DE4223234C2 - Naturkorkhaltiger Schuh - Google Patents
Naturkorkhaltiger SchuhInfo
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- A43B9/12—Stuck or cemented footwear
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Description
Die Erfindung betrifft einen naturkorkhaltigen Schuh, bei
dem der Naturkork den Hauptbestandteil eines in Schuh
längsrichtung eine Gelenkwölbung aufweisenden Fußbetts
innerhalb eines geschlossenen Fußbettmantels aus Natur
leder ausmacht und zwischen dem Fußbettmantel und der
Laufsohle des Schuhs eine auf die Unterseite des Fußbett
mantels beschränkte Klebeverbindung vorgesehen ist.
Die Vorteile derartiger Schuhe wurden bisher überwiegend
in den angenehmen Trageeigenschaften gesehen. Der Natur
kork sorgt für ein geringes Schuhgewicht und ein weiches
Gehen ohne Druckstellen. Die Eigenschaft des Naturkorks,
kaum Wasser aufzunehmen, dient als Feuchtigkeitsschutz.
Andererseits fördert der Naturkork die Atmungsaktivität
des Schuhs. Der geschlossene Fußbettmantel aus Naturleder
liefert einen zusätzlichen Beitrag für das Wohlbefinden
des Schuhbenutzers, schirmt den Naturkork gegen Ver
schmutzung ab, erhöht die Haltbarkeit des Fußbetts und
vereinfacht die weitere Schuhherstellung. Durch die in
Schuhlängsrichtung gebildete Gelenkwölbung des Fußbetts
läßt sich der Einbau von als Fremdkörper wirkenden Ge
lenkstützen aus Metall oder Kunststoff vermeiden.
Ein Schuh der eingangs angeführten Gattung ist bereits
durch die Publikation DE 34 06 504 A1 bekannt. Es han
delt sich dort speziell um einen Schuh mit Laufsohle,
Brandsohle und einer Einlage, dessen Brandsohle aus zwei
eine Tasche bildenden Sohlenteilen besteht, die mit einer
losen Schüttung aus gekörntem Naturkork teilweise gefüllt
ist. Auf diese Weise soll der Schuh bei geringem Gewicht
luft- und feuchtigkeitsdurchlässig sein und es dem Träger
ermöglichen, individuell sein Fußbett zu formen. Damit
sich die Korkschüttung dem Fuß anpassen kann, wird die
Tasche zu ca. 80% ihres Rauminhaltes gefüllt, wodurch
sich andererseits die Formstabilität des Schuhs vermin
dert und letztlich auch die Haltbarkeit des Schuhs ver
schlechtert. Eine Klebeschicht ist nur zwischen der Un
terseite der Brandsohle und der Laufsohle vorhanden. An
die Brandsohle schließt sich das Oberleder in üblicher
Weise an, was die Verwendung von Zwickstiften beinhaltet,
die bei in den Müll gegebenen Altschuhen die Umwelt be
lasten. Wenig umweltverträglich sind in dieser Hinsicht
auch die aus thermoplastischem Material bestehende Vor
derkappe des Schuhs und die gleichermaßen aus thermopla
stischem Material bestehende Hinterkappe des Schuhs, ganz
abgesehen davon, daß bereits die Produktion dieses Werk
stoffes die Umwelt erheblich belastet.
Aus der Publikation DE-Gbm 18 58 881 ist ein Schuh mit
einer vor ihrer Verfestigung plastisch verformbaren Masse
aus Korkschrot und Latex bekannt, bei dem nur im Bereich
von Gelenk und Ferse ein Fußbett vorgesehen ist, der Fuß
bettmantel zur Seite hin offen bleibt und aus Lederfaser
werkstoff besteht, in der Masse aus Korkschrot und Latex
eine als Gelenkstütze dienende Verstärkungseinlage ein
gebettet ist und die mit einem Brandsohlenvorderteil ver
sehene Sohle als Zwicksohle ausgebildet ist. Es wird dort
darauf abgezielt, die Fertigung des Schuhs durch eine be
sondere Ausbildung des Schuhbodens zu vereinfachen. Wenn
der Schuh als Altschuh in den Müll gelangt, so entsteht
eine erhebliche Umweltbelastung insbesondere durch die
Gelenkstütze, die Zwickstifte und die angespritzte oder
angegossene Kunststofflaufsohle, aber auch durch die an
deren nicht natürlichen Materialien. Weitere Umweltbela
stungen stecken in der Herstellung und Verarbeitung die
ser Schuhkomponenten.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen in seiner
Herstellung und seiner Entsorgung umweltschonenden Schuh
mit angenehmen Trageeigenschaften, guter Formstabilität
und langer Haltbarkeit zu schaffen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß an einem Schuh der ein
gangs angeführten Art dergestalt gelöst, daß der Fußbett
mantel lediglich den Naturkork und die Korkpartikel zu
einer Fußbett-Formsohle verbindenden Naturkautschuk um
schließt, mit dem Fußbett durchgehend verklebt ist, außer
halb des Ballen-Zehen-Bereichs des Fußbetts einen am Ober
schuh lose anliegenden Hochrand aufweist und mit dem Ober
schuh an einem zwischen dem Fußbett und der Laufsohle ein
greifenden Kragen des Oberschuhs zwickstiftfrei allein
durch Klebstoff verbunden ist.
Der innerhalb des Fußbettmantels als zweite Volumenskom
ponente vorgesehene Naturkautschuk (Latex) begünstigt ein
weiches elastisches Gehen bei gleichzeitig guter Form
stabilität und langer Haltbarkeit des Fußbetts und damit
des gesamten Schuhs. Er ist ebenso wie der anteilsmäßig
dominierende Naturkork einerseits im Kontakt mit dem
menschlichen Körper besonders verträglich und anderer
seits in seiner Herstellung und seiner Entsorgung wenig
umweltbelastend. Die in der Praxis nicht einfache Vermei
dung von Zwickstiften bedeutet ebenfalls eine Umweltent
lastung. Sie wird durch die besondere Form des Fußbetts
erleichtert, die zugleich dem menschlichen Fuß einen bes
seren Sitz verschafft, aber auch dadurch, daß der Fuß
bettmantel mit dem Fußbett durchgehend verklebt ist. In
folge des am Oberschuh lose anliegenden Hochrandes des
Fußbettmantels wird eine ansonsten besonders dünne Fuß
bett-Formsohle ermöglicht, die sich für modische Straßen
schuhe eignet.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen des Gegenstandes nach Anspruch 1
ergeben sich aus den Unteransprüchen.
Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel
der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird
im folgenden näher beschrieben.
Die Zeichnung zeigt im Längsschnitt einen modernen Damen
straßenschuh mit leichtem Blockabsatz. Dem am Oberschuh
10 lose anliegenden Hochrand 11 des Fußbettmantels 12
entspricht ein ebenso geformtes Fußbett 13. Dadurch, daß
der Hochrand 11 des Fußbettmantels 12 vom Fersenbereich
des Fußbetts 13 bis etwa zur Mitte des Gelenkbereichs des
Fußbetts 13 kurvig zunimmt und anschließend zum Ballen-
Zehen-Bereich des Fußbetts 13 hin kurvig abnimmt, läßt
sich die Stärke des Fußbetts 13 verringern, ohne die be
tont kräftige Gelenkwölbung 14 zu verändern und die Halt
barkeit des Schuhs zu verschlechtern. Zugleich ist die
Voraussetzung dafür geschaffen, daß das Fußbett 13 im
Ballen-Zehen-Bereich durch ein Fortlassen jedweden Zehen
griffs und ein fast völliges Verschwinden des Hochrandes
11 verdünnt ist, was die Ausführungsform eines modischen
Straßenschuhs, im Ausführungsbeispiel für Damen, weiter begünstigt.
Im Oberschuh 10 sind zwischen einem natürlichen Oberleder
15 und einem natürlichen Futterleder 16 eine baumwollene
Vorderkappe 17 und eine baumwollene Hinterkappe 18 einge
fügt. Damit werden einerseits die angenehmen Trageeigen
schaften des Schuhs zusätzlich verbessert, andererseits
aber auch die Herstellung und die Entsorgung des Schuhs
noch umweltfreundlicher gestaltet. Zum Umweltschutz trägt
ferner der Umstand bei, daß für die Klebeverbindungen
zwischen dem Fußbett 13 und dem Fußbettmantel 12, dem
Fußbettmantel 12 und dem Kragen 19 des Oberschuhs 10 und
zwischen dem Fußbettmantel 12 und der Laufsohle 20 aus
schließlich lösungsmittelfreie Klebstoffe verwendet sind.
Das verlangt allerdings die Umstellung von in der Fachwelt
durchgesetzten thermischen Behandlungsverfahren auf
problematischere Kaltklebeverfahren.
Um dem Ideal eines hinsichtlich Umweltfreundlichkeit als
Naturschuh zu bezeichnenden Schuhs noch mehr zu entspre
chen, sind das Leder des Fußbettmantels 12, das Leder der
Laufsohle 20, das Oberleder 15 des Oberschuhs 10 und das
Futterleder 16 des Oberschuhs 10 allesamt mit rein pflanz
lichen Mitteln gegerbt. Statt chemischer Gerbmittel kom
men Laugen aus Rinden, Hölzern, Früchten, Pflanzen und
Blättern zur Anwendung. Hier beruht das bisherige Vorur
teil der Fachwelt insbesondere darauf, daß sich mit der
stark umweltschädlichen chemischen Gerbart vorzugsweise
unter der Verwendung von Chrom dem Leder weitaus billiger
und außerordentlich viel schneller die gewünschten Eigen
schaften verleihen lassen.
Der Volumensanteil des Naturkorks innerhalb des Fußbett
mantels 12 beträgt mehr als 90%, so daß die für das Fuß
bett 13 vorteilhaften Eigenschaften des Naturkorks ganz
überwiegend erhalten bleiben. Das vom Fußbettmantel 12
umschlossene restliche Volumen des Fußbetts 13 wird vom
Naturkautschuk ausgefüllt, der die einzelnen Korkpartikel
zu einer Fußbett-Formsohle verbindet und trotz seines ge
ringen Volumenanteils dem Fußbett 13 eine erheblich ge
steigerte Elastizität verschafft. Außer aus Gründen des
Umweltschutzes wurden zum Anschluß des Oberschuhs 10 die
sonst üblichen Zwickstifte schon deshalb vermieden, weil
sie in dem überwiegend aus Naturkork bestehenden Fußbett
13 keinen sicheren Halt finden würden. Der Wegfall der
Zwickstifte verlangt aber andererseits umfangreiche ma
schinelle Änderungen bei der Produktion des beschriebenen
Schuhs, die dessen besondere Merkmalskombination als we
nig naheliegend erscheinen lassen.
Claims (7)
1. Naturkorkhaltiger Schuh, bei dem der Naturkork den
Hauptbestandteil eines in Schuhlängsrichtung eine Ge
lenkwölbung (14) aufweisenden Fußbetts (13) innerhalb
eines geschlossenen Fußbettmantels (12) aus Naturle
der ausmacht und zwischen dem Fußbettmantel (12) und
der Laufsohle (20) des Schuhs eine auf die Unterseite
des Fußbettmantels (12) beschränkte Klebeverbindung
vorgesehen ist, dadurch gekennzeich
net, daß der Fußbettmantel (12) lediglich den Natur
kork und die Korkpartikel zu einer Fußbett-Form
sohle verbindenden Naturkautschuk umschließt, mit dem
Fußbett (13) durchgehend verklebt ist, außerhalb des
Ballen-Zehen-Bereichs des Fußbetts (13) einen am Ober
schuh (10) lose anliegenden Hochrand (11) aufweist
und mit dem Oberschuh (10) an einem zwischen dem Fuß
bett (13) und der Laufsohle (20) eingreifenden Kragen
(19) des Oberschuhs (10) zwickstiftfrei allein durch
Klebstoff verbunden ist.
2. Schuh nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
der Hochrand (11) des Fußbettmantels (12) vom Fersen
bereich des Fußbetts (13) bis etwa zur Mitte des Ge
lenkbereichs des Fußbetts (13) kurvig zunimmt und an
schließend zum Ballen-Zehen-Bereich des Fußbetts (13)
hin kurvig abnimmt.
3. Schuh nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß
das Fußbett (13) im Ballen-Zehen-Bereich durch ein
Fortlassen jedweden Zehengriffs und ein fast völliges
Verschwinden des Hochrandes (11) verdünnt ist.
4. Schuh nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch ge
kennzeichnet, daß im Oberschuh (10) zwischen einem
natürlichen Oberleder (15) und einem natürlichen Fut
terleder (16) eine baumwollene Vorderkappe (17) und
eine baumwollene Hinterkappe (18) eingefügt sind.
5. Schuh nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch ge
kennzeichnet, daß für die Klebeverbindungen zwischen
dem Fußbett (13) und dem Fußbettmantel (12), dem Fuß
bettmantel (12) und dem Kragen (19) des Oberschuhs
(10) und zwischen dem Fußbettmantel (12) und der Lauf
sohle (20) ausschließlich lösungsmittelfreie Kleb
stoffe verwendet sind.
6. Schuh nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch ge
kennzeichnet, daß das Leder des Fußbettmantels (12),
das Leder der Laufsohle (20), das Oberleder (15) des
Oberschuhs (10) und das Futterleder (16) des Ober
schuhs (10) allesamt mit rein pflanzlichen Mitteln
gegerbt sind.
7. Schuh nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch ge
kennzeichnet, daß der Volumensanteil des Naturkorks
innerhalb des Fußbettmantels (12) mehr als 90% be
trägt.
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|---|---|---|---|---|
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Family Cites Families (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
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-
1992
- 1992-07-15 DE DE4223234A patent/DE4223234C2/de not_active Expired - Fee Related
Also Published As
| Publication number | Publication date |
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| DE4223234A1 (de) | 1994-01-20 |
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