DE4227001A1 - Hydraulischer Antrieb zur Nockenwellenverstellung einer Brennkraftmaschine - Google Patents
Hydraulischer Antrieb zur Nockenwellenverstellung einer BrennkraftmaschineInfo
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Description
Die Erfindung geht aus von einem hydraulischen Antrieb, der zur
Verstellung der relativen Drehlage zwischen einer Nockenwelle
einer Brennkraftmaschine und einem Antriebsrad für die Nocken
welle verwendet wird und der eine mit zwei Anschlüssen versehene
Konstantpumpe und einen Stellzylinder mit zwei Druckkammern auf
weist, die durch die Konstantpumpe mit Druck beaufschlagbar
sind.
Vorrichtungen zur Verstellung der Nockenwelle relativ zu einem
Antriebsrad werden bei modernen Brennkraftmaschinen deshalb vor
gesehen, um eine hohe spezifische Leistung erzielen und vorzugs
weise im unteren Drehzahlbereich ein hohes Drehmoment bereit
stellen zu können. Durch die Verstellung der Nockenwelle wird
die Aufsteuerzeit der mit dieser Nockenwelle gesteuerten Ventile
in ihrer Länge zwar nicht verändert, jedoch nach "FRÜH" oder
"SPÄT" verschoben. Insbesondere bei 4-Ventil-Motoren mit ge
trennten Nockenwellen für die Einlaßventile und die Auslaßven
tile verdreht man erstere Nockenwelle gegenüber letzterer Nocken
welle last- und drehzahlabhängig, so daß die Überschneidung
der Ventilöffnungszeiten variiert. Letztlich können durch diese
Technik der Kraftstoffverbrauch verringert und die Abgaswerte
verbessert werden.
Aus der DE 39 29 624 A1 ist eine Vorrichtung bekannt, mit der
die geschilderte Verstellung der relativen Drehlage zwischen ei
ner Nockenwelle und ihrem Antriebsrad durchgeführt werden kann.
Dabei ist zwischen das Antriebsrad und die Nockenwelle ein Kop
pelglied geschaltet, das einerseits über eine Geradverzahnung
mit der Nockenwelle und andererseits über eine Schräg- bzw.
Schraubverzahnung mit einem Nabenteil des Antriebsrades in Ein
griff steht. Das Koppelglied ist mittels eines hydraulischen An
triebs in axialer Richtung verstellbar. Bei einer Verstellung
wird es wegen der Schrägverzahnung relativ zum Antriebsrad ge
dreht und nimmt dabei über die Geradverzahnung die Nockenwelle
mit, so daß sich letztendlich die relative Drehlage zwischen dem
Antriebsrad und der Nockenwelle ändert.
Ein hydraulischer Antrieb gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1
ist schon aus einem Prospekt "ATE-Hydraulik Anwendungen: Va
riable Nockenwellenverstellung" der Fa. Alfred Teves GmbH be
kannt. Bei diesem bekannten hydraulischen Antrieb wird eine Kon
stantpumpe verwendet, die von der Nockenwelle angetrieben wird
und mit einem Anschluß mit einem Druckmittelbehälter verbunden
ist. Als Stellzylinder wird ein Differentialzylinder verwendet,
dessen kolbenstangenseitige Druckkammer dauernd mit dem anderen
Anschluß der Konstantpumpe verbunden ist. Die andere Druckkam
mer, die so ausgebildet ist, daß der in ihr herrschende Druck
eine größere Fläche am Kolben beaufschlagt als der in der erste
ren Druckkammer herrschende Druck, ist durch ein Proportional
ventil absperrbar oder mit dem zweiten Anschluß der Pumpe oder
dem Druckmittelbehälter verbindbar. Der Kolben des Differenti
alzylinders ist also auf der Stangenseite ständig mit Pumpen
druck beaufschlagt und wird durch Entlastung oder Beaufschlagung
der kolbenseitigen, größeren Druckkammer mit Hilfe des Propor
tionalventils gesteuert. Bei diesem hydraulischen Antrieb ist
von Vorteil, daß bei einem Ausfall des elektrischen Teils des
Proportionalventils eine stabile und definierte sogenannte
"Fail-Safe"-Stellung erreichbar ist, weil der Ventilkörper von
einer Druckfeder, gegen deren Kraft der Elektromagnet des Pro
portionalventils arbeiten muß, in eine Stellung gebracht wird,
in der die kolbenseitige Druckkammer mit einem Druckmittelbehäl
ter verbunden, also entlastet ist. Allerdings hat der bekannte
hydraulische Antrieb im Ruhezustand eine große Verlustleistung,
weil die Konstantpumpe dauernd arbeitet und die Fördermenge über
ein Druckbegrenzungsventil in einen Druckmittelbehälter fördert.
Um die Verlustleistung zu reduzieren, ist in der früher angemel
deten DE-Patentanmeldung P 41 36 286 schon ein hydraulischer An
trieb zur Nockenwellenverstellung vorgeschlagen worden, der im
Prinzip zwei Radialkolbenpumpen mit jeweils einem Saugventil und
einem Druckventil enthält. Das Druckventil der einen Radialkol
benpumpe ist zwischen der oder den Verdrängerkammern dieser
Pumpe und der einen Druckkammer des Stellzylinders angeordnet
und von der jeweils anderen Radialkolbenpumpe entsperrbar. Die
beiden Saugventile sind außer von der jeweiligen Radialkolben
pumpe von einem Elektromagneten steuerbar. Zur Verstellung des
Kolbens des Stellzylinders steuert der Elektromagnet das eine
Saugventil auf, so daß nur das andere normal arbeiten kann und
nur die eine Pumpe Druckmittel in die eine Druckkammer des
Stellzylinders fördert, während der oder die Verdränger der an
deren Pumpe drucklos Druckmittel schieben. In einer Ruhestel
lung, wenn die Nockenwelle nicht verstellt werden soll, steuert
der Elektromagnet beide Saugventile auf, so daß die Verdränger
beider Radialkolbenpumpen drucklos schieben, so daß die Verlust
leistung gering ist. Nachteilig ist jedoch, daß in der Ruhestel
lung nach wie vor die beweglichen Teile der Pumpen wenn auch
drucklos bewegt werden und der Elektromagnet mit Spannung ver
sorgt werden muß, um beide Saugventile offen zu halten.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen hydraulischen
Antrieb gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1 so weiterzuent
wickeln, daß die Verlustleistung weiter reduziert werden kann.
Diese Aufgabe wird durch einen hydraulischen Antrieb gelöst, der
neben den Merkmalen aus dem Oberbegriff auch die Merkmale aus
dem kennzeichnenden Teil des Anspruches 1 aufweist. Danach wird
eine Konstantpumpe verwendet, die von einem drehrichtungsumkehr
baren Elektromotor in entgegengesetzte Richtungen antreibbar ist
und deren Anschlüsse je nach Drehrichtung Saug- oder Druckan
schluß sind. Der Elektromotor und damit die Pumpe werden nur
dann eingeschaltet, wenn die Nockenwelle zu verstellen ist. Da
mit wird zwischen zwei Verstellvorgängen jede Verlustleistung
vermieden. Damit die Nockenwelle ihre Position beibehält, wenn
die Pumpe nicht läuft, ist jede Druckkammer des Stellzylinders
von einem anderen Anschluß der Konstantpumpe aus über jeweils
ein zur Konstantpumpe hin sperrendes entsperrbares Rückschlag
ventil mit Druck beaufschlagbar. Bei stillstehender Pumpe sind
die Rückschlagventile geschlossen und der Kolben des Stellzylin
ders ist zwischen zwei Druckmittelkissen eingespannt. Während
einer Verstellung ist das Rückschlagventil in der Rücklauflei
tung entsperrt, so daß aus der einen Druckkammer des Stellzylin
ders Druckmittel abfließen kann.
Vorteilhafte Ausgestaltungen eines erfindungsgemäßen hydrauli
schen Antriebs kann man den Unteransprüchen entnehmen.
Ein zwischen dem einen Anschluß der Konstantpumpe und der einen
Druckkammer angeordnetes Rückschlagventil ist gemäß Anspruch 2
vorzugsweise hydraulisch entsperrbar und dazu über eine Steuer
leitung mit dem anderen Anschluß der Konstantpumpe verbunden. Um
evt. auftretende Leckölverluste ausgleichen zu können, ist gemäß
Anspruch 3 zumindest ein Anschluß der Konstantpumpe über ein
Nachsaugventil mit einem Druckmittelbehälter verbunden. Bei ei
nem Gleichgangzylinder als Stellzylinder wird man für jeden An
schluß der Konstantpumpe ein solches Nachsaugventil vorsehen.
Bei einem Differentialzylinder als Stellzylinder genügt ein ein
ziges Nachsaugventil, über das die Konstantpumpe Druckmittel aus
einem Behälter nachsaugen kann, wenn sie in die größere der bei
den Druckkammern des Differentialzylinders fördert. Außerdem ist
bei einem Differentialzylinder, der wegen der möglichen kleinen
Bauweise bevorzugt verwendet wird, ein auf steuerbares Ableitven
til vorgesehen, über das bei einer Beaufschlagung der kolben
stangenseitigen, also der kleineren Druckkammer Druckmittel aus
der kolbenseitigen Druckkammer zum Druckmittelbehälter ableitbar
ist.
Der konstruktive Aufwand zur Aufsteuerung des Ableitventils ist
besonders gering, wenn gemäß Anspruch 6 der Ventilkörper des
Nachsaugventils und der Ventilkörper des Ableitventils mecha
nisch derart miteinander gekoppelt sind, daß das Ableitventil
vom Nachsaugventil auf steuerbar ist. Wegen des Trägheitsmomentes
der aus Elektromotor und Konstantpumpe bestehenden Einheit am
Ende eines Verstellvorganges evt. auftretenden Ungenauigkeiten
wird in sehr einfacher und wirkungsvoller Weise dadurch begeg
net, daß der Elektromotor beim Ausschalten kurzgeschlossen und
damit dynamisch abgebremst wird. Eine solche Kurzschlußbremse
läßt sich bei einem permanentmagneterregten Gleichstrommotor,
wie er heute in Automobilen für vielfältige Aufgaben verwendet
wird, ganz leicht verwirklichen. Es werden dazu lediglich die
beiden Anschlüsse des Elektromotors miteinander verbunden. Gemäß
Anspruch 9 wird bevorzugt ein elektrischer Umpolschalter mit nur
zwei Schaltstellungen verwendet, der keine neutrale Mittelstel
lung hat und sich deshalb besonders einfach steuern läßt. Für
die Kurzschlußbremse ist ein elektrischer Kurzschlußschalter
vorgesehen. Zweckmäßigerweise ist nun zunächst die Drehrichtung
des Elektromotors durch eine entsprechende Schaltstellung des
Umpolschalters vorgebbar und dann erst der Kurzschluß durch eine
Betätigung des Kurzschlußschalters aufhebbar. Dadurch ist ge
währleistet, daß der Elektromotor sofort in die gewünschte Dreh
richtung dreht. Die Steuerung der elektrischen Schalter ge
schieht zweckmäßigerweise mit Hilfe einer Motorelektronik, die
bei modernen Brennkraftmaschinen ohnehin vorhanden ist und zur
Steuerung des Elektromotors leicht erweitert werden kann.
Zwei Ausführungsbeispiele eines hydraulischen Antriebs zur Nocken
wellenverstellung sind in den Zeichnungen dargestellt. Anhand
der Figuren dieser Zeichnungen wird die Erfindung nun näher er
läutert:
Es zeigen
Fig. 1 die erste Ausführung mit einem hydraulisch aufsteuer
baren Ableitventil,
Fig. 2 die zweite Ausführung, bei der die Ventilkörper eines
Nachsaugventils und eines Ableitventils mechanisch mit
einander gekoppelt sind,
Fig. 3 in schematischer Darstellung die Kurbelwelle und zwei
Nockenwellen einer Brennkraftmaschine und
Fig. 4 eine Schaltung zur Ansteuerung des die Konstantpumpe
antreibenden Elektromotors.
Zu den beiden hydraulischen Antrieben gemäß den Fig. 1 und 2
gehört eine reversierbare Konstantpumpe 10, die von einem dreh
richtungsumkehrbaren permanentmagneterregten Gleichstrom-Elek
tromotor 11 in zwei entgegengesetzte Drehrichtungen antreibbar
ist. Die Konstantpumpe besitzt zwei Anschlüsse 12 und 13, wobei
in der einen Drehrichtung der Anschluß 12 der Druckanschluß und
der Anschluß 13 der Sauganschluß und in der anderen Drehrichtung
der Anschluß 12 der Sauganschluß und der Anschluß 13 der Druck
anschluß ist.
Zu dem hydraulischen Antrieb gehört außerdem ein Differentialzy
linder 15 mit einem Gehäuse 16, dessen Inneres durch einen Kol
ben 17 in zwei Druckkammern 18 und 19 aufgeteilt ist. Auf der
einen Seite ragt vom Kolben 17 eine Kolbenstange 20 weg, die das
Gehäuse 16 an der einen Stirnseite verläßt. Der Querschnitt der
kolbenstangenseitigen, wegen der Kolbenstange ringförmigen
Druckkammer 18 ist kleiner als der Querschnitt der kolbenseiti
gen Druckkammer 19, so daß die während eines bestimmten Weges
des Kolbens 17 in die eine Druckkammer zufließende Menge an
Druckmittel verschieden von der aus der anderen Druckkammer ab
fließenden Menge ist.
Die Druckkammer 19 des Differentialzylinders 15 ist über eine
Leitung 25, in der sich ein zur Druckkammer 19 hin öffnendes
entsperrbares Rückschlagventil 26 befindet, mit dem Anschluß 12
und die Druckkammer 18 über eine Leitung 27, in der sich ein zur
Druckkammer 18 hin öffnendes entsperrbares Rückschlagventil 28
befindet, mit dem Anschluß 13 der Konstantpumpe 10 verbunden.
Zum Entsperren führt eine Steuerleitung 29 von der Leitung 27
zum Rückschlagventil 26 und eine Steuerleitung 30 von der Lei
tung 25 zum Rückschlagventil 28. Druckbegrenzungsventile zwi
schen den beiden Leitungen 25 und 27 sind nicht unbedingt not
wendig, weil der Antrieb z. B. durch einen Thermoschalter im
Elektromotor 11 vor Überlastung geschützt werden kann.
Bei der Ausführung nach Fig. 1 ist ein 2/2-Wegeventil 35 mit
einem Schieberkolben 36 vorgesehen, der von einer Druckfeder 37
in Richtung auf eine Ruhelage zu belastet ist, in der das Wege
ventil gesperrt ist, und hydraulisch in eine Schaltstellung ge
bracht werden kann, in der das Wegeventil offen ist. Der Eingang
des Wegeventils ist zwischen dem Anschluß 12 und dem Rückschlag
ventil 26 mit der Leitung 25 und der Ausgang mit einem Druckmit
telbehälter 38 verbunden.
Am Anschluß 13 kann die Konstantpumpe 10 über ein als zu ihr hin
öffnendes Rückschlagventil ausgebildetes Nachsaugventil 39
Druckmittel auch aus dem Behälter 38 ansaugen. Dieses Nachsaug
ventil kann unmittelbar an die Pumpe angebaut oder in diese in
tegriert, aber auch außerhalb der Pumpe an die Leitung 27 ange
schlossen sein. Mit gestrichelten Linien ist ein zweites
Nachsaugventil angedeutet, das vorhanden sein kann, wenn man
eine Konstantpumpe verwendet, die standardmäßig mit zwei
Nachsaugventilen ausgestattet ist. Eine Funktion hat dieses
Nachsaugventil bei dem gezeigten hydraulischen Antrieb jedoch
nicht.
Die Konstantpumpe 10 werde nun vom Elektromotor 11 so angetrie
ben, daß der Anschluß 12 der Druckanschluß und der Anschluß 13
der Sauganschluß ist. Dadurch wird ein Druck in der Leitung 25
aufgebaut, der das Rückschlagventil 26 und über die Steuerlei
tung 30 auch das Rückschlagventil 28 öffnet. Es wird Druckmittel
in die Druckkammer 19 gefördert, während aus der Druckkammer 18
Druckmittel abfließt. Die Menge des abfließenden Druckmittels
ist geringer als die Menge des in die Druckkammer 19 einströmen
den Druckmittels. Die Differenz wird über das Nachsaugventil 39
aus dem Behälter 38 angesaugt. Wenn der Elektromotor 11 ausge
schaltet wird, schließen die beiden Rückschlagventile 26 und 28
und der Kolben 17 ist zwischen den beiden Druckmittelkissen in
den Kammern 19 und 18 eingespannt. Er bleibt in Ruhe. Soll er
wieder in die andere Richtung verschoben werden, so wird die
Pumpe 10 in umgekehrter Richtung angetrieben, wobei der Anschluß
13 der Druckanschluß und der Anschluß 12 der Sauganschluß ist.
In der Leitung 27 baut sich ein Druck auf, der die Rückschlag
ventile 26 und 28 öffnet. In die Druckkammer 18 wird eine ge
wisse Mengen an Druckmittel gefördert, während eine größere
Menge aus der Druckkammer 19 abfließt. Die Differenzmenge strömt
über das Wegeventil 35, das über die Steuerleitung 34, die von
der Leitung 27 abgeht, offengeschaltet ist, zum Behälter 38 ab.
Bei der Ausführung nach Fig. 2 ist ein Nachsaugventil 39, das
ebenso wie bei der Ausführung nach Fig. 1 als Rückschlagventil
mit einer Kugel 40 als Ventilkörper ausgebildet ist, direkt an
die Leitung 27 angeschlossen, zu der hin es öffnet. Ein Ableit
ventil 41, das dieselbe Funktion wie das Wegeventil 35 nach Fig.
1 hat, ist ebenfalls ein Rückschlagventil mit einer Kugel 42
als Ventilkörper und öffnet zu dem sich zwischen dem Anschluß 12
der Pumpe und dem Rückschlagventil 26 befindlichen Abschnitt der
Leitung 25. Beide Ventile 39 und 41 sperren zum Behälter 38 hin.
Zwischen ihren beiden Ventilkörpern 40 und 42 erstreckt sich ein
Stift 43, dessen Länge größer ist als der Abstand der beiden
Kreislinien, auf denen die Kugeln 40 und 42 an ihren Ventilsit
zen anliegen können. Dementsprechend ist wenigstens eines der
beiden Ventile 39 und 41 offen.
Wenn nun die Pumpe 10 so angetrieben wird, daß der Anschluß 13
der Druckanschluß ist, so wird durch den Druck in der Leitung 27
die Kugel 40 des Nachsaugventils 39 auf ihren Ventilsitz gehal
ten. Das Ventil 41 ist deshalb offen, so daß die aus der Druck
kammer 19 abströmende überschüssige Menge an Druckmittel über
das Ventil 41 in den Behälter 38 abfließen kann. In der umge
kehrten Drehrichtung der Pumpe 10 baut sich in der Leitung 25
ein Druck auf, durch den das Ableitventil 41 geschlossen wird.
Der Ventilkörper 40 des Nachsaugventils 39 wird mechanisch von
dem Ventilkörper 42 und dem Stift 43 und evt. hydraulisch durch
einen kleinen Unterdruck in der Leitung 27 von seinem Ventilsitz
abgehoben. Die Menge an Druckmittel, die zum Füllen der Druck
kammer 19 zusätzlich notwendig ist, wird über das Ventil 39 aus
dem Druckmittelbehälter 38 angesaugt.
Zur Steuerung des Elektromotors 11 wird die Position der Kurbel
welle 50, die die Position eines die Einlaßnockenwelle 51 an
treibenden Antriebsrades bestimmt, und die Position der Einlaß
nockenwelle über Wegsensoren 52 bzw. 53 abgetastet und in einer
Motorelektronik 54 miteinander verglichen. Die Motorelektronik
54 wird außer mit den Signalen A und B der beiden Wegsensoren 52
und 53 mit weiteren Motordaten C, D . . . . gefüttert und errechnet
daraus eine optimale relative Drehlage zwischen der Nockenwelle
51 und dem Antriebsrad. Stimmt die augenblickliche Position der
Nockenwelle mit der optimalen Position überein, so erscheint we
der am Ausgang x noch am Ausgang y der Motorelektronik ein Si
gnal.
Der Ausgang x der Motorelektronik 54 ist mit einem Relais 55
verbunden, das zwei Kontaktbrücken 57 und 58 eines Umpolschal
ters 59 steuert. Die Kontaktbrücken 57 und 58 sind sog. Wechsler
mit zwei Schaltstellungen, wobei jede Kontaktbrücke dauernd mit
dem einen von zwei Ausgängen 60 und 61 des Umpolschalters 59
verbunden ist. In der einen Schaltstellung, die die Kontaktbrücken
bei nichterregtem Relais 55 einnehmen, ist die Kontaktbrücke
57 außerdem mit einem Pluspotential führenden Festkontakt und
die Kontaktbrücke 58 mit einem Minuspotential führenden Festkon
takt des Umpolschalters 59 verbunden. In der anderen Schaltstel
lung bei erregtem Relais 55 ist es umgekehrt.
Der eine Anschluß 65 des Elektromotors 11 ist dauernd an den
Ausgang 61 des Umpolschalters 59 angeschlossen, während der an
dere Anschluß 66 über einen als Wechsler ausgebildeten Kurz
schlußschalter 67, dessen Kontaktbrücke von einem Relais 68 be
tätigbar ist, entweder mit dem Anschluß 65 des Motors oder mit
dem Ausgang 60 des Umpolschalters 59 verbindbar ist. Das Relais
68 ist über den Ausgang y der Motorelektronik 54 ansteuerbar. In
der Ruhestellung bei nichterregtem Relais sind die beiden An
schlüsse 65 und 66 des Motors 11 über den Schalter 67 kurzge
schlossen.
Stellt die Motorelektronik 54 aufgrund der weiteren Motordaten
C, D. . . fest, daß die Nockenwelle 51 in einer Richtung zu ver
stellen ist, der die Ruhestellung des Umpolschalters 59 ent
spricht, so gibt sie auf den Ausgang y ein Signal, aufgrund des
sen das Relais 68 den Schalter 67 umstellt, so daß der Elektro
motor 11 in die eine Richtung dreht und die Pumpe 10 in die eine
Richtung antreibt. Stellt die Motorelektronik fest, daß eine
Verstellung der Nockenwelle in die andere Richtung notwendig
ist, so gibt sie zunächst ein Signal auf den Ausgang x, das das
Relais 55 anziehen und die Kontaktbrücken 57 und 58 in die an
dere, nicht gezeigte Schaltstellung bringen läßt. Nach einer
kurzen Verzögerungszeit erscheint auch ein Signal auf den Aus
gang x, wodurch wiederum der Schalter 67 umgestellt wird, so daß
der Elektromotor 11 in die andere Drehrichtung läuft. Sobald
kein Signal mehr am Ausgang y ansteht, fällt das Relais 68 ab
und der Motor 11 wird kurzgeschlossen.
Claims (9)
1. Hydraulischer Antrieb zur Verstellung der relativen
Drehlage zwischen einer Nockenwelle (51) einer Brennkraftma
schine und einem Antriebsrad für die Nockenwelle (51) mit einer
mit zwei Anschlüssen (12, 13) versehenen Konstantpumpe (10) und
mit einem Stellzylinder (15) mit zwei Druckkammern (18, 19), die
durch die Konstantpumpe (10) mit Druck beaufschlagbar sind, da
durch gekennzeichnet, daß die Konstantpumpe (10) von einem dreh
richtungsumkehrbaren Elektromotor (11) in entgegengesetzte Rich
tungen antreibbar ist und daß jede Druckkammer (18, 19) von ei
nem anderen Anschluß (13, 12) der Konstantpumpe (10) aus über
jeweils ein zur Konstantpumpe (10) hin sperrendes entsperrbares
Rückschlagventil (28, 26) mit Druck beaufschlagbar ist.
2. Hydraulischer Antrieb nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß das zwischen einem Anschluß (12, 13) der Konstant
pumpe (10) und eine Druckkammer (19, 18) angeordnete Rückschlag
ventil (26, 28) über eine Steuerleitung (29, 30) mit dem anderen
Anschluß (13, 12) der Konstantpumpe (10) verbunden und hydrau
lisch entsperrbar ist.
3. Hydraulischer Antrieb nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß zumindest ein Anschluß (13) der Konstant
pumpe (10) über ein Nachsaugventil (39) mit einem Druckmittelbe
hälter (38) verbunden ist.
4. Hydraulischer Antrieb nach Anspruch 3, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Stellzylinder ein Differentialzylinder (15)
ist, daß bei einer Beaufschlagung der kolbenstangenseitigen
Druckkammer (18) Druckmittel aus der kolbenseitigen Druckkammer
(19) über ein auf steuerbares Ableitventil (35, 41) zum Druckmit
telbehälter (38) ableitbar ist und daß bei einer Beaufschlagung
des kolbenseitigen Druckraumes (19) über ein Nachsaugventil (39)
Druckmittel aus dem Druckmittelbehälter (38) nachsaugbar ist.
5. Hydraulischer Antrieb nach Anspruch 4, dadurch gekenn
zeichnet, daß das Ableitventil ein zum Druckmittelbehälter (38)
hin sperrendes entsperrbares Rückschlagventil (41) ist.
6. Hydraulischer Antrieb nach Anspruch 4 oder 5, dadurch
gekennzeichnet, daß der Ventilkörper (40) des Nachsaugventils
(39) und der Ventilkörper (42) des Ableitventils (41) mechanisch
derart miteinander gekoppelt sind, daß das Ableitventil (41) vom
Nachsaugventil (39) auf steuerbar ist.
7. Hydraulischer Antrieb nach einem vorhergehenden Anspruch,
dadurch gekennzeichnet, daß der Elektromotor (11) beim Ausschal
ten kurzgeschlossen wird.
8. Hydraulischer Antrieb nach Anspruch 7, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Elektromotor ein permanentmagneterregter
Gleichstrommotor (11) ist.
9. Hydraulischer Antrieb nach Anspruch 7 oder 8, dadurch
gekennzeichnet, daß ein elektrischer Umpolschalter (59) mit zwei
Schaltstellungen und ein elektrischer Kurzschlußschalter (67)
vorhanden sind und daß zunächst die Drehrichtung des Elektromo
tors (11) vorgebbar und dann der Kurzschluß durch eine Betäti
gung des Kurzschlußschalters (67) aufhebbar ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19924227001 DE4227001A1 (de) | 1992-08-14 | 1992-08-14 | Hydraulischer Antrieb zur Nockenwellenverstellung einer Brennkraftmaschine |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19924227001 DE4227001A1 (de) | 1992-08-14 | 1992-08-14 | Hydraulischer Antrieb zur Nockenwellenverstellung einer Brennkraftmaschine |
Publications (1)
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| DE4227001A1 true DE4227001A1 (de) | 1994-02-17 |
Family
ID=6465600
Family Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE19924227001 Withdrawn DE4227001A1 (de) | 1992-08-14 | 1992-08-14 | Hydraulischer Antrieb zur Nockenwellenverstellung einer Brennkraftmaschine |
Country Status (1)
| Country | Link |
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