DE4230782C2 - Verfahren und Vorrichtung zum Spritzgießen eines Formkörpers mit einem Hohlraum aus Kunststoff - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Spritzgießen eines Formkörpers mit einem Hohlraum aus KunststoffInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Spritzgießen
eines Formkörpers aus thermoplastischem Kunststoff mit minde
stens einem einen Hohlraum aufweisenden Bereich, insbesondere
Traggriff eines Flaschenkastens, wobei in eine mindestens aus
zwei Formhälften bestehende und einen Formhohlraum für den
gesamten Formkörper aufweisende, geschlossene Form der flüssige
Kunststoff unter Druck formfüllend eingespritzt wird und zur
Formung des den Hohlraum aufweisenden Bereichs des Formkörpers
Gas unter Druck an der Stelle des zu erzeugenden Hohlraums
eingepreßt wird, so daß flüssiger Kunststoff aus einer Haupt
kavität des Formhohlraums über eine allseitige Einschnürung in eine Nebenkavität verdrängt wird.
Die Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens weist eine aus
mindestens zwei Hälften bestehende Form mit einem Formhohlraum
für den gesamten Formkörper auf und besitzt eine Einrichtung zum
Einspritzen von flüssigem Kunststoff in die geschlossene Form
sowie eine Einrichtung zum Einpressen von Gas in die Form. Das Verfahren
kann insbesondere auch so durchgeführt werden, daß während der
Erstarrung des flüssigen Kunststoffs zumindest zum teilweisen
Ausgleich von Schwindung und anderen Gefügeveränderungen sowohl
Kunststoff nachgespeist wird, wie auch mit Gas unter Druck
nachgedrückt wird. Das Verfahren läßt sich immer dann anwenden,
wenn Formkörper aus Kunststoff hergestellt werden sollen, die
ein oder mehrere Bereiche aufweisen, in denen geschlossene
Hohlräume angeordnet sind. Ein besonderes Anwendungsgebiet ist
die Ausbildung von hohlen Traggriffen oder hohlen Ecksäulen an
Flaschenkästen aus thermoplastischem Kunststoff. Die angespro
chenen Bereiche sollen nicht nur aus Gewichtsersparnisgründen,
sondern auch zur Steigerung der Stabilität des Formkörpers hohl
ausgebildet werden.
Ein Verfahren und eine Vorrichtung der eingangs genannten Art
sind aus der DE 39 13 109 A1 bekannt. Die dabei eingesetzte Form
weist einen Formhohlraum für den gesamten Formkörper auf, der
eine Hauptkavität für einen Bereich des Formkörpers besitzt. In
der aus zwei Formhälften bestehenden Form sind zusätzlich
Nebenkavitäten vorgesehen und mit der Hauptkavität über eine
Einschnürung verbunden. Die Nebenkavitäten sind jedoch nicht
Bestandteil des Formhohlraums, d. h. in ihnen entsteht kein
Formkörper und auch kein Bereich des Formkörpers. In die
Nebenkavitäten kann Kunststoffmasse beim Einbringen von unter
Druck stehendem Gas aus der Hauptkavität übertreten. Diese
übertretende Kunststoffmasse ist nicht Bestandteil des
herzustellenden Formkörpers, sondern Abfall. Das unter Druck
stehende Gas breitet sich lediglich im Bereich der Hauptkavität
aus und bildet dort einen Hohlraum an dem Formkörper mit
weitgehend unregelmäßiger Gestaltung, so daß dieser Hohlraum
über die Länge der Kavität unterschiedliche Querschnitte erhält.
Durch bewegbare Stopfen in der Form, die an der Verbindungs
stelle zwischen Hauptkavität und Nebenkavität eingreifen, wird
sichergestellt, daß ein geschlossener Hohlraum im Bereich der
Hauptkavität der Form geschaffen wird. Der Kunststoff wird
ausschließlich im Bereich der Hauptkavität in die Form
eingebracht.
Die EP 0 283 207 A2 zeigt ein Verfahren und eine Vorrichtung zum
Spritzgießen eines Formkörpers vermittels einer geteilten Form,
wobei der Formkörper mindestens einen mit Gas gefüllten Hohlraum
erhalten soll. Es können auch mehrere, miteinander in Verbindung
stehende Hohlräume innerhalb der Form vorgesehen sein. Die zu
erzeugenden Hohlräume können miteinander in Verbindung stehen
oder aber auch voneinander getrennt sein. In den oder die Hohl
räume wird aufgeschmolzene Kunststoffmasse durch Spritzgießen
eingeführt. In zeitlicher Abstimmung dazu wird über eine Düse
Luft eingeblasen, und zwar überall dort, wo letztendlich
Hohlräume entstehen sollen. Nebenkavitäten werden hier nicht
angewendet oder gebildet.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine
Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens aufzuzeigen, mit
denen mit größerer Reproduzierbarkeit Formkörper gespritzt
werden können, die mindestens einen einen Hohlraum aufweisenden
Bereich besitzen. Dabei kommt es darauf an, diesen hohlen
Bereich definiert mit möglichst gleichbleibendem Querschnitt
über die Länge des Bereiches auszubilden, also beispielsweise
eine Ansammlung von Kunststoff in den Ecken des Bereichs zu
verhindern.
Erfindungsgemäß wird dies bei dem Verfahren der eingangs
beschriebenen Art dadurch erreicht, daß die
Hauptkavität, die Einschnürung und die Nebenkavität zunächst mit
Kunststoff befüllt werden und dann das Gas in den innen noch
flüssigen Kunststoff nur in der Hauptkavität eingepreßt und in
Richtung der Nebenkavität durch die Einschnürung unter Mitnahme
von Kunststoff aus der Hauptkavität hindurchgeschickt wird, so
daß der Kunststoff sich unter Bildung einer zusammenhängenden
Gasblase im Bereich der Hauptkavität, der Einschnürung und der
Nebenkavität an alle Wandbereiche anlegt.
Um den Formkörper mit einem einen Hohlraum aufweisenden Bereich
zu schaffen, wird die Form nicht nur mit dem Formhohlraum
einschließlich der Hauptkavität ausgestattet, in der letztlich
dieser den Hohlraum aufweisende Bereich gespritzt wird, sondern
es wird die Form mit einer Nebenkavität als Bestandteil des den
Formkörper erzeugenden Formhohlraums versehen oder es wird eine
Nebenkavität, die ohnehin in dem Formhohlraum vorgesehen ist,
ausgewählt und der Hauptkavität zugeordnet. Die Zuordnung
geschieht dadurch, daß die Hauptkavität mit der Nebenkavität
über eine allseitige Einschnürung verbunden wird. Dieses gesonderte
Gestaltungselement ist an sich zur Herstellung des Formkörpers
nicht unbedingt erforderlich; es handelt sich um ein Element,
welches verfahrensgemäß eingesetzt wird, um die Formgebung des
Hohlraums in dem betreffenden Teil des Bereichs des Formkörpers
sicherzustellen. Sodann werden die Hauptkavität, die Einschnü
rung und die Nebenkavität mit zusammenhängender oder zusammen
geführter Kunststoffmasse ausgefüllt, wobei durch die Wandungen
der Form sichergestellt ist, daß der Kunststoff in wandnahen
Bereichen der Form gekühlt und damit zur Erstarrung gebracht
wird. Im Innern bleibt der Kunststoff durchgängig von der
Hauptkavität über die Einschnürung bis zur Nebenkavität jedoch
noch flüssig. Im Bereich dieses flüssigen Kunststoffs in der
Hauptkavität wird nun Gas eingedrückt, um der Volumenabnahme des
Kunststoffs durch Gefügeveränderung beim Erstarren entgegenzu
wirken und den Kunststoff in der Hauptkavität, der Einschnürung und der Neben
kavität an die Formwände zu pressen. Dies geschieht durch
den Druckaufbau über das Gas. Dabei nimmt das Gas gleichsam den
umgekehrten Weg im Vergleich zum Kunststoff, d. h. es bildet
sich nicht nur der Hohlraum im Bereich der Hauptkavität aus, wie
dies gewünscht wird, sondern die Gasblase durchdringt auch die
Einschnürung und erstreckt sich bis in die Nebenkavität der
Form, wobei flüssige Kunststoffmasse aus der Hauptkavität in die
Nebenkavität verlagert wird. Diese gezielte Verlagerung von
flüssigem Kunststoff ist vorteilhaft und gestattet es, den
Querschnitt des Hohlraums im Bereich der Hauptkavität genauer
einzuhalten als bisher. Durch die gezielte Anordnung der
Einschnürung, also des Übergangs zwischen der Hauptkavität und
der Nebenkavität, ist es möglich, formgebend auf den zu
erzeugenden Hohlraum im Bereich des Formkörpers einzuwirken.
Insbesondere läßt sich damit einer Kunststoffanhäufung in den
Ecken des Bereiches des Hohlraumes entgegenwirken.
Zumindest ein Teil des Kunststoffs, der den den Hohlraum aufwei
senden Bereich bildet, wird zunächst in die Nebenkavität und von
dort über die Einschnürung in die Hauptkavität eingepreßt. Es
ist im allgemeinen nicht nachteilig, wenn ein weiterer Teil des
Kunststoffs über andere Wege in die Hauptkavität gelangt. Auch
die Bildung von Bindenähten im Bereich der Hauptkavität ist
nicht nachteilig. Es empfiehlt sich jedoch ein nicht unter
brochener Gefügeaufbau im Bereich der Einschnürung und der
beidseitig anschließenden Bereiche, damit sich
unter Druck die Gasblase unter Druck an dieser Stelle ungehin
dert von der Hauptkavität in die Nebenkavität ausbreiten kann.
Die Form wird im Bereich der Hauptkavität, der Einschnürung und
der Nebenkavität gekühlt, damit der Kunststoff außen erstarrt,
bevor das Gas in den innen noch flüssigen Kunststoff eingepreßt
wird. Auf diese Weise wird vermieden, daß das Gas die Kunst
stoffmasse durchdringt und direkt mit der Wandung der Form im
Bereich der Hauptkavität oder der Einschnürung in Berührung
kommt. Demzufolge werden auch Öffnungen und Durchbrechungen in
diesem Bereich am Formkörper vorteilhaft vermieden.
Bei der Befüllung des Formhohlraums kann ein Teil des Kunst
stoffs durch die Nebenkavität über die Einschnürung in die
Hauptkavität eingebracht werden; die Gasblase breitet sich beim
Aufbringen des Drucks über das Gas entgegengerichtet zur
Einbringungsrichtung des Kunststoffes aus und nimmt dabei einen
Teil des flüssigen Kunststoffes aus der Hauptkavität in die
Nebenkavität mit. Auf diese Weise ergibt sich ein gleichmäßige
res Querschnittsprofil des Bereiches des Formkörpers, der den
eigentlichen Hohlraum aufweisen soll.
Die Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens weist eine einen
Formhohlraum für den gesamten Formkörper aufweisende Form aus
mindestens zwei Formhälften, eine Einrichtung zum Einspritzen
von flüssigem Kunststoff in die geschlossene Form sowie eine
Einrichtung zum Einpressen von Gas auf.
Der Formhohlraum enthält benachbart zu
einer Hauptkavität zur Erstellung eines einen Hohlraum aufwei
senden Bereiches des Formkörpers mindestens eine Nebenkavität
als Bestandteil des Formhohlraums, die mit der Haupt
kavität über eine allseitige Einschnürung verbunden ist.
Durch diese
Art der Relativanordnung von Nebenkavität, Einschnürung und
Hauptkavität im Formteil wird erreicht, daß der eingespritzte Kunststoff in
seinem Gefüge in diesem Bereich nicht gestört wird, sondern
wandnah gezielt erstarrt, während er im Innern zusammenhängend
flüssig bzw. teigig bleibt, damit beim Aufbringen des Drucks
über das Gas sich die Gasblase entgegengerichtet zum Einbrin
gungsweg des Kunststoffs ausbreiten kann.
Das Volumen der Nebenkavität oder der Nebenkavitäten beträgt
etwas 2/3 des Volumens der Hauptkavität. Hieraus wird erkennbar,
daß das Volumen der Nebenkavität einen relativ großen Raum
einnimmt. Insoweit ist es natürlich sehr sinnvoll, wenn aus dem
ohnehin vorhandenen Formhohlraum für den Formkörper eine
vorhandene Kavität als Nebenkavität ausgewählt und der Haupt
kavität zugeordnet werden kann. In Fällen, in denen dies nicht
möglich ist, wird gezielt eine oder mehrere Nebenkavitäten als
Bestandteil des Formhohlraums geschaffen, obwohl es an sich nur
um die Herstellung eines hohlen Bereichs des Formkörpers im
Bereich der Hauptkavität geht.
Weiterhin ist darüberhinaus die Querschnittsgestaltung der
Einschnürung wichtig. Die Querschnittsfläche der Einschnürung
zwischen Hauptkavität und Nebenkavität sollte etwa 15 bis 30%,
insbesondere etwa 20%, der Querschnittsfläche der Hauptkavität
betragen. Dies bedeutet, daß die Querschnittsfläche der
Einschnürung bei relativ kleiner Oberfläche eine verhältnismäßig
große Querschnittsfläche aufweisen soll, damit der Kunststoff
auch im Innern der Einschnürung noch flüssig bzw. teigig bleibt,
wenn das Gas zur Einwirkung gebracht wird. Es genügt an sich ein
relativ enger Durchgang für die Gasblase, damit auch Kunststoff
material aus dem Bereich der Hauptkavität in die Nebenkavität
überführt wird.
Die zu der Nebenkavität führende Einschnürung kann vorzugsweise
in einer Ecke der Hauptkavität an diese anschließen. Sind
mehrere Ecken vorhanden, können entsprechend mehrere Nebenkavi
täten gezielt eingesetzt werden, um gestaltgebend auf den
Hohlraum in einem Bereich des Formkörpers einzuwirken. Damit
lassen sich insbesondere Materialanhäufungen im Bereich der
Ecken der Hauptkavität vermeiden, so daß auch vergleichsweise
dünnwandig gestaltete und beispielsweise ergonomisch ausgebil
dete Querschnitte erzielbar sind. Dies gilt insbesondere für die
Ausbildung eines Tragegriffs an einem Flaschenkasten aus
Kunststoff.
Zur Bildung eines Formkörpers mit einem langgestreckten hohlen
Bereich sind mindestens zwei Nebenkavitäten mit Anschluß an den
Stirnseiten des langgestreckten, hohlen Bereichs vorgesehen. In
Verbindung damit wird das Gas gezielt und gerichtet parallel zur
Haupterstreckungsrichtung des langgestreckten, hohlen Bereichs
in den flüssigen Kunststoff eingebracht, damit durch die
angewendete Strömung Kunststoffmaterial an den entsprechenden
Stellen des Hohlraums in der Hauptkavität entfernt und über die
Einschnürung in die Nebenkavität transportiert wird.
Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung
beschrieben. Es zeigen:
Fig. 1 einen schematisierten Querschnitt zur prinzipmäßigen
Verdeutlichung des Verfahrens,
Fig. 2 eine perspektivische Darstellung eines Ausschnitts
aus einem Flaschenkasten und
Fig. 3 einen Schnitt gemäß der Linie III-III in Fig. 2
durch den Tragegriff des Flaschenkastens.
Fig. 1 verdeutlicht einen prinzipmäßigen Ausschnitt einer zwei
Formhälften 1 und 2 aufweisenden Form. Die Form
besitzt in ihrem zentralen Bereich eine Hauptkavität 3, also
einen hohlen Raum als Bestandteil des gesamten Formhohlraums. In
der Hauptkavität 3 entsteht der betreffende hohle Bereich des
gesamten Formkörpers. In dem Formhohlraum entsteht der gesamte
Formkörper. Die Hauptkavität 3 besitzt eine langgestreckte,
leistenartige Gestalt, wobei die Länge wesentlich größer ist als
die Breite und Höhe. Die Hauptkavität 3 erstreckt sich
symmetrisch zu einer Längsmittelebene 4 und reicht bis an zwei
Einschnürungen 5, die ebenfalls symmetrisch zu der Längsmittel
ebene 4 vorgesehen sind.
Die Einschnürungen 5 sind durch entsprechende Gestaltung der
Formhälften 1 und 2 gebildet. Im Bereich jeder Einschnürung 5
ergibt sich eine Querschnittsfläche 6, die etwa 15 bis 30%
einer Querschnittsfläche 7 der Hauptkavität 3 beträgt. In
Richtung von der Hauptkavität 3 über die Einschnürungen 5 hinaus
sind Nebenkavitäten 8 angeordnet, d. h. die beiden Formhälften
1 und 2 bilden hier hohle Räume, die als Nebenkavitäten 8
bezeichnet werden und Bestandteil des Formhohlraums und des
Formkörpers sind. Je
nach der gewünschten und erforderlichen Formgebung des Teils des
Formkörpers im Bereich der Hauptkavität 3 kann die Anzahl der
Nebenkavitäten 8 variieren. In Fig. 1 ist ein langgestreckter
Bereich im Bereich der Hauptkavität 3 verdeutlicht, der in
seiner Formgebung etwa einem Tragegriff eines Flaschenkastens
entspricht. In diesem Fall ist es sinnvoll, stirnseitig an die
Endbereiche der Hauptkavität 3 über die Einschnürungen 5 jeweils
eine Nebenkavität 8, wie dargestellt, anzuschließen. Das Volumen
der Nebenkavitäten 8 wird so gewählt, daß es größenordnungsmäßig
dem Volumen der Hauptkavität 3 entspricht. Insbesondere kann das
Volumen der Nebenkavitäten 8 etwa 2/3 des Volumens der Haupt
kavität 3 ausmachen.
Nach dem Schließen der Form wird zunächst flüssiger bzw.
teigiger Kunststoff gemäß den hier nur angedeuteten Pfeilen 9
in die Nebenkavitäten 8 eingespritzt, wobei es nicht schädlich
ist, daß auch ein Teil des Kunststoffs direkt in die Haupt
kavität 3 eingespritzt werden kann. Wichtig ist aber, daß
zumindest ein Teil des Kunststoffs, der die Hauptkavität 3
letztlich ausfüllt, von der Seite der Nebenkavität 8 her
eingespritzt wurde, so daß dieser Kunststoff zunächst in die
Nebenkavität 8 gelangt und sodann über die Einschnürung 5 in den
Bereich der Hauptkavität 3 gelangt. Die Fließrichtung des
Kunststoffs ist also von der Nebenkavität 8 über die Einschnü
rung 5 in Richtung auf die Hauptkavität 3 gerichtet.
Die Wandung der Formhälften 1 und 2 ist in dem hier angesproche
nen Formgebungsbereich so ausgebildet, daß die Kunststoff
schmelze in den Randbereichen 10, also im Anschluß an die
Wandung der Form, vergleichsweise schnell erstarrt (weit
gepunkteter Bereich), während die Kunststoffschmelze im Innern
in einem Innenbereich 11 noch länger teigig bleibt. Über eine
düsenartige Nadel 12, deren Spitze in diesen Innenbereich 11
eingebracht wird, wird nun Gas gemäß Pfeil 13 eingebracht und
gemäß den Pfeilen 14 gezielt in Richtung der Haupterstreckungs
richtung der Hauptkavität 3 ausgeblasen. Dabei bildet sich,
ausgehend von Hauptkavität 3, eine Gasblase 15, die sich gemäß
den Pfeilen 16 durch die Einschnürungen 5 hindurch erstreckt und
bewegt und auch im Bereich der Nebenkavitäten 8 aufweitet. Es
entsteht eine zusammenhängende Gasblase 15, die den größten Teil
der Hauptkavität 3 ausfüllt und sich beidendig über die Stirn
bereiche und die Einschnürungen 5 hinweg erstreckt bis in den
Bereich der Nebenkavitäten 8, wobei die Gasblase auch dort noch
eine erhebliche Hohlraumaufweitung erbringt. Mit diesem Gas wird
bei seiner Strömung überschüssige Kunststoffmasse aus dem
Bereich der Hauptkavität 3 durch die Einschnürungen 5 hindurch
in die Nebenkavitäten 8 transportiert, so daß im Bereich der
Hauptkavität ein Hohlraum 17 entsteht, dessen Querschnitt über
den allergrößten Bereich der Länge der Hauptkavität 3 konstant
bleibt. Lediglich in den stirnseitigen Endbereichen erfolgt eine
Abrundung und ein Übergang zu den Einschnürungen 5. Damit wird
den Schrumpfungen infolge der Gefügeänderungen des Kunststoffs
beim Erstarren entgegengewirkt und es werden Einfallstellen in
der Oberfläche des Formkörpers vermieden.
Fig. 2 zeigt die besondere Anwendung des Ver
fahrens an einem Flaschenkasten 18, der im Bereich einer oberen
Ecke 19 dargestellt ist. Die eigentliche Formgebung bezieht sich
auf einen Traggriff 20, also eine griffartige Leiste, die als
langgestreckter Körper in einer Hauptkavität 3 der Form
erzeugt wird. Der Traggriff 20 ist dort entstanden, wo die Form
die Hauptkavität 3 aufweist. Der Hohlraum 17, der durch das
Einpressen des Gases im Kunststoff gebildet wurde, ist insbeson
dere in der geschnittenen Querschnittsfläche erkennbar und
erstreckt sich in Haupterstreckungsrichtung des Traggriffs 20.
Zumindest ein Teil einer Ecksäule 21 ist als Nebenkavität 8
ausgebildet und der im Bereich der Nebenkavität 8 gebildete
Hohlraum der Gasblase 15 ist in gestrichelter Linienführung
verdeutlicht. Die Einschnürung 5 ist zwischen dem Tragegriff 20
und der Ecksäule 21 vorgesehen, so daß ein zusammenhängender
Hohlraum 17 von dem Tragegriff 20 über die Einschnürung 5 bis in
den Bereich der gebildeten Nebenkavität 8 aufscheint und sich
bis in die Gasblase 15 fortsetzt. Zur Vereinfachung der Darstel
lung ist hier nur der eine Tragegriff 20 und die ihn bildende
Hauptkavität 3 mit der zugehörigen Nebenkavität 8 verdeutlicht.
Es versteht sich, daß auch der im rechten Winkel anschließende
Tragegegriff z. B. auf der Stirnseite des Flaschenkastens 18 in
gleicher Weise gestaltet und ausgebildet sein kann, wobei auch
dessen Nebenkavität 8 an der Ecksäule 21 untergebracht ist.
Claims (9)
1. Verfahren zum Spritzgießen eines Formkörpers aus thermo
plastischem Kunststoff mit mindestens einem einen Hohlraum (17)
aufweisenden Bereich, insbesondere Traggriff (20) eines
Flaschenkastens, wobei in eine mindestens aus zwei Formhälften
(1, 2) bestehende und einen Formhohlraum für den gesamten
Formkörper aufweisende, geschlossene Form der flüssige Kunst
stoff unter Druck formfüllend eingespritzt wird und zur Formung
des den Hohlraum (17) aufweisenden Bereiches des Formkörpers Gas
unter Druck an der Stelle des zu erzeugenden Hohlraums (17) eingepreßt
wird, so daß flüssiger Kunststoff aus einer Hauptkavität
(3) des Formhohlraums über eine allseitige Einschnürung in eine Nebenkavität verdrängt wird, wobei
die Hauptkavität (3), die Einschnürung (5) und die Nebenkavität
(8) zunächst mit Kunststoff gefüllt werden und dann das Gas nur in der Hauptkavität (3) in
den innen noch flüssigen Kunststoff
eingepreßt und in Richtung der Nebenkavität (8) durch die
Einschnürung (5) unter Mitnahme von Kunststoff aus der Haupt
kavität (3) hindurchgeschickt wird, so daß der Kunststoff sich
unter Bildung einer zusammenhängenden Gasblase (15) im Bereich
der Hauptkavität (3), der Einschnürung (5) und der Nebenkavität
(8) an alle Wandbereiche anlegt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
zumindest ein Teil des Kunststoffs, der den den Hohlraum (17)
aufweisenden Bereich bildet, zunächst in die Nebenkavität (8)
und von dort über die Einschnürung (5) in die Hauptkavität (3)
eingepreßt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß
die Form (1, 2) im Bereich der Hauptkavität (3), der Einschnürung
(5) und der Nebenkavität (8) gekühlt wird, damit der Kunststoff
außen erstarrt, bevor das Gas in den innen noch flüssigen
Kunststoff eingepreßt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekenn
zeichnet, daß bei der Befüllung des Formhohlraums ein Teil des
Kunststoffes durch die Nebenkavität (8) über die Einschnürung
(5) in die Hauptkavität (3) eingebracht wird und sich die Gas
blase (15) entgegenge
richtet zur Einbringungsrichtung des Kunststoffes ausbreitet.
5. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach den Ansprü
chen 1 bis 4, mit einer einen Formhohlraum für den gesamten
Formkörper aufweisenden Form aus mindestens zwei Form
hälften (1, 2), einer Einrichtung zum Einspritzen von flüssigem
Kunststoff in die geschlossene Form sowie einer Einrichtung zum
Einpressen von Gas in die Form, dadurch gekennzeichnet, daß der Formhohlraum
benachbart zu einer Hauptkavität (3) zur Erstellung eines einen
Hohlraum (17) aufweisenden Bereiches des Formkörpers mindestens
eine Nebenkavität (8) als Bestandteil des Formhohlraums des
Formkörpers aufweist, die mit der Hauptkavität (3) über eine allseitige
Einschnürung (5) verbunden ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das
Volumen der Nebenkavität (8) oder der Nebenkavitäten (8) etwa
zwei Drittel des Volumens der Hauptkavität (3) beträgt.
7. Vorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet,
daß die Querschnittsfläche (6) der Einschnürung (5) zwischen
Hauptkavität (3) und Nebenkavität (8) etwa 15 bis 30%, insbe
sondere 20%, der Querschnittsfläche (7) der Hauptkavität (3)
beträgt.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekenn
zeichnet, daß die zu der Nebenkavität (8) führende Einschnürung
(5) in einer Ecke der Hauptkavität (3) an diese anschließt.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekenn
zeichnet, daß zur Bildung eines Formkörpers mit einem langge
streckten hohlen Bereich mindestens zwei Nebenkavitäten (8) mit
Anschluß an den Stirnseiten des langgestreckten hohlen Bereichs
vorgesehen sind.
Priority Applications (1)
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| DE19924230782 DE4230782C2 (de) | 1992-09-15 | 1992-09-15 | Verfahren und Vorrichtung zum Spritzgießen eines Formkörpers mit einem Hohlraum aus Kunststoff |
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| DE19924230782 DE4230782C2 (de) | 1992-09-15 | 1992-09-15 | Verfahren und Vorrichtung zum Spritzgießen eines Formkörpers mit einem Hohlraum aus Kunststoff |
Publications (2)
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| DE4230782A1 DE4230782A1 (de) | 1994-03-17 |
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