DE4340795A1 - Verfahren und Anordnung zur Messung und Trennung von Körpern in Bezug auf ihre Materialzusammensetzung - Google Patents
Verfahren und Anordnung zur Messung und Trennung von Körpern in Bezug auf ihre MaterialzusammensetzungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Anordnung zur
Messung und Trennung von Körpern in Bezug auf ihre
Materialzusammensetzung, insbesondere von Körpern aus
Kunststoffen, wie sie im Haus- und Gewerbemüll anfallen,
und insbesondere die infrarotspektroskopische Messung der
Materialsorte.
Eine Anordnung zur automatischen Messung und Trennung von
Körpern in Bezug auf ihre Materialzusammensetzung ist in
der US-PS 3 747 755 beschrieben. Körper aus unterschied
lichen Materialien werden auf einem Transportband an
spektroskopischen Detektoren vorbeigeführt. Dabei wird
infrarote Lichtstrahlung von der Seite über einen Spiegel
auf die Körper gerichtet und die von den Körpern
reemittierte infrarote Strahlung über einen zweiten Spiegel
auf die Detektoren gelenkt. Die Körper müssen sich zu deren
sicheren Erkennung im Schnittpunkt beider Strahlenbündel
befinden, was bei einem automatisierten Prozeß hohen
Aufwand erfordert. Ferner überlagern Reflexionen von den
Kanten und Oberflächen der Körper das reemittierte Licht
aus den Körpern, das zur Bestimmung des Materials
untersucht wird, und führen zu falschen Ergebnissen.
Körper mit guter Transparenz für die Meßstrahlung zeigen in
der reemittierten Strahlung nur geringe Ausprägung der
Absorptionsbanden, so daß die Materialzusammensetzung nur
schwer bestimmt werden kann. Bei einer Anordnung der
Detektoren über dem Transportband überlagern zusätzlich die
Absorptionsbanden des Bandmaterials, in der Regel Gummi,
den Spektralverlauf der gemessenen Körper und führen zu
Fehlern bei der Erkennung der Materialzusammensetzung.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das Verfahren und
die Anordnung zur Messung und Trennung von Körpern in Bezug
auf ihre Materialzusammensetzung derart zu gestalten, daß
die Meßstrahlungsführung einen großen räumlichen
Erfassungsbereich zuläßt, der Einfluß von Reflexionen an
Kanten und Oberflächen der Körper auf die Zuverlässigkeit
der Messung verringert wird und die Materialzusammensetzung
auch für transparente Körper geringer Dicke sicher gemessen
werden kann.
Erfindungsgemäß wird das durch die kennzeichnenden Merkmale
der Patentansprüche 1 bis 6 gelöst. Vorteilhafte
Ausgestaltungen sind Gegenstand der diesen Ansprüchen
nachgeordneten Patentansprüche, deren Inhalt hierdurch
ausdrücklich zum Bestandteil der vorliegenden Beschreibung
gemacht wird, ohne an dieser Stelle den Wortlaut zu
wiederholen.
Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele anhand der Zeich
nungen erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine schematisierte Ansicht einer Anordnung zur
Messung und Trennung von Körpern in Bezug auf ihre
Materialzusammensetzung
Fig. 2 eine schematisierte Ansicht einer Infrarotmeßstelle
mit einem geteilten Lichtleitfaserbündel
Fig. 3 eine schematisierte Ansicht einer Infrarotmeßstelle
mit einem Lichtleitfaserbündel und infraroten Lichtquellen.
In Fig. 1 ist ein umlaufendes Transportband 1 dargestellt.
An dem Transportband sind Querwände 2 angeordnet, die
Kammern für die zu untersuchenden Körper bilden. Auf dem
Transportband sind ferner Plättchen 6 aus Aluminium
befestigt, die das Band bündig bedecken.
Das Band ist senkrecht zur Bewegungsrichtung geneigt, so
daß die einen Enden der Kammern tiefer liegen als die
anderen Enden. Die tiefer liegenden Enden der Kammern sind
mit einem fest stehenden Gitter 3 verschlossen. Von einem
Transportband 4 werden Hohlkörper und Becher aus Kunststoff
5 dem Transportband 1 zugeführt, das mit einer
Geschwindigkeit von 1 Meter pro Sekunde wesentlich
schneller läuft als das Band 4 und eine Beschickung von
maximal einem Körper pro Kammer sichert. Durch die Neigung
der Kammern fallen die Hohlkörper und Becher gegen das
Gitter 3, wobei diese Teile auf den Aluminiumplättchen zum
liegen kommen.
Das Transportband 1 führt die Kunststoffkörper zunächst zu
den Infrarotmeßköpfen 7. Die Meßköpfe 7 befinden sich
unmittelbar über dem Transportband in der Nähe des Gitters
3. Diese Nähe der Meßköpfe 7 zum Gitter 3 sichert, daß auch
kleine Körper im Meßfeld erfaßt werden. In dem
Ausführungsbeispiel sind zwei Meßköpfe dargestellt, die
eine Breite des Transportbandes von ungefähr 16 cm
erfassen. Die Meßköpfe 7 richten infrarotes Licht auf die
Aluminiumplättchen des Transportbandes und auf die darauf
befindlichen Hohlkörper und Becher, und das von dort
reflektierte Licht wird durch die gleichen Meßköpfe
empfangen. In einer Meß- und Steuereinheit 8 wird das Licht
spektral zerlegt, mit Infrarotdetektoren gemessen, die
Meßwerte ausgewertet und einer Materialsorte zugeordnet.
Die dazu gehörigen elektrischen Signale werden einer
pneumatischen Steuerung zugeführt, die wahlweise die
pneumatischen Düsen 9 öffnet. Beim weiteren Transport der
Hohlkörper und Becher blasen diese Düsen an den den
Materialsorten zugeordneten Stellen die Hohlkörper und
Becher in die Container 10.
Im vorliegendem Beispiel werden die Hohlkörper und Becher
aus dem Hausmüll in die Fraktionen Polystyrol, Polyethylen,
Polypropylen, Polyethylentherephthalat und Reststoffe
getrennt. An Stelle der Container können auch
Transportbänder die sortierten sortenreinen Körper
weitertransportieren. Die Anlage eignet sich auch zur
Messung von Ballen aus Kunststoffen.
In Fig. 2 wird infrarotes Licht einer Halogenlampe 19 über
eine Linse 17 und einem Chopper 20 auf das
Teillichtleitfaserbündel 12 fokussiert. Der Chopper
moduliert das infrarote Licht für eine spätere
phasensynchrone Messung des Meßlichtes. Das Teilfaserbündel
12 vereinigt sich mit dem Teillichtleitfaserbündel 13 zu
einem Faserbündel 11, an dessen Endfläche die infrarote
Lichtstrahlung der Lampe 19 austritt. Das Faserbündel 11
endet in dem Meßkopf 18. Das Licht von dem Faserbündel 11
wird über die Linse 16 kollimiert und auf die
Aluminiumplättchen 6 und die darauf befindlichen
Kunststoffkörper 5 gerichtet. Das von dort reflektierte
Licht wird durch die Linse 16 auf das Bündelfaserende 11
fokussiert und über das Teilfaserbündel 13 zum
Eintrittsspalt des Spektrographen 14 geleitet. Das Licht
aus dem Bündel 13 leuchtet das Konkavgitter 21 aus, und in
der Spektralebene des Gitters entsteht das Infrarotspektrum
des von den Körpern reflektierten Lichtes. Das
Infrarotspektrum wird durch die Infrarotdetektoren 15
gemessen und zu einer Spektrenauswertung weitergeleitet.
In Fig. 3 wird infrarotes Licht von Halogenlampen 23 über
Parabolspiegel 17 auf die Kunststoffteile 5 gerichtet, die
auf einem Transportband am Meßkopf vorbeigeführt werden.
Vier Lampen sind dabei symmetrisch um das Lichtfaserbündel
22 angeordnet und ihre Lichtkegel schneiden sich in der
optischen Achse des Faserbündels bei den Kunststoffteilen.
Das von den Teilen oder den Reflektoren 1 in das
Faserbündel gelangende Licht wird zu einer
Spektrenauswertung weitergeleitet.
Bei der beschriebenen Strahlführung haben die Strahlung zu
den Körpern und die Strahlung von den Körpern die gleiche
optische Achse, so daß die Materialzusammensetzung in
unterschiedlicher Entfernung zum Meßkopf zuverlässig
erkannt werden kann. Die Reflexionen an Kanten und
Oberflächen der Kunststoffkörper führen zu einer spektral
neutralen Erhöhung des Signalpegels, so daß Fehlerkennungen
weitgehend ausgeschlossen werden.
Die Aluminiumreflektoren bewirken besonders bei dünnen
transparenten Kunststoffteilen, deren Erkennung
außerordentlich schwierig ist, eine erhebliche Steigerung
der spektralen Modulierung und damit eine erhebliche
Verbesserung der Erkennung der Materialzusammensetzung.
Bezugszeichenliste
1 Transportband
2 Querwände
3 Seitenwand
4 Zuführungstransportband
5 Hohlkörper und Becher
6 Reflexionsplatten
7 Infrarotmeßköpfe
8 Meßgerät
9 Pneumatische Düsen
10 Container
11 Geteiltes Lichtleitfaserbündel
12 Teillichtleitfaserbündel von der Lichtquelle zum Meßkopf
13 Teillichtleitfaserbündel von dem Meßkopf zum Spektrographen
14 Spektrograph
15 Infrarotdetektoren
16, 17 Sammellinsen
18 Meßkopf
19 Halogenlampe
20 Chopper
21 Konkavgitter
22 Lichtleitfaserbündel
23 Halogenlampe mit parabolischem Reflektor
24 Förderband.
2 Querwände
3 Seitenwand
4 Zuführungstransportband
5 Hohlkörper und Becher
6 Reflexionsplatten
7 Infrarotmeßköpfe
8 Meßgerät
9 Pneumatische Düsen
10 Container
11 Geteiltes Lichtleitfaserbündel
12 Teillichtleitfaserbündel von der Lichtquelle zum Meßkopf
13 Teillichtleitfaserbündel von dem Meßkopf zum Spektrographen
14 Spektrograph
15 Infrarotdetektoren
16, 17 Sammellinsen
18 Meßkopf
19 Halogenlampe
20 Chopper
21 Konkavgitter
22 Lichtleitfaserbündel
23 Halogenlampe mit parabolischem Reflektor
24 Förderband.
Claims (12)
1. Verfahren zur Messung und Trennung von Körpern in Bezug
auf ihre Materialzusammensetzung, bei dem für die Körper
typische Absorptionen im Infrarotspektrum für die
Materialbestimmung und Trennung genutzt werden, die Körper
vereinzelt durch Fördereinrichtungen an Meßstellen vorbei
geführt werden und nach spektrographischer Bestimmung der
Materialzusammensetzung mit mechanischen oder pneumatischen
Mitteln an festgelegten Orten vom Transportband befördert
werden, dadurch gekennzeichnet, daß an den Meßstellen
breitbandige infrarote Meßstrahlung auf die Körper und auf
hinter den Körpern befindliche Reflektoren gerichtet wird,
daß die an den Oberflächen und im Innern der Körper
zurückgeworfene Meßstrahlung über optische und
spektroskopische Elemente auf Infrarotdetektoren gelenkt
wird und daß die durch die Körper oder an den Körpern
vorbei auf die Reflektoren gerichtete Meßstrahlung dort zum
überwiegenden Anteil reflektiert wird und über optische und
spektroskopische Elemente auf dieselben Infrarotdetektoren
gelenkt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die zum Transportband und den darauf befindlichen Körpern
gerichtete Meßstrahlung und die zu den optischen und
spektroskopischen Elementen der Infrarotdetektoren
zurückgeworfene Meßstrahlung gleiche optische Achse hat.
3. Anordnung zur Durchführung des Verfahrens nach
Ansprüchen 1 und 2 unter Verwendung breitbandiger
Infrarotlichtquellen, Fördereinrichtungen zum Transport der
vereinzelten Körper, mechanischen, pneumatischen oder
hydraulischen Antrieben, die über eine Auswerte- und
Regelelektronik gesteuert werden und Infrarotmeßköpfen,
dadurch gekennzeichnet, daß auf der Fördereinrichtung (1)
zur Beförderung der Körper (5) Reflektoren (6) für die
Meßstrahlung angeordnet sind, daß die zu messenden Körper
auf diesen Reflektoren liegen und über der
Fördereinrichtung und über den zu messenden Körpern ein
oder mehrere spektroskopische Meßköpfe (7) derart
angeordnet sind, daß ihre Meßstrahlung auf die Reflektoren
und die darauf befindlichen Körper gerichtet ist und die an
den Reflektoren reflektierte Meßstrahlung zurück zu den
Meßköpfen weist.
4. Anordnung nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die Fördereinrichtung (1) hohes
Reflexionsvermögen für die Meßstrahlung hat und über den zu
messenden Körpern ein oder mehrere spektroskopische
Meßköpfe (7) derart angeordnet sind, daß ihre Meßstrahlung
auf das Transportband und die darauf befindlichen Körper
gerichtet ist und die am Transportband reflektierte
Meßstrahlung zurück zu den Meßköpfen weist.
5. Anordnung nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die Fördereinrichtung (1) transparent
für die Meßstrahlung ist und hinter der Fördereinrichtung
Reflektoren angeordnet sind, die die Meßstrahlung auf die
Meßköpfe richten.
6. Anordnung nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch
gekennzeichnet, daß Fördereinrichtungen die Körper über
feststehende Reflektoren schieben, die die Meßstrahlung auf
die Meßköpfe richten.
7. Anordnung nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß die Meßköpfe (7) geteilte
Lichtleitfaserbündel (11) sind, wobei Licht über ein
Teilfaserbündel (12) eingekoppelt wird und das von den
Reflektoren oder den Körpern reflektierte Licht über ein
Teilfaserbündel (13) spektroskopischen Elementen (14)
zugeführt wird, in deren Spektralebene Infrarotdetektoren
(15) angeordnet sind.
8. Anordnung nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der geteilten
Lichtleitfaser (11) und den Körpern oder dem Band
Sammellinsen (15) angeordnet sind und beide Einheiten
zusammen den Meßkopf bilden.
9. Anordnung nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, daß die Meßköpfe
Lichtleitfaserbündel (22) sind, wobei um dieses Bündel
infrarote Lichtquellen angeordnet sind, die auf die Körper
(5) strahlen, und daß das von den Reflektoren oder den
Körpern reflektierte Licht über das Faserbündel (22)
spektroskopischen Elementen (14) zugeführt wird, in deren
Spektralebene Infrarotdetektoren (15) angeordnet sind.
10. Anordnung nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, daß die spektroskopischen Elemente
Spektrographen sind.
11. Anordnung nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis
10, dadurch gekennzeichnet, daß die spektroskopischen
Elemente Interferenz- oder Farbfilter sind.
12. Anordnung nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis
11, dadurch gekennzeichnet, daß die spektroskopischen
Elemente akustooptische Spektralfilter sind.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4340795A DE4340795A1 (de) | 1993-08-24 | 1993-11-25 | Verfahren und Anordnung zur Messung und Trennung von Körpern in Bezug auf ihre Materialzusammensetzung |
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4329192 | 1993-08-24 | ||
| DE4340795A DE4340795A1 (de) | 1993-08-24 | 1993-11-25 | Verfahren und Anordnung zur Messung und Trennung von Körpern in Bezug auf ihre Materialzusammensetzung |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4340795A1 true DE4340795A1 (de) | 1995-03-02 |
Family
ID=6496378
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE4340795A Withdrawn DE4340795A1 (de) | 1993-08-24 | 1993-11-25 | Verfahren und Anordnung zur Messung und Trennung von Körpern in Bezug auf ihre Materialzusammensetzung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4340795A1 (de) |
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