DE4218032A1 - Ofen zur thermoanalyse - Google Patents
Ofen zur thermoanalyseInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf einen Ofen zur Durchführung von
Thermoanalysen mit einem schließbaren Probenraum, in welchem
ein oberseitig ebener Probenträger zur Aufnahme von Ver
gleichsproben zentral angeordnet ist, und mit an oder in der
Wandung des Probenraumes angeordneten Heizelementen.
Aufgrund von Temperaturänderungen treten an Materialien und
Stoffen chemische und/oder physikalische Veränderungen ein,
und die Thermoanalyse dient dazu, genauere Informationen über
das Temperaturverhalten der Stoffe oder Materialien zu erhal
ten. In einem gattungsbildenden Ofen wird die Temperaturände
rung an einer Probe gemessen, in dem ein Probenkörper und ein
innerter Probenkörper, die auf dem Probenträger angeordnet
werden, definiert aufgeheizt werden, wobei die Temperaturwerte
über am Probenträger angeordneten Thermoelementen gemessen
werden.
Es stellt ein erhebliches Problem dar, in einem solchen Ofen
zur Durchführung von Thermoanalysen ein gleichförmiges Tempe
raturfeld zu erzeugen. Im Bereich des Probenträgers sollen die
Linien der Temperaturgradienten möglichst miteinander parallel
verlaufen, zumindest symmetrisch zum Probenträger liegen, da
mit sich an den Vergleichsproben möglichst identische Tempera
turverhältnisse ergeben.
Bei bekannten Öfen der gattungsgemäßen Art ist man bislang
davon ausgegangen, die Gleichförmigkeit des Temperaturfeldes
im Probenraum durch die Gestalt eines langen, rohrförmigen
Ofenkörpers zu erzielen, wobei sich die Heizelemente in den
Seitenwandungen des Probenraumes befanden und sich entspre
chend dem rohrförmigen Aufbau über eine erhebliche Höhe er
streckten. Die Nachteile bekannter Öfen dieser Bauart liegen
darin, daß im Bereich des Probenraumes ein nur angenähert
homogenes Temperaturfeld erreicht werden kann und zudem der
Probenraum nur schwer zugänglich ist.
Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, einen Ofen
der eingangs genannten Art zu schaffen, bei dem eine höhere
Gleichförmigkeit des Temperaturfeldes im Probenraum erreicht
und eine bessere Zugänglichkeit des Probenraums verwirklicht
werden kann.
Diese Aufgabe wird bei einem Ofen der gattungsbildenden Art
nach der Erfindung dadurch gelöst, daß sich die Heizelemente
in oder an den Wandungen befinden, die den Probenraum an der
Ober- sowie der Unterseite begrenzen, wobei sich diese Wan
dungen mit den Heizelementen in der Richtung parallel zur
Ebene des Probenträgers allseitig über diesen hinaus um ein
Mehrfaches dessen Radius erstrecken.
Der besondere Vorteil des erfindungsgemäßen Ofens liegt darin,
daß in radialer Richtung gesehen die mit den Heizelementen
ausgestatteten ober- und unterseitigen Wandungen des Proben
raums sehr viel länger als der zentral dazwischen angeordnete
Probenträger sind, so daß sich im Zentrum des Probenraumes die
geringsten Störeinflüsse auf den Temperaturverlauf ergeben. Im
zentralen Bereich zwischen der oberseitigen und der untersei
tigen Wandung des Probenraums verläuft der Temperaturgradient
weitestgehend senkrecht zur ebenen Oberseite des Probenträ
gers, womit die darauf aufstehenden Vergleichsproben einer
identischen Beheizung ausgesetzt sind.
Die Gleichförmigkeit des Temperaturfeldes im Probenraum kann
noch dadurch gesteigert werden, daß der Probenraum zwischen
den oberseitigen und unterseitigen Wandungen eine Höhe hat, die
um ein Mehrfaches geringer als der Durchmesser des Probenrau
mes ist. In zweckmäßiger Ausgestaltung ist dabei der Proben
raum hohlzylindrisch und sind entsprechend seiner ober- und
unterseitigen Wandungen kreisförmig.
In weiterer vorteilhafter Ausbildung nach der Erfindung sind
die ober- und die unterseitigen Wandungen sowie die Seitenwän
de des Probenraumes mit einer Wärmeisolation hinterfüttert und
erstrecken sich die ober- und unterseitigen Wandungen mit den
Heizelementen in Richtung nach außen über die Seitenwände hin
weg bis in die Wärmeisolation hinein.
Ein vorteilhafter Aufbau des Ofens ergibt sich durch einen in
ein Oberteil und ein Unterteil geteilten Ofenkörper, wobei die
Trennebene zwischen dem Oberteil und dem Unterteil zwischen
den ober- und den unterseitigen Wandungen durch den Probenraum
hindurchgeht. Man kann folglich das Oberteil vom Unterteil des
Ofenkörpers abnehmen, womit der Probenraum leicht zugänglich
ist. Dabei hat zweckmäßig der Ofenkörper eine zylindrische
Grundform, deren Achse mit der des Probenraumes zusammenfällt.
Die Bedienung des Probenraumes wird dadurch erleichtert, daß
Oberteil und Unterteil an einer Seite des Ofenkörpers mittels
eines Scharniers verbunden sind, dessen Achse in der Trennebe
ne liegt oder dazu parallel ist.
In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung wird um den Probenraum
herum eine Strahlenfalle angeordnet, wozu das Oberteil und das
Unterteil des Ofenkörpers ringförmig um den Probenraum umlau
fend im Bereich der Isolation nach Art von Nut und Feder in
einandergreifende Formschlußelemente haben. Damit können die
Wärmeverluste weiter minimiert werden.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung an einem
Ausführungsbeispiel noch näher erläutert.
Die Zeichnung zeigt einen Ofen zur Thermoanalyse im Vertikal
schnitt entlang der Längsmitte.
Im einzelnen erkennt man in der Zeichnung einen Ofenkörper 1,
der eine zylindrische Grundform hat. Er gliedert sich in ein
Oberteil 2 und ein Unterteil 3, die voneinander abhebbar sind
und entlang einer im wesentlichen radial verlaufenden Trenn
ebene 4 deckungsgleich aufeinandersetzbar sind. Dazu sind das
Oberteil 2 und das Unterteil 3 des Ofenkörpers 1 mittels eines
Scharniers 5 miteinander verbunden, dessen Scharnierachse 6 in
der Trennebene 4 oder parallel dazu liegt. Diametral gegenüber
dem Scharnier 5 weist das Oberteil 2 einen außen vorstehenden
Handgriff 7 auf, der sich an der Vorderseite des Ofenkörpers 1
findet, damit das Oberteil 2 vorn in Richtung nach oben gegen
über dem Unterteil 3 nach hinten hin weggeklappt werden kann.
Zentral im Innern des zylindrischen Ofenkörpers 1 umschließen
das Oberteil 2 und das Unterteil 3 einen Probenraum 8, der ei
ne flache, hohlzylindrische Gestalt hat und koaxial im Ofen
körper 1 angeordnet ist. Durch diesen Probenraum 8 geht die
Trennebene 4 zwischen dem Oberteil 2 und dem Unterteil 3 in
horizontaler Richtung hindurch. Mit dem Aufsetzen des Ober
teils 2 auf das Unterteils 3 ist der Probenraum 8 verschlos
sen, entsprechend ist er bei vom Unterteil 3 abgeklappten
Oberteil 2 von oben her leicht zugänglich. Oberseitig wird der
Probenraum 8 durch eine Wandung 9 begrenzt, die im wesentli
chen die Gestalt einer kreisförmigen Scheibe hat, welche an
der Unterseite des Oberteils 2 zur Trennebene 4 hin angeordnet
ist. In die für den Probenraum 8 oberseitige Wandung 9 sind
Heizelemente 10 integriert, diese Heizelemente 10 können auch
auf der vom Probenraum 8 abliegenden Seite der Wandung 9 ange
ordnet sein. In analoger Weise wird der Probenraum 8 nach
unten hin durch eine untere Wandung 11 mit eingebetteten Heiz
elementen 12 begrenzt, wobei die kreisförmigen Wandungen 9 und
11 miteinander deckungsgleich sind.
Der hohlzylindrische Probenraum 8 hat eine Höhe, die um ein
Mehrfaches kleiner als der Durchmesser des Probenraums 8 ist,
der durch eine Seitenwandung 13 entsprechend einer umlaufenden
Zylindermantelinnenfläche, über die hinweg die Naht der Trenn
ebene 4 verläuft, umschlossen ist. Der Durchmesser des Proben
raums 8 ist kleiner als der der oberen und unteren Wandungen 9
und 11, die sich folglich in horizontaler, radialer Richtung
nach außen hin über die Seitenwandung 13 des Probenraums 8 hi
naus erstrecken und von einer Wärmeisolation 19 randlich um
faßt werden, die im Oberteil 2 und im Unterteil 3 des Ofenkör
pers 1 derart angeordnet ist, daß bei geschlossener Lage der
Probenraum 8 wärmemäßig voll eingekapselt ist. Diese Isolation
19 reicht also entlang der Seitenwandung 13 nach innen in ra
dialer Richtung bis zwischen die ober- und unterseitigen
Wandungen 9 und 11.
Zentral im Probenraum 8 ist ein Probenträger 14 in Gestalt
einer Sensorscheibe angeordnet, die eine ebene, horizontale
Oberseite hat. Auf den Probenträger 14 sind zumindest zwei
Probenbecher 15 und 16 von oben her aufsetzbar, von denen der
eine eine zu untersuchende und der andere eine Probe mit be
kannten Wärmeeigenschaften enthält. Der Probenträger 14 ist
deshalb als Sensorscheibe zu bezeichnen, weil er mit Thermo
elementen derart ausgestattet ist, daß die Temperaturen der in
den Probenbechern 15 und 16 enthaltenen Proben unabhängig von
einander erfaßt werden können. Die Anschlußdrähte 18 der Ther
moelemente sind durch das Unterteil 3 des Ofenkörpers 1 nach
unten herausgeführt. Zusätzlich kann auch eine Wägung der Pro
ben vorgenommen werden, dazu sitzt ggf. der Probenträger 14
auf einer Wägestange 17, die mit einem Wägesystem verbunden
ist, die Wägestange 17 ist ebenfalls durch das Unterteil 3 aus
dem Ofenkörper 1 berührungsfrei herausgeführt.
Konzentrisch um den Probenraum 8 herum erstreckt sich eine
Strahlenfalle, die aus Formschlußelementen 20 besteht, welche
in Gestalt einer Feder am Oberteil 2 sowie einer Nut am Unter
teil 3 zur Trennebene 4 hin angeordnet sind.
Claims (8)
1. Ofen zur Durchführung von Thermoanalysen mit einem schließ
baren Proberaum, in welchem ein oberseitig ebener Proben
träger zur Aufnahme von Vergleichsproben zentral angeordnet
ist, und mit an oder in der Wandung des Probenraumes
angeordneten Heizelementen,
dadurch gekennzeichnet,
daß sich die Heizelemente (10, 12) in oder an den Wandungen
(9, 11) befinden, die den Probenraum an der Ober- sowie der
Unterseite begrenzen, wobei sich die Wandungen (9, 11) mit
den Heizelementen (10, 12) in der Richtung parallel zur Ebe
ne des Probenträgers (14) allseitig über diesen hinaus um
ein Mehrfaches dessen Radius erstrecken.
2. Ofen nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Probenraum (8) zwischen den oberseitigen und unter
seitigen Wandungen (9, 11) eine Höhe hat, die um ein Mehr
faches geringer als der Durchmesser des Probenraumes (8)
ist.
3. Ofen nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Probenraum (8) hohlzylindrisch ist und entsprechend
seine ober- und unterseitigen Wandungen (9, 11) kreisförmig
sind.
4. Ofen nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die ober- und die unterseitigen Wandungen (9, 11) sowie
die Seitenwände (13) des Probenraumes (8) mit einer Wärme
isolation (19) hinterfüttert sind und die ober- und unter
seitigen Wandungen (9, 11) mit den Heizelementen (10, 12)
sich in Richtung nach außen über die Seitenwände (13) hin
weg bis in die Wärmeisolation (19) hinein erstrecken.
5. Ofen nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
gekennzeichnet durch
einen in ein Oberteil (2) und ein Unterteil (3) geteilten
Ofenkörper (1), wobei die Trennebene (4) zwischen dem Ober
teil (2) und dem Unterteil (3) zwischen den ober- und den
unterseitigen Wandungen (9, 11) durch den Probenraum (8)
hindurchgeht.
6. Ofen nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Ofenkörper (1) eine zylindrische Grundform hat,
deren Achse mit der des Probenraumes (8) zusammenfällt.
7. Ofen nach Anspruch 5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Oberteil (2) und das Unterteil (3) an einer Seite
des Ofenkörpers (1) mittels eines Scharniers (5) verbunden
sind, dessen Achse (6) in der Trennebene (4) liegt oder
dazu parallel ist.
8. Ofen nach einem der Ansprüche 5 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Oberteil (2) und das Unterteil (3) des Ofenkörpers
(1) ringförmig um den Probenraum (8) herum im Bereich der
Isolation (19) nach Art von Nut und Feder ineinandergrei
fende Formschlußelemente (20) haben.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE19924218032 DE4218032A1 (de) | 1991-06-07 | 1992-06-02 | Ofen zur thermoanalyse |
Applications Claiming Priority (2)
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| DE19924218032 DE4218032A1 (de) | 1991-06-07 | 1992-06-02 | Ofen zur thermoanalyse |
Publications (1)
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ID=25915324
Family Applications (1)
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Cited By (6)
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| CN113945479A (zh) * | 2021-09-24 | 2022-01-18 | 西安近代化学研究所 | 一种基于高温炉的热重分析试验方法 |
-
1992
- 1992-06-02 DE DE19924218032 patent/DE4218032A1/de not_active Withdrawn
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