DE4326152A1 - Zweikammer-Verpackung - Google Patents
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft eine neue Zweikammer-
Verpackung mit gegenüber bekannten Zweikammerpackungen ver
einfachtem Aufbau und verbessertem Schutz gegen mißbräuch
liche oder unbeabsichtigte Betätigung.
Zweikammer-Behälter, die insbesondere zur Konfektionierung
kosmetischer Mittel, die Bestandteile enthalten, die bis zu
ihrer Anwendung getrennt gehalten werden müssen, da sie
sonst miteinander reagieren, vorgesehen sind, sind bereits
in mannigfaltigen Erscheinungsformen bekannt geworden.
Hinzuweisen ist beispielsweise auf den Doppelkammer-Behäl
ter nach der DE-A 35 28 525, der aus zwei getrennt befüll
baren, übereinander liegenden, zusammensetzbaren Behälter
kammern besteht, welche durch ein wenigstens einen Teil der
Bodenwand der oberen Behälterkammer bildendes und die
untere Behälterkammer verschließendes Trennelement gegen
einander abgeschlossen sind, das durch ein von außen be
tätigbares Stößelelement geöffnet werden kann, so daß die
Komponenten zusammenfließen können und miteinander ver
mischbar sind, wobei das Trennelement als dicht in einen
Durchlaßkanal zwischen der oberen und der unteren Behälter
kammer eingesetzter verschlußstopfen, der durch senkrechte
Verschiebung des an ihn angreifenden Stößelelements aus dem
Durchlaßkanal in eine der Behälterkammern verdrängbar ist,
ausgebildet ist.
Eine Weiterentwicklung dieser Zweikammer-Verpackung stellt
der in der DE-A 38 12 343 beschriebene Doppelkammer-Behäl
ter dar, dessen Durchlaßkanal zwischen zwei übereinander
angeordneten Behälterkammern mittels eines Trennstopfens
verschlossen ist, der mit einem Stößelelement verbunden
ist, das als langgestreckte und sich durch die obere Behäl
terkammer bis in deren offene Mündung erstreckende hohle
Auftragsdüse ausgebildet ist, wobei das Stößelelement auf
seiner Außenseite mit einem Außengewinde versehen ist, wel
ches mit einem komplementären Gegengewinde in Eingriff
steht, das in einem von der Stirnwand eine die obere Behäl
terkammer zumindest teilweise übergreifenden, drehbar auf
ihr gehaltenen und sie abdichtenden Drehkappe in die offene
Oberseite der oberen Behälterkammer vorstehenden zylindri
schen Ringvorsprung ausgebildet ist. Durch Drehen der Dreh
kappe im Sinne eines Hineinschraubens der Auftragsdüse in
diesen Ringvorsprung ist das freie Ende der Auftragsdüse
aus der Stirnwand herausdrückbar.
Aus der DE-A 36 11 925 ist eine Taillenflasche mit in der
Taillenebene angeordnetem Stopfen zur Aufteilung des Fla
schenvolumens in zwei voneinander getrennte Räume, die
durch Herausdrücken des Stopfens aus der Taillenebene in
den der Flaschenverschlußkappe abgekehrt liegenden Raum
miteinander verbindbar sind, bekannt, die so ausgestaltet
ist, daß beide Räume ein relativ großes Volumen aufweisen,
wobei für das Mischverhältnis beliebige Füllstände vor
liegen können, aber trotzdem die zu vermischenden Komponen
ten sicher zusammengeführt werden. Dies wird dadurch be
werkstelligt, daß zwischen dem Stopfen und der mit dem
Schraubgewinde aufsitzenden Flaschenverschlußkappe eine
Stangenverbindung derart hergestellt ist, daß die Ver
schlußkappe eine Stoßschulter besitzt, welche auf dem
Stirnende der Verbindungsstange aufliegt.
Alle diese beschriebenen Zweikammer-Behälter stellen ein
setzbare Verpackungssysteme dar, von denen in der Praxis
auch Gebrauch gemacht wird. Sie sind jedoch relativ kompli
ziert aufgebaut, da sie aus vielen Einzelteilen bestehen,
was ihre Fertigung und Konfektionierung verhältnismäßig
teuer gestaltet.
Die vorliegende Erfindung geht daher von der Aufgabenstel
lung aus, einen mit einem Trennstopfen zum Verschließen von
übereinander angeordneten, bis zur Anwendung getrennt ge
haltenen einzelnen Abteilungen ausgestatteten Zweikammer-
Behälter zu schaffen, der einfach herstellbar und konfek
tionierbar ist, wenig Einzelbauteile aufweist, jedoch eine
sichere Trennung der bis zur Anwendung voneinander getrennt
zu haltenden Produkte und, im Anwendungsfall, ein zuverläs
siges Vermischen dieser Bestandteile und die Abgabe des Ge
misches gestattet.
Insbesondere soll auch vermieden werden, daß durch ein ver
sehentliches Abschrauben der Verschlußkappe ein vorzeitiges
Austreten des Inhalts des oberen Behälterteils erfolgen
kann.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß eine
Zweikammer-Verpackung geschaffen wird, die einstückig aus
einem Ober- und einem Unterteil besteht, die an der Verbin
dungsstelle zwischen beiden durch einen Stopfen getrennt
sind, welche die Merkmale des Hauptanspruchs aufweist.
Die Figuren illustrieren die erfindungsgemäße Verpackung.
Fig. 1 zeigt beispielhaft eine erfindungsgemäße Verpackung
im geschlossenen, Fig. 6 dieselbe im geöffneten Zustand.
Fig. 2 gibt einen Schnitt längs der Linie A-A in Fig. 1,
Fig. 3 längs der Linie B-B, und Fig. 4 längs der Linie
C-C wieder; Fig. 5 zeigt den Ausschnitt X aus Fig. 4;
Fig. 7 bezieht sich auf eine äquivalente Variante der
Fig. 1.
Im einzelnen besteht eine einstückig ausgebildete, vorzugs
weise blasgeformte Zweikammer-Verpackung (1) aus zwei über
einander angeordneten Abteilungen (2) und (3), die durch
eine Durchlaßöffnung (4), vorzugsweise mit gegenüber dem
Gesamtumfang des Behältnisses reduziertem Durchmesser, mit
einander verbunden sind. Diese Durchlaßöffnung ist durch
einen Stopfen (5) verschlossen, der mit einem in den oberen
Behälterteil (3) hineinreichenden Verbindungsglied (6) ver
bunden ist, das an seinem Ende ein tellerartiges Teil (7)
aufweist.
Unter diesem Teil (7) rasten zwei klauen- bzw. hakenartige
Halterungen (8) ein, die das untere Ende einer Ausgußtülle
(9) bilden, die mit einer Abdeckkappe (10), die den oberen
Behälterteil (3) abschließt, durch eine im geschlossenen
Zustand zum Behälter hin gestülpte elastische Membran (11)
einteilig verbunden ist.
Diese Ausgußtülle (9), die an ihrem oberen Ende eine Ab
gabeöffnung aufweist, reicht mit einer sie umgebenden Ver
schlußkappe (12) bis in den oberen Behälterteil (3) hinein
und ist mit dieser über ein Schraubgewinde (13) verbunden.
Die Verschlußkappe (12) ist an ihrer Verbindungsstelle zum
oberen Behälterteil (3) mit einer Drehsicherung (14) ausge
stattet, die die vorzeitige Entfernung der Verschlußkappe
(12) vor dem Vermischen der Behälterinhalte (2) und (3)
verhindert, und aus einer Zahnung (14 A) auf der Innenseite
des über die Abdeckkappe (10) greifenden Randes der Ver
schlußkappe (12) und mindestens einem korrespondierenden
Steg (14B) an der Abdeckkappe (10) besteht.
Durch das Ineinandergreifen der Zahnung (14 A) und der
Stege (14B) ist es nicht möglich, die Verschlußkappe (12)
abzuschrauben, bevor die Inhalte der Behälterteile (2) und
(3) tatsächlich vereinigt sind.
Die Fig. 2 zeigt einen Schnitt längs der Linie A-A in
Fig. 1 und stellt das Verbindungsglied (6) dar.
Die Fig. 3 zeigt einen Schnitt längs der Linie B-B in
Fig. 1 und stellt das untere Ende (8) der Ausgießtülle (9)
dar, das vorzugsweise in Form von mindestens zwei Klauen
oder Haken ausgestaltet ist, die sich beim Montageprozeß
über das vorzugsweise tellerartig ausgebildete obere Ende
(7) des Verbindungsgliedes (6) schieben, sich aufspreizen
und sich so irreversibel mit dem oberen Ende des Verbin
dungsgliedes (6) verbinden.
Die Fig. 4 zeigt die Zahnung (14A) in ihrer Verbindung
mit den Stegen (14B) analog der Schnittlinie C-C nach
Fig. 1.
Dabei ist die Abdeckkappe (10) mit der Behälterwandung
durch eine Prellverbindung (15), wie sie in Fig. 1 darge
stellt ist, fest verbunden, wobei vorzugsweise noch eine
umlaufende Dichtlippe (16) vorhanden ist.
Fig. 5 gibt die Anordnung der Zahnung (14A) und der Stege
(14B) entsprechend dem Ausschnitt X aus Fig. 4 nochmals
im vergrößerten Detail wieder.
Fig. 6 zeigt eine erfindungsgemäße Zweikammer-Verpackung
in gebrauchsfertigem, d. h., geöffneten Zustand.
Dieser Prozeß erfolgt in zwei Schritten:
Die Verschlußkappe (12) wird mit Hilfe der an ihrer Spitze
befindlichen Handhabe (17) nach oben gezogen, wodurch der
Stopfen (5) über die Verbindung zwischen unterem Ende (8)
der Ausgußtülle (9) und dem Verbindungsglied (6) aus der
Durchlaßöffnung (4) entfernt, und dadurch der Inhalt des
unteren Behälterteils (2) und des oberen Behälterteils (3)
miteinander vermischt wird. Dabei wird die elastische Mem
bran (11) nach außen gestülpt.
Durch die Bewegung der Verschlußkappe (12) wird auch die
Verbindung zwischen der Zahnung (14A) und den Stegen
(14B) an der Abdeckkappe (10) aufgehoben. Dadurch wird ein
Abschrauben der im Ruhezustand blockierten Verschlußkappe
(12) ermöglicht.
Durch das Umstülpen der Membran (11) nach außen kommt es im
Behältnis (1) zwangsläufig zu einem Volumenzuwachs und, da
durch bedingt, zum Aufbau eines Vakuums.
Andererseits entsteht durch die Reaktion der Behälter
inhalte durch Gasbildung (CO₂) ein Überdruck. Es ist daher
anzustreben, durch entsprechende Dosierung der Behälter
inhalte die Einstellung eines Gleichgewichts im Sinne eines
Druckausgleichs zu bewirken.
Noch zweckmäßiger ist es jedoch, das entstandene Vakuum
nicht komplett zu egalisieren, sondern einen schwachen
Unterdruck im Behältnis aufrechtzuerhalten.
Dies hat zur Folge, daß erst beim Abschrauben der Ver
schlußkappe (12) der Unterdruck durch die einströmende Luft
kompensiert und dadurch eventuell bereits in der Ausguß
tülle (9) befindliche Flüssigkeit in den Behälter zurückge
saugt wird.
Fig. 7 zeigt eine zu Fig. 1 äquivalente Ausführungsform,
wobei die Halterungen (7) zwischen Verbindungsglied (6) und
dem unteren Ende (8) der Ausgußtülle (9) als komplementär
ineinander eingreifende Haken gestaltet sind.
Es sind natürlich noch weitere äquivalente Abwandlungen
denkbar.
Die Füllung und Konfektionierung der erfindungsgemaßen
Zweikammer-Verpackung erfolgt auf denkbar einfache Weise:
Zunächst wird das untere Behälterteil (2) mit einer Lösung,
Emulsion, Dispersion, etc. gefüllt, dann die Durchlaß
öffnung (4) durch den Stopfen (5) verschlossen, das obere
Behälterteil (3) gefüllt, und anschließend die Verschluß
kappe (12) mit ihren integrierten Teilen aufgebracht und
das Gesamtbehältnis (1) verschlossen.
Die erfindungsgemäße Zweikammer-Verpackung kann prinzipiell
zur Verpackung jedes Produkttyps dienen, der aus zwei
Zusammensetzungen besteht, die bis zur Anwendung voneinan
der getrennt gehalten werden müssen, da sie erst unmittel
bar vor bzw. bei der Anwendung miteinander reagieren sol
len.
Vorzugsweise wird das erfindungsgemäße System in der Kosme
tik eingesetzt beispielsweise in der Haarpflege. Geeignete
Produkte sind insbesondere Dauerwellmittel, beispielsweise
sogenannte saure Dauerwellmittel auf Basis von Glycerin
monothioglykolat, die bis zur Anwendung vom wäßrigen Rest
der Gesamtzusammensetzung getrennt gehalten werden müssen.
Die Teile der erfindungsgemäßen Zweikammer-Verpackung be
stehen vorzugsweise aus Kunststoff, beispielsweise Poly
ethylen, Polypropylen, Polyester und Polyamid.
Das Gesamtbehältnis kann aus Polyester-Polyamid-Coextrudat
bestehen; die Verschlußkappe mit der integrierten elasti
schen Membran besteht vorzugsweise aus Polyethylen, ebenso
der Verschlußstopfen.
Claims (2)
1. Zweikammer-Verpackung (1) aus einem einstückigen, aus zwei
übereinander angeordneten Abteilungen (2) und (3) bestehen
den Behälter, die durch eine Durchlaßöffnung (4) verbunden
sind, in die ein Stopfen (5) eingebracht ist, der den In
halt beider Abteilungen während der Lagerung voneinander
getrennt hält, wobei der Stopfen (5) über ein Verbindungs
glied (6) mittels Halterungen (7) mit dem unteren Ende (8)
einer Ausgußtülle (9) verbunden ist, die mit einer Abdeck
kappe (10), die den oberen Behälterteil (3) abschließt,
durch eine im geschlossenen Zustand zum Behälterinnern hin
gestülpte elastische Membran (11), die sich im geöffneten
Zustand nach außen stülpt, einteilig verbunden ist, und die
Ausgußtülle (9) mit einer sie umgebenden Verschlußkappe
(12), die bis in den Schulterbereich des oberen Behäl
terteils (3) hineinreicht, über ein Schraubgewinde (13)
verbunden ist, wobei diese Verschlußkappe (12) an ihrer
Verbindungsstelle zum oberen Behälterteil (3) mit einer
Drehsicherung (14) ausgestattet ist, die die vorzeitige
Entfernung der Verschlußkappe (12) vor dem Vermischen der
Behälterinhalte (2) und (3) verhindert und aus einer
Zahnung (14A) auf der Innenseite des über die Abdeckkappe
(10) greifenden Randes der Verschlußkappe (12) und minde
stens einem korrespondierenden Steg (14B) an der Abdeck
kappe (10) besteht.
2. Zweikammer-Verpackung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich
net, daß das Behältnis (1) im Bereich (18) der zwischen den
Behälterteilen (2) und (3) befindlichen Durchlaßöffnung (4)
gegenüber dem Gesamtdurchmesser des Behälters (1) im Durch
messer verringert ist.
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