DE4215948C2 - Verfahren zur Bestimmung der Qualität eines Kristallgemisches, insbesondere von Zucker, und Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens - Google Patents
Verfahren zur Bestimmung der Qualität eines Kristallgemisches, insbesondere von Zucker, und Vorrichtung zur Durchführung des VerfahrensInfo
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- DE4215948C2 DE4215948C2 DE19924215948 DE4215948A DE4215948C2 DE 4215948 C2 DE4215948 C2 DE 4215948C2 DE 19924215948 DE19924215948 DE 19924215948 DE 4215948 A DE4215948 A DE 4215948A DE 4215948 C2 DE4215948 C2 DE 4215948C2
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Bestimmung der
Qualität eines Kristallgemisches, insbesondere von Zucker,
nach dem Oberbegriff des Anspruches 1 sowie eine
Vorrichtung zur Bestimmung der Qualität eines Kristall
gemisches, insbesondere von Zucker, zur Durchführung des
Verfahrens nach dem Oberbegriff des Anspruches 6,
wie aus DE 36 01 932 A1 bekannt.
Bei der Qualitätsprüfung von kristallinen bzw. körnigen
Stoffen finden die unterschiedlichsten Arten und Verfahren
zur Klassifikation Anwendung.
Zum Beispiel dient beim Zucker zur Zeit die sogenannte
Braunschweiger Reihe als Grundlage. Beim automatisierten
Betrieb der Zuckerherstellung erfolgt das Abtrennen und
Abwaschen des braunen Zuckersirupfilms von der reinen
Kristallmasse durch Zentrifugieren. Danach fällt die
Kristallmasse mit einem Feuchtigkeitsgehalt unter 1%
zur weiteren Verarbeitung auf eine Schüttelrinne. Gele
gentlich kommt es aus unterschiedlichen fertigungstech
nischen Gründen jedoch dazu, daß mehr oder weniger große
Anteile von gelblichem bis braunem Sirup in der weißen
Kristallmasse haften bleiben. Der Gelbanteil der Kristall
masse selbst, quantitativ charakterisiert durch die
Farbtype, ist bei der Grundsorte (sogenannter Weißzucker
2) etwa viermal so groß wie bei der Raffinade (sogenannter
Weißzucker 1). Entsprechend dem am Zuckerkristall
anhaftenden Gelbanteil legt die Braunschweiger Reihe die
Farbtypen 0 bis 6 fest. Bei den unterschiedlichsten Be
leuchtungsarten und -verhältnissen sowie bei den geringen
farblichen Differenzen der einzelnen Farbtypen ist
es schwierig, in der Produktion Vergleiche mit dem momen
tanen Zuckerstrom zu erreichen. Da die visuelle Bestimmung
der Farbe außerdem starken psychologischen
Schwankungen unterliegt, ist eine Unterteilung in grobe
Zwischenstufen nur mit geübtem Auge möglich, wobei die
Reproduzierbarkeit dieser Ergebnisse mit einer großen
Toleranz behaftet ist. Eine Bestimmung der Weißzucker
qualität erfolgt darum bislang durch das Laborpersonal,
das die Qualität an in den unterschiedlichsten Zeit
intervallen dem Zuckerstrom entnommenen Proben mit vor
handenen Labor-Vergleichsproben im statischen Zustand analog
zur Braunschweiger Reihe in den Farbtypen 0 bis 6
bestimmt. Dieser Vorgang ist zeitaufwendig und kosten
intensiv. Außerdem lassen sich dadurch Störungen bei der
Zuckergewinnung nur mit erheblicher zeitlicher Verzögerung
erkennen und damit auch beheben.
Aus der eingangs genannten DE 36 01 932 A1
ist eine Vorrichtung zur kontinuierlichen Feuchtemessung
von Partikeln grober Struktur bekannt,
bei der das zu messende Gut auf einem Förderer
unterhalb eines skiähnlichen Gleitkörpers transportiert
wird. Er ist an einer Führungsstange schwenkbar
gelagert, die an einem Lager pendelnd aufgehängt ist.
Dadurch kann sich der Gleitkörper an die Profiländerungen
der Meßgutoberfläche in Transportrichtung anpassen.
Darüber hinaus ist die Führungsstange um ihre Achse be
grenzt drehbar, so daß sich der Gleitkörper auch Profil
änderungen der Meßgutoberfläche quer zur Förderrichtung
anpaßt. Die gesamte Vorrichtung hängt an einem Seil eines
Balancers als Massenausgleich, so daß der Gleitkörper
mit nur geringem Gewicht auf dem Meßgut aufliegt.
Das Meßgut wird hinsichtlich der Feuchte optisch gemessen,
wobei die elektrische Meßgröße zur Auswertung einer
Rechnereinheit zugeführt wird.
Es ist eine Vorrichtung zum Aufspüren von farbigen
Fremdpartikeln in einem weißen oder leicht gefärbten
Pulver bekannt (US 4 976 540), bei der unter einer
Lasereinheit das zu prüfende Pulver hindurchläuft. Mit
der Lasereinheit wird geprüft, ob das Pulver Fremdpartikel
enthält, die eine andere Farbtönung als das Pulver
haben. Trifft der Laserstrahl auf ein farbiges Fremd
partikel, wird ein moduliertes Ausgangssignal erzeugt, so
daß zum einen das Vorhandensein eines Fremdpartikels
festgestellt und zum anderen die Zahl der Fremdkörper
erfaßt werden kann. Eine Prüfung der Farbtönung des Pulvers
selbst erfolgt nicht.
Aus der DE 27 37 579 C2 ist es bekannt, die Qualität
eines Einzelkristalles in Form eines Edel- oder Halbedel
steines zu bestimmen. Die Edelsteine fallen nacheinander
in einem Rohr durch eine Kugel, wobei sie während ihres
Falles durch die Kugel gleichbleibend angestrahlt werden.
Die vom Halbedelstein auf die Innenwand der Kugel
gestreute und/oder reflektierte Strahlung quer zur Fall
richtung wird gemessen. Aus den gemessenen Signalen wird
die Farbe des Edelsteines bestimmt. Für die Bestimmung
eines Kristallgemisches ist dieses Verfahren nicht geeignet.
Um die Größe und Anzahl von farbigen Fremdkörpern in
pulverförmigen Proben festzustellen, ist es bekannt
(DE 90 11 680 U1), das zu messende Kristallgemisch durch
Rohre zu führen, von denen ein Rohrabschnitt aus durch
sichtigem Material besteht. In diesem Bereich sind ein
ander gegenüberliegend zwei Stroboskop-Lichtquellen vor
gesehen, die innerhalb des Rohrabschnittes befindliche
Proben periodisch beleuchten. Außerdem ist in diesem Bereich
eine Fernsehkamera als Meßeinrichtung vorgesehen,
die sämtliche, sich innerhalb des Rohrabschnittes bewe
genden Proben aufnimmt. Das von der Fernsehkamera gelieferte
Meßsignal wird einer Rechnereinheit zugeführt. Mit
der Fernsehkamera werden die im Kristallgemisch enthal
tenen farbigen Fremdkörper hinsichtlich Anzahl und Größe
bestimmt. Hierfür müssen die einzelnen Körper allerdings
einschichtig durch den Rohrabschnitt geführt werden. Er
ist darum so ausgebildet, daß die einzelnen Kristalle
des Kristallgemisches nur in einer Lage den Rohrabschnitt
passieren. Für feinkörnige Kristallgemische ist
dieses Verfahren nicht anwendbar.
Es ist ferner bekannt (DE 40 08 279 A1), Kaffeebohnen in
bezug auf ihren Röstgrad zu messen. Während der Messung
befinden sich die Kaffeebohnen in einem Röstofen, dessen
Gehäusewand eine Öffnung hat, durch die mit einer Lichtquelle
Licht eingestrahlt wird. Als Vergleichswert dient
ein in den Strahlengang eingeblendetes Farbnormal. Die
Auswertung erfolgt in einer Rechnereinheit.
Es ist auch bekannt (DE 38 19 900 A1), die Korrosions
stabilität von tiefziehfähigen Eisenblechen zu bestimmen.
Hierbei wird das von einer Blechprobe diffus reflektierte
Licht über Linsen und Filter Fotoempfängern
zugeführt, die an einen Rechner angeschlossen sind. Er
bildet aus den Signalen der Fotoempfänger die Verhältnisse
des von den Filtern empfangenen reflektierten
Lichtes. Die berechneten Quotienten stellen ein Meß
ergebnis für die Korrosionsstabilität des Eisenbleches
dar.
Um Fremdstoffe in einem Kristallgemisch aufzuspüren
(DE-OS 1 903 524), wird ein Laserstrahl auf das Kristall
gemisch gelenkt. Dort wird er zu einem Empfänger
reflektiert, der anhand der Signale feststellen kann, ob
Fremdpartikel vorhanden sind oder nicht.
Aus der GB 2 228 567 A ist ein Inspektionssystem mit
einer Fernsehkamera, Linsen, Videodigitalisierer und einer
Rechnereinheit bekannt, die gespeicherte digitalisierte
Bilder mit gemessenen digitalen Ist-Bildern vergleicht.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das gattungs
gemäße Verfahren und die gattungsgemäße Vorrichtung so
auszubilden, daß eine Qualitätsbestimmung des Kristall
gemisches unabhängig von der Kristallgröße innerhalb
kurzer Zeit mit geringen Kosten möglich ist.
Diese Aufgabe wird beim gattungsgemäßen Verfahren erfin
dungsgemäß mit den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruches
1 und bei der gattungsgemäßen Vorrichtung erfindungsgemäß
mit den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruches 6
gelöst.
Beim erfindungsgemäßen Verfahren wird zur Vereinheit
lichung der Oberfläche das zu messende Kristallgemisch so
verdichtet, daß der Einfluß der einzelnen Kristallkörner
auf das Meßergebnis ausgeschlossen wird. Die Toleranzen
bei der Messung können dadurch in einem sehr engen Bereich
gehalten werden. Die optische Meßfleckgröße wird
an die Verteilung und die Größe der Kristallkörner ange
paßt. In der Rechnereinheit wird die ermittelte Meßgröße
mit gespeicherten Vergleichswerten verglichen. Aufgrund
dieses Vergleiches läßt sich meßtechnisch sehr einfach
und genau die Größe bzw. Art des gemessenen Qualitäts
merkmales bestimmen. Die Rechnereinheit gibt aufgrund
des Vergleiches ein Ausgangssignal ab, das beispielsweise
unmittelbar zur Prozeßsteuerung benutzt werden kann.
Bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird mit der
Druckfläche ein solcher Druck auf das zu messende Kri
stallgemisch ausgeübt, daß eine Vereinheitlichung der
Oberfläche des Kristallgemisches erreicht wird. Zum
Durchtritt des Meßstrahles ist die Einheit mit einem
transparenten Bereich versehen. Die Lichtquelle und die
Meßeinrichtung sind an der Druckfläche in gleichbleibendem
Abstand angeordnet.
Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den wei
teren Ansprüchen.
Die Erfindung wird anhand eines in den Zeichnungen dar
gestellten Ausführungsbeispieles näher erläutert. Es
zeigt
Fig. 1 in schematischer Darstellung eine Vorrichtung
zur Bestimmung der Qualität eines Kristallgemisches,
Fig. 2 in schematischer Darstellung eine erste Aus
führungsform eines Meßaufnehmers der Vorrichtung,
Fig. 3 in schematischer Darstellung eine zweite Aus
führungsform eines Meßaufnehmers der Vorrichtung,
Fig. 4 ein CIE-LAB-Farbsystem, das bei der Auswertung
mittels der Vorrichtung herangezogen wird.
Im folgenden werden das Verfahren und die Vorrichtung am
Beispiel eines automatisierten Betriebes der Zuckerherstellung
im einzelnen erläutert. Die Vorrichtung und das
Verfahren können aber allgemein bei der Qualitätsprüfung
von kristallinen bzw. feinkörnigen Stoffen eingesetzt
werden, wie zum Beispiel Salz, Granulate und ähnliche
Stoffe. Außerdem wird im Ausführungsbeispiel als Quali
tätsmerkmal die Farbtönung des Zuckers herangezogen. Anstelle
des Farbtons kann als Qualitätsmerkmal beispielsweise
bei Salz auch die Weißfärbung oder bei Granulaten die
Grautönung verwendet werden.
Beim automatisierten Betrieb der Zuckerherstellung
wird der braune Zuckersirupfilm von der reinen Kristall
masse durch Zentrifugieren abgetrennt und abgewaschen.
Es kommt hierbei jedoch immer wieder vor, daß mehr
oder weniger große Anteile von gelblichem bis braunem
Sirup in der weißen Kristallmasse zurückbleiben, so
daß der aus dieser Masse hergestellte Zucker einen
mehr oder weniger starken Gelbton aufweist. Der Gelb
anteil der Kristallmasse wird quantitativ durch die
Farbtype charakterisiert. Bei der Grundsorte (Weiß
zucker 2) ist der Gelbanteil etwa vier Mal so groß
wie bei der Raffinade (Weißzucker 1).
Mit dem im folgenden beschriebenen Verfahren und der
Vorrichtung ist es möglich, eine weitgehend auto
matische Qualitätsbestimmung durchzuführen. Der zu
überprüfende Zucker 1 wird auf einer Förderein
richtung 2 gefördert, die vorteilhaft ein Transport
band ist. Es wird über Rollen 3 geführt. Im Bereich
oberhalb der Fördereinrichtung 2 befindet sich die
Meßeinrichtung 4, die mindestens einen Meßkopf 5 auf
weist. Der Meßkopf 5 befindet sich im Bereich oberhalb
einer als Abstützung dienenden unteren Bandführung 6, die im Bereich
zwischen zwei benachbarten Rollen 3 angeordnet ist. Durch
die Bandführung 6 wird verhindert, daß die Förder
einrichtung im Bereich des Meßkopfes 5 große Schwin
gungen ausführt, die eine Messung mittels der Meß
einrichtung 4 verhindern würden. Der Meßkopf 5 ist
an eine Rechnereinheit 7 angeschlossen, die durch
eine Computereinheit gebildet ist. Zwischen der Meß
einrichtung 4 und der Rechnereinheit 7 können Daten
wahlweise analog oder digital ausgetauscht werden.
Die Rechnereinheit 7 kann einen Drucker haben,
auf dem die Meßergebnisse sofort ausgedruckt werden
können.
Die Meßeinrichtung 4 ist im Bereich ihrer Unterseite
mit einer als Platte ausgebildeten Druckfläche 8 versehen, deren gegen die
Förderrichtung 9 des Zuckers 1 gerichtetes Ende 10 in Förder
richtung schräg nach unten gegen die Fördereinrichtung
2 geneigt verläuft. Wie in Fig. 1 dargestellt,
kann die Druckfläche 8 mit ihrem Ende 10 auch durch die
Unterseite des Meßkopfes 5 gebildet sein. Das Ende
10 ist um eine horizontale und quer zur Förderrich
tung 9 liegende Achse 11 schwenkbar. Durch Verschwen
ken um diese Achse läßt sich der Abstand 12 zwischen
der Fördereinrichtung 2 und der Unterseite bzw.
der Druckfläche 8 einstellen. Da das Ende 10 in Förder
richtung 9 schräg nach unten geneigt ist, wird der
Zucker 1, der in Förderrichtung vor der Meßein
richtung 4 ungleichmäßig hoch geschichtet ist, so
vergleichmäßigt, daß der Zwischenraum zwischen der
Fördereinrichtung 2 und der Druckfläche 8 bzw. Unter
seite des Meßkopfes 5 vollständig mit Zucker 1 aus
gefüllt ist. Dadurch ist eine einwandfreie Messung
der Zuckerqualität mittels des Meßkopfes 5 gewähr
leistet. Je nach Schütthöhe des Zuckers 1 auf der
Fördereinrichtung 2 wird der Meßkopf 5 in unter
schiedlichem Abstand 12 zur Fördereinrichtung 2
eingestellt. Infolge der beschriebenen Ausbildung
ist gewährleistet, daß eine ausreichende Dicke des
zu überprüfenden Zuckers 1 im Meßbereich des Meß
kopfes 5 vorhanden ist. Wäre die Schichtdicke des
Zuckers 1 im Bereich unterhalb des Meßkopfes 5 zu
gering, könnten Fremdreflexionen bei der Messung,
beispielsweise an der Oberseite der Fördereinrichtung
2, auftreten, die zu einer Verfälschung
des Meßergebnisses führen würden.
Mit der Meßeinrichtung 4 kann der Zucker 1 konti
nuierlich an Ort und Stelle gemessen werden. Die
entsprechenden Meßsignale werden an die Rechner
einheit 7 übertragen, in der die Meßsignale in
noch zu beschreibender Weise ausgewertet werden.
Der Meßkopf 5 hat einen Meßwertaufnehmer 13
(Fig. 2) mit einem Diffusor 14 in Form
einer sog. Ulbrichtschen Kugel, die auf ihrer der
zu messenden Probe (Zucker 1) zugewandten Seite eine Meßöffnung
15 aufweist. Im Meßkopf 5 befindet sich eine Blitzlampe
als Lichtquelle 16, die eine Xenon-Blitzlampe sein kann, vor der
innerhalb des Diffusors 14 ein Shutter 17
angeordnet ist. Das von der Lichtquelle 16 abgegebene
Blitzlicht tritt durch eine Öffnung 18 in den Diffusor 14
ein und wird durch den Shutter 17 reflektiert.
Der Diffusor 14 streut das von der Lichtquelle 16 ausgesandte
Licht diffus. Es tritt
durch die Meßöffnung 15 aus dem Diffusor 14 und trifft
dort auf die zu messende Probe. An ihr wird das
diffuse Licht reflektiert. Unter einem Winkel von 8° zur
Achse 19 der Meßöffnung 15 hat der Diffusor 14 ein
Austrittsrohr 20, durch welche das an der Probe re
flektierte Licht nach außen gelangen kann. Die Achse
des Austrittsrohres 20 liegt unter dem genannten
Meßwinkel von 8° zur Achse 19 der Meßöffnung 15.
Der durch das Austrittsrohr 20 aus dem Diffusor 14
nach außen gelangende Anteil des an der Probe re
flektierten Lichtes trifft auf drei Farbfilter 21 bis
23, die auf die Normfarbwerte X, Y und Z gemäß
DIN 5033 Teil 2 abgestimmt sind. Das menschliche Auge
erfaßt neben dem Hell- und Dunkelempfinden drei
verschiedene Farbreize: blau, grün und rot. Der Farb
eindruck auf den Menschen erfolgt dann durch Addition
dieser drei Farbreize im Gehirn. Diese Additivität
wird bei der meßtechnischen Auswertung einer Farbe
ausgenutzt. Die Werte werden in die Normfarbwert-An
teile umgerechnet, die im Ausführungsbeispiel nach
dem Lab-System nach DIN 6174 berechnet werden. Fig. 4
zeigt dieses Lab-System. Die Koordinaten L, a und
b stehen in einem direkten Zusammenhang mit den Norm
farbwerten X, Y und Z (DIN 6174). Der L-Wert gibt die
Lage auf der Hell/Dunkel-Achse, der a-Wert die Lage
auf der Grün/Rot-Achse und der b-Wert die Lage auf
der Blau/Gelb-Achse an. Dieses Lab-System wird zur
Bestimmung des Farbtones des Zuckers 1 herangezogen.
Das durch die Farbfilter 21 bis 23 gelangende Licht wird
von dahinter angeordneten Fotoempfängern 24 bis 26
erfaßt und entsprechende Werte an die Rechnereinheit
7 übertragen.
Der Meßwertaufnehmer 13, der mit diffusem, weißem Blitzlicht
arbeitet, läßt sich mit geringem Aufwand in die Zucker
herstellungsanlage integrieren. Die zeitliche Blitz
folge kann frei gewählt werden, wodurch eine schnelle,
quasi-kontinuierliche und zuverlässige Aussage über
die Farbtype des gerade hergestellten Zuckers 1 mög
lich ist. Dadurch kann eine Veränderung des Farbwertes
des Zuckers 1 sehr frühzeitig erkannt werden, so daß
auch entsprechend schnell Gegenmaßnahmen eingeleitet
werden können.
Fig. 3 zeigt ein zweites Ausführungsbeispiel eines
Meßwertaufnehmers 13a. Er hat zwei Lichtquellen 27 und 28,
deren Strahlen unter 45° auf die Meßprobe (Zucker 1) fallen. Das
von den Lichtquellen 27, 28 ausgesandte Licht wird durch
jeweils eine Linse oder Linsensystem 29, 30 in die
Meßöffnung 15a gelenkt. An der Meßprobe wird das Licht
diffus reflektiert. Das reflektierte Licht wird durch
jeweils eine Linse 31 bis 33 zu den Farbfiltern 21a bis 23a
fokussiert, die auf die Normfarbwerte X, Y und Z ab
gestimmt sind. Den Farbfiltern 21a bis 23a sind die Foto
empfänger 24a bis 26a nachgeschaltet, mit denen die
Meßsignale an die Rechnereinheit 7 abgegeben werden.
Mit den Meßwertaufnehmern 13, 13a werden die Kontraste
und Farben des Zuckers 1 in die Normfarbwert-Anteile
umgerechnet, aufgrund derer dann in der Rechnerein
heit 7 der entsprechende Farbwert des Zuckers 1 er
mittelt werden kann. Da diese Meßaufnehmer nach dem
Remissionsprinzip arbeiten, hängt das Ergebnis u. a.
auch von den zu messenden Oberflächenstrukturen ab.
Um eine gewisse Unabhängigkeit von diesen Oberflächen
strukturen zu erreichen, wird die Meßfleckgröße ver
ändert. Unter Meßfleckgröße ist hier der Durchmesser
des auf die Oberfläche des zu messenden Zuckers fal
lenden Lichtfleckes zu verstehen. Diese Meßfleckände
rung ist in einfacher Weise dadurch möglich, daß der
Abstand des Meßwertaufnehmers 13, 13a bzw. des Meßkopfes
5 von der Oberseite des Zuckers 1 verändert wird. Je
größer der Abstand ist, desto größer wird auch der
Meßfleck. Je feinkristalliner das zu überprüfende
Produkt ist, desto kleiner kann der Meßfleck sein.
Sind die Produktteile jedoch größer, ist auch ein
entsprechend größerer Meßfleck zu verwenden, damit
über die Filter und Fotoempfänger des Meßwertaufnehmers
13, 13a ein aussagekräftiger statistischer Mittel
wert erhalten werden kann.
Anstelle der Abstandsveränderung kann die Meßfleck
größe beispielsweise auch durch eine Blendenände
rung oder durch eine aktive Linsenänderung bewirkt werden.
Durch die Veränderung der Meßfleckgröße ist es möglich,
zumindest eine gewisse Unabhängigkeit von den Oberflächen
strukturen zu erreichen. Dadurch können Stoffe mit den
unterschiedlichsten Korn- und Kristallgrößen gemessen
werden. Außerdem ist es möglich, die Messung im statischen
oder dynamischen Zustand durchzuführen; es muß nur
gewährleistet sein, daß eine ausreichende Schicht
dicke des zu messenden Stoffes den gesamten Meß
fleck abdeckt, damit Fremdreflexionen nicht auf
treten können.
In der Rechnereinheit 7 sind die Normfarbwert-Daten
von Qualitätsstufen des Zuckers 1 gespeichert. Bei
Zucker wird hierfür beispielsweise die sog. Braun
schweiger Reihe herangezogen. Entsprechend dem dem
Zuckerkristall anhaftenden Gelbanteil legt diese
Reihe die Farbtypen 0 bis 6 fest. Die mit dem Meß
kopf 5 gemessenen Farbwerte werden in der Rechner
einheit 7 gespeichert. Diese Ist-Werte werden in
der Rechnereinheit 7 mit der abgespeicherten Soll-
Kennlinie (Braunschweiger Reihe) verglichen. Auf
grund dieses Vergleiches kann zuverlässig festge
stellt werden, welche Farbtype der Zucker 1 augen
blicklich hat.
Infolge des schräg verlaufenden Endes 10 der Druckfläche
8 wird der Zucker 1 nicht nur im Bereich unterhalb
der Meßeinrichtung 4 vergleichmäßigt, sondern auch
verdichtet. Eine solche Verdichtung des Zuckers
kann durch ein entsprechendes Verschwenken um die
Achse 11 erreicht werden. Auf diese Weise kann der
Einfluß der Korngröße auf das Meßergebnis ausge
schlossen werden.
Anstelle der quasi-kontinuierlichen Messung ist auch
eine statische Messung möglich. Hierfür kann eine Teil
menge oder auch die Gesamtmenge in einem Behältnis
aufgenommen werden, an der die Meßeinrichtung 4 vor
gesehen ist. Die Farbwertbestimmung kann dann auf
gleiche Weise wie im beschriebenen Ausführungsbei
spiel vorgenommen werden. Hierbei kann das Behältnis
mit einer Einrichtung versehen werden, um das zu
messende Gut vor dem Meßfleck zu verdichten.
Die von der Rechnereinheit 7 ermittelten Daten können
digital oder analog an einen zentralen Rechner weiter
geleitet werden, der diese Daten zur Prozeßsteuerung
benutzen kann. Die Prozeßsteuerung kann automatisch
oder auch manuell vorgenommen werden.
Mit dem beschriebenen Verfahren und der beschriebenen
Vorrichtung kann die Qualität bei kristallinen bzw.
feinkörnigen Stoffen kontinuierlich, aber auch dis
kontinuierlich bestimmt werden. Zur Optimierung des Meßverfahrens
kann der gesamte Massenstrom in mindestens einen Teilstrom
aufgeteilt werden. Dadurch ist eine Anpassung an unterschied
liche Massenstromgeschwindigkeiten möglich. Durch Aufteilen
in mehrere Teilströme ist das parallele Messen individueller
Qualitätsmerkmale gegeben, so daß auch eine Anpassung an sehr
hohe Materialstromgeschwindigkeiten möglich ist.
Anstelle des Meßkopfes 5, mit dem der Farbwert ermit
telt wird, könnten auch bildgebende Sensoren einge
setzt werden, die eine Vielzahl von meßempfindlichen
Sensoren haben. Mit ihnen können beispielsweise die
Korngröße, der Farbanteil und Fehlstellen, beispiels
weise in Form von Verunreinigungen, gleichzeitig er
faßt werden.
Claims (14)
1. Verfahren zur Bestimmung der Qualität eines Kri
stallgemisches, insbesondere von Zucker, bei dem die
Oberfläche des zu untersuchenden Kristallgemisches
vereinheitlicht wird und bei dem ein Qualitätsmerkmal
des Kristallgemisches optisch gemessen und in
eine elektrische Meßgröße umgewandelt und zur Aus
wertung einer Rechnereinheit zugeführt wird,
dadurch gekennzeichnet, daß zur Vereinheitlichung
der Oberfläche das zu messende Kristallgemisch (Zucker
1) so verdichtet wird, daß der Einfluß der ein
zelnen Kristallkörner auf das Meßergebnis ausgeschlossen
wird, daß die optische Meßfleckgröße an
die Verteilung und die Größe der Kristallkörner an
gepaßt wird, daß in der Rechnereinheit (7) die er
mittelte Meßgröße mit gespeicherten Vergleichswerten
verglichen wird, und daß die Rechnereinheit (7) auf
grund des Vergleiches ein Ausgangssignal abgibt.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß kontinuierlich gemessen
wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß das Qualitätsmerkmal der
Farbwert des Kristallgemisches (Zucker 1) ist.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß das Ausgangssignal der
Rechnereinheit (7) zur Prozeßsteuerung herangezogen
wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß aus dem Strom des Kri
stallgemisches (Zucker 1) wenigstens ein Teilstrom
für den Meßvorgang entnommen wird.
6. Vorrichtung zur Bestimmung der Qualität eines Kri
stallgemisches, insbesondere von Zucker, zur Durch
führung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1
bis 5, mit einer Einheit zur Vereinheitlichung der
Oberfläche des Kristallgemisches, mindestens einer
gegen das zu messende Kristallgemisch gerichteten
Lichtquelle, einer Meßeinrichtung zur Erfassung des
vom Kristallgemisch kommenden Lichtes und zu dessen
Umwandlung in eine elektrische Meßgröße, und mit einer
Rechnereinheit,
dadurch gekennzeichnet, daß die Einheit zur Verein
heitlichung eine auf das zu messende Kristallgemisch
(Zucker 1) einen Druck ausübende Druckfläche (8)
ist, die zum Durchtritt des Meßstrahles einen trans
parenten Bereich aufweist, und daß die Lichtquelle
(16; 27, 28) und die Meßeinrichtung (4) an der
Druckfläche (8) im gleichbleibenden Abstand angeordnet
sind.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, daß die Meßeinrichtung (4)
mindestens einen Meßwertaufnehmer (13, 13a) umfaßt.
8. Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 7,
dadurch gekennzeichnet, daß die Druckfläche (8)
oberhalb einer Fördereinrichtung (2) für das Kri
stallgemisch (Zucker 1) angeordnet ist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, daß die Lage der Druckfläche
(8) auf die Höhe des Kristallgemisches (Zucker 1)
einstellbar ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, daß die Druckfläche (8) um
eine quer zur Förderrichtung (9) des Kristallgemisches
(Zucker 1) liegende Achse (11) schwenkbar ist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, daß die Meßeinrichtung (4)
einen Diffusor (14) aufweist.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, daß die Meßeinrichtung (4)
Farbfilter (21 bis 23; 21a bis 23a) aufweist, denen
jeweils ein Fotoempfänger (24 bis 26; 24a bis 26a)
nachgeordnet ist.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, daß die Druckfläche (8) mit
mindestens einer in Förderrichtung (9) des Kristall
gemisches (Zucker 1) schräg nach unten geneigten Ab
lenkfläche (Ende 10) versehen ist.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich der Druckfläche
(8) unterhalb der Fördereinrichtung (2) eine Ab
stützung (Bandführung 6) angeordnet ist.
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| DE19924215948 DE4215948C2 (de) | 1992-05-14 | 1992-05-14 | Verfahren zur Bestimmung der Qualität eines Kristallgemisches, insbesondere von Zucker, und Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens |
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|---|---|---|---|
| DE19924215948 DE4215948C2 (de) | 1992-05-14 | 1992-05-14 | Verfahren zur Bestimmung der Qualität eines Kristallgemisches, insbesondere von Zucker, und Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens |
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