DE4306981A1 - Bohrer für Gestein oder dergleichen - Google Patents
Bohrer für Gestein oder dergleichenInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf einen Bohrer für Gestein
od. dgl., mit einer sich über die gesamte Breite des Bohrkopfes
erstreckenden Hauptschneidplatte, und mit insbesondere paar
weise vorgesehenen, im Winkel zur Hauptschneidplatte angeordne
ten dünneren Nebenschneidplatten.
Ein Bohrer mit den vorgenannten Merkmalen ist aus der
DE 37 42 661 A1 bekannt. Bei diesem bekannten Bohrer wird davon
ausgegangen, daß die Meißelwirkung durch die Spitze der Haupt
schneidplatte möglichst groß gehalten werden soll und nicht in
folge zusätzlicher Nebenschneiden wieder verkleinert werden
darf, die den Flächenanpreßdruck des Bohrers verringern würden.
Daher ist vorgesehen, daß die Nebenschneidplatten, welche je
weils eine der Hauptschneidplatte benachbarte Nebenschneidspit
ze aufweisen, eine gemeinsame Schnittkegelfläche besitzen. In
folgedessen soll zunächst die Spitze der Hauptschneidplatte zur
Wirkung kommen und danach die Spitzen der Nebenschneidplatten.
Das kann jedoch nur solange gelten, bis der Bohrer eine kege
lige Bohrsohle hergestellt hat. Danach werden alle Schneidbe
reiche der Schneidplatten zugleich auf die Bohrsohle einwirken,
da sie alle auf derselben kegeligen Schnittfläche liegen. Dabei
wird zwar die Hauptschneidplatte von den Nebenschneidplatten
entlastet, jedoch verschleißen letztere in demselben Bohrbe
reich schneller, als die Hauptschneidplatte. Diese verschleißt
daher auch in ihrem zentralen, außerhalb des Bohrbereichs der
Nebenschneidplatten gelegenen Bereich schneller. Die Meißelwir
kung der Hauptschneidplatte nimmt daher auch in ihrem zentralen
Bereich sehr schnell ab, was den auf die Zeiteinheit bezogenen
Bohrungstiefengewinn bereits nach vergleichsweise kurzer Ge
brauchsdauer des Bohrers herabsetzt.
Demgegenüber liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde,
einen Bohrer mit den eingangs genannten Merkmalen so zu verbes
sern, daß er dauerstandfester wird, wobei auch die Standfestig
keit der Hauptschneidplatte in ihrem Zentralbereich außerhalb
des Bohrbereichs der Nebenschneidplatten gesteigert werden
soll.
Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß die Nebenschneid
platten zumindest auf einem Teil der Nebenschneidenlänge in
Bohrvorschubrichtung über die Schnittfläche der Hauptschneid
platte vorstehen.
Für den Bohrer ist von Bedeutung, daß die Nebenschneid
platten in Bezug auf die Hauptschneidplatte einen Vorstand auf
weisen. Hierdurch wird zweierlei erreicht. Zum einen werden die
vorstehenden Nebenschneidplatten vergleichsweise stärker bela
stet, als die demgegenüber zurückstehenden Abschnitte der
Hauptschneidplatte, die infolgedessen entsprechend entlastet
wird und weniger verschleißt. Zum zweiten wird erreicht, daß
die Hauptschneidplatte wesentlich von der Meißelwirkung beim
Hämmern auf den Bohrer bzw. bei dessen axialem Vorschub entla
stet wird. Infolge des Vorstands der Nebenschneidplatten über
nehmen diese einen erheblichen Teil der Meißelwirkung des
schlagenden bzw. hämmernden Bohrkopfs und entlasten so die
Hauptschneidplatte. Die Hauptschneidplatte nimmt jedenfalls im
Umlaufbereich der Nebenschneidplatten am Meißeln nicht oder nur
sehr wenig teil. Die Nebenschneidplatten meißeln im Vergleich
zur Hauptschneidplatte und auch in Vergleich zu deren zentraler
Spitze recht gut, weil sie dünner gehalten sind und infolgedes
sen mit kleiner Meißelfläche eine hohe Flächenpressung bei
axialem Vorschub des Bohrers und damit eine gute Sprengwirkung
aufweisen. Die spezielle Ausnutzung der dünneren Nebenschneid
platten bei der Schlag- bzw. Hammerwirkung des Bohrers in Ver
bindung mit der Entlastung der Hauptschneidplatte auch in der
Nähe der Bohr- bzw. Hauptschneidenspitze führt zur besseren
Bohrleistung in Verbindung mit vergrößerter Standfestigkeit des
Bohrers.
Hinsichtlich seiner Standfestigkeit wird der Bohrer insbe
sondere dann verbessert, wenn das Vorstehen der Nebenschneid
platten über die Schnittfläche der Hauptschneidplatte zumindest
nahe dem Bohrkopfumfang vorgesehen ist. In der Nähe des Bohr
kopfumkreises, also in zunehmender Entfernung von der Bohrer
achse, ist der Verschleiß infolge der erhöhten Rotationsge
schwindigkeit besonders groß, so daß sich hier die Entlastung
der Hauptschneidplatte besonders bemerkbar macht.
Der höheren Belastung des Bohrers nahe dem Bohrkopfumkreis
kann in besonderer Weise dadurch Rechnung getragen werden, daß
der Vorstand einer Nebenschneidplatte zum Bohrkopfumfang hin
zunimmt. Ein derartiger Vorstand erlaubt einen erhöhten Ver
schleiß der Nebenschneidplatte in den dem Bohrkopfumkreis nähe
ren Bereichen, ohne daß die Spreng- bzw. Bohrwirkung des Boh
rers dadurch entscheidend beeinträchtigt und die Entlastung der
Hauptschneidplatte verringert wird. Außerdem ist eine solche
Nebenschneidplatte besonders dort nachschärfbar, wo der größte
Verschleiß anfällt, nämlich radial außen.
Es ist vorteilhaft, den Bohrer so auszubilden, daß die Ne
benschneidplatten jeweils eine über die Schnittfläche der
Hauptschneidplatte in Bohrvorschubrichtung vorstehende Plat
tenspitze aufweisen. Die Plattenspitzen nehmen infolge ihres
Vorstands über die Schnittfläche der Hauptschneidplatte in be
sonderem Maße an der Sprengwirkung bei schlagendem bzw. häm
merndem Betrieb schon beim Anbohren flachen Gesteins bzw. des
noch nicht im vollen Durchmesser ausgebildeten Bohrlochs teil
und steigern daher die Anbohrgeschwindigkeit des Bohrers ganz
erheblich.
Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung liegt dann
vor, wenn die Nebenschneidplatte zwei einander parallele Kanten
hat, die beide quer zur Bohrerachse übereinander angeordnet
sind. Die in Bohrvorschubrichtung vordere Kante der Neben
schneidplatte hat über eine kegelige Schnittfläche der Haupt
schneidplatte mit wachsendem Radius einen zunehmenden Vorstand.
Andererseits kann die Nebenschneidplatte als handelsübliche
herkömmliche rechteckige oder jedenfalls mit zwei einander par
allelen Kanten versehene Hartmetallplatte ausgebildet sein, de
ren andere, in Bohrvorschubrichtung hinten liegende parallele
Kante auf dem Boden eines in üblicher Weise mit einem Scheiben
fräser hergestellten Querschlitzes abgestützt ist.
Ein Bohrer mit den eingangs genannten Merkmalen kann vor
teilhafterweise auch dadurch weitergebildet werden, daß der
Bohrkopf sechskantigen Querschnitt hat. Eine derartige Ausge
staltung des Bohrkopfes ist optimal hinsichtlich der Bohrstaub
abfuhr einerseits und der Festigkeit des Bohrkopfs anderer
seits. Es ist bekannt, daß Bohrer im harten Einsatz, beispiels
weise beim Bohren von Beton, hohen Belastungen unterliegen, die
es gebieten, die Schneidplatten soweit wie möglich in Bohrkopf
material einzubetten, um eine optimale Abstützung der Schneid
platten zu erzielen. Die optimale Ausbildung insoweit wäre ein
Bohrkopf mit kreisrundem Bohrkopfumkreis. Hierbei würden sich
jedoch erfahrungsgemäß Probleme mit der Abfuhr des Bohrstaubs
ergeben, weswegen es allgemein und auch aus der DE 37 42 661 A1
bekannt ist, im Bereich des Bohrkopfs vertikale Nuten vorzuse
hen, durch die der Bohrstaub bis zu einer Staubförderwendel des
Bohrschafts gelangen kann. Derartige Staubnuten des Bohrkopfs
schwächen allerdings dessen Querschnitt und müssen darüber hin
aus in besonderer Weise hergestellt werden. Die Ausbildung des
Bohrkopfes mit sechskantigem Querschnitt bietet insofern einen
optimalen Kompromiß. Es wird einerseits eine größtmögliche Fe
stigkeit des Bohrkopfes erreicht und andererseits eine genügen
de Bohrstaubabführung im Bereich des Bohrkopfes. Darüber hinaus
ist der sechskantige Querschnitt des Bohrkopfs massenferti
gungsgerecht herzustellen und bietet insofern in Bezug auf die
in besonderer Weise herzustellenden bekannten Bohrstaubnuten
einen kostenmäßigen Vorteil.
Eine optimale Abfuhr des Bohrstaubs aus dem Bereich der
Hauptschneidplatte im Bohrkopf ergibt sich insbesondere dann,
wenn die Hauptschneidplatte zwischen den Seitenflächen des
sechskantigen Bohrkopfs angeordnet ist. Eine optimale Abfuhr
des Bohrstaubs haben die Nebenschneidplatten, wenn die Neben
schneidplatten einander diagonal gegenüberliegend zwischen den
Seitenflächen des sechskantigen Bohrkopfs angeordnet sind. Al
lerdings kann es bei den dünneren Nebenschneidplatten eher dar
auf ankommen, sie im Bohrkopf gut abgestützt zu haben, wozu es
zweckmäßig ist, sie von Kante zu Kante anzuordnen.
Wenn es nicht auf eine möglichst gute, bohrkopfumkreisnahe
Abstützung der Schneidplatten durch den Bohrkopf ankommt, son
dern vielmehr auf eine gesteigerte Bohrstaubabfuhr, kann der
Bohrer so ausgebildet werden, daß die Nebenschneidplatten senk
recht zu den Seitenflächen des sechskantigen Bohrkopfs angeord
net sind. In diesen Fällen steht die betreffende Schneidplatte
jeweils vergleichsweise weit aus dem Bohrkopf vor, so daß sich
zwischen dem Schneidbereich der Schneidplatte und den Seiten
flächen des sechskantigen Bohrkopfs vergleichsweise große Frei
räume ergeben, die der ungestörten Bohrstaubabfuhr dienen.
Bei üblichen Beanspruchungen des Bohrkopfs durch den zu
bohrenden Werkstoff genügt es, wenn der Hauptschneidplatte ein
einziges Paar Nebenschneidplatten zugeordnet und einander dia
gonal gegenüberliegend angeordnet ist. Die Anordnung der Neben
schneidplatten kann dann wahlweise 60° oder 120° in Bezug auf
die Hauptschneidplatte versetzt erfolgen, also nachlaufend oder
vorlaufend. Die 60° Anordnung der Nebenschneidplatte entlastet
die Hauptschneidplatte vergleichsweise weniger, als die 120°
Anordnung der Nebenschneidplatte, bei der der Nebenschneidplat
te ein wesentlich längerer Eingriffs- bzw. Drehweg, über den
der Werkstoff durch die Hauptschneidplatte unbearbeitet ist,
zur Verfügung steht. Eine Ausbildung des Bohrkopfs mit einem
einzigen Paar Nebenschneidplatten wird insbesondere dann in
Frage kommen, wenn es eher auf den Werkstoffabtrag durch
Schlag- bzw. Hammerbetrieb ankommt, als durch Bohrbetrieb, und
wenn der Gesichtspunkt möglichst günstiger Herstellungskosten
des Bohrers im Vordergrund steht.
Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung des Bohrers liegt
vor, wenn der Hauptschneidplatte zwei Paar Nebenschneidplatten
zugeordnet und einander diagonal gegenüberliegend von Kante zu
Kante oder senkrecht zu den Seitenflächen des sechskantigen
Bohrkopfs angeordnet sind. Durch die Verdoppelung der Neben
schneidplatten im Vergleich zu einem Bohrer mit einem einzigen
Paar Nebenschneidplatten wird für eine optimale Bohrerbestüc
kung mit Schneidplatten gesorgt. Es erfolgt eine optimale Ent
lastung der Hauptschneidplatte und deren größtmögliche Ver
schleißminderung bei hinreichender Festigkeit des Bohrkopfs.
Besonders günstig ist eine derartige Ausbildung des Bohrers,
wenn dieser einen Bohrkopf mit sechskantigem Querschnitt hat.
In diesem Fall können die Hauptschneidplatte und ihre vier Ne
benschneidplatten optimal in Bezug entweder auf die sechs Kan
ten bzw. auf die sechs Seitenflächen des sechskantigen Bohr
kopfs ausgerichtet sein.
Der Bohrer wird dadurch vorteilhaft ausgestaltet, daß die
Nebenschneidplatten übliche fünfeckige Hartmetallplatten sind,
die mit einer Schmalkante oder mit der Basiskante über die
Schnittfläche der Hauptschneidplatte vorstehen. Infolgedessen
kann ein einziges Bauteil, nämlich die übliche fünfeckige Hart
metallplatte, dazu verwendet werden, um unterschiedliche Bohr
köpfe herzustellen. Falls eine Nebenschneidplatte mit einer
Schmalkante über die kegelige Schnittfläche der Hauptschneid
platte vorsteht, nimmt der Vorstand der Nebenschneidplatte zum
Bohrkopfumkreis hin zu, was eine entsprechende Verschleißreser
ve an der Nebenschneidplatte zu Folge hat. Steht die die in
Rede stehende fünfeckige Hartmetallplatte mit der Basiskante
über die Schnittfläche der Hauptschneidplatte vor, so ergibt
sich eine besonders lange Schneidkante der Nebenschneidplatte,
verbunden mit einer entsprechenden Entlastung der Hauptschneid
platte auf einem entsprechend großen Bereich ihrer Schnittflä
che.
Die Erfindung wird anhand von in der Zeichnung dargestell
ten Ausführungsbeispielen erläutert. Es zeigt:
Fig. 1 eine Seitenansicht eines Bohrers auf die Schmalkante
einer Hauptschneidplatte,
Fig. 2 eine Seitenansicht auf den um 90° gedrehten Bohrer
der Fig. 1,
Fig. 3 eine der Fig. 1 entsprechende Seitenansicht einer
weiteren Ausführungsform eines Bohrers, und
Fig. 4 bis 7 Aufsichten auf unterschiedlich ausgebildete
Bohrköpfe.
In den Fig. 1, 2 und 7 ist eine erste Ausführungsform eines
Bohrers 10 dargestellt, dessen beide Nebenschneidplatten 13 in
besonderer Weise zu der einzigen Hauptschneidplatte 12 angeord
net sind. Dieser Bohrer hat einen Bohrkopf 11, der von einem in
üblicher Weise beispielsweise mit rundem Querschnitt ausgebil
deten Bohrschaft 31 getragen wird, der nicht vollständig darge
stellt ist, so daß beispielsweise das Einspannende des Bohr
schafts 31 nicht ersichtlich ist. Es wird in üblicher Weise
ausgebildet. Der Bohrschaft 31 hat übliche spiralig angeordnete
Bohrstaubwendeln 32. Die Hauptschneidplatte 12 des Bohrkopfs 11
ist eine fünfeckige Hartmetallplatte, die in einem Querschlitz
des Bohrkopfs 11 angeordnet und darin befestigt ist. Ihre
Schmalkanten 12′ stehen über den Bohrkopfumfang 17 vor, so daß
sich ein entsprechender Flugkreis 33 ergibt, dessen Durchmesser
dem Bohrlochdurchmesser entspricht.
Der Bohrer 10 wird in Bohrvorschubrichtung 15 beauf
schlagt, beispielsweise durch eine Hammerbohrmaschine, die ihn
einerseits schlagend bzw. hämmernd axial vortreibt, die ihn
aber gleichzeitig auch drehend antreibt. Der Bohrkopf 11 ist
bohrlochsohlenseitig kegelig ausgebildet, wie die Kegelfläche
34 des Bohrkopfs 11 ausweist. Dementsprechend angepaßt sind die
beiden Dachflächen 35 der Hauptschneidplatte 12, welche die
Schnittfläche 16 bilden.
Außer der Hauptschneidplatte 12 hat der Bohrer 10 der
Fig. 1, 2 zwei Nebenschneidplatten 13, die in Bezug auf die
Hauptschneidplatte 12 jeweils um 90° versetzt angeordnet sind.
Diese Nebenschneidplatten 13 sind ebenfalls in einen Quer
schlitz des Bohrkopfs 11 eingesetzt und darin befestigt. Sie
erstrecken sich radial von der Hauptschneidplatte 12 bis zum
Bohrkopfumfang 17 bzw. etwas über diesen hinaus bis zum Flug
kreis 33 der Schmalkanten 12′ der Hauptschneidplatte 12.
Die Nebenschneidplatten 13 sind in der Hauptschneidplatte
12 ähnlicher Weise fünfeckig ausgebildete Hartmetallplatten,
die in Verbindung mit der Bemessung der zugehörigen Schlitz
tiefe so angeordnet sind, daß sie über die Schnittfläche 16
vorstehen. Geht man davon aus, daß eine Nebenschneidplatte 13
gemäß Fig. 7 eine in der Aufsicht der Fig. 7 dargestellte Neben
schneidenlänge 14 hat, so steht sie mit dem Teil 14′ ihrer ge
samten Nebenschneidenlänge 14 über die Schnittfläche 16 vor,
nämlich mit der Länge eines Dachschenkels ihrer fünfeckigen
Ausbildung.
Diese fünfeckige Ausbildung der Nebenschneidplatte 13 hat
darüber hinaus zur Folge, daß der Bohrer 10 in Bohrvor
schubrichtung 15 eine vorstehende Plattenspitze 19 aufweist.
Diese ist beim Axialbetrieb des Bohrers 10 vor allen Dingen
beim Eindringen in eine ebene Werkstückfläche zunächst axial
meißelnd tätig, bis der volle Bohrlochdurchmesser hergestellt
ist und entlastet dadurch die Spitze 37 der Hauptschneidplatte
12.
Der Bohrkopf 11 des Bohrers 10 der Fig. 1, 2 hat einen
sechskantigen Querschnitt. In Bezug auf diesen Querschnitt ist
die Hauptschneidplatte 12 so angeordnet, daß sie sich senkrecht
zwischen zwei Flächen 27 des Sechskants erstreckt, während die
Nebenschneidplatten 13 von einer Kante 25 zu einer Kante 26
des sechskantigen Bohrkopfs 11 angeordnet sind. Hierdurch er
gibt sich eine optimale Abstützung der Nebenschneidplatten 13,
verbunden mit einem vergleichsweise großen freien Querschnitt
zur Staubförderung im Bereich der Hauptschneidplatte 12. Hier
erfahren also die Nebenschneidplatten 13 eine optimale Abstüt
zung durch den sechskantigen Bohrkopf, während im Bereich der
freien Enden der Hauptschneidplatte 12 vergleichsweise viel
Freiraum zwischen den Seitenflächen 27 und der Bohrwand vorhan
den ist, um im Bereich der Bohrungssohle entstehenden Bohrstaub
zu den Bohrstaubwendeln 32 ableiten zu können. Das ergibt sich
aus dem Unterschied der über den Bohrkopfumfang 17 vorstehenden
freien Längen der Hauptschneidplatte 12 einerseits und der Ne
benschneidplatten 13 andererseits.
In Fig. 7 ist eine Aufsicht auf den sechskantigen Bohrkopf
11 der Fig. 1, 2 dargestellt, die erkennen läßt, daß die Basis
länge der Nebenschneidplatten 13 halb so lang ist, wie die Ba
sislänge der Hauptschneidplatte 12, abzüglich der Hälfte der
Dicke der Hauptschneidplatte 12, und daß die Dicke der Neben
schneidplatten 13 halb so groß ist, wie die Dicke der Haupt
schneidplatte 12.
Es wurde bereits erwähnt, daß die Nebenschneidplatten 13
übliche fünfeckige Hartmetallplatten sind, die gemäß Fig. 1, 2
mit ihren beiden Dachkanten in Bohrvorschubrichtung 15 weisend
angeordnet sind, ebenso wie die Hauptschneidplatte 12. Fig. 3
zeigt demgegenüber eine abweichende Anordnung derartiger Neben
schneidplatten 13, und zwar mit der Basiskante 13 radial nach
außen weisend, so daß die Schmalkanten 20, 21 quer zur Bohrachse
22 übereinanderliegend angeordnet sind. Die im Schlitz des
Bohrkopfs 11 angeordnete untere Schmalkante 21 stützt sich auf
dem Boden des Schlitzes ab, dessen Tiefe so bemessen sein muß,
daß die gegenüberliegende Schmalkante 20 über die Schnittfläche
16 vorsteht. Es ergibt sich die aus Fig. 3 ersichtliche beson
dere Ausbildung, bei der die Nebenschneidplatte 13 von der
Bohrachse 22 radial nach außen einen anwachsenden Vorstand 18
über die Schnittfläche 16 aufweist, was bezüglich der Nach
schärfmöglichkeit bzw. im Sinne einer Verschleißreserve der Ne
benschneidplatte 13 vorteilhaft ist, die infolge größerer Um
fangsgeschwindigkeit insbesondere in den weiter außen liegenden
Bereichen ihrer Schmalkante 20 verschleißt. Fig. 3 zeigt rechts
oben, daß der vorstehende Bereich der Nebenschneidplatten 13
vom Bohrkopf 11 gegen Bohrbeanspruchungen abgestützt werden
kann.
Würde die in Fig. 3 links dargestellte Nebenschneidplatte
13 im Uhrzeigersinn um 120° gedreht und also mit einer ihrer
Dachkanten auf dem Schlitzboden abgestützt, so würde ihre Ba
siskante 30 parallel zur Schnittfläche 16 der Hauptschneid
platte 12 liegen und bei entsprechender Bemessung der Schlitz
tiefe im vorgesehenen Maße darüber vorstehen. Es ergäbe sich
eine verbreiterte Wirkungsfläche der Nebenschneide 13 mit ent
sprechender Entlastung der Hauptschneidplatte 12. Die übliche
fünfeckige Platte kann also dazu herangezogen werden, mehrere
Bohrkopfausbildungen darzustellen.
Die Fig. 4, 5 zeigen Besonderheiten der Anordnung von Neben
schneidplatten 13 in Bezug auf eine Hauptschneidplatte 12, die
sich zwischen zwei Kanten 38, 39 des sechskantigen Bohrkopfs 11
erstreckt. Die Nebenschneidplatten 13 erstrecken sich ebenfalls
einander diagonal gegenüberliegend zwischen zwei Kanten des
sechskantigen Bohrkopfs 11, nämlich zwischen den Kanten 25, 26.
Die Anordnung ist allerdings insoweit unterschiedlich, als die
Nebenschneidplatten 13 in Fig. 4 um 120° und damit vorlaufend
angeordnet sind, während sie in Fig. 5 nur um 60° zur Haupt
schneidplatte 12 versetzt und damit nachlaufend angeordnet
sind. In beiden Fällen sind die Schneidplatten 12, 13 jeweils
optimal abgestützt. Die Nebenschneidplatten 13 der Fig. 4 wer
den allerdings höher belastet, als diejenigen der Fig. 5.
Die Fig. 6 zeigt einen Bohrer mit zwei Paaren von Neben
schneidplatten 13, wobei je zwei Platten 13 einander diagonal
gegenüberliegend von Kante 25 zu Kante 26 bzw. 28 zu 29 ange
ordnet sind. Infolgedessen sind alle Schneidplatten durch den
Bohrkopf optimal gegen beim Einsatz des Bohrers vorkommende Be
lastungen abgestützt, während die zwischen den Kanten liegenden
Seitenflächen 27 der Förderung des Bohrstaubs in den Schaftbe
reich des Bohrers dienen.
Claims (12)
1. Bohrer (10) für Gestein od. dgl., mit einer sich über die
gesamte Breite des Bohrkopfes (11) erstreckenden Haupt
schneidplatte (12), und mit insbesondere paarweise vorge
sehenen, im Winkel zur Hauptschneidplatte (12) angeordne
ten dünneren Nebenschneidplatten (13), dadurch gekenn
zeichnet, daß die Nebenschneidplatten (13) zumindest auf
einem Teil (14′) der Nebenschneidenlänge (14) in Bohrvor
schubrichtung (15) über die Schnittfläche (16) der Haupt
schneidplatte (12) vorstehen.
2. Bohrer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das
Vorstehen der Nebenschneidplatten (13) über die Schnitt
fläche (16) der Hauptschneidplatte (12) zumindest nahe dem
Bohrkopfumfang (17) vorgesehen ist.
3. Bohrer nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß
der Vorstand (18) einer Nebenschneidplatte (13) zum Bohr
kopfumfang (17) hin zunimmt.
4. Bohrer nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, da
durch gekennzeichnet, daß die Nebenschneidplatten (13) je
weils eine über die Schnittfläche (16) der Hauptschneid
platte (12) in Bohrvorschubrichtung (15) vorstehende Plat
tenspitze (19) aufweisen.
5. Bohrer nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, da
durch gekennzeichnet, daß die Nebenschneidplatte (13) zwei
einander parallele Kanten (20, 21) hat, die beide quer zur
Bohrerachse (22) übereinander angeordnet sind.
6. Bohrer insbesondere nach einem oder mehreren der Ansprüche
1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Bohrkopf (11)
sechskantigen Querschnitt hat.
7. Bohrer nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die
Hauptschneidplatte (12) zwischen den Seitenflächen (27)
des sechskantigen Bohrkopfs (11) angeordnet ist.
8. Bohrer nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß
die Nebenschneidplatten (13) einander diagonal gegenüber
liegend von Kante (25) zu Kante (26) des sechskantigen
Bohrkopfs (11) angeordnet sind.
9. Bohrer nach einem oder mehreren der Ansprüche 6 bis 8, da
durch gekennzeichnet, daß die Nebenschneidplatten (13)
senkrecht zu den Seitenflächen (27) des sechskantigen
Bohrkopfs (11) angeordnet sind.
10. Bohrer nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 9, da
durch gekennzeichnet, daß der Hauptschneidplatte (12) ein
einziges Paar Nebenschneidplatten (13) zugeordnet und ein
ander diagonal gegenüberliegend angeordnet ist.
11. Bohrer nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, daß der Hauptschneidplatte (12)
zwei Paar Nebenschneidplatten (13) zugeordnet und einander
diagonal gegenüberliegend von Kante (25, 28) zu Kante
(26, 29) oder senkrecht zu den Seitenflächen (27) des
sechskantigen Bohrkopfs (11) angeordnet sind.
12. Bohrer nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, daß die Nebenschneidplatten (13)
übliche fünfeckige Hartmetallplatten sind, die mit einer
Schmalkante (20) oder mit der Basiskante (30) über die
Schnittfläche (16) der Hauptschneidplatte (12) vorstehen.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE19934306981 DE4306981A1 (de) | 1993-03-05 | 1993-03-05 | Bohrer für Gestein oder dergleichen |
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| DE19934306981 DE4306981A1 (de) | 1993-03-05 | 1993-03-05 | Bohrer für Gestein oder dergleichen |
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|---|---|
| DE4306981A1 true DE4306981A1 (de) | 1994-09-08 |
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Family Applications (1)
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| DE19934306981 Withdrawn DE4306981A1 (de) | 1993-03-05 | 1993-03-05 | Bohrer für Gestein oder dergleichen |
Country Status (1)
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