DE4302475A1 - Verfahren zum Honen von Oberflächen - Google Patents
Verfahren zum Honen von OberflächenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Honen von Oberflä
chen.
An die Schneidbeläge, mit denen die Honbearbeitung von Ober
flächen durchgeführt wird, wird immer mehr die Anforderung
gestellt, daß sie eine lange Lebensdauer aufweisen, so daß
die Kosten sich verringern. Es sollen beispielsweise mit nur
einem einzigen Belag 20 bis 50.000 Bohrungen durchgeführt
werden können. Um dies zu erreichen, muß man Schneidbeläge
mit einer harten Bindung verwenden. Die harte Bindung beein
trächtigt jedoch das freie Schneiden der Schneidkörner. Ein
gutes Schneiden ist unvereinbar mit einer langen Lebensdauer
des Belags.
Es wird daher versucht, die Belaghärte so einzustellen, daß
ein freies Schärfen gerade noch auftritt. Das exakte Einhal
ten einer solchen Belaghärte und/oder Bindungshärte ist
jedoch relativ schwierig. Wird der Belag zu hart, so schnei
det er zu schlecht, so daß nach der üblichen Zeit das ge
wünschte Maß noch nicht erreicht ist. Ein Abweichen in andere
Richtung führt dagegen dazu, daß der Schneidbelag zu scharf
ist und daher zu schnell schneidet, was zu einer rauhen
Oberfläche führt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum
Regeln der Honzeit bzw. der Oberflächengüte einer gehonten
Oberfläche zu schaffen, bei dem die Störeinflüsse der
Schneidbeläge weitgehend ausgeschaltet werden.
Zur Lösung dieser Aufgabe schlägt die Erfindung ein Verfahren
mit den Merkmalen des Anspruchs 1 vor. Weiterbildungen sind
Gegenstand der Unteransprüche.
Der Zustelldruck wird so eingestellt, daß bei einer angenom
menen Belaghärte eine vorgegebene Zerspanleistung erreicht
wird. Das Intervall des Abtrags bzw. der Zerspanleistung wird
ebenfalls so gewählt, daß die angenommene Zerspanleistung in
diesem Bereich liegt. Im Normalfall wird also die Honbearbei
tung ohne Korrektur des Anpreßdrucks durchgeführt. Stellt man
aber bei dem Vergleich fest, daß die Zerspanleistung höher
ist als erwartet, so kann man daraus schließen, daß der
Schneidbelag zu scharf ist und daher zu einer zu rauhen
Oberfläche führt. Erfindungsgemäß wird daher in diesem Fall
der Anpreßdruck verringert. Damit ändert sich zwar nicht die
Schärfe des Schneidbelags, aber durch den geringeren Zustell
druck wird eine geringere Schneidleistung und damit eine
glattere Oberfläche erreicht.
Wenn andererseits die gemessene Zerspanleistung zu niedrig
ist, bedeutet dies, daß die Zerspanleistung des Schneidbelags
zu gering ist und die vorgegebene Honzeit überschritten wird.
Hier wird nun erfindungsgemäß der Druck erhöht, was zu einem
Aufreißen des Schneidbelags und zu einer Neuorientierung der
Körner des Belags führt.
Der bei festgestellten Abweichungen veränderte Druck bleibt
dann jeweils wieder für eine gewisse Zeit eingestellt, bis
die Messungen ergeben, daß eine nochmalige Veränderung in der
gleichen oder in der umgekehrten Richtung erforderlich ist.
Geregelt wird also eigentlich der Werkstoffabtrag pro
Zeiteinheit. Dieser Wert soll innerhalb eines bestimmten
Bereichs liegen. Man geht davon aus, daß die Oberflächen
qualität gut ist, wenn dieses Verhältnis von Werkstoffabtrag
zur Zeit in einem bestimmten Wertebereich liegt.
Erfindungsgemäß kann vorgesehen sein, daß die Änderung des
Zustelldrucks stufenweise erfolgt. Es kann insbesondere
vorgesehen sein, daß bei deutlicher Abweichung der Meßwerte
von dem voreingestellten Intervall eine größere Veränderung
des Zustelldrucks erfolgt als bei kleineren Abweichungen.
Eine Möglichkeit zur Messung des Abtrags pro Zeiteinheit kann
darin bestehen, die für einen bestimmten Abtrag benötigte
Zeit zu messen. Es ist aber ebenfalls möglich, in regelmäßi
gen zeitlichen Abständen, z. B. alle 2 sec die Differenzen
in dem Maß der Oberfläche zu messen und daraus die Zerspan
leistung zu berechnen. Ebenfalls möglich ist es, die Zahl der
Zustellschritte zu zählen.
Erfindungsgemäß kann vorgesehen sein, daß die Messung bei der
Bearbeitung eines Werkstücks erst nach einer gewissen Anfahr
phase erfolgt. So kann beispielsweise vorgesehen sein, daß
man erst nach einer Anlaufzeit von beispielsweise 10 Sekun
den, in der sich reproduzierbare Ergebnisse erst eingestellt
haben, mit der Messung begonnen wird.
Es kann erfindungsgemäß vorgesehen sein, daß die Messung bei
der Bearbeitung eines Werkstücks mehrmals durchgeführt wird.
Dies macht es möglich, den Zustelldruck schon während der
Bearbeitung des Werkstücks zu ändern, bei dem das Herausfal
len der Zerspanleistung aus dem voreingestellten Intervall
festgestellt wird.
Es kann natürlich auch vorgesehen sein, die Änderung des
Zustelldrucks mehrfach während der Bearbeitung eines Werk
stücks durchzuführen.
Da die Schneidleistung der Honsteine sich im Normalfall
relativ langsam ändert, kann erfindungsgemäß in Weiterbildung
der Erfindung vorgesehen sein, daß die Änderung des Zustell
drucks erst nach der Bearbeitung des Werkstücks und vor der
Bearbeitung des nächsten Werkstücks erfolgt. In diesem Fall
braucht man auch pro Werkstück nur eine einzige Messung
durchzuführen, was ggf. apparativ einfacher durchzuführen
ist.
Um einzelne Ausreißer bei den Meßwerten auszuschalten, die
beispielsweise auch durch Fehler im Werkstück verursacht sein
können, kann erfindungsgemäß in Weiterbildung der Erfindung
vorgesehen sein, daß die Änderung des Zustelldrucks erst dann
durchgeführt wird, wenn mehrere aufeinanderfolgende Messungen
der Zerspanleistung eine Abweichung des Meßwertes etwa in
gleicher Höhe ergeben.
Was im Vorhergehenden für die Änderung des Zustelldrucks des
Honwerkzeugs gesagt wurde, kann erfindungsgemäß auch für die
Änderung der Drehzahl der Honbearbeitung oder die Änderung
der Hubgeschwindigkeit der Honbearbeitung gelten.
Auch in diesem Fall ist es möglich, die sich ändernde
Schneidleistung des Schneidbelags zu erkennen und durch
entsprechende Änderung der Geschwindigkeiten zu eliminieren.
Insbesondere kann natürlich vorgesehen sein, die Hubgeschwin
digkeit und die Drehgeschwindigkeit der Honbearbeitung
gleichzeitig zu ändern, damit der gewünschte Überschneidungs
winkel erhalten bleibt.
Erfolgt die Zustellung des Honwerkzeugs mithilfe eines
Schrittmotors, so kann zur Veränderung des Anpreßdrucks die
Frequenz der Ansteuerungsimpulse des Schrittmotors verändert
werden.
Weitere Merkmale, Einzelheiten und Vorzüge der Erfindung
ergeben sich aus der folgenden Beschreibung einer bevorzugten
Ausführungsform der Erfindung sowie anhand der Zeichnung.
Hierbei zeigt
Fig. 1 ein Diagramm, in dem der Zusammenhang zwischen
Änderung des Zustelldrucks und der Bearbei
tungszeit für eine bestimmte Zerspanleistung
aufgetragen ist;
Fig. 2 ein vereinfachtes Diagramm des gleichen
Vorgangs.
In der Figur ist auf der Abszisse die Honzeit für eine be
stimmte feste Zerspanleistung aufgetragen. Die Ordinate
zeigt den Zustelldruck. Zu Beginn der Honbearbeitung, nach
dem das Werkzeug in die Bohrung eingefahren wurde, wird der
Zustelldruck auf einen mittleren oder normalen Wert P0 erhöht
und dort festgehalten. Aus Erfahrung weiß man, daß bei einem
derartigen mittleren Zustelldruck P0 und einem Schneidbelag,
so wie er verwendet wird, eine mittlere Zerspanleistung
auftritt. Diese Zerspanleistung wird beispielsweise durch die
Subtraktion zweier Durchmessermessungen bestimmt. Der ge
wünschten Zerspanleistung entspricht eine bestimmte Zeit t0.
Es wird nun ein Intervall von t1 bis t2 festgelegt, wobei die
Zeitpunkte t1 und t2 beidseits der Normalzeit t0 liegen. Es
wird nun nach einer bestimmten Anfahrzeit von beispielsweise
10 Sekunden festgestellt, ob die zur Erreichung eines be
stimmten Abtrags erforderliche Zeit innerhalb des Intervalls
von t1 bis t2 liegt. Liegt die gemessene Zeit in diesem
Bereich, so erfolgt keine Änderung des Zustelldrucks. Liegt
die gemessene Zeit jedoch außerhalb des Intervalls von t1 bis
t2, so muß ein Eingriff erfolgen. Ist die gemessene Zeit tM
kleiner als der minimale Grenzwert t1 des Zeitintervalls, so
bedeutet dies, daß die Zerspanleistung zu schnell erreicht
wurde, was ein Zeichen dafür ist, der der Schneidbelag zu
scharf schneidet. In diesem Fall muß eine Verringerung des
Zustelldrucks erfolgen, im dargestellten Beispiel auf den
Druck P1. Die Änderung erfolgt also stufenweise. Die Änderung
des Zustelldrucks kann nach einer ersten Möglichkeit schon
bei der Bearbeitung des Werkstücks erfolgen, bei dem der
Zeitwert tM gemessen wurde. Liegt nun in der Folge der gemes
sene Zeitwert tM, von dem man ja annimmt, daß er wieder
steigt, innerhalb des Intervalls von t1 bis t2, so bleibt der
Druckwert auf P1 eingestellt. Es gilt nun die gestrichelte
Kurve II und zwar so lange, wie der jeweils gemessene Wert
innerhalb des Intervalls von t1 bis t2 liegt. Eine Erhöhung
erfolgt erst, wenn der gemessene Wert wieder aus dem
Intervall von t1 bis t2 herausfällt. Es kann sich hierbei
sowohl um ein Überschreiten als auch ein Unterschreiten des
Intervalls handeln.
Es ist ebenfalls möglich, daß die Änderung des Zustelldrucks
erst bei der Bearbeitung des jeweils nächsten Werkstücks
durchgeführt wird. Diese Möglichkeit ist apparativ einfacher
durchzuführen und reicht in den meisten Fällen aus, da eine
Änderung der Schneidleistung eines Schneidbelags langsam
auftritt.
Fig. 2 zeigt vereinfacht den gleichen Vorgang in einer
anderen Darstellung. Liegt der Meßwert, beispielsweise auch
hier wieder die für einen bestimmten Werkstoffabtrag
benötigte Zeit, innerhalb des festgelegten Intervalls von
Tmin bis Tmax, erfolgt keine Änderung der Anpreßkraft. Wird
die benötigte Zeit zu klein, ist also der Abtrag zu groß,
erfolgt eine Verringerung der Honkraft bzw. des Anpreßdrucks.
Bei zu großer benötigter Zeit wird entsprechend der Anpreß
druck erhöht.
Natürlich erfolgt die Änderung des Anpreßdrucks nur in
kleinen Stufen. Es ist auch dafür gesorgt, daß der Anpreß
druck innerhalb bestimmter Grenzen bleibt. Sollte sich
während eines Honvorgangs ergeben, daß der Druck über diese
Grenzen hinaus geändert werden müßte, so kann man dann auf
eine Fehlerbedingung schließen, beispielsweise auf einen
überhaupt nicht schneidenden Stein.
Claims (12)
1. Verfahren zum Regeln der Oberflächengüte einer gehonten
Oberfläche, bei dem
- 1.1 die Honbearbeitung mit einem bestimmten voreinge stellten Zustelldruck (P0) durchgeführt wird,
- 1.2 der Abtrag der Honbearbeitung pro Zeiteinheit gemessen wird,
- 1.3 der gemessene Wert mit einem Werteintervall verglichen wird,
- 1.4 bei Unterschreiten des Intervalls der Zustell druck (P0) vergrößert wird,
- 1.5 bei Überschreiten des Intervalls der Zustelldruck (P0) verkleinert wird und
- 1.6 dann, wenn der gemessene Wert im Intervall liegt, der Zustelldruck (P0) unverändert bleibt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem die Änderung des
Zustelldrucks (P) stufenweise erfolgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, bei dem zur Messung
des Abtrags pro Zeiteinheit die für einen bestimmten
Abtrag benötigte Honzeit (t) gemessen wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei
dem die Messung bei der Bearbeitung eines Werkstücks
erst nach einer Anfahrphase erfolgt.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei
dem die Messung bei der Bearbeitung eines Werkstücks
mehrmals durchgeführt wird.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei
dem die Änderung des Zustelldrucks (P) ggf. mehrmals
während der Bearbeitung eines Werkstücks erfolgt.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei
dem die Änderung des Zustelldrucks (P) nach der Bearbei
tung des Werkstücks und vor der Bearbeitung des nächsten
Werkstücks erfolgt.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei
dem die Veränderung des Zustelldrucks erst durchgeführt
wird, wenn mehrere aufeinanderfolgende Messungen eine
Abweichung des Meßwertes ergeben.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei
dem anstelle des Zustelldrucks die Drehzahl der Honbear
beitung geändert wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, bei dem
anstelle des Zustelldrucks die Hubgeschwindigkeit der
Honbearbeitung geändert wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, bei dem
anstelle des Zustelldrucks die Drehzahl und die Hubge
schwindigkeit der Honbearbeitung gleichzeitig geändert
werden.
12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüchen bei
dem bei einer mechanischen Zustellung zur Änderung des
Anpreßdrucks die Frequenz der Zustellschritte verändert
wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19934302475 DE4302475A1 (de) | 1993-01-29 | 1993-01-29 | Verfahren zum Honen von Oberflächen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19934302475 DE4302475A1 (de) | 1993-01-29 | 1993-01-29 | Verfahren zum Honen von Oberflächen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4302475A1 true DE4302475A1 (de) | 1994-08-04 |
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ID=6479195
Family Applications (1)
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| DE19934302475 Withdrawn DE4302475A1 (de) | 1993-01-29 | 1993-01-29 | Verfahren zum Honen von Oberflächen |
Country Status (1)
| Country | Link |
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| DE (1) | DE4302475A1 (de) |
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