DE4303221C2 - Verfahren zum Kalibrieren einer Werkzeugmaschine und Kalibrierwerkzeug - Google Patents
Verfahren zum Kalibrieren einer Werkzeugmaschine und KalibrierwerkzeugInfo
- Publication number
- DE4303221C2 DE4303221C2 DE19934303221 DE4303221A DE4303221C2 DE 4303221 C2 DE4303221 C2 DE 4303221C2 DE 19934303221 DE19934303221 DE 19934303221 DE 4303221 A DE4303221 A DE 4303221A DE 4303221 C2 DE4303221 C2 DE 4303221C2
- Authority
- DE
- Germany
- Prior art keywords
- axis
- tool
- rotation
- reference point
- calibration tool
- Prior art date
- Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
- Expired - Fee Related
Links
- 238000000034 method Methods 0.000 title claims description 25
- 230000001154 acute effect Effects 0.000 claims description 2
- 238000007373 indentation Methods 0.000 claims 1
- 238000013459 approach Methods 0.000 description 3
- 238000005553 drilling Methods 0.000 description 3
- 238000012937 correction Methods 0.000 description 2
- 238000006073 displacement reaction Methods 0.000 description 2
- 238000003754 machining Methods 0.000 description 2
- 230000000903 blocking effect Effects 0.000 description 1
- 238000006243 chemical reaction Methods 0.000 description 1
- 230000001419 dependent effect Effects 0.000 description 1
- 230000006870 function Effects 0.000 description 1
- 239000000463 material Substances 0.000 description 1
- 230000013011 mating Effects 0.000 description 1
- 238000005259 measurement Methods 0.000 description 1
- 238000012545 processing Methods 0.000 description 1
- 238000005096 rolling process Methods 0.000 description 1
- 239000000523 sample Substances 0.000 description 1
Classifications
-
- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B23—MACHINE TOOLS; METAL-WORKING NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
- B23Q—DETAILS, COMPONENTS, OR ACCESSORIES FOR MACHINE TOOLS, e.g. ARRANGEMENTS FOR COPYING OR CONTROLLING; MACHINE TOOLS IN GENERAL CHARACTERISED BY THE CONSTRUCTION OF PARTICULAR DETAILS OR COMPONENTS; COMBINATIONS OR ASSOCIATIONS OF METAL-WORKING MACHINES, NOT DIRECTED TO A PARTICULAR RESULT
- B23Q17/00—Arrangements for observing, indicating or measuring on machine tools
- B23Q17/22—Arrangements for observing, indicating or measuring on machine tools for indicating or measuring existing or desired position of tool or work
Landscapes
- Engineering & Computer Science (AREA)
- Mechanical Engineering (AREA)
- Length Measuring Devices With Unspecified Measuring Means (AREA)
- Numerical Control (AREA)
Description
Die Erfindung betrifft
ein Verfahren zum Kalibrieren einer Werkzeugmaschi
ne und ein Kalibrierwerkzeug zur Durchführung
des Verfahrens.
Aus der EP 0 283 486 B1 ist ein Kalibrierwerkzeug
und ein Verfahren zum Kalibrieren einer Werkzeug
maschine bekannt. Das Kalibrierwerkzeug ist dabei
ein Würfel bekannter Abmessungen, der von einem
Taster abgetastet wird.
Für viele Bearbeitungsvorgänge werden Werkzeugma
schinen eingesetzt, welche einen Ausleger aufwei
sen, der um eine Drehachse verschwenkbar ist und an
dessen Ende ein längs des Auslegers verschiebbares
Werkzeug angeordnet ist. Die Position des Werkzeu
ges entlang der Längsachse wird durch ein Längen
meßsystem am Ausleger sowie der Schwenkwinkel durch
einen Drehgeber an der Achse erfaßt. Die Längsposi
tion sowie der Schwenkwinkel des Auslegers werden
einer Positionsanzeige oder einer Steuerungsein
richtung als Polarkoordinaten R, Θ zugeführt. Zur
Erleichterung der Bedienung der Werkzeugmaschine
werden diese Polarkoordinaten R, Θ von der Posi
tionsanzeige oder der Steuereinrichtung in karte
sische Koordinaten X, Y umgerechnet, die sich auf
ein Koordinatensystem des Werkstückes beziehen.
Die Position des Werkzeuges kann nur dann richtig
erfaßt werden, wenn die Position der Drehachse be
kannt ist. Ebenso muß ein evtl. vorliegender seit
licher Versatz des Auslegers relativ zur Drehachse
berücksichtigt werden. Diese Werte variieren von
Werkzeugmaschine zu Werkzeugmaschine sehr.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein
Verfahren zum Kalibrieren
einer Werkzeugmaschine und ein Kalibrierwerkzeug
anzugeben. Es soll die Position einer Drehachse
sowie der seitliche Versatz eines Auslegers relativ
zur Drehachse sehr genau und auf einfache Weise
ermittelt werden können.
Diese Aufgabe wird durch die in den Ansprüchen 1, 6
und 7 angegebenen Merkmalen gelöst.
Das Kalibrierwerkzeug gemäß der Erfindung hat den
Vorteil, daß es sehr leicht handhabbar ist und die
benötigten Werte durch wenige Verfahrensschritte
ermittelt werden können. Ein weiterer Vorteil be
steht darin, daß bei dem Kalibrierverfahren die
Meßsysteme der Werkzeugmaschine selbst Verwendung
finden und somit keine aufwendigen externen Meßein
richtungen erforderlich sind.
Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteran
sprüchen angegeben.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand der in den
Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiele er
läutert.
Es zeigt
Fig. 1 schematisch eine Radialbohrmaschi
ne mit einer Positionsanzeige,
Fig. 2 ein zu bearbeitendes Werkstück,
Fig. 3 ein Kalibrierwerkzeug gemäß der
Erfindung,
Fig. 4 die Lage des Kalibrierwerkzeuges
bei dem Kalibrierverfahren zur
Ermittlung der Drehachse und des
Versatzes des Auslegers und
Fig. 5 die Lage des Kalibrierwerkzeuges
bei dem Kalibrierverfahren zur
Ermittlung der Auflösung des Dreh
gebers.
Die Erfindung ist besonders vorteilhaft bei einer
in Fig. 1 gezeigten Radialbohrmaschine anwendbar.
Ein Spindelstock 2 mit einem Werkzeug 3 ist bei
dieser Art von Werkzeugmaschine an einem Ausleger 4
befestigt, der um die Achse A einer Rundsäule 5
schwenkbar ist. Der Spindelstock 2 ist radial längs
des Auslegers 4 verschiebbar. Der Schwenkwinkel Θ
des Auslegers 4 wird von einem Drehgeber 6 erfaßt,
der im gezeigten Beispiel nachträglich angebaut ist
und von einem am Umfang der Rundsäule 5 abrollenden
Reibrad 7 angetrieben wird. Die Verschiebung R des
Spindelstockes 2 entlang der Längsachse wird mit
Hilfe eines Längenmeßsystemes 8 erfaßt. Die posi
tionsabhängigen Signale des Drehgebers 7 und des
Längenmeßsystemes 8 werden einer Positionsanzeige 1
zugeführt.
Die Positionsanzeige 1 weist eine Vielzahl von Ta
sten auf, von denen nur die wichtigsten dargestellt
und erläutert werden. Soll beispielsweise das in
Fig. 2 dargestellte Werkstück 9 bearbeitet werden,
indem im Punkt P eine Bohrung eingebracht wird, so
werden als erster Schritt die Soll-Koordinaten X, Y
des Punktes P eingegeben. Diese Eingabe erfolgt
über die Tasten der Positionsanzeige 1. Die Soll-
Koordinaten X = 50 mm und Y = 20 mm können direkt von
einer Werkstückzeichnung übernommen werden und be
ziehen sich auf ein kartesisches Koordinatensystem,
dessen Ursprung der Werkstücknullpunkt WNP ist. Die
eingegebenen Koordinatenwerte werden einer Spei
chereinheit der Positionsanzeige 1 zugeführt und an
Anzeigefeldern angezeigt. Die Koordinatenwerte X, Y
werden in einem Koordinatenwandler in Polarkoordi
naten R, Θ umgewandelt, die sich auf das Koordina
tensystem der Radialbohrmaschine beziehen. Der Ur
sprung dieses Koordinatensystemes ist der Maschi
nennullpunkt MNP auf der Drehachse A der Rundsäule
5.
Diese Polarkoordinaten R, Θ werden bei der Bear
beitung in Form von noch zu verfahrenden Radius-
und Winkelwerten in den Anzeigefeldern angezeigt.
Die Bedienperson führt das Werkzeug 3 zum Punkt P,
indem sie den Ausleger 4 um den im Anzeigefeld
sichtbaren Winkelwert Θ schwenkt, bis im Anzeige
feld der Restweg "0" erscheint. Danach erfolgt die
Verschiebung des Auslegers 4 um den angezeigten
Restweg R. Es ist auch möglich, zuerst den
Ausleger 4 zu verschieben und nachfolgend zu ver
schwenken. Besonders vorteilhaft ist es, wenn eine
Bewegung jeweils nur in einer Achse möglich ist,
indem eine der Achsen blockiert wird. Nach Er
reichen der Zielposition P werden beide Achsen,
also die Schwenk- und Radialbewegung des Werkzeuges
3 blockiert und eine Längsbewegung des Werkzeuges 3
nach Maßgabe eines eingegebenen Z-Koordinatenwertes
durchgeführt.
Um die Position des Maschinennullpunktes MNP, d. h.
die Position der Drehachse A sowie den seitlichen
Versatz V des Auslegers 4 zu erfassen, ist das in
Fig. 3 gezeigte Kalibrierwerkzeug 10 vorgesehen.
Dieses Kalibrierwerkzeug 10 besteht aus einem
Flachmaterial mit zwei Schenkeln S1, S2, die einen
spitzen Winkel 2 . τ einschließen. In der Verlänge
rung der Winkelhalbierenden H ist am Scheitelpunkt
S der Schenkel S1, S2 ein Stab S3 mit zwei vonein
ander beabstandeten Bohrungen B1, B2 vorgesehen.
Die Mittelpunkte der Bohrungen B1, B2 liegen auf
der Winkelhalbierenden H. Die Abstände L1, L2 der
Bohrungen B1, B2 vom Scheitelpunkt S sind bekannt.
Jeder Mittelpunkt der Bohrungen B1, B2 bildet einen
exakten Bezugspunkt des Kalibrierwerkzeuges. An
stelle der Bohrungen B1, B2 können auch nur Vertie
fungen - vorzugsweise kegelige Vertiefungen - als
Bezugspunkte vorgesehen werden, die beim nachfol
gend beschriebenen Kalibrierverfahren hochgenau mit
einer Körnerspitze angefahren werden können. Ebenso
können die Bezugspunkte auf der Winkelhalbierenden
auch durch andere Anschlagflächen oder Paßflächen
an dem Kalibrierwerkzeug festgelegt sein.
Das Kalibrierwerkzeug 10 besteht im gezeigten Bei
spiel aus einem Stück. Es kann aber auch so ge
staltet sein, daß es aus mehreren Teilen besteht,
die miteinander verbunden sind. Das Kalibrierwerk
zeug 10 ist besonders vielseitig einsetzbar, wenn
auf der Winkelhalbierenden H eine Vielzahl von Boh
rungen vorgesehen sind, von denen der Anwender die
für die zu vermessende Werkzeugmaschine geeigneten
auswählen kann. Weiterhin ist es vorteilhaft, wenn
die Schenkel S1, S2 und/oder der Stab S3 teleskop
artig verlängerbar ausgebildet sind.
Die Schenkel S1, S2 und/oder der Stab S3 können
aber auch durch steck- bzw. schraubbare Verlänge
rungsstücke verlängert werden.
Der Winkel τ ist ein beliebiger Winkel zwischen 0
und 90°, vorzugsweise aber etwa 45°.
Um die Position der Drehachse A, also den Drehmit
telpunkt A zu ermitteln, wird das Kalibrierwerkzeug
10 flach auf den Werkstücktisch der zu kalibrieren
den Werkzeugmaschine gelegt und mit den beiden
Schenkeln S1, S2 an den Umfang der Rundsäule 5 her
angeführt, so daß es an zwei Punkten daran zur An
lage kommt. Die Innenflächen der Schenkel S1, S2
bilden dabei Bezugsflächen.
Ausgehend von einem Referenzpunkt werden aufeinan
derfolgend die zwei Bohrungen B1, B2 angefahren.
Hierzu ist im Spindelstock 2 ein Paßstift als Werk
zeug eingespannt. Bei Verwendung eines inkrementa
len Längenmeßsystemes 8 wird hierzu im ersten Ver
fahrensschritt eine Referenzmarke Ref als Referenz
punkt überfahren und der Positionszähler Null ge
setzt. Bei geklemmter Schwenkachse wird mit dem
Paßstift als nächster Verfahrensschritt die erste
Bohrung B1 angefahren und die dabei verfahrene
Strecke P1 festgehalten (Fig. 4). Als nächster
Verfahrensschritt wird der am Ausleger 4 befestigte
Paßstift in die Bohrung B2 eingeführt und die dabei
verfahrene Strecke P2 ebenfalls in einem Speicher
festgehalten.
Die Strecken P1, P2 der Längsachse sowie die Posi
tionen POS1, POS2 des Kalibrierwerkzeuges 10 bei
diesen Verfahrensschritten sind in Fig. 4 im De
tail dargestellt.
In einer Recheneinheit, die Bestandteil der Posi
tionsanzeige 1 ist, werden die gesuchten Werte be
rechnet.
Der Abstand L0 vom Scheitelpunkt S zur Drehachse A
ergibt sich aus dem bekannten Winkel τ sowie dem
bekannten Radius R1 der Rundsäule 5:
Die bekannten Abstände L0, L1, L2 sowie die abge
speicherten Strecken P1, P2 ergeben ein Dreieck mit
drei Seiten bekannter Länge. über trigonometrische
Funktionen (Cosinussatz) läßt sich daraus der Win
kel α berechnen:
wobei X der zum Ausleger 4 und somit zur Längsachse
parallele Abstand zwischen der Drehachse A und der
Bohrung B2 ist.
Die Absolutposition des Auslegers 4 am Ort der Re
ferenzmarke Ref ergibt sich somit aus
Ref = X - P2
Dieser Wert wird ebenfalls abgespeichert, so daß er
bei späteren Bearbeitungsverfahren zur Verfügung
steht. Beim Überfahren der Referenzmarke Ref wird
dann jedesmal der Positionszähler auf den Wert Ref
gesetzt.
Der Versatz V wird ebenfalls aus den bekannten Wer
ten berechnet und abgespeichert:
V = sinα . (L0 + L2)
Aus diesen berechneten Werten kann somit durch eine
weitere Berechnung der tatsächliche Positionswert R
für jede beliebige Position XP ermittelt werden. Da
der zuvor ermittelte Versatz V bei allen Positionen
XP des Auslegers konstant ist, ergibt sich für
R = √V² + XP²
XP ist dabei der absolute Meßwert, der bei der Ver
schiebung des Auslegers 4 vom Längenmeßsystem 8
erfaßt wird und am Positionszähler ansteht. Der
Positionswert R ist der Radiuswert für den Punkt
XP, bezogen auf die Drehachse A.
Der zur Korrektur benötigte Korrekturwinkel ΘK für
einen beliebigen Punkt XP berechnet sich aus
Der für die Ausleger- bzw. Werkzeugposition XP zu
berücksichtigende Winkel Θ ergibt sich somit aus
Θ = ΘG + ΘK
wobei ΘG der vom Drehgeber 6 erfaßte Schwenkwinkel
des Auslegers 4 um die Drehachse A ist.
Die für jede Werkzeugmaschine individuellen Werte
Ref, V und ΘK werden abgespeichert und stehen beim
Betrieb der Werkzeugmaschine jederzeit für weitere
Berechnungen zur Verfügung.
Erst mit den auf die tatsächliche Drehachse A bezo
genen Werten Θ und R ist eine korrekte Koordinaten
wandlung in kartesische Koordinaten möglich.
Zur Bedienerführung kann in der Positionsanzeige 1
ein Kalibrierprogramm abgelegt sein, mit dem die
benötigten Eingabewerte angefordert werden. Nach
den Eingaben werden dann die noch fehlenden Werte
von der Positionsanzeige 1 berechnet.
Zusammengefaßt sind zur Kalibrierung folgende
Verfahrensschritte erforderlich:
- 1. Eingabe der Werte τ, R1, L1, L2
- 2. Berechnung von L0
- 3. Anfahren des Referenzpunktes Ref
- 4. Anfahren eines ersten Bezugspunktes B1
- 5. Abspeichern von P1
- 6. Anfahren eines zweiten Bezugspunktes B2
- 7. Abspeichern von P2
- 8. Berechnung von Ref (absolut)
- 9. Berechnung von V
- 10. Berechnung von ΘK
- 11. Berechnung von R und Θ
Mit dem Kalibrierwerkzeug 10 ist zusätzlich die
Winkelauflösung des verwendeten Drehgebers 6 er
mittelbar. Die Auflösung ist dabei das kleinste,
durch das Meßsystem erfaßbare Inkrement zur Unter
scheidung zweier diskreter Positionen. Es wird also
mit dem Kalibrierwerkzeug 10 ermittelt, welcher
Winkelwert einem Zählimpuls entspricht.
Wie in Fig. 5 dargestellt ist, wird das Ka
librierwerkzeug 10 nahezu rechtwinkelig zur Längs
achse des Auslegers 4 positioniert. Es werden auf
einanderfolgend die beiden Bohrungen B1, B2 ange
fahren und dabei die vom Ausleger verfahrenen Wege
W1 und W2 erfaßt und abgespeichert. Der dabei vom
Ausleger 4 verschwenkte Winkel β wird aus diesen
beiden Wegen W1, W2 und dem bekannten Abstand
(L2 - L1) der beiden Bohrungen B1, B2 berechnet (Co
sinussatz):
Aus diesem berechneten Ist-Winkel β und dem vom
Drehgeber 6 erfaßten Winkel Θ wird die effektive
Winkel-Auflösung berechnet.
Die durch diese Verfahrensschritte berechnete ef
fektive Auflösung muß besonders dann ermittelt wer
den, wenn der Drehgeber 6 über ein Reibrad 7 oder
ein anderes Getriebe angetrieben wird. Ist der
Drehgeber auf der Drehachse A montiert, erübrigt
sich diese Berechnung in den meisten Fällen, da der
Ist-Winkel β dann exakt dem vom Drehgeber 6 er
faßten Winkel Θ entspricht.
Anstelle der Rundsäule 5 kann auch die Oberfläche
eines Lagers der Rundsäule 5 Anschlagflächen für
die Schenkel S1, S2 bilden.
Anstelle des Paßstiftes zum Anfahren der Bohrungen
B1, B2 kann auch ein bekannter Tastkopf eingesetzt
werden.
Wird ein Kalibrierwerkzeug 10 mit mehr als zwei
Bohrungen B1, B2 verwendet, dann können mehrere
Werte für Ref und V ermittelt werden. Der Mittel
wert dieser Werte wird vorteilhafterweise zur Be
rechnung von R und Θ für einen beliebig anzufahren
den Punkt XP verwendet.
Die Verwendung des Kalibrierwerkzeuges 10 wurde am
Beispiel der Radialbohrmaschine erläutert. Das Ka
librierwerkzeug 10 kann aber auch dazu dienen, die
Drehachse und den Versatz einer anderen Werkzeug
maschine zu ermitteln. Die Erfindung kann somit
auch bei Robotern bzw. Handhabungsgeräten einge
setzt werden, die als Arm einen verschiebbaren
Ausleger (lineare Achse) aufweisen, der um eine
Drehachse schwenkbar ist.
Claims (12)
1. Verfahren zum Kalibrieren einer Werkzeugmaschine, welche eine
Längsachse aufweist, die um eine
Drehachse einer Rundsäule schwenkbar ist und längs der ein Werkzeughalter radial zur Drehachse
verfahrbar ist, gekennzeichnet durch
folgende Verfahrensschritte,
- a) in Kontakt Bringen zueinander gerichteter Bezugsflächen zweier Schenkel (S1, S2) eines Kalibrierwerkzeuges (10) mit der Rundsäule (5),
- b) nacheinander Anfahren von mindestens zwei voneinander beabstandeten Bezugspunkten (B1, B2) des Kalibrierwerkzeuges (10) mit einem an der Längsachse angeordneten Werkzeug und Abspeichern der an den Bezugspunkten (B1, B2) erfaßten Strecken (P1, P2) der Längsachse, wobei die Bezugspunkte (B1, B2) auf der Verlängerung der die Schenkel (S1, S2) einschließenden Winkelhalbierenden (H) angeordnet sind,
- c) Berechnen des Versatzes (V) der Längsachse von der Drehachse (A) mit Hilfe der abgespeicherten Strecken (P1, P2), der Maße der Bezugsflächen und Bezugspunkte (B1, B2) des Kalibrierwerkzeugs (10) sowie des Radius der Rundsäule (5) und Abspeichern des berechneten Versatzes (V).
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Drehachse (A) während des Kalibriervorganges geklemmt ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Strecken
(P1, P2) von einem Referenzpunkt (Ref) eines Längenmeßsystemes (8)
ausgehend gemessen werden, und daß mit Hilfe der Strecken (P1, P2)
die Absolutposition des Referenzpunktes (Ref) bezogen auf die
Drehachse (A) berechnet wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in einer
Recheneinheit aus dem Versatz (V) für jede beliebige Position (XP) der
Längsachse der auf die Drehachse (A) bezogene Radiuswert
R = V2 + XP2
berechnet wird.
R = V2 + XP2
berechnet wird.
5. Verfahren zum Kalibrieren einer Werkzeugmaschine nach Anspruch 1,
gekennzeichnet durch folgende Verfahrensschritte:
- a) Eingabe der bekannten Maße der Bezugsflächen und Bezugspunkte des Kalibrierwerkzeuges (10):
- - Winkel (τ), den die beiden Schenkel (S1, S2) einschließen
- - Abstand (L1) vom Scheitelpunkt (S) der Schenkel (S1, S2) zum ersten Bezugspunkt (B1),
- - Abstand (L2) vom Scheitelpunkt (S) zum zweiten Bezugspunkt
(B2),
- a) Eingabe des Radiuswertes (R1) der Rundsäule,
- b) Berechnung des Abstandes (L0) zwischen Drehachse (A) der Rundsäule (5) und dem Scheitelpunkt (S).
- c) Anfahren eines Referenzpunktes (Ref) auf der Längsachse,
- d) Anfahren eines ersten Bezugspunktes (B1) des Kalibrierwerkzeuges (10) mit einem Werkzeug der Werkzeugmaschine,
- e) Abspeichern der dabei zurückgelegten Strecke (P1) zwischen dem Referenzpunkt (Ref) und dem ersten Bezugspunkt (B1),
- f) Anfahren eines zweiten Bezugspunktes (B2),
- g) Abspeichern der dabei zurückgelegten Strecke (P2) zwischen dem Referenzpunkt (Ref) und dem zweiten Bezugspunkt (B2),
- h) Berechnung des Abstandes des Referenzpunktes (Ref) zum Drehpunkt (A),
- i) Berechnung des Versatzes (V) zwischen der Drehachse (A) und der Längsachse.
6. Verfahren zum Kalibrieren einer Werkzeugmaschine, welche eine
Längsachse aufweist, die um eine
Drehachse einer Rundsäule schwenkbar ist und längs der ein Werkzeughalter radial zur Drehachse verfahrbar ist, wobei der Schwenkwinkel
von einem Drehgeber erfaßt wird, dadurch gekennzeichnet, daß ein
Kalibrierwerkzeug (10) vorgesehen ist, das mehrere voneinander
beabstandete Bezugspunkte (B1, B2) aufweist, wobei
- a) der erste Bezugspunkt (B1) mit einem an der Längsachse angebrachten Werkzeug angefahren wird und dabei der Abstand (W1) zwischen der Drehachse (A) und dem ersten Bezugspunkt (B1) erfasst und abgespeichert wird,
- b) nachfolgend durch Verschwenken des Werkzeuges um die Drehachse der zweite Bezugspunkt (B2) angefahren wird und dabei der Abstand (W2) zwischen der Drehachse (A) und dem zweiten Bezugspunkt (B2) sowie der vom Drehgeber (6) erfaßte Schwenkwinkel (ΘG) erfaßt und abgespeichert wird,
- c) weiterhin aus den beiden erfaßten Abständen (W1, W2) und dem vorgegebenen gegenseitigen Abstand der beiden Bezugspunkte (B1, B2) der tatsächliche Schwenkwinkel (β) berechnet wird und
- d) aus dem gemessenen Schwenkwinkel (ΘG) und dem berechneten Schwenkwinkel (β) die Winkelauflösung des Drehgebers (6) ermittelt und abgespeichert wird.
7. Kalibrierwerkzeug für eine Werkzeugmaschine zur Durchführung des
Verfahrens nach Anspruch 1 oder Anspruch 6, dadurch
gekennzeichnet, daß das Kalibrierwerkzeug (10) zwei Schenkel (51,
52) mit Bezugsflächen aufweist, die einen spitzen Winkel (2 . τ)
einschließen, und daß auf der Verlängerung der Winkelhalbierenden
(H) mehrere voneinander beabstandete antastbare Bezugspunkte (B1,
B2) vorgesehen sind.
8. Kalibrierwerkzeug nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die
Bezugspunkte (B1, B2) an einem Stab (S3) vorgesehen sind, der am
Scheitelpunkt (S) der beiden Schenkel (S1, S2) angebracht ist und
entlang der Winkelhalbierenden (H) verläuft.
9. Kalibrierwerkzeug nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die
Bezugspunkte Bohrungen (B1, B2) sind.
10. Kalibrierwerkzeug nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die
Bezugspunkte Vertiefungen sind.
11. Kalibrierwerkzeug nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß es
mit den Schenkeln (S1, S2) und mit dem Stab (S3) einstückig
ausgebildet ist.
12. Kalibrierwerkzeug nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die
Schenkel und/oder der Stab verlängerbar sind.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19934303221 DE4303221C2 (de) | 1993-02-04 | 1993-02-04 | Verfahren zum Kalibrieren einer Werkzeugmaschine und Kalibrierwerkzeug |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19934303221 DE4303221C2 (de) | 1993-02-04 | 1993-02-04 | Verfahren zum Kalibrieren einer Werkzeugmaschine und Kalibrierwerkzeug |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4303221A1 DE4303221A1 (de) | 1994-08-18 |
| DE4303221C2 true DE4303221C2 (de) | 2001-10-11 |
Family
ID=6479652
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19934303221 Expired - Fee Related DE4303221C2 (de) | 1993-02-04 | 1993-02-04 | Verfahren zum Kalibrieren einer Werkzeugmaschine und Kalibrierwerkzeug |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4303221C2 (de) |
Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DD46611A (de) * | ||||
| EP0283486B1 (de) * | 1986-09-16 | 1991-12-11 | RENISHAW plc | Verfahren zur eichung einer werkzeugmaschine |
-
1993
- 1993-02-04 DE DE19934303221 patent/DE4303221C2/de not_active Expired - Fee Related
Patent Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DD46611A (de) * | ||||
| EP0283486B1 (de) * | 1986-09-16 | 1991-12-11 | RENISHAW plc | Verfahren zur eichung einer werkzeugmaschine |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE4303221A1 (de) | 1994-08-18 |
Similar Documents
| Publication | Publication Date | Title |
|---|---|---|
| EP1696289B1 (de) | Verfahren zum Vermessen einer programmgesteuerten Werkzeugmaschine | |
| DE2537328C2 (de) | Meßeinrichtung und Verfahren zum Bestimmen des Krümmungsradius der gekrümmten Fläche eines Prüflings oder des Abstandes zwischen zwei Flächen | |
| DE2535347C2 (de) | Verfahren zum Messen von zylindrisch gestalteten Flächen | |
| DE2934347C2 (de) | Verfahren und Prüfgerät zum Prüfen des Zahnflankenprofils von Zahnrädern großen Durchmessers | |
| EP0494430B1 (de) | Verfahren zur Messung des Durchmessers von Zylindern, insbesondere von Walzen | |
| EP0123956B1 (de) | Rundschleifmaschine zum Aussen- und Innenschleifen mit NC-Steuerung | |
| EP3453487B1 (de) | Verfahren zum positionieren eines mittelpunkts auf einer geometrischen achse bei einer werkzeugmaschine | |
| DE1945017B2 (de) | Vorrichtung zum einstellen des arbeitspunktes eines in einem werkzeugtraeger befestigten werkzeuges | |
| DD281455A5 (de) | Verfahren und vorrichtung zur teilungspruefung von zahnraedern | |
| EP0729005B1 (de) | Messvorrichtung zur Kontrolle der geometrischen und dynamischen Genauigkeit von NC-Werkzeugmaschinen und Industrierobotern | |
| DE60128574T2 (de) | Verfahren zur Kalibrierung eines Messgerätes | |
| CH668841A5 (de) | Verfahren zur bestimmung der position eines werkstueckes in einer nc-gesteuerten maschine sowie eine nc-gesteuerte maschine zur durchfuehrung eines solchen verfahrens. | |
| DE3320983C2 (de) | Transportables Gerät zur Prüfung des Zahnflankenprofils und der Zahnflankenlinien (Zahnschräge) von Zahnrädern auf Verzahnmaschinen oder Zahnflankenschleifmaschinen sowie zur Positionierung dieses Gerätes und zum Orientieren des Meßtasters an der Verzahnung für den Meßvorgang | |
| EP3314203A1 (de) | Adapterelement zur montage einer drehvorrichtung im messraum eines koordinatenmessgeräts | |
| EP1366394A2 (de) | Verfahren und vorrichtung zum vermessen und bearbeiten von werkstücken | |
| DE19534425A1 (de) | Koordinatenmeßgerät, dessen Taster über mehrere Drehachsen beweglich gelagert ist | |
| DE19738096A1 (de) | Verfahren und Vorrichtung zur Positionierung eines Werkzeugs | |
| DE4303221C2 (de) | Verfahren zum Kalibrieren einer Werkzeugmaschine und Kalibrierwerkzeug | |
| DE69001787T2 (de) | Vorrichtung zum automatischen Dimensionsmessen von Rotationskörper. | |
| EP0315575A1 (de) | Verfahren und Messvorrichtung zur Durchmesserermittlung von Walzen | |
| DE4233908C2 (de) | Positionsanzeige | |
| AT399396B (de) | Verfahren zur bestimmung des achsenverlaufes eines langgestreckten gegenstandes | |
| DE9301540U1 (de) | Kalibrierwerkzeug | |
| DE4301486C1 (de) | Vorrichtung zur automatischen Kompensation von Ungenauigkeiten an Schleifmaschinen | |
| DE102020208567A1 (de) | Kalibrieren eines Referenzkörpers für die Führungsfehlerermittlung einer Maschinenachse |
Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| OP8 | Request for examination as to paragraph 44 patent law | ||
| 8125 | Change of the main classification |
Ipc: B23Q 17/22 |
|
| D2 | Grant after examination | ||
| 8364 | No opposition during term of opposition | ||
| 8339 | Ceased/non-payment of the annual fee |