DE4219064A1 - Glimmschutzanordnung für die Statorwicklung einer elektrischen Maschine - Google Patents
Glimmschutzanordnung für die Statorwicklung einer elektrischen MaschineInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Glimmschutzanordnung für
eine aus Ganzformspulen oder Roebelstäben aufgebaute Stator
wicklung einer elektrischer Maschine, umfassend einen zumindest
auf die Hauptisolation des Nutteils jedes Leiterstabes der Sta
torwicklung aufgebrachten halbleitenden Glimmschutzbelag, der
zusammen mit der Hauptisolation mit Imprägnierharz getränkt
ist.
Die bereits über ihre gesamte Länge mit der Hauptisolation ver
sehenen Statorwicklungsleiter rotierender elektrischer Maschi
nen erhalten im Nutteil einen Außenglimmschutz. Dieser besteht
heute in der Regel aus einer schon bei Isoliervorgang aufge
brachten halbleitendem Vlies oder Gewebe. Der Außenglimmschutz
muß über Blechpaketlänge soweit hinausgeführt werden, daß
auch bei geringen Abständen gegen Druckplatten und Druckfingern
des Blechpakets keine Entladungen auftreten können. Bei Maschi
nen mit höheren Nennspannungen (5 kVolt und höher) schließt
sich an den Außenglimmschutz ein Endenglimmschutz an. Dieser
sorgt dafür, daß der Abbau des Potentials am Leiter gegen das
geerdete Blechpaket ohne die Möglichkeit von Gleit- oder Glimm
entladungen erfolgt.
Zur Isolierung der Statorwicklungen von rotierenden Maschinen,
insbesondere Hochspannungsmotoren und luftgekühlten Turbogene
ratoren, hat sich in den letzten Jahren die Ganztränktechnik
stark durchgesetzt. Die Wicklungselemente für diese Maschinen
sind aus Ganzformspulen oder Roebelstäben aufgebaut, die außerhalb
der Maschine "trocken" isoliert werden. Nach dem Einbau
und nach dem Herstellen der Schaltverbindungen wird der Stator
als Ganzes mit Tränkharz überflutet, und unter Anwendung von
Wärme wird das Harz abschließend ausgehärtet.
Nach dieser Technologie hergestellte Hochspannungsmotoren und
Generatoren zeichnen sich durch hohe Lebensdauer und über lange
Jahre gleichbleibende Qualität der Isolierung aus. Beim Einsatz
in Anlagen, die über Jahre im intermittierenden Betrieb stehen,
z. B. Spitzenlast-Kraftwerken, können jedoch unter Umständen
Schäden am Nutglimmschutz entstehen, verursacht durch Relativ
bewegungen zwischen Nutwand und Wicklungsleiter: Beim Anfahren
der Turbogruppe erwärmt sich das Kupfer der Wicklungsleiter
schneller als das Eisen des Statorkörpers. Umgekehrt kühlt sich
das Kupfer schneller ab als das Eisen des Statorkörpers, wenn
die Gruppe wieder abgeschaltet wird. Dies führt insbesondere
bei Maschinen mit größere Statorlänge zu diesen Relativbewe
gungen, die letztendlich den Nutglimmschutz angreifen. Die
Folge davon sind Teilentladungen zwischen Hauptisolation und
Nutwand, die wiederum die Hauptisolation lokal angreifen kön
nen.
Ausgehend vom Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe
zugrunde, eine Glimmschutzanordnung für eine aus Ganzformspulen
oder Roebelstäben aufgebaute Statorwicklung einer elektrischen
Maschine anzugeben, die allen thermischen und mechanischen
Belastungen, insbesondere beim intermittierenden Betrieb,
standhält und dabei einfach zu applizieren ist.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der
Nutteil des Statorwicklungselementes mit einem ersten, für Im
prägnierharz durchlässigen und vom Imprägnierharz benetzbaren
Glimmschutzbelag versehen ist, auf den ein zweiter Glimmschutz
belag aufgebracht ist, der mit einem das Imprägnierharz abwei
senden Mittel versehen ist, welcher zweite Glimmschutzbelag un
mittelbar an den Nutwänden anliegt.
Auf diese Weise entsteht ein Nutglimmschutz mit zwei übereinan
derliegenden leitfähigen Schichten, wobei die Schicht zur
Hauptisolation hin vom Imprägnierharz vollständig durchtränkt
ist und gut an der Hauptisolation haftet. Die zweite Schicht
hingegen verklebt weder mit der ersten Schicht noch mit den
Nutwänden bzw. Nutkeil bzw. Keilunterlage. Somit ist eine ther
misch bedingte Ausdehnung der Wicklung in der Nut relativ zum
Statorkörper problemlos möglich. Wichtig dabei sind die zwei
parallelen leitfähigen Schichten, zwischen denen eine eventu
elle Trennung als Folge der thermischen Dehnungen erfolgen
kann.
In der einzigen Figur der Zeichnung ist in schematischer Dar
stellung ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt, und
zwar in Form eines teilweisen Querschnitts durch eine Statornut
einer elektrischen Maschine mit eingelegtem Wicklungselement.
Gemäß der Figur ist ein Wicklungselement einer aus Ganzform
spulen aufgebauten Statorwicklung einer rotierenden elektri
schen Maschine aus einer Vielzahl gegeneinander isolierter Win
dungen 1 aufgebaut. Jede Windung weist eine Windungsisolation
2 bekannter Bauart auf. Die Windungen sind zu einem Leiterbün
del zusammengefaßt und von einer gemeinsamen Isolierhülse, der
Hauptisolation 3, umgeben, die in die Statornuten 4 des Blech
körpers 5 der Maschine eingelegt sind. Die Fixierung des Wick
lungsstabes erfolgt durch Nutkeile 6 und Keilunterlagen 7. Die
Hauptisolation 3 ist von einem ersten Glimmschutzbelag 8 umge
ben, der in einer oder mehreren Lagen um den isolierten Leiter
angeordnet ist.
Dieser erste Glimmschutzbelag 8 besteht vorzugsweise aus Glas
gewebeband, das mit leitenden Partikeln, z. B. Graphit-Pulver
versetzt ist. Neben Glasgewebeband kommen auch halbleitende
Vliese oder Papiere zur Anwendung. Wichtig ist, daß dieser er
ste Glimmschutzbelag 8 sowohl für das Imprägnierharz durchläs
sig ist als auch vom Imprägnierharz benetzt werden kann.
Auf diesen ersten Glimmschutzbelag 8 ist ein zweiter Glimm
schutzbelag 9 in einer oder mehreren Lagen aufgebracht. Auch
dieser zweite Belag 9 besteht vorzugsweise aus einem Band mit
textiler Struktur, also aus Fasern, Fäden und dergl. aufgebaut,
das durch leitende Partikel ähnlich dem ersten Belag 8 halblei
tende Eigenschaften aufweist. Im Gegensatz zum ersten Band ist
das zweite Band aber mit einem das Imprägnierharz abweisenden
Mittel behandelt. So kann z. B. ein Glasgewebeband verwendet
werden, das mit Graphitpulver gefülltem Silikonharz vorbehan
delt wurde, oder das zweite Band 9 wird mit einer imprägnier
harzabweisenden leitfähigen Beschichtung, z. B. mit Graphitpul
ver gefülltem Silikonlack versehen. Auch hierbei ist zu beach
ten, daß das derart vorbehandelte Band (nach wie vor) für das
Imprägnierharz durchlässig ist.
Der Einbau der Wicklung vollzieht sich in der von der Ganz
tränktechnik bekannten Art und Weise:
Die außerhalb der Maschine hergestellten, mit der trockenen
Hauptisolation 3 und den beiden Glimmschutzbandtypen versehenen
Wicklungselemente werden in die Nuten 4 eingelegt, die Nuten
mit den Nutkeilen 6 verschlossen. Nach dem Erstellen der
Schaltverbindungen im Wickelkopf wird der Statorkörper samt
Isolierung in ein Tränkgefäß gegeben, mit Imprägnierharz über
flutet, und unter Anwendung von Wärme wird das Imprägnierharz
ausgehärtet.
Bezeichnungsliste
1 Teilleiter
2 Teilleiter-Isolation
3 Hauptisolation
4 Statornut
5 Statorblechkörper
6 Nutkeil
7 Keilunterlage
8 erstes Glimmschutzband
9 zweites Glimmschutzband
2 Teilleiter-Isolation
3 Hauptisolation
4 Statornut
5 Statorblechkörper
6 Nutkeil
7 Keilunterlage
8 erstes Glimmschutzband
9 zweites Glimmschutzband
Claims (2)
1. Glimmschutzanordnung für aus Ganzformspulen oder Roebel
stäben aufgebaute Statorwicklung einer elektrischer Ma
schine, umfassend einen zumindest auf die Hauptisolation
des Nutteils jedes Leiterstabes der Statorwicklung ange
brachten halbleitenden Glimmschutzbelag, der zusammen mit
der Hauptisolation mit Imprägnierharz getränkt ist, da
durch gekennzeichnet, daß der Nutteil des Statorwicklungs
elementes mit einem ersten, für Imprägnierharz durchlässi
gen und vom Imprägnierharz benetzbaren Glimmschutzbelag
(8) versehen ist, auf den ein zweiter Glimmschutzbelag (9)
aufgebracht ist, der mit einem das Imprägnierharz abwei
senden Mittel versehen ist, welcher zweite Glimmschutzbe
lag (9) unmittelbar an den Nutwänden anliegt.
2. Glimmschutzanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich
net, daß der zweite Glimmschutzbelag (9) mit einem mit
Graphitpulver gefülltem Silikonharz oder Silikonlack vor
behandelt ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19924219064 DE4219064A1 (de) | 1992-06-11 | 1992-06-11 | Glimmschutzanordnung für die Statorwicklung einer elektrischen Maschine |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19924219064 DE4219064A1 (de) | 1992-06-11 | 1992-06-11 | Glimmschutzanordnung für die Statorwicklung einer elektrischen Maschine |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4219064A1 true DE4219064A1 (de) | 1993-12-16 |
Family
ID=6460756
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19924219064 Withdrawn DE4219064A1 (de) | 1992-06-11 | 1992-06-11 | Glimmschutzanordnung für die Statorwicklung einer elektrischen Maschine |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4219064A1 (de) |
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