DE4208160A1 - Verfahren und vorrichtung zum metalldruecken - Google Patents
Verfahren und vorrichtung zum metalldrueckenInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum
Metalldrücken der im Oberbegriff von Anspruch 1
erläuterten Art und eine Vorrichtung zum Durchführen
dieses Verfahrens.
Ein Verfahren und eine Vorrichtung dieser Art sind der
DE-OS 40 16 097 zu entnehmen. Das bekannte Verfahren und
die bekannte Vorrichtung ist jedoch, wie bei allen
bekannten Metalldrückverfahren und -vorrichtungen
üblich, auf die Herstellung rotationssymmetrischer Teile
begrenzt, wobei die Vorschubbewegung durch eine
Rotationsbewegung des Rohlings um die Wölbungsachse
erfolgt.
Nicht-rotationssymmetrische Teile wurden bislang
entweder durch Tiefziehen, Streckziehen oder das
sogenannte Age-forming hergestellt, deren gemeinsames
Merkmal eine entsprechend der gewünschten
nicht-rotationssymmetrischen Wölbung vorgefertigte
Formoberfläche, beispielsweise auf einem bewegbaren
Stempel oder einer stationären Matritze, ist. Diese
Verfahren erfordern demgemäß hohe Kosten für das
Werkzeug.
Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, ein
Verfahren und eine Vorrichtung bereitzustellen, mit dem
nicht-rotationssymmetrische Teile einfach und
kostengünstig zu fertigen sind.
Die Aufgabe wird bei einem Verfahren durch die
kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
Es wurde festgestellt, daß der Vorschub bei
Metalldrückverfahren nicht nur, wie bislang üblich,
durch eine Rotation des Werkstückes um eine Mittelachse
des Rohlings erfolgen kann, sondern daß sehr gute
Drückergebnisse auch durch Vorschubbewegungen erzielt
werden können, die linear sind oder zumindest einen
linearen Anteil haben. Damit ist es möglich, auch
nicht-rotationssymmetrische Teile mit relativ geringen
Kosten auch in Kleinserien zu fertigen.
Zweckmäßige Weiterbildungen des erfindungsgemäßen
Verfahrens sind den Ansprüchen 2 bis 5 zu entnehmen.
Die Aufgabe wird bei einer Vorrichtung durch die
kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 6 gelöst. Durch
die Anordnung der Spanneinrichtung für den Rohling auf
einem Schlitten, der in wenigstens einer Richtung linear
bewegbar ist, kann die Richtung der Vorschubbewegung
genau auf die gewünschte Form der Wölbung abgestimmt
werden.
Vorteilhafte Weiterbildungen der erfindungsgemäßen
Vorrichtung sind den Ansprüchen 7 bis 9 zu entnehmen.
Ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen
Verfahrens wird nachfolgend anhand eines
Ausführungsbeispiels einer Vorrichtung näher erläutert.
Es zeigt
Fig. 1 eine Vorderansicht einer
erfindungsgemäßen Vorrichtung in
schematischer Darstellung, und
Fig. 2 die Seitenansicht aus Fig. 1 in
schematischer Darstellung.
Aus den Fig. 1 und 2 ist eine Vorrichtung 1 zum
Metalldrücken ersichtlich. Die Vorrichtung 1 weist ein
in den Figuren schematisch dargestelltes Maschinenbett
2 auf, auf dem ein Schlitten 3 in einer nicht
gezeichneten Gleitführung in Richtung des Doppelpfeiles
V linear und parallel zum Maschinenbett 2 verschiebbar
ist. Der Schlitten 3 enthält eine oberhalb eines
Freiraums 3′ angeordnete Spannvorrichtung 4, mit der ein
zugeschnittener, gestrichelt gezeichneter Rohling 5 aus
Blechmaterial umfangsseitig festgespannt werden kann.
Die Spannvorrichtung 4 ist entweder verstellbar oder
auswechselbar mit dem Schlitten 3 verbunden, so daß die
Drückvorrichtung 1 auf einfache Weise für
unterschiedliche Rohlinge 5 umgerüstet werden kann.
Oberhalb der Spannvorrichtung 4 ist eine der üblichen
Drückrollen 6 an einem als Halter ausgebildeten
Drückstempel 7 drehbar gelagert. Die Drückrolle 6 ist in
bekannter Weise mit einem in Axialrichtung gerundeten
Umfang versehen. Der Durchmesser und die axiale
Erstreckung der Drückrolle 6 sowie der Krümmungsradius
ihres Umfangs sind, wie allgemein bei
Metalldrückverfahren üblich, auf die
Legierungszusammensetzung und den Behandlungszustand des
zu drückenden Werkstoffs, die Blechdicke und die
Geometrie der gewünschten Wölbung abgestimmt.
Der Drückstempel 7 ist mit einer bekannten, nicht
dargestellten pneumatischen Belastungseinrichtung
verbunden und wird für eine erste Zustellbewegung
entlang des Doppelpfeiles ZT in einer Richtung senkrecht
zur Ebene des planen Rohlings 5 in den Freiraum 3′
hinein, sowie senkrecht zur Bewegungsrichtung V des
Schlittens 3 bewegt. Wie Fig. 2 zeigt, kann der
Drückstempel 7 in einer zweiten Zustellbewegung entlang
des Doppelpfeiles ZB parallel zur Ebene des planen
Rohlings 5 jedoch sowohl senkrecht zur Bewegungsrichtung
ZT als auch senkrecht zur Bewegungsrichtung V bewegt
werden.
Die Bewegungen des Schlittens 3 und des Drückstempels 7
werden zweckmäßigerweise in Abhängigkeit voneinander
durch ein NC-Programm gesteuert, wobei eine Bewegung des
Schlittens 3 in Richtung V den Vorschub, eine Bewegung
des Drückstempels 7 in Richtung ZT eine Zustellung in
Tiefenrichtung der gewünschten Wölbung und in Richtung
ZB eine Zustellung in Breitenrichtung der Wölbung
bewirkt. Die Steuerung sollte linear und zirkular bis zu
einem Radius von etwa 1000 m möglich sein, um auch sehr
kleine Zustellbewegungen bzw. sehr flache Kurven zu
verwirklichen. Außerdem sollte eine spline-Interpolation
möglich sein, um einen übergangslosen Anschluß von einem
Kurvenradius zu einem anderen herstellen zu können.
Zum Drücken von nicht-rotationssymmetrisch gewölbten
Teilen 5′ wird ein ebener Rohling 5 in die
Spannvorrichtung 4 auf dem Schlitten 3 eingespannt. Die
Steuerung wird gemäß dem verwendeten Werkstoff, der
Blechdicke des Rohlings 5, der gewünschten Wandstärke
des fertigen Teils 5′, der gewünschten Geometrie der
Wölbung sowie gegebenenfalls weiteren
Verfahrensparametern eingestellt. Das Drücken erfolgt
zeilenweise in Richtung V und schrittweise in den
Freiraum 3′ hinein, wobei die Drückrolle 6 zu Beginn von
oben auf eine Längsmittellinie des Rohlings 5 aufgesetzt
wird, die parallel zur Vorschubrichtung V verläuft.
Während der Vorschubbewegung des Schlittens 3 entlang
des Pfeiles V folgt die Drückrolle 6 dem
einprogrammierten Verlauf der Tiefenzustellung ZT.
Danach wird die Drückrolle 6 durch einen Zustellschritt
entlang ZB um eine Zeile neben die Längsmittellinie
verschoben und entlang des einprogrammierten Verlaufs
der Tiefenzustellung ZT geführt, während der Schlitten 3
in der Vorschubbewegung V unter der Drückrolle 6
durchläuft. Dann wird die Drückrolle 6 auf die
gegenüberliegende Seite der Längsmittellinie verschoben
und dort ein Drückvorgang durchgeführt. Diese
Verfahrensschritte werden so oft wiederholt, bis das
Teil 5′ die gewünschte Tiefe, Breite und Form der
Wölbung aufweist.
In Abwandlung des beschriebenen und gezeichneten
Ausführungsbeispiels kann der Schlitten 3 außer der
Vorschubbewegung V auch die Zustellbewegung ZB in
Breitenrichtung der Wölbung übernehmen, wenn für den
Schlitten eine entsprechende Bewegungsmöglichkeit
vorgesehen wird. Unter Umständen können auch die
Vorschub- und beide Zustellbewegungen entweder durch den
Schlitten oder durch den Drückstempel ausgeführt werden.
Bei entsprechender Konstruktion der Führung des
Schlittens oder des Drückstempels können auch
nicht-lineare Vorschubbewegungen ausgeführt werden. Zum
Umrüsten der Drückvorrichtung auf eine andere
Wölbungsgeometrie, einen anderen Verformungswerkstoff
bzw. andere Blechdicken muß lediglich das NC-Programm
ausgetauscht sowie gegebenenfalls die Spannvorrichtung
verändert werden. Falls erforderlich, kann das
erfindungsgemäße Verfahren auch unter erhöhter
Temperatur durchgeführt bzw. mit einem geeigneten
Wärmebehandlungsverfahren gekoppelt werden. Das
erfindungsgemäße Verfahren eignet sich besonders zum
Herstellen von Segmenten für große Tankböden, die wegen
ihrer Größe nicht als Ganzes gedrückt werden können, zum
Herstellen von Segmenten für Flugzeugbeplankungen, von
Radarreflektoren oder von Ablegeformen für die
Herstellung glasfaserverstärkter Gegenstände oder dgl.
Claims (9)
1. Verfahren zum Metalldrücken eines gewölbten Teils
aus einem Rohling aus Blechmaterial, wobei der Rohling
umfangsseitig eingespannt und mittels einer Drückrolle
mit der gewünschten Wölbung versehen wird, wobei sich
die Drückrolle und der Rohling in gesteuerten Vorschub-
und Zustellbewegungen relativ zueinander bewegen, die
Drückrolle an der Innenseite der Wölbung angreift und
der Rohling in einen Freiraum hineingewölbt wird,
gekennzeichnet durch seine Anwendung zum Herstellen
eines nicht-rotationssymmetrisch gewölbten Teils.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Vorschub- und Zustellbewegungen linear erfolgen.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß eine erste und eine zweite
Zustellbewegung von der Drückrolle ausgeführt werden und
sich der Rohling für den Vorschub bewegt.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß von der Drückrolle eine erste
Zustellbewegung ausgeführt wird und sich der Rohling für
den Vorschub und für einen zweite Zustellbewegung
bewegt.
5. Verfahren nach Anspruch 3 oder 4, dadurch
gekennzeichnet, daß die erste Zustellbewegung die Tiefe
der Wölbung und die zweite Zustellbewegung deren Breite
bestimmt.
6. Vorrichtung zum Durchführen des Verfahrens nach einem
der Ansprüche 1 bis 5, mit einer an einem
bewegungsgesteuerten Halter (7) drehbar angeordneten
Drückrolle (6), wobei der Halter (7) in wenigstens einer
Richtung (ZT) linear bewegbar ist, und mit einer
Spannvorrichtung (4) für den Rohling (5), dadurch
gekennzeichnet, daß die Spanneinrichtung (4) auf einem
Schlitten (3) angeordnet ist, der in wenigstens einer
Richtung (V) linear bewegbar ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet,
daß der Halter (7) in zwei im wesentlichen rechtwinklig
zueinander verlaufenden Richtungen (ZT, ZB) und der
Schlitten (3) in einer rechtwinklig zu den
Bewegungsrichtungen des Halters (7) verlaufenden
Richtung (V) bewegbar ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet,
daß der Halter (7) in einer Richtung (ZT) auf den
Rohling (5) zu und von ihm weg, und daß der Schlitten
(3) in zwei zueinander und zur Bewegungsrichtung (ZT)
des Halters (7) senkrecht verlaufenden Richtungen (V,
ZB) bewegbar ist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 8,
gekennzeichnet durch eine zirkulare und lineare
numerische Steuerung für den Halter (7) und den
Schlitten (3).
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19924208160 DE4208160A1 (de) | 1992-03-13 | 1992-03-13 | Verfahren und vorrichtung zum metalldruecken |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19924208160 DE4208160A1 (de) | 1992-03-13 | 1992-03-13 | Verfahren und vorrichtung zum metalldruecken |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4208160A1 true DE4208160A1 (de) | 1993-09-16 |
Family
ID=6454050
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19924208160 Ceased DE4208160A1 (de) | 1992-03-13 | 1992-03-13 | Verfahren und vorrichtung zum metalldruecken |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4208160A1 (de) |
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|---|---|---|---|
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