DE4301492A1 - Verfahren und Vorrichtung zum Entsorgen von flächenhaftem Problemmaterial - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Entsorgen von flächenhaftem ProblemmaterialInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Entsorgen
von flächenhaftem Problemmaterial. Hierunter soll Material verstanden werden,
das nicht ohne weiteres wiederverwendet werden kann und dessen Entsorgung
Probleme bereitet. Ein Beispiel hierfür sind Stanzgitter, die nach dem Ausstanzen
von Klebeetiketten übrig bleiben. Diese Stanzgitter haben zusammenhängende
Längs- und Querstege. Sie bestehen aus Papier, Karton, Aluminium- oder
Kunststoff-Folie, sind in jedem Falle aber beschichtet mit einem selbstklebenden
Stoff. Bisher können die Stanzgitter, zu Rollen aufgewickelt, nur auf eine Müllde
ponie gebracht werden. Die Entsorgung auf Deponien ist teuer und wird für Ge
werbemüll dieser Art künftig nur noch eingeschränkt möglich sein.
Dagegen brauchen Müll-Heizkraftwerke energiereiches Material zur Erhaltung
eines Stützfeuers während der Nachtstunden. Für eine thermische Wiederverwer
tung dort ist das Material zwar wegen seines hohen Energiegehalts interessant, je
doch nicht in der Form von schlecht brennbaren, massiv verklebten Rollen.
Durch die Erfindung soll auch Problemmaterial anderer Art entsorgt werden kön
nen, insbesondere ganz allgemein, Verbundwerkstoffe.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein Verfahren und eine Vorrichtung zu schaf
fen, die Problem-Material derart umwandeln, daß es ohne weiteres einer thermi
schen Verwertung, insbesondere in einem Müll-Heizkraftwerk, zugeführt werden
kann. Außerdem soll die Handhabung des Materials am Entstehungsort automati
siert werden.
Eine Weiterverarbeitung der Stanzgitter wird durch den an ihnen noch haftenden
Selbstkleber erschwert. Dadurch bleiben Stanzgitter und ihre Teile normalerweise
in Verarbeitungsmaschinen hängen.
Durch die vorliegende Erfindung sollen die oben geschilderten Probleme gelöst
werden.
Dies geschieht gemäß Anspruch 1 und 7 in mehreren Verfahrensschritten, wozu
zunächst gehört, daß das Material durch einen Längsschneider geführt und von
diesem in Längsstreifen zerschnitten wird. Die Längsstreifen werden dann durch
ein Rohr zu einem Querschneider gefördert, der sie zu Granulat zerschneidet, und
das Granulat wird einer Entsorgungsstelle insbesondere einer Müllverbrennungs
anlage (auch einem Müll-Heizkraftwerk) zugeführt.
Die Breite der Längsstreifen läßt sich hierbei so wählen, daß ein anschließender
Transport durch Luftströmung in einem Rohr möglich ist. Das schließlich ent
stehende Granulat läßt sich in einem zentralen Entsorgungssystem automatisiert
transportieren und kann auch einer Müllverbrennungsanlage zugeführt werden, da
sein Verhältnis Oberfläche/Rauminhalt besonders hoch ist, ganz im Gegensatz zu
verklebten Rollen aufgewickelter Stanzgitter, bei den die Flammen praktisch kei
nen Zugang zum Inneren haben. Das erwähnte zahlenmäßig große Verhältnis ist
also eine wesentliche Voraussetzung für eine Verbrennung ohne Zusatz von wei
teren Brennstoffen.
Weiterbildungen
der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
Eine Weiterverarbeitung von Problem-Material mit anhaftendem Kleber, insbe
sondere Stanzgittern, wird durch den an ihnen haftenden Kleber erschwert. Da
durch bleiben Stanzgitter und ihre Teile normalerweise in Verarbeitungsmaschi
nen, z. B. einer Zerkleinerungsanlage, hängen. Dies läßt sich durch Beschichtung
des Problem-Materials mit einem Gleitmittel, insbesondere Öl, verhindern.
Nach dem Längsschneiden werden die verbleibenden Längsstreifen vorzugsweise
von einem Luftstrom, durch ein Rohr vom Längs- zum Querschneider gefördert.
Die Breite der Längsstreifen läßt sich so wählen, daß bei ihrem anschließenden
Transport in einem Rohr durch Luftströmung verbleibende Querstege an minde
stens einem Längssteg hängen bleiben.
Eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens enthält außer Messern für das
Längs- und Querschneiden vor allem eine Auftragsstation, die zum Abgeben des
Gleitmittels, insbesondere Öls, dient.
Durch weitere Rohre läßt sich nach dem Querschneider das Granulat, wiederum
von einem Luftstrom, einem Preß-Container zuführen, wodurch das Transportvo
lumen verringert wird.
Ausführungsbeispiele mit weiteren Merkmalen der Erfindung werden im folgen
den anhand der Zeichnungen beschrieben.
Fig. 1 ist eine stark schematisierte Gesamtansicht einer Anlage, in der die Er
findung verwirklicht ist.
Fig. 2 zeigt perspektivisch eine Auftragsstation, Förderwalzen und einen
Längsschneider mit Paaren drehbarer Messerscheiben.
Fig. 3 ist ein axialer Längsschnitt durch einen Querschneider.
Fig. 4 ist ein Schnitt quer zur Drehachse der Messer des Querschneiders.
Fig. 1 zeigt zwei Druckmaschinen 2, die Etiketten innerhalb einer von einer Rol
le ablaufenden Bahn bedrucken und die Etiketten ausstanzen. Ein dann verblei
bendes Stanzgitter 4 von z. B. 50 cm Breite wird nach oben abgezogen. Es waren
nebeneinander je drei Etiketten bedruckt worden, so daß das Stanzgitter jeweils
nebeneinander drei etwa rechteckige Öffnungen hat. Das Stanzgitter besteht aus
vier Längsstegen (lotrecht) und dazu rechtwinklig angeordneten Querstegen. Die
Stanzgitter 4 werden je einem Längsschneider 6 zugeführt, wie er perspektivisch
in Fig. 2 dargestellt ist.
Der Längsschneider hat zusammenwirkende Paare von Förderwalzen 8, die das
Stanzgitter in Richtung des Pfeils 10 einziehen, und zwar an einer Auftragsstation
12 vorbei, die auf die untere Seite der Stanzgitter berührungsfrei ein Gleitmittel,
insbesondere Öl, aufträgt. Die Auftragsstation hat unten einen flachen Vorratsbe
hälter 12.1, der das flüssige Gleitmittel 12.2 aufnimmt. Eine frei drehbar gelagerte
Dosierwalze 12.3 taucht teilweise in das Gleitmittel ein, nimmt bei ihrer Umdre
hung Gleitmittel an ihrer Oberfläche mit und übergibt es an eine mit radialen, ela
stischen Borsten versehene Walze (Bürstenwalze 12.5). Die Bürstenwalze wird in
Richtung eines Pfeils 12.6 angetrieben. Etwas oberhalb der Mitte der Bürstenwal
ze ist ein über ihre ganze Länge verlaufender Abstreifer 12.7 angeordnet, der so
dicht an die Bürstenwalze heranragt, daß die Borsten bei der Rotation der Bür
stenwalze umgebogen werden und dann nach oben zurückschnellen. Dabei wird
das an den Borsten haftende Gleitmittel in feinen Tröpfchen gegen die untere Flä
che eines darüber entlanggezogenen Stanzgitters geschleudert. Das Gleitmittel
wird also ohne Berührung zwischen Borsten und Stanzgitter aufgebracht.
Unter Umständen läßt sich das Gleitmittel auf einfachere Weise auftragen, näm
lich durch Sprühen oder Walzen.
Von den Förderwalzen 8 werden die Stanzgitter zu Paaren zusammenwirkender,
rotierender Messerscheiben 14 geschoben. Ein in Laufrichtung des Stanzgitters
geführter Luftstrom wirkt hierbei unterstützend. Die Messerscheiben 14 sind in
Richtung ihrer Antriebswelle verschiebbar und feststellbar. Man stellt sie so ein,
daß sie von den die Querstege der Stanzgitter durchtrennen. Wünscht man keine
einzelnen Querstegstücke, so läßt man zwischen zwei Längsstegen nur ein Mes
serscheibenpaar wirksam werden.
Die nach dem Längsschneiden verbleibenden Längsstreifen und ggf. Abschnitte
von Querstegen werden von einem Luftstrom in Richtung eines Pfeils 18 (Fig. 2)
durch Rohre 20 (Fig. 1) mit einem Innendurchmesser von z. B. 20 cm gesaugt,
und zwar von einem Gebläse 22. Das Material wird durch einen Querschneider 24
gesaugt.
Die Fig. 3 und 4 zeigen den Querschneider in zwei zueinander rechtwinkligen
Schnitten, beide in Längsrichtung eines den Querschneider enthaltenden Rohres
26. Der Querschneider hat drei Messer 28, die unter gleichen Winkeln angeordnet
und über Kreisscheiben 29 drehfest mit einer Antriebswelle 30 verbunden sind.
Die Schneidkanten der Messer stehen schräg zur Achse und sind etwas auswärts
gekrümmt, so daß sie innerhalb einer gedachten Zylinderfläche liegen. Die
Längsstreifen werden in Richtung der Pfeile 32 in den Bereich der Messer 28 ge
saugt. Von dem in Fig. 3 und 4 untersten Messer werden die Streifen gegenüber
einer achsparallelen Schneidkante 34 (Fig. 4) in Stücke geschnitten. Zwischen
den Messern und der Antriebswelle 30 verbleiben Durchlaßöffnungen 36 für die
Förderluft. Weitere Durchlaßöffnungen für die Förderluft bestehen zwischen den
jenigen Messern 28, die gerade nicht am Schneidprozeß beteiligt sind und der In
nenwandung des Rohrs 26.
In dem Querschneider nach Fig. 3 und 4 entsteht Granulat, das durch ein Rohr 40
(Fig. 1) vom Gebläse 22 angesaugt wird, das Gebläse durchläuft und dann über
einen Zyklon 42 zum Luftabscheiden, eine Klimaschleuse 44 von einem weiteren
Gebläse 46 durch ein Rohr 48 über einen Auffangbehälter 50 schließlich einer
Presse 52 zugeführt wird. Diese preßt das Granulat in einen Preß-Container 54,
der dann einer Entsorgungsstelle, insbesondere einem Müll-Heizkraftwerk zuge
führt wird.
Bezugszeichen
2 Druckmaschine
4 Stanzgitter
6 Längsschneider
8 Förderwalze
10 Pfeil
12 Auftragsstation
12.1 Vorratsbehälter
12.2 Gleitmittel
12.3 Dosierwalze
12.5 Bürstenwalze
12.6 Pfeil
12.7 Abstreifer
14 Messerscheibe
16 Antriebswelle
18 Pfeil
20 Rohr
22 Gebläse
24 Querschneider
26 Rohr
28 Messer
29 Kreisscheibe
30 Antriebswelle
32 Pfeil
34 Schneidkante
36 Durchlaßöffnung
40 Rohr
42 Zyklon
44 Klimaschleuse
46 Gebläse
50 Auffangbehälter
52 Presse
54 Preß-Container
4 Stanzgitter
6 Längsschneider
8 Förderwalze
10 Pfeil
12 Auftragsstation
12.1 Vorratsbehälter
12.2 Gleitmittel
12.3 Dosierwalze
12.5 Bürstenwalze
12.6 Pfeil
12.7 Abstreifer
14 Messerscheibe
16 Antriebswelle
18 Pfeil
20 Rohr
22 Gebläse
24 Querschneider
26 Rohr
28 Messer
29 Kreisscheibe
30 Antriebswelle
32 Pfeil
34 Schneidkante
36 Durchlaßöffnung
40 Rohr
42 Zyklon
44 Klimaschleuse
46 Gebläse
50 Auffangbehälter
52 Presse
54 Preß-Container
Claims (9)
1. Verfahren zum Entsorgen von flächenhaftem Problem-Material ("Material"), da
durch gekennzeichnet,
- a) daß das Material durch einen Längsschneider geführt und von diesem in Längsstreifen zerschnitten wird,
- b) daß die Längsstreifen durch ein Rohr (20) zu einem Querschneider (24) ge fördert werden, der sie zu Granulat zerschneidet und
- c) daß das Granulat einer Entsorgungsstelle, insbesondere einer Müllverbren nungsanlage zugeführt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
- a) daß das Material Stanzgitter (4) enthält, die nach dem Ausstanzen von Eti ketten übrig bleiben und Längs- und Querstege haben und
- b) daß durch Längsschneiden dicht neben den Längsstegen Teile der Querstege herausgeschnitten werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
- a) daß das anfallende Material, insbesondere in Form von Stanzgittern von Selbstklebe-Etiketten, mit Klebstoff versehen ist und
- b) daß auf das Material vor dem Längsschneiden ein Gleitmittel, insbesondere Öl, aufgetragen wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet,
- a) daß das mit Klebstoff versehene Material, an einer Auftragsstation vorbeige führt wird,
- b) daß die Auftragsstation kontinuierlich das Gleitmittel, insbesondere Öl, ab gibt und es auf mindestens eine Seite des Materials berührungsfrei überträgt.
5. Verfahren nach Anspruch , dadurch gekennzeichnet, daß die Längsstreifen und
ggf. Querstreifen von einem Luftstrom durch das Rohr (20) vom Längsschneider
zum Querschneider (24) gefördert werden.
6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
- a) daß das Granulat von einem Luftstrom durch Rohre (40, 48) einem Auf fangbehälter (50) zugeführt wird,
- b) daß das aus dem Auffangbehälter kommend Granulat zur Verringerung des Transportvolumens von einer Presse (52) in einen Container (Preß- Container (54)) gepreßt wird und
- c) daß das Material im Preß-Container der Entsorgungsstelle zugeführt wird.
7. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet,
- a) daß der Längsschneider Paare zusammenwirkender und um eine Achse quer zur Förderrichtung drehbarer Messerscheiben (14) besitzt,
- b) daß in Förderrichtung davor Paare von Förderwalzen (8) angeordnet sind,
- c) daß der Querschneider Messer (28) hat, die an einer quer zur Förderrichtung angeordneten Antriebswelle (30) angebracht sind und
- d) daß Luft-Durchlaßöffnungen (36) zwischen den Messern und der Antriebs welle sowie außerhalb der Messer vorgesehen sind.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, zur Durchführung eines Verfahrens nach Anspruch
1, 3 und 4, dadurch gekennzeichnet,
- a) daß die Auftragsstation (12) vor den Förderwalzen (8) angeordnet ist,
- b) daß die Auftragsstation (12) eine mit Borsten versehene antreibbare Walze (Bürstenwalze (12.5)) hat,
- c) daß ein Vorratsbehälter (12.1) für ein flüssiges Gleitmittel (12.2) vorgesehen ist,
- d) daß in den Vorratsbehälter eine Walze (Dosierwalze (12.3)) eintaucht, die achsparallel zur Bürstenwalze (12.5) angeordnet ist und diese berührt,
- e) und daß ein Abstreifer (12.7) vorgesehen ist, der derart dicht an die Oberflä che der Bürstenwalze (12.5) heranreicht, daß der verbleibende Abstand klei ner ist als die Länge der Borsten.
9. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Schneiden der
Messer (28) auf einer zur Antriebswelle (30) konzentrischen, gedachten Kreiszy
linderfläche liegen aber schräg zur Antriebswelle (30) verlaufen.
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| EP93120002A EP0607564B1 (de) | 1993-01-21 | 1993-12-10 | Verfahren und Vorrichtung zum Entsorgen von Flächenhaftem Problemmaterial |
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- 1993-12-10 EP EP93120002A patent/EP0607564B1/de not_active Expired - Lifetime
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