DE4231459C1 - Verfahren zum Vermeiden von schußfehlerbedingten Gewebemarkierungen und Webmaschine zum Durchführen des Verfahrens - Google Patents
Verfahren zum Vermeiden von schußfehlerbedingten Gewebemarkierungen und Webmaschine zum Durchführen des VerfahrensInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Vermeiden von schuß
fehlerbedingten Gewebemarkierungen
gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 1 sowie eine Webmaschine zum Durchführen des
Verfahrens.
Eine Unterbrechung des Webprozesses und damit ein Webmaschinen
stop ist auf die unterschiedlichsten Ursachen zurückzuführen.
So wird eine Unterbrechung des Webprozesses u. a. dann erfolgen,
wenn ein fehlerhafter Schußfaden in das Webfach eingetragen und
ein Webfachwechsel den Schußfaden in die Kettfäden nach dem
Detektieren des Webmaschinenstop einbindet.
Nach einer schußfehlerbedingten Unterbrechung des Webprozesses
bleibt die Hauptantriebswelle der Webmaschine bei einem Dreh
winkel von ca. 60 Grad nach dem Anschlagen des Schußfadens
durch das Webblatt stehen. Der defekte Schußfaden ist an das
fertige Gewebe angeschlagen und abgebunden.
Zur Behebung des sogenannten Schußfehlers wird - wie an sich
bekannt - das Webfach durch Zurückdrehen von mehr als 60
Drehwinkelgraden der Webmaschinenhauptwelle und durch Zurück
drehen des Schaftantriebes geöffnet. Ist das zuvor geschlossene
Webfach wieder geöffnet, wird der angeschlagene defekte Schuß
faden vom Gewebe in bekannter Weise entfernt.
Nachdem der defekte Schußfaden entnommen wurde, muß die Schaft
maschine bzw. deren Antrieb vor dem erneuten Starten der
Webmaschine die Bindung des entnommenen defekten Schußfadens
noch einmal Einlesen. Das bedeutet, daß die den Bewegungsablauf
der Schaftmaschine steuernden elektronischen und mechanischen
Mittel in die Position zurückversetzt werden müssen, die jener
vor dem Anschlagen des defekten Schußfadens entspricht.
Bei Webmaschinen, in denen die Webmaschinenhauptwelle gleich
zeitig der Antrieb für die Schaftmaschine ist, Webmaschine und
Schaftmaschine sind also starr über getriebliche Mittel mitein
ander gekoppelt, führt das Webblatt beim Auflösen der Bindung
daher zwangsläufig ein nochmaliges Anschlagen des an der
Gewebekante anliegenden defekten Schußfaden aus, bevor das
Webblatt in seine rückwärtige Position schwenkt. Das Webblatt
schlägt also zwangsläufig an die Gewebeanschlaglinie an. Dieses
Anschlagen führt insbesondere bei Geweben mit "Vortuch" zu
unerwünschten und meist erst nach dem Ausrüsten (z. B. Färben,
Mercerisieren) des Gewebes, zu sichtbaren Markierungen oder
sogenannten Schußstreifen.
Es wurden bisher Bemühungen unternommen, diese Fehlerstellen
durch ein Verschieben der Webware bzw. der Gewebeanschlaglinie
in Richtung des Warenabzugs zu unterbinden.
Ein diesbezüglicher Lösungsvorschlag ist der DE-OS 41 37 681 zu
entnehmen.
In der genannten DE-Offenlegungsschrift wird vorgeschlagen, daß
beim Zurückweben, also bei einer Langsam-Rückwärtsdrehung der
Webmaschinenhauptwelle bzw. des mit der Hauptwelle verbundenen
Webmaschinenmotors, Einrichtungen betrieben werden, die vor dem
erneuten Anschlagen des Webblattes den Warenrand des Gewebes
und damit die Gewebeanschlagkante um eine bestimmte Wegstrecke
in Richtung Warenabzug aus der Normalposition verlagern. Damit
soll die Gewebeanschlagkante gegen ein Anschlagen des Webblat
tes beim Zurückweben geschützt werden.
Nach Beenden des Zurückwebens führen diese Einrichtungen das
Gewebe und damit die Gewebeanschlagkante in die Normalposition
zurück. Als nachteilig wird bei dieser Verfahrensweise erkannt,
daß hierzu ein erheblicher steuerungstechnischer Aufwand
erforderlich ist.
Eine andere Möglichkeit die Qualität des Gewebes mindernde
Markierungen zu verhindern wurde in der Drehzahlerhöhung des
Webmaschinenantriebes beim Start der Webmaschine gesehen.
Bekannt ist ferner, die Schaftmaschine auf der Antriebsseite
von der Webmaschinenhauptwelle nach dem schußfehlerbedingten
Webmaschinenstop abzukoppeln. Ein separater, mit der Antriebs
welle der Schaftmaschine in Wirkverbindung stehender Antrieb
sorgt dann für das Zurückdrehen der Schaftmaschinenantriebswel
le und folglich über die Webschäfte für das Auflösen der
Bindung des von den Kettfäden eingebundenen defekten Schußfa
dens, ohne das das Webblatt mitbewegt wird. Es wird also damit
das Webfach reproduziert, in welches der defekte Schußfaden
eingetragen ist.
Nachdem der defekte Schußfaden entfernt ist, wird mittels eines
erneuten Webmaschinenstarts der vorangegangene Schußeintrag
wiederholt ohne daß zunächst der Schußfaden von dem Webblatt
anschlagen wird.
Aus der DE-OS 25 09 665 ist eine Webmaschine mit einer
Fachbildeeinrichtung, insbesondere Schaftmaschine oder
Jacquardmaschine bekannt, bei der die Fachbildeeinrichtung
sowie ggf. eine Schußfadenwahleinrichtung bei Webstörungen von
der Webmaschinenhauptwelle über eine Hauptwellenkupplung aus-
und mit einer Rücklaufeinrichtung einkuppelbar ist, wobei
letztere aus einem Rücklaufmotor und einer Rücklaufschalt
kupplung besteht.
Bei einer derartigen Webmaschine soll die Rücklaufeinrichtung
so gestaltet sein, daß die Behebung einer Webstörung wesentlich
weniger Zeit in Anspruch nimmt.
Dazu wird vorgeschlagen, daß die Rücklaufeinrichtung zwischen
der Rücklaufschaltkupplung und dem Rücklaufmotor ein an sich
bekanntes Schrittgetriebe mit einem im Bereich von Schritt
anfang bzw. Schrittende stark erhöhtem Untersetzungsverhältnis
aufweist.
Die bekannte Lösung erwähnt nicht, daß das Zurückweben in der
Regel mit einem erneuten Anschlagen des Webblattes an die
Gewebekante verbunden ist, was zu einer Verdichtung des Gewebes
und zu einer sogenannten Streifenbildung im Gewebe führt.
Außerdem weist die bekannte Webmaschine für das Zurückweben
eine Rücklaufeinrichtung auf, die einen separaten Rücklaufmotor
erfordert.
Bekannt ist gemäß DE-OS 27 06 646 eine technische Lösung für
Webmaschinen, welche vorsieht, daß im Falle einer Webstörung
die Betriebsbewegung der Weblade in einer Vorhaltestellung
beendet wird, aus der heraus die Weblade mit einer gegenüber
der Betriebsbewegung langsameren Positionierbewegung in eine
gewünschte Stillstandsposition gebracht wird.
Die bekannte Lösung sieht ferner vor, den Langsamantrieb der
Weblade durch den Webmaschinen-Antriebsmotor, der als
drehzahlveränderlicher Elektromotor ausgebildet sein kann,
selbst zu realisieren. Es wird die Möglichkeit erwähnt, daß als
Langsamantrieb ein zum Webmaschinen-Antriebsmotor zusätzlicher
Motor vorgesehen sein kann, der auch zum Zurückbewegen einer
Schaftmaschine, also zum Zurückweben, dient.
Auch diese Lösung erfordert für das Zurückweben der
Schaftmaschine neben getrieblichen Mitteln und einer
Kupplungseinrichtung zum Trennen und Wiederverbinden des
Webmaschinenantriebes von bzw. mit der Schaftmaschine zumindest
einen zusätzlichen Rücklaufmotor.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren vorzusehen, mit dem beim sogenannten Zurückweben,
d. h. Auflösen der Bindung eines defekten von den Kettfäden
eingebundenen Schußfadens, ein erneutes Anschlagen des
Webblattes unterbunden wird, und eine Webmaschine zum Durchführen
des Verfahrens anzugeben, die auf einen vom Webmaschinen-Hauptantrieb
zusätzlichen motorischen Rücklaufantrieb für die
Schaftmaschine verzichtet.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß
durch die im kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1
bzw. des Anspruchs 3 angegebenen Merkmale gelöst.
Mit den Maßnahmen gemäß Anspruch 3
wird erreicht, daß beim Zurückweben die Schaftmaschinenantriebs
welle in der gleichen Zeiteinheit mit einer höheren Winkelge
schwindigkeit zurückgedreht wird als die Webmaschinenhauptwel
le. Aufgrund dessen bewegt sich das Webblatt in einem vorgege
benen Bereich zwischen den Blattanschlägen zurück während die
das Webfach bildenden Webschäfte bzw. die Antriebswelle der
Schaftmaschine zu dem Einlesepunkt zurückbewegt werden.
Unter Einlesepunkt ist hier die Drehwinkelstellung zu
verstehen, die die Antriebswelle der Schaftmaschine zum
Zeitpunkt der Detektierung des Schußfadenbruches einnahm.
Mit dem erfindungsgemäßen Verfahrensablauf und der Vorrichtung
zu dessen Durchführung wird erreicht, daß ein Anschlagen des
Webblattes während eines schußfehlerbedingten "Zurückwebens"
vermieden wird. Markierungen im Gewebe, die auf das Webblattan
schlagen beim Zurückweben zurückzuführen sind, werden damit
ausgeschlossen.
Weitere vorteilhafte Weiterbildungen der Gegenstände der Ansprüche 1
und 3 sind in den Unteransprüchen angegeben.
Die Erfindung wird nachstehend an einem Ausführungsbeispiel
näher erläutert.
In der Zeichnung zeigt
Fig. 1 eine graphische Darstellung des Webblatt-Bewegungsab
laufes und der Webfachbildung im Vergleich mit und ohne
der erfindungsgemäßen Lösung,
Fig. 2 die Vorrichtung gemäß Prior Art,
Fig. 3 das Schaltgetriebe, eingeordnet zwischen Schaftmaschine
und getrieblichem Mittel,
Fig. 4 das Schaltgetriebe bei Normalbetrieb der Webmaschine,
Fig. 5 das Schaltgetriebe beim Zurückweben.
Es sei zunächst vorausgeschickt, daß im Ausführungsbeispiel die
Bewegung der Fachbildeorgane, also der Webmaschinenschäfte, zum
Einbinden der Schußfäden in die Kettfäden durch eine Schaftma
schine erfolgt.
Die Bewegung des Webblattes zum Zwecke des Anschlagens des von
den Kettfäden eingebundenen Schußfadens erfolgt über die
sogenannte Webblattwelle, deren Antrieb von der Webmaschinen
hauptwelle abgeleitet ist.
Der Bewegungsablauf der Webschäfte und des Webblattes ist in
dem Diagramm gemäß Fig. 1 dargestellt.
Im Diagramm sind auf der Abszisse die Drehwinkelgrade der
Webmaschinenhauptwelle aufgetragen. Danach ist nach jeweils
einer vollen Umdrehung der Hauptwelle ein Fachschluß herbeige
führt, d. h. ein in das Webfach eingetragener Schußfaden ist von
den die Kettfäden bewegenden Webschäfte eingebunden.
Der Bewegungsablauf der Fachbildeorgane ist mit dem sinusförmi
gen Verlauf der Linien 1 und 2 über mehrere Schußfadeneinträge
dargestellt. Der Schnittpunkt 3 der Linien 1 und 2 ist der
Punkt innerhalb eines Webzyklus, in welchem der Fachschluß
erfolgt.
Die unter den Linien 1 und 2 verlaufende Linie 4 zeigt den
Bewegungsablauf des Webblattes ebenfalls über mehrere Schußfa
deneinträge. Auch hier erfolgt nach jeweils einer vollen
Umdrehung der Webmaschinenhauptwelle bzw. der Webblattwelle ein
Anschlagen des zuvor eingebundenen Schußfadens durch das
Webblatt.
Wenn der Punkt 5 im Bewegungsablauf des Webblattes erreicht
ist, ist der bei Schnittpunkt 3 eingebundene Schußfaden an das
Tuch angeschlagen.
Es sei noch daraufhingewiesen, daß - wie aus den beiden Bewe
gungsabläufen zu erkennen - selbstverständlich der Fachschluß
in Schnittpunkt 3 einige Hauptwellen-Drehwinkelgrade vor dem
Webblattanschlag im Punkt 5 erfolgt.
Bei einem sogenannten Schußfadenbruch wird bekanntlich die
Webmaschine automatisch abgestellt. So sei z. B. in Punkt 6 der
sinusförmig verlaufenden Linie 1 und 2 ein Schußfadenbruch
detektiert. Die Detektierung führt zum Stop des Webprozesses.
Die Massenträgheitsmomente des Webmaschinenantriebes und die
mit dem Antrieb in Verbindung stehenden Fachbildeorgane führen
jedoch dazu, daß die Webmaschinenhauptwelle erst im Punkt 7,
also ca. 60 Winkelgrade nach dem Webblattanschlag zum Still
stand kommen. Der defekte Schußfaden ist also von den Fachbilde
organen abgebunden und mittels des Webblattes an das Tuch
angeschlagen.
Um den defekten Schußfaden automatisch von dem Tuch zu entfer
nen, ist ein sogenanntes Zurückweben notwendig. Ein Zurückweben
bedeutet, daß die Webmaschinenhauptwelle und damit die Web
blattwelle und die Schaftmaschinenantriebswelle langsam von dem
Punkt 7 über Punkt 5 bis zu Punkt 6 zurückbewegt werden. Das
Zurückweben erfolgt gemäß dem vereinfacht durch die Pfeile
8, 9 für die Schaftmaschinenantriebswelle und für die
Webblattwelle dargestellten Bewegungsablauf.
Es ist erkennbar, daß hierbei der Bewegungsablauf 4 des Web
blattes ein erneutes Anschlagen des defekten Schußfadens in
Punkt 5 einschließt bevor das Webfach zum Entfernen des defek
ten Schußfadens geöffnet ist. Dieses erneute Anschlagen des
defekten Schußfadens führt, wie eingangs schon erwähnt, zu
einem unerwünschten Verdichten des Gewebes in Bezug auf die
nachfolgende Gewebebildung und zu einer sichtbaren Streifenbil
dung, vornehmlich nach dem Ausrüsten des Gewebes.
Der erfindungsgemäße Bewegungsablauf der Webmaschinenhauptwelle
und der von der Hauptwelle abgeleitete Bewegungsablauf der
Webblattwelle und des Schaftmaschinenantriebs erfolgt gemäß der
Pfeile 10 und 11 in Fig. 1. Hier wird ein erneutes Anschlagen
des defekten Schußfadens beim Zurückweben durch das Webblatt
dadurch vermieden, indem die Webmaschinenhauptwelle bzw. die
von der Hauptwelle abgeleiteten Antriebe der Schaftmaschine und
des Webblattes nach dem Webstop um eine Anzahl Drehwinkelgrade,
die kleiner als 360 ist, in eine Drehrichtung z. B. bis Punkt 12
- siehe auch Richtungspfeile 10, 11 - langsam weitergedreht
wird, die sie vor dem Webstop inne hatten.
Bei Punkt 12 erfolgt ein Entkuppeln der Verbindung zwischen der
Schaftmaschinenantriebswelle und der Webmaschinenhauptwelle bei
gleichzeitigem Übergang in eine Zahnradübersetzung für die
Antriebswelle der Schaftmaschine und Drehen der Webblatt- und
Schaftmaschinenantriebswellen in die der vorangegangenen
Drehrichtung entgegengesetzte Drehrichtung. Dabei ist die
Anzahl der Drehwinkelgrade der Webmaschinenhauptwelle kleiner
als 360 und die Anzahl der Drehwinkelgrade der Schaftmaschinen
antriebswelle größer als 360. Aufgrund des Übersetzungsverhält
nisses von etwa i=1 : 2 bis i=1 : 3 kann die Schaftmaschinenan
triebswelle mit einer höheren Winkelgeschwindigkeit pro Zeit
einheit zurückgedreht werden als die Webmaschinenhauptwelle.
Vor dem Neustart der Webmaschine wird dann wieder die zuvor
bestandene Wirkverbindung zwischen dem Schaftmaschinenantrieb
und der Webmaschinenhauptwelle winkelgenau hergestellt.
Mit dem erfindungsgemäßen Arbeitsablauf wird erreicht, daß in
der gleichen Zeiteinheit sich die Schaftmaschine bzw. deren
Antriebswelle auf dem sogenannten Einlesepunkt und sich das
Webblatt in einem festgelegten Bereich zwischen zwei Webblatt
anschlägen zurückbewegen.
Ein erneutes Anschlagen des Webblattes beim Zurückweben ist
damit ausgeschlossen.
Zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrensablaufes ist
ein Schaltgetriebe 13 vorgesehen, das zwischen dem
getrieblichen Mittel 14 und der Antriebswelle 16 der Schaftma
schine 15 eingebunden ist. (Fig. 3).
Fig. 2 zeigt den bekannten Stand der Technik für den
Schaftmaschinenantrieb. Danach wird der Antrieb für die
Schaftmaschine 15 von der Webmaschinenhauptwelle - mit
Pfeilrichtung 17 dargestellt - unter Zwischenschaltung des
getrieblichen Mittels 14 abgeleitet. Als getriebliches Mittel
kommt im vorliegenden Falle beispielsweise ein Riementrieb zur
Anwendung.
Der Aufbau des Schaltgetriebes 13 und deren Zahnradschaltstel
lung für den normalen Webmaschinenbetrieb und für das Zurückwe
ben sollen nachstehend kurz erläutert werden.
Das Schaltgetriebe beim normalen Webmaschinenbetrieb zeigt die
Fig. 4. Die Ableitung des Antriebes von der Webmaschinenhaupt
welle 17 erfolgt hier über den Riemen 18, der auf der Riemen
scheibe 19 aufliegt. Auf der Antriebswelle 20, die auf ihrem
freien Ende die Riemenscheibe 19 des getrieblichen Mittels 14
aufnimmt, ist ein Antriebszahnrad 21 drehend gelagert. Auf der
gleichen Antriebswelle 20 ist ein axial verschiebbares Kupp
lungsteil 22 drehfest angeordnet.
Koaxial zur Antriebswelle 20 ist eine Abtriebswelle 23 im
Getriebegehäuse 24 gelagert. Auf der Abtriebswelle 23 ist ein
Abtriebszahnrad 25 drehfest verbunden. Die in das innere des
Getriebes 13 gerichteten Seitenflächen des Antriebs- und
Abtriebszahnrades 21, 25 weisen Mitnahmelemente 21a, 25a auf, die
mit den Mitnahmelementen 22a des Kupplungsteils 22 in Eingriff
gebracht werden können.
Achsparallel zur Antriebs- bzw. Abtriebswelle 20, 23 ist im
Gehäuse 24 eine weitere Welle 26 drehend gelagert. Die Welle 26
trägt an ihren freien Enden jeweils ein Zahnrad 27, 28, das mit
dem entsprechenden Antrieb- bzw. Abtriebszahnrad 21, 25 in
Eingriff steht. Bei entsprechender Stellung des Kupplungsteils
22 sorgen die Zahnräder für die notwendige Übersetzung der mit
der Schaftmaschinenantriebswelle 16 verbundenen Abtriebswelle
23 des Schaltgetriebes 13.
Der Kraftfluß vom Webmaschinenantrieb zum Schaftmaschinenan
trieb ist hier durch die unterbrochene Linienführung 29 darge
stellt. Das Kupplungsteil 22 überträgt das Drehmoment der
Antriebswelle 20 direkt auf die Abtriebswelle 23 des Schaltge
triebes 13.
In Fig. 5 greift das Kupplungsteil 22 in das Antriebszahnrad 21
ein. Der Kraftfluß ist hier ebenfalls durch eine gestrichelte
Linienführung 30 dargestellt.
Entsprechend dem gewählten Übersetzungsverhältnis erfolgt daher
das Zurückdrehen der Schaftmaschinenantriebswelle 16 mit einer
höheren Drehzahl als die Webblattwelle.
Claims (7)
1. Verfahren zum Vermeiden von schußfehlerbedingten Gewebemar
kierungen, die durch einen Webblattanschlag beim Zurückweben
entstehen, wonach bei einem Schußfadenbruch ein Webstop ausge
löst wird und der fehlerhafte Schußfaden von den Kettfäden
eingebunden und mittels des Webblattes an der Anschlagkante des
Gewebes angeschlagen vorliegt, und dabei die motorgetriebene
Hauptwelle der Webmaschine, die Webblattwelle und die mit der
Hauptwelle über ein getriebliches Mittel gekuppelte Antriebs
welle der Schaftmaschine bei einem Drehwinkel von etwa 60 Grad
nach dem Webblattanschlag stillsteht, daraufhin vorzugsweise
bei gleichzeitigem gesteuertem Zurückdrehen von Kett- und
Warenbaum um eine Anzahl von Drehwinkelgraden eine
Fachoffenstellung herbeigeführt und der fehlerhafte Schußfaden
entfernt wird, und schließlich die Webmaschinenhauptwelle, die
Webblattwelle und die Schaftantriebswelle in die für den
Neustart der Webmaschine notwendige Drehwinkelposition zurück
geführt wird, dadurch gekenn
zeichnet, daß das Anschlagen des Webblattes beim
Zurückweben vermieden wird, indem die Hauptwelle, die
Webblattwelle und die Antriebswelle der Schaftmaschine nach dem
Webstop gemeinsam um eine Anzahl Drehwinkelgrade, die kleiner
als 360 Drehwinkelgrade ist, in eine Drehrichtung weitergedreht
werden, die sie vor dem Webstop inne hatten, daraufhin ein
Entkuppeln der Schaftmaschinenantriebswelle von der
Webmaschinenhauptwelle und ein gleichzeitiges Drehen der
Webblatt- und Schaftmaschinenantriebswelle in die der vorange
gangenen Drehrichtung entgegengesetzte Drehrichtung erfolgt,
wobei die Anzahl der Drehwinkelgrade der Webmaschinenhauptwelle
und der Webblattwelle kleiner als 360 Drehwinkelgrade und die
Anzahl der Drehwinkelgrade der Schaftantriebswelle größer als
360 ist, und nachfolgend die Schaftantriebswelle mit der
Webmaschinenhauptwelle gekuppelt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Schaftmaschinenantriebswelle mit einer
höheren Winkelgeschwindigkeit pro Zeiteinheit zurückgedreht
wird, als die Webmaschinenhauptwelle.
3. Webmaschine zum Durchführen des Verfahrens nach Anspruch 1,
mit einer Schaftmaschine, deren Antriebswelle mit der Webma
schinenhauptwelle unter Zwischenschaltung eines getrieblichen
Mittels, beispielsweise eines Riementriebes, in Wirkverbindung
steht, und wobei das getriebliche Mittel eine mit der Webma
schinenhauptwelle direkt oder indirekt verbundene Antriebswelle
und eine Abtriebswelle aufweist und beide Wellen untereinander
verbunden sind, dadurch gekenn
zeichnet, daß zwischen der Abtriebswelle (14a) des
getrieblichen Mittels (14) und der Antriebswelle (16) der
Schaftmaschine (15) ein ein Übersetzungsverhältnis von etwa i=
1 : 2 bis i=1 : 3 ins Schnelle realisierendes Getriebe (13) mit
einem Kupplungsteil (22) zwischengeschaltet ist.
4. Webmaschine nach Anspruch 3, dadurch gekenn
zeichnet, daß das Kupplungsteil (22) des Getriebes (13)
zwischen einem auf der Antriebswelle (20) drehend gelagerten
Antriebszahnrad (21) und einem mit der Abtriebswelle (23)
drehfest verbundenen Abtriebszahnrad (25) axial verschiebbar
angeordnet ist.
5. Webmaschine nach Anspruch 3 oder 4, dadurch
gekennzeichnet, daß die Abtriebswelle (23) mit der
Antriebswelle (16) der Schaftmaschine (15) verbunden ist.
6. Webmaschine nach Anspruch 3, dadurch gekenn
zeichnet, daß das Kupplungsteil (22) wahlweise durch
pneumatische, mechanische oder elektromechanische Mittel
verschiebbar ist.
7. Webmaschine nach den Ansprüchen 3 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß das drehend gelagerte An
triebszahnrad (21) mit einem Zahnrad (27), das ein Überset
zungsverhältnis von etwa i=1 : 2 oder i=1 : 3 realisiert in
Eingriff steht, und das Zahnrad (27) drehfest auf einer im
Gehäuse (24) achsparallel zu der Antriebswelle (20) gelagerten
Welle (26) angeordnet ist und die Welle (26) beabstandet vom
Zahnrad (27) ein Zahnrad (28) trägt, das mit dem Abtriebszahn
rad (25) in Eingriff steht.
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