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Die
Erfindung geht von einer Kraftstoffeinspritzeinrichtung für Brennkraftmaschinen
nach der Gattung des Patentanspruchs 1 aus. Bei einer solchen aus
der
DE-OS 41 15 103 bekannten
Kraftstoffeinspritzeinrichtung dieser Art, die zur Kraftstoffversorgung
einer Brennkraftmaschine dient, füllt eine Kraftstoffhochdruckpumpe,
die als Kolbenpumpe ausgeführt
ist, über
eine Hochdruckleitung einen Druckspeicherraum mit Kraftstoff. Von
diesem Druckspeicherraum führen
Kraftstoffeinspritzleitungen zu den einzelnen Einspritzventilen,
die über
den Druckspeicherraum miteinander verbunden sind (Common Rail),
wobei der Druckspeicher durch eine Drucksteuereinrichtung auf einem
bestimmten Druck gehalten wird, so daß an den Einspritzventilen
drehzahlunabhängig
der Einspritzdruck über
das gesamte Betriebskennfeld der zu versorgenden Brennkraftmaschine
festgelegt werden kann.
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Die
in den Brennraum der zu versorgenden Brennkraftmaschine ragenden
Einspritzventile weisen dabei ein in einer Führungsbohrung im Ventilgehäuse axial
geführtes
kolbenförmiges
Ventilglied auf, dessen eine Stirnseite eine mit einem Ventilsitz
zusammenwirkende konische Dichtfläche aufweist und dessen andere
Stirnseite einen Druckraum in der Führungsbohrung im Ventilgehäuse begrenzt,
der über
eine eine Drossel enthaltene Verbindungsleitung mit einem das Ventilglied
umgebenden Einspritzdruckraum und über eine ein elektrisches Steuerventil
enthaltene Entlastungsleitung mit einer Rücklaufleitung verbindbar ist.
Der Einspritzdruckraum ist über
eine Kraftstoffhochdruckleitung mit dem Druckspeicherraum verbunden
und weist ständig dessen
Druckniveau auf. Das Ventilglied weist im Bereich des Einspritzdruckraumes
eine konische Querschnittsverringerung in Richtung Ventildichtfläche auf und
wird bei geschlossenem Steuerventil und Druckausgleich zwischen
dem stirnseitigen Druckraum und dem Einspritzdruckraum durch eine
Ventilfeder mit seiner Ventildichtfläche in Anlage am Ventilsitz
gehalten, so daß die
Einspritzöffnungen
in diesem Bereich verschlossen sind.
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Der
Beginn des Öffnungshubes
des Ventilgliedes wird durch das elektrische Aufsteuern des Steuerventils
in der Entlastungsleitung vom stirnseitigen Druckraum eingeleitet,
infolge dessen sich der Hochdruck im stirnseitigen Druckraum schnell
entspannt, so daß zwischen
diesem und dem Einspritzdruckraum ein Druckgefälle entsteht, das eine Öffnungshubbewegung
des Ventilgliedes entgegen der Kraft der Ventilfeder bewirkt, wobei
die Drossel in der Verbindungsleitung ein rasches Nachströmen von Kraftstoff
in den stirnseitigen Druckraum verhindert. Analog dazu wird das
Schließen
des Einspritzventils über
das Schließen
des Steuerventils gesteuert, wobei sich im stirnseitigen Druckraum
erneut ein Kraftstoffhochdruck aufbaut, der die Schließkraft der
Ventilfeder unterstützt
und das Ventilglied erneut an seinen Ventilsitz preßt. Dabei
bleibt das Ventilglied bei stromlosem, d.h. geschlossenem Steuerventil
durch den Druck im stirnseitigen Druckraum hydraulisch in seiner
Anlage am Ventilsitz gehalten.
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Um
eine Beeinflussung des Einspritzdruckes im Füll- und Hochdruckraum des Einspritzventils durch
das Aufsteuern des stirnseitigen Druckraumes zu vermeiden, ist eine
weitere gattungsgemäße Kraftstoffeinspritzeinrichtung
aus der ATZ/MTZ Sonderheft Motor und Umwelt 92 bekannt, bei der
der stirnseitige Druckraum über
ein Drei-Wegeventil mit dem gemeinsamen Druckraum (Common Rail)
oder einer Entlastungsleitung verbindbar ist. Dabei erfolgt dort
das Füllen
des stirnseitigen Steuerdruckraumes ungedrosselt über ein
Rückschlagventil
und das Entlasten zum Aufsteuern des Einspritzventils gedrosselt.
Der Einspritzdruck im Einspritzventil wird dabei durch des Aufsteuern
des Steuerdruckraumes in keiner Weise beeinflußt, da die Verbindung zwischen dem
Hochdruckleitungssystem und dem stirnseitigen Steuerdruckraum zu
diesem Zeitpunkt zugesteuert ist.
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Dabei
tritt jedoch bei beiden bekannten Kraftstoffeinspritzeinrichtungen
der Nachteil auf, daß der sehr
hohe Kraftstoffeinspritzdruck in einer Kraftstoffhochdruckpumpe
erzeugt werden muß,
die über Hochdruckleitungen
mit dem gemeinsamen Druckraum und weiter mit den einzelnen Einspritzventilen verbunden
ist. Dies hat zur Folge, daß hinsichtlich der
Bauteilbeanspruchung und Auslegung sehr hohe Anforderungen an die
Hochdruckpumpe und das Leitungssystem gestellt werden müssen, die
eine aufwendige und kostenintensive Fertigung bedingen. Zudem kommt
es durch den relativ langen Übertragungsweg
von der Hochdruckpumpe bis zur Einspritzstelle zu Druckverlusten,
so daß die
bekannten Kraftstoffeinspritzeinrichtungen sehr hohe Einspritzdrücke von
bis zu 2000 bar nicht erreichen können. Ein weiterer Nachteil
an den bekannten Kraftstoffeinspritzeinrichtungen entsteht durch
die Verwendung des unter Einspritzhochdruck stehenden Kraftstoffes als
Steuerdruckmittel, so daß die
Steuerventile vor allem während
des Schließens
zum Einspritzende relativ hohe Stellkräfte aufbringen müssen, was
wiederum eine große
Dimensionierung und damit längere Schaltzeiten
zur Folge hat.
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Vorteile der
Erfindung
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Die
erfindungsgemäße Kraftstoffeinspritzeinrichtung
mit den kennzeichnenden Merkmalen des Patentanspruchs 1 hat demgegenüber den
Vorteil, daß durch
die Verwendung eines Verstärkerkolbens im
Einspritzventil der sehr hohe Kraftstoffeinspritzdruck erst im Einspritzdruckraum
des Einspritzventils erzeugt wird, so daß zum einen die Anforderungen an
die den gemeinsamen Druckraum füllende
Hochdruckpumpe und das Druckleitungssystem erheblich gesenkt werden
und zum anderen sehr hohe Einspritzdrücke von bis zu 2000 bar problemlos
erreicht werden können.
Von besonderer Bedeutung ist hierbei, daß zwischen dem Einspritzdruckraum
und den Austrittsöffnungen
des Einspritzventils kein Leitungsweg erforderlich ist, so daß zwischen
dem Druckerzeuger und der Einspritzstelle keine Wegverluste auftreten
können.
Dabei ist es besonders vorteilhaft, den Verstärkerkolben platzsparend axial
verschiebbar auf dem kolbenförmigen
Ventilglied anzuordnen. Durch die Dimensionierung der wirksamen,
für das Übersetzungsverhältnis verantwortlichen
Stirnflächen
des Verstärkerkolbens
läßt sich
dabei relativ einfach eine optimale Anpassung der erfindungsgemäßen Kraftstoffeinspritzeinrichtung
an die Erfordernisse der jeweiligen zu versorgenden Brennkraftmaschine
erreichen.
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Ein
weiterer Vorteil wird durch die Anordnung eines weiteren vom Verstärkerkolben
begrenzten Arbeitsraumes erreicht, der zum einen eine sichere und gesteuerte
Rückstellbewegung
des Verstärkerkolbens
ohne Verwendung einer zusätzlichen,
die Förderhubbewegung
des Verstärkerkolbens
ungleichmäßig beeinflussende
Rückstellfeder
und eine platzsparende Befüllung
des Einspritzdruckraumes über einen Kanal
im Ventilglied ermöglicht.
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Durch
den gegenüber
den bekannten Systemen erheblich geringeren Common-Rail-Druck im Hochdruckleitungssystem
ist es zudem möglich
ein relativ kleines elektrisches Stellglied mit kleiner bewegter
Masse als Steuerventil für
die Öffnungsbewegung
des Einspritzventilgliedes zu verwenden, das eine hohe Einbauflexibilität erlaubt
und das extrem kurze Schaltzeiten ermöglicht. Diese kurzen Schaltzeiten
werden dabei zudem durch den sehr geringen Hubweg des Ventilgliedes
des Steuerventils unterstützt,
da durch die geringe gesteuerte Kraftstoffmenge im stirnseitigen
Druckraum nur ein geringer Querschnittsbedarf benötigt wird.
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Über den
Ausgangsdruck im Common Rail und somit im die Förderhubbewegung auslösenden Arbeitsraum
am Verstärkerkolben
und das Übersetzungsverhältnis am
Verstärkerkolben
ist der Druck im Einspritzdruckraum in vorteilhafter Weise genau
bestimmbar.
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Dies
wird zudem durch die vollständige
Entkoppelung von Einspritzung und Füllung unterstützt, die
durch die voneinander getrennten Kraftstoffzulaufkanäle möglich ist.
Dabei ermöglicht
ein 4 Wege-Schieberventil, daß die
getrennte Steuerung der verschiedenen Arbeitsräume in vorteilhafter Weise mit
nur einem Hochdruck- und einem Entlastungsanschluß erfolgt,
wobei das Schieberventil dabei von einem das Aus- oder Einlaßventil
betätigenden
Nocken angesteuert werden kann.
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Durch
die Steuerung des Einspritzzeitpunktes und der Einspritzdauer mittels
des mit dem stirnseitigen Druckraum verbundenen Steuerventils, ist das
System in einfacher Weise elektrisch und in Abhängigkeit eines verschiedene
Betriebsparameter der Brennkraft maschine verarbeitenden Kennfeldes steuerbar,
wobei aufgrund der geringen Schaltzeiten auch eine Voreinspritzung
und eine Einspritzverlaufsformung möglich ist.
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Ein
weiterer Vorteil wird durch das Einmünden der Entlastungsleitung
in den Zulauf zur Hochdruckpumpe bei gleichzeitigem Unterbinden
des Zurückströmens des
abgesteuerten Kraftstoffes in den Vorratsbehälter durch ein Rückschlagventil
erreicht, wodurch die Energie des abgesteuerten Kraftstoffes zum
Teil erneut bei der Hochdruckerzeugung genutzt werden kann.
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Weitere
Vorteile und vorteilhafte Ausgestaltungen des Gegenstandes der Erfindung
sind der Beschreibung, der Zeichnung und den Patentansprüchen entnehmbar.
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Zeichnung
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Ein
Ausführungsbeispiel
der erfindungsgemäßen Kraftstoffeinspritzeinrichtung
ist in der Zeichnung dargestellt und wird in der nachfolgenden Beschreibung
näher erläutert.
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Es
zeigen die 1 den schematischen
Aufbau der Kraftstoffeinspritzeinrichtung, die 2 einen ersten Schnitt durch den unteren
Teil eines Einspritzventils mit der Darstellung des Ventilgliedes, des
Verstärkerkolbens
und der Druckräume,
die 3 einen zweiten
Schnitt durch den oberen Teil des Einspritzventils, in dem die Lage
und die Ansteuerung der Kraftstoffkanäle dargestellt ist und die 4 das einen Kanal im Einspritzventilglied
verschließende
Rückschlagventil
in einem Schnitt aus der 2.
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Beschreibung
des Ausführungsbeispiels
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Bei
der in der 1 schematisch dargestellten
Kraftstoffeinspritzeinrichtung ist eine Kraftstoffhochdruckpumpe 1 saugseitig über eine
einen Niederdruckraum 3 bildende, ein in Richtung Hochdruckpumpe öffnendes
Rückschlagventil 5 enthaltene Kraftstoffleitung
mit einem Kraftstoffvorratsbehälter 7 und
druckseitig mit einem Hochdrucksammelraum 9 verbunden.
Der Hochdrucksammelraum 9 ist über Hochdruckleitungen 11 mit
in den Brennraum der zu versorgenden Brennkraftmaschine ragenden
Einspritzventilen 13 verbunden, wobei die einzelnen Hochdruckleitungen 11 somit über den
gemeinsamen Hochdrucksammelraum 9 (Common Rail) miteinander
verbunden sind. Vom Hochdrucksammelraum 9 führt im Ausführungsbeispiel
eine Entlastungsleitung 17 ab, die zwischen der Hochdruckpumpe 1 und
dem Rückschlagventil 5 in
den Niederdruckraum 3 einmündet und die zudem über von
dieser abzweigende Verbindungsleitungen mit den einzelnen Einspritzventilen 13 verbunden
ist. Die Druckregelung im Hochdrucksammelraum 9 kann neben
einer Regelung an der Hochdruckpumpe 1 durch ein mögliches
Druckventil 10 zwischen der Hochdruckpumpe 1 und
dem Hochdrucksammelraum 9 erfolgen, was den Vorteil hat,
daß der
Druck im Sammelraum 9 nach Abschalten der Hochdruckpumpe 1 gehalten wird
(verbessertes Startverhalten). Um eine Verbesserung der Dynamik
beim Absenken des Druckes im Sammelraum 9 zu ermöglichen,
ist ein Drucksteuerventil 15 in die Entlastungsleitung 17 zwischen
Sammelraum 9 und den Verbindungen zu den einzelnen Einspritzventilen 13 eingesetzt
sein, das seinerseits, wie das Ventil 10 oder eine druckregelbare
Hochdruckpumpe 1 von einem elektronischen Steuergerät 19 angesteuert
wird. Dieses Steuergerät 19 verarbeitet
dabei von der zu versorgenden Brennkraftmaschine aufgenommene Betriebsparameter
wie z.B. Drehzahl, Last, Temperaturen, Drücke usw. in Abhängigkeit
von gespeicherten Kennfeldern und steuert neben dem Druck im Hochdrucksammelraum 9 auch die Öffnungszeiten
der Einspritzventile 13 und die Hochdruckförderpumpe 1.
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Soll
das Drucksteuerventil 15 nicht vorgesehen werden, hat die
Entlastungsleitung 17 keine Verbindung zum Hochdrucksammelraum 9.
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Der
erfindungsgemäße Aufbau
der Einspritzventile 13 ist in den 2 und 3 dargestellt,
wobei die 2 einen vergrößerten Schnitt
durch den unteren, in den Brennraum der zu versorgenden Brennkraftmaschine
ragenden Teil, die 3 einen Schnitt durch den oberen
Teil des Einspritzventils 13 zeigt.
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Das
in der 2 dargestellte Einspritzventil 13 besteht
dabei aus einem mehrteiligen zylinderförmigen Ventilgehäuse 21,
mit einem im Durchmesser verringerten, in den Brennraum der Brennkraftmaschine
ragenden Teil 23, der an seinem freien stirnseitigen Ende
Einspritzöffnungen 25 aufweist.
In seinem Inneren weist das Einspritzventil 13 eine sich
in Richtung Einspritzöffnungen 25 über zwei
Absätze
im Durchmesser verringernde Stufenbohrung auf, deren erster im Durchmesser
größter Teil
eine Führungsbohrung 27 bildet,
in der ein im Durchmesser größerer Teil
eines als Stufenkolben ausgebildeten Verstärkerkolbens 29 axial
geführt
ist, der mit seiner oberen, den Einspritzöffnungen 25 abgewandten
Stirnfläche 30 einen
ersten Arbeitsraum 32 in der Führungsbohrung 27 begrenzt.
Der Verstärkerkolben 29 weist
in Richtung Einspritzöffnungen 25 einen über einen eine
Ringschulter 37 bildenden Absatz im Durchmesser verringerten
Teil 31 auf, der in einem durch einen ersten Absatz 33 der
Stufenbohrung entstandenen verjüngten
Bohrungsteil 35 der Stufenbohrung geführt ist, wobei zwischen dem
ersten Absatz 33 und der Ringschulter 37 des Verstärkerkolbens 29 ein zweiter
ringförmiger
Arbeitsraum 39 begrenzt ist. Die den Einspritzöffnungen 25 zugewandte
Stirnseite 41 des im Durchmesser verringerten Verstärkerkolbenteils 31 begrenzt
einen ringförmigen
Einspritzdruckraum 43, der andererseits durch einen zweiten
Absatz 45 der Stufenbohrung begrenzt wird.
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Der
Verstärkerkolben 29 weist
eine Axialbohrung 47 auf, in der ein mehrteiliges kolbenförmiges Einspritzventilglied 49 geführt ist,
das an seinem aus dem verjüngten
Verstärkerkolbenteil 31 herausragenden
Teil an dessen Stirnseite eine konische Dichtfläche 51 aufweist, mit
der es bei Anlage an einer trichterförmigen Ventilsitzfläche 53 an
der geschlossenen Stirnseite der Stufenbohrung die aus dieser Ventilsitzfläche 53 austretenden
Einspritzöffnungen 25 verschließt, wobei
die Stufenbohrung in ihrem im Durchmesser kleinsten Teil 55 zwischen
dem zweiten Absatz 45 und den Einspritzöffnungen 25 so ausgelegt
ist, daß zwischen
dem Ventilglied 49 und der Wand des Stufenbohrungsabschnittes 55 ein
Ringspalt 57 verbleibt. Das Einspritzventilglied 49 setzt sich
im Ausführungsbeispiel
aus vier Teilen zusammen, wobei ein erster Teil aus der sogenannten
Ventilnadel 59 gebildet wird, die eine in Richtung Ventilsitz 53 verlaufende
konische Querschnittsverringerung 52 und an ihrer Stirnseite
die Ventildichtfläche 51 aufweist,
und die sich im geschlossenen Zustand des Einspritzventils 13,
d.h. bei Anlage am Ventilsitz 53 etwa bis in den Bereich
des zweiten Arbeitsraumes 39 in die Axialbohrung 47 hinein
erstreckt. An diese schließt
sich ein erster Zwischenkolben 61 an, dessen Durchmesser
gegenüber
der Ventilnadel 59 geringfügig kleiner ausgeführt ist,
so daß zwischen der
Wand der Axialbohrung 47 des Verstärkerkolbens 29 und
der Mantelfläche
des ersten Zwischenkolbens 61 eine schmale Ringnut 63 verbleibt,
die in Richtung erster Arbeitsraum 32 durch eine Verjüngung der
Axialbohrung 47 verschlossen ist. Die Ringnut 63 kann
dabei auch durch eine lokale Verjüngung des ersten Zwischenkolbens 61 erreicht
werden. An den ersten Zwischenkolben 61 schließt sich
in axialer Verlängerung
im Bereich des ersten Arbeitsraumes 32 ein zweiter Zwischenkolben 65 an, der
in einer axialen Bohrung eines Rohrstutzens 67 geführt ist,
der seinerseits mit einem scheibenförmigen Kopfstück 69 in
die Führungsbohrung 27 eingesetzt
ist und dort mit seiner dem Verstärkerkolben 29 zugewandten Stirnseite 71 den
ersten Arbeitsraum 32 begrenzt.
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Der
zweite Zwischenkolben 65 kommt mit seiner dem ersten Arbeitsraum 32 abgewandten Stirnseite
zur Anlage an den Boden eines topfförmigen Kolbens 73,
dessen offene Seite dem Rohrstutzen 67 zugewandt ist, wobei
der Kolben 73 das Kopfstück 69 nie berühren darf,
um ein sicheres Aufsetzen der Ventilnadel 59 auf ihren
Sitz und damit ein sicheres Schließen des Einspritzventils zu
gewährleisten.
Dabei ist zwischen dem topfförmigen
Kolben 73 und dem Rohrstutzen 67 ein weiterer
als Entlastungsraum 77 wirkender Arbeitsraum begrenzt.
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Mit
seiner geschlossenen, dem Entlastungsraum 77 abgewandten
Stirnseite 79 begrenzt der Kolben 73 einen weiteren
als Steuerdruckraum 81 dienenden Arbeitsraum, der andererseits
durch ein die Stufenbohrung verschließendes zylinderförmiges Verrschlußteil 83 begrenzt
ist. Die axiale Ausdehnung zwischen der Stirnseite 79 des
Kolbens 73 bis zur Anschlagfläche am Verschlußteil 83 bestimmt
dabei den Ventilnadelhub.
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Zur
Befüllung
bzw. Entlastung der einzelnen Arbeitsräume mit Kraftstoff sind Kraftstoffkanäle im Einspritzventil
angeordnet, wobei ein erster Kraftstoffkanal 85 in den
ersten Arbeitsraum 32, ein zweiter Kraftstoffkanal 87 in
den zweiten Arbeitsraum 39, und ein dritter Kraftstoffkanal 89 in
den Steuerdruckraum 81 mündet. Der Entlastungsraum 77 ist
zudem durch einen in der 3 dargestellten Entlastungskanal 91 mit
der Entlastungsleitung 17 verbunden.
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Um
eine Wandschwächung
des Gehäuses des
Einspritzventils 13 zu vermeiden ist es auch möglich, den
Kraftstoffkanal 87 über
den ersten Zwischenkolben 61 und ein weiteres Zwischenstück zwischen
dem ersten Zwischenkolben 61 und dem zweiten Zwischenkolben 65 zu
führen,
das dann seinerseits wieder in einem scheibenförmigen Stück zwischen dem ersten Arbeitsraum 32 und
dem Kopfstück 69 axial
geführt
ist.
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Der
Einspritzdruckraum 43 wird über eine Verbindungsleitung 93 im
Ventilglied 49 mit dem zweiten Arbeitsraum 39 verbunden,
die sich aus einer Längsbohrung 95 und
mit dem Einspritzdruckraum 43 verbundenen Querbohrungen 97 im
Ventilglied 49 und einer von der Längsbohrung 95 in die Ringnut 63 mündende und
von dort über
eine Öffnung
in der Wand des Verstärkerkolbenteils 31 zum Arbeitsraum 39 führende Bohrung
im Verstärkerkolben 29 zusammensetzt.
Die Austrittsöffnung
der Verbindungsleitung 93 in den Einspritzdruckraum 43 wird
dabei durch ein in Richtung Einspritzdruckraum öffnendes Rückschlagventil 99 verschlossen,
das in der 4 näher beschrieben wird.
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Die
Ansteuerung des Einspritzventilgliedes 49 und die Verbindung
der einzelnen Kraftstoffkanäle mit
den Hochdruckleitungen 11 und der Entlastungsleitung 17 ist
in einem Schnitt durch den oberen Teil des Einspritzventils 13 schematisch
in der 3 dargestellt.
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Dabei
verzweigen sich der erste Kraftstoffkanal 85 und der zweite
Kraftstoffkanal 87 jeweils in zwei Anschlußleitungen,
die mit einem als 4 Wegeventil ausgebildeten Schieberventil 101 mit
zwei Durchtrittsöffnungen
verbunden sind. Dieses Schieberventil 101 ist zulaufseitig
mit jeweils zwei Anschlüssen
der Hochdruckleitung 11 und der Entlastungsleitung 17 verbunden,
die so angeordnet sind, daß sowohl
der erste als auch der zweite Kraftstoffkanal 85, 87 je
nach Stellung des Schieberventils 101 mit der Hochdruckleitung 11 oder
der Entlastungsleitung 17 verbindbar ist.
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Das
Schieberventil arbeitet mit zwei Einstellpositionen, von denen die
dargestellte Lage die Verbindung des ersten Kraftstoffkanals 85 mit
der Hochdruckleitung 11 bei gleichzeitiger Verbindung des zweiten
Kraftstoffkanals 87 mit der Entlastungsleitung 17 zeigt,
wobei eine zweite mögliche
Einstellposition eine Verbindung des ersten Kraftstoffkanals 85 mit
der Entlastungsleitung 17 bei gleichzeitiger Verbindung
des zweiten Kraftstoffkanals 87 mit der Hochdruckleitung 11 ermöglicht.
Das Schieberventil 101 kann dabei vom Betätigungsnocken
eines Ladungswechselventils, vorzugsweise des Auslaßventils
der Brennkraftmaschine gesteuert werden, es ist jedoch auch eine
elektrische Ansteuerung in Abhängigkeit
von Betriebsparametern der Brennkraftmaschine möglich.
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Der
vom stirnseitigen Steuerdruckraum 81 abführende Kraftstoffkanal 89 mündet in
einen ringförmigen
Ventilraum 103 eines als 3-Wegeventil ausgeführten Doppelsitzventils,
das als Steuerventil 105 wirkt, mit einander gegenüberliegend
angeordneten Ventilsitzen, an die sich zum einen eine Verbindungsleitung 107 zur
Hochdruckleitung 11 und andererseits eine Verbindungsleitung 109 zur
Entlastungsleitung 17 anschließt. Das Steuerventil 105 weist
dabei ein kolbenförmiges
Ventilglied 111 mit zwei axial einander gegenüberliegenden
konischen Ventildichtflächen
auf und ist über
das Ventilglied mit einem elektrischen Stellglied, vorzugsweise
einem Elektromagnet oder einem Piezotranslator verbunden, das in
Abhängigkeit
von Betriebsparametern vom Steuergerät 19 angesteuert wird.
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Eine
in den Entlastungskanal 91 an dessen Verbindung in die
Entlastungsleitung 17 eingesetzte Drossel 110 bewirkt über die Verbindungsleitung 109 eine
gedämpfte
Entlastung des Steuerdruckraumes 81, was eine verzögerte Öffnungsbewegung
des Einspritzventilgliedes 49 zur Folge hat, über das
sich eine Einspritzverlaufsformung vornehmen läßt. Das Befüllen des Steuerdruckraumes 81 erfolgt
dagegen möglichst
ungedrosselt um ein rasches Schließen des Einspritzventilgliedes 49 am
Ende der Einspritzung zu erreichen.
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Das
in der 4 in einem Schnitt aus der 2 vergrößert dargestellte
Rückschlagventil 99 besteht
aus einem axial auf der Ventilnadel 59 geführten rohrförmigen Ventilglied 113 mit
einem topfförmigen
Kopfstück 115,
das von einer sich am Stufenbohrungsabsatz 45 abstützenden
Ventilfeder 117 mit seiner offenen Stirnfläche 119 an
die konische Querschnittsvergrößerung 52 der
Ventilnadel 59 gepreßt
wird und das dabei die Austrittsöffnung 97 der Verbindungsleitung 93 zwischen
dem Einspritzdruckraum 43 und dem Arbeitsraum 39 verschlossen
hält und
durch den übertragenden
Druck aus dem Arbeitsraum 39 der auf den Boden des topfförmigen Kopfstückes 115 wirkt,
geöffnet
wird.
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Die
erfindungsgemäße Kraftstoffeinspritzeinrichtung
arbeitet in folgender Weise.
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Die
Kraftstoffhochdruckpumpe 1 fördert den Kraftstoff aus dem
Vorratsbehälter 7 über den
Niederdruckraum 3 in Hochdrucksammelraum 9 und baut
so dort den Kraftstoffhochdruck auf. Über die Hochdruckleitungen 11 strömt der unter
hohem Druck stehende Kraftstoff zum Einspritzventil 13.
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Dort
gelangt der Kraftstoffhochdruck in der in den 2 und 3 dargestellten
Verdichtungsphase, bei der das Steuerventil 105 den Steuerdruckraum 81 mit
der Verbindungsleitung 107 zur Hochdruckleitung 11 verbindet, über die
entsprechende Schieberventilstellung in den ersten Kraftstoffkanal 85 und
weiter in den ersten Arbeitsraum 32, wo er den Verstärkerkolben 29 beaufschlagt
und ihn in Folge der gegenüber
den Räumen 39 und 43 größeren wirksamen
Druckangriffsfläche
in Richtung Einsritzdruckraum 43 verschiebt. Dabei sei
hier darauf hingewiesen, daß die
Befüllung
des ersten Arbeitsraumes 32 alternativ auch mit jeweils
einer seperaten Hochdruckpumpe pro Einspritzventil möglich ist.
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Der
zweite kolbenseitige Arbeitsraum 39 ist zu diesem Zeitpunkt über den
zweiten Kraftstoffkanal 87 und Schieberventil 101 mit
der Entlastungsleitung 17 verbunden, so daß der im
Arbeitsraum 39 befindliche Kraftstoff während der Verstärkerkolbenhubbewegung
aus diesem verdrängt
wird. Infolge der Hubbewegung des Verstärkerkolbens vergrößert sich
der Kraftstoffdruck im Einspritzdruckraum 43 auf ein Vielfaches
des Hochdruckes in der Hochdruckleitung 11, wobei dieser
gegenüber
dem Druck im Arbeitsraum 39 sehr viel höhere Einspritzdruck das Rückschlagventil 99 geschlossen
hält.
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Soll
nun der unter Einspritzhochdruck stehende Kraftstoff zur Einspritzung über die
Einspritzöffnungen 25 gelangen,
wird das elektrisch betätigte Ventilglied 111 des
Steuerventils 105 derart verstellt, daß der Kraftstoffkanal 89 mit
der Verbindungsleitung 109 zur Entlastungsleitung 17 verbunden
ist und dessen Verbindung zur Verbindungsleitung 107 unterbrochen
wird, wobei das Einmünden
der Verbindungsleitung 109 in den Entlastungskanal dabei
gedrosselt erfolgen kann. Infolge der Druckentlastung des Steuerdruckraumes 81 ist
die hydraulische Blockierung des Einspritzventilgliedes 49 aufgehoben und
der Einspritzdruck im Einspritzdruckraum 43 hebt das Ventilglied 49 über die
Querschnittsvergrößerung 52 von
seinem Sitz 53, so daß der
unter Einspritzhochdruck stehende Kraftstoff über die Einspritzöffnungen 25 in
den Brennraum der zu versorgenden Brennkraftmaschine eingespritzt
wird.
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Dabei
fällt bei
Beginn der Einspritzung der Druck im Einspritzdruckraum 43 zunächst ab,
wodurch der Verstärkerkolben 29 vom
Druck im Arbeitsraum 32 nachgedrückt wird und im quasistatischen Strömungszustand
nach der Beschleunigungsphase entspricht der Einspritzdruck wieder
dem des Ausgangszustandes vermindert um den Reibungsverlust- durch die Verstärkerkolbenbewegung.
Dieser Betrag des Druckabfalls in der Beschleunigungsphase wird
dabei im wesentlichen durch die Masse des Verstärkerkolbens 29 bestimmt,
was als Parameter bei der Applikation des Systems bewußt ausgenutz werden
kann, um eine Modulation zu Beginn der Einspritzung bzw. eine Voreinspritzung
zu ermöglichen.
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Das
Ende der Hochdruckeinspritzung erfolgt durch ein erneutes Verstellen
des Steuerdruckventils 105, wodurch das Ventilglied 113 erneut
die Verbindung des Steuerdruckraumes 81 zur Verbindungsleitung 109 zu-
und die Verbindung zur Verbindungsleitung 107 auf- steuert. Dabei gelangt
der unter Hochdruck stehende Kraftstoff aus der Hochdruckleitung 11 über die
Verbindungsleitung 107, den Ventilraum 103 und
den Kraftstoffkanal 89 in den Steuerdruckraum 81 und
preßt
das Ventilglied 49 über
die relativ große
Druckfläche 79 des
Kolbens 73 wieder auf den Ventilsitz 53.
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Das
Befüllen
des Einspritzdruckraumes 43 erfolgt zunächst durch das Verschieben
des Schieberventils 101, wodurch nun der erste Kraftstoffkanal 85 und
weiter der erste Arbeitsraum 32 mit der Entlastungsleitung 17 verbunden
sind, so daß sich
der Hochdruck in diese entspannt. Gleichzeitig verbindet das Schieberventil 101 den
zweiten Kraftstoffkanal 87 und den zweiten Arbeitsraum 39 mit
der Hochdruckleitung 11, so daß sich im zweiten Arbeitsraum 39 ein
Kraftstoffhochdruck aufbaut. Dieser Druck bewirkt zunächst eine Rückstellung
des Verstärkerkolbens 29 in
seine Ausgangsposition, die durch einen Anschlag festgelegt sein
kann. Infolge der Rückstellung
des Verstärkerkolbens 29 sinkt
auch der Druck im Einspritzdruckraum 43 stark ab, so daß ein Druckgefälle zwischen
diesem und dem Arbeitsraum 39 entsteht, das das Rückschlagventilglied 113 gegen die
Kraft der Feder 117 von seinem Sitz abhebt, so daß der Kraftstoff
vom Arbeitsraum 39 in den Einspritzdruckraum 43 einströmt. Dieses
Füllen
ist beendet, wenn sich zwischen den Räumen 39 und 43 ein Druckgleichgewicht
eingestellt hat und die Kraft der Ventilfeder 117 nun ausreicht
das Rückschlagventil 99 erneut
zu verschließen. Über eine
erneute Verschiebung des Schieberventils 101 wird im Anschluß daran
erneut die Verdichtungs- bzw. Druckverstärkungsphase eingeleitet.
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Der
Entlastungsraum 77 ist ständig über den Entlastungskanal 91 mit
der Entlastungsleitung 17 verbunden, wobei das Einmünden in
die Entlastungsleitung 17 über eine Drossel erfolgen kann,
um Druckstöße im System
infolge der einzelnen Absteuervorgänge vom Entlastungsraum 77 fernzuhalten.
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Mit
der erfindungsgemäßen Kraftstoffeinspritzeinrichtung
ist es somit möglich
den zur Einspritzung notwendigen sehr hohen Einspritzdruck erst
im Einspritzventil zu erzeugen, wobei das axiale Anordnen des Verstärkerkolbens
auf dem Ventilglied eine platzsparende Realisierung dieser Druckverstärkung ermöglicht.