbstverständlich auch mit
Meßwerten verglichen werden, die früher von der Sensoranord
nung 2 gemessen wurden.
Die Kalibrierung der Sensoranordnung 2 beruht dabei auf der
Erkenntnis, daß - wenn auch nur in geringem Umfang - Licht
auch an Luftmolekülen gestreut wird. Wenn also aufgrund eines
höheren Druckes mehr Luftmoleküle im Meßvolumen 15 vorhanden
sind, so wird auch mehr Licht gestreut. Messungen ergeben
eine Stromänderung von 5% bei einer Druckänderung von
500 hPa. Damit sind entweder der Luftdruck oder - wie im vor
liegenden Fall - bei bekanntem Luftdruck Nullpunktstrom und
Empfindlichkeit der Streulichtsensoranordnung 2 auf ca.
1‰ genau bestimmbar.
Claims (7)
1. Streulichtsensoranordnung mit einer Lichtquelle (12),
vorzugsweise einer modulierbaren Lichtquelle (12), z. B. einer
Laserdiode (12), deren Licht ein Meßvolumen (15) beleuchtet,
wobei außerhalb des ungestreuten Lichtes mindestens ein
Detektor (18), z. B. eine Photodiode (18), zum Detektieren des
Streulichts angeordnet ist, wobei zwischen Meßvolumen (15)
und Detektor (18) keine Abbildungsoptik angeordnet ist.
2. Streulichtsensoranordnung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der mindestens eine Detektor (18) von der Lichtquelle
(12) aus gesehen im wesentlichen hinter dem Meßvolumen (15)
angeordnet ist.
3. Streulichtsensoranordnung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß mehrere Detektoren (18) ringförmig um das ungestreute
Licht herum angeordnet sind, wobei die von den Detektoren
(18) gelieferten Meßsignale in einem Additionsglied (20)
additiv verknüpft sind.
4. Streulichtsensoranordnung nach Anspruch 1, 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß von der Lichtquelle (12) aus gesehen hinter dem
Meßvolumen (15) eine Lichtfalle (16) zum Abschatten des
ungestreuten Lichts angeordnet ist.
5. Streulichtsensoranordnung nach einem der obigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Meßvolumen (15) - von der Lichtquelle (12) aus
gesehen - von einem Querstrom eines Probegases, z. B. Luft,
durchströmt wird.
6. Streulichtsensoranordnung nach einem der obigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß zur Signalverstärkung zwischen der Lichtquelle (12) und
dem Meßvolumen (15) eine Kollimieroptik (14) angeordnet ist.
7. Streulichtsensoranordnung nach einem der obigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß sie zur Partikelmessung und/oder zur Keimzahlbestimmung
in Operationssälen verwendet wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4339379A DE4339379A1 (de) | 1993-11-18 | 1993-11-18 | Streulichtsensoranordnung |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4339379A DE4339379A1 (de) | 1993-11-18 | 1993-11-18 | Streulichtsensoranordnung |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4339379A1 true DE4339379A1 (de) | 1995-05-24 |
Family
ID=6502890
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE4339379A Withdrawn DE4339379A1 (de) | 1993-11-18 | 1993-11-18 | Streulichtsensoranordnung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4339379A1 (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE19860997C2 (de) * | 1998-08-14 | 2002-12-12 | Thomas Missel | Verfahren nach Missel zur Keimzahlbestimmung in der Luft an Arbeitsplätzen |
| US7631568B2 (en) | 2007-08-28 | 2009-12-15 | Quest Technologies | Particulate monitor |
| US11367304B2 (en) | 2015-06-24 | 2022-06-21 | Stryker Corporation | Method and system for surgical instrumentation setup and user preferences |
-
1993
- 1993-11-18 DE DE4339379A patent/DE4339379A1/de not_active Withdrawn
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| DE19860997C2 (de) * | 1998-08-14 | 2002-12-12 | Thomas Missel | Verfahren nach Missel zur Keimzahlbestimmung in der Luft an Arbeitsplätzen |
| US7631568B2 (en) | 2007-08-28 | 2009-12-15 | Quest Technologies | Particulate monitor |
| US7987695B2 (en) | 2007-08-28 | 2011-08-02 | 3M Innovative Properties Company | Particulate monitor |
| US8813583B2 (en) | 2007-08-28 | 2014-08-26 | 3M Innovative Properties Company | Particulate monitor |
| US11367304B2 (en) | 2015-06-24 | 2022-06-21 | Stryker Corporation | Method and system for surgical instrumentation setup and user preferences |
| US12374070B2 (en) | 2015-06-24 | 2025-07-29 | Stryker Corporation | Method and system for surgical instrumentation setup and user preferences |
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