DE4229588A1 - Kartusche für pastöse Massen - Google Patents
Kartusche für pastöse MassenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Kartusche für pastöse Mas
sen der im Oberbegriff des Patentanspruchs 1 angege
benen Art.
Es ist bekannt, pastöse Massen, die als Dichtungs
mittel, Klebemittel u. dgl. verwendet werden, in Kar
tuschen aus Kunststoff oder anderen Materialien unter
zubringen. Diese Kartuschen bestehen aus einem zylin
drischen Kartuschenkörper, in dem ein Kolben verschieb
bar untergebracht ist. Am vorderen Ende des Kartuschen
körpers befindet sich eine Austrittsöffnung, durch die
die pastöse Masse beim Vorschieben des Kolbens ausge
preßt wird. Das Vorschieben des Kolbens geschieht mit
einem Auspreßwerkzeug, das eine Druckstange mit einem
daran befestigten Druckteller aufweist. Der Druckteller
drückt gegen die Innenseite der Stirnwand des Kolbens
und schiebt dadurch den Kolben vor. Es ist auch mög
lich, den Kolben mit Druckluft vorzuschieben.
Eine Kartusche der im Oberbegriff des Patentanspruchs 1
angegebenen Art ist bekannt aus DE-PS 20 34 047. Bei
dieser bekannten Kartusche weist der becherförmige Kol
ben eine nach außen gewölbte Stirnwand und eine im
wesentlichen zylindrische Umfangswand auf. An der
Innenseite der Stirnwand befindet sich eine nach innen
weisende konische Ringlippe, die von der Umfangskante
der Stirnwand ausgeht, sowie ein koaxial zur Ringlippe
angeordneter Ringanschlag. Wenn nach dem Einbringen der
pastösen Masse in den Kartuschenkörper der Kolben in
den Kartuschenkörper eingebracht, d. h. "gesetzt" wird,
drückt ein Stempel vom Kolbeninneren her gegen die
Stirnwand. Dieser Stempel hat zwei abgesetzte Platten,
von denen eine gegen die konische Ringlippe und die
andere gegen den Ringanschlag drückt. Dabei kann im
Kartuschenkörper enthaltene Luft an der äußeren Dicht
lippe des Kolbens vorbei entweichen. Zum Ausdrücken der
pastösen Masse wird ein flacher Druckteller benutzt,
der gegen die konische Ringlippe drückt und somit den
vorderen Bereich des Kolbens aufweitet, so daß die von
dem Kolben abstehende Dichtlippe fest gegen die Innen
fläche der Wand des Kartuschenkörpers gedrückt wird.
Dabei wird die nach außen gerichtete Aufwölbung der
Stirnseite des Kolbens flacher. Diese Abflachung ist
dadurch begrenzt, daß der Druckteller schließlich gegen
den Ringanschlag stößt. Die bekannte Kartusche hat sich
sehr bewährt, weil der Dichtangriff der Dichtlippe des
Kolbens an der Innenfläche des Kartuschenkörpers sich
mit zunehmendem Auspreßdruck verstärkt, so daß eine
gute Abdichtung gegeben ist, während andererseits die
Wandreibung zwischen Kolben und Kartuschenkörper auf
das unbedingt nötige Maß beschränkt ist. Allerdings ist
die Herstellung des Kolbens relativ teuer, weil hierzu
aufwendige Spritzgußwerkzeuge benötigt werden. Insbe
sondere die Formung der konischen Ringlippe im Inneren
des Kolbens erfordert aufwendige Spritzgußwerkzeuge.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Kar
tusche der im Oberbegriff des Patentanspruchs 1 ange
gebenen Art zu schaffen, bei der sich die Anpreßkraft,
mit der die Dichtlippe gegen den Kartuschenkörper ge
drückt wird, in Abhängigkeit von der aufgebrachten Aus
preßkraft vergrößert, bei der jedoch der Kolben ein
facher und kostengünstiger herstellbar ist.
Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß mit
den im kennzeichnenden Teil des Patentanspruchs 1 an
gegebenen Merkmalen.
Bei der erfindungsgemäßen Kartusche ist die Stirnwand
des Kolbens im entspannten Zustand nach innen gewölbt.
Beim Ansetzen des Drucktellers gegen die Wölbung der
Stirnwand flacht sich die Wölbung ab, wodurch sich der
Außendurchmesser der Stirnwand erweitert, so daß die
Dichtlippe mit erhöhter Kraft gegen die Innenfläche des
Kartuschenkörpers gedrückt wird. An der Innenfläche der
Stirnwand des Kolbens sind keine Rippen, Lippen oder
sonstige Vorsprünge erforderlich. Es können allerdings
Vorsprünge, Verstärkungen o. dgl. vorgesehen werden,
jedoch ist keine konische Ringlippe vorhanden, die eine
Hinterschneidung bilden würde und die den Einsatz eines
komplizierten Spritzgußwerkzeuges nötig machen würde.
Im Normalzustand, also wenn keine externe Kraft auf den
Kolben ausgeübt wird, reicht die Dichtlippe aus, um das
Eindringen von Luft in den Kartuschenkörper zu verhin
dern. Das Eindringen von Luft muß verhindert werden, da
die meisten pastösen Massen unter Lufteinfluß aushär
ten.
In der Regel ist es erforderlich, beim Befüllen der
Kartusche zu erreichen, daß die Luft entweicht, wenn
der Kolben gesetzt wird. Dadurch, daß die Stirnwand des
Kolbens unter der Kraft eines Setzwerkzeuges nach vorne
aufgewölbt wird, wird die vordere Umfangskante des Kol
bens radial eingezogen, so daß die Luft an der Dicht
lippe entlang entweichen kann. Wenn die Krafteinwirkung
des Setzstempels aufgehört hat, formt sich die Stirn
wand elastisch wieder so zurück, so daß die Ausbauchung
zum Inneren des Kolbens gerichtet ist. Dadurch entsteht
im Kartuschenkörper eine Sogwirkung, durch die der
Kolben weiter in den Kartuschenkörper hineingezogen
wird.
Um die nach außen gerichtete vorübergehende Ausbauchung
der Stirnwand des Kolbens zu erreichen, ist zweck
mäßigerweise am rückwärtigen Ende des Kolbens ein
Außenwulst vorgesehen, mit dem der Kolben sich am rück
wärtigen Ende des Kartuschenkörpers verhakt. Beim Ein
dringen des Setzstempels in den Kolben wird zunächst
die Stirnwand des Kolbens nach außen aufgewölbt, wäh
rend das rückwärtige Ende des Kolbens durch den Außen
wulst festgehalten wird. Wenn der Setzstempel noch
weiter in den Kartuschenkörper eingeführt wird,
schnappt der Außenwulst an dem rückwärtigen Ende des
Kartuschenkörpers nach innen, um an der Innenfläche des
Kartuschenkörpers zu gleiten und von nun an eine zweite
Dichtlippe zu bilden.
Die erfindungsgemäße Kartusche ist sowohl für mecha
nische Auspreßwerkzeuge geeignet, bei denen ein Druck
teller in den Kolben eingeführt wird, als auch für
pneumatische Auspreßwerkzeuge, bei denen der Kolben
durch Druckluft vorgetrieben wird. Auch bei Druckluft
beaufschlagung werden beide Dichtwülste mit zunehmendem
pneumatischen Druck stärker gegen die Kartuschenwand
gedrückt, so daß die Abdichtung gerade bei hohen Aus
preßdrücken verstärkt wird.
Ein besonderer Vorteil der erfindungsgemäßen Kartusche
besteht darin, daß bei jedem Auspreßvorgang die nach
innen gewölbte Stirnwand flachgedrückt wird und sich
anschließend wieder nach innen zurückbildet. Dadurch
entsteht im Anschluß an den Auspreßvorgang ein Sog, der
die pastöse Masse zurückzieht, so daß ein Nachlaufen
der Masse aus der Auspreßöffnung verhindert wird.
Im folgenden wird unter Bezugnahme auf die Zeichnungen
ein Ausführungsbeispiel der Erfindung näher erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 einen Längsschnitt der Kartusche nach dem Ein
schieben des Kolbens, jedoch vor dem eigent
lichen Setzen des Kolbens,
Fig. 2 den rückwärtigen Teil der Kartusche während des
Setzens des Kolbens, also während des Vorschie
bens des Setzstempels, und
Fig. 3 den Zustand während der Benutzung der Kartu
sche, also beim Vorschieben des Kolbens mit dem
Druckteller eines Auspreßwerkzeuges.
Die Kartusche 10 weist einen zylindrischen Kartuschen
körper 11 aus Kunststoff auf. Der Kartuschenkörper 11
ist mit einer einstückig angeformten Frontwand 12 ver
sehen. An der Frontwand 12 befindet sich ein mit Ge
winde versehener Auslaßstutzen 13, in dem sich die Aus
trittsöffnung befindet. In den Kartuschenkörper 11 ist
die pastöse Masse 14, z. B. eine Dichtungsmasse oder ein
Kleber, eingefüllt worden und anschließend ist in das
rückwärtige offene Ende des zylindrischen Kartuschen
körpers 11 der Kolben 15 eingeschoben worden.
Der Kolben 15 weist eine im wesentlichen zylindrische
Umfangswand 16 auf, die im entspannten Zustand in den
Kartuschenkörper 11 hineinpaßt und deren Umfangsfläche
einen geringen Abstand von der Innenfläche des Kar
tuschenkörpers 11 hat. Der becherförmige Kolben 15
weist ferner eine geschlossene Stirnwand 17 auf, die
sich an das vordere Ende der Umfangswand 16 anschließt
und die aus einem nach innen gewölbten Hauptbereich 17a
und einem nach außen gewölbten Ringbereich 17b besteht.
Der Hauptbereich 17a ragt axial in den von der Umfangs
wand 16 umschlossenen Raum hinein.
An der vorderen Umfangskante des Kolbens ist eine ab
stehende Dichtlippe 18 vorgesehen, die in Dichtkontakt
mit der Innenfläche des Kartuschenkörpers 11 steht und
an der rückwärtigen Umfangskante ist ein Außenwulst 19
vorgesehen, der beim losen Einschieben des Kolbens in
den Kartuschenkörper gegen das rückwärtige Ende 20 des
Kartuschenkörpers 11 stößt.
Die Stirnwand 17 des Kolbens hat eine Stärke von min
destens 1,4 mm, damit sie hinreichend wasserdampfdicht
ist.
Fig. 1 zeigt den Zustand, daß der Kolben 15 lose in den
freien Raum des nahezu vollständig mit der Masse 14
gefüllten Kartuschenkörpers lose eingesetzt worden ist.
In Fig. 2 ist das "Setzen" des Kolbens 15 mit einem
Setzstempel 21 dargestellt. Der Setzstempel ist ein
zylindrischer Stempel mit balliger Stirnfläche 21a. Die
Stirnfläche 21a drückt gegen die Stirnwand 17 des Kol
bens, die gemäß Fig. 2 nach vorne vorschnappt. Wird nun
der Setzstempel 21 weiter vorgeschoben, so wird durch
die nach vorne gerichtete Ausbauchung der Stirnwand 17
die vordere Umfangskante mit der Dichtlippe 18 radial
eingezogen, so daß Luft an der Dichtlippe 18 vorbei
entweichen kann. Die auf die Stirnwand 17 ausgeübte
Stempelkraft bewirkt ferner, daß der Außenwulst 19 an
der Endkante 20 nach innen schnappt. Dies ist deshalb
möglich, weil der Außendurchmesser des Setzstempels 21
so klein ist, daß zwischen dem Setzstempel und der Um
fangswand 16 ein Ringspalt verbleibt. Wenn der Kolben
auf diese Weise so weit vorgeschoben wurde, daß sämt
liche Luft aus dem Kartuschenkörper entwichen ist, wird
der Setzstempel 21 zurückgezogen. Dabei bildet sich die
nach innen gerichtete Ausbauchung der Stirnwand 17 zu
rück und der Kolben zieht sich durch die Sogwirkung
noch weiter in dem Kartuschenkörper nach vorne.
Fig. 3 zeigt den Zustand, den der Kolben 15 während des
Auspressens des Kartuscheninhalts einnimmt. Gegen die
Innenseite der Stirnwand 17 wirkt der Druckteller 22
eines Auspreßwerkzeugs. Die Vorderseite des Druck
tellers 22 ist eben, so daß die Stirnwand 17 nicht nach
vorne ausgebaucht werden kann, sondern allenfalls in
den ebenen Zustand verformt wird. Dies ist andeutungs
weise durch die gestrichelte Linie 17′ dargestellt.
Beim Vorschieben des Drucktellers 22 spreizt sich die
Stirnwand 17 auf, so daß die Dichtlippe 18 verstärkt
gegen die Wand des Kartuschenkörpers 11 gepreßt wird.
Der Umfangswulst 19 dient als zusätzliche Dichtlippe am
rückwärtigen Kolbenende.
Der Kolben 15 ist als Spritzgußteil leicht herstellbar
und er bietet auch den Vorteil, daß er maschinell ge
setzt werden kann. Das Füllen des Kartuschenkörpers mit
der Masse und das Setzen des Kolbens können automatisch
durchgeführt werden.
Claims (4)
1. Kartusche für pastöse Massen, mit einem Kar
tuschenkörper (11), in dem ein verschiebbarer
becherförmiger Kolben (15) angeordnet ist, wobei
der Kolben (15) eine gewölbte Stirnwand (17), eine
im wesentlichen zylindrische Umfangswand (16), an
der vorderen Umfangskante eine ringförmige Dicht
lippe (18) und an der rückwärtigen Umfangskante
einen ringförmigen Außenwulst (19) aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Stirnwand (17) in einem Hauptbereich (17a)
zum Kolbeninneren hin gewölbt und derart elastisch
ausgebildet ist, daß sie vorübergehend unter Kraft
einwirkung nach außen drückbar ist.
2. Kartusche nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der Außenwulst (19) größer ist als die Innen
weite des Kartuschenkörpers (11), derart, daß sich
der Außenwulst am rückwärtigen Ende (20) des Kar
tuschenkörpers abstützt und erst dann in den Kar
tuschenkörper eintritt, wenn der Kolben (15) unter
nach vorne gerichteter Aufwölbung seiner Stirnwand
(17) von einem Kolbensetzwerkzeug (21) verformt
worden ist.
3. Kartusche nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Stärke der Stirnwand (17) min
destens 1,4 mm beträgt.
4. Kartusche nach einem der Ansprüche 1-3, dadurch
gekennzeichnet, daß der nach innen gewölbte Haupt
bereich (17a) der Stirnwand (17) von einem nach
außen gewölbten Ringbereich (17b) umgeben ist.
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