DE4234524C2 - Hybrid-Lagereinheit - Google Patents
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Hybrid-Lagereinheit
sowie ein Verfahren zu deren Betrieb.
Die ältere, jedoch nicht vorveröffentlichte Patentanmeldung
der selben Anmelderin gemäß DE 42 32 869 A1 schlägt eine
Hybrid-Lagereinheit und ein Verfahren zu deren Betrieb vor,
wobei die Hybrid-Lagereinheit eine Welle aufweist, ein frei
drehbar um die Welle herum angeordnetes Eingriffselement, ein
supraleitendes Lager, das mit einem Permanentmagneten und
einem supraleitenden Körper versehen und zwischen dem
Eingriffselement und der Welle angeordnet ist, ein nicht
supraleitendes Hilfslager, das zwischen der Welle und dem
Eingriffselement frei ein- und ausrückbar vorgesehen ist, und
eine Einrück/Ausrück-Einrichtung zum Ein- und Ausrücken des
Hilfslagers. Bei dem Betriebsverfahren für eine derartige
Hybrid-Lagereinheit wird zunächst eine vorbestimmte
Lagebeziehung zwischen dem supraleitenden Körper in dessen
nicht-supraleitendem Zustand und einem Permanentmagneten
geschaffen, dann wird der supraleitende Körper so weit
gekühlt, bis er seinen supraleitenden Zustand erreicht, und
dann wird die Lagebeziehung so geändert, daß zwischen dem
supraleitenden Körper und dem Permanentmagneten eine
resultierende Anziehungskraft wirkt.
Aus IEEE Transactions on Magnetics, Volume 27, No. 2, März
1991, Seiten 2423-2426 ist ein rein supraleitendes Lager aus
einem bestimmten Material bekannt, welches durch das
sogenannte QMG-Verfahren hergestellt wird. Um verschiedene
Supraleiter aus verschiedenen Materialien mit einem
konventionellen Gasdrucklager zu vergleichen wird weiterhin
in dieser Druckschrift ein Versuchsaufbau beschrieben, der
eine Lagereinheit aufweist, die aus einem supraleitenden
Lager aus Permanentmagnet und Supraleiter sowie aus mehreren
nicht supraleitenden Hilfslagern besteht, nämlich einem
Gasdruck-Axiallager und einem Gasdruck-Radiallager. Mit
diesem Versuchsaufbau vorgenommene Abklingzeitmessungen
ergeben erheblich bessere, nämlich kleinere Abklingwerte bei
einer Lagerung mittels Supraleiter und Permanentmagnet als
bei einer Lagerung mittels Gasdruck.
In der DE-OS 19 46 176 wird angestrebt, eine magnetische
Kreisellagerung so auszubilden, daß eine Dämpfung für
bestimmte Kreiselbewegungen unter Vermeidung mechanischer
Lagerteile unmittelbar, ohne Zwischenschaltung von Massen und
Federn, an einem Kreisel wirksam wird. Zu diesem Zweck wird
eine magnetische Kreisellagerung vorgeschlagen, bei der durch
bestimmte Polflächen, die mit elektrisch gut leitenden Teilen
oder Strompfaden versehen sind, infolge einer
Wirbelstrombildung eine sogenannte gedämpfte Fesselung des
Kreisels erzielt wird. Hierdurch kann erreicht werden, daß
überhaupt kein mechanisches Lager mehr erforderlich ist. Um
die mit einer kritischen Umdrehungsgeschwindigkeit
zusammenhängenden Schwierigkeiten, nämlich das Auftreten zu
großer Schwingungsamplituden, auszuschalten wird die
magnetische Kreisellagerung umschaltbar ausgebildet. Hierbei
werden umschaltbare magnetische Kreisel eingesetzt, so daß
durch einen geringeren Strom durch die Wicklungen ein
geringerer Wert des Kraftflusses in dem magnetischen Kreis
vorgesehen wird, und hierdurch die Steifheit der Lagerung
verkleinert und die kritische Drehzahl des Systems unter die
bereits erreichbare Momentandrehzahl verlegt wird. Der
Kreisel muß daher nicht den kritischen Bereich durchlaufen,
sondern läuft nach dieser Maßnahme sofort überkritisch und
kann gefahrlos weiter beschleunigt werden, worauf dann zur
Verbesserung der Dämpfung wieder die ursprüngliche Erregung
hergestellt werden kann; dies gilt beim Herauffahren des
Kreisels, und beim Abbremsen des Kreisels wird umgekehrt
verfahren.
In der JP 64-50754 A ist ein supraleitendes Lager für eine
horizontal angeordnete Welle beschrieben, die auch über ein
Hilfslager gelagert wird. Bei diesem supraleitenden Lager ist
zunächst ein unterer Lagerspalt kleiner als ein oberer
Lagerspalt, und daher ergibt sich eine nach oben gerichtete
Kraft. Diese Kraft hängt vom Quadrat der magnetischen
Feldstärke in dem Lagerspalt ab, und steigt daher mit
steigendem Ausgangsstrom an. Der Ausgangsstrom ist wiederum
von der Drehzahl der Welle abhängig, und daher steigt mit
steigender Drehzahl der Welle die Kraft, welche die Welle
anhebt und daher den oberen Lagerspalt zu verkleinern und den
unteren Lagerspalt zu vergrößern trachtet. Wenn die
magnetische Kraft zum Anheben der Welle ausreichend groß ist,
also bei ausreichend hoher Drehzahl der Welle, kann daher das
Hilfslager abgesenkt und von der Welle entfernt werden. Daher
wird bei diesem Stand der Technik die Welle zunächst rein
mechanisch abgestützt, bis infolge der wachsenden Drehzahl
der Welle die in dem supraleitenden Lager erzeugten
magnetischen Kräfte dazu ausreichen, die Welle allein
magnetisch zu lagern.
Zum besseren Verständnis der Erfindung wird nachstehend deren
technischer Hintergrund kurz erläutert.
Wellen, die sich bei extrem hohen Geschwindigkeiten
drehen, können nicht von gewöhnlichen Gleit- oder
Rollagern gelagert werden. Sie müssen in einem
berührungsfreien Zustand gehalten werden. Vor kurzem sind
Forschungsarbeiten für supraleitende Lagereinheiten als
Lagereinheiten zum Halten einer Drehwelle in einem
berührungsfreien Zustand durchgeführt worden. Diese
supraleitenden Lagereinheiten verwenden den Pinning-Effekt
des supraleitenden Körpers, wobei die Drehwelle in einem
schwebenden Zustand gehalten werden kann.
Eine derartige supraleitende Lagereinheit ist auf Seite 18
des Vortragsverzeichnisses der 1991 Spring Cryogenic
Engineering and Superconducting Symposium beschrieben.
Diese herkömmliche supraleitende Lagereinheit ist primär
für eine axiale Halterung in einer Schubrichtung
vorgesehen, wie im Prinzip in Fig. 5 und Fig. 6 gezeigt.
In Fig. 5 umfaßt sie einen ringförmigen oder kreisförmigen
Permanentmagneten 1 und zahlreiche aus einem
supraleitenden Material hergestellte Plättchen 2, die dem
Permanentmagneten 1 gegenüberliegend angeordnet sind. Der
Permanentmagnet 1 und die Plättchen 2 sind in jeweilige
Kupferscheiben 3 und 4 eingebettet. Außerdem sind die
Plättchen 2, die aus einem supraleitenden Oxid einer
Yttrium-Legierung (beispielsweise YBa2Cu3Ox)
hergestellt sind, in einem konzentrischen Kreis angeordnet.
Die Plättchen 2 nehmen einen supraleitenden Zustand an,
wenn die Scheibe 4 in die sie eingebettet sind, gekühlt
wird. Als Folge davon wird eine Kraft in der Richtung, die
eine Änderung des Abstandes zwischen den jeweiligen
Plättchen 2 und den Permanentmagneten 1 verhindert, auf
Grund des Pinning-Effekts, der zwischen den jeweiligen
Plättchen 2 und dem Permanentmagneten 1 ausgeübt wird,
erzeugt. Das heißt, daß eine Pinning-Kraft erzeugt wird,
wenn die Plättchen 2 supraleitend werden, die den von dem
Permanentmagneten 1 ausgehenden magnetischen Fluß in den
Plättchen 2 beschränkt.
Wenn der Abstand oder der Spalt zwischen dem
Permanentmagneten 1 und den Plättchen 2 größer wird,
wirkt eine anziehende
Kraft auf Grundlage der Pinning-Kraft zwischen dem Paar
von Elementen 1 und 2. In ähnlicher Art wirkt eine
abstoßende Kraft auf Grund der Pinning-Kraft zwischen dem
Paar von Elementen 1 und 2, wenn der Abstand zwischen dem
Permanentmagneten 1 und den Plättchen 2 abnimmt.
Der Abstand zwischen dem
Permanentmagneten 1 und den Plättchen 2 wird mittels
dieser anziehenden und abstoßenden Kräfte konstant
aufrecht erhalten. Außerdem verhindert die Pinning-Kraft
eine Abweichung der Lagebeziehung zwischen
dem Permanentmagneten 1 und den Plättchen 2 in einer
Oberflächenrichtung. Falls dementsprechend der
Permanentmagnet 1 an einer Drehwelle befestigt ist, kann
die Drehwelle in einem sich frei drehenden schwebenden
Zustand bezüglich der Scheibe 4 gehalten werden.
Fig. 6 zeigt eine Drehwelle 5, die mittels einer
supraleitenden Lagereinheit wie im Prinzip oben
beschrieben, in einem sich frei drehenden Zustand gehalten
wird. Zahlreiche Plättchen 2 sind in ein Paar von
jeweiligen Scheiben 4a eingebettet. Die beiden Scheiben
4a sind voneinander beabstandet und parallel angeordnet.
Jede der Scheiben 4a wird mittels flüssigen Stickstoffs
gekühlt, der in einer Kühlummantelung 7 in einem Gehäuse 6
gespeichert ist. Eine weitere Scheibe 3a ist zwischen dem
Paar Scheiben 4a an einem Mittelabschnitt der Drehwelle 5
fest befestigt, die durch das Innere des Paars von
Scheiben 4a läuft. Die Permanentmagneten 1 sind in untere
und obere Stirnflächen der Scheibe 3a eingebettet. Die
Permanentmagneten 1 sind so angeordnet, daß sie den
Plättchen 2 gegenüberliegen. Ein magnetischer Motor 8 ist
an einem Endabschnitt der Drehwelle 5 für ihre Umdrehung
vorgesehen.
Beim Einlassen von flüssigem Stickstoff in die
Kühlummantelung 7, werden die Plättchen 2, die in die
jeweiligen Scheiben 4a eingebettet sind, supraleitend. Als
Folge davon wird verhindert, daß sich die Scheibe 3a, die
fest an dem Mittelabschnitt der Drehwelle 5 befestigt ist,
von den jeweiligen Scheiben 4a zu weit entfernt oder
sich zu nahe an sie heranbeugt, so daß die Drehwelle 5 in
einem schwebenden Zustand gehalten wird, in dem sie
gedreht werden kann.
Bei einer herkömmlichen supraleichten Lagereinheit mit der
obigen herkömmlichen Konstruktion, ist es leicht möglich,
daß die radiale Festigkeit oder Stabilität niedriger ist,
als die Festigkeit oder Stabilität in der Schubrichtung.
Bei der supraleitenden Lagereinheit wie beispielsweise in
der Fig. 6 gezeigt, sind die radiale Festigkeit oder
Stabilität und die Lastlagerungskapazität besonders
niedrig, da die Plättchen 2 aus supraleitendem Material
und der Permanentmagnet 1 in der Schubrichtung einander
gegenüber liegen. Bei einer supraleitenden Lagereinheit,
bei der ein supraleitender Körper und ein Permanentmagnet
einander gegenüber in der Radialrichtung angeordnet sind,
kann die radiale Festigkeit oder Stabilität und
Lastkapazität im Vergleich mit der supraleitenden
Lagereinheit aus Fig. 6 erhöht werden, doch ist es im
allgemeinen schwierig, eine ausreichende radiale
Festigkeit oder Stabilität und Lastlagerungskapazität
sicher zu stellen.
Als Folge davon ist es bei herkömmlichen supraleitenden
Lagereinheiten, bei denen eine Drehwelle innerhalb eines
Lagergehäuses gelagert ist oder ein Rotor so gelagert ist,
daß er sich frei um eine Achse drehen kann, nicht möglich,
die Umdrehungsgeschwindigkeit der Drehwelle oder des
Rotors über die kritische Geschwindigkeit zu heben,
welche im folgenden noch näher erläutert wird.
Das bedeutet, daß das drehende Material der Drehwelle oder
des Rotors eine bestimmte charakteristische
Resonanzfrequenz besitzt, die mit der Lagerfestigkeit oder
Stabilität und dergleichen zusammenhängt. Wenn sich die
Umdrehungsgeschwindigkeit des sich drehenden Materials bis
zu diesem Punkt erhöht, stimmt die
Umdrehungsgeschwindigkeit mit der Resonanzfrequenz
überein, welches ein sogenanntes "Wirbelphänomen" (zu große Schwingungsamplituden oder eine
zu starke Nutation) zur Folge
hat, welches eine heftige Lageänderung des sich
drehenden Körpers in der radialen Richtung bewirkt. Die
Umdrehungsgeschwindigkeit, bei der dieses Phänomen
auftritt, wird als die gefährliche oder kritische
Geschwindigkeit des sich drehenden Systems bezeichnet. Der
Ausdruck "kritische Geschwindigkeit" wird in dieser
Beschreibung verwendet. Wenn die Umdrehungsgeschwindigkeit
des sich drehenden Körpers niedriger als die "kritische
Geschwindigkeit" ist, oder wenn sie die "kritische
Geschwindigkeit" überschreitet, hört die zu starke Nutation des sich
drehenden Körpers auf und der sich drehende Körper dreht
sich gleichmäßig.
Lagereinheiten wie Gleitlager, Flüssigkeitslager und
Rollager, die ganz allgemein bis jetzt verwendet worden
sind, besitzen eine radiale Festigkeit oder Stabilität und
Lastlagerungskapazität, die ausreichend groß ist, so daß
sich die "kritische Geschwindigkeit" in einem Bereich
höherer Umdrehungsgeschwindigkeiten befindet. Wenn
Betriebsgeschwindigkeiten unterhalb der kritischen
Geschwindigkeit eingestellt sind, besitzen die
Lagereinheiten dementsprechend eine ausreichende
Betriebslebensdauer.
Andererseits erscheinen bei den supraleitenden
Lagereinheiten, bei denen die radiale Festigkeit oder
Stabilität und Lastlagerungskapazität klein ist, die
"kritischen Geschwindigkeiten" in dem Bereich niedrigerer
Umdrehungsgeschwindigkeiten. Falls ein von einer
supraleitenden Lagereinheit gehaltenes Element die
niedrige "kritische Geschwindigkeit" umgehen könnte,
könnte somit die Umdrehungsgeschwindigkeit des sich
drehenden Elementes sehr hohe Umdrehungsgeschwindigkeiten
erreichen.
Mit einem Gleitlager oder Rollager ist auf Grund der Wärme, die erzeugt wird, wenn ein Betrieb
mit extrem hoher
Umdrehungsgeschwindigkeit erfolgt, eine ausreichende
Lebensdauer
nicht zu erzielen.
Andererseits kann mit magnetischen Lagern vom steuerbaren
Typ, die aus magnetischen Materialien bestehen, die mit
einem Elektromagneten zusammengesetzt sind, ein
schwebender Zustand des sich drehenden Elementes durch
Steuern der Energie des Elektromagneten aufrechterhalten
werden. Obwohl diese Art von steuerbaren magnetischen
Lagern die obigen Probleme beseitigt, erfordert sie einen
höchstgenauen Positionssensor und eine Steuereinrichtung
mit einem hervorragenden Reaktionsverhalten, welches einen
komplizierten Aufbau und hohe Herstellungskosten zur Folge
hat.
Die Hybrid-Lagereinheit der vorliegenden
Erfindung wurde angesichts der oben erwähnten Umstände
durchgeführt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Hybrid-
Lagereinheit und ein Verfahren zu deren Betrieb vorzuschlagen,
bei welchem keine durch die kritische Umdrehungsge
schwindigkeit hervorgerufene Probleme auftreten. Die
Aufgabe wird durch eine Hybrid-Lagereinheit mit den im
Patentanspruch 1 angegebenen Merkmalen bzw. ein
Verfahren mit den im Patentanspruch 2 angegebenen
Maßnahmen gelöst.
Bei der vorliegenden Erfindung ist das Hilfslager zwischen der Welle
und dem Eingriffselement eingerückt bis die
Umdrehungsgeschwindigkeit des Drehelements (das heißt, die
Welle bei dem Fall, bei dem das Eingriffselement stationär
ist, oder das Eingriffselement bei dem Fall, bei dem die
Welle stationär ist) die "kritische Geschwindigkeit" No
des supraleitenden Lagers übersteigt. Als Folge davon,
werden die Welle und das Eingriffselement so gehalten,
daß sie relativ zueinander mittels des Hilfslagers frei
drehbar sind. Da das Hilfslager eine ausreichend große
radiale Festigkeit oder Stabilität oder
Lastlagerungskapazität besitzt, ist die "kritische
Geschwindigkeit" N1 aus Grundlage der Lagerfestigkeit oder
Stabilität des Hilfslagers in ausreichenden Maße
größer als die "kritische Geschwindigkeit" No. Als Folge
davon ist es möglich, daß die Umdrehungsgeschwindigkeit
des sich drehenden Elements die "kritische
Geschwindigkeit" No des supraleitenden Lagers
überschreiten kann, ohne das Wirbelphänomen zu unterlaufen.
Wenn die Umdrehungsgeschwindigkeit die "kritische
Geschwindigkeit" No übersteigt, löst die
Einrück/Ausrück-Einrichtung den Eingriff des Hilfslagers
von dem sich drehenden Element, das von dem supraleitenden
Lager gehalten wird. Da das Drehelement allein
durch das supraleitende Lager gehalten wird, tritt die
Situation, bei der die Geschwindigkeit des sich drehenden
Elements die "kritische Geschwindigkeit" N1 bezüglich des
Hilfslagers erreicht, nicht auf, so daß die "kritische
Geschwindigkeit" N1 durchlaufen werden kann, wodurch eine
Drehung mit extrem hoher Geschwindigkeit oberhalb der
"kritischen Geschwindigkeit" N1 erreicht werden kann.
In den Zeichnungen zeigen:
Fig. 1 einen vertikalen Querschnitt eines ersten
Ausführungsbeispiels der vorliegenden Erfindung;
Fig. 2 eine vertikale Teilquerschnittsansicht eines
zweiten Ausführungsbeispiels der vorliegenden
Erfindung;
Fig. 3 eine vertikale Teilquerschnittsansicht eines
dritten Ausführungsbeispiels der vorliegenden
Erfindung;
Fig. 4 ein Blockschaltbild, das ein Beispiel einer
Steuerschaltung zeigt;
Fig. 5 eine perspektivische Ansicht, die das grundlegende
Prinzip einer herkömmlichen supraleitenden
Lagereinheit zeigt; und
Fig. 6 eine perspektivische Ansicht, die die supraleitende
Lagereinheit der Fig. 5 zum drehbaren Halten einer
Welle zeigt.
In einem ersten Ausführungsbeispiel der vorliegenden
Erfindung, das in Fig. 1 gezeigt ist, ist als Drehkörper eine Welle
10 so gehalten, daß sie sich frei innerhalb als Gehäuse ausgebildeten
Eingriffselements 9 bewegen kann. Das
Eingriffselement 9 besitzt eine
zylindrische Wand 11, deren obere und untere Enden mit
einer oberen Platte 12 bzw. einer unteren Platte 13
abgedeckt sind. Die Welle 10 wird zur zylindrischen
Wand 11 innerhalb des Eingriffselements 9 konzentrisch gehalten.
Ein Paar von oberen und unteren Permanentmagneten 14a und
14b sind mit einem Abstand an zwei Positionen auf der
äußeren Umfangsfläche
der Welle fest angebracht.
Ein Paar supraleitende Körper 15a und 15b sind fest direkt
über dem Permanentmagneten 14a bzw. direkt unterhalb des
Permanentmagneten 14b auf der inneren Umfangsfläche der
zylindrischen Wand 11 angeordnet. Die untere Fläche des
supraleitenden Körpers 15a liegt der oberen Fläche des
oberen Permanentmagneten 14a mit einem Lagerspalt 16a
dazwischen gegenüber. Eine (in der Figur nicht gezeigte)
Kühlummantelung ist auf der inneren Umfangsfläche der
zylindrischen Wand 11 so vorgesehen, daß sie einen. Teil
jedes supraleitenden Körpers 15a und 15b umgibt. Ein (in
der Figur nicht gezeigtes) Zuführungs/Auslass-Tor ist auf
einem Abschnitt des Eingriffselements 9 vorgesehen, so daß ein
flüssiges Stickstoff-Kühlmittel über das
Zuführungs/Auslass-Tor an die Ummantelung zugeführt bzw.
dadurch ausgestoßen werden kann.
Konische Vorsprünge 17a und 17b, zur Welle 10
konzentrisch angeordnet, sind an einem oberen bzw. unteren Ende
der Welle 10 gebildet. Ein oberes Hilfslager 18a ist auf
einem Mittelabschnitt der unteren Fläche der oberen Platte
12 an einem Abschnitt gebildet, der dem oberen Ende der
Drehwelle 10 entspricht. Ein unteres Hilfslager 18b ist auf
einem Mittelabschnitt der unteren Fläche der unteren
Platte 13 an einem Abschnitt vorgesehen, der dem unteren
Ende der Welle 10 entspricht. Eine konische Aufnahme
19a, die den konischen Vorsprung 17a bündig aufnimmt, ist
auf einer unteren Fläche des oberen Hilfslagers 18a gebildet,
während eine konische Aufnahme 19b, die den konischen
Vorsprung 17b bündig aufnimmt, auf einer oberen Fläche des
unteren Hilfslagers 18b gebildet ist.
Der konische Vorsprung 17a und/oder die konische Aufnahme
19a und der konische Vorsprung 17b und/oder die konische
Aufnahme 19b ist mit einem trockenen Gleitmittel,
beispielsweise Graphit oder Molybdän-Disulfid, oder mit
einem feuchten Gleitmittel, beispielsweise Fett, bestrichen
oder geschmiert. Wenn die konischen Vorsprünge 17a und 17b
mit der konischen Aufnahme 19a bzw. 19b in Kontakt
gebracht werden, ist das Hilfslager 18a bzw. 18b in Form eines
Gleitlagers betriebsfähig.
Bei dem Hilfslager kann es sich um einen dynamischen
Flüssigkeits- oder statischen Druckflüssigkeits-Typ
handeln. Ein dynamisches Flüssigkeitslager ist so
konstruiert, daß eine dynamische Ausnehmung in wenigstens
einer der Flächen der konischen Vorsprünge 17a (17b) und
der konischen Aufnahmen 19a (19b), die den Vorsprüngen 17a
(17b) gegenüberliegen, gebildet ist, derart, daß ein Luft-
oder Ölfilm zwischen jeweiligen Paaren von Flächen 17a
(17b) und 19a (19b) gebildet wird, wenn sich die Drehwelle
dreht. Bei einem Lager vom statischen Flüssigkeitstyp wird
eine verdichtete Flüssigkeit zwischen den jeweiligen
Paaren vom Flächen 17a (17b) und 19a (19b) mittels einer
(in der Figur nicht gezeigten) Zuführungseinrichtung für
verdichtete Flüssigkeit geleitet.
Das obere Hilfslager 18a ist fest an der unteren Fläche der
unteren Platte 12 angebracht, während das untere Hilfslager 18b
über der unteren Platte 13 so gehalten wird, daß es sich
frei heben und senken kann. Eine Ausdehnungsmanschette 20
wird in Eingriff stehend gehalten, indem ihr unterer Rand
mit einem Mittelabschnitt der unteren Fläche der unteren
Platte 13 im Eingriff steht. Das untere Hilfslager 18b ist auf
einem oberen Rand der
Ausdehnungsmanschette 20 in Eingriff stehend gehalten.
Eine Zuführungsöffnung 21 und eine Auslaßöffnung 22 sind
in einem Mittelabschnitt der unteren Platte 13 vorgesehen,
der von der Ausdehnungsmanschette 20 umgeben ist.
Druckluft wird mittels der Zuführungsöffnung 21 oder der
Auslaßöffnung 22 der Ausdehnungsmanschette 20 zugeführt
bzw. von ihr abgegeben. Die Ausdehnungsmanschette 20, die
Zuführungsöffnung 21 und die Auslaßöffnung 22 bilden die
Einrück/Ausrückeinrichtung, wodurch das untere Hilfslager 18b
angehoben oder abgesenkt werden kann, um das Hilfslager 18a, 18b
einzurücken oder auszurücken. Das untere Hilfslager 18b greift
in einen (nicht gezeigten) Führungsabschnitt ein, der
innerhalb des Eingriffselements 9 vorgesehen ist, so daß ermöglicht
wird, daß sich das untere Hilfslager 18b frei nach oben und
unten bewegen kann, aber verhindert wird, daß das untere Hilfslager
18b sich in Radialrichtung bewegt.
Außerdem ist ein Rotor 23 auf einer äußeren Umfangsfläche
an einem unteren Endabschnitt der Welle 10 befestigt,
während ein Stator 24 auf einer inneren Umfangsfläche der
zylindrischen Wand 11 an einer dem Rotor 23
entsprechenden Position vorgesehen ist. Der Rotor 23 und
der Stator 24 bilden einen elektrischen Motor 25 zum Drehantrieb der
Welle 10. Durch die folgende Betriebsweise
kann, mit der wie oben beschrieben konstruierten
Hybrid-Lagereinheit der vorliegenden Erfindung die
Welle 10 mit einer hohen Geschwindigkeit oberhalb der
"kritischen Geschwindigkeit" No gedreht werden.
Bevor dem elektrischen Motor 25 Energie zugeführt wird,
wird der Ausdehnungsmanschette 20 Druckluft über die
Zuführungsöffnung 21 zugeführt, wodurch das untere
Hilfslager 18b zusammen mit der Welle 10 gehoben wird. Als
Folge davon paßt der konische Vorsprung 17a bündig in die
konische Aufnahme 19a des oberen Hilfslagers 18a und der
konische Vorsprung 17b paßt bündig in die konische
Aufnahme 19b des unteren Hilfslagers 18b. Durch das
obere und untere Gleitlager wird in diesem Zustand die
Welle 10 so gehalten, daß sie sich frei innerhalb des Eingriffs
elements (Gehäuses) 9 drehen kann. Außerdem werden in diesem Zustand
das Paar von oberen und unteren Permanentmagneten 14a und
14b und supraleitenden Körpern 15a und 15b jeweils
zueinander konzentrisch gehalten. Zugleich werden die
Lagerspalte 16a und 16b variiert, so daß der obere
Lagerspalt 16a kleiner wird (so nahe am Minimum wie
möglich), während der untere Lagerspalt 16b größer wird.
Danach wird die Energieversorgung für den elektrischen
Motor 25 eingeschaltet und die Welle 10 beginnt sich
zu drehen. Die "kritische Geschwindigkeit" No des
supraleitenden Lagers ist durch die Masse der Welle 10
und die daran befestigten Elemente und durch die
Lagerfestigkeit oder Stabilität des supraleitenden Lagers
bestimmt. Jedoch besteht mit dem Gleitlager, also dem Hilfslager 18a, 18b
das aus dem oberen Hilfslager 18a und dem unteren Hilfslager 18b besteht,
eine ausreichende Lastlagerungskapazität und
Festigkeit oder Stabilität in der radialen Richtung, so
daß die "kritische Geschwindigkeit" N1, die durch die
Lagerfestigkeit oder Stabilität des Hilfslagers bestimmt
wird, im Vergleich mit der "kritischen Geschwindigkeit" No
des supraleitenden Lagers ausreichend hoch ist. Sogar wenn die
Umdrehungsgeschwindigkeit der Welle 10 allmählich
ansteigt, bis die Umdrehungsgeschwindigkeit die "kritische
Geschwindigkeit" No des supraleitenden Lagers erreicht,
tritt dementsprechend eine zu hohe Schwingungs
amplitude der Welle 10 nicht auf.
Die Umdrehungsgeschwindigkeit der Welle 10 steigt dann
über die "kritische Geschwindigkeit" No an. Nach
Überschreiten der "kritischen Geschwindigkeit" No wird die
Druckluft in der Ausdehnungsmanschette 20 über die
Auslassöffnung 22 abgegeben und das untere Hilfslager 18b senkt
sich ab. In dem Zeitabschnitt, nachdem Druckluft an die
Ausdehnungsmanschette 20 über die Zuführungsöffnung 21
zugeführt worden ist und bevor die Druckluft über die
Auslaßöffnung 22 abgegeben wird, wird flüssiger Stickstoff
in die (nicht gezeigte) in dem Eingriffselement 9 vorgesehene
Kühlummantelung geleitet. Als Folge davon wird das Paar
von supraleitenden Körpern 15a und 15b in den
supraleitenden Zustand gebracht.
Dadurch wird die Haltekraft für die Welle 10, die
durch das untere Hilfslager 18b vorgesehen wird, durch dessen Absenken
beseitigt, sobald die
supraleitenden Körper 15a und 15b supraleitend geworden
sind. Die Welle 10 und der obere und der untere
Permanentmagnet 14a und 14b sinken
unter ihrem Gewicht als Folge der Beseitigung der
Haltekraft herab. Dabei wird der obere Lagerspalt 16a
größer, während der untere Lagerspalt 16b kleiner wird.
In diesem Zustand erzeugt der von dem Paar von
Permanentmagneten 14a und 14b ausgehende magnetische Fluß
einen Pinning-Effekt innerhalb der supraleitenden Körper
15a und 15b. Als Folge davon erhöht sich die Kraft
zwischen den gegenüberliegenden Elementen 14a und 14b, 15a
und 15b in einer Richtung, so daß die gegenseitige Lageänderung
der Permanentmagneten 14a und 14b
und der supraleitenden Körpern 15a und 15b verhindert wird.
Also wirkt bei absinkender Welle 10 etc. unter
ihrem Eigengewicht eine anziehende Kraft
auf Grund der Pinning-Kraft zwischen dem oberen
Permanentmagneten 14a und dem supraleitenden Körper 15a,
und eine abstoßende Kraft auf Grund der Pinning-Kraft
wirkt zwischen dem unteren Permanentmagneten 14b und dem
supraleitenden Körper 15b. Als Folge davon wird das Absinken
der Welle 10 gestoppt, wobei das Eigengewicht durch
die anziehenden und abstoßenden Kräfte ausgeglichen wird.
Außerdem wird eine Lageänderung der Welle
10 in der radialen Richtung mittels einer Kraft auf Grund
der Pinning-Kraft verhindert.
Dementsprechend wird nach Verlust der bisher durch das untere
Hilfslager 18b bereitgestellten Haltekraft die Welle 10 zu dem Eingriffs
element (Gehäuse) 9 konzentrisch in einem schwebenden Zustand
gehalten. Dementsprechend wirken keine Reibungskräfte auf die
Umdrehung der Welle 10 mehr ein. In
diesem Zustand hat die Umdrehungsgeschwindigkeit der
Welle 10 bereits die "kritische Geschwindigkeit" No
überschritten. Dementsprechend werden zu hohe Schwingungsamplituden der
Welle 10 vermieden, wodurch ermöglicht wird, daß sich
die Welle 10 mit einer extrem hohen Geschwindigkeit
dreht.
Die "kritische Geschwindigkeit" No der Drehwelle 10, die
durch die Lagerfestigkeit oder Stabilität des
supraleitenden Lagers bestimmt wird, variiert in
Abhängigkeit von Parametern wie beispielsweise des
Materials, des Durchmessers und der Länge der
Welle 10 und des Gewichts und der Positionierung von
Elementen die an der Welle 10 befestigt werden. Falls
die Welle 10 beispielsweise als eine Lagerspindel
einer Zentrifugal-Abscheidevorrichtung verwendet wird,
ist die "kritische Geschwindigkeit" ungefähr 2000-3000
Umdrehungen pro Minute (33,3 bis 50,0 s-1). Außerdem ist die Zeit, die die
Welle 10 benötigt, um aus dem stationären Zustand, wenn
der elektrische Motor 25 gestartet wird, auf oberhalb der
"kritischen Geschwindigkeit" No der Welle 10 zu
beschleunigen, extrem kurz und in der Größenordnung
einiger Sekunden bis einiger Zehntelsekunden.
Dementsprechend kann die Welle 10 während einer
Beschleunigung zum Durchlaufen der "kritischen
Geschwindigkeit" No durch das als Gleitlager ausgebildete Hilfslager 18a, 18b ohne irgendwelche
Probleme gehalten werden.
Fig. 2 zeigt ein zweites Ausführungsbeispiel der
vorliegenden Erfindung. In diesem Beispiel sind runde
Vorsprünge 26a und 26b an der unteren Endfläche des
oberen Hilfslagers 18a bzw. der Welle 10 gebildet, und
konkave Abschnitte 27a und 27b sind an der oberen
Endfläche der Welle 10 bzw. des unteren Hilfslagers 18b
gebildet.
Der jeweilige runde Vorsprung 26a bzw. 26b steht mit dem zugehörigen
runden konkaven Abschnitt 27a bzw. 27b
im Eingriff, wenn sich das untere Hilfslager 18b hebt, wenn der
Ausdehnungsmanschette 20 Druckluft zugeführt wird. Das
obere und untere Paar von Permanentmagneten 14a und 14b
bzw. supraleitende Körper 15a und 15b (Fig. 1) werden dann
zueinander konzentrisch. Zugleich werden durch den Eingriff
zwischen dem jeweiligen Vorsprung 26a, 26b und der jeweiligen runden
konkaven Ausnehmung 27a, 27b ein oberes und ein unteres
Gleitlager als Hilfslager geschaffen. Andere Aspekte der
Konstruktion und des Betriebs sind im wesentlichen die
gleichen wie für das erste Ausführungsbeispiel. Falls
erforderlich, können beispielsweise dynamische
Ausnehmungen in den Eingriffsflächen gebildet werden.
Fig. 3 zeigt ein drittes Ausführungsbeispiel der
vorliegenden Erfindung, bei dem Rollager als
Hilfslager verwendet werden. Eine obere Aufnahme 29a wird
auf einem Mittelabschnitt der unteren Fläche der oberen
Platte 12 so gehalten, daß sie sich mittels eines
Rillenkugellagers 28a frei drehen kann. Eine untere
Aufnahme 29b ist auf einem oberen Endabschnitt der auf dem
Mittelabschnitt der unteren Platte 13 vorgesehenen
Ausdehnungsmanschette 20 gehalten, um sich mittels eines
Tiefnut-Kugellagers 28b frei zu drehen.
Konische Vorsprünge 17a und 17b sind am oberen bzw. unteren
Ende der Drehwelle 10 vorgesehen, und konische Aufnahmen 19a
und 19b sind auf der unteren Fläche der Aufnahme 29a am
oberen Ende bzw. auf der unteren Fläche der Aufnahme 29b
am unteren Ende gebildet. Das Paar von oberen und unteren
Permanentmagneten 14a und 14b und supraleitenden Körpern
15a und 15b (Fig. 1) werden zueinander konzentrisch, wenn
die Aufnahme 29b am unteren Ende angehoben wird, wenn
Druckluft in die Ausdehnungsmanschette 20 geleitet wird.
Mit dieser Anordnung ist ein Gleiten zwischen dem
jeweiligen konischen Vorsprung 17a bzw. 17b und der zugehörigen konischen
Aufnahme 19a bzw. 19b nicht notwendig. Andere Aspekte der
Konstruktion und des Betriebs sind im wesentlichen die
gleichen wie bei dem ersten und zweiten
Ausführungsbeispiel.
Fig. 4 zeigt ein Beispiel für eine Steuereinrichtung für eine
Hybrid-Lagereinheit gemäß der vorliegenden Erfindung.
Ein Erfassungssignal A von einem
Umdrehungsgeschwindigkeitssensor 30, der die
Umdrehungsgeschwindigkeit der Welle 10 erfaßt, wird
einer Steuereinrichtung 31 eingegeben. Die
Steuereinrichtung 31 gibt ein Steuersignal B an die
Einrück/Ausrück-Einrichtung 32 ab, um das Hilfslager
einzurücken oder auszurücken.
Die Steuereinrichtung 31 umfaßt eine Einstelleinrichtung
33 zum Einstellen einer Geschwindigkeit über der
"kritischen Geschwindigkeit" No und zum Speichern dieser
Einstellung, einen Vergleicher 34 zum Vergleichen eines
Einstellsignals C, das von der Einstelleinrichtung 33
abgegeben wird, mit dem Erfassungssignal A und zum Abgeben
eines Befehlsignals D, wenn das Erfassungssignal A größer oder
gleich dem Einstellsignal C ist, und einen
Steuerschaltkreis 35 zum Abgeben eines Steuersignals B auf
Grundlage des Befehlssignals D.
Die Steuereinrichtung dient zum Steuern der
Hybrid-Lagereinheit der vorliegenden Erfindung.
Wenn die Welle 10 aus dem stationären Zustand
gestartet wird, wird dann mit dieser Steuereinrichtung
selbsttätig die
Geschwindigkeit der Welle ohne Auftreten einer zu großen
Schwingungsamplitude in die Nähe der "kritischen Geschwindigkeit" No
angehoben. Das heißt, daß unmittelbar nach Starten aus dem
Stoppzustand und während eines Zustandes, bei dem die
Umdrehungsfrequenz niedrig ist, die Steuereinrichtung so
arbeitet, daß der Ausdehnungsmanschette 20 der
Einrück/Ausrückeinrichtung 32 Druckluft zugeführt wird. Wenn
dann die Umdrehungsgeschwindigkeit der Welle 10 die
"kritische Geschwindigkeit" No überschreitet, arbeitet die
Steuereinrichtung so, daß automatisch Druckluft aus der
Ausdehnungsmanschette 20 abgelassen wird, wodurch der Eingriff
der Welle mit dem als Gleitlager, Flüssigkeitslager oder
Rollager ausgebildeten Hilfslager gelöst wird.
Elemente, die mittels des Steuersignals B betrieben
werden können, umfassen beispielsweise ein in der
Zuführungs/Auslasschaltung für Druckluft vorgesehenes
Schaltventil vom elektromagnetischen Typ. Außerdem ist es
möglich, die Ausdehnungsmanschette 20 durch ein Solenoid
zu ersetzen. Somit kann mit einer aus diesem Solenoid
gebildeten Einrück/Ausrück-Einrichtung 32 das Solenoid
direkt von dem Steuersignal B betätigt werden.
In der obigen Beschreibung dreht sich die Welle 10
innerhalb eines festen Gehäuses als Eingriffselement 9. Jedoch ist die
vorliegende Erfindung nicht auf diese Ausbildung beschränkt
und kann auch bei einem Rotor angewendet werden, der sich
um eine feste Achse dreht.
Mit der Hybrid-Lagereinheit gemäß der vorliegenden
Erfindung ist es möglich, die Umdrehungsgeschwindigkeit
eines sich drehenden Körpers, beispielsweise einer
Welle, über die "kritische Geschwindigkeit" hinaus zu
beschleunigen. Dementsprechend leistet die vorliegende
Erfindung einen beträchtlichen Beitrag für die praktische
Verwendung von Hybrid-Lagereinheiten mit
niedriger Festigkeit oder radialer Stabilität und
niedriger Lastlagerungskapazität.
Claims (3)
1. Hybrid-Lagereinheit mit
einer Welle (10);
einem Eingriffselement (9), das frei drehbar um die Welle (10) herum angeordnet ist,
einem supraleitenden Lager, das einen Permanentmagneten (14a, 14b) und einen supraleitenden Körper (15a, 15b) aufweist und zwischen dem Eingriffselement (9) und der Welle (10) vorgesehen ist,
einem nicht supraleitenden Hilfslager (18a, 18b), das zwischen der Welle (10) und dem Eingriffselement (9) vorgesehen ist und einen frei ein- und ausrückbaren Hilfslagerabschnitt (18b) aufweist,
einer Einrück/Ausrück-Einrichtung (20-22) zum Ein- und Ausrücken des Hilfslagerabschnitts (18b),
mit einem Umdrehungsgeschwindigkeitssensor (30) zur Erfassung der Umdrehungsgeschwindigkeit der Welle (10) oder des Eingriffselements (9),
und einer Steuereinrichtung (31) für die Einrück/Ausrück-Einrichtung (20-22),
wobei die Steuereinrichtung (31) dazu ausgebildet ist, unterhalb einer kritischen Umdrehungsgeschwindigkeit (No) des supraleitenden Lagers das Einrücken des Hilfslagerabschnitts (18b) zu veranlassen, wodurch die Welle (10) durch das Hilfslager (18a, 18b) gelagert wird, und nach Überschreiten der kritischen Umdrehungsgeschwindigkeit (No) das Ausrücken des Hilfslagerabschnitts (18b) zu veranlassen.
einer Welle (10);
einem Eingriffselement (9), das frei drehbar um die Welle (10) herum angeordnet ist,
einem supraleitenden Lager, das einen Permanentmagneten (14a, 14b) und einen supraleitenden Körper (15a, 15b) aufweist und zwischen dem Eingriffselement (9) und der Welle (10) vorgesehen ist,
einem nicht supraleitenden Hilfslager (18a, 18b), das zwischen der Welle (10) und dem Eingriffselement (9) vorgesehen ist und einen frei ein- und ausrückbaren Hilfslagerabschnitt (18b) aufweist,
einer Einrück/Ausrück-Einrichtung (20-22) zum Ein- und Ausrücken des Hilfslagerabschnitts (18b),
mit einem Umdrehungsgeschwindigkeitssensor (30) zur Erfassung der Umdrehungsgeschwindigkeit der Welle (10) oder des Eingriffselements (9),
und einer Steuereinrichtung (31) für die Einrück/Ausrück-Einrichtung (20-22),
wobei die Steuereinrichtung (31) dazu ausgebildet ist, unterhalb einer kritischen Umdrehungsgeschwindigkeit (No) des supraleitenden Lagers das Einrücken des Hilfslagerabschnitts (18b) zu veranlassen, wodurch die Welle (10) durch das Hilfslager (18a, 18b) gelagert wird, und nach Überschreiten der kritischen Umdrehungsgeschwindigkeit (No) das Ausrücken des Hilfslagerabschnitts (18b) zu veranlassen.
2. Hybrid-Lagereinheit nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß der Hilfslagerabschnitt
(29b) über ein Rollenlager (28b) an dem Eingriffselement
(9) angebracht ist.
3. Verfahren zum Betreiben einer Hybrid-Lagereinheit für
eine Welle (10) und ein Eingriffselement (9), das
bezüglich der Welle (10) relativ drehbar ist, wobei die
Hybrid-Lagereinheit ein supraleitendes Lager mit einem
Permanentmagneten (14a, 14b) und einem supraleitenden
Element (15a, 15b) zwischen der Welle (10) und dem
Eingriffselement (9), ein nicht-supraleitendes
Hilfslager (18a, 18b) zwischen der Welle (10) und dem
Eingriffselement (9), und eine Einrück/Ausrück-
Einrichtung (20-22) für das Hilfslager (18a, 18b)
aufweist, mit folgenden Schritten:
- a) Erfassen der Umdrehungsgeschwindigkeit der Welle (10) oder des Eingriffselements (9);
- b) Einrücken eines Hilfslagerabschnitts (18b) zwischen der Welle (10) und dem Eingriffselement (9) mittels der Einrück/Ausrück-Einrichtung (20-22) zum Lagern der Welle (10) durch das Hilfslager (18a, 18b) solange, bis die Umdrehungsgeschwindigkeit der Welle (10) oder des Eingriffselements (9) eine kritische Geschwindigkeit (No) des supraleitenden Lagers übersteigt;
- c) Ausrücken des Hilfslagerabschnitts (18b) mittels der Einrück/Ausrück-Einrichtung (20-22), nachdem die Umdrehungsgeschwindigkeit die kritische Geschwindigkeit (No) überschritten hat.
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