DE4230409A1 - Vorrichtung zur Detektion von Objekten mit hoher Leitfähigkeit - Google Patents
Vorrichtung zur Detektion von Objekten mit hoher LeitfähigkeitInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur
Detektion von Objekten mit hoher Leitfähigkeit gemäß
Oberbegriff des Anspruchs 1.
Eine solche Vorrichtung arbeitet unter Verwendung elek
tromagnetischer Felder und findet in verschiedenen Indu
striezweigen und Wirtschaftsbereichen dort breite Anwen
dungen, wo die Suche nach Objekten mit hoher elektri
scher Leitfähigkeit gewünscht wird. Eine gegenwärtig
besonders bevorzugte Anwendung ist die Altlastensanie
rung, die u. a. auch die Suche nach metallischen Körpern
im Erdreich, nach Sondermüll in Metallfässern oder auch
nach Flüssigkeiten mit hoher Leitfähigkeit wie z. B.
Säuren in nichtmetallischen Behältern umfaßt. In diesem
Zusammenhang sei darauf hingewiesen, daß zu den Objekten
mit hoher elektrischer Leitfähigkeit ohne weiteres auch
nichtferromagnetische Stoffe zählen können. Als weitere
bevorzugte Anwendung sei aus dem Bereich Geologie bzw.
Geophysik die Magnetprospektion genannt, nämlich die
Untersuchung von Schichtungen mit unterschiedlicher
Leitfähigkeit im Erdreich.
Bei der Vorrichtung der eingangs genannten Art werden
aktive Magnetsonden verwendet. Dabei erzeugt eine Sende
spuleneinheit ein magnetisches Wechselfeld als Primär
feld, das durch elektromagnetische Induktion in den zu
detektierenden Objekten, die im Wirkungsbereich des
Primärfeldes liegen, ein magnetisches Dipolmoment indu
ziert. Das induzierte Dipolmoment ist dann Ursache für
ein vom Objekt erzeugtes Sekundärfeld, das dann in der
Empfangsspuleneinheit empfangen wird.
Die bekannten aktiven Magnetsonden werden entweder als
nullgekoppelte oder als maximalgekoppelte Systeme aus
geführt. Bei den nullgekoppelten Systemen besteht die
Empfangsspuleneinheit aus zwei sich in ihrer Mitte mit
ihren Dipolachsen rechtwinklig schneidenden Empfangs
spulen, die orthogonal und symmetrisch zur Dipolachse
der Sendespuleneinheit auf einem starren Sensorträger
fest angeordnet sind, so daß das Primärfeld im Idealfall
in den Empfangsspulen keine resultierende Wirkung hat.
Bei den maximalgekoppelten Systemen liegt dagegen die
Empfangsspuleneinheit mit ihrer Dipolachse auf der Di
polachse der Sendespuleneinheit oder ist parallel zu
dieser angeordnet, so daß - zusätzliche zum Sekundärfeld
- das Primärfeld in der Empfangsspuleneinheit entspre
chend stark wirkt und somit durch zusätzliche Kompensa
tionswicklungen gezielt elektrisch kompensiert werden
muß.
Allerdings führen speziell bei den nullgekoppelten Sy
stemen bereits kleinste Abweichungen der Empfangsspulen
aus der orthogonalen und symmetrischen Lage zur Sende
spuleneinheit zu starken Störsignalen in der Empfangs
spuleneinheit, was als Primärfeld-Effekt bezeichnet
wird. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn der
Abstand zwischen Sendespuleneinheit und Empfangsspulen
einheit, auch als Basislänge bezeichnet, relativ klein
ist; für einen universellen Einsatz der Vorrichtung sind
natürlich kleine Abmaße wegen der besseren Handlichkeit
und des geringen Gewichtes von Vorteil. Deshalb ist im
allgemeinen die Empfangsspuleneinheit sowohl bei null
gekoppelten als auch bei maximalgekoppelten Systemen mit
Kompensationswicklungen versehen, durch die dort, wo
keine Sekundärfeld-Effekte zu erwarten sind, in der
Empfangsspuleneinheit ein Gegenfeld derart erzeugt wird,
daß der Primärfeld-Effekt kompensiert wird. Auf diese
Weise können statische Geometriefelder der Spulenanord
nung in der Empfangsspuleneinheit bei nullgekoppelten
Systemen sowie das in der Empfangsspuleneinheit wirkende
Primärfeld bei maximalgekoppelten Systemen elektrisch
kompensiert werden.
Während des Gebrauches der Vorrichtung kommt es jedoch
aufgrund von kleinsten dynamischen Verbiegungen und
Verwindungen des Sensorträgers zu Verschiebungen der
Empfangsspuleneinheit aus derjenigen Position, auch
"Null-Lage" genannt, heraus, auf die die elektrische
Kompensation abgestimmt ist, und somit wieder zu Primär
feld-Effekten. Eine erneute elektrische Kompensation
während des Einsatzes der Vorrichtung ist nicht möglich,
da im angezeigten Empfangssignal auch Sekundärfeld-An
teile enthalten sein können. Bei jeder Bewegung des
Sensorträgers kann es zu weiteren dynamischen Verbiegun
gen kommen, so daß der daraus resultierende Primärfeld-
Effekt schwache Sekundärfelder sogar verdecken kann.
Es ist daher Aufgabe der Erfindung, die Vorrichtung der
eingangs genannten Art derart zu verbessern, daß während
des Gebrauches der Vorrichtung der aufgrund dynamischer
Verbiegungen und Verwindungen auftretende Primärfeld-
Effekt ebenfalls im wesentlichen eliminiert und somit
die Detektionsschwelle auch für den dynamischen Einsatz
minimiert werden kann.
Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen des Anspruches 1
gelöst.
Da das Signal in der Empfangsspuleneinheit nach der im
nutzeffektfreien Raum durchgeführten elektrischen Kom
pensation im wesentlichen aus zwei Anteilen besteht,
nämlich aus
- 1. dem aufgrund der unkontrollierbaren Verbiegung des Sensorträgers unbekannten Primärfeld-Effekt, durch den die Empfangsspuleneinheit direkt von der Sende spuleneinheit beeinflußt wird und der proportional zur Verbiegung des Sensorträgers ist, wobei der Proportionalitätsfaktor eine bekannte Gerätekon stante ist, und
- 2. dem unbekannten Sekundärfeld- bzw. Nutzeffekt,
gelten für die erfindungsgemäß vorgesehene zusätzliche
Spuleneinheit prinzipiell die gleichen Verhältnisse,
wobei man davon ausgehen kann, daß das Sekundärfeld- bzw.
Nutzsignal für beide Spuleneinheiten gleich ist.
Wenn nun aufgrund der starren Verbindung der zusätzli
chen Spuleneinheit mit der zugehörigen Sende- oder Emp
fangsspuleneinheit beide Spuleneinheiten die gleiche
Verschiebung gegenüber einem gedachten Nullpunkt erfah
ren, läßt sich der Primärfeld-Effekt auch bei dynami
schen Verbiegungen und Verwindungen des Sensorträgers
eliminieren. Diese Unterdrückung des Primärfeld-Effektes
beruht, mathematisch betrachtet, auf der Lösung zweier
Gleichungen, gegeben durch die Signale von den erfin
dungsgemäß starr miteinander verbundenen beiden Spulen
einheiten, mit zwei Unbekannten, gegeben durch die ge
meinsame Verschiebung und den Sekundärfeld- bzw. Nutz
effekt.
Bevorzugte Ausführungen der Erfindung sind in den Unter
ansprüchen gekennzeichnet.
Nachfolgend wird ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der
Erfindung anhand der beiliegenden Figuren näher be
schrieben. Es zeigt
Fig. 1 schematisch die Anordnung mit ei
ner Sendespule und einer Empfangs
spuleneinheit, die für die Primär
feld-Effekt-Berechnung durch zwei
Spulenschwerpunkte approximiert
wird;
Fig. 2 die Anordnung von Fig. 1 mit zwei
Empfangsspulen bei Verbiegung des
Sensorträgers;
Fig. 3 ein Blockschaltbild der Vorrich
tung;
Fig. 4 verschiedene Anordnungen von Sen
de- und Empfangsspulen eines null
gekoppelten Systems und
Fig. 5 verschiedene Anordnungen von Sen
de- und Empfangsspulen eines maxi
malgekoppelten Systems.
Nachfolgend wird eine Anordnung eines nullgekoppelten
Systems näher erläutert, bei welcher eine einzige Sende
spule und neben einem ersten Empfangsspulenkreuz noch
zusätzlich ein zweites Empfangsspulenkreuz vorgesehen
sind. Jedes Empfangsspulenkreuz besteht aus zwei sich
mit ihren Dipolachsen rechtwinklig schneidenden
Empfangsspulen, die orthogonal und symmetrisch zur Di
polachse der Sendespule angeordnet sind. Aus Gründen der
Übersichtlichkeit wird sich bei den nachfolgenden Be
trachtungen auf jeweils nur eine zur Sendespule orthogo
nale Empfangsspule jedes Empfangsspulenkreuzes be
schränkt. Da die beiden Spulen jedes Empfangsspulenkreu
zes unabhängig sind, gilt die gleiche Betrachtung je
weils auch für die zweite Empfangsspule.
In Fig. 1 ist zur Festlegung der geometrischen Bezüge
und Begriffe schematisch die räumliche Anordnung einer
Sendespule S und einer Empfangsspuleneinheit darge
stellt, wobei die Empfangsspuleneinheit durch zwei Spu
lenschwerpunkte approximiert ist, an denen die Wechsel
felder wirken. Die Summe der Spulenschwerpunkte ergibt
das resultierende Feld für die Spule.
Mit L ist die Basislänge bezeichnet, die im Idealfalle
auf dem Sensorträger den Abstand zwischen der Sendespule
S einerseits und der Empfangsspuleneinheit andererseits
bildet. Die Ideallage für die Empfangsspuleneinheit ist
in Fig. 1 mit P bezeichnet, wobei die Empfangsspulen
einheit ferner parallel zur Z-Richtung orientiert ist.
Gemäß Fig. 1 ist die Empfangsspule gegenüber der Ideal
lage bei P um die Differenzkoordinaten δx, δy, δz ver
schoben und dabei noch um die Differenzwinkel δR, δΦ aus
der orthogonalen Achse heraus verdreht ist.
Da es sich im allgemeinen in der Praxis um geringste
Abweichungen handelt und somit der Differenzwinkel δR
(in Bogenmaß gemessen) nur äußerst kleine Werte annimmt,
kann der Primärfeld-Effekt BP für diese Anordnung in
erster Näherung durch die Gleichung
BP = BR · δR + BZ · δZ (1)
beschrieben werden, wobei BR und BZ bekannte Funktionen
sind, die im wesentlichen vom magnetischen Dipolmoment
der Sendespule S sowie von der Basislänge L abhängen
und somit hier Konstanten sind. Die gleiche Betrachtung
läßt sich auf für eine aus zwei Empfangsspulen bestehen
de Empfangseinheit verallgemeinern.
Die Sende- und Empfangsspulen sind auf einem Sensorträ
ger befestigt. Die Vorrichtung wird bei Gebrauch im
allgemeinen entweder getragen oder mit Hilfe von Rädern
bewegt. Da der Sensorträger nicht völlig starr ist,
biegt er sich bei Bewegung der Vorrichtung (z. B. während
des Tragens) durch, so daß die Empfangsspuleneinheit wie
in Fig. 1 gegenüber der Ideallage verschoben wird.
Der Zustand bei durchgebogenem Sensorträger ST und einer
Empfangsspuleneinheit aus zwei Spulen ist schematisch in
Fig. 2 dargestellt. Die dabei auftretenden Verbiegungen
des Sensorträgers ST können in erster Näherung so ap
proximiert werden, daß die Durchbiegung als Kreissegment
angenommen wird.
Die Verschiebungen für die beiden dargestellten
Empfangsspulen E1 und E2 setzen sich aus den Verschie
bungen aufgrund statischer Geometriefehler wie z. B.
Einbauungenauigkeiten, bestehend aus den Differenzen
δzS1, δzS2 in z-Richtung und den Differenzwinkeln δRS1, δRS2
aus der orthogonalen Achse (vgl. hierzu Fig. 1), und
den Verschiebungen durch die Verbiegung des Sensorträ
gers ST, bestehend aus den Abständen δzT1, δzT2 gegenüber
der Dipolachse der Sendespule S und den Biegewinkeln
δRT1, δRT2, zusammen. Dabei wird angenommen, daß die
Verschiebungen aufgrund statischer Geometriefehler Gerä
tekonstante sind, während die durch die Durchbiegung des
Sensorträgers ST entstehenden Verschiebungen sich wäh
rend der Bewegung der Vorrichtung im Einsatz laufend
ändern und somit dynamischer Natur sind.
Für die teilkreisförmige Durchbiegung des Sensorträgers
ST gemäß Fig. 2 gelten folgende Beziehungen:
L1 = δRT1 · R; L2 = δRT2 · R (2)
wobei
L1 die Basislänge zwischen Sender und der ersten Empfangsspule E1 und
L2 die Basislänge zwischen Sender und der zweiten Empfangsspule E2 ist.
L1 die Basislänge zwischen Sender und der ersten Empfangsspule E1 und
L2 die Basislänge zwischen Sender und der zweiten Empfangsspule E2 ist.
Es gilt:
Bei kleinen Winkeln δRT1 und δRT2 ergeben sich dann fol
gende Näherungen:
(2) in (4) eingesetzt ergibt jeweils
a ≈ L₁; b ≈ L₂ (5)
Ferner gilt:
Bei kleinen Winkeln δRT1, δRT2 ergibt sich näherungsweise
(5) in (7) eingesetzt ergibt jeweils die Beziehungen
Wegen
L₂ = L₁ + d₁₂ (9)
ergibt sich unter Berücksichtigung von (2)
Die Verschiebungen aufgrund der Sensorträgerdurchbiegung
(δRT1, δRT2, δZT1, δZT2) und der statischen Geometriefehler
(δRS1, δRS2, δZS1, δZS2) addieren sich in erster Näherung,
so daß für die Gesamtverschiebungen gilt:
Dadurch, daß die Empfangsspulen E1 und E2 starr mitein
ander verbunden (z. B. vergossen) sind, handelt es sich
bei den Größen δZS1, δZS2, δRS1, δRS2 um Gerätekonstanten.
Nachfolgend wird die Wirkungsweise der elektrischen Kom
pensation betrachtet.
Für die Momentanwerte in den Empfangsspulen E1 und E2 in
Bereichen ohne Sekundärfeld-Effekt gilt:
M1 = BP1 + N1; M2 = BP2 + N2 (15)
wobei es sich bei N1, N2 um Rauschwerte handelt.
(1) eingesetzt in (15) ergibt:
M₁ = B₁R δR₁ + B₁Z δZ₁ + N₁ (16)
(11), (13) in (16) eingesetzt ergibt
Daraus folgt
M1 = P1 δRT1 + B1 R δRS1 + B₁Z δZS1 + N1 (18)
mit
Außerdem ergibt sich durch Einsetzen von (1) in (15)
M₂ = B₂R δR₂ + B₂Z δZ₂ + N₂ (20)
(12), (14) eingesetzt in (20) ergibt
Daraus folgt
M2 = P2 δRT1 + B2 R δRS2 + B2 Z δZS2 + N2 (22)
mit
Bei P1, P2 handelt es sich um bekannte Gerätekonstanten.
Durch Erzeugung von Gegenfeldern Bkomp1, Bkomp2 mit Hilfe von
in den Figuren nicht näher dargestellten Kompensations
wicklungen werden zunächst üblicherweise die Momentan
werte M1, M2 minimiert, so daß nach Einschalten der Ge
genfelder BKomp1, BKomp2 die Momentanwerte zu
M₁ ≃ N₁ (24)
M₂ ≃ N₂ (25)
werden, wobei sich unter Berücksichtigung von (18), (22)
ergibt:
BKomp1 ≃ - (P1 δRT1 + B1 R δRS1 + B1 Z δZS1) (26)
BKomp2 ≃ - (P2 δRT1 + B2 R δRS2 + B2 Z δZS2) (27)
Der Zustand nach einer solchen elektrischen Kompensation
entspricht also näherungsweise einem Zustand ohne Ver
schiebungen δR, δz.
Wenn der Sensorträger nach der elektrischen Kompensation
bewegt wird, kommt es zu erneuten Verschiebungen der
Empfangsspulen E1 und E2 gegenüber der Ausgangslage,
nämlich derjenigen Lage, die die Empfangsspulen E1 und
E2 zum Zeitpunkt der elektrischen Kompensation innehat
ten.
Für die Momentanwerte im neuen Zustand gilt dann all
gemein:
M1 = P1 δRT1′ + B1 R δRS1 + B1 Z δZS1 - BKomp1 + BK1 + N1 (28)
M2 = P2 δRT1′ + B2 R δRS2 + B2 Z δZS2 - BKomp2 + BK2 + N2 (29)
wobei BK1, BK2 den auf die Empfangsspulen E1 und E2 wir
kenden Sekundärfeld-Effekt repräsentieren, δRS1, δRS2,
δZS1, δZS2 die eingeführten Gerätekonstanten sind und δRT1′
die erneute Verschiebung aufgrund der Sensorträgerdurch
biegung beschreibt.
Nach Einsetzen von (26) in (28) und (27) in (29) folgt:
M1 = P1 δR + BK1 + N1 (30)
M2 = P2 δR + BK2 + N2 (31)
mit
δR ≡ δRT1 - δRT1 (32)
Dies bedeutet, daß sich die statischen Geometriefehler
der Empfangsspulen E1 und E2 elektrisch kompensieren
lassen, während die nicht zu kontrollierenden Geometrie
fehler aufgrund dynamischer Verbiegungen des Sensorträ
gers durch eine solche elektrische Anfangskompensation
nicht eliminiert werden können.
Nachfolgend wird nun die Kompensation des Primär-Feld
effektes aufgrund von dynamischen Verbiegungen des Sen
sorträgers näher erläutert.
Hierzu wird eine elektronische Schaltung verwendet, wie
sie als Blockschaltbild in Fig. 3 dargestellt ist. Die
empfangenen Signale der beiden Empfangsspulen E1 und E2
werden in einem Anti-Aliasing-Filter 10 gefiltert und
anschließend in einem A/D-Wandler 12 in digitale Signale
umgewandelt. Anschließend werden die digitalen Signale
in eine Transformationseinheit 14 gegeben, in dem sie in
das komplexe Basisband transformiert werden. Nach an
schließender digitaler Tiefpaßfilterung in einem Tiefpaß
16 werden die Signale in einem Prozessor 18 verarbeitet
und die Meßergebnisse auf einer Anzeige 20 angezeigt.
Die Momentansignale M1, M2 von den Empfangsspulen E1, E2
haben, als Zeitsignale geschrieben, die Form
wobei
ω die Sende/Empfangs-Kreisfrequenz,
ρ0 die Phasenlage der Sendespule und
Φ1 bzw. Φ2 die Phasenverschiebung des Sekundärfeldes an der Empfangsspule E1 bzw. E2 ist und
1, 2, P1, P2 das statistische Rauschen beschreiben.
ω die Sende/Empfangs-Kreisfrequenz,
ρ0 die Phasenlage der Sendespule und
Φ1 bzw. Φ2 die Phasenverschiebung des Sekundärfeldes an der Empfangsspule E1 bzw. E2 ist und
1, 2, P1, P2 das statistische Rauschen beschreiben.
Nach Verarbeitung in den Komponenten 10 bis 14 und an
schließender Tiefpaßfilterung im Tiefpaßfilter 16 erhält
man von M1 und M2
die Realteile
Demnach liegen nach der Tiefpaßfilterung die getasteten
Signale in der Form vor:
wobei es sich bei
um komplexe Rauschsignale handelt, die eine statistische
Größe bilden.
Somit ist nach der digitalen Tiefpaßfilterung die Grund
welle aus den Signalen eliminiert, so daß die Amplitude
und Phase der Einhüllenden zur Verfügung steht.
Unter der Annahme, daß N1 « P1, N2 « P2 und N1 « BK1, N2
« BK2 ist und die Rauschsignale somit vernachlässigt
werden können, erhält man
Wenn der Abstand der Empfangsspulen E1 und E2 hinrei
chend klein ist, gilt:
BK1 ≈ BK2, Φ1 ≈ Φ2.
Dadurch erhält man für das Sekundärfeld-Effekt- oder
Nutzsignal
QP kann man in geeigneter Weise wählen. Beispielsweise
kann bei geeigneter Wahl der Abstände L1 und L2 der Emp
fangsspulen E1 und E2 von der Sendespule S
QP ≈ 2 . . . 3
sein. Da ρ0 im allgemeinen unbekannt ist - es handelt
sich hier um eine Gerätekonstante, die keine wesentliche
Rolle spielt -, kann die absolute Phase von BK1 nicht
bestimmt werden; allerdings können die Änderungen von Φ1
ermittelt werden.
Die Berechnung der Meßwerte wird dann online für die
Empfangsspulen E1 und E2 während des Einsatzes der Vor
richtung von dem Prozessor 18 (vgl. Fig. 3) durchge
führt, der auch weitere Datenverarbeitungsschritte aus
führt, wie z. B. die Berechnung eines Peilwinkels zum
detektierten Objekt, der sich aus den Quotienten der
Meßwerte der gekreuzten Empfangsspulen ergibt. Dieser
Peilwinkel, der sich auf den Ursprung des durch die
gekreuzten Empfangsspulen definierten Koordinatensystems
bezieht, zeigt an, ob das Objekt rechts oder links vom
Sensorsystem liegt.
Die zuvor beschriebene Prozedur betraf die Spulenanord
nung eines nullgekoppelten Systems, wie sie auch in
Fig. 4a gezeigt ist, bei welcher neben einer Sendespule
zwei parallel nebeneinander angeordnete Empfangsspulen
kreuze vorgesehen sind, von denen jedes Empfangsspulen
kreuz aus zwei sich mit ihren Dipolachsen rechtwinklig
schneidenden Empfangsspulen besteht, die orthogonal und
symmetrisch zur Dipolachse der Sendespule angeordnet
sind, wobei die Empfangsspulenkreuze mit ihren Mittel
punkten auf der Dipolachse der Sendespule liegen. Fig.
4b zeigt eine ähnliche Anordnung, welche sich jedoch von
der Anordnung gemäß Fig. 4a dadurch unterscheidet, daß
die beiden Empfangsspulenkreuze hintereinander angeord
net sind, wobei die einen Empfangsspulen der Empfangs
spulenkreuze mit ihren Dipolachsen auf einer gemeinsamen
Achse liegen, die die Dipolachse der Sendespule recht
winklig und in der Mitte der Sendespule schneidet. Für
diese Anordnung gilt die zuvor beschriebene Prozedur in
gleicher Weise; allerdings sind die jeweiligen Geräte
konstanten neu zu bestimmen.
Das gleiche gilt auch für die in Fig. 5a und b gezeig
ten Spulenanordnungen eines maximalgekoppelten Systems
mit einer Sendespule und zwei Empfangsspulen. Bei diesen
Anordnungen liegen die Sendespule und die beiden Emp
fangsspulen mit ihren Dipolachsen auf einer gemeinsamen
Achse (Fig. 5a) oder sind parallel nebeneinander an
geordnet (Fig. 5b).
Es gibt jedoch auch Anordnungen, bei denen die Sendespu
leneinheit aus zwei Sendespulen und die Empfangsspulen
einheit nur aus einer Empfangsspule gebildet sind. Für
solche Anordnungen, wie sie in den Fig. 4c und d
sowie 5c und d gezeigt sind, gilt die zuvor getroffene
Betrachtung prinzipiell in gleicher Weise. Allerdings
repräsentiert hier der Wert S1 den Meßwert bei parallel
geschalteten Sendespulen, während der Wert S2 den Meßwert
für antiparallel geschaltete Sendespulen repräsentiert.
Entsprechendes gilt für die Sekundärfelder BK1 und BK2.
Bei diesen Anordnungen erfolgt die Verarbeitung somit
mit Hilfe zweier durch ein kurzes Zeitintervall getrenn
ter Signale, wobei für das eine Signal die beiden Sende
spulen parallel und für das andere Signal antiparallel
geschaltet werden, sonst aber mit einer entsprechenden
Prozedur, wie zuvor beschrieben.
Fig. 4c zeigt eine Spulenanordnung eines nullgekoppel
ten Systems, bei welcher die beiden Sendespulen mit
ihren Dipolachsen auf einer gemeinsamen Achse liegen, zu
der die beiden Empfangsspulen eines Empfangsspulenkreu
zes orthogonal und symmetrisch angeordnet sind. Die in
Fig. 4d gezeigte Anordnung unterscheidet sich von der
Anordnung gemäß Fig. 4c dadurch, daß die beiden Sende
spulen parallel zueinander und orthogonal und symme
trisch zur Dipolachse der einen Empfangsspule des Emp
fangsspulenkreuzes angeordnet sind.
Fig. 5c zeigt eine Spulenanordnung mit zwei Sendespulen
und einer Empfangsspule bei einem maximalgekoppelten
System, wobei sämtliche Spulen mit ihren Dipolachsen auf
einer gemeinsamen Achse liegen. Die in Fig. 5d darge
stellte Anordnung unterscheidet sich von der Anordnung
gemäß Fig. 5c dadurch, daß alle drei Spulen parallel
zueinander sowie mit ihren Dipolachsen orthogonal und
symmetrisch zu einer gemeinsamen Achse angeordnet sind.
Claims (7)
1. Vorrichtung zur Detektion von Objekten mit hoher
Leitfähigkeit, mit einer Sendespuleneinheit, einer im
Abstand zur Sendespuleneinheit angeordneten Empfangs
spuleneinheit für den Empfang der Signale von der Sende
spuleneinheit und einer Auswerteeinrichtung zur Auswer
tung eines Nutzsignalanteils aus den empfangenen Signa
len, die neben dem Sekundärfeld- oder Nutzsignalanteil
auch noch aufgrund von unkontrollierbaren Abweichungen
der Empfangsspuleneinheit aus einer definierten Lage zur
Sendespuleneinheit entstandenen, unbekannten Primärfeld
effektanteil enthalten,
dadurch gekennzeichnet, daß eine zusätzliche Spulenein
heit vorgesehen ist, die entweder als zusätzliche Sende
spuleneinheit mit der Sendespuleneinheit oder als zu
sätzliche Empfangsspuleneinheit mit der Empfangsspulen
einheit im wesentlichen starr mechanisch verbunden ist,
und die Auswerteeinrichtung die Signale von der zusätz
lichen Spuleneinheit zur Unterdrückung des Primärfeld
effektanteils verwendet.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die Auswerteeinrichtung den
Nutzsignalanteil BK1 e-j Φ 1 unter Verwendung der Gleichung
zumindest näherungsweise ermittelt, wobei
Φ1 die Phasenverschiebung des Sekundärfeldes,
QP eine Gerätekonstante, die bei geeigneter Wahl der Abstände der Empfangsspuleneinheit von der Sendespuleneinheit zumindest ungefähr auf den Wert 2 gesetzt werden kann, und
S1, S2 die von der Empfangsspuleneinheit gemessenen und von der Auswerteeinheit ausgewerteten Meß signale sind.
Φ1 die Phasenverschiebung des Sekundärfeldes,
QP eine Gerätekonstante, die bei geeigneter Wahl der Abstände der Empfangsspuleneinheit von der Sendespuleneinheit zumindest ungefähr auf den Wert 2 gesetzt werden kann, und
S1, S2 die von der Empfangsspuleneinheit gemessenen und von der Auswerteeinheit ausgewerteten Meß signale sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß die Sendespuleneinheit, die
Empfangsspuleneinheit und die zusätzliche Spuleneinheit
auf einem gemeinsamen Träger befestigt sind.
4. Vorrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 1
bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß
- 1) bei Verwendung der zusätzlichen Spuleneinheit als zusätzliche Sendespuleneinheit der Abstand zwischen der Sendespuleneinheit und der zusätzlichen Spulen einheit oder
- 2) bei Verwendung der zusätzlichen Spuleneinheit als zusätzliche Empfangsspuleneinheit der Abstand zwi schen der Empfangsspuleneinheit und der zusätzli chen Spuleneinheit
jeweils erheblich geringer als der Abstand zwischen der
Sendespuleneinheit und der Empfangsspuleneinheit ist.
5. Vorrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 1
bis 4, mit Nullkopplung zwischen Sendespuleneinheit und
Empfangsspuleneinheit, wobei die Sendespuleneinheit aus
einer Sendespule und die Empfangsspuleneinheit aus einem
Empfangsspulenkreuz mit zwei sich mit ihren Dipolachsen
rechtwinklig schneidenden Empfangsspulen besteht, die
orthogonal und symmetrisch zur Dipolachse der Sendespule
angeordnet sind,
dadurch gekennzeichnet, daß
entweder ein zusätzliches Empfangsspulenkreuz, das eben
falls orthogonal und symmetrisch zur Dipolachse der
Sendespule angeordnet und zum Empfangsspulenkreuz ausge
richtet ist,
oder eine zusätzliche Sendespule vorgesehen ist, die mit
ihrer Dipolachse auf der Dipolachse der Sendespule liegt
oder parallel zur Sendespule angeordnet ist.
6. Vorrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 1
bis 4, mit Maximalkopplung zwischen Sendespuleneinheit
und Empfangsspuleneinheit, wobei die Sendespuleneinheit
aus einer Sendespule und die Empfangsspuleneinheit aus
einer Empfangsspule besteht, die mit ihrer Dipolachse
auf der Dipolachse der Sendespule liegt oder parallel
zur Sendespule angeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet, daß
entweder eine zusätzliche Empfangsspule, die mit ihrer
Dipolachse auf der Dipolachse der Sendespule liegt oder
parallel zur Empfangsspule angeordnet ist,
oder eine zusätzliche Sendespule vorgesehen ist, die mit
ihrer Dipolachse auf der Dipolachse der Sendespule liegt
oder parallel zu dieser angeordnet ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19924230409 DE4230409A1 (de) | 1992-09-11 | 1992-09-11 | Vorrichtung zur Detektion von Objekten mit hoher Leitfähigkeit |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19924230409 DE4230409A1 (de) | 1992-09-11 | 1992-09-11 | Vorrichtung zur Detektion von Objekten mit hoher Leitfähigkeit |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4230409A1 true DE4230409A1 (de) | 1994-03-17 |
Family
ID=6467733
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19924230409 Withdrawn DE4230409A1 (de) | 1992-09-11 | 1992-09-11 | Vorrichtung zur Detektion von Objekten mit hoher Leitfähigkeit |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4230409A1 (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE10164303A1 (de) * | 2000-09-15 | 2003-07-10 | Ebinger Klaus Ing Fa | Verfahren und Detektorvorrichtung |
| DE10164302A1 (de) * | 2001-12-28 | 2003-07-24 | Klaus Ebinger | Verfahren und Detektorvorrichtung |
| DE112015005234B4 (de) | 2014-12-19 | 2023-10-12 | International Business Machines Corporation | Erkennen und bildliches Darstellen von unterirdischen Objekten mit starkem Kontrast der Impedanz |
-
1992
- 1992-09-11 DE DE19924230409 patent/DE4230409A1/de not_active Withdrawn
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE10164303A1 (de) * | 2000-09-15 | 2003-07-10 | Ebinger Klaus Ing Fa | Verfahren und Detektorvorrichtung |
| DE10164302A1 (de) * | 2001-12-28 | 2003-07-24 | Klaus Ebinger | Verfahren und Detektorvorrichtung |
| DE10164302B4 (de) * | 2001-12-28 | 2007-09-06 | Klaus Ebinger | Verfahren und Detektorvorrichtung |
| DE112015005234B4 (de) | 2014-12-19 | 2023-10-12 | International Business Machines Corporation | Erkennen und bildliches Darstellen von unterirdischen Objekten mit starkem Kontrast der Impedanz |
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