DE4238651A1 - Verfahren zum Verpacken von Gefahrgutpulver und Verfahren zur Herstellung von Gasbeton - Google Patents
Verfahren zum Verpacken von Gefahrgutpulver und Verfahren zur Herstellung von GasbetonInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Verpacken
von Gefahrgutpulvern, wie z. B. Aluminium oder Alumi
nium-Bronze, sowie ein Verfahren zum Herstellen von
Gasbeton mittels Aluminiumpulver und die Verwendung
von Folien zum Verpacken von Aluminiumpulver.
Zur Herstellung von Gasbeton bzw. Porenbeton wird
bisher flitterförmiges Aluminiumpulver eingesetzt.
Das Aluminium bzw. die auch öfters anstelle von Alu
minium eingesetzte Aluminium-Bronze dient zur Poro
sierung von Beton. Durch die alkalische Reaktion in
angemachtem "Beton" entsteht dabei Wasserstoff, der
die Blasen, d. h. die Poren, im fertigen Beton hervor
ruft.
Die Handhabung dieses Aluminiumpulvers bereitet aber
große Schwierigkeiten. Das Pulver wird als Gefahren
stoff eingestuft, da es leicht brennt und der Pulver
staub explosiv ist. Als weitere Schwierigkeit kommt
hinzu, daß Aluminium in Pulverform sehr schwer zu
handhaben ist.
Aus dem Stand der Technik ist bekannt, daß deshalb
zur Erniedrigung des Gefahrenpotentials für einen
Transport und die Weiterverarbeitung das Aluminium
pulver vorab mit Glykolen oder Glykoläthern zu einer
Paste verarbeitet wird. Diese Paste wird in Polyäthy
len-Säcken verpackt und an die Verarbeiter ausgelie
fert. Die Aluminiumpaste wird nach Entfernung des
Sackes in Form einer wäßrigen Schlämme dann zur Her
stellung von Gasbeton eingesetzt.
Nachteilig ist hierbei die enorm zeit- und kostenauf
wendige Aufarbeitung des Aluminiumpulvers zu einer
Paste. Schwierigkeiten beim Weiterverarbeiten treten
noch dadurch auf, daß eine Explosionsgefahr oder ein
Abbrennen nie ganz ausgeschlossen werden können. Bei
dem als Stand der Technik bekannten Verfahren ist
weiter problematisch, daß das Verpackungsmaterial
zusätzlich entsorgt werden muß.
Hier setzt die vorliegende Erfindung ein, deren Auf
gabe es ist, ein Verfahren anzugeben, das es erlaubt,
Gefahrgutpulver ohne den zeitaufwendigen Schritt der
Aufbereitung zu einer Paste zu verpacken und das so
verpackte Gefahrgutpulver der weiteren Verarbeitung,
z. B. der Herstellung von Porenbeton zuzuführen.
Die Erfindung wird durch die kennzeichnenden Merkmale
des Anspruches 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen
bezüglich des Verfahrens zur Verpackung von Gefahr
gutpulvern sind in den Unteransprüchen 2 bis 6 ange
geben.
Das Verfahren zur Herstellung von Porenbeton ist
durch die Merkmale des Patentanspruches 7 gekenn
zeichnet. Vorteilhafte Weiterbildungen sind in den
Ansprüchen 8, 9 und 10 angegeben.
Die Verwendung von wasserlöslichen Kunststoff-Folien
ist durch die Merkmale der Ansprüche 11 und 12 ge
kennzeichnet.
Die Erfindung zeichnet sich bezüglich des Verfahrens
zum Verpacken von Gefahrgutpulvern besonders dadurch
aus, daß die Aufbereitung des Gefahrgutpulvers, z. B.
des Aluminiumpulvers oder der Aluminium-Bronze, mit
Glykolen oder Glykoläthern entfällt. Dadurch wird ein
vergleichsweise einfacher Transport und eine mögliche
Weiterverarbeitung des Gefahrgutpulvers ermöglicht.
Da das Pulver nach dem Abfüllen in dem erfindungsge
mäßen Behältnis gasdicht verschlossen ist, ist weite
res Reagieren oder ein Explodieren des Pulvers im
Transportzeitraum ausgeschlossen.
Das erfindungsgemäße Verfahren zum Verpacken von Ge
fahrgutpulvern vereinigt somit zwei wesentliche Vor
teile. Erstens ist ein einfaches Abfüllen ohne vorhe
rige Aufbereitung möglich, und zweitens wird eine
mögliche Explosion des Gefahrgutpulvers ausgeschlos
sen.
Erfindungsgemäß wird zum Verpacken des Gefahrgutpul
vers ein wasserlösliches Polymerbehältnis eingesetzt.
Dadurch ist es möglich, daß das Gefahrgutpulver vor
einer möglichen Weiterverarbeitung, z. B. im Porenbe
ton, nicht mit der Luft in Kontakt kommt, da es mit
der Verpackung der Weiterverarbeitung zugeführt wird.
Es entsteht somit ein völlig geschlossener Kreislauf,
in dem das Gefahrgutpulver nicht mit der Luft in Kon
takt kommt, bis es in einem Prozeß zu einem weiteren
Produkt verarbeitet wird. Das erfindungsgemäße Ver
fahren bringt den weiteren Vorteil mit sich, daß eine
zusätzliche Entsorgung des Verpackungsmaterials ent
fällt, da es sich in Wasser löst und somit in den
Herstellungsprozeß von z. B. Porenbeton eingebunden
wird.
Erfindungsgemäß wird als wasserlösliches Polymerbe
hältnis ein Polymerbehältnis bestehend aus Filmen
bzw. Folien von wasserlöslichem Polyvinylalkohol ein
gesetzt. Besonders vorteilhaft ist es, wenn als Poly
vinylalkohole teilverseifte Polyvinylalkohole mit
einem mittleren Polymerisationsgrad und mittlerem
Molekulargewicht eingesetzt werden. Es hat sich dabei
als besonders günstig herausgestellt, wenn Polyviny
lalkohole verwendet werden mit einem mittleren Poly
merisationsgrad PW von 800 bis 2000 sowie einem mitt
leren Molekulargewicht zwischen 30 000 und 100 000.
Ganz besonders günstig ist die Verwendung von Filmen
mit einem Polymerisationsgrad um ca. 1720 und einem
mittleren Molekulargewicht von ca. 85 000.
Erfindungsgemäß wird das Gefahrgutpulver in diese Po
lymerbehältnisse abgefüllt und das Polymerbehältnis,
d. h. die Polyvinylalkohol-Folie, zu einem geschlosse
nen Beutel verschlossen. Die Polyvinylalkohol-Folien
können problemlos zu stabilen Behältnissen verarbei
tet werden. Es können dabei aufgrund der Wasserlös
lichkeit der Folien die einzelnen Folienhälften durch
Anfeuchten der Kontaktflächen miteinander verklebt
werden. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die
Polymerfilme miteinander zu verschweißen. Überra
schenderweise hat es sich gezeigt, daß die so herge
stellten Polymerbehältnisse eine große Reißfestigkeit
aufweisen. Für die Überprüfung der Festigkeit des
Verbundes wurden Reißversuche an miteinander verkleb
ten bzw. verschweißten Folien nach DIN 53 455 durchge
führt. Überraschenderweise erwies sich dabei die Ver
klebung bzw. Schweißnaht widerstandsfähiger als die
jeweilige Folie für sich. Die Bruchstellen traten
ausnahmslos außerhalb des Nahtbereiches auf. Diese
Ergebnisse zeigen, daß mit dem erfindungsgemäßen Be
hältnis eine sichere Verpackung des Gefahrgutpulvers
gewährleistet ist. Ein durch das Gewicht verursachtes
Aufplatzen der Folie wird dadurch vermieden. Die
Dicke der eingesetzten Folie kann dabei zwischen 20
und 100 µm variieren. Als besonders vorteilhaft hat
es sich herausgestellt, wenn die Folienstärke ca. 50 µm
beträgt. Die Folie kann dabei sowohl extrudiert
als auch als Gießfolie hergestellt worden sein. Der
artige Folien sind bereits käuflich erhältlich, z. B.
von der Firma AQUAFILM Ltd., Hartlebury, Worcesters
hire, DY10 EU, England.
Die erfindungsgemäß hergestellten Polymerbehältnisse
mit dem eingeschlossenen Aluminiumpulver können auf
grund der gasdichten Verpackung auch jederzeit ge
fahrlos über eine längere Zeit aufbewahrt werden.
Somit wird eine kostengünstige Lagerhaltung ermög
licht.
Die Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zum
Herstellen von Porenbeton mittels Aluminiumpulver.
Erfindungsgemäß wird dazu ein wie vorstehend be
schriebenes Polymerbehältnis eingesetzt. In einem
ersten Schritt wird dabei eine Wasser-Aluminium-
Schlämme hergestellt, und zwar durch Auflösen des
Polymerbehältnisses mit dem eingeschlossenen Alumini
um in Wasser, und in einem zweiten Schritt wird diese
Wasser-Aluminium-Schlämme dem Produktionsprozeß bei
der Betonherstellung zugeführt. Diese erfindungsgemä
ße Ausgestaltung vereinigt mehrere Vorteile. Erstens
wird durch das erfindungsgemäße Verpackungsverfahren
ein sicheres Zuführen des Aluminiumpulvers zum Pro
duktionsprozeß gewährleistet. Da - wie vorstehend
beschrieben - das Polymerbehältnis luftdicht ist, ist
somit eine Explosion und Brennbarkeit des Aluminium
pulvers ausgeschlossen. Als ein weiterer Vorteil er
gibt sich, daß die Polymerfolie sich in Wasser voll
ständig löst und somit auch eine Entsorgung des Ver
packungsmaterials entfällt.
Bei der Herstellung von Porenbeton wird durch die
erfindungsgemäße Verfahrensvariante noch ein weiterer
Vorteil erzielt. Das erfindungsgemäß verpackte Alumi
niumpulver wird nämlich in einem vorgelagerten Ver
fahrensschritt in Wasser aufgelöst, indem eine Was
ser-Aluminium-Schlämme hergestellt wird. Diese Was
ser-Aluminium-Schlämme wird nun dem Produktionsprozeß
zugeführt. Dadurch ist es möglich, die Wasser-Alumi
nium-Schlämme gleichmäßig im herzustellenden Beton zu
verteilen. Dies ermöglicht eine gleichmäßige und stö
rungsfreie Herstellung des Porenbetons.
Die Erfindung betrifft letztlich noch die Verwendung
von wasserlöslichen Kunststoffen, insbesondere von
Polyvinylalkohol zur Herstellung von Verpackungsmate
rial für Gefahrgutpulver. Vor allem in Verbindung mit
einer Weiterverarbeitung ist es vorteilhaft, ein Po
lymerbehältnis zu verwenden, das sich in Wasser auf
löst. Dadurch wird die Explosionsgefahr des Gefahr
gutpulvers ausgeschlossen.
Die Erfindung wird nachstehend anhand eines Ausfüh
rungsbeispieles zur Herstellung von Porenbeton näher
beschrieben.
Zur Herstellung des Polymerbehältnisses wird ein
teilverseifter Polyvinylalkahol mit einem mittleren
Polymerisationsgrad von PW 1720 und einem mittleren
Molekulargewicht von MW 84 000 eingesetzt. Die Folie
wurde von der Firma AQUAFILM Ltd., Hartlebury, Worce
stershire, DY10 EU, England, bezogen und hatte eine
Schichtstärke von 50 µm. Von dieser Folie wurde ein
quadratisches Stück ausgeschnitten und zu einem ein
seitig offenen Behältnis verklebt. Dieses einseitig
offene Polymerbehältnis wurde unter Inertgasatmosphä
re mit der entsprechenden Menge Aluminiumpulver ge
füllt. Anschließend wird das Polymerbehältnis an der
einseitig offenen Stelle verschlossen.
Das so hergestellte Polymerbehältnis mit dem einge
schlossenen Aluminiumpulver wird in Wasser (Verhält
nis Wasser:Alu = 10 : 1) aufgelöst. Das Polymerbehält
nis löste sich innerhalb weniger Minuten. Eine Stö
rung der Wasser-Aluminium-Schlämme durch gelöstes
Folienmaterial konnte nicht beobachtet werden. Die
Wasser-Aluminium-Schlämme wird anschließend dem Pro
duktionsprozeß unter Beibehaltung der Produktionspa
rameter zugeführt und zu einer Charge verarbeitet.
Der Produktionsvorgang wurde bis zum Abbinden des
geschäumten Produktes verfolgt. Die Charge entwickel
te bis zum Abbinden ihr Sollvolumen. Sichtbare Stö
rungen vom Schäumvorgang bis zum Abbinden konnten
nicht beobachtet werden.
Claims (12)
1. Verfahren zum Verpacken von Gefahrgutpulver, wie
Aluminium oder Aluminium-Bronze-Pulver, für den
Transport und/oder die Weiterverarbeitung,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Gefahrgutpulver in wasserlösliche Poly
merbehältnisse eingeschlossen und das so einge
schlossene Pulver transportiert und/oder der
Weiterverarbeitung zugeführt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß das Gefahrgutpulver
Aluminium ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß das Gefahrgutpulver
Aluminium-Bronze ist.
4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß das Polymerbehältnis
ein aus wasserlöslichem Kunststoff bestehender
geschlossener Beutel ist.
5. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß der wasserlösliche
Kunststoff Polyvinylalkohol ist.
6. Verfahren nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, daß der Polyvinylalkohol
einen mittleren Polymerisationsgrad PW von 800
bis 2000 und ein mittleres Molekulargewicht MW
von 30 000 bis 100 000 hat.
7. Verfahren zum Herstellen von Gasbeton mittels
Aluminiumpulver bzw. Aluminium-Bronze,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein in einem wasserlöslichen Polymerbehält
nis eingeschlossenes Aluminium- bzw. Aluminium-
Bronze-Pulver eingesetzt wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, daß das Polyinerbehältnis
ein aus wasserlöslichem Kunststoff bestehender
geschlossener Beutel ist.
9. Verfahren nach Anspruch 7 und 8,
dadurch gekennzeichnet, daß der wasserlösliche
Kunststoff Polyvinylalkohol ist.
10. Verfahren nach Anspruch 7 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, daß der Polyvinylalkohol
einen mittleren Polymerisationsgrad PW von 800
bis 2000 und ein mittleres Molekulargewicht Mw
von 30 000 bis 100 000 hat.
11. Verwendung von wasserlöslichen Kunststoff-Folien
als Verpackungsmaterial für Gefahrgutpulver wie
Aluminium oder Aluminium-Bronze.
12. Verwendung nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, daß der wasserlösliche
Kunststoff Polyvinylalkohol ist.
Priority Applications (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4238651A DE4238651C2 (de) | 1992-11-16 | 1992-11-16 | Verfahren zur Herstellung von Gasbeton |
| DE19924244729 DE4244729A1 (de) | 1992-11-16 | 1992-11-16 | Verwendung von aus Folien bestehenden Beuteln aus wasserlöslichem Kunststoff zum Verpacken von Al- oder Al-Bronze-Pulver |
Applications Claiming Priority (2)
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| DE4238651A DE4238651C2 (de) | 1992-11-16 | 1992-11-16 | Verfahren zur Herstellung von Gasbeton |
| DE19924244729 DE4244729A1 (de) | 1992-11-16 | 1992-11-16 | Verwendung von aus Folien bestehenden Beuteln aus wasserlöslichem Kunststoff zum Verpacken von Al- oder Al-Bronze-Pulver |
Publications (2)
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|---|---|
| DE4238651A1 true DE4238651A1 (de) | 1994-05-19 |
| DE4238651C2 DE4238651C2 (de) | 1996-03-28 |
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| DE19924244729 Ceased DE4244729A1 (de) | 1992-11-16 | 1992-11-16 | Verwendung von aus Folien bestehenden Beuteln aus wasserlöslichem Kunststoff zum Verpacken von Al- oder Al-Bronze-Pulver |
Country Status (1)
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|---|---|
| DE (2) | DE4238651C2 (de) |
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE4238651C2 (de) | 1996-03-28 |
| DE4244729A1 (de) | 1994-05-19 |
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