DE4214811C2 - Prüfkörper zur Simulation der Verformung eines biologischen Muskelgewebes unter Stoß- bzw. Quetschbelastung - Google Patents
Prüfkörper zur Simulation der Verformung eines biologischen Muskelgewebes unter Stoß- bzw. QuetschbelastungInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf einen Prüfkörper zur Simulation
der Verformung eines biologischen Muskelgewebes unter Stoß- bzw.
Quetschbelastung, insbesondere zur Anordnung an einem Testschen
kel einer anthropomorphen Testpuppe, der im Oberbegriff des
Hauptanspruches angegebenen Art.
Zur Abschätzung des Verletzungsrisikos von Personen bei Ver
kehrsunfällen ist es in Forschungseinrichtungen der Automobil
industrie üblich, bei Unfallsimulationen anthropomorphe Test
puppen einzusetzen, die auch als "Dummies" bezeichnet werden.
Die Metallskelette dieser Dummies sind mit Schaumformteilen aus
Kunststoff gepolstert, über die eine Kunststoffhaut gezogen
wird, wodurch insbesondere die Extremitäten der Dummies men
schenähnlicher gestaltet sind. Diese Schaumformteile nehmen zwar
nach beschädigungsfreier Verformung durch Stoß- oder Quetschbe
lastungen wieder ihre Ursprungsform an, jedoch unterscheiden sie
sich in ihren Formänderungseigenschaften grundlegend von biolo
gischem Muskelgewebe. Eine meßtechnische Erfassung der Verfor
mungsintensität der Schaumformteile läßt damit nur eine sehr
grobe Abschätzung des Verletzungsrisikos eines Muskels bei glei
cher Stoß- bzw. Quetschbelastung zu.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Prüfkörper zur
Simulation der Verformung eines biologischen Muskelgewebes unter
Stoß bzw. Quetschbelastung dahingehend weiterzuentwickeln, daß
eine zuverlässigere Abschätzung des Verletzungsrisikos für bio
logisches Muskelgewebe unter adäquater Belastung möglich wird.
Die erfindungsgemäße Lösung dieser Aufgabe ergibt sich aus den
Merkmalen des Hauptanspruchs.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung gehen aus den übrigen
Ansprüchen hervor.
Um besonders gleichmäßige Verformungseigenschaften des Prüf
körpers sicherstellen zu können, bestehen alle Fäden des Pol
sterkerns aus Rundschnüren mit übereinstimmendem Rundquer
schnitt.
Eine weitere Verbesserung der Verformungseigenschaften wird er
zielt, wenn der vom Kernbündel gebildete Polsterkern umlaufend
von einer stützenden Ummantelung umgeben ist.
Damit sich die Rundschnüre nach reversibler Verformung des Prüf
körpers zuverlässig wieder in ihre ursprüngliche Ausgangsstel
lung zurückbewegen, ist die stützende Ummantelung auf den Außen
umfang des Polsterkerns aufvulkanisiert, wodurch eine Ring
schicht der Rundschnüre anvulkanisiert wird und ein Verbund
material bildet.
Ein günstiges Walkverhalten des Kernbündels ergibt sich, wenn
die Dicke des Polsterkerns ein Mehrfaches der Dicke der Ummante
lung samt Ringschicht ausmacht. Hierdurch ergibt sich, insbeson
dere bei Verwendung von Rundschnüren im Durchmesser von jeweils
2 mm für den Polsterkern mit einer Härte von etwa 60 Shore-A ein
Prüfkörper, der von seinen physikalischen Eigenschaften her
biologischem Muskelgewebe weitgehend entspricht.
Durch einen entsprechenden "Muskelbesatz" der Metallskelette von
Dummies durch Prüfkörper ist es möglich, auch die Bewegung der
Muskulatur eines Menschen unter Beschleunigungskräften z. B. beim
Crash weitgehend exakt zu simulieren, wobei wegen der erheb
lichen trägen Masse insbesondere ein "Muskelbesatz" an Ober- und
Unterschenkel des Dummies zu einer Verbesserung der Forschungs
ergebnisse als zweckmäßig anzusehen ist.
Der "Muskelbesatz" an den Schenkeln von Dummies kann vorteilhaft
aus mehreren Prüfkörpern zusammengesetzt sein, die den Muskel
strängen des menschlichen Körpers entsprechend gestaltet und ge
fügt sind.
Ein Unterschenkel eines Dummies mit einem "Muskelbesatz" aus er
findungsgemäßen Prüfkörpern ist dabei zur Simulation der
Quetsch- und Stoßbelastungen des Unterschenkels zweckmäßig mit
Prüfkörpern versehen, deren Polsterkern jeweils an seinen Enden
gehalten ist.
Vorteilhaft bestehen sowohl die Fäden des Polsterkerns als auch
die Ummantelung aus Silikonkautschuk, da dessen physikalische
Eigenschaften über einen großen Temperaturbereich stabil sind.
Um auf eine einfache Weise eine meßtechnische Erfassung der Ver
formungsintensität des Prüfkörpers unter Stoß- bzw. Quetschbe
lastung zu ermöglichen, ist eine Anordnung von Schläuchen in dem
Prüfkörper vorgesehen. Diese Schläuche der Anordnung sind an ei
nem Ende geschlossen und mit einem inkompressiblen Druckmedium
gefüllt. Die Flüssigkeitssäule der längs zwischen den Rundschnü
ren verlegten Schlauchleitungen aus weichem Silikonkautschuk
wirkt jeweils auf einen zugeordneten Drucksensor, mit dem der
Hohlquerschnitt der Schlauchleitung am anderen Ende dicht ver
schlossen ist. Da bei einer Stoßbeaufschlagung des Prüfkörpers
eine von der Eindringtiefe abhängige Quetschbeanspruchung der
Schlauchleitung stattfindet, kommt es in der Flüssigkeitssäule
zu einem verdrängungsangepaßten Druckanstieg, der sich meßtech
nisch erfassen läßt.
Die Empfindlichkeit dieser Meßanordnung reicht bei Verwendung
von Wasser als Druckmedium zumindest aus, dynamische Verformun
gen mit einer Einwirkzeit von mehr als 10 Millisekunden zuver
lässig aufzulösen.
Darüber hinaus hat die Meßanordnung den Vorteil, daß die relativ
teuren Drucksensoren in einem sicheren Abstand zur Quetsch- bzw.
Stoßstelle angeordnet werden können. So werden sie selbst bei
irreversiblen Verformungen bzw. Zerstörungen der zugehörigen
Schlauchleitung nicht in Mitleidenschaft gezogen.
Im folgenden sind zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand
einer zeichnerischen Darstellung näher erläutert.
In der Darstellung zeigen:
Fig. 1 einen zylindrischen Prüfkörper in einer perspektivischen
Teilansicht,
Fig. 2 eine Versuchsanordnung eines Dummies zur Simulation eines
Fußgängeraufpralls,
Fig. 3 einen Unterschenkel des Dummies der mit einem Muskel
besatz aus Prüfkörpern versehen ist, in einer Seiten
ansicht,
Fig. 4 den teilweise im Längsschnitt sichtbaren Unterschenkel
nach Fig. 3, und
Fig. 5 einen Querschnitt durch den Unterschenkel gemäß Fig. 3.
Ein in Fig. 1 in einem Endbereich sichtbarer Prüfkörper 1 mit
zylindrischem Querschnitt und begrenzter Länge umfaßt einen in
nenliegenden Polsterkern 2, der im Querschnitt gesehen umlaufend
mit einer radial stützenden Ummantelung 3 verkleidet ist. Der
Polsterkern 2 besteht aus einer Vielzahl von Rundschnüren 4 mit
kreisförmigem Querschnitt, die jeweils einen Durchmesser von 2
mm aufweisen und Monofile aus einem Silikonkautschuk mit einer
Härte von etwa 60 Shore-A sind. Diese Rundschnüre 4 verlaufen
zueinander parallel in Längsrichtung des Prüfkörpers 1, sind zu
einem annähernd zylindrischen Kernbündel zusammengelegt und von
der hohlzylindrischen Ummantelung 3 zusammengehalten. Die
Ummantelung 3 besteht ebenfalls aus Silikonkautschuk, jedoch mit
wesentlich geringerer Härte, die nicht mehr graduierbar ist.
Bei gießtechnischer Verarbeitung hat sich zur Herstellung der
Ummantelung 3 der handelsübliche Zweikomponenten-Silikonkaut
schuk A DS 921 A/B im Mischungsverhältnis 60(A) : 40(B) bewährt.
Die Ummantelung 3 ist auf den Außenumfang des Polsterkerns 2
aufvulkanisiert, wodurch eine unmittelbar von der Ummantelung 3
überdeckte Ringschicht aus Rundschnüren 4 anvulkanisiert ist
also ein Verbundmaterial bildet. Die übrigen Rundschnüre 4 sind
lose verlegt und ggf. mit Talkum gepudert. Da die Rundschnüre 4
des Polsterkerns 2 einander gegenseitig stützend mit ihren
Längsseiten reibschlüssig aneinanderliegen und den Hohlquer
schnitt der Ummantelung 3 weitestgehend ausfüllen, weist der
Prüfkörper 1 im unbelasteten Zustand die gezeigte stabile Aus
gangsform auf. Auch beträgt die Dicke des Polsterkerns 2 ein
Mehrfaches der Wanddicke der Ummantelung 3 samt ihrer anvul
kanisierten Ringschicht aus Rundschnüren.
Der Prüfkörper 1 weist bei Quetschbeaufschlagung quer zu seiner
Längsachse ein Verformungsverhalten auf, das einem erschlafften
Muskel aus biologischem Gewebe weitestgehend entspricht. Somit
läßt sich der Prüfkörper 1 zu Forschungszwecken verwenden, die
auf die Abschätzung des Verletzungsrisikos für biologisches
Muskelgewebe unter Stoß- bzw. Quetschbelastung gerichtet sind.
Um eine muskeltypische Längendehnung der Rundschnüre unter Stoß
beaufschlagung zu ermöglichen, und die Absorptionsfähigkeit des
Prüfkörpers 1 für Stoßenergie weiter zu verbessern, können die
Rundschnüre 4 an ihren entgegengesetzten Enden unbeweglich ge
halten sein.
Fig. 2 zeigt einen Versuchsaufbau zur Simulation eines Verkehrs
unfalles, bei dem ein Fußgänger von einem Kraftwagen 5 ange
fahren wird, während er eine Fahrbahn überquert. Hierzu wird in
der Fahrspur des Kraftwagens 5 ein Dummy 6 aufgestellt, der sich
in Schrittstellung befindet, wobei seine Füße in realistischer
Weise leicht gegen die Fahrtrichtung des Kraftwagens 5 gedreht
sind.
Alle Meßleitungen sind vom Kopf des Dummies 6 nach oben wegge
führt, wobei sie die Bewegungsmöglichkeiten des Dummies 6 nicht
einschränken.
In dieser Stellung wird der Dummy 6 mit definierten Prüfge
schwindigkeiten angefahren, wobei er zunächst vom vorderen
Stoßfänger des Kraftwagens 5 an seinen Unterschenkeln getroffen
wird.
Um bei den unterschiedlichen Fahrgeschwindigkeiten das Verlet
zungsrisiko an den Unterschenkeln eines menschlichen Körpers,
insbesondere hinsichtlich von Muskelgewebeschädigungen wie
Quetschverletzungen, Muskelrissen oder auch Blutergüssen, hin
reichend zuverlässig abschätzen zu können, sind beide Unter
schenkel des Dummies 6 als gepolsterte Testschenkel 7 ausgebil
det.
Einer dieser spiegelbildlichen Testschenkel 7 ist in der Seiten
ansicht gemäß Fig. 3 im unbekleideten Zustand sichtbar. Der
Testschenkel 7 ist in das Metallskelett eines üblichen Hybrid
II-Dummies eingegliedert, indem er oben und unten über jeweils
ein Scharniergelenk mit dem Oberschenkel 8 bzw. dem Fuß 9 ver
bunden ist. Zur Anlenkung dienen zwei Gelenkplatten 10 bzw. 11,
die jeweils aus einer kreisförmigen Stützplatte sowie einem
rechtwinklig von der Stützplatte abstehendem Lagerbock bestehen.
Die Stützplatten der beiden Gelenkplatten 10 bzw. 11 sind je
weils über distanzierende Mittel mit einer zugeordneten Trag
platte 12 verschraubt, wie in Verbindung mit der Schnittdarstel
lung nach Fig. 4 zu erkennen ist. Diese Tragplatten 12 bilden
die tragenden Stirnenden des Testschenkels 7 und sind zueinander
koaxial im Endbereich desselben angeordnet. Miteinander verbun
den sind die beiden Tragplatten 12 über zwei bidirektional ver
stärkte Synthetikharzrohre 13 und 14, deren Rohrenden jeweils
mit der zugeordneten Tragplatte 12 verschraubt sind.
Da die Synthetikharzrohre 13 und 14 die Stützwirkung der beiden
Röhrenknochen eines menschlichen Unterschenkels erzeugen sollen,
weisen sie entsprechend angepaßt unterschiedliche Rohrquer
schnitte auf und sind in vergleichbarer Stellung zueinander und
zum Querschnitt des Testschenkels 7 angeordnet.
Wie im Zusammenhang mit Fig. 5 ersichtlich ist, sind um die
Synthetikharzrohre 13 und 14 herum mehrere Prüfkörper 1a, 1b
sowie 1c angeordnet, die den zylindrischen Raum zwischen den
beiden Tragplatten 12 gemeinsame ausfüllen.
Die über ihre Länge querschnittskonstanten Prüfkörper 1a, 1b
sowie 1c sind in ihrem Querschnitt ähnlich gestaltet wie Haupt
gruppen der Muskulatur am Unterschenkel eines Menschen. So weist
der den Raum zwischen einander gegenüberliegenden Umfangsflächen
von Synthetikharzrohr 13 (Fibula) und Synthetikharzrohr 14
(Tibia) ausfüllende Prüfkörper 1b einen ovalen Querschnitt auf,
welcher dem Querschnitt der tiefen Flexorengruppe ähnlich ist.
An der gegenüberliegenden Umfangsseite des Synthetikharzrohre 13
liegt der Prüfkörper 1c an, der in Anlehnung an die Peroneus
gruppe einen kreissegmentförmigen Querschnitt aufweist. Der
übrige Raum ist mit zwei baugleichen spiegelsymmetrisch ange
ordneten Prüfkörpern 1a ausgefüllt, die in Anlehnung an die
Extensorengruppe bzw. die oberflächliche Flexorengruppe einem
etwa sichelförmigen Querschnitt haben.
Die Prüfkörper 1a, 1b und 1c verfügen abgesehen von ihrer Quer
schnittsgeometrie über den gleichen Grundaufbau wie der Prüfkör
per 1 und bestehen somit aus einer Vielzahl paralleler Rund
schnüre 4a, 4b, 4c die von einer aufvulkanisierten Ummantelung
3a, 3b, 3c umschlossen sind.
Jedoch sind die Prüfkörper 1a, 1b und 1c an beiden Enden mit
einer Endplatte aus Blech versehen, die an die Querschnittsform
des zugehörigen Prüfkörper 1a, 1b bzw. 1c angepaßt ist. Diese
Endplatten gehören noch zum Prüfkörper 1a, 1b bzw. 1c, da sie
mit den zugeordneten Enden der Rundschnüre 4a, 4b bzw. 4c
verklebt sind. Zum Verkleben können z. B. Klebstoffe auf Silicon
basis verwendet werden.
Von diesen Endplatten steht jeweils ein Gewindebolzen 15 ab, dem
eine Durchgangsbohrung in der Tragplatte 12 zugeordnet ist. So
mit lassen sich die Endplatten in dargestellter Weise mit den
Tragplatten 12 verschrauben.
Das gesamte "Muskelpaket" aus den Prüfkörpern 1a, 1b und 1c ist
am Umfang von einem handelsüblichen Schrumpfschlauch 16 um
schlossen, der sich aufgrund seiner hautähnlichen Dehnungseigen
schaften jedoch kaum auf das Verformungsverhalten der Prüfkörper
1a, 1b und 1c auswirkt.
Wie durch einen Pfeil S angedeutet ist, wird der Testschenkel 7
schräg seitlich vom Stoßfänger des Kraftwagens 5 getroffen.
Um die Verformung der Prüfkörper 1a, 1b und 1c, die unter der
Stoßbelastung auftritt, sowie die auf die Prüfkörper 1a, 1b und
1c wirkenden Kräfte meßtechnisch erfassen zu können, sind in je
den der Prüfkörper 1a, 1b und 1c über ihre Kompressionstiefe
verteilt mehrere Silikonschläuche 17 eingebettet.
Diese Silikonschläuche 17 durchsetzen die Prüfkörper 1a, 1b bzw.
1c der Länge nach, wobei sie umlaufend von den zu ihnen parallel
verlaufenden Rundschnüren 4a, 4b bzw. 4c umgeben sind. Die unte
ren Enden dieser Silikonschläuche 17 sind jeweils mittels eines
Blindstopfens geschlossen. Mit ihrem oberen Endbereich stehen
die Silikonschläuche 17 aus der Endplatte heraus und durchsetzen
eine Paßbohrung in der oberen Tragplatte 12, wonach sie flächen
bündig zu deren Oberseite abgeschnitten sind.
In den Endbereich jedes der Silikonschläuche 17 ist ein zylin
drischer Drucksensor 18 eingeschoben und unter dichtem Anschluß
an den Schlauch 17 befestigt. Beim Drucksensor 18 handelt es
sich um einen handelsüblichen Miniatur-Sensor nach dem Membran
prinzip. Die Drucksensoren 18 stehen über übliche Meßleitungen
mit einer nicht dargestellten Auswerteeinheit in Verbindung. Un
terhalb der Drucksensoren 18 sind die Silikonschläuche 17 mit
einem Druckmedium wie z. B. Wasser vollständig gefüllt. Da die
Silikonschläuche 17 sorgfältig entlüftet sind, werden Druckver
änderungen der Wassersäule somit unmittelbar an den Drucksensor
18 weitergegeben und lassen sich meßtechnisch auswerten.
Der Druckanstieg der Wassersäulen in den Silikonschläuchen 17
ist im wesentlichen proportional zur Verdrängungswirkung, die
durch Einschnürungen bzw. Quetschungen der Silikonschläuche 17
entsteht. Somit läßt sich über die gesamte Druckmeßanordnung ein
differenziertes Verformungsbild der Prüfkörper 1a, 1b und 1c ge
winnen, durch welche eine relativ sichere Aussage zum Verlet
zungsrisiko der Unterschenkelmuskulatur eines menschlichen Kör
pers bei Verkehrsunfällen der zu untersuchenden Art gemacht wer
den kann.
Claims (12)
1. Prüfkörper zur Simulation der Verformung eines biologischen Muskelgewebes unter Stoß-
bzw. Quetschbelastung, insbesondere zur Anordnung an einem Testschenkel einer
anthropomorphen Testpuppe, wobei der Prüfkörper aus Polstermaterial mit stoßdämpfenden
Eigenschaften besteht, welches nach beschädigungsfreier Verformung wieder seine
Ursprungsform annimmt,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein Polsterkern des Prüfkörpers (1, 1a, 1b, 1c) aus einer Vielzahl von Fäden
(Rundschnüren 4, 4a, 4b, 4c) zusammengesetzt ist, die jeweils Monofile aus einem
Gummiwerkstoff sind und alle unter zueinander parallelem Verlauf zu einem Kernbündel aus
längsseitig stützend aneinanderliegenden Fäden (Rundschnüren 4, 4a, 4b, 4c)
zusammengelegt sind, wobei das sich quer zur Stoßbeanspruchungsrichtung erstreckende
Kernbündel mittels einer Verkleidung (Ummantelung 3, 3a, 3b, 3c) aus einem weichen
gummielastischen Werkstoff in seiner unbelasteten Ausgangsform zusammengehalten ist.
2. Prüfkörper nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß alle Fäden des Polsterkerns Rundschnüre (4, 4a, 4b, 4c) mit übereinstimmendem
Rundquerschnitt sind.
3. Prüfkörper nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der vom Kernbündel gebildete Polsterkern im Querschnitt gesehen umlaufend mit einer
stützenden Ummantelung (3, 3a, 3b, 3c) verkleidet ist.
4. Prüfkörper nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die stützende Ummantelung (3, 3a, 3b, 3c) auf den Außenumfang des Polsterkerns
aufvulkanisiert ist, wobei eine von der Ummantelung (3, 3a, 3b, 3c) überdeckte Ringschicht
aus Fäden (Rundschnüren 4, 4a, 4b, 4c) an die Ummantelung (3, 3a, 3b, 3c) anvulkanisiert
ist.
5. Prüfkörper nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Dicke des Polsterkerns ein Mehrfaches der Dicke der Ummantelung (3, 3a, 3b, 3c)
beträgt.
6. Prüfkörper nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Prüfkörper (1, 1a, 1b, 1c) einen an den zu prüfenden biologischen Muskel
näherungsweise angepaßten Querschnitt aufweist.
7. Prüfkörper nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß mehrere Prüfkörper (1a, 1b, 1c) mit einander zu einer anthropomorphen
Schenkelmuskulatur ergänzendem Querschnitt um eine knochenähnliche Tragstruktur eines
Testschenkels (7) herum festgelegt sind.
8. Prüfkörper nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Testschenkel (7) ein Unterschenkel einer anthropomorphen Testpuppe (Dummy 6)
ist.
9. Prüfkörper nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Fäden (Rundschnüre 4, 4a, 4b, 4c) des Polsterkerns sowie die Verkleidung
(Ummantelung 3, 3a, 3b, 3c) aus Silikonkautschuk bestehen.
10. Prüfkörper nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß längs zwischen Fäden (Rundschnüren 4a, 4b, 4c) des Prüfkörpers (1a, 1b, 1c) ein mit
einem inkompressiblen Druckmedium gefüllter Schlauch (Silikonschlauch 17) aus flexiblem
Material verlegt ist, der bei Eindrückung des Prüfkörpers (1a, 1b, 1c) quetschbelastet ist, und
daß ein infolge einer Quetschbelastung des Schlauches (Silikonschlauchs 17) auftretender
Druckanstieg im Druckmedium mittels eines den Druck des Druckmediums erfassenden
Drucksensors (18) meßbar ist.
11. Prüfkörper nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß im Prüfkörper (1a, 1b, 1c) mehrere über den Querschnitt des Polsterkerns verteilt
angeordnete Schläuche (Silikonschläuche 17) verlegt sind, denen jeweils ein Drucksensor
(18) zugeordnet ist.
12. Prüfkörper nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Drucksensor (18) in einem Abstand zur Eindrückstelle im Hohlquerschnitt des
Schlauches (Silikonschlauches 17) angeordnet ist, wobei er den Hohlquerschnitt unter
dichtem Anschluß zum Schlauch (Silikonschlauch 17) verlegt.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE19924214811 DE4214811C2 (de) | 1992-05-04 | 1992-05-04 | Prüfkörper zur Simulation der Verformung eines biologischen Muskelgewebes unter Stoß- bzw. Quetschbelastung |
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| DE19924214811 DE4214811C2 (de) | 1992-05-04 | 1992-05-04 | Prüfkörper zur Simulation der Verformung eines biologischen Muskelgewebes unter Stoß- bzw. Quetschbelastung |
Publications (2)
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| DE4214811A1 DE4214811A1 (de) | 1993-08-26 |
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