DE4215920A1 - Verfahren und Vorrichtung zum Biegen von Kunststoffrohren - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Biegen von KunststoffrohrenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Biegen von
Kunststoffrohren, bei dem das zu biegende Rohr zunächst
erwärmt, dann in eine den Biegeverlauf bestimmende
Vorrichtung eingebracht und in dieser abgekühlt wird.
Bei diesem bekannten Verfahren werden die Kunststoffrohre
zunächst in einer warmen Flüssigkeit vorgewärmt, und zwar
auf eine Temperatur, bei der sich die Rohre leichter,
jedoch noch nicht plastisch verbiegen lassen. Dann werden
die Rohre durch manuelles Verbiegen in ein plattenförmiges
Aufnahmeteil eingelegt, welches rinnenförmige Vertiefungen
in der Form des gewünschten Biegeverlaufs aufweist und das
noch elastische Rohr in der gebogenen Form hält. Zusammen
mit dieser Vorrichtung wird dann das Rohr in einen
Heißluftofen gegeben, um es auf Plastifizierungstemperatur
zu bringen. Danach wird das Rohr samt seiner
Aufnahmevorrichtung abgekühlt und anschließend aus dem
Aufnahmeteil entnommen. Da beim Biegen der Rohre im noch
elastischen Zustand an den Stellen, an denen eine starke
Verformung erfolgt, Spannungen entstehen, die sich beim
Plastifizieren lösen und dabei eine Querschnittsverengung
hervorrufen, wird häufig in die Rohre, bevor sie gebogen
werden, eine flexible Seele eingezogen.
Dieses Verfahren zum Biegen von Kunststoffrohren ist wegen
der Vielzahl der Arbeitsgänge und der entsprechenden
Vielzahl von Arbeitsvorrichtungen, die einen großen Platz
benötigen, sowohl zeit- als auch arbeitsaufwendig. Die
Rohre müssen zwischen den einzelnen Verfahrensabschnitten
jeweils an andere Verfahrensvorrichtungen transportiert
werden, welches insbesondere bei langen Rohren sehr
umständlich und platzaufwendig ist.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zum Biegen von
Kunststoffrohren zu entwickeln, bei dem das Biegen
einschließlich sämtlicher Vor- und
Nachbereitungsarbeitsgänge in einer Vorrichtung erfolgt und
das Biegen der Rohre selbst unabhängig von der
Geschicklichkeit der den Biegevorgang ausführenden Person
erfolgt. Weiterhin soll vermieden werden, daß an
Biegestellen mit kleinen Krümmungsradien merkliche
Querschnittsveränderungen auftreten.
Ein solches Verfahren ist durch folgende Verfahrensschritte
gekennzeichnet:
- - das Rohr wird auf eine Temperatur erwärmt, bei der es sich plastisch verformen läßt,
- - das erwärmte Rohr wird in einem rohrförmigen Kanal eingeschoben, der von zwei Rinnen gebildet wird, welche in die aneinandergrenzenden Flächen von zwei auseinanderfahrbaren Backen eines Biegewerkzeugs eingebracht sind, deren Längsverlauf dem gewünschten Biegeverlauf und deren Radius dem Radius des Rohres entspricht,
- - das gebogene noch in dem Biegewerkzeug befindliche Rohr wird von einem Kühlmittel durchströmt und
- - die beiden Backen des Biegewerkzeugs werden zur Entnahme des Rohres aus dem Biegewerkzeug auseinandergefahren.
Durch die Plastifizierung der Rohre sind diese relativ
leicht in den rohrförmigen Kanal des Biegewerkzeugs
einzuschieben. Dieses Einschieben kann noch dadurch
erleichtert werden, daß die Rohre vorher außen mit einem
Gleitmittel versehen werden. Das durch das gebogene,
plastifizierte Rohr durchgepumpte Kühlmittel sorgt für ein
schnelles Abkühlen des Rohres noch in der Biegeform.
Es ist vorteilhaft, das zu biegende Rohr nur in dem
Abschnitt zu erwärmen, der in das Biegewerkzeug
eingeschoben wird. Damit kann einmal die Heizvorrichtung
kleingehalten werden und zum anderen bleibt der
Endabschnitt des Rohres zum besseren Einschieben des Rohres
in das Biegewerkzeug steif.
Weiterhin ist es vorteilhaft, das Rohr durch elektrisch
beheizte Heizbacken zu erwärmen, da eine solche
Heizvorrichtung gut regulierbar ist. Zum Einschieben des
aufgeheizten Rohres in das Biegewerkzeug wird der Kanal
durch geringfügiges Auseinanderfahren der Biegebacken
erweitert und nach erfolgtem Einschieben bis zum
Endanschlag zusammengefahren. Dadurch läßt sich das Rohr
deutlich leichter einschieben. Als Kühlmedium wird eine
Flüssigkeit, vorzugsweise Wasser, verwendet, welches durch
das gebogene und noch im Biegewerkzeug befindliche Rohr
hindurchgepumpt wird. Um das Rohr anschließend von dem
flüssigen Medium zu trocknen, wird Druckluft durch das Rohr
hindurchgeblasen. Dies erfolgt durch denselben Anschluß zum
Rohr hin lediglich durch ein Umschalten mittels eines
Ventils.
Um das Ausbiegen des plastifizierten Rohres beim
Einschieben in das Biegewerkzeug zu verhindern, wird das
erwärmte Rohr beim Einschieben in das Biegewerkzeug von den
Heizbacken geführt, die in unmittelbarer Nähe vor dem
Biegewerkzeug angeordnet sind. Zur weiteren Erleichterung
des Einschiebens werden die Heizbacken für das Einschieben
des Rohres in das Biegewerkzeug geringfügig
auseinandergefahren.
Die Vorrichtung zum Biegen von Kunststoffrohren nach dem
vorstehend genannten Verfahren, besteht aus einer
Erwärmungs-, Biege- und einer Kühlstation, mit folgenden
Merkmalen:
- - die Erwärmungs-, Biege- und Kühlstation sind in Längsrichtung des Rohres hintereinander angeordnet,
- - die Biegestation weist ein aus zwei zueinander verstellbare und mit zwei Flächen aneinandergrenzende Backen bestehendes Biegewerkzeug auf,
- - in die aneinandergrenzenden Flächen der beiden Backen ist jeweils eine Rinne eingebracht,
- - die beiden Rinnen bilden bei zusammengefahrenen Backen einen röhrenförmigen Kanal, der im Längsverlauf den gewünschten Biegeverlauf des Rohres zeigt,
- - der Querschnitt der Rinne und der Querschnitt des Rohres sind in ihren Außenmaßen gleich,
- - die Kühlstation weist für das Durchströmen des gebogenen Rohres mit Kühlmedium eine Zuleitung mit einem Anschluß zum Verbinden mit dem Rohr auf.
Auf einer solchen Vorrichtung läßt sich der gesamte
Biegevorgang durchführen, wobei das Rohr nur um kurze Wege
in seiner Längsrichtung transportiert werden muß. Da das
auf Plastifizierungstemperatur gebrachte Rohr beim
Biegevorgang allseitig umfaßt ist, ergeben sich auch keine
oder nur unwesentliche Querschnittsveränderungen des Rohres
an den Biegestellen.
Bei dickwandigen Rohren oder Rohren mit großem Durchmesser
wird der röhrenförmige Kanal durch Auseinanderfahren der
beiden Backen des Biegewerkzeugs zum leichteren Einschieben
des Rohres erweitert. Dabei ist es vorteilhaft, mindestens
eine der beiden Backen des Biegewerkzeugs entlang des
Verlaufs ihrer Rinne in mehrere Abschnitte zu unterteilen,
wobei jeder Abschnitt unabhängig voneinander verstellbar
ist. Dadurch wird vermieden, daß Stauchungen im
Längsverlauf des Rohres beim Zusammenfahren der beiden
Backen auftreten.
Die Heizstation besteht aus zwei auseinanderfahrbaren,
elektrisch beheizbaren Backen, in die jeweils Rinnen
eingebracht sind, die sich zu einem röhrenförmigen Kanal
ergänzen, der die Länge des in das Biegewerkzeug
einzuschiebenden Rohrabschnitts hat und dessen Querschnitt
in seinen Außenmaßen dem Querschnitt des Rohres entspricht.
Damit erfolgt die Wärmeübertragung von den Heizbacken auf
die Rohre durch Wärmeleitung, wodurch eine sehr schnelle
und fein regulierbare Wärmeübertragung möglich ist.
Zweckmäßigerweise ist an der der Heizstation
gegenüberliegenden Seite des Biegewerkzeugs ein Anschlag
angeordnet, gegen den das Rohr beim Einschieben in das
Biegewerkzeug anstößt. Damit wird die genaue Plazierung der
einzelnen Biegestellen innerhalb der Gesamtlänge des Rohres
sichergestellt. In unmittelbarer Nähe des Anschlags ist
eine Lichtschranke angeordnet, die durch das vordere
Rohrende unterbrochen wird und den Schließvorgang des
Biegewerkzeugs auslöst. Damit wird die Zeit zwischen
Einschieben des Rohres in das Biegewerkzeug in seine
Endposition und Auslösen des Schließvorgangs des
Biegewerkzeugs sehr kurz gehalten, und zwar unabhängig von
der Reaktion des Bedienungspersonals.
Weiterhin vorteilhaft ist, daß der Anschluß zum Verbinden
des hinteren Rohrendes mit der Kühlstation eine weitere
Zuleitung für Druckluft zum Trocknen des Rohrinneren
besitzt. Damit braucht der Anschluß vom hinteren Rohrende
zwischen Kühlen und Trocknen des Rohres nicht gewechselt zu
werden. Damit das Kühlmedium und das Trockenmedium
aufgefangen werden können, ist auf der der Heizstation
gegenüberliegenden Seite des Biegewerkzeugs ein Anschluß
für das vordere Rohrende angeordnet, der für die Ableitung
der Kühlflüssigkeit und der Preßluft sorgt. Damit kann
einerseits das Kühlmedium wiederverwendet und andererseits
das Trockenmedium umweltschonend aufgefangen oder
abgeleitet werden.
Nach einem weiteren Vorteil der Erfindung sind die Backen
des Biegewerkzeugs leistenförmig ausgebildet, wobei die den
Biegekanal bildenden Rinnen in eine schmale Längsseite
eingebracht sind. Damit wird die Masse des Biegewerkzeugs
erheblich reduziert.
Damit das Rohr beim Einschieben in den Biegekanal bei
auseinandergefahrenen Backen nicht aus dem Biegekanal
austritt, sind an eine Backe des Biegewerkzeugs entlang der
Längskante der an die andere Backe angrenzende Fläche
verlaufende und die andere Backe an der Ober- und
Unterseite überragende Wangen angeordnet. Diese Wangen sind
vorteilhafterweise aus Blechstreifen gebildet, die an der
Backe befestigt sind.
Um bei der Verwendung von leistenförmigen Backen dem
röhrenförmigen Kanal im Biegewerkzeug auf einfache Art und
Weise den Verlauf des gebogenen Rohres geben zu können,
folgen die aneinandergrenzenden Flächen der Backen dem
Biegeverlauf des Rohres. Es ist jedoch auch möglich, die
obere und untere Breitseite der leistenförmigen Backen dem
Biegeverlauf des Rohres folgen zu lassen. Soll das Rohr in
zwei Ebenen verbogen werden, so ist eine Kombination der
beiden vorstehend geschilderten Verläufe des rohrförmigen
Kanals möglich.
Die Zeichnung veranschaulicht ein Ausführungsbeispiel der
Erfindung, und zwar zeigen
Fig. 1 die Biegevorrichtung, wobei die beiden Backen des
Biegewerkzeugs zur Erleichterung des Einschiebens des
Rohres leicht auseinandergefahren sind und
Fig. 2 dieselbe Biegevorrichtung, wobei die Backen des
Biegewerkzeugs zusammen und die Heizbacken für den
Kühlvorgang auseinandergefahren sind, während
Fig. 3 einen Schnitt nach der Linie A-A und
Fig. 4 einen Schnitt nach der Linie B-B darstellen.
Die Vorrichtung zum Biegen von Kunststoffrohren besteht aus
der Erwärmungstation (1), der Biegestation (2) und der
Kühlstation (3 und 3a).
Die Erwärmungsstation (1) besteht ihrerseits aus den beiden
elektrisch beheizbaren Heizbacken (4 und 5), die getrennt
zueinander verfahrbar sind. Die Erwärmungszeit des
Kunststoffrohres (6) wird über eine nicht dargestellte
Zeitschaltung geregelt. Die Heizbacken (4 und 5) weisen an
den beiden benachbarten Flächen jeweils eine Rinne (7, 8)
auf, deren Radius dem Radius des Kunststoffrohres (6)
entspricht. Bei für den Erwärmungsvorgang
zusammengefahrenen Heizbacken (4, 5) liegen die beiden
Backen an dem Kunststoffrohr an, so daß eine direkte
Wärmeübertragung von den Heizbacken (4, 5) auf das
Kunststoffrohr (6) erfolgt.
Die Biegestation besteht aus einem Biegewerkzeug, dessen
wesentlichen Bestandteile die beiden Backen (9, 10) sind.
Die beiden Backen (9, 10) sind gegeneinanderverfahrbar.
Dabei können beide Backen verfahrbar ausgeführt sein oder
auch nur eine. In die beiden zueinander hingerichteten
Flächen der beiden Backen (9, 10), die im
zusammengefahrenen Zustand der Backen aneinanderliegen
können und deswegen nachfolgend als Berührungsflächen (11,
12) bezeichnet werden, sind Rinnen (13, 14) eingebracht,
die sich zu einem rohrförmigen Kanal (27) ergänzen. Dieser
Kanal (27) hat einen Verlauf, der dem Biegeverlauf des
Rohres (6) entspricht. Die Backe (10) des Biegewerkzeugs
ist in dem dargestellten Ausführungsbeispiel in die drei
Abschnitte (15, 16 und 17) unterteilt, die getrennt
voneinander verschiebbar sind.
Auf der der Erwärmungsvorrichtung abgewandten Seite des
Biegewerkzeugs (9, 10) ist ein Anschlag (18) angeordnet,
gegen den das Kunststoffrohr (6) in seiner Endlage anstößt.
In unmittelbarer Nachbarschaft zu diesem Anschlag (18) ist
eine Lichtschranke (19, 28) angeordnet, die von dem
vorderen Rohrende in der Endstellung des Rohres (6)
unterbrochen wird und damit einen Impuls gibt zur
Betätigung der Backen (9 und 10) des Biegewerkzeugs zum
Zwecke des Verfahrens der Backen (9, 10) oder auch nur der
Backe (10) des Biegewerkzeugs.
Die Kühlstation besteht im wesentlichen aus dem Anschluß
(20) einer Zuleitung (21) für das Kühlmittel und einer
Zuleitung (22) für Preßluft sowie einem Anschluß (23) für
die Ableitung des Kühlmittels bzw. der Preßluft.
Das Verfahren zum Biegen der Kunststoffrohre mittels der
vorstehend beschriebenen Vorrichtung erfolgt in folgenden
Verfahrensschritten:
Die Heizbacken (4, 5) werden leicht auseinandergefahren, so
daß sich das Kunststoffrohr (6) leicht zwischen die
Heizbacken (4, 5) einschieben läßt. Dabei wird das
Kunststoffrohr (6) mit seinem vorderen, das heißt, aus den
Zeichnungen ersichtlichen linken Ende bis zu dem Ende (24)
der Heizbacken (4, 5) eingeschoben. Die Heizbacken (4, 5)
werden zusammengefahren, so daß sie mit der Oberfläche der
Rinnen (7, 8) an dem Kunststoffrohr (6) anliegen. In einer
vorher ermittelten Zeit wird das Kunststoffrohr (6) soweit
erwärmt, daß es sich plastisch verbiegen läßt. Ist dieser
Plastifizierungspunkt erreicht, werden die Heizbacken (4
und 5) geringfügig auseinandergefahren, so daß sich das
Rohr (6) leicht weiterverschieben läßt, jedoch trotzdem
noch eine Führung von den Rinnen (7, 8) der Heizbacken (4,
5) erhält. In dieser Stellung der Heizbacken (4, 5) wird
das Kunststoffrohr (6) in den von den Rinnen (13, 14) der
Backen (9, 10) des Biegewerkzeugs gebildeten röhrenförmigen
Kanal (27) eingeschoben, und zwar soweit, bis das vordere
Ende (25) des Kunststoffrohres (6) in den Anschluß (23) zum
Einsatz kommt. Ist dieses erfolgt, wird ein nicht
dargestelltes Ventil des Anschlusses (20) betätigt und
Wasser durch das abschnittsweise erwärmte Rohr (6) zur
Kühlung des Rohrs hindurchgepumpt. Ist das Kunststoffrohr
(6) soweit erkaltet, daß sein erwärmtes Matrial sich wieder
verfestigt hat, wird das nicht dargestellte Ventil
umgestellt und durch die Zuleitung (22) Preßluft
hindurchgeblasen, so daß in dem Rohr (6) verbliebenes
Wasser ausgeblasen wird. Vor dem Hindurchpumpen von
Kühlflüssigkeit werden die Heizbacken (4, 5) noch weiter
auseinandergefahren, so daß diese durch das Kühlen des
Kunststoffrohres (6) nicht mit abgekühlt werden. Nach
erfolgtem Abkühlen und Austrocknen des Rohres (6) werden
die Backen (9 und 10), sowie die Anschlüsse (20 und 23)
auseinandergefahren, so daß das gebogene Rohr (6) leicht
aus der Biegevorrichtung entnehmbar ist.
Sind Kunststoffrohre mit größerem Durchmesser oder dickerer
Wandung zu biegen, so wird ein Biegewerkzeug verwendet, bei
dem die Backen (9, 10) vor dem Einschieben des
Kunststoffrohres (6) in die Biegestation
auseinandergefahren sind, so daß sich gegenüber dem
Außendurchmesser des Kunststoffrohres (6) ein erweiterter
Kanal (15), wie in Fig. 1 dargestellt, ergibt. Dieser
erweiterte Kanal (27) gibt dem Kunststoffrohr (6) beim
Einschieben noch nicht die endgültige Form, das heißt, das
Kunststoffrohr (6) erhält beim Einschieben in das
Biegewerkzeug noch nicht die Biegungen mit den kleinen
Radien. Dadurch gestaltet sich das Einschieben des
Kunststoffrohres (6) in die Biegeform wesentlich leichter.
Das Kunststoffrohr (6) wird dabei bis gegen einen Anschlag
(18) geschoben. In dieser Lage des Kunststoffrohres (6)
wird die einteilige Backe (10) auf die Backe (9) hin
verfahren. Dabei erhält das Kunststoffrohr (6) die
endgültige Biegeform.
Bei Kunststoffrohren, die aufgrund ihres Durchmessers oder
ihrer Materialstärke noch schwieriger zu verformen sind,
wird die Backe (10) des Biegewerkzeugs in die Abschnitte
(15, 16, 17) unterteilt. Nach dem Einschieben des
Kunststoffrohres (6) in das Biegewerkzeug mit gegenüber dem
Kunststoffrohr (6) erweitertem Querschnitt des Kanals (27)
wird zunächst der Abschnitt (16) der Backe (10) gegen die
Backe (9) hin verfahren, so daß das Kunststoffrohr (6)
durch diesen Abschnitt (16) fest in dem Biegewerkzeug
eingeklemmt ist. Anschließend werden die Abschnitte (15,
17) der Backe (10) zu der Backe (9) hin verfahren. Dadurch
erhält das Kunststoffrohr (6) die endgültige Biegeform.
An der Backe (9) des Biegewerkzeugs sind an der Ober- und
Unterseite Wangen (26, 29) befestigt, die aus Blechstreifen
bestehen. Diese Wangen (26, 29) verlaufen entlang den
Längskanten der Berührungsfläche (11) der Backe (9) und
überragen die Ober- und Unterseite der Backe (10). Sie
verhindern, daß das Kunststoffrohr (6) bei
auseinandergefahrenen Backen (9, 10) beim Einschieben in
den Kanal (27) aus diesem nach oben oder unten austreten
kann.
Claims (23)
1. Verfahren zum Biegen von Kunststoffrohren, bei dem das
zu biegende Rohr zunächst erwärmt, dann in eine den
Biegeverlauf bestimmende Vorrichtung eingebracht und in
dieser abgekühlt wird, gekennzeichnet durch folgende
Verfahrensschritte:
- - das Rohr (6) wird auf eine Temperatur erwärmt, bei der es sich plastisch verformen läßt,
- - das erwärmte Rohr (6) wird in einen röhrenförmigen Kanal (27) eingeschoben, der von zwei Rinnen (13, 14) gebildet wird, welche in die aneinandergrenzenden Flächen (11, 12) von zwei auseinanderfahrbaren Backen (9, 10) eines Biegewerkzeugs eingebracht sind, deren Längsverlauf den gewünschten Biegeverlauf und deren Radius dem Radius des Rohres (6) entspricht,
- - das gebogene noch in dem Biegewerkzeug befindliche Rohr (6) wird von einem Kühlmittel durchströmt und
- - die beiden Backen (9, 10) des Biegewerkzeugs werden zur Entnahme des Rohres (6) aus dem Biegewerkzeug auseinandergefahren.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
das zu biegende Rohr (6) nur in dem Abschnitt erwärmt
wird, der in das Biegewerkzeug eingeschoben wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß das Rohr (6) durch elektrisch
beheizte Heizbacken (4, 5) erwärmt wird.
4. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß das aufgeheizte Rohr (6) in einen
durch geringfügiges Auseinanderfahren der Backen (9, 10)
des Biegewerkzeugs erweiterten Kanal (27) geschoben wird
und anschließend die beiden Backen (9, 10)
zusammengefahren werden.
5. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß als Kühlmedium eine Flüssigkeit
durch das gebogene Rohr (6) gepumpt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß
das Rohrinnere im Anschluß an das Durchströmen mit
flüssigem Kühlmedium mittels Durchblasen von Luft oder
einem Gas getrocknet wird.
7. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß das erwärmte Rohr (6) beim
Einschieben in das Biegewerkzeug von den Heizbacken (4,
5) geführt wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß
die Heizbacken (4, 5) für das Einschieben des Rohres (6)
in das Biegewerkzeug geringfügig auseinandergefahren
werden.
9. Vorrichtung zum Biegen von Kunststoffrohren nach dem
Verfahren von Anspruch 1, bestehend aus einer
Erwärmungs- (1), Biege- (2) und einer Kühlstation (3,
3a) mit folgenden Merkmalen:
- - die Erwärmung- (1), Biege- (2) und Kühlstation (3, 3a) sind in Längsrichtung des Rohres (6) hintereinander angeordnet,
- - die Biegestation (2) weist ein aus zwei zueinander verstellbaren und mit zwei Flächen (11, 12) aneinandergrenzende Backen (9, 10) bestehendes Biegewerkzeug auf,
- - in die aneinandergrenzenden Flächen (11, 12) der beiden Backen (9, 10) ist jeweils eine Rinne (13, 14) eingebracht,
- - die beiden Rinnen (13, 14) bilden bei zusammengefahrenen Backen (9, 10) einen röhrenförmigen Kanal (27), der im Längsverlauf den gewünschten Biegeverlauf des Rohres (6) zeigt,
- - der Querschnitt der Rinnen (13, 14) und der Querschnitt des Rohres (6) sind in ihren Außenmaßen gleich,
- - die Kühlstation (3, 3a) weist für das Durchströmen des gebogenen Rohres (6) mit Kühlmedium eine Zuleitung (21) mit einem Anschluß (20) zum Verbinden mit dem Rohr (6) auf.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet,
daß mindestens eine der beiden Backen (9, 10) des
Biegewerkzeugs entlang des Verlaufs ihrer Rinne (13) in
mehrere Abschnitte (15, 16, 17) unterteilt ist und
jeder Abschnitt unabhängig voneinander verstellbar ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 9 oder 10, dadurch
gekennzeichnet, daß die Heizstation (1) aus zwei
auseinanderfahrbaren, elektrisch beheizten Heizbacken
(4, 5) besteht.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet,
daß in die beiden Heizbacken (4, 5) Rinnen (7, 8)
eingebracht sind, die sich zu einem rohrförmigen Kanal
ergänzen, der die Länge des zu biegenden Rohrabschnitts
hat und dessen Querschnitt in der Größe dem Querschnitt
des Rohres (6) entspricht.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 12, dadurch
gekennzeichnet, daß die Backen (9, 10) und die
Backenabschnitte (15 bis 17) des Biegewerkzeugs und
beide Heizbacken (4, 5) getrennt verfahrbar sind.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 13, dadurch
gekennzeichnet, daß an der der Heizstation (1)
gegenüberliegenden Seite des Biegewerkzeugs ein
Anschlag (18) angeordnet ist, gegen den das Rohr (6)
beim Einschieben in das Biegewerkzeug anstößt.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 14, dadurch
gekennzeichnet, daß mit dem Anschlag (18) ein Sensor
gekoppelt ist, der bei Anlage des Rohres (6) am
Anschlag (18) das Schließen des Biegewerkzeugs auslöst.
16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 15, dadurch
gekennzeichnet, daß in unmittelbarer Nähe des Anschlags
(18) eine Lichtschranke (19, 28) angeordnet ist, die
durch das vordere Rohrende unterbrochen wird und den
Schließvorgang des Biegewerkzeugs auslöst.
17. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet,
daß der Anschluß (21) zum Verbinden des hinteren
Rohrendes mit der Kühlstation (3) eine weitere
Zuleitung (22) für Druckluft zum Trocknen des
Rohrinneren besitzt.
18. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 17, dadurch
gekennzeichnet, daß auf der der Heizstation (1)
gegenüberliegenden Seite des Biegewerkzeugs ein
Anschluß (23) für das vordere Rohrende angeordnet ist,
der für die Ableitung der Kühlflüssigkeit und der
Preßluft sorgt.
19. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 18, dadurch
gekennzeichnet, daß die Backen (9, 10) des
Biegewerkzeuges leistenförmig ausgebildet sind, wobei
die den Biegekanal (27) bildenden Rinnen (13, 14) in
eine schmale Längsseite eingebracht sind.
20. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 19, dadurch
gekennzeichnet, daß an eine Backe (9) des
Biegewerkzeugs entlang der Längskanten der
Berührungsfläche (12) verlaufende und die andere Backe
(10) an der Ober- und Unterseite überragende Wangen
(26, 29) angeordnet sind.
21. Vorrichtung nach Anspruch 20, dadurch
gekennzeichnet, daß die Wangen (26, 29) durch auf die
Ober- und Unterseite der Backe (9) befestigte
Blechstreifen gebildet werden.
22. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 21, dadurch
gekennzeichnet, daß die aneinandergrenzenden Flächen
(11, 12) der Backen (9, 10) dem Biegeverlauf des Rohres
(6) folgen.
23. Vorrichtung nach einem der Ansprüche (9 bis 22),
dadurch gekennzeichnet, daß die obere und untere
Breitseite der leistenförmigen Backen (9, 10) dem
Biegeverlauf des Rohres (6) folgen.
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